Die Dorfkirche von Lühnsdorf (Potsdam-Mittelmark)

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Der Ort Lühnsdorf, seit 1973 in die Stadt Niemegk eingemeindet, liegt umgeben von sanften Hügeln am Rande des Naturparks Hoher Fläming. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde "grossen Luderstorph" 1377. Aus dieser Zeit muss auch die alte Feldsteinkirche des Dorfes gestammt haben, die 1897 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden musste.

Als Nachfolgebau entstand ein kleiner neuromanischer Saalbau aus rotem Backstein mit Apsis und westlichem Dachturm, der bereits am 18. September 1898 feierlich eingeweiht wurde. Die ursprüngliche Ausstattung und auch die bauzeitliche Ornamentmalerei im Innenraum, die bereits Einflüsse des beginnenden Heimatstils zeigt, blieben bis heute fast unverändert erhalten. Ebenfalls bereits 1898 schuf der aus Niemegk stammende Orgelbauer Friedrich Wilhelm Lobbes eine kleine Orgel mit fünf Registern, die nach einer kürzlich erfolgten Reparatur der Balganlage wieder in den Gottesdiensten erklingt. Ein schöner klassizistischer Taufstein aus Alabaster wurde der Kirche 1835 vom damaligen Müllermeister Kuhlmann gestiftet. Ebenfalls noch aus dem Vorgängerbau stammt eine Bronzeglocke, die 1616 in der Magdeburger Gießerei Borstelmann entstand und die im kommenden Jahr ihr 400-jähriges Jubiläum feiert.

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Im Dorfbild fügt sich die Kirche malerisch in ein Gesamtensemble ein, zu dem Kriegerdenkmal, Kirchenmauer, Leichenhaus und Friedhof sowie das alte Nachtwächterhaus gehören. All dies macht einen gepflegten Eindruck. In den vergangenen Jahren hat die Ortsgemeinschaft in Eigenleistung viel Zeit und Mühe investiert, um ihren Ort attraktiver und lebenswerter zu gestalten. Zudem entstand auf dem Dorfplatz ein neu gestalteter Spielplatz für die Kinder des Ortes, auf dem kürzlich wie in jedem Jahr der traditionelle Pfingstbaum aufgestellt wurde.

Auch am Kirchengebäude wurden schon umfangreiche Reparaturarbeiten ausgeführt: Das Fundament wurde neu verfugt, neue bleiverglaste Fenster konnten eingesetzt und Putzarbeiten im Innenraum ausgeführt werden, die Glocke erhielt eine elektrische Läuteanlage und die gesamte Friedhofsanlage wurde neu planiert.

Nicht in Eigeninitiative zu bewältigen ist jedoch eine grundlegende Instandsetzung des Kirchturms, die dringend notwendig erscheint. Gegenwärtig ist der Turm gesperrt, da Teile abzustürzen drohen. Die Schäden gehen bereits auf die Bauzeit zurück, da damals für die Befestigung der Schieferplatten, mit denen das Turmdach gedeckt ist, die falschen Nägel verwendet wurden. Dadurch eingetretene Schäden konnten seitdem nicht beseitigt werden; durch Notsicherungsmaßnahmen wurde lediglich ein zeitlich befristeter Aufschub erreicht. Nun jedoch besteht dringender Handlungsbedarf. Knapp 100.000 Euro sind nötig, um die Sanierung finanzieren zu können.

Im vergangenen Jahr haben Einwohner von Lühnsdorf, die durch die vielen erfolgreichen Arbeitseinsätze im Dorf das gemeinsame Zupacken bereits verinnerlicht haben, einen Förderverein gegründet, um das Projekt Kirchenrettung voranzubringen. Zahlreiche Förderanträge wurden seitdem geschrieben. Die erste verbindliche Zusage auf finanzielle Unterstützung kam vom Förderkreis Alte Kirchen. Vielleicht ist dies Motivation für die weiteren angeschriebenen Institutionen, die Anfragen ebenfalls zu bescheiden. In Lühnsdorf wären die Fördergelder gut angelegt; und die Menschen vor Ort würden sicher auch wieder Vieles in Eigenleistung zum Erfolg beisteuern.

Weitere Informationen: Förderkreis Sanierung der ev. Kirche zu Lühnsdorf; Heidrun Tietz; Dorfstraße 2; 14823 Lühnsdorf; Tel.: 033843-50502; E-Mail: lothartietz@t-online.de



Zum Weiterlesen:
"Niemegk bloggt" vom 21. September 2015: Verleihung des Startkapitals des Jahres 2015
Der Förderkreis gehört zu den Preisträgern der Ausschreibung "Startkapital für Kirchen-Fördervereine 2015"
Märkische Onlinezeitung vom 04. Oktober 2015: "Sorgenkind" schweißt Dorf zusammen
Märkische Onlinezeitung vom 10. November 2015: Kirchrettung im Fokus
Märkische Onlinezeitung vom 18. November 2015: Kampf mit Sturm und Zeit
Märkische Onlinezeitung vom 18. Juni 2016: Die alte Lady erhält eine Frischekur
Märkische Onlinezeitung vom 25. August 2016: Start der Kirchsanierungen
Märkische Onlinezeitung vom 21. März 2017: Lühnsdorfer Kirchbau ist gerettet!


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