Bärbel Kraemer

So schön wie vor 120 Jahren

Lühnsdorf (MZV) Das Bleiglasfenster, welches der Bad Belziger Glasermeister Jörg Gauruhn der Lühnsdorfer Kirche zum Geschenk gemacht hat, wird kommende Generationen an einen besonderen Festtag erinnern.

Glasermeister Jörg Gauruhn aus Brück brachte ein Geschenk mit. Ein Bleiglasfenster mit Lutherrose wurde an Pfarrer Matthias Stephan übergeben.
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Pfarrer Matthias Stephan und Förderkreis-Mitglied Hans-Jürgen Bergholz danken Fritz Moritz für seinen unermüdlichen Einsatz.
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Am vergangenen Sonntag wurde im 111-Seelendorf die gelungene Sanierung der Dorfkirche gefeiert. Der Turm, der abzustürzen drohte, ist gerettet und das Kirchdach mit neuen Ziegeln eingedeckt. Damit ist das denkmalgeschützte Gemäuer fit für die Zukunft und das Bleiglasfenster mit Lutherrose symbolische Erinnerung daran.

Knapp 120 Menschen hatten sich in der Dorfkirche eingefunden, um die Festpredigt des Superintendenten Siegfried-Thomas Wisch zu hören. Er sagte: "Es ist immer wieder schön, wenn ich zu einer gelungenen Kirchensanierung eingeladen werde. Dazu gratuliere ich Ihnen." Wisch lobt das Engagement des eigens für diesen Zweck gegründeten Förderkreises und des Gemeindekirchenrates und dankte zugleich allen Fördermittelgebern und Unterstützern des Großprojekts. Immerhin waren knapp 100.000 Euro erforderlich, um den Bestand des Gemäuers langfristig zu sichern - knapp 120 Jahre nachdem der Kirchbau seiner Bestimmung übergeben wurde. In diesem Zusammenhang bemerkt Pfarrer Matthias Stephan: "Die Kirche ist heute wieder so schön wie sie damals war."

Unter den Gästen sitzen viele, die wie Fritz Moritz vom Förderkreis es bezeichnete, "Herzblut" in die Kirche steckten. Eine von ihnen ist Theda von Wedel vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin/Brandenburg. Auch sie gehört später zu denjenigen, die mit einer Ehrenurkunde nach Hause gehen werden.

Auch Fritz Moritz wird im Verlauf des Nachmittags von vielen Seiten Dank gesagt. Er war, obwohl Nichtchrist, quasi Cheforganisator während der Kirchensanierung. Er schrieb Fördermittelanträge, knüpfte Kontakte, verschaffte den Problemzonen des Gemäuers Öffentlichkeit. Am Sonntag wird er unter anderem als "Vater des Erfolgs" bezeichnet. Der viele Trubel um seine Person ist ihm jedoch zu viel. Er übt sich in Bescheidenheit und sagt: "Der Förderkreis besteht nicht nur aus mir. Die Anerkennung gebührt allen. Nicht ich, sondern wir, sind angetreten um die Kirche zu retten." Als Schlüssel des Erfolgs sieht er die Kraft der Gemeinschaft, die unmöglich erscheinendes möglich machte. Der Weitsicht aller ist es auch zu verdanken, dass an der Lühnsdorfer Dorfkirche jetzt ein Novum zu erkennen ist. Unermüdlichem Engagement ist es zu danken, dass das denkmalgeschützte Gemäuer jetzt mit denkmalrechtlicher Erlaubnis eine Regenrinne tragen darf. Damit nehmen die Lühnsdorfer weit und breit, wie am Sonntag zu vernehmen war, eine Vorreiterrolle ein!

Superintendent Siegfried-Thomas Wisch ermutigt die Gemeinde - ob Christ oder Nichtchrist -, sich auch künftig sich für den Erhalt des Gemäuers im Dorf zu engagieren.

Die Pläne dafür liegen schon bereit. 2018 sollen restauratorische Arbeiten im Kirchenschiff beginnen. "Die Zeit brauchen wir aber auch, um wieder einen neuen Anlauf für das Aufbringen der dafür notwendigen Mittel zu starten", sagt Fritz Moritz.

Märkische Onlinezeitung vom 30. März 2017

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