Die Dorfkirche von Dahmsdorf (Landkreis Oder-Spree)

Dorfkirche Dahmsdorf 
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Dorfkirche Dahmsdorf
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Im Dreißigjährigen Krieg wurde auch die Feldsteinkirche von Dahmsdorf stark beschädigt. Vermutlich erst Jahrzehnte später hatte sich der Ort so weit erholt, dass an einen Wiederaufbau zu denken war. Der ursprüngliche Westturm wurde abgebrochen und dem Gebäude stattdessen ein Dachreiter aus Fachwerk aufgesetzt. Die Jahreszahl 1719 auf einem Deckenbalken verweist vermutlich auf den Zeitpunkt der damaligen Reparaturarbeiten. Aus der Bauzeit erhalten blieben die drei schmalen Lanzettfenster im Ostgiebel. Und auch sonst bietet das Kirchlein, inmitten von Bäumen auf dem ehemaligen Kirchhof gelegen, einen malerischen Anblick.

Der Innenraum wurde 1961/62 wesentlich verändert. Leider wurde damals ein großer Teil der barocken Ausstattung entfernt. Nur das einfache Kastengestühl stammt noch aus dieser Zeit. Der ehemals über dem Altar befindliche Kanzelkorb steht jetzt rechts im Altarraum auf dem Ziegelfußboden. Auch der einheitlich graublaue Anstrich des Inventars trägt nicht unbedingt dazu bei, den Raum freundlicher zu gestalten.

Darüber hinaus machen sich auch Bauschäden am Gebäude selbst bemerkbar. Die Betondachsteine sind inzwischen schadhaft und müssten durch eine neue Deckung möglichst durch denkmalgerechte Biberschwanzziegel ersetzt werden. Zuvor jedoch ist eine Sanierung des Dachstuhls notwendig. An nahezu jedem Balkenkopf wurde Schwammbefall festgestellt.

Vor mehr als einem Jahr gründete sich der Förderverein Dahmsdorf e.V. Weit über die kleine Kirchengemeinde hinaus engagieren sich hier Menschen aus dem Ort für die Bewahrung ihres Kirchengebäudes. Der Förderkreis Alte Kirchen konnte bei der Vermittlung eines ersten Baugutachtens helfen und zeichnete den Verein in diesem Jahr mit einem "Startkapital für Kirchen-Fördervereine" aus. In engem Zusammenwirken mit der Kirchengemeinde und der Kommune will der Verein in der Dahmsdorfer Kirche eine Begegnungsstätte schaffen, die neben den Gottesdiensten auch kulturelle Veranstaltungen ermöglicht und deren Pforten für Einheimische wie für Gäste offen steht.

Bis dahin ist jedoch noch viel zu tun. Die umfangreichen Kosten der Baumaßnahmen werden Gemeinde und Verein allein nicht tragen können. So wird um Unterstützung bei der Bewahrung der Dahmsdorfer Kirche gebeten.

Weitere Auskünfte: Lothar Stange; OT Dahmsdorf; Reichenwalder Str. 3; 15526 Reichenwalde; Tel.: (03 36 79) 50 19


Zum Weiterlesen:
Märkische Oderzeitung vom 01. Oktober 2008: Von Neubau spricht keiner mehr
Märkische Oderzeitung vom 20. März 2010: Dahmsdorfer Kirche wird weiter saniert
Märkische Oderzeitung vom 13. Juli 2011: Dahmsdorfer Kirche wieder eingerüstet
Märkische Oderzeitung vom 04. Dezember 2011: St. Thomas wieder in Besitz genommen
Märkische Oderzeitung vom 22. Mai 2012: Förderverein will Kirche beleben
Mitteilungsblatt Juni 2012: St. Thomas ist wieder Gottes Haus

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