Die Kirche von Birkholz (Landkreis Barnim)

Kirche von Birkholz 
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Den auf dem Dorfanger gelegenen Kirchhof von Birkholz betritt der Besucher durch ein gut erhaltenes gotisches Spitzbogenportal in der aus Feldsteinen gefügten Friedhofsmauer. Das hier befindliche Kirchengebäude bietet einen zunächst ungewohnten Anblick: Nur der eingezogene Chor hat noch das ursprüngliche Spitzdach. Das im Westen anschließende Kirchenschiff und der in gleicher Höhe erhaltene Turm sind flachgedeckt und wirken dadurch langgezogen und geduckt.

Durch dendrochronologische Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Eichenbäume für den Dachstuhl des Chores im Jahr 1266 gefällt wurden. Dies müsste also in etwa der Zeitraum sein, in dem die Birkholzer Kirche fertiggestellt wurde. Im 15. bzw. 16. Jahrhundert wurden nördlich an den Chor eine Sakristei und im Süden eine Leichenhalle angebaut.

Das Inventar der Kunstdenkmäler des Kreises Niederbarnim beschreibt im Jahre 1939 noch einen "stattlichen Westturm von 1827 ... auf den Grundmauern eines alten, mit dem Schiff gleichbreiten Granitturmes aufgebaut", von dem jedoch nur die erwähnten Grundmauern erhalten sind.

Ende April 1945 erhielt der Kirchturm beim Vormarsch der Roten Armee auf Berlin einen Granattreffer und wurde beschädigt. Notwendige Reparaturen waren nach dem Krieg nicht möglich. In Folge eines Blitzeinschlages geriet der Turm 1964 zusätzlich in Brand. Im Oktober 1972 schließlich wurde gegen den ausdrücklichen Protest der Birkholzer Kirchengemeinde der Kirchturm gesprengt. Dabei stürzte er auf das Kirchenschiff und zerstörte dessen Dach und Gewölbe. Auch der größte Teil des Inventars wurde zerstört oder ging anschließend verloren.

Kirche von Birkholz   Kirche von Birkholz  
In den 1930-er JahrenGroßbildansicht 2007: Blick vom ChorGroßbildansicht

Erst nach der Wende war es möglich, die Ruine vom Schutt zu befreien und erste Maßnahmen zur Sicherung einzuleiten. Durch den Einbau einer Glaswand entstand im Chor ein nutzbarer Raum, in dem 1992 erstmals wieder ein Weihnachtsgottesdienst gefeiert wurde. Dank einer privaten Spende erhielt das Kirchenschiff 2001 ein flaches Glasdach.

Der 2002 gegründete Förderverein Dorfkirche Birkholz veranstaltet inzwischen Sommerkonzerte und Ausstellungen in der Kirche. Zahlreiche Arbeiten zur Restaurierung des Kirchengebäudes konnten in den letzten Jahren ausgeführt werden, vieles davon geschah durch Eigenleistungen der Vereinsmitglieder. Der Innenraum erhielt einen Steinfußboden, die Gruft mit dem Heizungskeller wurde saniert und die offenen Fugen der Außenmauern wieder geschlossen. Das Turmkreuz wurde restauriert und neu vergoldet. In Zusammenarbeit mit der Technischen Fachhochschule Berlin entstand eine umfassende Bauaufnahme.

 Kirche von Birkholz - Kanzeltafeln
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Vor kurzem wurden in einem Abstellraum der Kirche im benachbarten Blumberg drei von ursprünglich vier Kanzeltafeln entdeckt, die die einzigen Reste des ehemals reichhaltigen Inventars darstellen. Die geschnitzten Darstellungen der Evangelisten entstanden 1681. Eine Festigung der vorhandenen Farbfassungen sowie ein restauratorisches Gutachten sind dringend vonnöten. Die dafür benötigten finanziellen Mittel sind überschaubar, können jedoch von Verein und Kirchengemeinde derzeit nicht allein aufgebracht werden. Zur Wiederbelebung des Kirchenraumes sind die geschnitzten Bildtafeln jedenfalls von unschätzbarem Wert.

Langfristiges Ziel der Birkholzer ist es, den zerstörten Kirchturm originalgetreu wieder aufzubauen. Bis dahin ist es noch ein langer und schwieriger Weg. Um die wieder erstehende Birkholzer Kirche bildet sich jedoch eine Gemeinschaft, die durch die Zerstörung des Gebäudes 1972 stark beeinträchtigt wurde.

Weitere Informationen über: Hubert Heinrich; Tel.: (0 33 38) 76 00 60


Zum Weiterlesen:
Märkische Oderzeitung vom 08. April 2009: Kanzeltafeln erstrahlen in neuem Glanz
Märkische Oderzeitung vom 28. September 2011: Birkholzer Kirche wieder barrierefrei
Märkische Oderzeitung vom 26. November 2011: Wertvolles Kircheninventar kehrt zurück
Märkische Oderzeitung vom 15. September 2012: Birkholzer Gedenktafel wieder aufgetaucht
Märkische Oderzeitung vom 17. Dezember 2013: Verschollene Tafel zurück

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