Verschollene Tafel zurück

Bernau-Birkholz (MOZ) Aufregung herrschte jetzt beim Förderverein der Dorfkirche Birkholz. Eine der verschollenen Kanzeltafeln ist aufgetaucht. Damit ist die Ausstattung des Gotteshauses wieder um ein Stück reicher.

Die vierte Tafel der Birkholzer Kanzel: Allmählich kehren immer mehr Ausstattungselemente, die nach der Sprengung des Kirchturms 1972 verschwunden waren, zurück.
© Ulrich Buhrow

Verkündet wurde die freudige Nachricht bei der Adventsfeier des Fördervereins Dorfkirche Birkholz. Dort ist der Schatz auch gleich öffentlich präsentiert worden, erzählt Ulrich Buhrow vom Förderverein. Es handelt sich um die verschollen geglaubte Kanzeltafel. Auf ihr wird der Evangelist Matthäus mit Kind an der Seite dargestellt. 41 Jahre lang fehlte die Tafel in der Dorfkirche. Jetzt kehrte sie in restauriertem Zustand zurück. Wer sie bis jetzt verwahrt hat, ist ein Geheimnis. Dass Teile der Innenausstattung des Gotteshauses verschwanden, weniger.

Die Birkholzer Dorfkirche aus der Zeit um 1266 hat schon vieles überstanden. 1945 trafen den Turm im Zuge der Kampfhandlungen um Berlin Granatsplitter. 1964 brannte der Turm durch einen Blitzschlag und war als baufällig einstuft. Damals hatte die Kirche aber kein Geld, ihn abzutragen. Sie verkaufte Land an das Volkseigene Gut Birkholz, um den Abriss des Turms zu finanzieren, heißt es. Gesprengt wurde er dann am 19. Oktober 1972.

Im Zusammenhang mit der Sprengung verschwanden unter anderem Kronleuchter, ein Altarbild, ein Tauf-Tisch, die farbigen, bleiverglasten Fenster und die Fußbodenfliesen. Sogar die gesamte Einrichtung des Chorraumes und die Kanzel von 1681 mit ihren prächtigen Holzschnitzereien waren nicht mehr aufzufinden.

In den darauffolgenden 20 Jahren verfiel das Gotteshaus immer mehr. Schließlich wurde 1992 mit finanzieller Unterstützung des kirchlichen Bauamtes damit begonnen, Schutt wegzuräumen, die Ruine zu sichern und die Wandmalereien zu restaurieren.

Der Förderverein Dorfkirche Birkholz arbeitet daran, die Kirche in ihren Bestand zu sichern und zu sanieren. Im Blick hat er dabei immer einen möglichen Wiederaufbau des Gotteshauses. Zu den Erfolgen des Vereins gehörte bisher, dass drei der vier Kanzeltafeln wieder neben dem Altar aufgestellt worden sind. Sie stammen aus dem Jahr 1681 und waren in der Blumberger Kirche 2004 entdeckt worden, informiert der Förderverein auf seiner Internetseite. Auch das bei der Turmsprengung stark beschädigte Turmkreuz ist restauriert und wieder mit Blattgold versehen worden. Am 3. Oktober 2004 hat es seinen Platz hinter dem Altar erhalten. In den Jahren 2004/2005 erhielt das Langschiff der Kirche einen Fußboden.

Der Förderverein arbeitet mit der Technischen Fachschule Berlin, Fachbereich Architektur, zusammen. Im Ergebnis sind unter anderem der Grundriss und ein Schnitt gezeichnet sowie Nutzungskonzepte entwickelt und Schäden untersucht worden.

Märkische Oderzeitung vom 19. Dezember 2013

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