Wertvolles Kircheninventar kehrt zurück

Birkholz (MOZ) Die Birkholzer Kirchengemeinde bekam in diesem Jahr ihr Weihnachtsgeschenk vorfristig. Ein Gemeindemitglied bescherte der Gemeinde Gegenstände aus der Kirche, deren Turm 1972 gesprengt worden war und die viele Jahre als Ruine dahinvegetierte.

 
 
  Hubert Heinrich mit der Verkleidung der Empore die von einem Unbekanten an den Gemeindekirchenrat Birkholz wieder übergeben wurde am 22.11.2011 (o.)


Wieder da: Jürgen Löffler hält die Verbindungstür mit den Originalbeschlägen und den Wandleuchter. (li.)
Foto: MOZ/Sergej Scheibe
 

Es ist geheim und wiederum auch nicht. Ein Birkholzer hat seit der Sprengung des Turms im Jahr 1972 Leuchter, Tür und Fragment einer Verkleidung, eventuell der Empore, verwahrtund dies nun einem Gemeindekirchenratsmitglied übergeben. Beide wollen ungenannt bleiben.

Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates und des Fördervereins der Kirche, Hubert Heinrich, ist jedoch sehr froh, dass diese Teile wieder da sind. Heinrich hofft jetzt, dass sich vielleicht noch mehr Birkholzer melden, die das eine oder andere Stück vor Verfall geschützt haben.

Schon Jahre setzt man sich in Birkholz für den Wiederaufbau der Kirche ein. 1992 war sie soweit instand gesetzt worden, dass das Haus wieder genutzt werden konnte. Der Mittelteil der Kirche hat ein Glasdach erhalten. Der daran anschließende Jochbogen ist zwar ein mächtiges Mauerwerk, aber doch vom Einsturz bedroht. Dadurch darf die Kirche nicht durch den eigentlichen Eingang, sondern nur über die angebaute Trauerhalle betreten werden.

Die Sanierung und möglichst originalgetreue Ausstattung der Kirche soll fortgesetzt werden.Einer, der sich ganz besonders darum kümmert, ist Jürgen Löffler. In baulichen Angelegenheiten beschlagen und jetzt auch Ruheständler, ist die Restaurierung und Herrichtung des Gotteshauses für ihn schon zum Hobby geworden. Außerdem kümmert er sich um die Chronik des Kirchenbaus, der aus dem Jahr 1266 stammt. Seit der Turmsprengung 1972 war sie aber dem Vandalismus preisgegeben und von der Inneneinrichtung ist nicht viel übrig geblieben. Umso erfreuter ist er, dass zum Beispiel die Tür zur Trauerhalle mit den Originalbeschlägen wieder da ist. Dann der Wandleuchter. Er zeigt die filigran ausgearbeiteten Weinblätter an seinem Bügel. Das sind auch die Motive des Kronleuchters. "Auf der Holzverkleidung ist Petrus Wendlandi Schulze v. Kirchenvorsteher zu lesen. Der latinisierte Namen Peter Wendlands", erklärt Löffler. "Er war 1595 der Schulze (Bürgermeister) in Birkholz und übte dieses Amt wie bereits seine Vorfahren aus."

Ein Teil eines Geländers zur Empore hat sich ebenfalls angefunden, darauf ist die Zahl 1692 zu lesen. Durch den vorherigen Gemeindekirchenratsvorsitzenden sind die Taufschale, das Altarkreuz und zwei Altarleuchter gesichert worden. Die hat dessen Sohn dem Förderverein übergeben, ist Heinrich froh.

Es fehlt aber noch einiges. Dazu gehören unter anderemdie Kanzel, das Altarbild, die Altarverkleidung, der Tauftisch und der Kronleuchter.

Märkische Oderzeitung vom 26. November 2011

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