Dorfkirche Groß Fredenwalde (Uckermark)

Dorfkirche Groß-Fredenwalde 
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Der ungewöhnlich großen Feldsteinkirche von Groß Fredenwalde - malerisch auf einem Hügel inmitten des Dorfes gelegen - sieht man die massiven Bauschäden auf den ersten Blick nicht an. Das Gotteshaus scheint für die Ewigkeit gebaut; und doch besteht dringender Handlungsbedarf, um das Baudenkmal in seiner jetzigen Gestalt zu erhalten.

Fredenwalde gilt als eine der ältesten uckermärkischen Siedlungen, die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1269. Etwa in dieser Zeit dürfte auch die Kirche entstanden sein. Im Landbuch von 1375 ist Fredenwalde noch als "Städtchen" beschrieben, was die Abmessungen des mächtigen Saalbaus erklärt. Spätestens nach dem Dreißigjährigen Krieg war der Ort ruiniert. Heute ist Fredenwalde ein beschauliches Dorf zwischen Angermünde und Prenzlau.

Der Innenraum des Kirchengebäudes, eine Saalkirche mit Steinpflaster und einfacher Balkendecke, beeindruckt durch seine Geschlossenheit und Stimmigkeit. Erhalten sind bemerkenswerte Ausstattungsstücke aus Renaissance und Barock: An der Orgelempore ist neben dem Namen des Stifters und des Zimmermanns die Jahreszahl 1583 zu lesen. Der Kanzelaltar stammt aus dem Jahr 1708, das Gestühl aus dem 18. Jahrhundert.

Neben zahlreichen weiteren Epitaphien der Familie von Arnim, die seit 1473 Fredenwalde besaß, ist besonders auf das Grabdenkmal für Alexander Magnus von Arnim hinzuweisen, der Kirche, Herrenhaus und Dorf nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder aufbauen ließ.

In dieser Zeit, 1726, entstand auch der hölzerne, mit Ziegeln ausgemauerte Fachwerkturm, der heute das größte bauliche Problem darstellt. Bereits 1844 wurden an der Westwand drei Stützpfeiler zur Absteifung des Turmes aufgemauert. 1960 musste der Turm wegen Einsturzgefahr zum Teil rückgebaut werden und erhielt seine heutige, etwas gedrungen wirkende Form. 1991/92 fand durch den Einbau von Stahlträgern eine provisorische Notsicherung statt. Heute besteht erneut akute Einsturzgefahr, da die Holzkonstruktion unter der Stahlträgerabsteifung durch Hausschwamm zerstört ist. Der Turm droht in die Renaissance-Empore zu stürzen. Eine zurzeit stattfindende erneute Notsicherung durch den weiteren Einbau von Stahlträgern soll das Schlimmste verhindern.

Die gegenwärtigen Arbeiten müssen im kommenden Jahr dringend durch einen größeren Bauabschnitt fortgesetzt werden. Ohne grundlegende Sanierung werden die Schäden durch die das Holz zerstörenden Pilze, die bereits auf den Dachbereich des Kirchenschiffes übergegriffen haben, fortschreiten und die farbig gefasste Kirchendecke zerstören. Ein Kirchenraum ist dem Verfall preisgegeben, der in seiner ursprünglichen Atmosphäre zu den stimmungsvollsten der Region zählt.

Die Kirchengemeinde in Groß Fredenwalde hat, gemeinsam mit dem 1998 zur Rettung der Kirche gegründeten Kultur- und Heimatverein über lange Zeit kleine Reparaturen selbst ausgeführt und sich ständig um "ihr" Kirchengebäude gekümmert. Auch weiterhin wird man vor Ort die nötigen Instandsetzungsarbeiten mit Eigenleistungen begleiten.

Die Sanierung der Turm- und Dachkonstruktion ist mit knapp 150.000 Euro veranschlagt - eine Summe, die die kleine Gemeinde allein nicht aufbringen kann und die auch durch die Spenden, die der Heimatverein bei Konzerten und ähnlichen Veranstaltungen einwirbt, nicht gedeckt werden kann.

Wie zahlreiche weitere Denkmale ist auch die Kirche von Groß Fredenwalde auf die Unterstützung durch Fördermittel angewiesen, die für das Jahr 2004 auch in Aussicht gestellt wurden. Jedoch hat Kulturstaatsministerin Christina Weiss kürzlich das Ende zweier wichtiger Investitionsprogramme verkündet.

In einem offenen Brief an die Kulturstaatsministerin protestiert der Förderkreis Alte Kirchen gegen das Aus für das Investitionsprogramm "Kultur in den neuen Ländern" sowie das Sanierungs-Programm "Dach und Fach". Auch in einem offenen Brief aus Groß-Fredenwalde wurden der Ministerin die Auswirkungen ihrer Entscheidung vor Augen geführt.

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