Was uns bewegt - der Vorstand berichtet

Blinkende Solarmodule statt roter Ziegel auf dem Kirchendach?

Immer öfter wird heute in Kirchengemeinden darüber diskutiert, ob es nicht sinnvoll wäre, die Südseite des in der Regel großflächigen Kirchendaches mit Solarmodulen zu bestücken. In erster Linie wird dabei auf die notwendige Energiewende und speziell auf die kirchliche Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung verwiesen. Zugleich wird offen ausgesprochen, dass eine Photovoltaikanlage auf dem Kirchendach auch eine willkommene Einnahmequelle sein könnte, deren Erlöse der Gemeindearbeit und / oder im konkreten Fall der Instandsetzung und langfristigen Unterhaltung des jeweiligen Kirchengebäudes zugutekommen könnten. Beide Argumente sind durchaus nachvollziehbar und auf den ersten Blick nicht von der Hand zu weisen. Nur – in der Regel wird für ein solches Vorhaben keine denkmalrechtliche Erlaubnis erteilt; und das ist gut so.

 
Ein sehr fragwürdiger Kompromiss bei der Photovoltaikanlage an einer Kirche
Foto: christophosterholt

Gerade in den Dörfern sind die Kirchengebäude zumeist die letzten verbliebenen historischen Gebäude, deren mit roten Biberschwanzziegeln oder mit verwitterten und bemoosten alten Dachsteinen gedeckte Dächer die optische und geistige Mitte der Ortschaften markieren. Diese Dachziegel durch in der Sonne blinkende Solarmodule zu ersetzen beziehungsweise zu verdecken, sollte allein schon das ästhetische Gefühl für unsere gewachsenen Siedlungsstrukturen verbieten. Ein derart gravierender Eingriff in das Erscheinungsbild eines Denkmals, ja eines ganzen Dorfes und seiner Sichtachsen sollte wirklich unterbleiben.

Zudem bedingen Solaranlagen meist weitere Eingriffe in die Denkmalsubstanz. Das zusätzliche Gewicht von immerhin etwa 25 Kilogramm je Quadratmeter kann Eingriffe in die Statik der Dachkonstruktion nach sich ziehen. Solaranlagen machen weitere technische Anlagen im Kirchengebäude erforderlich, wie zum Beispiel Leitungen und Schaltkästen, was wiederum zu Lasten des Denkmalwertes geht. Zudem bringen Photovoltaikanlagen ein nicht zu unterschätzendes Brandrisiko mit sich. Der erzeugte Gleichstrom muss in Wechselstrom umgewandelt werden, was zu kurzzeitigen extrem hohen Spannungen führen kann. Da bei einem eventuellen Brand die Stromerzeugung beziehungsweise –führung nicht unterbrochen wird, werden zusätzlich die Löscharbeiten erschwert.

Gern wird argumentiert, dass die Denkmalpflege zwar Solaranlagen auf Kirchendächern verbietet, es aber nicht geschafft habe, das Landschaftsbild entstellende Windkraftanlagen zu verhindern. Sollte man jedoch, nur weil eine Scheußlichkeit nicht abgewendet wurde, eine zweite bedenkenlos zulassen?

Natürlich können wir uns dem Fortschritt nicht verschließen. Wir alle verbrauchen Energie und in der Gesamtheit auch zu viel davon. Strom kommt nicht einfach aus der Steckdose und muss irgendwie erzeugt werden. Darüber, dass Kernkraftwerke abgeschaltet werden, herrscht inzwischen weitgehend Konsens. Zunehmend verlieren auch Braunkohlekraftwerke an Akzeptanz, zumal die Förderung dieses Rohstoffes endlich ist und im Süden unseres Bundeslandes weitere Ortschaften von der Abbaggerung durch die Erschließung neuer Tagebaue bedroht sind. Alternative Verfahren der Energiegewinnung sind all dem vorzuziehen; Solaranlagen sind ein sinnvoller und wichtiger Bestandteil der beginnenden Energiewende und werden zu Recht entsprechend gefördert.

Denkmalschutz und Umweltschutz sollten nicht als Gegensätze gesehen werden. Die Bemühungen um den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen sind ein zutiefst christliches Anliegen. Für die Erzeugung von Sonnenstrom gibt es jedoch genügend Dächer von weniger auffälligen Bauwerken, aber auch reichlich Platz auf brachliegenden Garten- oder Ackerflächen. Jede Kirchengemeinde tut gut daran, sich an der Suche nach geeigneten Plätzen zu beteiligen und dabei nach Möglichkeit mit den Kommunen zu kooperieren. Nur: Bitte verschont die Kirchendächer! Der Autor verhehlt nicht, dass bei allem Verständnis für die Notwendigkeit des technischen Fortschritts auch ein wenig Nostalgie aus dieser Bitte spricht.

Der Schweizer Soziologe Peter Gross beklagte bereits vor etlichen Jahren in seiner kulturpessimistischen Schrift "Die Multioptionsgesellschaft" den Bedeutungsverlust der christlichen Kirchen in der öffentlichen Wahrnehmung. Zum hier besprochenen Thema schrieb er lakonisch: "Kirchen produzieren nicht mehr Sinn, sondern Strom." Sicher handelt es sich bei diesem Satz um eine polemische Zuspitzung. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass die Kirche im Dorf bleibt – und zwar wenigstens optisch so, wie sie dort oft schon seit achthundert Jahren steht.

Bernd Janowski

 
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Beinahe ein Ort des Todes...

Vor 67 Jahren: Der 19-jährige Soldat Fritz Graeber durchlebt die blutigsten Kämpfe an der Oder und an den Seelower Höhen. Beim Rückzug vor der Roten Armee ist die Einheit des jungen Kämpfers versprengt und mit einer kleinen Gruppe gelangt er nachts in den Ort Carzig. Hier aber warten Streifenkommandos, die zurückgehende Soldaten aufbringen sollen. In der Annahme, dass die jungen Soldaten aus Feigheit vor dem Feind fliehen, sollen sie an der Carziger Kirche standrechtlich erschossen werden. Nur weil sie glaubwürdig versichern können, dass sie auf der Suche nach ihrer Einheit sind, kommen sie mit dem Leben davon.

Ins Oderbruch kehrte Fritz Graeber, der heute in Wangels (Ostholstein) zu Hause ist, lange nicht zurück. Bis seine Kinder ihm zum 80. Geburtstag eine Reise dorthin schenkten. Da stand er nun wieder vor der Kirche, die fast seine Hinrichtungsstätte geworden wäre und die immer noch eine Ruine war. Seitdem besuchte er schon oft Carzig und sammelt eifrig Spenden für den Wiederaufbau der Kirche.

CARZIG (Märkisch-Oderland)

Eine Ruine erwacht zu neuem Leben

Kirche und Verein danken Förderern und Helfern

 
KULTUR UND SPASS vor der Ruine – eine Möglichkeit, die Kirche wieder ins Blickfeld zu rücken. Foto: Simone Winkler

Auf Spender und Förderer ist man in Carzig angewiesen. Nur 80 Einwohner zählt der Ort, und da ist der Wiederaufbau ihrer kriegszerstörten Kirche schon ein sehr ehrgeiziges Ziel. Vom Turm war nur der Stumpf erhalten, vom Kirchenschiff gerade ein paar Mauerreste. Erst 1960 wurde der Turm im Mauerwerk ergänzt und ein Zeltdach als Abdeckung aufgesetzt. Nun konnte wenigstens die Glocke, 1957 in Apolda nach Beschädigung umgegossen, wieder aufgehängt und geläutet werden.

1964 kam ein "Gemeinderaum" hinzu. Um die Kirchenruine nicht aufzugeben, wurde hier einmal im Jahr Gottesdienst gehalten. Danach geschah zunächst kaum etwas, außer dass der Turm 2002 ein neues Dach und ein vergoldetes Kreuz erhielt.

Die Wiedervereinigung weckte neue Hoffnungen und Chancen. Viele Carziger wollten, dass ihre Kirche wieder das Dorfbild prägt und sich darum ein Gemeinschaftsleben rankt – für Christen und Nichtchristen. 2004 gründeten zwölf Einwohner den Förderverein "Initiative Dorfkirche Carzig" e. V., inzwischen auf 24 Mitglieder angewachsen. Seitdem sorgt der Verein u. a. für kulturelle Umrahmungen zu den jährlichen Gottesdiensten. Diese Veranstaltungen finden großen Zuspruch und sind heute aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken.

2005 erhielt der Verein aktive Hilfe vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg mit der Vergabe eines Startkapitals von 1.250 Euro. Das war natürlich Ansporn zum Weitermachen. Als erste bauliche Maßnahme wurden mit Hilfe von ABM-Kräften der Turm von Schutt und Wildwuchs befreit und die marode Friedhofsmauer durch eine ansehnliche Klinkermauer ersetzt. 2012 konnte nun der erste Bauabschnitt nach Plänen des Frankfurter Architekten Hans Albeshausen realisiert werden. Dafür erhielt der Verein vom FAK noch einmal einen Zuschuss vom 3.000 Euro. Die Bausumme von 15.000 Euro setzt sich je zur Hälfte aus Mitteln des Pfarrsprengels Mallnow und des Fördervereins zusammen.

Durch den Einbau einer elektrischen Heizung ist der Kirchenraum nun ganzjährig nutzbar. Die Fensterfront als Faltschiebeanlage ermöglicht es, den Raum nach innen abzugrenzen, aber auch nach außen zu öffnen. Diese Varianten erweitern das Spektrum an kulturellen Angeboten und kirchlicher Nutzung. Das Ergebnis der Baumaßnahme ist ein großer Zugewinn.

Diese sichtbaren Zeichen finden in der Öffentlichkeit vielfache Aufmerksamkeit und prominente Fürsprecher. So in Eleonore von Joest, geb. von Burgsdorff (1926), wohnhaft in Wesseling am Rhein; sie ist die Urenkelin des Erbauers dieser Kirche, Eugen von Burgsdorff (1841-1877), Majoratsherr auf Markendorf und Carzig.

Ein Ausschuss des Landkreises tagte im Frühjahr dieses Jahres in der Dorfkirche. Die Gemeindevertreter machten sich ein Bild vom Einsatz der jährlichen Zuwendungen. Hier zeigt sich die beispielhafte Zusammenarbeit von Kirchengemeinde, Gemeinde und Kirchenförderverein. Nicht nur die bauliche Hülle steht im Blickfeld unserer Vorhaben. Die Sparkasse Märkisch Oderland förderte ein deutsch-polnisches Jugendprojekt, bei dem die Jugendlichen ein Dorfmodell von Carzig herstellten. Solche und ähnliche Objekte wollen wir mehren. Sakrale Bauten waren seit jeher Orte der Geschichte und der Künste. Die Kirche soll so noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit erfahren und in die Infrastrukturentwicklung eingebunden sein. Private Spender lassen ihren Zuspruch erkennen. Sie sehen ihre Mittel gut verwendet. Alle Hilfen in Form von Eigen- und Sachleistungen sind ebenfalls willkommen.

Der Verein dankt allen, die sich in dieses Projekt einbringen. Das macht Mut und legt uns gleichzeitig eine große Verpflichtung auf. Vielen Dank.

Karl-Heinz Labes
für den Carziger Förderverein

 
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Die Gewinner unseres Startkapitals 2012 stellen sich vor

Kulturhistorisches Ensemble soll bewahrt werden

Die Klosterkirche, um 1230 aus Feldsteinen errichtet, wird seit Auflösung des Klosters 1734 als evangelische Pfarrkirche genutzt. 1957 konnten die schwersten Kriegsschäden behoben werden. Der 2010 gegründete Förderverein hat sich nun die nachhaltige Sanierung zum Ziel gesetzt. Dazu müssen die Wände trocken gelegt, Schäden an Dach und Holzunterkonstruktion ausgebessert und eine geeignete Lüftung installiert werden. Regenwasserableitung und Gestaltung des Vorplatzes kommen dazu. Durch viele Veranstaltungen hat der Verein Geld zusammengetragen, ein Kostenvoranschlag liegt vor. 2013 soll mit der Sanierung begonnen werden, wozu Mittel von Sponsoren und Stiftungen einzuwerben sind. Bereits parallel zur Sanierung und natürlich im Anschluss daran werden neben Gottesdiensten kulturelle Veranstaltungen in dem Gebäude stattfinden. Die Kirche und die benachbarte Klosterruine sind ein kulturhistorisches Ensemble, das es zu bewahren gilt.

  Förderverein Klosterkirche Altfriedland e.V.
 
Landkreis Märkisch-Oderland
 
Die gemeinsame Aufgabe schweißt das Dorf zusammen

Zum zweiten Mal seit dem Bau der Kirche vor 104 Jahren haben sich die Klausdorfer zusammengetan, um ihr Gotteshaus vor dem Verfall zu retten. 1984 war es baupolizeilich gesperrt, weit und breit keine Hilfe in Sicht. Der Abriss drohte, doch diese Gefahr brachte das Dorf in Trab. Zwei Jahre lang dauerten die Sanierungsarbeiten. Nach ganz viel ehrenamtlichem Einsatz der Klausdorfer, aber auch viel Unterstützung aus Bardenitz und Pechüle konnte 1986 dann Wiedereinweihung gefeiert werden.

Gut 25 Jahre später ist der Bau erneut desolat. Die Schäden, die der Orkan Kyrill geschlagen hat, sind nur notdürftig geflickt. Das Turmdach muss dringend erneuert, das Fachwerk trockengelegt werden und vieles mehr. Diese neue Aufgabe hat das Dorf eng zusammengebracht. Erntedankfest, Konzert, Theater – alle Möglichkeiten werden genutzt, um Spendengelder zu sammeln. Unterstützung kommt auch von der Stadt Treuenbrietzen als Grundeigentümer.

Die Kirche ist in der Kreis-Denkmalliste eingetragen. Über die kirchliche Nutzung hinaus möchte man dort Möglichkeiten für Konzerte und Ausstellungen schaffen und den Bürgern einen Treffpunkt anbieten.

  Förderverein zum Erhalt der Klausdorfer Kirche e.V.
 
Landkreis Potsdam-Mittelmark
 
Keine Zukunft mehr für Holzwurm und Nässe

Wagenitz gehört zu jener Reihe von Dörfern im Havelland, die sich von Spandau her an der B5 entlang bis hin nach Friesack und weiter wie an einer Perlenschnur aufreihen. Jedes dieser Dörfer hat seine eigene schöne Kirche. Von Wagenitz her grüßt und freut den auf der B5 Vorbeifahrenden besonders der in leuchtendes Gelb gekleidete Kirchturm. Der lässt vermuten, dass hier wohl eine recht engagierte Gemeinde mit einer gut intakten Kirche zu finden wäre.

Dann aber, wenn man sich weiter nähert, wird unübersehbar, dass am Turm aufsteigende Feuchte bereits großflächig den Putz ablöst. Und im Innern der barocken Kirche weisen auf der Empore und im leeren Orgelgehäuse weiße Holzmehlkegel auf gravierenden Schädlingsbefall hin. Nur gut, dass das große Gemälde mit der Stifterfamilie derer von Bredow noch keinen Schaden genommen hat.

Bisher gab es für die nötigen Maßnahmen keine Mittel in der Kasse der Gemeinde. Nun aber hat sich auch hier ein neuer Verein gegründet und will den Verfall der alten Wagenitzer Kirche beenden. Dass der im Frühjahr eingereichte Antrag auf ein FAK-Startkapital schon erfolgreich sein würde, hätte man in Wagenitz kaum zu hoffen gewagt. Nun besteht erst recht Anlass zu Optimismus für die anstehenden Rettungsaktionen.

  Förderverein Dorfkirche Wagenitz e. V.
 
Landkreis Havelland
 
Bescheidenes Kleinod am Wegesrand braucht helfende Hände

Wolsier? – Schon die Anfangsbuchstaben scheinen die Frage zu suggerieren: Wo liegt denn das? Hier: an der unteren Havel, wenige Autominuten südwestlich von Rhinow.

Es ist ein bescheiden-beschauliches Dorf, das der Besucher rasch durchfahren würde, wäre da nicht auf dem Dorfanger eine kleine Fachwerkkirche, die den eiligen Reisenden anhalten und einhalten lässt.

Über 250 Jahre alt sind das Kirchlein und ein Teil des Inventars inzwischen, und manche im Ort sorgen sich zu Recht um den Zustand des Bauwerks. Sie meinen, da müsste einiges geschehen. Ihr Bemühen hat immerhin schon dazu geführt, dass die möglichen Schäden nun untersucht und in einem Gutachten dokumentiert werden. An den Kosten beteiligt sich auch der FAK. Die engagierten Bemühungen des Heimatvereins um weitere Öffnungen und Nutzungen der Kirche haben die Jury davon überzeugt, ein Startkapital 2012 nach Wolsier zu geben.

  Heimatverein Wolsier e. V.
 
Landkreis Havelland
 
Ziel: Zum großen Jubiläum neu herausgeputzt

2016 feiert die Kirche in Brügge ihr 150. Jubiläum. Der im März 2012 neu gegründete Förderverein Persius-Kirche Brügge hat sich zum Ziel gesetzt, bis dahin den maroden Sakralbau wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Das bedeutet, dass Dach, Gebälk und Innenraum dringend von Grund auf saniert werden müssen. Das Startkapital vom Förderkreis Alte Kirchen macht Mut für dieses umfangreiche Vorhaben.

In den Jahren 1997 sowie 2007 bis 2009 waren bereits erste Sicherungs-, Sanierungs- und Aufräummaßnahmen durchgeführt worden. Unterstützung kam von der Unteren Denkmalschutzbehörde und der Sparkassenstiftung. Erste Veranstaltungen – Auftritte von Bläser- und Vokalchören, ein Dorffest, Hubertusmessen und Adventssingen im Kerzenschein – haben sich längst zum festen Bestandteil im dörflichen Leben entwickelt.

Im Juni 2012 bereitete der Verein rund 750 Radfahrern der Tour de Prignitz einen festlichen Empfang. Brügge wurde als bester Pausenort mit einem Preisgeld von 1.000 Euro belohnt, das ebenfalls in den Topf zur Sanierung der Kirche fließt.

Der Verein wird durch diese ersten Erfolge beflügelt, geeignete Nutzungskonzepte für die Kirche zu entwickeln sowie Spenden- und Fördermittel einzuwerben, um eine Sanierung und spätere Nutzung federführend zu begleiten.

  Förderverein Persius-Kirche Brügge e. V.
 
Landkreis Prignitz
 
Die Uhren sollen endlich wieder richtig ticken

Am Turm, der die Dächer des Dorfes überragt, lässt sich am deutlichsten ablesen, wie dringend eine Grundsanierung der Kageler Kirche ist: mit Spanplatten zugestellte Schallluken, kaputte Vogelschutzgitter, die Uhren ticken unterschiedlich. Das soll nun anders werden. Im Herbst 2011 gründeten engagierte Einwohner einen Förderverein, der die Kirchengemeinde bei der Vorbereitung und Durchführung von Instandsetzungsarbeiten am Gebäude, an der Orgel und bei der Erhaltung des Bauwerkes unterstützen will. Neben Eigenleistungen und Einwerbung von Spendenmitteln sieht das Konzept die Mitgestaltung kirchlicher und kultureller Veranstaltungen vor. Auch der Heimatverein ist dabei, sein Vorstand trat sofort dem Förderverein bei. Die 1865/71 erbaute Kirche ist die dritte an diesem Standort. Kriegsschäden am Turm und am Kirchenschiff konnten erst 1958 teilweise beseitigt werden. In den Neunzigerjahren wurden umfassende Reparaturen durchgeführt, leider aber blieb aus Geldmangel vieles unerledigt. Mit Hilfe des Fördervereins soll nun zunächst der Dachfirst des Kirchenschiffes neu gedeckt werden, damit Regen und Schnee nicht ins Mauerwerk eindringen können.

Die Kirche steht gemeinsam mit der alten Dorfschule und dem Denkmal für die Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg unter Denkmalschutz.

  Förderverein Dorfkirche in Kagel e. V.
 
Landkreis Oder-Spree
 
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Neues von unserer Stiftung

Nachgelieferte Antworten auf Fragen unserer Mitglieder

 Auf der FAK-Jahresversammlung im Mai wurden u. a. auch Fragen gestellt, die unsere Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen betreffen. Da auf diese Fragen aus Zeitmangel in Brandenburg nicht ausreichend eingegangen werden konnte, sei hier eine knappe Beantwortung versucht:

Aktueller Nachtrag: Gerade hat der FAK-Vorstand sich darauf verständigt, aus den Stiftungserträgen von 2011 weitere 3.000 Euro für die Turmsanierung der Kirche in Dauer (Uckermark) zur Verfügung zu stellen.

Weitergehende Informationen und Texte dazu sind veröffentlicht unter www.kirchenfinanzen.de

 
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Hinweise zum Versicherungsschutz im Ehrenamt

Gutes tun – auch gut versichert?

Mehr als 23 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich ehrenamtlich für gesellschaftliche Belange. Was ist aber, wenn die sich freiwillig einbringenden Akteure während dieser Tätigkeit einen Unfall erleiden, anderen Menschen oder ihrem eigenen Verein Schaden zufügen? Was ist zu tun, wenn zum Beispiel ein Mitglied eines Kirchen-Fördervereins beim ehrenamtlichen Arbeitseinsatz sich selbst oder einen anderen Menschen verletzt? Wer kommt für den Schaden auf, wenn ein Vorstandsmitglied in einen Flyer in großer Auflage eine falsche Vereinskonto-Nummer drucken lässt?

Seit 2006 gibt es für das Land Brandenburg (für Berlin seit 2005) einen Versicherungsschutz für ehrenamtlich/freiwillig Engagierte durch einen Abschluss von Landessammelverträgen zur Unfall- und Haftpflichtversicherung. Das Brandenburger Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie gibt Hinweise zu Art und Umfang des mit dieser Landesversicherung abgedeckten Versicherungsschutzes.

Partnerin des Landes ist die Ecclesia Versicherungsdienst GmbH, bei der jeder Interessierte ein "Handbuch Ehrenamt Ecclesia" (je Exemplar 3,00 Euro zuzüglich 1,45 Euro Porto) bestellen kann. Außerdem hat das Informationszentrum der deutschen Versicherer in Berlin eine Broschüre "Sicherheit im Ehrenamt - Gut gesichert Gutes tun" herausgegeben, die kostenfrei unter der Telefonnummer 0880 7424375 angefordert werden kann.

Wolf-Dietrich Meyer-Rath

 
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Wuschewier (Märkisch Oderland)

Geschichte(n)unterm Reetdach

 
 

Eine Schildwache für die Dorfkirche? Am Schul– und Bethaus von Wuschewier steht solch ein Schilderhäuschen im demonstrativen preußisch Schwarz-Weiß...

Preußische Geschichte spielt hier im Oderbruch tatsächlich eine große Rolle. Schließlich hatte Friedrich der Große mit der Trockenlegung und Kolonisation im Oderbruch mehr als 30 Dörfer anlegen lassen und sah sich nun auch verantwortlich für die kirchlichen Bauten in dieser Region. Die sollten allerdings möglichst wenig kosten: Man brauche keinen berühmten Architekten wie den großen Palladio aus Italien – der Maurer aus dem Dorf schaffe das auch, und Paläste seien ohnehin nicht zu bauen. Die schlichten, niedrigen Fachwerkbauten, die da auf schwankendem Grund des Bruchs entstanden, hatten kaum Zukunftschancen.

Eines der wenigen noch erhaltenen Schul– und Bethäuser steht im Dorf Wuschewier, das 1756 unter der Regentschaft Friedrichs von Markgraf Karl von Schwedt gegründet worden war. Dass der schlichte Bau bis heute existiert, muss mit dem eisernen Willen der Dorfbewohner, mit tiefverwurzelter Frömmigkeit und Traditionsbewusstsein zu tun haben. Mehrfach drohte in den vergangenen Jahrhunderten das Aus durch Überschwemmungen – 1947 hatte das Hochwasser allen Lehm aus den Gefachen gespült. In DDR-Zeiten waren es vor allem die christlich engagierten Einwohner wie Siegfried Dumke und der hier gestrandete Vertriebene Bruno Kotowski, die sich für ihre Kirche beharrlich einsetzten und sie mit manchem Opfer erhielten. Bis heute finden hier Gottesdienste statt.

Die "Wende" 1989 stoppte eine gerade begonnene Sanierung. Es fehlte das nötige Geld, und das war auch das größte Problem des 1995 gegründeten Fördervereins Schul– und Bethaus Wuschewier, der sich große Ziele gesetzt hatte. Eine sehr willkommene Mitstreiterin fand sich unerwartet in Ursula Hinz aus Neu Fahrland. Sie hat ein großes Herz für die ererbten Zeugnisse aus Friedrichs Zeiten, dazu das Selbstbewusstsein und die Beharrlichkeit, andere dafür zu interessieren. Sie gewann die Hermann-Reemtsma-Stiftung für eine großzügige Förderung, auf deren Grundlage weitere Mittel eingeworben wurden. Abschluss der ersten Grundsanierung wurde 1997 gefeiert, heute sammelt man Spenden für die laufenden Reparaturen. Das Bruch verlangt noch immer Opfer...

Doch Opfer lohnen sich für dieses unscheinbare, aber historisch so bedeutende Ensemble aus Gotteshaus, Schule, Lehrer– und Hirtenwohnung. Wer den schlichten Kirchenraum durch die niedrige Tür betritt, wundert sich: Das Haus scheint innen größer als außen. Unter der hoch in den Dachstuhl gezogenen Decke haben sogar Emporen Platz und auch die Mickley-Orgel. Die war erst später dazugekommen wie auch der kleine Turm. Bevor ab 1855 eine Glocke zum Gottesdienst rufen konnte, wurde am Sonntagmorgen mit einem Holzbrettchen in Form eines Gesangbuches an die Tür des Nachbarn geklopft, wo es sofort entgegengenommen und zum nächsten Haus gebracht wurde. So klapperte es vor jedem Gottesdienst durchs ganze Dorf und ersetzte feierliches Glockengeläut.

 
Klipp-klapp statt Glockenklang – Stefanie Wagner mit der hölzernen Einladung zum Gottesdienst

Das einstige kleine Schulzimmer ist heute nur noch zum Teil erhalten. "Zuförderst wollen Wir, daß Unsere Unterthanen ihre Kinder vom Fünften Jahre ihres Alters in die Schule schicken, damit auch ordentlich bis ins Dreyzehnte und Vierzehnte Jahr continuiren ...", hatte der Alte Fritz angeordnet und minutiös festgelegt, wie die Schulstunden abzulaufen hatten. Später wurden hier rund 140 Kinder in drei Schichten unterrichtet, bis der Ort 1907 ein größeres Schulgebäude erhielt.

Stefanie Wagner, die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, und Schatzmeisterin Hannelore Urbat, die "gute Seele des Vereins", wissen viele Geschichten rund um das Schul– und Bethaus zu erzählen und über das Wirken des Vereins. Der sorgt in enger Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde für die Erhaltung des Baudenkmals und will es durch die Organisierung vielfältiger Veranstaltungen wieder zum kulturellen Mittelpunkt des Dorfes werden lassen. Oft halten hier Busse, das Kleinod von Wuschewier ist längst weit bekannt. Da ist es gut, dass gleich neben der Tür ein Zettel hängt, der Auskunft gibt über Ansprechpartner und mögliche Führungen.

Und was hat es nun mit dem Schilderhaus auf sich? Das war – so erfahren wir – lediglich ein Schutzhäuschen für den Nachtwächter, der in alten Zeiten darüber zu wachen hatte, dass kein Brand unentdeckt blieb. Einmal sollen ihn übermütige junge Leute mitsamt seinem Häuschen umgekippt haben. Aber das ist eine andere Geschichte...

Text und Fotos: Eva Gonda

 

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Mit dem Förderkreis Alte Kirchen unterwegs

Ruinen mit Ausstrahlung und auferstandene Kirchen

Noch heute trifft man im Oderbruch auf Spuren der letzten Kriegstage. Auch viele Kirchengebäude sind damals in Schutt und Asche gelegt worden, verfielen in den folgenden Jahrzehnten. Wie sieht es heute dort aus? Diese Frage beschäftigte die Teilnehmer unserer Exkursion.

Erstes Ziel: das Dörfchen Altlangsow. 1832 war hier nach Plänen von Schinkel ein Schul- und Bethaus errichtet worden. Der Backstein-Fachwerkbau beherbergte Betsaal, Einklassenschule und die Lehrerwohnung. Bis 1974 wurde der Betsaal für kirchliche Zwecke genutzt, danach dem Verfall preisgegeben. Anfang der Achtzigerjahre begann die Rekonstruktion, die sich bis Mitte der Neunzigerjahre hinzog. 1991 gründete sich der Förderverein Schul- und Bethaus Altlangsow, der seitdem das Haus für kulturelle Zwecke nutzt.

 
PODELZIG: Eindrucksvoll der mächtige Turm, der die Kriegsspuren nicht verhehlt, und die Teilruine des Kirchenschiffs, heute wieder ein Ort der Andacht. Foto: U. Donath

In Podelzig führte uns Pfarrer Hemmerling durch die denkmalgerecht gesicherte Kirchenruine. Von dem Gotteshaus waren 1945 nur noch Teile des Turmes und der Umfassungsmauer erhalten. Die Turmruine erhielt einen modern gestalteten Aufbau aus Ziegelmauerwerk mit einer Ausstellungsebene und einer Aussichtsplattform, zu der man über eine außenliegende Spindeltreppe gelangt. Das Gesamtensemble aus Turm und Kirchenschiff mit Altarüberdachung ist wieder zu einem Ort der Andacht und Besinnung geworden.

Eine Besonderheit bieten Lietzen und Neuentempel, wo an diesem Tag leider keine Vertreter der Kirchengemeinde für Erläuterungen anwesend waren. Die Geschichte beider Dörfer und ihrer Kirchen ist eng mit dem Templerorden, später dem Johanniterorden verbunden. Eine Besichtigung der Komturei Lietzen war an diesem Tag leider nicht möglich; die vielfältigen Spuren der Orden im Oderbruch und der ehemaligen Neumark sollen Gegenstand einer späteren Exkursion sein.

Auch die Dorfkirche Lietzen, deren Granitquaderreste aus dem 14. Jahrhundert den Kern des heutigen Bauwerks bilden, war im Krieg schwer zerstört worden. 1947 – 1954 wiederaufgebaut, wurde sie in den Neunzigerjahren grundlegend instand gesetzt. Wie durch ein Wunder waren alle drei Glocken erhalten geblieben, verschont vom Einschmelzen und von Kriegszerstörungen. Das Lietzener Geläut gilt als das schönste der Region Seelow.

Die Kirche von Neuentempel wirkt wie eine Trutzburg. Bis zu zwei Meter dicke Mauern zeugen von ihrem Charakter auch als Schutzburg. Tatsächlich hielt die Kirche allen Wirren der Zeit stand, bis sie schließlich im April 1945 von deutschen Truppen auf ihrem Rückzug in Brand gesteckt wurde. Anfang der Fünfzigerjahre bauten die Neuentempler ihre Kirche wieder auf. Heute steht das Gotteshaus als Radfahrerkirche den Besuchern offen.

In der Zeit des Nationalsozialismus behauptete sich die Kirchengemeinde unter der seelsorgerlichen Führung des Pfarrers Friedrich von der Au als Bekenntnisgemeinde gegen die Deutschen Christen. 1937 fand hier unter großen Schwierigkeiten das Treffen der Bekenntnisjugend Ost-Brandenburg statt.

Die Dorfkirche Friedersdorf, ein Feldsteinbauwerk aus dem 13. Jahrhundert, wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen Granattreffer schwer beschädigt. Jahrzehntelang war sie für Gottesdienste nicht nutzbar. In den vergangenen Jahren wurde die Kirche restauriert, zur Zeit wird noch an den Epitaphen gearbeitet. Die Geschichte der Kirche mit ihrer reichen Innenausstattung wurde uns sehr unterhaltsam von Thomas Dresel vorgestellt. Die enge Beziehung des Ortes zur Familie von der Marwitz wird durch einen Gedenkstein für Johann Friedrich Adolf von der Marwitz deutlich. Marwitz verweigerte den Befehl Friedrichs II. zur Plünderung des Schlosses Hubertusburg als eines preußischen Offiziers unwürdig und verließ die königliche Armee.

Die Stadtkirche in Seelow war letztes Exkursionsziel. Vorgängerin der heutigen Kirche war eine gotische Marienkirche. Nach Plänen von Siedler und Karl Friedrich Schinkel wurde 1830 – 1832 ein Neubau errichtet. In der NS-Zeit hatte auch in Seelow die Bekennende Kirche großen Einfluss, am 2. Juli 1936 versammelten sich tausend Menschen zum Fürbitt-Gottesdienst vor der Kirche. Zum Kriegsende sprengte die Wehrmacht den Kirchturm; beim Kampf um die Seelower Höhen wurde die Kirche bis auf die Außenmauern zerstört. Nach dem Wiederaufbau des Westteils der Kirche und ihrer Wiedereinweihung 1952 ermöglichte 1998 eine Spende von Dr. Werner Otto auch die Neuerrichtung des Turms.

Mit Erläuterungen von Superintendent Roland Kühne über die Kirchengeschichte, einem Orgelvorspiel und dem Kaffeetrinken im Gemeindesaal – den Gastgebern hier ein herzliches Dankeschön – endete die Tour ins Oderbruch.

Uwe Donath

 

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Mit dem Förderkreis Alte Kirchen unterwegs

Wo Holländer, Schweizer und Pfälzer ein neues Zuhause fanden

 
Abendmahlgerät in Neuholland
Foto: Vanselo

Das Wetter meinte es nicht gut an diesem Tag. Der Himmel öffnete genau in dem Augenblick seine Schleusen, als die Teilnehmer der Exkursion gerade die versteckte Kirche in Neuholland erreichten. Und dann hatte auch noch Pfarrer Vanselow über der Arbeit an einer Traupredigt unseren Besuch "verschwitzt". So musste man sich draußen mit einem Blick auf die Kirche begnügen und von ihrer Geschichte hören: Der geputzte quadratische Zentralbau, Anfang des 18. Jahrhunderts nach niederländischem Muster errichtet, brannte 1945 ab und wurde bereits 1949 ohne Turm rekonstruiert. Glücklicherweise blieb das Abendmahlgerät erhalten, das König Friedrich I. zur Einweihung 1710 stiftete. Bereits 1652 war eine Kolonie für die holländischen Siedler angelegt worden, die Freiherr zu Hertefeld auf Liebenberg zur Urbarmachung des Bruchs ins Land geholt hatte. Auf dem neu gewonnenen Land entstand die einst größte Bauernsiedlung der Mark Brandenburg.

 
Kirche Falkenthal   Foto: Seifert
Kirche Großmutz   Foto: Riesberg

In Falkenthal stieß Pfarrer Vanselow zu der Gruppe und berichtete von der Vergangenheit und von Zukunftsplänen für die im 14. Jahrhundert errichtete Feldsteinkirche. Um 1700 war der mächtige Turm durch einen weithin sichtbaren Fachwerkaufsatz erhöht worden, ein Zeichen der Erholung nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs. Beim Betreten der Kirche fällt sofort der Taufengel aus dem 18. Jahrhundert auf, der unter der ausgebesserten Balkendecke schwebt. So wie gerade Geld vorhanden war, konnte die Gemeinde Stück für Stück das Gotteshaus sanieren. Um die Kräfte zu bündeln, soll nun ein Förderverein gegründet werden.

Das dreiteilige Altarbild von 1922 zeigt den auferstandenen Christus mit Magdalena inmitten einer üppig blühenden Frühlingswiese, auf den Flügeln begleitet vom barmherzigen Samariter und einem Sämann – ein rechtes Osterbild für die Falkenthaler, findet Pfarrer Vanselow, zumal im Hintergrund deutlich das Dorf zu erkennen ist. Das Triptychon stammt von dem Maler Hans Lietzmann, der auch das Kreuzigungsbild in der Liebenberger Kirche schuf. 1851 bauten Carl August Buchholz und sein Sohn die einmanualige Orgel mit acht Registern. Das schlichte Gehäuse zeigt ebenso wie die großzügige Hufeisenempore den Einfluss Schinkels auf das ländliche Bauwesen Preußens.

Auch Großmutz, bereits 1323 urkundlich erwähnt, lag nach dem Dreißigjährigen Krieg nahezu wüst. 1808 brannte die alte Feldsteinkirche bis auf die Umfassungsmauer aus. Bereits 1810 wurden Pläne für einen Neubau eingereicht, die jedoch nicht die Zustimmung des Assessors der Ober-Bau-Deputation Karl Friedrich Schinkel fanden. So entwarf er selbst für den Bau einen Turm in gotischen Formen mit gusseisernen Fenstern und einer Tulpe auf dem Frontispiz. Die Großmutzer Kirche, ein "mit nicht gewöhnlicher Sorgfalt gearbeitetes Bauwerk", ist ein frühes Beispiel dieser neuartigen architektonischen Elemente. Auch die Innenausstattung in ihrer kühlen Eleganz ist stark von Schinkel geprägt.

Altlüdersdorf empfing den FAK-Bus ebenfalls mit Regen. Die kleine polygonale Kirche der Schweizer Reformierten, die Friedrich III. in der seit langem wüsten Dorfstelle ansiedelte, liegt auf einer Anhöhe. Das markante Fachwerk deutet ebenso wie die funktionale Einrichtung auf den nüchternen Sinn der Einwanderer hin, die das Herrscherhaus zur Unterstützung ihrer Glaubensrichtung ins Land holte.

Nass erreichten die Teilnehmer schließlich Kappe, das Mitte des 18. Jahrhunderts von Friedrich dem Großen für reformierte Pfälzer Auswanderer angelegt wurde. In Pavillons empfing der Förderverein Kapper Cappe e. V. die Gäste mit einem exquisiten Kuchenbüfett – herzlichen Dank! In der neugotischen Backsteinkirche begrüßte Christian Schulze die Besucher. Er wies auf die eindrucksvolle Ausstattung der Bauzeit mit Hammerbalken-Tonnengewölbe, Altar und Gestühl hin und ganz besonders auf den wunderbar verzierten Kirchenofen von 1911, dem auch eine interessante Ausstellung gewidmet ist. Einen langen Weg sieht der Vereinsvorsitzende noch vor sich, bevor die wertvolle Hollenbachorgel wieder bespielbar und die Sanierungsarbeiten geschafft sein werden. Aber er hat ein großes Vorbild: Ganze 20 Jahre hatte Pfarrer Maune einst gesammelt, nachdem das Schul- und Bethauses abgebrannt war, bis 1891 der Grundstein der Kirche gelegt werden konnte.

Die Exkursionsteilnehmer hatten an diesem Tag viel Engagement der Menschen für ihre Kirchen erlebt, fuhren mit einem guten Eindruck nach Hause. Den hatten sie sich jedenfalls nicht verregnen lassen.

Ehrentraut Balau

 

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Unsere Regionalbetreuer berichten

Gute Gespräche auf dem Marktplatz

Der Förderkreis Alte Kirchen beim Kreiskirchentag in Bad Freienwalde

Unter der Losung "Willst du gesund werden?" stand der diesjährige Kirchentag des Kirchenkreises Oderbruch in Bad Freienwalde. Der gesamte Marktplatz neben der imposanten Stadtkirche St. Nikolai war einbezogen, sichtbarer Ausdruck für ein besonderes Ereignis. Die Predigt in der Eröffnungsandacht hielt der Ratsvorsitzende der EKD Nikolaus Schneider.

Nach einer Bläsermusik unter freiem Himmel standen ab 12 Uhr auf dem "Markt der Möglichkeiten" die Aussteller mit ihren Angeboten, von Publikationen bis zu Selbstgemachtem, im Mittelpunkt. Die hochsommerliche Hitze auf dem ungeschützten Platz verlangte allen Standbetreuern ordentliches "Standvermögen" ab.

Auch der Förderkreis Alte Kirchen nutzte die Gelegenheit, mit einem Stand präsent zu sein. Bei Gesprächen und durch die Weitergabe von Informationsmaterial konnten wir unsere Arbeit zum Erhalt der brandenburgischen Dorfkirchen erläutern. Die Kirchen im Oderbruch hatten bekanntlich ein besonders schweres Schicksal zu erleiden, vieles zum Erhalt oder Wiederaufbau ist inzwischen geschehen.

Finanziell hielt sich der Erlös durch unsere Publikationen zwar in Grenzen – wir hatten eben nicht wie andere Aussteller selbstgemachte Marmelade im Angebot – wichtig aber war, dass neue Kontakte geknüpft und alte erneuert werden konnten. Auch der Präses der EKD war unter den Besuchern am Stand des FAK.

Ich habe an dem Tag die Erfahrung gemacht, dass gerade für die Regionalbeauftragten des Förderkreises Alte Kirchen auf solchen Veranstaltungen die gute Chance besteht, sich bei solchen und ähnlichen Gelegenheiten in ihrem Bereich bekannt zu machen, neue Verbindungen aufzubauen und zu pflegen.

Uwe Donath

Die Kirche gehört zur Zukunft des Dorfes

Im Fläming-Dorf Garrey werden Pläne zur Restaurierung geschmiedet

Die schöne Dorfkirche von Garrey im Naturpark Hoher Fläming steht auf der Liste der offenen Kirchen. Für Touristen, die den Ort südlich der A 9 knapp nördlich der Grenze zu Sachsen-Anhalt besuchen, lohnt sich ein Blick in die alte Feldsteinkirche.

Die ist jetzt allerdings dringend sanierungsbedürftig. Das sieht der Gemeindekircherat so und da ist sich auch der Freundeskreis, der inzwischen 46 Mitglieder zählt, ganz einig. Mit ihrem Sanierungsprojekt nahmen sie 2011 am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" teil, in dem sie die Kirche als Mittelpunkt zukünftigen "qualifizierten" Lebens in Garrey darstellten. Auf Anhieb erreichten sie den dritten Platz. Jetzt ist man dabei, die ersten Konzepte umzusetzen.

In enger Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis, dem Kirchlichen Bauamt in Berlin, der Unteren Denkmalschutzbehörde im Kreis Potsdam-Mittelmark sowie dem Landesamt für Denkmalpflege und deren finanzieller Unterstützung wird gerade ein Gutachten über den Zustand der Kirche erstellt. Auf der Basis dieses Gutachtens soll danach ein Antrag auf Zuschuss bei der Stiftung KiBa eingereicht werden.

Neue Nutzung als Beratungs– und Dokumentationszentrum

In Stangenhagen (Teltow-Fläming) hat sich ein ehemaliger Dorfverein reaktiviert und die Restaurierung der Dorfkirche als neues Ziel in seine Satzung aufgenommen.

Das erste Konzept wurde wegen der geplanten Umbauten von der Denkmalschutzbehörde nicht akzeptiert. Nun wird ein neues Konzept erarbeitet. Schwerpunkt soll die Nutzung der Kirche als Beratungs- und Dokumentationszentrum zur demografischen Entwicklung im ländlichen Raum sein. Der Kirchenkreis hat die aktive Unterstützung dieses Projektes für 2013 zugesichert.

Theda von Wedel

 

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Ein einmaliger Fund erwies sich als kunstgeschichtliche Sensation

 
IN AKUTER NOT

Diesmal erbitten wir Ihre Spende für die

DORFKIRCHE WERNIKOW

(Landkreis Ostprignitz-Ruppin)
 

 
 

Bei bauhistorischen Untersuchungen der Dorfkirche in Wernikow konnte kürzlich ein ungewöhnlicher und für das Land Brandenburg bisher einmaliger Fund gemacht werden: In einer Nische der aus Feldsteinen gemauerten mittelalterlichen Altarmensa wurde ein sogenanntes Reliquiengrab entdeckt, das zur Kirchweihe dort eingerichtet worden war und in dem sich unter anderem ein Weihesiegel sowie ein Reliquiar mit Knochen- und Stoffresten befanden. Genaue wissenschaftliche Untersuchungen der Stoffreste stehen noch aus; das Siegel jedoch konnte als dem Havelberger Bischof Heinrich I. von Kerkow (1244/45 bis 1271/72) gehörend identifiziert werden. Da urkundliche Nachrichten oder andere Zeugnisse aus der Zeit der Besiedlung und des Kirchenbaus im 13. Jahrhundert äußerst rar sind, ist der Wernikower Fund für die Region eine kunstgeschichtliche Sensation ersten Ranges.

Die Wernikower Feldsteinkirche ist ein relativ kleiner Saalbau mit einer um 1400 angebauten niedrigen Apsis und einem derzeit etwas abgeschnitten wirkenden Westturm aus Backstein über einem älteren Feldsteinsockel. Die Geschichte dieses Kirchturms ist durchaus wechselhaft, wie ein Blick in alte Chroniken beweist.

Ein zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichteter barocker Turm fiel 1848 einem Brand zum Opfer, über den ein "Gehorsamster Bericht und resp. Anzeige wegen einer allhier entstandenen Feuersbrunst" aus demselben Jahr ausführlich berichtet. Erst 42 Jahre später konnte nach zahlreichen Bittschriften, intensiven Briefwechseln und einer Unterschriftensammlung 1890 die Genehmigung zum Bau eines neuen massiven Kirchturms im neuromanischen Stil erlangt werden. Der damals entstandene markante spitze, achteckige Turmhelm wurde wegen statischer Probleme bereits in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts abgetragen; der nun etwa zehn Meter niedrigere Turmstumpf erhielt ein flaches Zeltdach als Abschluss.

Ältestes erhaltenes Ausstattungsstück der Wernikower Dorfkirche neben dem erwähnten mittelalterlichen Altarblock ist eine Kanzel, die laut Inschrift im Jahr 1608 entstand – vermutlich zeitgleich mit dem Gestühl. 1722 kam das dreistufige barocke Retabel in den Kirchenraum. Es wurde in Havelberg geschaffen und zeigt zwischen Akanthuswangen und korinthischen Säulen in zwei Bildfeldern das Abendmahl und die Kreuzigung. Die derzeit leider nicht spielbare Orgel aus der Werkstatt des Neuruppiner Orgelbauers Albert Hollenbach befindet sich seit 1900 in der Kirche.

Eine 2009 gegründete Initiativgruppe im Dorf möchte langfristig die vor vierzig Jahren abgebrochene Kirchturmspitze neu errichten und so die historische Dorfsilhouette wieder herstellen. Doch zuvor gibt es andere Probleme, die bald gelöst werden sollen:

Das Dach der Apsis muss dringend repariert werden; durch eindringendes Regenwasser im Traufbereich ist auch der barocke Altaraufsatz gefährdet. Eine von der Initiative Kirche Wernikow notdürftig ausgeführte Sicherung kann nur ein zeitlich befristetes Provisorium sein. Auch das 1979 mit Betonsteinen gedeckte Dach des Kirchenschiffes bedarf dringend einer Erneuerung, damit die zahlreichen Eimer zum Auffangen des eindringenden Regenwassers endlich aus dem Kirchenboden entfernt werden können. Bei mehreren Veranstaltungen wurden bereits Spendengelder für die geplante Sanierung gesammelt. Sie reichen jedoch nicht aus, um mit der Instandsetzung beginnen zu können.

Die Wernikower Kirche, die durch den Reliquienfund als einer der ältesten Sakralbauten der Prignitz erkannt werden konnte, hat Hilfe dringend nötig.

Bernd Janowski
Foto: Wolf-Dietrich Meyer-Rath

 

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ALT-KRÜSSOW (Prignitz)

Ein sicheres Dach für die Wallfahrtskirche

 Der diesjährige Tag des offenen Denkmals, der 9. September, soll in Alt-Krüssow groß gefeiert werden: Wenn bis dahin alle Arbeiten gut vonstatten gegangen sind, will der Förderverein Wallfahrtskirche Alt-Krüssow der Öffentlichkeit einen restaurierten Dachstuhl präsentieren.

Der Erfolg hat eine lange Geschichte.

 
 

Wie schon seit 2009 mehrmals geschehen, hatte Ende Februar dieses Jahres der Förderverein Wallfahrtskirche Alt-Krüssow im Namen der evangelischen Kirchengemeinde zu einer Planungskonferenz eingeladen. Gekommen waren Vertreter des Landeskirchlichen Bauamtes, der KiBa, des Landesamtes für Denkmalschutz, der Unteren Denkmalschutzbehörde, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Regionalförderung, des gastgebenden Klosterstiftes zum Heiligengrabe, des Ingenieurbüros und des Förderkreises Alte Kirchen – der Kirchenkreis Havelberg-Pritzwalk war leider nicht vertreten. Nach Begutachtung der drei bisher fertig gestellten Bauabschnitte – Ostfenster, Ostgiebel mit Türmchen und Dach des Kappellenanbaus – wurde über weitere Bauabschnitte und deren Fördermöglichkeiten beraten.

Zunächst konnte der Vorsitzende des Alt-Krüssower Fördervereins auf viele Aktivitäten und Erfolge des Vereins verweisen. So habe unter anderem der neu angelegte Annenweg bei Pilgergruppen großen Anklang gefunden. Allzu großen Optimismus dämpfte dann allerdings der Hinweis des Vertreters des Landeskirchlichen Bauamtes, dass die Landeskirche in Zukunft nur noch die Instandsetzung von Kirchen finanziell fördern könne, in denen kirchliches Leben stattfinde. Für Alt-Krüssow mit etwa hundert Einwohnern, von denen immerhin ein Viertel zur Kirchengemeinde gehört, ist diese Aussage von höchster Stelle ein großes Problem. Mit der immens teuren Instandsetzung des kostbaren, weit über die Region hinaus bekannten Kulturerbes Wallfahrtskirche ist die kleine Gemeinde schlicht überfordert.

Nach weiteren Überlegungen und bei zunehmender Ratlosigkeit in der Beratungsrunde brachte der Regionalbetreuer des Förderkreises Alte Kirchen die Möglichkeit ins Gespräch, eventuell Fördermittel aus dem Sonderfonds des Kulturstaatsministers des Bundes zur Lutherdekade zu beantragen. In das geforderte Antragsprocedere sei auch die für den Landkreis Prignitz zuständige Bundestagsabgeordnete Dagmar Ziegler (SPD) einzubeziehen.

Dieser Antrag wurde sofort nach Beendigung der Planungskonferenz vom Förderverein Wallfahrtskirche Alt-Krüssow gestellt. Zu Pfingsten erhielt der Verein die Nachricht, dass dem Antrag stattgegeben wurde und Bundesmittel in Höhe von 70.000 Euro genehmigt wurden, zur großen Freude aller Beteiligten.

Damit stehen nun insgesamt 170.000 Euro zur Verfügung: Zu den Bundesmitteln summieren sich die aus dem Fernsehwettbewerb der KiBa noch ausstehenden Mittel, die Zuschüsse des Kirchenkreises, die Fördermittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Förderkreises Alte Kirchen sowie der Eigenanteil des Alt-Krüssower Fördervereins. So wurde es nun möglich, den wichtigsten und nötigsten Bauabschnitt zu realisieren, das Dach des Kirchenschiffes und den Dachstuhl endlich in der Substanz zu retten. Das wäre ohne die Zuwendung des Bundes nicht möglich gewesen.

Danke sagen wir allen, die diese Maßnahme ermöglicht haben.

Uwe Dummer für den Förderverein Wallfahrtskirche Alt-Krüssow e.V.
Foto: U. Dummer

 

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GADOW (Ostprignitz-Ruppin)

Zum Kirchenjubiläum erklingt wieder die Orgel

Für den Rückkauf ihrer restaurierten Orgel werden der evangelischen Kirchengemeinde in Gadow 12.000 Euro aus Lottomitteln zur Verfügung gestellt. Damit will Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck die Arbeit des Fördervereins für die Dorfkirche unterstützen. Die Orgel soll zum 150jährigen Jubiläum des Kirchbaus am 27. Januar 2013 in einem Festgottesdienst erstmals wieder erklingen.

Die 1856 gebaute Lütkemüller-Orgel befand sich seit 1956 in der Gadower Kirche und verblieb auch dort, nachdem der Sakralbau 1978 wegen Baufälligkeit hatte gesperrt werden müssen. Schwer beschädigt, wurde das Instrument 2001 dem Orgelmuseum Malchow übergeben und dort restauriert. Bislang fehlte der Kirchengemeinde und dem Förderverein das Geld, um die Kosten zu begleichen und die Orgel zurückzuholen.

Mehr als 20 Jahre war die Kirche gesperrt, bis 2002 einige Gadower damit begannen, das Innere vom gröbsten Staub, Schmutz und herabgefallenem Putz zu befreien. Schließlich wurde 2004 der Förderverein Dorfkirche Gadow gegründet. Der Förderkreis Alte Kirchen vermittelte Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die Bestandspläne anfertigten als wichtige Grundlage für die weitere Planung. Inzwischen ist die Kirche zu einem großen Teil restauriert; im Vorjahr wurden der Ost- und der Westgiebel sowie das Innere der Kirche fertiggestellt. Nun ist nur noch der Turm zu sanieren.

Heute wird die Kirche neben Gottesdiensten für Theateraufführungen, Vorträge, Ausstellungen, Buchgespräche und Konzerte genutzt.

 

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Graziles und Monumentales in Bronze und Zink

Ein Blick in die neunzigjährige Schöneicher Bildgießerei Seiler

  
RESTAURIERUNG mit höchster Präzision: Detail der Marienkrone aus St. Marien Wismar, Mecklenburg (oben rechts). – Galen-Reliquiar in Berlin Schöneberg (links). – Bronzetafel für Pfarrer Heinrichs in Schöneiche
Fotos: Bildgießerei

Eine muntere Gänseschar und ein gewaltiger Löwe, Friedrich der Große und Wilhelm Pieck, Vater Zille und der Gekreuzigte — sie alle fanden und finden sich als Bronze– oder Zinkguss friedlich vereint in den Räumen der Bildgießerei Seiler in Schöneiche bei Berlin. Die Werkstatt für Kunstguss und Restaurierung, die in diesem Jahr ihr neunzigjähriges Bestehen feiert, spiegelt mit ihren Arbeiten zeitgenössische Bildhauerkunst über einen großen Zeitraum. Berühmte Künstler ließen schon dort arbeiten: Theo Balden, Fritz Cremer, Heinrich Drake, René Graetz, Jo Jastram, Max Lingner... Die Liste wäre beliebig fortzusetzen. Von der hohen Gießkunst künden Skulpturen, Kleinplastiken und Medaillen in vielen Ländern Europas, in den USA, in Mexiko und in Australien.

Was die Künstler bewegt, ihre Werke den Schöneicher Bildgießern anzuvertrauen, sind deren jahrelangen Erfahrungen und ihr künstlerisches Einfühlungsvermögen. Die sind unabdingbar bei der Vielgestaltigkeit der Aufträge. Nicht alltäglich ist zum Beispiel das Reliquiar des selig gesprochenen Kardinals von Galen für die katholische Kirchengemeinde St. Matthias in Berlin-Schöneberg. Die Bronzeplastik steht auf einem Sockel, auf dem die Lebensdaten des Kardinals, des "Löwen von Münster", eingemeißelt sind, dazu sein Wahlspruch, in freier Übersetzung: "Weder durch Lob noch durch Drohung weiche ich von Gottes Wegen ab." Der Berliner Bildhauer Karl Biedermann schuf die Plastik.

Sorgfältigste Arbeit verlangte von Formern und Ziselierern auch die Bronzeplatte für Joachim Heinrichs, die von der Schöneicher evangelischen Kirchengemeinde zum Gedenken an ihren ehemaligen Pfarrer der Bekennenden Kirche in Auftrag gegeben wurde.

Eine besondere Vorgeschichte hat das Denkmal Friedrichs II. in Berlin-Friedrichshagen: Der Bildhauer Spartak Babajan schuf sein Modell gleich an Ort und Stelle in der Gießerei und war dort längere Zeit gern gesehener Gast.

Doch Tradition des Familienbetriebes ist es nicht nur, Kunstwerke zu schaffen, sondern auch, sie zu erhalten und beschädigte Stücke detailgetreu zu restaurieren. Da sind zum Beispiel die rund vierzig ausladenden Wandleuchter aus den früheren Rostocker Hauptpfarrkirchen St. Nikolai, St. Petri und St. Jakobi, die im Krieg teil– oder ganz zerstört wurden. Was von den kostbaren Leuchtern gerettet werden konnte, landet nach und nach – je nach vorhandenen Spendenmitteln der Rostocker Gemeinde – in der Schöneicher Gießerei. Sie stammen sämtlich aus dem 16./17. Jahrhundert, wurden einst von Rostocker Bürgern gestiftet. Dieter Seiler, einer der drei Geschäftsführer, kann seinen großen Respekt vor diesen Zeugen einstiger hoher Handwerkskunst nicht verbergen: "Das in den Händen zu halten, ist ein erhebendes Gefühl. Das sind Jahrhunderte bewegter Geschichte. Das ist auch die Geschichte der jeweiligen Stifter, deren Namen noch heute bekannt sind." Auf der langen Liste in seinen Unterlagen sind alle Details jedes einzelnen Leuchters verzeichnet, ist akribisch festgehalten, an welcher Stelle im Kirchenraum er einst seinen Platz hatte. Wo fehlende Teile ergänzt werden müssen, ist genaueste Anpassung an das Original oberstes Gebot. Neu zu erfinden waren die Halterungen – die einst riesigen Metalldübel im Mauerwerk können an Betonwänden nicht mehr eingesetzt werden.

Die Erfahrungen der Schöneicher Bildgießer werden heute auch von vielen Museen und Stiftungen zum Erhalt historischen Kulturguts genutzt. Das vor allem auch deshalb, weil man in Schöneiche noch die einst übliche, heute sonst kaum noch ausgeübte alte Technik des Sandformverfahrens beherrscht. Damit ist eine höchstmögliche Qualität denkmalgerechter Sanierung gewährleistet.

An Arbeit mangelt es den Seilers nicht, was sie jedoch nicht davon abhält, auch kleinere Aufträge anzunehmen. So manche nach altem Vorbild neu gefertigte oder restaurierte Wetterfahne auf dem Turm einer Dorfkirche kommt aus Schöneiche. Und wer in Sachen Restaurierung einen Rat braucht, findet hier immer eine hilfreiche Antwort.

Eva Gonda

 

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Gäste aus Esslingen entdeckten Brandenburger Kirchen

Vom Verfall bedroht – von Menschen bewahrt

Im Juni machte sich die Gruppe "60-PLUS" aus der Stadt- und Frauenkirchen-Gemeinde Esslingen auf den Weg zu Brandenburger Dorfkirchen. Angeregt hatte dazu die 2011 in Esslingen gezeigte Ausstellung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Die Vorstandsmitglieder des Förderkreises Dr. Hans Krag und Rainer Marx hatten die Route ausgearbeitet und begleiteten die Gruppe.

Marianne Ehrmann, Leiterin der Exkursion, schrieb jetzt über die Reiseeindrücke u. a.:

"Alle Lande sind seiner Ehre voll..." – dieses Spruchband im Tonnengewölbe einer der alten brandenburgischen Dorfkirchen, einem Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert, hat in Niebendorf die Jahrhunderte und auch die DDR-Zeit mit seiner frohmachenden Botschaft überlebt. Ebenso der lebensgroße barocke Taufengel, der – ohne Hände und Füße aus dem Schutt unter dem eingefallenen Kirchendach hervorgeholt – wieder vollständig restauriert in neuem Glanz erstrahlt und dem Täufling die Wasserschale reicht.

Das alles und noch viel mehr geschah in der hoffnungsvollen "Nach-Wende- Zeit" ab den Neunzigerjahren durch die Restaurierung vieler halbzerfallener, teils dem Abriss preisgegebener Dorfkirchen in Brandenburg. – Eine starke Initiative, die zusammen mit engagierten Dorfbewohnern auch aus dem säkularen Bereich zum Erhalt der Kultur- und Glaubenszeugnisse beiträgt und die Kirchen als "Gedächtnis Gottes" bewahrt.

In Brandenburg gibt es in fast jedem Dorf eine Kirche und keine ist wie die andere. Oft sind sie hineingebaut in eine von Feld und Wald gesäumte, dünn besiedelte Landschaft. Wir erlebten die kleinste mittelalterliche Feldsteinkirche mit reichen Kunstschätzen und Wandmalereien in Waltersdorf, die gotische Hallenkirche St. Nikolai in Jüterbog, die Feldsteinkirche mit spätromanischen Bauteilen und reichen Fresken in Riedebeck. Wir besuchten verschiedene Fachwerkbauten, barocke und klassizistische Kirchengebäude, ausgestattet mit barockem Kanzelaltar, mit Sandsteintaufe oder Taufengel, sahen bäuerliche Bemalung an den Emporen mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, bestaunten vorreformatorische Schnitzaltäre und eindrucksvolle Epitaphe. .

Man muss schon bewusst von der großen Strasse abbiegen, um in die Idylle der Spreewaldlandschaft einzutauchen. Die Müggenburg in Schlepzig, ein kleines Familienhotel, hat uns beherbergt und aufs Beste versorgt. Von dort aus gingen wir auf die Reise durch das sommerliche Brandenburg.

Immer standen schon die "Kirchenhüter" mit dem Schlüssel bereit, die verantwortlichen Dorfbewohner oder Pfarrer, die uns mit ihrem Wissen zur Bau- und Kunstgeschichte in ihre jeweilige Kirche einführten. Vielfach waren sie selbst die Initiatoren, die durch Beschaffung von Spendenmitteln einen Platz auf der Dringlichkeitsliste erlangen konnten. Wir waren vom Engagement und von der Liebe zu ihren Kirchen sehr beeindruckt.

Ein weiteres Ziel war es, die Spur zum großen Liederdichter und Pfarrer Paul Gerhardt aufzunehmen. In Mittenwalde hat er 1651 in der gotischen St.-Moritz-Kirche den Menschen nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder Mut und Zuversicht zugesprochen. Hier hatte er seine größte Schaffenskraft, hier dichtete er den bekanntesten "Sommer-Hit" der Christenheit: "Geh aus mein Herz und suche Freud", in den wir zu den Orgelklängen von Organist Dr. Völkl fröhlich mit einstimmten. Jeder Morgen auf unserer "Pilgerfahrt" begann mit einem von Pfarrer Günter Wagner vorbereiteten, den biblischen Psalmen nachgedichteten Paul-Gerhardt-Lied wie zum Beispiel "Befiehl du deine Wege".

Anfang und Ende unserer Reise haben an Paul Gerhardt erinnert. In Lübben, seiner letzten Wirkungsstätte, besuchten wir den Gemeindegottesdienst. Die ehemalige St.-Nikolai-Kirche war 1930 in Paul-Gerhardt-Kirche umbenannt worden. Hier wirkte er von 1669 bis zu seinem Tod 1676 als Pfarrer. An ihn erinnern in der spätgotischen Hallenkirche das lebensgroße Bild des Lübbener Archidiakons und ein Glasfenster mit seinem Porträt.

Himmlische Klänge entlockte Organist Dr. Völkl dem neuen Orgelwerk der Firma Eule (Bautzen) bei einem Sonntagskonzert im Anschluss an den Gottesdienst. Übrigens benutzt die Gemeinde in Lübben das Evangelische Gesangbuch der Württembergischen Landeskirche, das nach der Wende durch eine Stiftung nach Brandenburg gekommen war.

Die Liste der Reiserlebnisse kann nicht vollständig sein, ohne erwähnt zu haben, dass wir auch das älteste Kloster Brandenburgs, Kloster Zinna (1170), nach dem Hirsauer Grundriss der Zisterzienser erbaut, besuchten. Von der einst mächtigen Anlage sind heute nur noch die aus Feldsteinen errichtete schlichte Klosterkirche, eine spätromanische Pfeilerbasilika, Teile der Klausur und das Gästehaus zu besichtigen. Heute als Kulturzentrum genutzt, finden hier auch die Gemeindegottesdienste statt. Unglaublich beeindruckend war der Gang durch das Innere der Orgel während des Spiels, wo wir jeden Anschlag des Organisten mitverfolgen konnten.

Eine weitere Exkursion führte zum Schloss von Bettina und Achim von Arnim nach Wiepersdorf. Hier beeindruckte die Gesamtanlage mit Park, Museum und Grablegung. Bettina, geb. Brentano, ist bekannt als Schriftstellerin und Sozialrevolutionärin ihrer Zeit.

Nach einer Kahnfahrt auf einem Seitenarm der Spree verabschiedeten wir uns von Brandenburg, den erhaltenswerten Dorfkirchen und den liebenswerten Menschen, die das "Gedächtnis Gottes" im Erhalt ihrer Kirchen bewahren.

Besonderen Dank sagen wir Dr. Hans Krag und Rainer Marx für die gute Zusammenstellung der Reiseroute. Dadurch konnte die Erwartung der Esslinger Reisegruppe voll erfüllt werden.

 

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KURZ NOTIERT

NEU HARTMANNSDORF (Oder-Spree): Wachsspenden für den Honigaltar gesucht

Ein Kleinod besonderer Art braucht dringend Hilfe: Der weit bekannte Honigaltar in der Dorfkirche Neu Hartmannsdorf bröckelt. Der etwa einen Meter hohe, sechseckige Schrein war vor 18 Jahren unter Anleitung der Berliner Künstlerin Brigitte Trennhaus aus Bienenwachs gegossen worden. Der Altar in Form einer Bienenwabe harmonierte bisher mit der dahinter liegenden goldgelben Wand, die an tropfendes Kerzenwachs erinnert. Jetzt aber muss er restauriert werden. Mindestens 1.000 Kilogramm Bienenwachs werden dafür gebraucht, eine Menge, die von den Neu Hartmannsdorfern allein nicht aufgebracht werden kann.

Deshalb ein Appell an alle Imker: Spenden Sie Wachs für diesen guten Zweck. Wenn nötig, wird es auch vor Ort abgeholt.

Kontakte: Marianne Stein, Telefon: 033633 66153, oder Rita Schinkel, Telefon: 033633 232

NIETWERDER (Ostprignitz): Wer wird Sternpate?

Im Zuge der Sanierung der Dorfkirche wurde in der Apsis unter einer Farbschicht der originale Sternenhimmel aus der Bauzeit freigelegt. Restauratoren sind nun dabei, die auf Entwürfe von Schinkel zurückgehenden 420 goldenen Sterne zu restaurieren. Das kostet viel Geld. Die Kirchengemeinde sucht deshalb Sternpaten. Jeder Spender bekommt seinen eigenen, ganz persönlichen Stern, der je nach Größe zwischen 20 und 50 Euro kostet.

Kontakt: Karin Ehrendreich, Telefon: 03391 398860

KLEINMACHNOW (Potsdam-Mittelmark): Nachkriegskirche soll Neubau weichen

Die evangelische Kirchengemeinde in Kleinmachnow will ihre in der Nachkriegszeit errichtete Auferstehungskirche aufgeben und ein neues Gotteshaus bauen. Die Gemeinde am Berliner Stadtrand sei seit 1990 um ein Vielfaches gewachsen und brauche deshalb einen Neubau, sagt Ortspfarrerin Elke Rosenthal. Die alte Kirche soll gegebenenfalls verkauft werden.

Nach vielen Schwierigkeiten durch die Baubehörden, die das Bauvorhaben immer wieder behinderten, konnte Bischof Otto Dibelius die Kirche Ostern 1955 einweihen. Sie erhielt nach dem Fest ihrer Einweihung den Namen "Auferstehungskirche". Die Gestaltung des Innenraums ist bis heute im Wesentlichen unverändert.

Werktags geschlossen

 

"Aber die Kirche war geschlossen" war der Titel eines Beitrags im Jahresheft "Offene Kirchen" 2012. Darin ging es um einen Besuch in Buckow (Märkische Schweiz) Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Anders als damals ist die Buckower Kirche heute eine "Offene Kirche" und lädt zum Besuch ein. Leider aber kommt es immer noch vor, dass man bei Fahrten durch das Land Brandenburg vor verschlossenen Kirchentüren steht. Das hat unseren Leser Immo Wittig, Berlin, zu einer kleinen Fotomontage inspiriert:

Luthercremetorte

Josef Kalkusch, Pastor aus Sachsenhagen bei Hannover, wirbt mit einer Luthercremetorte für das 500-jährige Reformationsjubiläum im Jahr 2017. "Jubiläen kann man nicht nur durch Nachdenken feiern, sondern man muss sie auch schmecken und riechen", sagt er. Für die Torte verwendet der örtliche Bäckermeister nur Zutaten, die es schon zu Luthers Zeiten gab, so Rosenmarmelade und Haselnüsse. Oben auf der Torte prangt die Lutherrose. Kalkusch verkauft die Torte in "Pastors Garten", der an jedem Sonntag nach dem Gottesdienst vor dem Pfarrhaus öffnet. Der Erlös soll der Glockensanierung zugute kommen.

 

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BÜCHER

Aufschlussreiche Pilgerspuren auf mittelalterlichen Glocken

Spätestens seit Hape Kerkelings 2006 erschienenem Bestseller "Ich bin dann mal weg" erlebt das Pilgern eine ungeahnte Renaissance. Nicht nur, dass Tausende sich auf unterschiedliche Teilstrecken des traditionellen Jakobsweges nach Santiago de Compostela begeben, es entstehen ständig auch neue – mehr oder weniger historisch fundierte – Pilgerwege, die die Sehnsucht des modernen Menschen nach Spiritualität wenigstens im Urlaub abdecken sollen.

Wie wir aus zahlreichen Quellen wissen, wagten sich im späten Mittelalter viele Menschen auf die wesentlich gefährlicheren Straßen, um einen der zahlreichen Wallfahrtsorte zu besuchen, die der Heiligen Maria oder dem Heiligen Blut Christi gewidmet waren. Diesem damaligen Massenphänomen widmet sich in zunehmendem Maße die Wissenschaft, um Motive und Abläufe einer Bewegung zu erforschen, die zumindest im nördlichen Deutschland mit der Reformation ein abruptes Ende fand.

Von besonderem Interesse ist dabei die Straßenforschung, die sich bemüht nachzuvollziehen, auf welchen Wegen sich die Pilger damals bewegten und welche "Transitheiligtümer" sie unterwegs zu den bekannten heiligen Orten wie Rom, Aachen oder Wilsnack besuchten. Nur äußerst begrenzt kann dabei auf historisches Kartenmaterial zurückgegriffen werden; erstmals im Jahr 1500 sind auf der sogenannten Etzlaub-Karte überhaupt Wege eingezeichnet.

Eine andere Möglichkeit, historische Verbindungswege zu rekonstruieren, nutzten der leider im vergangenen Jahr verstorbene Architekt Rainer Oefelein und seine Frau Cornelia. Sie untersuchten die erhaltenen mittelalterlichen Glocken in Brandenburgs Kirchen auf das Vorhandensein von Pilgerzeichen-Abgüssen.

Quasi als heilsbringende Souvenirs wurden im Mittelalter in den Wallfahrtsorten aus einer Blei-Zinn-Legierung hergestellte Pilgerzeichen verkauft. Nicht selten sind diese Pilgerzeichen von frommen Pilgern nach ihrer Rückkehr gestiftet worden, um beim Guss von Bronzeglocken als Schmuckelemente verwendet zu werden. Doch nicht nur das: Mit dem Klang der Glocke konnte sich die Heilswirkung des Pilgerzeichens über die ganze Gemeinde ausbreiten.

Cornelia und Rainer Oefelein ist es gelungen, zahlreiche Pilgerzeichen auf Glocken erstmals aufzufinden und zu dokumentieren sowie einen großen Teil von ihnen historischen Wallfahrtsorten zuzuordnen. Bei der Auswertung wurde deutlich, dass sich tatsächlich eine überraschende Übereinstimmung der Fundorte mit der historischen Etzlaub-Karte und späteren Handelsstraßen ergibt.

Nicht endgültig geklärt werden konnte die Frage, warum die Funddichte im Norden (zum Beispiel in der Prignitz im Umfeld von Wilsnack oder in der Uckermark an der Handelsstraße von Stettin noch Berlin) und im Westen Berlins (am Weg Berlin – Ziesar – Magdeburg) wesentlich höher ist als im Süden oder Osten des Landes. Noch konnten viele der von den Autoren neu entdeckten Pilgerzeichen nicht ihren Ursprungsorten zugeordnet werden, darunter ungewöhnlich viele Zeichen mit Mariendarstellungen.

Für die Wissenschaft bleibt also noch viel zu tun. Gleichwohl ist die vorliegende Publikation nicht nur ein begrüßenswerter Beitrag zur Pilgerwegeforschung, sondern bietet auch dem historisch interessierten Laien genügend Material für eine spannende Lektüre, zumal die fast 500 Fotos des Buches immer neu zum Blättern und Entdecken motivieren.

Rainer Oefelein, Cornelia Oefelein: Pilgerspuren auf mittelalterlichen Glocken in Brandenburg.
Be.bra wissenschaft verlag; Berlin-Brandenburg 2012; ISBN: 978-3-937233-86-4; Preis: 24,95 €

 

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