Hohe Anerkennung engagierter Arbeit für den Erhalt unserer Kirchen

Geschäftsführer Bernd Janowski mit Verdienstmedaille ausgezeichnet

 
Foto: Hans Krag

In einer würdigen Feierstunde im Angermünder Rathaus erhielt Bernd Janowski aus den Händen des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Die hohe Auszeichnung war dem Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg von Bundespräsident Christian Wulff verliehen worden. Damit wurde sein bereits über zwei Jahrzehnte währendes engagiertes Wirken für den Erhalt alter Kirchen als bewahrenswertes kulturhistorisches Erbe gewürdigt.

Mit dem Förderkreis sei es Bernd Janowski gelungen, dass viele Kirchen nicht nur erhalten und saniert werden konnten, sondern dass sie vielfach auch wieder in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens zurückkehrten, sagte Matthias Platzeck. Sein Engagement habe er stets unter den Leitsatz gestellt, dem sakralen Raum Achtung entgegenzubringen. Mit der Ordensverleihung wolle man ihm nun etwas von dieser Achtung zurückgeben.

Bernd Janowski verwies in seinen Dankesworten auf die vielen Partner in den Dörfern und Städten Brandenburgs, auf kirchliche und staatliche Institutionen, auf Spender und Sponsoren, ohne die das erfolgreiche Wirken des Förderkreises vor Ort nicht denkbar wäre. "Die Kirchengebäude weiterhin zu bewahren, ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Der Förderkreis wird dabei weiter seinen Anteil leisten. Wir können stolz sein auf vieles, was erreicht werden konnte. Aber es gibt auch noch viel zu tun."

Aus den Ansprachen anlässlich der Auszeichnung von FAK-Geschäftsführer Bernd Janowski

Matthias Platzeck

Kirchen ins rechte Licht gerückt

In nahezu jedem Dorf in Brandenburg, von der Prignitz bis in den Fläming, von der Lausitz bis in die Uckermark, können wir heute bewundern, wofür Sie sich seit Jahren begeistern: alte Kirchen. Ihr Verdienst ist es, lieber Herr Janowski, zusammen mit dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg (FAK), diese Kirchenbauten nicht nur erhalten und renoviert zu haben, sondern sie auch wieder in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens zu rücken.

Seit Mai 1990 gibt es den Förderkreis Alte Kirchen und mit ihm Menschen, die den vielen verfallenen und vergessenen Dorfkirchen neues Leben einhauchen. Wie viele Spenden haben Sie gesammelt, wie viele Gespräche mit Pfarrern und Bürgermeistern haben Sie in über zwanzig Jahren geführt? Sie haben für Denkmalpflege geworben, Benefizkonzerte veranstaltet und Starthilfe für neue Kirchen-Fördervereine gegeben. Kirche für Kirche wurde den Gemeinden zurück gegeben und wieder für Gottesdienste hergerichtet. Heute sind die meisten dieser Kirchenbauten in Stand Jahren! Ihre Antwort ist: Kirchen sind Treffpunkte, Orte, an denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Räume, die Kulturelles bündeln.

Konzepte wie "Musikschulen öffnen Kirchen" und "Theater in Kirchen" brachten und bringen wieder neues Leben in die historischen Bauten. Dabei geht es Ihnen nicht um eine Umnutzung der Kirchen. Sondern viel mehr um eine sinnvolle Erweiterung der Nutzung, sofern diese in der Pfarrgemeinde gewünscht wird. In Ihrem Projekt "Offene Kirchen", das deutschlandweit ein Vorreiter ist, werden alte Kirchen ins rechte Licht gesetzt und wieder als das präsentiert, was sie sind: die zentralen Orte, die von der Geschichte des Dorfes erzählen. Kulturelle Identität bekommt mit ihnen einen Raum.

Lieber Herr Janowski, Sie haben bei einer Gelegenheit einmal gesagt, es ginge darum, "dem Raum Achtung entgegen zu bringen." Besser kann ich Ihr Engagement für alte Kirchen nicht auf den Punkt bringen. Jetzt müssen Sie uns erlauben, Ihnen mit der Ordensverleihung etwas von dieser Achtung zurück zu geben. gesetzt und zeugen von alten Zeiten.

Jahrelang haben Sie ehrenamtlich Ihr Herzblut in die Restaurierung der Kirchenbauten gegeben. Seit 2002 gehen sie auch als Geschäftsführer des Förderkreises Ihrer Berufung nach. Oder sollte ich in diesem Zusammenhang besser Passion sagen? Denn das ist sie: eine Passion für alte Kirchen, für die Geschichte unserer Region, für unser kulturelles Erbe.

Alte Kirchen wieder in den Mittelpunkt des heutigen Lebens zu rücken, das ist das Anliegen von Ihnen und dem Förderkreis. Die Frage nach dem "Wie" stellt sich schon, wenn zum Beispiel die Dorfkirche einer Gemeinde restauriert wird, die gerade mal 48 Seelen zu verzeichnen hat. Das ist vorgekommen in den letzten zwanzig

 

Bernd Janowski

Ein Dank an die vielen Partner

Als sich im Mai 1990 etwa vierzig Menschen zusammenfanden, um den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg zu gründen, geschah dies mit viel Enthusiasmus, Optimismus und Aufbruchsstimmung. Doch bereits wenige Jahre später geriet der Optimismus ins Stocken und es setzte sich die Erkenntnis durch, dass die avisierten blühenden Landschaften wohl doch nicht so schnell zu erreichen sind und dass wahrscheinlich auch nicht jede Dorfkirche in absehbarer Zeit von Grund auf saniert werden kann.

Innerhalb kürzester Zeit vollzog sich in unseren Dörfern und Städten im ländlichen Raum ein Strukturwandel, der atemberaubend genannt werden kann. Die sich rasant ausbreitende Unübersichtlichkeit ließ ein neues Bedürfnis nach Heimat entstehen. Was aber verkörpert in den Dörfern besser Heimat als die zumeist jahrhundertealten Kirchen. Wohl auch aus der Sehnsucht nach Heimat entstand in den Neunzigerjahren eine Bürgerbewegung, die Staunen macht. Überall setzen sich Menschen für die Rettung ihrer Kirchen ein, eine Mehrheit von ihnen ist konfessionslos. Mittlerweile über 270 Kirchbauvereine mit Tausenden von Mitgliedern gibt es in Brandenburg. Diese Menschen und viele weitere, die sich vor Ort dafür einsetzen, dass ihre jeweilige Kirche sprichwörtlich im Dorf bleibt, sind ein unermesslicher Schatz für das Land Brandenburg.

Das erfolgreiche Wirken des Förderkreises Alte Kirchen wäre ohne das Engagement vor Ort nicht denkbar. Deshalb möchte ich die heutige Gelegenheit nutzen, unseren vielen Partnern in den Dörfern und Städten Brandenburgs für Ihre Anstrengungen Danke zu sagen. Daran, dass in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Kirchen gerettet, saniert und instandgesetzt werden konnten, waren viele beteiligt: Kirchengemeinden, Kirchenkreise und die Landeskirche, Landkreise und Kommunen, Stiftungen, Institutionen und Einzelpersonen. Mein ausdrücklicher Dank geht auch an das Land Brandenburg – obwohl ich mir doch sehr wünschen würde, dass der von vielen lang ersehnte "Denkmalfonds" endlich einen Platz im Haushalt findet – und mein Dank geht an dieser Stelle an den Landkreis Uckermark, der für andere Landkreise zumindest im Bereich Denkmalpflege durchaus ein Vorbild darstellen kann.

Dafür, dass der Förderkreis Alte Kirchen an diesen Erfolgsgeschichten mitschreiben konnte, danke ich unseren treuen Mitgliedern, Spendern und Förderern. Diese Kirchengebäude weiterhin zu bewahren, ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Der Förderkreis Alte Kirchen wird dabei weiter seinen Anteil leisten und versuchen, auch über die Grenzen Brandenburgs hinaus unsere Kirchengebäude zu Werbeträgern für unser Land zu machen.

Auf die heute erhaltene Auszeichnung bin ich stolz und danke Ihnen, Herr Ministerpräsident, dass Sie zu diesem Anlass wieder einmal den Weg in unsere schöne Uckermark gefunden haben.

 
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Was uns bewegt - der Vorstand berichtet

Die Krise als Chance?

Gerade erst konnte der Förderkreis Alte Kirchen zahlreiche Gratulationen zu seinem 20-jährigen Jubiläum entgegennehmen. Zudem war 2010 das erfolgreichste "Geschäftsjahr" seit seinem Bestehen: Mehr als 113.000 Euro konnten als Zuschüsse beziehungsweise als Kofinanzierungen für konkrete Projekte vor Ort ausgereicht werden. Die Mitgliederzahl unseres Vereins nimmt jährlich um etwa 25 bis 30 Personen zu. Alles in allem ist der Förderkreis Alte Kirchen also ein recht erfolgreicher Verein. Und genau deshalb steckt er in einer Krise.

In den neunziger Jahren konnten die Geschäfte des Förderkreises mehr oder weniger "vom Küchentisch aus" geführt werden. Doch die Zahl der Kontakte in die Regionen nahm zu, der FAK entwickeltes ich immer mehr hin zu einem Dachverband für die zahlreichen lokalen Initiativen, die zunehmend in den Dörfern und Städten entstanden. Seit dem Jahr 2000 ist der Verein Träger des Projektes "Offene Kirchen" mit einer Jahreszeitschrift, um die uns andere Regionen Deutschlands beneiden. Neben der Beratungstätigkeit vor Ort und dem Sammeln von Geldern für Sanierungsarbeiten an maroden Kirchen und ihrer Ausstattung geriet immer mehr auch die Nutzung der Kirchen ins Blickfeld, in denen aufgrund der demographischen Entwicklung immer seltener Gottesdienste gefeiert werden. Veranstaltungsreihen wie "Theater in der Kirche" oder "Musikschulen öffnen Kirchen" entstanden, in denen mit kompetenten Partnern erfolgreich ausprobiert wurde, was in unseren Kirchengebäuden möglich ist. Im Rahmen des von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Projektes "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen" wurde dieser Strang unserer Tätigkeit ausgeweitet. Wichtig war uns auch immer eine gute Öffentlichkeitsarbeit. Neben unseren Publikationen, der Internetseite und so weiter ist dabei der Kontakt zu unseren Mitgliedern und Freunden im Rahmen von Exkursionen und anderen Veranstaltungen von großer Bedeutung.

Dies alles brachte im Laufe der Jahre immer mehr Arbeit mit sich, die bewältigt werden muss. Neben den sichtbaren Dingen ist dabei auch vieles zu erledigen, was "hinter den Kulissen" stattfindet, aber nötig ist, um eine wachsende Institution am Laufen zu erhalten. Mit der Einführung der Computer wurde die Vision des "papier-freien Büros" verkündet. Doch trotz modernster Bürotechnik nehmen die Papierberge auf unseren Schreibtischen zu. Nicht alles, was da zu erledigen ist, macht Spaß. Mit der Aufzählung einzelner Arbeitsschritte möchte ich Sie verschonen...

Dass der Förderkreis Alte Kirchen seine Aktivitäten trotzdem Jahr für Jahr ausbauen konnte, hat er vielen Menschen zu verdanken, die ihm ehrenamtlich und uneigennützig Zeit, Ideen und Arbeitskraft geschenkt haben. Der Nachteil ehrenamtlicher Tätigkeit ist jedoch, dass sie zumeist befristet ist. Mehrere Vorstandsmitglieder haben uns in der letzten Zeit aus beruflichen oder aus Altersgründen verlassen beziehungsweise ihre Arbeit eingeschränkt. Zudem wurde wider Erwarten eine von der Agentur für Arbeit und dem Senat von Berlin zu 100 Prozent geförderte Stelle zum Anfang dieses Jahres nicht verlängert.

Innerhalb des Vorstands wurde in den letzten Wochen viel darüber diskutiert, welche Arbeitsfelder unseres Förderkreises notwendig sind und welche eingeschränkt werden könnten. Das ging hin bis zu der – inzwischen verworfenen – Frage, ob das sehr arbeitsintensive Heft "Offene Kirchen" vielleicht nur alle zwei Jahre erscheinen sollte.

Bisher war es uns möglich, weitgehend ohne öffentliche Mittel auszukommen. Die Arbeit des FAK finanziert sich im Wesentlichen aus Ihren Mitgliedsbeiträgen und Spenden, in den letzten beiden Jahren aus landeskirchlichen Kollekten, Bußgeldern und den Einnahmen aus Veranstaltungen. Auch der Geschäftführer erhält sein Gehalt aus Eigenmitteln des Vereins. Jetzt sind wir dabei, Anträge auf Zuschüsse zu stellen, um möglichst dauerhaft eine Büroleiterin bezahlen zu können. Die Zeiten der Arbeit am Küchentisch sind lange vorbei!

Wenn ich oben von einer Krise sprach, dann meine ich nicht, dass der Förderkreis Alte Kirchen in akuter Gefahr ist, unterzugehen. Noch immer bilden Vorstand und viele ehrenamtliche Helfer eine tatkräftige Mannschaft. Nur ist es nach über zwanzig Jahren angebracht, Bilanz zu ziehen und über Strategien für die Zukunft nachzudenken.

Es ist inzwischen üblich, jede Krise als Chance zu bezeichnen, was oftmals nach dem sprichwörtlichen Pfeifen im Walde klingt. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass der Förderkreis neue Mitstreiter, neue Ideen und Wege finden wird, um weiterhin möglichst flächendeckend die Kirche im Dorf zu lassen.

Dabei sind wir wie bisher auf Ihre Unterstützung und Ihre Ratschläge angewiesen. Vielleicht können Sie uns per Brief oder Mail mitteilen, wie Sie die Arbeit des Förderkreises Alte Kirchen einschätzen, welche Erwartungen Sie an ihn haben und welche Möglichkeiten seiner Unterstützung Sie sehen. Ihre Meinung ist uns wichtig!

Bernd Janowski

 
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Neues von unserer Stiftung brandenburgische Dorfkirchen

Matthias Platzeck übernimmt die Schirmherrschaft

Der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck, übernimmt die Schirmherrschaft über die Stiftung brandenburgische Dorfkirchen. Der Förderverein Alte Kirchen hatte die Stiftung gegründet, um den Erhalt gefährdeter Dorfkirchen als einzigartige Zeugnisse unserer Kultur und Geschichte langfristig sichern zu können. Dieses Anliegen unterstreicht Matthias Platzeck: "Die alten Sakralbauten sind das Kulturerbe unseres Landes. Und häufig genug standen und stehen sie im Mittelpunkt des dörflichen Lebens."

Wie kann die Erfolgsgeschichte weitergeführt werden?

 
SANIERUNG des Dachstuhls der Kirche in Selbelang. Der dortige Förderverein erhielt aus dem Zinsertrag des Stiftungskapitals einen Zuschuss.
Foto: A. Kraft

Nun gut: Das für 2010 hochgesteckte Ziel, zum Ende des Jahres das Stiftungskapital mit 150.000 Euro angeben zu können, haben wir nicht erreicht. Das betrug Anfang 2011 "nur" 138.155,10 Euro (31. Januar). Aber auch – nur 30 Monate nach Gründung der Stiftung – bereits so viel! Damit sind diese Monate doch eine Erfolgsgeschichte. Und das Jahr 2010 erst recht:

Aus den bisherigen Zinsen unseres Kapitals hat der Förderkreis bereits 4.350 Euro an zwei Projekte (Hirschfelde und Selbelang) ausgeben können. Das ist schon mal erheblich mehr, als die meisten unserer Zustifter von 2008 an bis heute einmalig eingezahlt haben. Unsere Zinserträge aber – gut erwirtschaftet durch die Finanzexperten der Evangelischen Kirche in Deutschland – werden Jahr um Jahr, Jahrzehnt um Jahrzehnt zur Verfügung stehen.

Und sicher ist auch: Das langfristige Ziel, irgendwann unser Stiftungskapital mit 250.000 Euro angeben zu können, werden wir zweifellos erreichen. Dazu gibt es im Vorstand des Förderkreises Alte Kirchen bereits Überlegungen, die noch gründlich zu diskutieren und gegebenenfalls der Jahresversammlung am 7. Mai vorgelegt werden sollen.

Und weiterhin bitten wir jene Freunde und Förderer des Förderkreises, die dem Grundgedanken der Stiftung zustimmen, nämlich generationsübergreifend für die Bewahrung von Brandenburgs Kirchen zu wirken, um ihre Unterstützung: Jede Zuwendung an die Stiftung Brandenburgische Kirchen ist uns sehr willkommen und hilfreich.

Arnulf Kraft

Seit ihrer Gründung hat die Stiftung brandenburgische Dorfkirchen in der Öffentlichkeit vielfache Aufmerksamkeit und prominente Fürsprecher gefunden, so auch in Manfred Stolpe, dem ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg und Vorsitzenden des brandenburgischen Landesdenkmalbeirates.

Manfred Stolpe:

Eine wichtige Förderquelle über Jahrzehnte hinaus

 

Die Kirchen in unserem Land sind ein kostbares Gut. Sie prägen das Gesicht von Städten und Dörfern, geben Zeugnis vom Glauben und von der Opferbereitschaft vieler Generationen von Brandenburgern. Sie erinnern in unserer heute stark säkularisierten Zeit daran, dass die Grundlagen europäischer und deutscher Kultur wesentlich durch das Christentum mitgestaltet wurden. So sind die Kirchenbauten mit ihren Kunstschätzen ein Erbe von unschätzbarem Wert, das uns anvertraut ist und uns zu sorgsamstem Umgang verpflichtet.

Mit großer Sympathie verfolge ich die Arbeit des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, der sich die Bewahrung dieses reichen Erbes der Berlin-brandenburgischen Kirchenlandschaft zur Aufgabe gemacht hat und Vorbildliches für die Erhaltung unserer alten Kirchen leistet. Eine nachhaltige Unterstützung dieses Anliegens ermöglicht inzwischen die "Stiftung brandenburgische Dorfkirchen des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V. in der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KIBA)". Ihr gebührt besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung, garantiert sie doch die Förderung von Projekten über Jahre und Jahrzehnte hinaus.

Der Stiftung ist zu wünschen, dass sie dank vieler weiterer Zustifter noch an Gewicht und Möglichkeiten gewinnt zum Besten unserer alten Kirchen.
 

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Wo ist unser Geld geblieben? – Wir fragten diesmal nach in Gollmitz (Uckermark)

Ein schlichtes geschmiedetes Kreuz als Zeichen unbeirrbarer Zuversicht

Mit rund 2.000 Euro unterstützte der Förderkreis Alte Kirchen bisher die Sanierung der Dorfkirche Gollmitz. Zugegeben: gemessen an dem gewaltigen Umfang der Aufgaben zur Rettung des baufälligen Feldsteinbaus aus dem 13. Jahrhundert ist das nur ein ganz geringer Beitrag. Doch wo viele ihre großen oder kleinen Zuwendungen zusammenlegen, kommt eine beträchtliche Summe zustande. Dem 1995 gegründeten Freundeskreis der Gollmitzer Dorfkirche gelang es, eine stattliche Zahl von Förderern mit ins Boot zu holen und weitere Mittel einzuwerben.    
 

In der jüngeren Vergangenheit war das Schicksal der kleinen Kirche nicht immer gnädig gewesen. In den Zwanzigerjahren hatten die Patronatsherren noch eine gründliche Restaurierung veranlasst. 1945 aber wurden die Grafen von Arnim enteignet, der Sakralbau wurde staatliches Eigentum, was nicht hieß, dass sich der Staat auch für die Erhaltung verantwortlich sah. Die Kosten dafür bürdete man nach wie vor der Kirchengemeinde auf. Die versuchte ihr Bestes unter schwierigen Bedingungen; die gesamte Dorfbevölkerung brachte viele persönliche Opfer, um den Verfall zu verhindern. Dennoch musste man sich später von der nicht mehr zu rettenden einst einzigartigen barocken Innenausstattung trennen. Man baute sich Altar, Kanzel und Taufe aus Ziegelsteinen; ein Schlosser der LPG schmiedete aus Eisen ein schlichtes Kreuz, das noch heute über dem Altar vom ungebrochenen Willen der Gollmitzer kündet, ihre Kirche im Dorf zu lassen.

 
Fotos: Siegfried Graewer (oben), Bernd Janowski

Zwanzig Jahre später aber schien der Schwamm im Gebälk das endgültige Aus zu besiegeln. 1995 drängte der Gollmitzer Bürgermeister auf Gründung eines Fördervereins als einen Ansprechpartner, der es rechtfertigt, öffentliche Gelder für das Kirchengebäude zu vergeben. In Zusammenarbeit von Kommune und Kirchengemeinde wurde das Dach komplett erneuert. Eine kleine Wiedergutmachung für die Situation in DDR-Zeiten, als man die Kirchengemeinde mit dem verfallenden Gotteshaus im wahrsten Sinne des Wortes hatte im Regen stehen lassen?

Mit dem Staatskirchenvertrag von 1998 wurden viele Patronatskirchen vom Land Brandenburg an die Evangelische Kirche übertragen, seit 1999 ist die Kirchengemeinde Gollmitz Eigentümer des Gotteshauses. Von nun an aber war mit einer größeren Förderung durch die Kommune nicht mehr zu rechnen. Freundeskreis und Kirchengemeinde mussten neue Wege suchen. Heute weist das Finanzierungsdiagramm einen Anteil von mehr als 30 Prozent der Instandsetzungskosten aus öffentlichen Mitteln – von EU, Bund, Land, Kreis und Kommune – aus. Weitere Beträge kommen unter anderem von der Landeskirche und dem Kirchenkreis, von der Denkmalpflege, von der Sparkasse/Ostdeutsche Sparkassenstiftung und der Deutschen Bank. Bleiben aber immer noch beträchtliche Summen, die Freundeskreis und Kirchengemeinde – von Anbeginn in enger Verbindung – als Eigenmittel einzubringen haben.

Viel ist inzwischen geschehen: Das Dach von Sakristei und Gruft wurde saniert, Teile des Mauerwerks sind verputzt worden, die Fenster im Ostgiebel erhielten drei modern gestaltete farbige Chorfenster, entworfen und hergestellt von dem Annenwalder Künstler Werner Kothe und finanziert aus Spendenmitteln des Freundeskreises. 2005 konnte der Abschluss der Außensanierung gefeiert werden.

Jetzt bemüht man sich um die Neugestaltung des Innenraums. Ein Konzept wurde bereits erarbeitet. "Die Umsetzung fällt besonders schwer, da die Finanzierung nur über private Spender und Förderer möglich ist", sagt Jürgen von Chamier, Vorsitzender des Freundeskreises. Vieles ist zu tun: Fußbodenerneuerung, Emporeneinbau, neue Bänke und Eingangstür, Heizung. Und seit sich hier etwas tut, taucht auch manches gute alte Stück aus dem einstigen Inventar wieder auf, das Gollmitzer vor der Zerstörung gerettet hatten: eine der Wappentafeln derer von Oertzen – einst zierten 34 davon die Empore, nur zwei waren bisher erhalten geblieben. Und auch eine alte Nottaufschale kam zurück. Noch in diesem Jahr soll die Kirche auch einen künstlerisch gestalteten Altar und ein Taufbecken erhalten; das Geld dafür hat man schon beisammen.

Die Gollmitzer haben bei all ihrem aufopferungsvollen und ideenreichen Wirken für ihre Kirche nie Schulden gemacht und wollen das auch künftig nicht tun. Bei ihnen ist unser Geld und das aller anderen Förderer in guten Händen.

Eva Gonda

 
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Mit alten Autos zu alten Kirchen

Eine ungewöhnliche Initiative des Förderkreises

 
EIN LAUBFROSCH – so heißt der Oldtimer – vor noch älterem Hintergrund
Fotomontage: HASCOmedia

Wenn man es genau betrachtet, arbeitet der FAK auf zwei Ebenen: einmal bei der direkten Hilfestellung für sanierungsbedürftige Kirchengebäude und zum anderen bei der Gewinnung der Bevölkerung für diese erhaltenswerten Bauwerke, sprich: das bürgerschaftliche Engagement. Die letztere Aufgabe darf nicht gering geschätzt werden, denn von ihrer Bewältigung hängt die weitere Zukunft der jetzt geretteten Kirchenbauten ab. Sie würden wieder verfallen, wenn sich niemand für sie interessiert und einsetzt.

Im weitgehend entchristlichten Brandenburg kann man viele Menschen nicht direkt auf Kirchenprobleme ansprechen, selbst wenn dies eigentlich die Probleme von Kulturbauwerken sind. Die Leute "schalten ab": Mit der Kirche habe man nichts zu tun, heißt es dann. Folgerichtig versucht der FAK, das Interesse dieser Menschen auf andere Weise zu wecken, denn die meisten interessieren sich sehr wohl für Schönheit und Kultur, erfreuen sich im Urlaub an Kunstdenkmalen und gehen in Museen. Man muss ihnen nur nahe bringen, dass eben auch das Kirchengebäude im nächsten Dorf mit seiner Ausstattung ein sehenswertes Kulturdenkmal ist, an dem sie oft täglich in gleichgültiger Gewohnheit vorüberfahren.

In diesem Sinne hatte der FAK schon vor einigen Jahren einen landesweiten Schulwettbewerb ausgeschrieben: "Der Schatz meines Heimatdorfes". Gemeint war die Kirche, die sich die Kinder öffnen und erläutern lassen sollten, um dann das Gesehene und Gehörte in Bild und Wort zu Papier zu bringen. Die Resonanz war erfreulich; viele junge Eltern erzählten, dass sie bei dieser Gelegenheit zum ersten Male mit den Kindern in ihrer Kirche gewesen sind.

Am 9. und 10. September dieses Jahres wird der FAK nun die "1. Dorfkirchen Oldtimer Rallye 2011" im südlichen Brandenburg veranstalten. Partner ist der Automobilclub von Deutschland (AvD), der die technische Organisation übernimmt. Zu der zweitägigen Rundfahrt mit dem frisch renovierten Schlosshotel Fürstlich Drehna als Startort und Ziel erwarten wir rund 50 Wagen mit in der Regel je zwei Insassen, also etwa 100 aktive Teilnehmer. Dazu kommt ein Tross von Hilfskräften.

Die Teilnehmer fahren einen vorgeschlagenen Rundkurs (Fahrtenbuch), der sie zu sehenswerten Dorfkirchen führt. Das Fahrtenbuch enthält außer der Routenkarte Beschreibungen der zu besuchenden Kirchen; auf einer Extra-Karte sollen nach Besichtigung der Kirchen jeweils drei Fragen beantwortet werden. Und schließlich interessieren uns natürlich der Gesamteindruck, den die Teilnehmer bei ihren Kirchenbesuchen empfangen haben, ihre persönliche Wertung, aber auch Anregungen für die Belebung des Tourismus.

Die Fahrtroute ist wie folgt vorgesehen:

Freitag, 9. September:

Fürstlich Drehna – Dorfkirche Massen – Marktplatz Finsterwalde – Dorfkirche Lugau – Dorfkirche Lindena – Dorfkirche Trebbus – Fürstlich Drehna (alle Kirchen im Kreis Elbe-Elster).

Sonnabend, 10. September:

Fürstlich Drehna – Dorfkirche Bornsdorf (Dahme-Spree) mit kurzer Andacht – Marktplatz Luckau – Dorfkirche Waltersdorf (Teltow-Fläming) – Dorfkirche Lebusa (Elbe-Elster) – Fürstlich Drehna.

Unterwegs gibt es auf den Marktplätzen in Finsterwalde und Luckau "Schaustopps" und eine Geschicklichkeitsprüfung. wobei die besonderen Details der alten Autos erklärt werden und der FAK sein Anliegen darlegt.

Die Pfarrer der zu besuchenden Kirchen begrüßen die Idee, manche haben schon eigene Veranstaltungen am Besuchstag vorgesehen. Gemeinden, Fördervereine und Gewerbeunternehmen der Region können sich in den Orten mit Ständen vorstellen, Benefizverkäufe veranstalten und für sich werben.

Da es ein breites Medienecho geben wird, erwartet der FAK von dieser Aktion ein allgemeines öffentliches Interesse, Wahrnehmung der bestehenden Probleme für Kulturgüter, Spenden für die am Projekt teilnehmenden Kirchen und hier und da vielleicht eine dauerhafte Hilfe für seine Arbeit. Die Aktion dient sicherlich auch dem Tourismus der Region. Erfüllt die Rundfahrt die Erwartungen, soll sie auch in anderen Regionen Brandenburgs fortgeführt werden.

Etwa die Hälfte der entstehenden Kosten werden durch die Teilnehmer an der Rundfahrt über Startgelder aufgebracht; für den Rest sucht der FAK nach Sponsoren, denn natürlich soll die Finanzierung unserer anderen Projekte durch diese Initiative nicht eingeschränkt werden.

Dr. Hans Krag

 
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Geborstene Mauern in Würde bewahren und neu beleben

 
IN AKUTER NOT

Diesmal erbitten wir Ihre Spende für die

DORFKIRCHE FLIETH

(Landkreis Uckermark)
 

Dorfkirche Flieth  
 Großbildansicht

Der heutige Besucher findet auf dem Friedhof des uckermärkischen Dorfes Flieth lediglich eine – wenn auch malerische – Kirchenruine. Die Umfassungsmauer aus verputzten Feldsteinen ist einschließlich des Chores bis in Traufhöhe erhalten. Die Spitze des querrechteckigen Turmschaftes erscheint wie mit einem scharfen Messer abgeschnitten. Dass der filigrane Triumphbogen noch immer das Kirchenschiff überspannt, grenzt an ein Wunder. Aus Mangel an schriftlichen Überlieferungen lässt es sich nicht mit letzter Sicherheit sagen, aber vermutlich war diese Kirchenruine einmal das Gotteshauses eines nur kurze Zeit bei dem Dorf Flieth existierenden Nonnenklosters.

Nach einer Urkunde aus dem Jahre 1269 – der einzig erhaltenen – stattete der Ritter Heinrich von Stegelitz ein von ihm gestiftetes Benediktinerinnenkloster Marienpforte mit Besitz unter anderem in Marienvlete (Flieth) aus. Leider jedoch hatte der stolze Ritter, der hier sicher eine Grablege für seine Familie schaffen wollte, die Rechnung ohne den brandenburgischen Markgrafen gemacht. Klostergründungen waren zur damaligen Zeit ausschließlich dem Landesherren vorbehalten und so wurde der laut Urkunde bereits vorhandene Konvent wieder aufgelöst. Die Nonnen siedelten vermutlich in die Zisterzienserklöster Boitzenburg und Seehausen über. Nur eine kurze Episode also. Ob bereits mit dem Bau der eigentlichen Klosteranlage begonnen worden war, lässt sich nirgends nachweisen. Und auch die Vermutung, die Fliether Kirche wäre mit der ehemaligen Klosterkirche identisch, stützt sich lediglich auf den damals verwendeten Ortsnamen Marien-vlete. Allerdings ist der Fliether Kirchenbau mit seinen Maßen von 36 mal 12 Metern schon recht stattlich und von der Größe her der ebenfalls zerstörten Klosterkirche in Boitzenburg vergleichbar.

Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg wurde die unter dem Patronat der Familie von Stegelitz stehende Dorfkirche in Flieth wieder aufgebaut und erhielt 1714 einen Turm. Durch die Kriegswirren nicht betroffen war wohl der Innenraum, denn es hatte sich ein bemerkenswerter Renaissance-Altar aus dem Jahr 1601 erhalten, der einer Werkstatt in Lübeck zugeschrieben wurde. Der Prenzlauer Pfarrer und Heimatforscher Rudolf Ohle schrieb 1913 über die Fliether Kirche, sie gehöre zu den wenigen, "in denen uns sofort ein behagliches Fluidum umfängt". Den erwähnten Altaraufsatz bezeichnete er als "das verkörperte Hohelied auf die Schönheit der Farbe und der Form".

Ende April 1945 wurde die Fliether Kirche nach einem russischen Fliegerangriff beschädigt und brannte aus. Letztmalig 2001 fanden Sicherungsarbeiten an der Ruine statt, die sich jedoch auf das nötigste beschränkten.

Im letzten Jahr nun hat sich der Zustand der Kirchenruine dramatisch verschlechtert. Wiederholt fallen Ziegel aus der Mauerkrone, was wegen des den Bau umgebenden Friedhofes zur Gefahr für Leib und Leben der Besucher wird.

Noch in diesem Jahr möchte die Kirchengemeinde nun eine endgültige Sicherung vornehmen lassen und die gesamte Mauerkrone darüber hinaus mit einer Zinkblechabdeckung versehen. Wie bereits in der Vergangenheit sollen in der Kirchenruine Flieth auch weiterhin wieder Gottesdienste und Konzerte unter freiem Himmel stattfinden.

Der Förderkreis Alte Kirchen hat zugesagt, die nötigen Instandsetzungsarbeiten mit einem Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro zu unterstützen. Für weitere Spenden wären wir dankbar.

Text und Foto: Bernd Janowski

Weitere Informationen:
Evang. Pfarramt Gerswalde; Ziegenwinkel 18; 17291 Gerswalde; Tel.: 039887 227

Spendenkonto:
Förderkreis Alte Kirchen; Kto.-Nr. 51 99 76 70 05; BLZ 100 900 00; Berliner Volksbank; Kennwort: Flieth

 
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Regionalbetreuer des Förderkreises berichten aus ihren Regionen

Ein Förderverein wird gegründet

Dr. Ulrich Luig, Potsdam-Mittelmark:

"Die Kirche soll man im Dorf lassen", sagt der Volksmund. Dass eine Kirche aus dem Dorf entfernt wird, geschieht eher selten. Häufiger kommt es vor, dass Kirchen baufällig werden. So zum Beispiel in Schäpe, einem kleinen Ort in der Nähe von Beelitz. Dachziegel fielen vom Turm, der Außenputz war lange schadhaft. Der Ortsbeirat nahm sich der Sache an und wandte sich an die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark mit der Bitte, die Kirche zu begutachten. So geschah es auch. Dabei wurden nicht nur Schäden an der Schiefereindeckung des Turmes, sondern – wie so häufig – auch am Balkentragwerk des Kirchenschiffes festgestellt. Ein Schadensgutachten war schon länger erstellt worden, Kostenpunkt: etwa 200.000 Euro. Die Kirchengemeinde lud zu einem Bürgertreffen ein, um über die Kirchenrestaurierung zu beraten. Die Beteiligung war groß, niemand wollte mit einer Kirchenruine im Dorf leben. Die Gründung eines Fördervereins wurde beschlossen, auf einer weiteren Sitzung über eine Vereinssatzung beraten.

Aber wie gründet man einen Förderverein? Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg (FAK) wird um Hilfe gebeten und ein Besuch des Regionalbeauftragten des FAK vereinbart. Bei dem Besuch werden die Satzung und die weiteren rechtlichen Schritte besprochen: Was gehört in eine Satzung, was nicht? Wie bekommt man die Gemeinnützigkeit für steuerabzugsfähige Spendenquittungen? Die nächsten Schritte: Erst die Prüfung der Satzung beim Finanzamt, dann die Gründungsversammlung, danach zum Notar zur Beglaubigung der Personalien des Vorstands und erst dann der Antrag beim Amtsgericht auf Eintragungen in das Vereinsregister.

Auch die Kirche wird besichtigt. Wer sich zum ersten Mal in der Kirche und im Dorf umsieht, dem fallen Dinge auf, über die die Bewohner des Dorfes schon lange hinwegsehen. Zum Beispiel, dass die hässlichen schwarzen Kabel für die Deckenlampen in der Kirche leicht durch weiße Kabel zu ersetzen wären. Oder dass die Entwürfe zum Bau der Kirche von dem berühmten Baumeister Karl Friedrich Schinkel den Namen "Schinkel-Kirche Schäpe" eher rechtfertigen würden als nur das bescheidenere "Dorfkirche Schäpe". Oder dass der florierende Gasthof "Spargelhof" ein guter Ort wäre, um für Besichtigungen und Veranstaltungen in der Kirche zu werben.

Bei der Gründungsversammlung des "Fördervereins Schinkel-Kirche Schäpe" ein paar Monate später sind ca. 30 Leute gekommen, auch der Bürgermeister und der Inhaber des Gasthofs "Spargelhof". Letzte Korrekturen an der Satzung werden vorgenommen, der Vorstand und eine Kassenprüferin werden gewählt. Es herrscht Aufbruchstimmung. Man verabredete sich zu einem Umtrunk am Neujahrstag vor der Kirche. Ein guter Start in das neue Jahr.

Mosaiksteine vielfachen Erfolgs

Arnulf Kraft, Havelland:

Allein im Landkreis Havelland hat der FAK guten Kontakt zu 22 lokalen Vereinen, die sich den Erhalt und die Pflege ihrer örtlichen Kirche – 20 Dorfkirchen und zwei Stadtkirchen – zur Aufgabe gemacht haben. Viele von ihnen sind durch den Förderkreis Alte Kirchen mit auf den Weg gebracht worden und die meisten nehmen den FAK immer wieder als zuverlässigen Berater und Partner in Anspruch. Fast ausnahmslos gilt für diese Vereine, dass sie über die Jahre erfolgreich sind, wenn sie oft auch mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten.

Hier nur einige Beispiele, die vielfach fortgesetzt werden könnten:

In Buckow (bei Nennhausen) verhandelte die zuständige evangelische Gemeindeleitung bereits über die Aufgabe der alten Wallfahrtskirche. Das war der Auslöser für die Gründung eines Fördervereins, der seitdem sehr erfolgreich die großartige Kirche betreut und zu gut besuchten Veranstaltungen darin einladen kann. Der Förderkreis Alte Kirchen war und ist beratend beteiligt. Eher kein Zufall: Das Foto der Buckower Kirche wird die Titelseite der "Offene Kirchen 2011" zieren.

Den Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche in Ferchesar gibt es seit 2006. Schon im Folgejahr konnte der rührige Verein ein 2.500-Euro-Startkapital des FAK entgegennehmen. Im Frühjahr will man nun eine Außenbeleuchtung der schmucken Kirche installieren, dann soll die gesamte Elektrik erneuert werden.

Kürzlich gegründet – nach Beratung durch den FAK – wurden Kirchenfördervereine in Friesack und im nahen Vietznitz. In Friesack geht es vor allem um die Erhaltung des städtebaulichen Ensembles Kirche und Pfarrhaus.

In den nahe gelegenen Orten Görne und Kleßen gibt es seit Jahren eigene Kirchenfördervereine, beide erfolgreich tätig, u.a. mit sehenswerten Ausstellungen und beide auch Mitgliedsvereine im FAK. Die Kleßener Kirche ist 2010 umfänglich saniert und "ein richtiger Hingucker" (MAZ) geworden.

In Pessin wurde 2010 – wieder mit Hilfe des FAK – der dortige Förderverein Kirche Pessin gegründet, um für die große, stark geschädigte Kirche ein Sanierungs- und langfristiges Nutzungskonzept zu entwickeln. Die Internet-Seite des Vereins (www.foerderverein-dorfkirche.pessin-online.de) zeigt, wie aktiv dieser schon ist. Ein besonderes Projekt wird der Einbau eines Sanitär-Bereichs in den Turmsockel der Kirche sein. Diese Maßnahme erst wird weitere und größere kulturelle Nutzungen der Kirche ermöglichen.

Die derzeit größte Herausforderung liegt vor dem im Januar gegründeten Förderverein Autobahnkirche Zeestow. Hier soll die von der Kirchengemeinde längst entwidmete Dorfkirche zu einer "Autobahnkirche" hergerichtet und damit gerettet werden. Der FAK will das Vorhaben aktiv fördern; die erste ausgezahlte Förderung 2011 galt diesem Projekt. In den nächsten Jahren sollen dort Maßnahmen für fast eine Million Euro realisiert werden.

 

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Traditioneller Neujahrsvortrag des FAK

Kunstwerke – aus ihren Nischen ins Blickfeld geholt

Es war ein Vortrag, der neugierig machte: auf mittelalterliche Kunstwerke, deren Wert mancher beim Besuch märkischer Dorfkirchen so nie erkannt hätte; auf Kostbarkeiten, die ein Nischendasein führen und auch in Museen oder Fachbüchern bisher kaum vorkommen; neugierig auch auf eine Ausstellung ab Herbst in Potsdam, die vielen die Augen öffnen wird für die reiche mittelalterliche Kunst, die Brandenburgs Kirchen beherbergen.

Dabei waren die Besucher in der bis auf den letzten Platz besetzten Berliner St.-Matthäus-Kirche keineswegs unerfahren in diesem Metier. Eingeladen hatten der Förderkreis Alte Kirchen, der Verein für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte und die Stiftung St. Matthäus. Aber Dr. Peter Knüvener wusste in Lichtbildern und Erläuterungen manche Überraschung zu präsentieren, dazu den geschichtlichen und religiösen Hintergrund dieser vielseitigen und kulturell spannenden Epoche in der Mark.

Wer ist sich dessen bewusst, dass das Kurfürstentum Brandenburg einst zu den mächtigsten Territorien des Reiches gehörte? Gerade in den Kirchen finden sich viele qualitätsvolle Zeugnisse dieser vergangenen Blütezeit. Peter Knüvener stellte sie auf der Leinwand vor: einzigartige romanische Skulpturen und gotische Flügelaltäre. Ihre Figuren verweisen auf Schnitzwerkstätten zumeist in anderen Regionen, da diese bildenden Künstler in der Mark selten zu finden waren. Einstiges Altargerät ist vielfach verschollen, gibt keinen Aufschluss mehr über die in einzelnen Dorfkirchen ausgeübte Liturgie. Umso kostbarer sind die Einzelstücke, die in wenigen Kirchen, aber in einigen Museen bewundert werden können.

Manche bedeutenden mittelalterlichen Kunstwerke sind in den Wirren der Zeit auch auseinandergerissen worden, tauchten oft unerkannt in ganz entfernten Gegenden auf. Jetzt bemühen sich offizielle Stellen um die Zusammenführung, so zum Beispiel der Figuren des Perleberger Altars. Peter Knüvener schilderte ebenso die diffizile Kleinarbeit der Restauratoren, um Kunstwerke zu retten, die der Schwamm angegriffen oder der Holzwurm zerbröselt hat, deren Farben verblasst oder verschwunden sind. – Es war ein Spaziergang für Neugierige durch die mittelalterliche Kunstlandschaft Brandenburgs, der für manchen Besucher ein Wiedersehen, für viele aber auch eine Neuentdeckung brachte.

Dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg lag es auch mit dieser Veranstaltung daran, auf die Verantwortung unserer heutigen Generation für die Erhaltung der uns überkommenen so zahlreichen und vielgestaltigen Schätze zu verweisen, auf sie aufmerksam zu machen und die Pforten zu öffnen für ihre Bewunderer.

 

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Ein mittelalterlicher Altar sucht seine Retter

Fredersdorf Altar  
 Großbildansicht

In diesem Jahr will das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam nun der mittelalterlichen Kunst in Brandenburg eine eigene Ausstellung widmen. Sie wird von Dr. Peter Knüvener als Kurator betreut.

Unter den bedeutenden Exponaten, die in dieser Zusammenstellung erstmals zu bewundern sind, wird auch der Flügelalter aus der Dorfkirche im uckermärkischen Fredersdorf zu sehen sein – eine Arbeit von hoher Qualität. In seiner heutigen Verfassung aber zeugt der Altar stellvertretend auch vom beklagenswerten Zustand so manchen mittelalterlichen Kunstwerks. An den Flügeln blättert die Farbe ab, der gesamte Altaraufsatz ist so instabil, dass er einen Transport zum Ausstellungsort in Potsdam nicht überstehen würde. Allein für seine Notsicherung sind Kosten in Höhe von rund 6.500 Euro veranschlagt worden.

3.000 Euro stellte der Förderkreis Alte Kirche bereits für erste Sicherungsmaßnahmen zur Verfügung; weitere 500 Euro kamen noch am Vortragsabend durch eine Sammlung unter den Teilnehmern dazu. Und auch in der Potsdamer Ausstellung wird der FAK um Spenden für den Altar werben. Denn bevor er wieder in seinen Heimatort zurückkehren kann, soll er behutsam restauriert werden.

Eva Gonda
Foto: Bernd Janowski

 

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Ziel: Ein rettendes Netzwerk über Grenzen hinweg

Ergebnisse der ersten internationalen Konferenz zur Bewahrung von Gottesdienststätten in Europa

Im November 2010 fand in Canterbury/England die internationale Konferenz zur Bewahrung von Gottesdienststätten in Europa statt, d. h. von Kirchen, Synagogen, Moscheen und anderen Gottesdienststätten. Eingeladen hatte zur ersten Zusammenkunft dieser Art der englische Churches Conservation Trust. Mit über fünfzig Repräsentanten von Kirchen, Stiftungen, staatlichen Denkmalinstitutionen, Nichtregierungsorganisationen, Fördervereinen und Treuhandorganisationen sowie der kirchlichen Bauforschung waren fast alle europäischen Länder vertreten. Ziel der Konferenz war es, ein europaweites Netzwerk zu gründen, um die Bedeutung des europäischen Kulturerbes an Sakralbauten zu unterstreichen und dessen Bewahrung zu unterstützen.

Bislang gibt es in Europa kein übernationales Forum, das sich diesem Ziel verschrieben hat. Eine überkonfessionelle, überstaatliche und die Nichtregierungsorganisationen einbeziehende Zusammenarbeit auf dem Gebiet ist bis jetzt nicht vorhanden. Diese Lücke ist umso gravierender, als europaweit immer mehr Kirchen und andere Gottesdienststätten in ihrer Substanz gefährdet sind und die Mittel zu ihrer Erhaltung unter der drückenden Schuldenlast vieler Staatshaushalte gekürzt werden. Ganz dramatisch ist dies in Großbritannien, wo Kürzungen für den Denkmalschutz um nahezu 30 Prozent angekündigt wurden.

Aus Deutschland nahmen je ein Vertreter der Förderkreise Alte Kirchen Berlin-Brandenburg und Marburg sowie der Präsident der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst teil. Auf britischer Seite war die Anglikanische Staatskirche, der Churches Conservation Trust, der National Churches Trust und – als Vertreter der Katholischen Kirche, der Freikirchen und der Jüdischen Gemeinden – der Historic Chapels Trust und als Denkmalfachbehörde English Heritage vertreten. Besonders stark repräsentiert waren die skandinavischen Länder mit Vertretern der lutherischen Kirchen in Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark sowie Vertreter der staatlichen Denkmalämter. Die übrigen Länder wurden durch Vertreter der Kirchenbauwissenschaft, kirchennaher Förderorganisationen, nationaler Kulturerbe-Verwaltungen und bürgerorganisierter Fördervereine repräsentiert, z. B. dem Verein "Sauvegarde de l‘Art Francais", der jährlich rund 1,5 Millionen Euro an Zuschüssen zur Erhaltung gefährdeter Kirchen und Kapellen in Frankreich ausgibt. Auch ein erfahrener kanadischer Experte gab einen Bericht aus kanadischer/amerikanischer Sicht.

Das Forum spiegelte somit einen breiten europäischen Querschnitt von kirchlichen, staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen sowie von Bürgerinitiativen wider, die sich die Erhaltung des religiösen Kulturerbes auf die Fahnen geschrieben haben. Die Konferenz unter dem Titel "Working together for Historic Places of Worship in Europe" war von englischer Seite inhaltlich und organisatorisch gründlich vorbereitet worden. Sie wurde auf professionelle Weise ergebnisorientiert geführt. Alle Vertreter der Länder waren gebeten worden, einen Länderbericht zur Lage ihrer Gottesdienststätten sowie eine Fallstudie zur spezifischen Arbeit der Förderorganisationen vorzulegen. Die Leiterin des schwedischen Staatsdenkmalamtes, zur Zeit Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft der Denkmalämter in Europa, eröffnete die Plenarveranstaltung mit einem Überblick insbesondere der schwedischen Erfahrungen. Daran schlossen sich Arbeitsgruppensitzungen an, in denen die Länderfälle vorgestellt und diskutiert wurden. In interaktiven Arbeitsschritten wurden schließlich die wichtigsten Befunde und Aktionsfelder benannt, die im Rahmen eines europäischen Netzwerkes von Initiativen und Maßnahmen weiter verfolgt werden sollten.

Als wichtigste Aktionsfelder wurden befundenen:

Informationsaustausch über Probleme, Vorgehensweisen und Erfolge von Erhaltungsmaßnahmen, Austausch von "best-practices" regelmäßiger Bauunterhaltungsmaßnahmen, Hervorhebung der Bedeutung religiöser Stätten für Identität und Spiritualität, Austausch von "best-practices" zur erweiterten Nutzung von Gottesdienststätten, gezielte Nutzung des jährlichen europäischen Tags des Denkmals im September, Öffnung von Gottesdienststätten als öffentliche Räume für Traditionspflege und zeitgenössische Kunst und Kultur, Öffnung der religiösen und kulturellen Bedeutung sakraler Gebäude für die europäische Gesellschaft, Fundraising auf europäischer Ebene und Austausch entsprechender Erfahrungen, Unterstützung der Sichtbarmachung der kulturhistorischen und gesellschaftlichen Bedeutung von Gottesdienststätten, Erstellen einer Gefahrenliste auf europäischer Ebene, aktualisiert mit Erfolgsbeispielen, Erstellen einer Liste internationaler und europäischer Finanzierungsquellen für die Erhaltung religiöser Stätten, Unterstützung bei Gründung und Aufbau lokaler Förderinitiativen, die zum unmittelbaren Handeln befähigt sind, Austausch von Expertisen in den Bereichen Ausbildung, Beratung und Organisationen-Entwicklung, Ausbau der Website (www.placesofworshipeu.org) unter Einbeziehung der o.g. Aktionsfelder.

Konkretes Ergebnis der Konferenz ist der "Beschluss zur Gründung eines Netzwerkes, das sich der Bewahrung des europäischen Kulturerbes von Gottesdienststätten verpflichtet". Alle kirchlichen, kirchennahen, staatlichen und nicht-staatlichen, wissenschaftlichen sowie denkmalpflegerischen Organisationen und Bürgerinitiativen sind eingeladen, in diesem Netzwerk mitzuwirken. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg teilt diesen Beschluss und unterstützt mit einer Absichtserklärung die Gründung eines Sekretariats für das Netzwerk beim Churches Conservation Trust. Als bemerkenswert kann schließlich festgehalten werden, dass von vielen Teilnehmern die Verknüpfung der beiden Dimensionen cultural heritage (Kulturerbe) und religious belief (Glaube) als unabdingbar für die langfristige Bewahrung von Gottesdienststätten gesehen wurde.

Dr. Uwe Otzen

 

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Herberge im Turm und ein Wegemuseum

Fünf Jahre Pilgerweg Berlin-Wilsnack – Im August wird gefeiert

Mit einem Festgottesdienst in Bötzow war im Mai 2006 der Pilgerweg Berlin-Wilsnack eröffnet worden. Seitdem haben sich schon viele auf den Weg gemacht; 2010 waren es rund 1000 Pilger, die sich auf diesen historischen Weg begaben.

Von Jahr zu Jahr werden die Angebote für Pilger besser. Es gibt Pilgerausweise, neuerdings auch am Anfang des Weges in der Marienkirche Berlin sowie in der Stadtinfo Hennigsdorf oder in Bötzow. Sie dokumentieren die Stationen des Weges.

Unterwegs tut sich immer etwas Neues: Beispielsweise wird gerade in Barsikow – auf der Hälfte des Weges – der Kirchturm über zwei Ebenen als Herberge für Übernachtungen ausgebaut. Acht Betten werden dann zur Verfügung stehen. Der Gemeinderaum im unteren Turmbereich soll mit Küche und Sanitärtrakt versehen werden, so dass sich Gäste hier ihre Mahlzeiten selbst zubereiten können. In Wusterhausen wird am 1. Juni ein "Wegemuseum" öffnen und in der "Kleeblattregion" um Kyritz möchte ein "Arbeitskreis Pilgern" das Quartierangebot verbessern.

Seit 2008 informiert die Ausstellung "Wunder Wallfahrt Widersacher" in der Wunderblutkirche über die Wilsnacker Wallfahrt. Dieses Jahr wird dorthin sogar ein original mittelalterliches Pilgerzeichen "zurückkehren". Rund um die Kirche wird am 20. August 2011 das Pilgerfest gefeiert. Wir gratulieren.

Susanne Gloger

Weitere Informationen unter: www.wege-nach-wilsnack.de

 

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Verschwunden – aber nicht vergessen

Hier wollen wir in zwangloser Folge an Dorfkirchen erinnern, die im vorigen Jahrhundert verschwunden sind. In ihren Gemeinden ist das Andenken oft tief verwurzelt.

Die Kirche von Golzow

     
Archiv Norbert Trebeß Ephoralarchiv Seelow Norbert Trebeß

gehört zu jenen 28 Gotteshäusern, die allein im Kirchenkreis Seelow kriegszerstört, in der Nachkriegszeit verwüstet oder später abgerissen wurden. Die ursprüngliche Kirche aus dem 18. Jahrhundert war 1854 zu einem imposanten kreuzförmigen Bau umgestaltet worden; nach den Kämpfen im April 1945 waren nur noch die Grundmauern vorhanden.

Auch wertvolles Inventar ging damals verloren, so ein Barockkelch (1737) und eine vergoldete Patene (1689). Die zwei Glocken, 1748 bzw.1751 gegossen, hatten schon für die beiden Weltkriege geopfert werden müssen. Der Rest der Grundmauern wurde in den 1950er Jahren abgetragen, an den Standort erinnert heute eine Gedenktafel. Im Pfarrhaus richtete sich die Gemeinde einen Kirchsaal ein, die Glocken im Torbogen des Grundstückes stammen aus dem Jahr 1955.

s.a. Märkische Oderzeitung vom 27. Februar 2010: Gottesdienste im einstigen Billardraum

 

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Eine Anregung auch für Kirchen-Fördervereine

Wie man Spender für unsere Projekte in aller Welt gewinnen kann

Bitte stellen Sie sich vor, dass es in Ihrer Umgebung eine kleine Bühne gibt, auf der zwei Menschen zusammentreffen: einer, der für sein ganz persönliches soziales Anliegen nach Unterstützung sucht, und ein anderer, der sich bereit erklärt, dieses Anliegen zu fördern. Diese einfache Idee menschlicher Übereinkunft ist nunmehr durch die Erfindung des Internets mit seinen globalen Kommunikationsmöglichkeiten Wirklichkeit geworden. Sie hat die "Welt des Fundraising" auf einer großen Bühne vereinigt. Die Erfinder dieses Gedankens, zwei deutsche Teams, die sich mit den Namen Till Behnke sowie Stephan und Joana Breidenbach verbinden, haben eine solche globale Internet-Plattform geschaffen und sie "betterplace.org" genannt. Sie soll eine der möglichen Brücken zwischen sozialem Bedarf und neuen Möglichkeiten der Förderung schlagen. Betreiber dieser Internetplattform ist die "gut.org gemeinnützige Aktiengesellschaft" mit Sitz in 10997 Berlin, Schlesische Straße 26, als gemeinnützige AG beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg registriert.

Ich habe in der Sophien-Gemeinde in Berlin, wo wir unser Büro haben, Joana Breidenbach im November letzten Jahres getroffen, eine sozial sehr engagierte Frau. Ich fragte sie, ob denn auch die Förderung von Maßnahmen zum Erhalt unserer Kirchen unter solche "sozialen Anliegen" falle. Ihre Antwort: "Ja, gewiss doch, alle Vereine mit Gemeinnützigkeitsbescheid." Seitdem lässt mich der Gedanke nicht mehr los, solche On-line-Spenden-Aktionen auch für unsere Anliegen in Betracht zu ziehen. Deshalb möchte ich jetzt einige dieser neuen Plattformen mit verschiedenen Anbietern nennen, wie:

betterplace.org; spendenportale.de; help.direct.org; spenden.de; helpedia.de; netzwirker.net; sozialbar.de; weltretter.org; ammando.com; faido.net; u.a.m..

Wir möchten hiermit lediglich auf ein neues "Fenster zum internetgestützten Fundraising" aufmerksam machen und sowohl auf Nutzen als auch Risiken hinweisen.

Zur Vertiefung können Fördervereine, die damit bereits eigene Erfahrungen gemacht haben, auch unter unserem Portal www.kirchenfoerdervereine.de kommunizieren. Am Beispiel "betterplace.org" sei hier die Vorgehensweise erläutert:

Grundgedanke von "betterplace" ist, dass die Brücke zwischen der unübersehbaren Zahl der Antragsteller von sozialen Anliegen auf der einen Seite und der der potentiellen Förderer auf der anderen ohne Vermittlungsstelle direkt beschritten wird. "betterplace" wirbt damit, dass bei diesen sozialen Projekten die Spenden ungeschmälert bei den Zielgruppen ankommen: "Wir garantieren, dass 100 Prozent aller privaten Spenden ohne Abzüge von uns weitergeleitet werden. Die laufenden Kosten der Plattform ‚betterplace.org‛ werden aus dem Gewinn der ‚betterplace solutions GmbH‛ finanziert, die es Unternehmen gegen Gebühr ermöglicht, ihr soziales Engagement auf ‚betterplace.org‛ vorzustellen."

Sie als Privatperson (in diesem Fall spricht "betterplace" von Individualprojekt), als Kirchenförderverein, Kirchengemeinde oder Bürgerinitiative (in diesem Fall: Organisationsprojekt) müssten sich zunächst bei "betterplace" registrieren lassen und den Status der Gemeinnützigkeit nachweisen. Sie könnten dann Ihr Förderprojekt – wie bei einem normalen Antragsverfahren – vorstellen und "betterplace" würde Ihnen die Plattform bereitstellen. Es ist wichtig, dass Sie Ihr Projekt in einzelne Bedarfe (Ausgaben-, Sach-, Dienstleistungsposten) aufgliedern und mit Text und attraktiven Bildern versehen.

Diese Plattform kann nunmehr von potentiellen Spendern geöffnet und Ihr Projekt dort eingesehen werden. Wenn sich nun Spender einfinden, die für einen bestimmte Bedarf (z. B. Trockenlegung der Grundmauern: 3.000 Euro) einen Teilbetrag spenden wollen, dann werden deren Spendenbeiträge an "betterplace" transferiert. Dort liegen sie zunächst für zwei Wochen fest und werden, wenn andere Spenden die gesamte Bedarfssumme erreicht haben (in diesem Fall 3.000 Euro), zu 100 Prozent an Sie weitergeleitet.

"betterplace" stellt also nur die Informationstechnologie und den Mechanismus für den Finanztransfer zur Verfügung, über die sich Spender und Empfänger für ein bestimmtes Förderprojekt zusammenfinden können. Jeder Spender ist selbst dafür verantwortlich, alle Informationen über das Projekt und seinen Träger einzuholen. Auf die Qualität Ihrer Projekt-Darstellung und auf die übersichtliche Bedarfsgliederung kommt es also an.

Es gibt in diesem System keine Rechenschaftspflicht seitens der Empfänger, und auch die Spender können anonym bleiben. Das "controlling" über den Projektfortschritt geschieht vielmehr über ein sog. "web of trust", über das die homepage von "betterplace" ebenfalls Auskunft gibt. Aus ihm erfährt man den Projektfortschritt, Kommentare von kritischen Beobachtern und die Zufriedenheit der Spender. Kritische Stimmen können den Spendenfluss natürlich schnell zum Versiegen bringen. Das "web of trust" funktioniert also wie eine gesellschaftliche Kontrolle Ihres Vorhabens.

Weitere Einzelheiten über Anmeldung, Bereitstellung der Plattform, über Nutzungsbedingungen, Obliegenheiten und Nebenpflichten des Nutzers, über Modalitäten von Geld-, Sach- und sonstigen Spenden, Spendenbescheinigung sowie Pflichten von Spendern und Empfängern etc. finden Sie auf der homepage von "betterplace.org" unter den oben genannten Stichworten.

In einem Gespräch mit Vertretern von "betterplace" wurde uns versichert, dass bei vorgeschriebener Nutzung dieser Plattform für Sie kein rechtlicher, finanzieller oder ideeller Schaden entstehen kann. Auf Attraktivität und gute Präsentation Ihres Vorhabens sowie auf eine klare Finanzbedarfsgliederung kommt es vielmehr an, ob sich spendenbereite Menschen, Unternehmen oder Organisationen einfinden.

Dr. Uwe Otzen

Ein komfortables Angebot zur Vernetzung der Kirchen-Fördervereine

Marktplatz und Nachrichtenbörse - und das direkt vor der eigenen Haustür

Der Förderverein der Dorfkirche Wegendorf hat einen Film ins Internet gestellt. Die Kirchengemeinde Berlin-Wannsee kann 17 Wandlampen abgeben. Groß Fredenwalde sucht eine Orgel. Für den Förderverein der Dorfkirche Groß Lüben ist es wichtig, dass jede Mitgliederversammlung dazu genutzt wird, Widerstand gegen den Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg aufzubauen. Das Ensemble Sanddorn will mit seinem Projekt "Musik in Brandenburgs vergessenen Kirchen" die Bordun-Musik in Brandenburger Kirchenmauern erklingen lassen.

Wie gut wäre es, einen "Marktplatz" zu haben, auf dem die rund 300 Fördervereine, Gemeinden oder Kirchen-Initiativen im Land Brandenburg diese Nachrichten austauschen können. Am besten wäre es, der Marktplatz läge direkt vor der Tür...

Es gibt ihn – im Internet.

Der Förderverein der Dorfkirche zu Löhme hat zusammen mit den Unternehmen devAS.de aus Eisenhüttenstadt und SiteDesigner aus Berlin eine Plattform zur Vernetzung der örtlichen Kirchenfördervereine geschaffen. Die Seite wird seit Anfang Dezember 2010 vom Förderkreis Alte Kirchen verwaltet. Sie heißt www.kirchenfoerdervereine.de und kann auch über unsere FAK-Homepage aufgerufen werden.

Die Plattform schafft ein Netzwerk. Die Teilnehmer können untereinander Fragen stellen oder beantworten, Unterstützung suchen oder anbieten, Veranstaltungen ankündigen, auf Termine hinweisen, Erfolge bekannt machen.

Wer die Seite aufruft, kann die nach Themen gegliederten Mitteilungen lesen. Um Teilnehmer des Netzwerkes zu werden, muss man sich anmelden und bekommt ein Passwort zugeschickt. Dann kann man Mitteilungen schreiben, Bilder, Links und Adressen hochladen. Das ist sehr einfach; jeder, der schon einen Beitrag geschrieben hat, berichtete, dass es praktisch auf Anhieb funktioniert.

Der Beitrag muss einem Thema zugeordnet werden, zum Beispiel Angebote, Kunst & Kultur, Veranstaltungen, Termine usw. An der richtigen Auswahl der Themen wird noch gearbeitet. Wer seinen Beitrag keinem Thema zuordnen kann, kann sich an den Administrator der Plattform wenden und ein neues Thema beantragen. Andererseits werden Themen, die sich als uninteressant erweisen, nach einiger Zeit gelöscht. Jeder Teilnehmer des Netzwerkes hat darüber hinaus eine interne "Postadresse", über die direkt kommuniziert werden kann.

Drängen sich die Besucher auf dem "Marktplatz"? Leider nicht, das Angebot wird bisher nur sehr verhalten aufgenommen. Was könnte der Grund sein?

Vielleicht sind wenige Monate eine zu kurze Zeit und es dauert doch länger, ehe sich herumspricht, dass es diese Plattform gibt, obwohl wir schon in einer Beilage zum vorhergehenden Mitteilungsblatt und im Rundbrief vom Dezember 2010 die Seite vorstellten. Schwellenangst sollte kein Grund sein, die Handhabung ist, wie schon gesagt, sehr einfach. Sollte der Seitenaufbau nicht schlüssig sein – er kann geändert werden; dafür gibt es ein Kontaktformular.

Anders als eine herkömmliche Homepage kann ein solches Portal nicht vom Enthusiasmus Einzelner leben. Zu wünschen wäre, dass jeder Mitstreiter in einem Förderverein immer dann, wenn er eine Frage oder eine Mitteilung hat, sofort daran denkt, dass es auch den großen "Marktplatz" gibt. Schauen Sie sich die Seite bitte an, überlegen Sie sich, ob Sie davon profitieren können, benutzen Sie das Kontakt-Formular, um Fragen zu stellen, Kritik zu üben, Vorschläge zu machen.

Wolf-Rainer Marx

 

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Wortmeldungen

Dank für Unterstützung und hilfreiche Begleitung

Nach rund zwanzig Monaten Pause konnten wir in unserer Kirche wieder Gottesdienst feiern. Viel ist in dieser Zeit passiert: die Fertigstellung der Außen- und Innensanierung, eine Glockenweihe sowie die Gestaltung der Außenanlage. Wir möchten uns beim Förderkreis Alte Kirchen und bei den Spendern für die finanzielle Unterstützung sowie bei Wolf-Dietrich Meyer-Rath für die Begleitung während der gesamten Bauphase bedanken. Danke auch für manchen Ratschlag und gemeinsames Tragen dieses Projektes.

Renate Schulz
Initiativgruppe Dorfkirche Schönebeck (Prignitz)

Klarstellung

Die Saaringer (Brandenburg/Havel) legen Wert auf die Feststellung, dass sie keine Dachziegel-Diebe sind. Mit Recht dürfen sie darauf pochen!

Ihr nachdrücklicher Einspruch bezieht sich auf unseren Artikel "Baustoffprofis mit großem Herz..." in der vorigen Ausgabe der AK. Dort berichteten wir davon, dass in den turbulenten Zeiten nach der Wende Dachziegel, die von der Firma Beez & Jeske für die Saaringer Kirche gespendet und auch ausgeliefert worden waren, spurlos verschwanden. Obwohl wir das nicht den Saaringern in die Schuhe geschoben hatten, ließ der Text doch Missverständnisse zu. Hier also die Klarstellung: Tatsächlich waren die Dachziegel nie in Saaringen angekommen; sie wurden von Beez & Jeske auf dem Gelände des Domstiftsgutes in Mötzow zwischengelagert, wo sich ihre Spur dann allerdings endgültig verlor.

 

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KURZ NOTIERT

Aus dem Vorstand ausgeschieden

Nach einjähriger Mitwirkung im Vorstand des Förderkreises beendet Klaus-Jürgen Schlott auf eigenen Wunsch seine ehrenamtliche Tätigkeit, weil er sich beruflich wieder stärker engagieren möchte. Der Vorstand dankt ihm für seine Arbeit, vor allem beim Vertrieb unseres Mitteilungsblattes, und wünscht ihm alles Gute.

Prof. Dr. Oefelein verstorben

Mit Trauer mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass unser langjähriges Mitglied Rainer Oefelein im Alter von 75 Jahren verstorben ist. Als Architekt war er vor allem im Berliner Städte- und Wohnungsbau tätig und hatte eine Professur für Baukonstruktion an der Technischen Fachhochschule Berlin. Zusammen mit Ehefrau Dr. Cornelia Oefelein betrieb er Wegeforschungen auf dem Pilgerweg Berlin – Wilsnack. Beide gründeten die St.-Jakobus-Gesellschaft Berlin-Brandenburg. Im Conrad Stein Verlag veröffentlichte Rainer Oefelein den Reiseführer "Auf den Spuren des mittelalterlichen Pilgerweges Berlin – Wilsnack". Der Vorstand des FAK wird Rainer Oefelein in guter und würdiger Erinnerung behalten.

Dorfkirchen als faszinierende "Fotomodelle"

Der Hobbyfotograf Norbert Trebeß, Mitglied des Förderkreises Alte Kirchen, ist seit Jahren auf Tour, fährt kreuz und quer durchs Land, um Gotteshäuser zu entdecken, die baulichen Besonderheiten, die Innenausstattung mit oft kunsthistorisch wertvollen Altären und Taufengeln, aber auch manches interessante Detail im Bild festzuhalten. Sein Archiv zählt heute mehr als 500 Fotos von Dorfkirchen. Ausschnitte aus seiner Dokumentation zeigt er ab April in der Neuruppiner Klosterkirche. Eröffnung ist am Ostersonnabend, dem 23.April, um 15 Uhr.

FAK-Austellung wieder auf Reisen

Die Ausstellung des Förderkreises Alte Kirchen "Gefährdete Schönheit – Dorfkirchen in Brandenburg" ist in diesem Jahr im Bundesland Baden-Württemberg unterwegs. Sie zeigt auf Bild-/Texttafeln die Schönheit brandenburgischer Dorfkirchen, vor allem die Besonderheiten ihrer Ausstattung, und will auf die Probleme der Erhaltung und Nutzung hinweisen.

Hier die Termine:

Esslingen, Franziskanerkirche, Eröffnung mit Vortrag am Sonntag, dem 10. Juli, nach dem Gottesdienst; Dauer bis zum 28. Juli;

Tübingen, Stiftskirche, Eröffnung mit Vortrag am Sonntag, dem 31. Juli, nach dem Gottesdienst; Dauer bis 18. August.

Stuttgart, Leonhardskirche, Eröffnung mit Vortrag am Sonntag, dem 21. August, nach dem Gottesdienst; Dauer bis 16. September.

 

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BÜCHER + ZEITSCHRIFTEN + DVD

Kirchengeschichten aus Niederschlesien

Ein von der Gesellschaft für interregionalen Kulturaustausch produzierter Film, der jetzt als DVD vorliegt, berichtet über Geschichte und Gegenwart protestantischer Kirchen in Niederschlesien.

Als vor fast 500 Jahren die Reformation in Deutschland Einzug hielt, eroberten die lutherischen Ideen auch weite Teile Schlesiens. Bereits 1523 wurde mit Johann Hess der erste protestantische Pfarrer durch den Magistrat der Stadt Breslau an die dortige Maria-Magdalena-Kirche berufen. Durch die Habsburger gibt es um die Wende zum 17. Jahrhundert starke Bestrebungen einer Rekatholisierung. Nach dem Dreißigjährigen Krieg entstehen die berühmten Friedenskirchen in Schweidnitz, Jauer und Glogau. Nach der Eroberung Schlesiens durch Friedrich II. garantiert Preußen das friedliche Nebeneinander beider christlicher Religionen. Als Folge von Flucht und Vertreibung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schließlich verlässt die überwiegende Mehrheit der Deutschen Schlesien. Die über 900 evangelischen Kirchengemeinden erleiden sehr unterschiedliche Schicksale. Hier beginnt die einfühlsame Spurensuche der Filmemacherin Ute Badura.

Einige wenige Gotteshäuser werden weiter von den immer kleiner werdenden Gemeinden der evangelisch-augsburgischen Kirche genutzt, viele von den neu in diese Region gekommenen Polen in katholische Kirchen umgenutzt. Nicht wenige der Kirchengebäude verfielen und wurden zum Teil bewusst beseitigt. Nach 1990 setzte auch in Polen ein Umdenken ein und man sieht die verbliebenen evangelischen Kirchen ebenso als Teil der eigenen Geschichte. In Gesprächen mit Pfarrern beider Konfessionen, Kunsthistorikern und Denkmalpflegern erzählt Ute Badura Geschichten nicht nur von Gebäuden, sondern auch von Menschen und ihren Bemühungen, endlich aufeinander zuzugehen. In sensiblen Bildern zeigt der Film erste zaghafte Versuche der Ökumene und macht Mut für die Zukunft einer schicksalhaften Region im vereinten Europa.

Der Film "Häuser des Herrn. Kirchengeschichten aus Niederschlesien" ist bei der Gesellschaft für interregionalen Kulturaustausch oder im Buchhandel erhältlich. In der DVD-Box enthalten ist eine zweisprachige Broschüre zur Entstehungsgeschichte der evangelischen Kirche in Schlesien.

Bernd Janowski

ISBN 978-3-9809767-4-9 Preis: 19,80 €
Gesellschaft für interregionalen Kulturaustausch e.V.;
Oranienstr. 168; 10999 Berlin; Tel.: 030 61609897; E-Mail: info@interregionaler-kulturaustausch.de

"Ungehobene" Schätze in der Niederlausitz

Die Niederlausitz ist eine der besterhaltenen Kirchenlandschaften Brandenburgs. Hier stehen einige der ältesten steinernen ländlichen Kirchen, in denen sich umfangreiche mittelalterliche und nachreformatorische Ausstattungen erhalten haben.

Der Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz veranstaltet dazu seit 2006 jährlich eine Fachtagung. Im Band 6 der Reihe "Kirchen im ländlichen Raum", die von Bernd Janowski und Dirk Schumann herausgegeben wird, sind die interessantesten Beiträge aus fünf Jahren versammelt. Er enthält neben kunst- und kirchengeschichtlichen Überblicksdarstellungen Beiträge zu bisher "ungehobenen" Schätzen solcher Ausstattungen sowie zu sakralen Fundstücken, die bei archäologischen Grabungen zutage traten. Dabei wird deutlich, dass die Architektur die gestaltete Hülle für ein Ensemble aus Wandmalereien, Taufen, Altarschreinen und -tafeln, Orgeln und zahlreichen beweglichen Ausstattungsstücken ist.

Der Band ist gut illustriert, teils auch farbig. Die meisten Artikel bieten ein ausführliches Literaturverzeichnis. Leider fehlen Orts- und Sachregister und das Autorenverzeichnis.

Wolf-Rainer Marx

Annegret Gehrmann und Dirk Schumann (Hg.): Dorfkirchen in der Niederlausitz. Geschichte – Architektur – Denkmalpflege.
Kirchen im ländlichen Raum: Band 6; Lukas-Verlag Berlin 2011. 429 Seiten. ISBN 978-3-86732-054-2. Preis: 36,- €

Eine Festschrift zum Jubiläum

Im Mai 1990 meldete die Verlegerin Lucie Großer im Alter von 76 Jahren ein Gewerbe an. Bis 1979 hatte sie den ihr gehörenden "Altberliner Verlag" geleitet und sich anschließend ihrem Hobby, der Heimatforschung, gewidmet. Unter dem Titel "Steige hoch du roter Adler" erschien 1991 die erste Ausgabe der Zeitschrift "Die Mark Brandenburg". 1997 verstarb Lucie Großer, die Leitung des Verlages übernahm ihre Schwiegertochter Marika Großer. Im März dieses Jahres wird das Heft Nr. 80 mit dem Thema "Die musikalische Mark" ausgeliefert. Jeweils unter einem übergreifenden Thema gibt es vier Ausgaben pro Jahr, die die Geschichte und Kultur Brandenburgs reflektieren und oft Überraschendes und Unbekanntes berichten. So entstand ein einzigartiges Kompendium märkischer Historie, das hoffentlich noch viele Jahre fortgeschrieben wird.

Zum Jubiläum der Zeitschrift erschien nun eine Festschrift, die neben einem kurzen Rückblick auf die Geschichte interessante landeskundliche Beiträge prominenter Autoren enthält. Damit hat der Marika Großer Verlag sich selbst und den Lesern der "Mark Brandenburg" ein würdiges Geburtstagsgeschenk gemacht.

Zum Jubiläum möchte auch der Förderkreis Alte Kirchen herzlich gratulieren, verbunden mit dem Wunsch auf eine weiterhin gedeihliche und freundliche Zusammenarbeit.

Bernd Janowski

Marcel Piethe: "Hie gut Brandenburg allewege". Festschrift auf 20 Jahre DIE MARK BRANDENBURG.
Marika Großer Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-910134-05-8; Preis: 24,90 €

 

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