Was uns bewegt - der Vorstand berichtet

Die seltsamen Reiseabenteuer des Gustav Seibt

Klare und klärende Worte an einen, der in Ostdeutschland nur Sittenverfall sehen will

Am 9. Juni 2008 veröffentlichte die Süddeutsche Zeitung auf Seite eins ihres Feuilletons einen umfassenden Artikel des Publizisten Gustav Seibt mit dem schönen Titel "Harzreise im Sommer. Der Klassenkampf war erfolgreich: Beobachtungen nach dem Ende des Christentums".

In polemischer Weise schildert der Autor – immerhin studierter Geschichts- und Literaturwissenschaftler – seine Erlebnisse während einer Reise durch den Harz und die "nördlichen Gebiete der DDR" (das steht dort tatsächlich; nicht einmal das gern abfällig verwandte Beiwort ehemalig wird verwendet!) und zieht eine vernichtende Bilanz des geistig-moralischen Zustandes im gesamten Ostdeutschland. Hauptsächlich interessierten den Bildungstouristen Seibt historische Kirchengebäude, deren touristische Nutzung er anschließend wortreich beklagt.

Alles, was den Autor auf seiner Tour stört – und das ist, bis hin zum "labberigen Erdbeerkuchen", recht viel – wird als typisch ostdeutsch und als Ergebnis einer "Entchristianisierung und Entbürgerlichung" präsentiert; nichtsahnend, aber von oben herab.

Dem ist in vielem zu widersprechen.

So beklagt Seibt zum Beispiel das unchristliche "Gesumm und Gebrumm" der Besucher im Dom zu Halberstadt, das jedoch vermutlich nicht anders klingt als das im Dom zu Köln oder zu Aachen. Von ihm kritisierte Eintrittsgelder für Großkirchen mit besonders reicher Ausstattung (und besonders hohen Kosten für die Pflege und Erhaltung) musste ich ebenso in Frankreich oder Großbritannien bezahlen. Im Hamburger Michel gibt es Ballettaufführungen. Ausstellungen moderner Kunst sind auch im Westen Deutschlands keine Seltenheit und offensichtlich von den Kirchengemeinden erwünscht und gefördert. Ich erinnere hier unter anderem an das spektakuläre Ausstellungsprojekt in Wilhelmshaven, wo 2006 zum Teil recht provokative Werke aus der Kunsthalle in mehreren Kirchen gezeigt wurden, während die Altarbilder vorübergehend ins Museum wanderten.

Die gewählten Beispiele sind also mitnichten typisch ostdeutsch. Eine Alternative wäre, die Kirchen außerhalb der Gottesdienstzeiten für Besucher zu schließen; allerdings hätte dann auch Herr Seibt draußen bleiben müssen und daraus vermutlich ebenfalls ein Essay über den Verfall der Sitten in Ostdeutschland gezaubert.

Mit arroganter Ironie berichtet der Autor über das Programm "Offene Kirchen" in Brandenburg "für die wenigen Bauten, die man doch zugänglich macht". (Zitat: "Vor solchen Kirchen steht dann ein aufgeklapptes Hinweisschild wie vor einem Wirtshaus, das Spargelsuppe oder Schweinelende anbietet.") Auch hier ist der Autor unzureichend informiert. Seit mittlerweile neun Jahren gibt der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg eine Jahresbroschüre heraus, in der die geöffneten Kirchen der Region in Wort und Bild vorgestellt werden. Mittlerweile beteiligen sich etwa 800 Gemeinden an der Aktion. Und nicht "man" macht die Bauten zugänglich, sondern engagierte Menschen, denen die Kirche in ihrem Dorf als bewahrenswertes Kulturerbe etwas wert ist, die stolz auf sie sind und die sich in zahlreichen Fördervereinen für den Erhalt des zumeist letzten verbliebenen öffentlichen Raumes in ihrem Dorf engagieren, nachdem Schule, Post, Gaststätte und Dorfladen längst geschlossen worden sind. Natürlich sitzt hier nicht in jeder Kirche eine ständige Aufsichtsperson. Oft reicht in den winzigen Dörfern ein Hinweis auf Adresse und Telefonnummer des Schlüsselbewahrers. So zahlreich sind die Besucher in den dünn besiedelten Gebieten nicht. Dafür freuen sich die Hüter ihrer Kirche über jeden Besucher und sind gern bereit, spannende Geschichten zu erzählen – wenn sie denn auf freundliches Interesse stoßen statt auf besserwisserische Arroganz

Das katholische Bistum Essen hat angekündigt, binnen weniger Jahre einhundert Kirchen zu schließen. In Frankfurt am Main und Hamburg stehen Kirchenschließungen im großen Stil an beziehungsweise sind bereits erfolgt. Sieht der Autor der Süddeutschen Zeitung auch hier ein "Ende des Christentums"?

Was ist die bessere Investition in die Zukunft: Kirchengebäude neben den – zugegebenermaßen im ländlichen Raum seltenen – Gottesdiensten für kulturelle Zwecke zu öffnen Bundesländern für die Bewahrung ihrer Kirchengebäude ein. Christen und Nichtchristen arbeiten dabei zusammen, ohne den eigentlichen Widmungszweck der Gebäude – die Verkündigung des christlichen Glaubens – in Frage zu stellen.

Für alle diese Menschen ist der Artikel von Gustav Seibt eine Beleidigung.

Die Polemik erweckt den Eindruck, hier solle ein neuer Kulturkampf mit umgekehrten Vorzeichen eröffnet werden – ein Kulturkampf gegen eine DDR, die im Kopf des Autors noch real existiert, die für die allermeisten Menschen im Osten jedoch Gott sei Dank nur noch Geschichte ist.

Theodor Fontane schrieb 1864 im Vorwort seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg: "Wer in der Mark reisen will, der muss zunächst Liebe zu Land und Leuten mitbringen, mindestens keine Voreingekommenheit." Dem wäre aus heutiger Sicht hinzuzufügen: Wer nur reist, um fest eingebrannte Vorurteile bestätigt zu finden, sollte zu Hause bleiben.

Bernd Janowski

 
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Feierlicher Start für unsere Stiftung

Stiftungsgründung 
Foto: Andreas Schoelzel

In einer festlichen Veranstaltung in der Berliner Marienkirche ist Anfang Juni die "Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen" der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Viele gute Worte wurden ihr mit auf den Weg gegeben (siehe Innenseiten). Unter www.stiftung-altekirchen.de stehen aktuelle Informationen sowie die Stiftungssatzung als download bereit. Unser Bild: Prof. Dr. Friedrich-Leopold Freiherr von Stechow präsentiert die Gründungsdokumente

Zuversichtlich und auf die Zukunft orientiert

Präsentation der "Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen"

 Musikalische Begleitung
 MUSIKALISCH BEGLEITET wurde die Präsentation durch die Cellistin Julia Kursawe
Foto: Andreas Schoelzel

Viel Optimismus stand im Raum, als Vertreter der "Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland" (Stiftung KiBa) und des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg in der Marienkapelle der Berliner Marienkirche zusammenkamen, um die "Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen" der Öffentlichkeit vorzustellen. Optimismus in der Überzeugung, dass der Förderkreis Alte Kirchen damit einen großen Schritt für die Zukunftssicherung seiner Arbeit getan hat.

Diese Zuversicht spiegelte sich auch in den Worten der Redner: Der Vorsitzende der Stiftung KiBa, Prof. Dr. Friedrich-Leopold Freiherr von Stechow, sprach von zu erwartenden guten Ergebnissen gemeinsamer Arbeit; FAK-Vorsitzender Dr. Uwe Otzen unterstrich das Profil des FAK, vorrangig für die notleidenden brandenburgischen Dorfkirchen tätig zu sein.

Die Anliegen der Stiftung erhielten Unterstützung aus der Politik, vertreten durch Cornelia Behm (MdB – "die Grünen"). Als langjähriges Mitglied des FAK begrüßte sie die Gründung der Stiftung als eine weitere Möglichkeit, Tradition und Kultur unseres Landes zu bewahren.

Hans Krag

Vom Nutzen einer Stiftung

Die Arbeit des Förderkreises Alte Kirchen hat immer unter der Tatsache gelitten, dass Vereine wie der FAK aus steuerlichen Gründen kein Vermögen bilden und halten dürfen. Wir müssen die uns anvertrauten Gelder möglichst noch im selben Finanzjahr, in dem wir sie bekommen haben, auch wieder für Projekte ausgeben. Da wir aber weitaus die meisten Spenden in der Vorweihnachtszeit erhalten, ist eine steuerkonforme Verwendung im selben Jahr nicht mehr möglich; wir wälzen die Gelder also in das Folgejahr und entscheiden dann unter den vorliegenden Projekten. So hätten im Winter eingereichte Hilfsgesuche eine größere Chance als im Sommer beantragte Fördermittel. Dieses Ungleichgewicht ist selbstverständlich nicht im Sinn unseres Anliegens.

Daneben müssen wir in jedem Jahr unsere "Eiserne Reserve" zum Beispiel für das "Startkapital", für Miete und andere feste Kosten neu zurücklegen. Eine sichere Finanzplanung aber ist schwierig, wenn wir zum Jahresanfang nicht wissen, wie viel Geld im Laufe des Jahres herein kommt. Ein festes Vermögen mit laufenden Erträgen macht die Planung sicherer.

Hier kommt nun die Stiftung ins Spiel. Es ist das Wesen einer Stiftung, dass sie mit den Erträgen des von ihr investierten und verwalteten Kapitalstocks arbeitet. Das Vermögen selbst ist unantastbar. Zweck der "Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen" ist es also, Vermögen anzusammeln und aus den Erträgen dem FAK Geld zur Verfügung zu stellen, damit dieser seine Aufgaben möglichst ausgewogen über das ganze Jahr erfüllen kann. Die Stiftung ist sozusagen die Sparkasse des FAK.

Daher wird der FAK durch die Stiftung keineswegs überflüssig. Letztlich sammelt er alle Gelder, das heißt die Spenden, die an ihn gehen, und die Erträge der Stiftung, und finanziert damit Projekte in Brandenburg wie bisher. Geben Sie also den FAK nicht auf!

Die Errichtung einer selbstständigen Stiftung ist von der Gesetzgebung her aufwändig und in der Verwaltung/Rechenschaftslegung sehr anspruchsvoll. Dies würde die Möglichkeiten innerhalb des FAK übersteigen. So haben wir das Angebot der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa), unter ihrem Dach eine unselbstständige (treuhänderische) Stiftung zu gründen, angenommen. Die Stiftung KiBa, die ja deutschlandweit die gleichen Ziele verfolgt wie der FAK in Brandenburg, übernimmt damit die Verwaltung der Unterstiftung – die Verfügung über die Gelder verbleibt aber beim Vorstand der "Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen",in dem der FAK das letzte Wort hat.

Für die Spender und Stifter der Unterstiftung bedeutet das, dass sie ihre Spendenbescheinigungen aus der Verwaltung der Stiftung KiBa erhalten. Da diese Stiftung aber ihre Betriebsabläufe nicht der Unterstiftung anpassen kann (auch dort spart man an den Verwaltungskosten), wundern Sie sich bitte nicht, wenn die Stiftung KiBa ihrer Korrespondenz routinemäßig ihr Informationsmaterial beilegt. Nehmen Sie dies wohlwollend zur Kenntnis, denn auch die Stiftung Kiba leistet ja wertvolle Arbeit. Engagieren Sie sich weiter für die Dorfkirchen Brandenburgs, indem Sie Ihre Spende oder Zustiftung ausdrücklich an die "Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen" oder an der FAK überweisen. Danke.

H. Krag

Noch Unklarheiten? Richten Sie eventuelle Fragen wie bisher an:

 

Aus den Ansprachen anlässlich der Stiftungsgründung

DR. UWE OTZEN:

Zur Ehre Gottes und unserem Land zum Segen

Seit 17 Jahren wirkt der FAK mit seinen über 400 Mitgliedern, im Verbund mit mehr als 220 lokalen Fördervereinen und in enger Zusammenarbeit mit der Kirche, den Landesdenkmalbehörden, den Landesministerien und -ämtern sowie den Kommunen erfolgreich für die Bewahrung unseres gemeinsamen großen kulturellen Erbes, die notleidenden Kirchenbauten.

Nun gilt es, dieser Aufgabe eine dauerhafte Dimension zu verleihen, auch über unser persönliches, zeitlich begrenztes Wirken hinaus. Die Erhaltung unserer Kirchen ist vielen in unserem Lande inzwischen zu einer generationenübergreifenden Verpflichtung geworden. Zu dieser Bewusstseinsbildung hat der FAK maßgeblich in enger Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern des Landes und mit seinen Publikationen, Exkursionen, Ausstellungen etc. beigetragen.

Über die Perspektive aber, wie das Bewahren in Zeiten eines demographischen und kulturellen Wandels und bei andauernder, wenn nicht sogar zunehmender Finanzmittelknappheit der Kirchen und auch der öffentlichen Hand weitergehen soll, ist vergleichsweise wenig nachgedacht worden. Der Stiftungsgedanke kann uns in diese Zukunft geleiten.

Nach reiflicher Überlegung entschied sich der FAK für dieses rechtlich klar definierte, gesellschaftlich fest verankerte und planerisch solide Stiftungs-Instrument. Wir sind außerordentlich dankbar, dass uns bereits nach unserem ersten Aufruf engagierte Stifterinnen und Stifter ein Stiftungskapital von knapp 100.000 € als Grundvermögen treuhänderisch übergeben oder zugesagt haben. Als Unterstiftung der KIBA sind wir in ein bundesweites Programm eingebunden, legen allerdings Wert darauf, dass wir dabei unser besonderes Profil behalten, nämlich vorrangig für die notleidenden brandenburgischen Dorfkirchen tätig zu sein. Und dies wird in der Regel durch die finanzielle Unterstützung des FAK geschehen und über eine breit angelegte Bürgerbeteiligung durch lokale Fördervereine mitgetragen werden. Mit der Gründung der Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen glauben wir, einen weiteren, zukunftsweisenden Schritt in diese Richtung getan zu haben.

Ich wünsche uns ein gutes Gelingen beim mühevollen Bewahren unserer kirchlichen Kulturschätze, eine dauerhafte einvernehmliche Zusammenarbeit zwischen dem FAK und der KiBa, und vor allem wünsche ich uns Gottes Segen, wenn es gilt "Seine Hütten bei den Menschen" in ihrer sakralen wie auch gemeinschaftsbildenden, also säkularen Eigenschaft zu erhalten; Ihm zu Ehren und uns und unserm Land zum Segen.

 

CORNELIA BEHM (MdB):

Kirchen sind Ankerpunkte im Meer der Beliebigkeit

Wir wollen die Kirche im Dorf lassen. Unsere Zeit ist gekennzeichnet von rasanten Veränderungen. Da muss der Mensch irgendwo auch einen Ankerpunkt finden. Was eignet sich besser als die Kirche im Dorf.

Aber wie sehen diese Kirchen aus? Der Sanierungsbedarf ist oft riesengroß. Sollen die Kirchgemeinden nun Geld für Kirchenbau oder Gemeindearbeit ausgeben? Wer will es den Pfarrern verdenken, wenn sie die geringen Einnahmen lieber für den Gemeindeaufbau verwenden wollen. Wer sagt, dass die Kirche als Symbol für Gemeinschaft, als Anker im Meer der Beliebigkeit unbedingt erhalten werden muss, gerät schnell ins Abseits, wird als Baupfarrer abqualifiziert, obwohl ihn dieser Konflikt zwischen Gemeinde und Kirche, zwischen Geld für Kopf oder Stein schier zerreißt. Wir Bündnisgrüne sagen oft, dass wir in Köpfe statt in Beton investieren wollen. Ich finde das auch richtig. Aber es gibt auch Fragen von Tradition und Kultur. Und da bin ich wieder ganz nah bei den Baupfarrern.

Was kennzeichnet denn ein Dorf? Kirche, Kneipe, Schule. Ohne sie ist ein Dorf nicht wirklich ein lebendiges Dorf. Menschen brauchen geistliche Betreuung und geistige Anregung, sie brauchen Gemeinschaft und sie brauchen Bildung. Kirche, Kneipe, Schule – auch wenn man andere Begriffe dafür findet – ohne sie kommt auch ein modernes Dorf nicht aus.

Doch das Leben im ländlichen Raum verliert zunehmend an Reiz. Im "Gutachten zum demografischen Wandel im Land Brandenburg" war von Wegzugsprämien die Rede – Prämien für die, die wegen weggebrochener Daseinsfürsorge nicht mehr auf dem Lande leben können.

Seit Jahren bessern sich die Lebensverhältnisse im ländlichen Raum Brandenburgs nicht. Eine Schule nach der anderen schließt. Feuerwehren sind lahmgelegt, weil die Mitglieder auswärts arbeiten. Politiker sind nur noch vor Ort, wenn eine Ortsumgehung einzuweihen ist. Ständig bauen wir an Straßen, auf denen die Menschen das Land zügig verlassen können. Ist das der richtige Weg?

Nein! Die Brandenburger sollen in Brandenburg bleiben. Gleichzeitig sollen sie offen sein für die Fremden, die gern bei uns leben wollen. Wir wollen ihnen Ankerplätze bieten. Und ich glaube, dass brandenburgische Kirchen – nicht allein, aber auch – als Orte von Gemeinschaft und geistiger Auseinandersetzung dazu gut geeignet sind.

Deshalb freue ich mich, dass ich als langjähriges Mitglied des Förderkreises Alte Kirchen mithelfen darf, die "Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen" aus der Taufe zu heben.

 

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Gewinner von Startkapital 2008

Übersicht

Die diesjährigen Gewinner des Startkapitals für Kirchen-Fördervereine stehen fest. Aus 18 Bewerbungen wählte eine unabhängige Jury folgende Preisträger aus:

Das Preisgeld in Höhe von jeweils 2.500 Euro wird im Rahmen einer Festveranstaltung am 19. September 2008 in Ferchesar (Havelland) überreicht. Der gastgebende Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Ferchesar e.V. gehörte im vergangenen Jahr zu den Preisträgern.

Seit der ersten Ausschreibung im Jahr 2002 konnten damit allein auf diesem Wege 49 Vereine mit einem Preisgeld von insgesamt 112.500 Euro bedacht werden.

Die Ausschreibung des Förderpreises für das kommende Jahr 2009 wird im Herbst veröffentlicht.

 

Wir gratulieren den Gewinnern unseres Startkapitals 2008

 

Dorfkirche Schönebeck (Prignitz) 
Foto: Büro Krekeler

Initiativgruppe Dorfkirche Schönebeck (Prignitz)

Viele sind zur Mitarbeit eingeladen

Bereits seit mehreren Jahren bemüht sich ein gemeinnütziger Verein um die Stärkung des kirchlichen Lebens in der Region und speziell in Schönebeck. Allein aus Spenden werden zwei feste Stellen finanziert. Jeden Sonntag gibt es – im Wechsel der Orte – nur einen Gottesdienst, der dann aber von 40 bis 50 Menschen besucht wird. Da die Pfarrstelle zur Zeit vakant ist, werden Prediger von auswärts geholt.

Um für die dringend notwendige Sanierung der Fachwerkkirche auch Menschen außerhalb der Kirchengemeinde zur Mitarbeit einzuladen, formierte sich eine Initiativgruppe, die innerhalb kurzer Zeit bereits zahlreiche Veranstaltungen organisierte, Spenden sammelte und sich auch für die Förderung des sozialen Lebens im Dorf einsetzt.

Eine Finanzierung im Rahmen des Staatskirchenvertrages für das kommende Jahr ist in Aussicht gestellt. Dafür aber werden noch dringend Eigenmittel benötigt. Unser Startkapital kann dabei helfen.

 

 Stadt- und Hauptkirche in Guben/Gubin
 Foto: Bernd Janowski

Förderverein zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche in Guben / Gubin (Spree-Neiße)

Eine hoffnungsvolle Grenzüberschreitung

Die Stadt- und Hauptkirche liegt im heute polnischen Teil der Stadt und wurde 1945 durch Kriegseinwirkungen stark zerstört. Eine Stiftung auf polnischer Seite und ein Förderverein im deutschen Teil der Stadt wollen die Kirche als Begegnungszentrum wieder aufbauen. Erste Ergebnisse sind bereits zu sehen. Der Wiederaufbau des Sakralbaus soll ein Zeichen setzen und die gemeinsame Stadtentwicklung, die touristische und kommunale Zusammenarbeit der Doppelstadt und die Ökumene fördern.

Im Rahmen des diesjährigen Eröffnungskonzertes der vom Förderkreis Alte Kirchen und dem Landesmusikschulverband initiierten Veranstaltungsreihe "Musikschulen öffnen Kirchen" in Guben konnten ca. 2.000 Euro an Spenden aufgebracht werden.

Einen Bericht über das Projekt finden Sie in unserer Zeitschrift "Offene Kirchen 2008" auf Seite 16.

 

Kirche Heinsdorf 
Foto: Bernd Janowski 

Förderverein Sanierung Kirche Heinsdorf e.V. (Teltow-Fläming)

Ein Wahrzeichen soll wieder sichtbar werden

Anfang 1970 musste das Dach der baufälligen Heinsdorfer Kirche abgenommen werden, der Turm wurde auf die Höhe von etwa acht Metern verkürzt. Auch die Mauern des Kirchenschiffes hatte man bis auf eine Höhe von etwa zwei Metern abgetragen und das Areal mit Erde aufgefüllt. Der Verein möchte nun den Glockenturm sanieren und die Umfassungsmauern des Kirchenschiffes sichern. Nach der Instandsetzung könnten hier Gottesdienste oder kulturelle Veranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden. Im Turm soll eine Ausstellung zur Geschichte des Ortes und seiner Kirche entstehen.

Der Förderkreis Alte Kirchen half bei der Vorbereitung der Vereinsgründung und stellte für ein erstes Baugutachten bereits 1.500 Euro zur Verfügung. Erste Sicherungsarbeiten werden noch in diesem Jahr beginnen.

 

 Alte Dorfkirche Kemnitz (Teltow-Fläming)
 Foto: Förderverein

Förderverein Alte Dorfkirche Kemnitz e.V. (Teltow-Fläming)

Neues regt sich in und vor den Feldsteinmauern

Die mittelalterliche Feldsteinkirche in Kemnitz weist schwere Bauschäden auf und ist dringend sanierungsbedürftig. Im Sommer 2006 gründete sich ein Förderverein, der sich nach einigen Anfangsschwierigkeiten inzwischen fest im Dorfleben etablieren konnte. Neben anderen Veranstaltungen fanden auch regelmäßige Kinovorführungen regen Zuspruch – im Gebäude oder bei schönem Wetter gegenüber der Kirche unter freiem Himmel. Ein kleines Turmzimmer, das für Gottesdienste genutzt wird, wurde in Eigeninitiative renoviert. Inzwischen konnten erste Spenden auf das Vereinskonto gebucht werden, die Mut machen für weitere Aktionen.

Ein Wunsch der Kemnitzer wäre eine baldige Neubesetzung der vakanten Pfarrstelle.

 

Evangelische Dorfkirche zu Hasenholz 
Foto: Andreas Sander 
 

Förderverein Evangelische Dorfkirche zu Hasenholz e.V. (Märkisch Oderland)

Auch fliegende Drachen sind gute Helfer

Die Dorfkirche von Hasenholz ist ein einfacher Feldsteinbau des 13. Jahrhunderts. Der Innenraum wird geprägt von einem schlichten barocken Kanzelaltar.

Da die Kirchengemeinde in dem nur 64 Einwohner zählenden Dorf die notwendigen Sanierungsarbeiten an der Kirche nicht allein bewältigen kann, gründete sich im September 2007 ein Förderverein, der schnell zu einem wichtigen soziokulturellen Faktor des Dorflebens wurde. Neben Konzerten werden Dorffeste, Bauern- und Weihnachtsmärkte und im Herbst ein Drachenfest veranstaltet. Von April bis September ist die Kirche für Besucher geöffnet.

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BIESDORF (Märkisch Oderland)

Das besondere Fluidum eines einst vergessenen Kirchleins

Mit der Erweckung aus dem Dornröschenschlaf wurde ein ganzes Dorf hellwach

"Kirchenbau baut Gemeinde." Pfarrer Christian Kohler konnte das in seinem Amtsbereich am Rande des Oderbruchs in Lüdersdorf und Frankenfelde erleben und nun in Biesdorf, einem ruhigen Dorf mit rund 140 Einwohnern, das jetzt zu Wriezen gehört.

Der Ortsfremde geht vielleicht achtlos an der Kirche mitten im Dorf vorbei; sie ist klein und schlicht, ein Rechtecksaal mit fünfseitigem Ostschluss, die Turmgeschosse fehlen. Wer verweilt, vielleicht, weil die Kirche aussieht "wie neu", erlebt Merkwürdiges. Nach ein paar Minuten ist die Kirche eine Vertraute und noch ein paar Minuten später weiß man, dass der Ort wegen der Kirche im Gedächtnisbleiben wird.

Vor zehn Jahren sah man die Kirche vor lauter Bäumen nicht, die dahinter liegenden Mauern waren bestenfalls durch die bis zu zehn Zentimeter breiten Risse interessant. In den Resten der Einrichtung fraß der Holzwurm.

  Kirche BIESDORF (Märkisch Oderland), alt
  BLICKPUNKT in der Ortsmitte
– die kleine Kirche kann sich wieder sehen lassen und empfängt ihre Besucher in freundlicher Atmosphäre
Fotos: Rainer Marx
Kirche BIESDORF (Märkisch Oderland) 2008

Die Kirche war vor 1272 errichtet, im 30-jährigen Krieg zerstört, 1719 wieder aufgebaut und nach dem Zweiten Weltkrieg vergessen worden. Die wenigen Gottesdienstbesucher mussten seit den 90er Jahren nach Lüdersdorf gehen.

1998 wurde Biesdorfs 725+1-Jahr-Feier begangen (im Jahr zuvor hatte das Hochwasser die Feier verhindert). Und erstmals störte jemanden das bröckelnde Gebäude: Die Familie Meister, die dabei war, von Berlin nach Biesdorf zu ziehen. Sie beschloss: Nach ihrem Haus kommt die Kirche dran.

Anfang 2003 wurde der Verein "Kirche und Dorf e.V." gegründet. Das Konzept war so gut, dass er im gleichen Jahr ein "Startkapital" des Förderkreises Alte Kirchen (2.500 Euro) gewinnen konnte. Davon wurde ein Gutachten finanziert. Und das wäre es fast gewesen, denn darin standen als Gesamtkosten 268.000 Euro. Geld musste beschafft werden. Zum Glück feiern Meisters gern und Feiernde spenden gern. Osterfrühstück vor der Kirche, Hoffest im Sommer, Erntedankfest mit geschmückten Wagen, Hubertusumzug mit Jägerkapelle, Martinsfest (statt Halloween), Adventssingen, Weihnachtsandacht. Als der Innenraum wieder zu nutzen war, kamen Konzerte, Ausstellungen und Lesungen dazu. Wann immer möglich, kam der Frauenchor aus Neutrebbin und immer länger saß man anschließend noch zusammen und sang gemeinsam. Bei jedem Fest tauschten die Frauen Rezepte aus und der Kuchen wurde immer besser. Man feierte nicht nur, sondern baute auch gemeinsam (allen voran die Freiwillige Feuerwehr) und konnte dadurch die Kosten senken.

Kirche BIESDORF (Märkisch Oderland), innen  

Wer Eigenmittel hat, kann sie vermehren. Aus dem Staatskirchenvertrag kam Geld, von der Landeskirche, vom Kirchenkreis, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Stiftung KiBa, der Stadtsparkasse.

Der mit einem krebserregenden Holzschutzmittel ausgesprühte Dachstuhl wurde dekontaminiert, danach saniert. Das Dach erhielt Biberschwanzziegel sowie Kugel und Kreuz als Krönung. Die Außenmauern wurden geschlossen, danach geschlämmt; sie können nun altern, ohne ihren Reiz zu verlieren. Vom sanierten Innenraum blieb leider nur die Empore erhalten. Der Betonfußboden wurde wieder durch Ziegel ersetzt.

Vielen Helfern konnte im Juni gedankt werden beim Festgottesdienst zur Altarweihe in der überfüllten Kirche. Altartisch, Kreuz und Lesepult waren aus Eichenholz gefertigt, das Christian Meister für diesen Zweck geschlagen hatte. Doch er selbst konnte diese Feier nicht mehr erleben; einen Monat vorher war er unerwartet verstorben.

Wer so ausdauernd und einfallsreich ist, dem gelingt es auch, Bischof Huber zur Altarweihe in den Ort zu holen.
(Seine Predigt kann nachgelesen werden:www.ekbo.de/landeskirche/9257_22394.php.)

Zufrieden zurücklehnen? Nicht bei Ursula Meister: Die 1860 von Mickley gebaute Orgel ist dran...

Rainer Marx

 

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Projekt "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen"

Mit viel Fantasie und dem Mut zum Ungewöhnlichen


Die erste Veranstaltungssaison unseres zweijährigen Projektes "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen" ist in vollem Gange. Es gab bisher - um nur ganz wenige Beispiele zu nennen - eine Ausstellung zum Thema "Die Schrift" von acht Künstlern in der Dorfkirche von Niederfinow (Barnim), Konzerte u. a. in Dannenwalde (Oberhavel), Tempelberg (Oder-Spree) und Riedebeck (Dahme-Spreewald), den Workshop für eine KinderKlangKirche in Vehlin (Prignitz) oder einen Schüler-Literaturwett-bewerb in Stüdenitz (Ostprignitz-Ruppin). Die Akteure von zwei der insgesamt 30 geförderten Projekte sollen hier selbst zu Wort kommen...
Ein Filmteam dreht einen Dokumentarfilm über verschiedene Projekte, der am 8. November in den Kunsträumen der Burg Eisenhart in Belzig (Potsdam Mittelmark) erstmals gezeigt wird.
 

Lindenhagen (Uckermark)

Lehm "im Weg"

"Wie bitte – Lehm in der Kirche? Und welcher Sinn steckt dahinter?" So oder ähnlich waren die Reaktionen, seit wir in Lindenhagen (Dorfkirche des Monats Juli 2008) erstmals von unserem Projekt "Durchblicke und Weitsichten – ein Stampflehmprojekt" gesprochen haben. Zugegeben – in der Theorie hörte sich das auch für uns als Kirchengemeinde schon abenteuerlich an, für manche sogar unmöglich. Wie wird wohl der Kirchenraum wirken, wenn drei Stampflehmelemente in Kubusform auf dem Weg zum Altar "im Weg stehen"? Und wie kann man sich das vorstellen, dass der Altar auf den ersten Blick nicht sichtbar ist, weil er durch eine 220 cm hohe Mauer mit einem 80-Grad-Winkel verdeckt wird und nur zu erreichen ist, indem man um diese Mauer herumgeht?

Seit Projektbeginn sind drei Monate vergangen und das Ergebnis hat uns alle überrascht. Selbst die skeptischen Stimmen, die vor einer Verunstaltung der Kirche warnten, haben ihre Meinung geändert. In der Praxis stellen wir nun fest, dass sich die verschiedenen Elemente in das Gesamtbild des Innenraums einfügen, als ob sie dazugehören – und damit hatte keiner gerechnet. "Die farbliche Übereinstimmung der Stampflehmelemente mit den Farben des Kirchenraums ist beeindruckend", so ein Dorfbewohner. "Und die Altarwand wirkt ja gleichsam als Raumteiler", ergänzte eine Besucherin. Jetzt haben wir einen kleinen Raum in der großen Kirche; für Veranstaltungen mit einer geringen Besucherzahl, wie das regelmäßige Taizé-Singen haben wir ihn schon genutzt.

Als Kirchengemeinde ließen wir uns auf dieses ungewöhnliche Projekt ein, weil wir uns mit dem Thema "Dorf und Kirche" beschäftigen. Wie wichtig ist die Kirche für das Dorf, wenn die Zahl der Kirchenmitglieder immer geringer wird? Ob wir am Ende des Projektes den "Durchblick und die Weitsicht" bei dieser Frage haben, bleibt zunächst noch abzuwarten. Mit Sicherheit haben wir aber auf jeden Fall die Kirche im Dorf wieder neu ins Gespräch gebracht.

Ulrike Miege

MIXDORF (Oder-Spree)

Lesestunden

Der Friedrich-Bödecker-Kreis Land Brandenburg beteiligte sich am Wettbewerb des Förderkreises Alte Kirchen zur "Stärkung der künstlerischen und kulturellen Nutzung der brandenburgischen Dorfkirchen" – und wurde ausgewählt.

Hauptanliegen unseres Vereins ist es, Kinder und Jugendliche an Kunst und Literatur heranzuführen. Mit Projekten wie Lesungen, Begegnungen mit Autoren und Illustratoren, Workshops und Ausstellungen versuchen wir, zum Lesen zu verführen. Dank der Entscheidung der Wettbewerbsjury wurde es uns möglich, in zwei Dorfkirchen unsere Ausstellung "Poetische Wanderungen" zu präsentieren. Die erste fand in Mixdorf (Oder-Spree) statt.

Zu sehen waren "Wortkunstwerke" der Prignitzer Lyrikerin Ursula Kramm-Konowalow, in wunderbare Bilder gefasst von der in der Schweiz lebenden Malerin Johanna Wieruszewska-Kurek. Einige der Gedichte wurden von Ola Ciercierzynska ins Polnische übersetzt.

Die Lyrikerin und die Übersetzerin gaben während der Vernissage eine Kostprobe ihrer poetischen Sprache und fanden damit beim Publikum sehr großen Anklang.

Geplant waren von den Mitteln, die uns zur Verfügung standen, zwei Veranstaltungen mit Ursula Kramm-Konowalow. Da das Interesse beim örtlichen Kirchenverein und der Grundschule der Nachbarstadt Müllrose jedoch so groß war, kam die Dichterin zu zusätzlichen Lesungen in die Dorfkirche.

Zu Gast waren Kinder der Mixdorfer Kita, zwei Klassen der Grundschule, zwei Seniorengruppen aus der Kirchengemeinde und aus Frankfurt (Oder). Außerdem fanden der Religions- und der Konfirmandenunterricht mit Ursula Kramm-Konowalow statt, die eigens dafür aus der Prignitz anreiste. – Ein Riesenerfolg also, mit dem niemand gerechnet hatte.

All das wäre aber nicht möglich gewesen ohne das großartige Engagement des Kirchenvorstandes in Mixdorf. So wurden Staffeleien und Hängevorrichtungen für die Präsentation der Bilder gebaut, Kontakte geknüpft, für "Gau-menfreuden" zur Vernissage gesorgt.

Bei so viel Zuspruch durch die Bevölkerung entsteht natürlich der Wunsch nach mehr Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg – Ideen gibt es bereits.

Monika Klauschke
FBK Brandenburg e.V.

TELTOW (Potsdam-Mittelmark)

Lyonel Feininger als Sponsor post mortem

Die Teltower Andreaskirche hat einen Mäzen besonderer Art: Lyonel Feininger machte sie mit seinem 1918 geschaffenen Gemälde "Teltow II" weltweit bekannt. Mit seinen geraden Linien, verwinkelten Flächen und kubistischen Brechungen gilt das Bild als ein frühes Hauptwerk des Künstlers.

Diese Popularität soll der von Schinkel konzipierten Kirche auch heute von Nutzen sein. Zusammen mit dem Be.Bra-Verlag und mehreren örtlichen Sponsoren hat die Kirchengemeinde Teltow eine größere Anzahl von hochwertigen Reproduktionen des Gemäldes in der Originalgröße (101cm mal 125 cm) herstellen lassen, die nun zum Kauf angeboten werden. Der Erlös soll dem Erwerb von zwei neuen Bronzeglocken für das Kirchengebäude zugutekommen.

Die Kopie "Teltow II" wird zum Preis von 10 Euro in der St.-Andreas-Kirche, in der Touristeninformation Potsdamer Straße 57 (Nähe S-Bahnhof Teltow-Stadt), montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, und im Heimatmuseum im Hohen Steinweg 3, sonntags von 13 bis 18 Uhr, verkauft.

 

BÖLZKE (Prignitz)

Ein origineller Bücherschrank

Seltsames begab sich kürzlich direkt vor der kleinen Bölzker Kirche: Im Zeitalter von E-Mails und allgegenwärtigen Mobiltelefonen wurde eine Telefonzelle neu aufgestellt. Das macht neugierig, und Neugier ist hier angesagt.

In dieser Zelle gibt es weder Telefonhörer noch Telefonbuch, wohl aber jede Menge Literatur. Das ehemalige Fern-sprechhäuschen ist zum Bücherschrank umfunktioniert worden, der jederzeit für alle zugänglich ist. Die Bücher, teilweise nagelneue, wurden durch großzügige Spenden zusammengetragen und bieten ein breites Spektrum an Lesestoff. Sowohl Spannung und Spaß als auch Anregung und Wissen sind in Bölzke garantiert.

Ganz ungezwungen können die Bücher, eines oder mehrere, ausgewählt werden. Nach der Lektüre bleibt es jedem selbst überlassen, ob der Schmöker wieder für andere Lesehungrige in die Bücherzelle zurückgestellt wird oder als neuer Schatz insheimische Bord wandert. Und falls jemand sein Regal entlasten möchte, sind seine Bücher selbstverständlich sehr willkommen, denn ein möglichst reger Austausch und Wechsel ist unbedingt erwünscht.

Mit diesem Projekt hatte sich der Förderverein zum Erhalt der Bölzker Kirche e.V. beim Wettbewerb "Kunst und Kultur in Brandenburgischen Dorfkirchen" beworben, der vom Förderkreis Alte Kirchen und der Bundeskulturstiftung ausgelobt worden war. Mit dem Gewinn konnte nun dieser ungewöhnliche kulturelle Anlaufpunkt an der Kirche in Bölzke ermöglicht werden.

Susanne Gloger

 

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Deutsch-polnische Zusammenarbeit beim Wiederaufbau der Gubener Kirche

Entdeckungen und Gespräche am östlichen Ufer der Neiße

Im Rahmen einer Busexkursion in die Umgebung der Stadt Guben unternahm der Förderkreis Alte Kirchen auch einen kurzen Abstecher auf das östliche Ufer der Neiße und besuchte zwei Kirchen im heutigen Polen.

Der Autor und Verlagsleiter Andreas Peter sowie Günter Quiel vom örtlichen Förderverein berichteten den fast siebzig Teilnehmern auf der Baustelle der zur Zeit noch als Ruine vorhandenen Haupt- und Pfarrkirche in Gubin von den begonnenen Arbeiten zum Wiederaufbau des gotischen Gotteshauses (siehe hierzu auch Artikel in "Offene Kirchen 2008", Seite 16). Der FAK konnte mit der Nachricht aufwarten, dass der Förderverein zum Wiederaufbau der Kirche zu den diesjährigen Preisträgern unseres "Startkapitals für Kirchen-Fördervereine" gehört.

Beeindruckend für die Besucher war auch die Besichtigung der Kirche in Schenkendorf (Sekowice). Der Ort war ursprünglich im Besitz des Johanniterordens, und auf den Fundamenten der alten Ordenskirche entstand auch der heutige achteckige Fachwerkbau von 1644.

Begrüßt wurden die Gäste vom Bürgermeister des Ortes, der seine große Freude über den Besuch und über die zunehmende Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen insgesamt zum Ausdruck brachte. Er erinnerte in bewegenden Worten daran, dass die heutigen Einwohner des ehemals deutschen Dorfes ebenfalls als Vertriebene – aus Ostpolen und dem Baltikum – hierher gekommen waren und lange brauchten, um heimisch zu werden.

Die katholische Kirchengemeinde hat das ehemals protestantische Gotteshaus füreine Nutzung nach ihren liturgischen Vorstellungen behutsam adaptiert, es dadurch erhalten und für die Zukunft bewahrt. Bauschäden waren trotzdem nicht zu übersehen, was die Besucher zu einer spontanen Kollekte für die Instandsetzung bewegte.

Robert Hacker

 

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FERGITZ (Uckermark)

Vom Turm grüßt wieder die Wetterfahne

Seit sechs Jahren bemüht sich der "Freundeskreis Kirchenhus Fergitz" e.V. um die schrittweise Sanierung der Dorfkirche. Nun konnte der Abschluss eines weiteren wichtigen Bauabschnittes gefeiert werden: Die Turmbekrönung mit der alten Wetterfahne von 1727 kam wieder an ihren angestammten Platz. In der Kugel wurden aktuelle Dokumente deponiert, die späteren Generationen einmal Einblick in unsere heutige Zeit geben werden.

Die Fergitzer Kirche aus dem 14. Jahrhundert ist eine der sehr wenigen mittelalterlichen Backsteinkirchen im nördlichen Brandenburg. Am laufenden Bauabschnitt beteiligte sich finanziell auch der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg.

Noch sind finanzielle Mittel für die Ausmauerung des Fachwerks der Süd-, West- und Nordseiten des Turmes erforderlich.

 

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BUCKOW (Havelland)

Ein neuer Anfang für die alte Kirche?

Erste Aktivitäten machen Hoffnung auf eine gesicherte Zukunft

 Dorfkirche Buckow (Havelland)

Im havelländischen Buckow, in der Luch-Landschaft zwischen Nauen und Rathenow, wartet ein wahres Kleinod unter den brandenburgischen Kirchen auf seine Wiederentdeckung: die bald sieben Jahrhunderte alte St.-Marien-Batholomäus-Kirche (Dorfkirche des Monats März 2008).

Seit kurzem findet der interessierte Besucher an der Pforte eine vom Förderkreis Alte Kirchen gestiftete wetterfeste Tafel, in der auf die besondere Bedeutung gerade dieser ehemaligen Wallfahrtskirche hingewiesen wird. Die Tafel soll mit dazu beitragen, dass die Dorfkirche Buckow zu einem neuen Ziel für Radfahrer und Wanderer durch Brandenburg wird.

In den "Offenen Kirchen 2008" hatte Dirk Schumann unseren Lesern deren spannende Baugeschichte bereits vorgestellt. Was in jenem Beitrag nicht berichtet wurde: Der aus großformatigen Backsteinen gefügte stattliche Kirchbau schien ernsthaft bedroht zu sein. Allerdings nicht so sehr durch faulende Dachbalken oder absinkende Fundamente oder durch Schwammbefall. Ganz im Gegenteil macht diese Kirche im Unterschied zu so vielen anderen im Lande auf den Besucher einen noch sehr stabilen und schadensfreien Eindruck. Die Schwierigkeiten liegen darin, dass es dem Ort zunehmend an Christen fehlt, die ihr Gotteshaus noch besuchen und öffnen wollten. Das andernorts übliche Gemeindeleben war hier schon nahezu zum Erliegen gekommen.

Die Evangelische Reformationsgemeinde Westhavelland, die außer für die alte Buckower Wallfahrtskirche noch für fünfzehn weitere Dorfkirchen verantwortlich ist, musste das zum Anlass nehmen, ernsthaft über die weitere Zukunft dieses sakralen Bauwerks nachzudenken. Wie würde der weitere Finanzbedarf für die Unterhaltung der Kirche gesichert werden können? Es gab bereits ein Kaufangebot für den Sakralbau und auch schon Verhandlungen darüber.

Verständlicherweise sorgte das unter Gemeindegliedern der Reformationsgemeinde für Unruhe und neue Aufmerksamkeit für die alte Kirche. Kaum erwartetes Verantwortungsbewusstsein für den Schatz dieses Bauwerkes wurde wach. Erste Aktivitäten wurden besprochen und auch schon realisiert. So hatte man im Juli zu einem kleinen, aber feinen Sonntags-Konzert der "Spandauer Schilfrohrbläser" in die extra geputzte Kirche eingeladen, dazu anschließend noch Kaffee und Kuchen geboten. Viele kamen, viel mehr als erwartet, aus Berlin und Brandenburg und sonst woher, nutzten zuletzt noch das Angebot, auf den hohen Turm zu steigen und über das weite Luch zu schauen. Und zeigten auch durch großzügige Spenden, dass sie sich auf weitere Angebote in der Buckower Kirche freuen würden.

Pfarrer Jurk als Gastgeber sprach von einem "neuen Anfang", der in Buckow gemacht werden solle. Der wäre dem Ort und seinen Bewohnern wirklich zu wünschen. Schließlich gehört die schöne Kirche dort zu den kunst- und glaubensgeschichtlich wertvollsten Sakraldenkmälern des Havellandes.

Arnulf Kraft

Die Wallfahrtskirche von Buckow wird wieder interessant

In einer Veranstaltung im Vortragsraum des Berliner Märkischen Museums wird am Dienstag, dem 7. Oktober, um 18 Uhr die Festschrift zur Emeritierung von Frau Prof. Gerlinde Strohmeier-Wiederanders präsentiert, die bis 2007 den Lehrstuhl für Christliche Archäologie und Kunst an der Humboldt-Universität Berlin innehatte.

Entsprechend den Forschungsschwerpunkten des Lehrstuhls wird es an diesem Abend Vorträge über ein Thema aus der Wallfahrtsforschung – die noch kaum bekannte Wallfahrt nach Buckow im Havelland – geben.

Christa-Maria Jeitner wird zwei bedeutende Messgewänder aus der Sammlung der Stiftung Stadtmuseum (ehemals Sammlung des Märkischen Provinzialmuseums) vorstellen. Dr. Hartmut Kühne widmet sich der Geschichte der Buckower Wallfahrt, während Dirk Schumann neue Ergebnisse aus der Bauforschung des bedeutenden Buckower Kirchengebäudes vorstellt. Interessierte Gäste sind herzlich willkommen.

 

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Die Sonnenorgel, eine "verrückte" Kirche und historische Wehranlagen

Exkursion des Förderkreises in die schlesische Oberlausitz

Vor mittlerweile vier Jahren fusionierte die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg mit der bis dahin selbstständigen Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz, was der neu entstandenen Landeskirche einen schier endlosen Namen bescherte; er lässt sich fast nur in der Abkürzung – EKBO – ohne Atem zu holen aussprechen. Für der Förderkreis Alte Kirchen war es nun endlich an der Zeit, der Region um die Stadt Görlitz im Rahmen einer zweitägigen Exkursion einen Besuch abzustatten.

Auf dem Programm stand natürlich die imposante Görlitzer Stadtkirche St. Peter und Paul inklusive einer musikalischen Kostprobe auf der berühmten Sonnenorgel. Für die Besucher spielte Kirchenmusikdirektor Reinhard Seeliger, der sich in den vergangenen Jahren um die umfassende Rekonstruktion des Instrumentes verdient gemacht hatte.

Besichtigt wurde auch die Hoffnungskirche im Görlitzer Neubaugebiet Königshufen. Erst seit Beginn der 90er Jahre steht das Gebäude an dieser Stelle. In einer aufwändigen Aktion war es aus dem Dorf Deutsch Ossig, das dem Braunkohlentagebau weichen musste, hierher umgesetzt worden. Pfarrer Georg Scheuerlein berichtete über den schmerzhaften Prozess der Loslösung der Dorfbewohner von ihrem angestammten Ort und von ihrer Dorfkirche sowie vom erfolgreichen Projekt, in einem Plattenbauviertel neue Gemeinde zu bauen.

Allein die Stadt Görlitz würde einen mehrtägigen Besuch mehr als rechtfertigen. Uns interessierten jedoch auch die Dorfkirchen der Region und die Bemühungen, sie zu erhalten.

  Altar der Kirche in Horka
  Altar der Kirche in HorkaGroßbildansicht

Die Kirchengebäude in den beiden Nachbarorten Daubitz und Rietschen entstanden zeitgleich in den Kriegsjahren 1914 bis 1916, ausgemalt wurden sie – in recht unterschiedlicher Manier – beide von dem bedeutenden Kirchenmaler Prof. Joseph Langer aus Breslau. In Rietschen ist die Instandsetzung des Kirchenbaus abgeschlossen, das Umfeld liebevoll gestaltet. Ein eingerüsteter Innenraum empfing uns in Daubitz, hier ist die Restaurierung in vollem Gange. Über dem Triumphbogen wurden zwei Wappen freigelegt, die zu DDR-Zeiten nicht genehm waren. Einträchtig nebeneinander breiten hier der preußische und der schlesische Adler ihre Schwingen aus. In beiden Dörfern werden die Arbeiten unterstützt durch aktive Fördervereine.

Ein Verein setzt sich auch für die Erhaltung der historischen Wehranlage in Horka ein. Das Kirchengebäude wird von einer geschlossenen Ringmauer umgeben, ein für diese Region einmaliges Ensemble. Pfarrer Ulf Schwäbe stellte die geschlossene gotische Ausmalung des Chorraumes vor und wies auf die schlichte Gestaltung des Langhauses im Geiste der evangelischen Brüdergemeine hin.

Die Kirche von Arnsdorf ist von Ostern bis Erntedank tagsüber für Besucher geöffnet. Zehn Familien übernehmen im Wechsel für je eine Woche das Amt des Schlüsselverwalters. Auf dem Pfarrhof wurde die alte Scheune zu einem Landkino ausgebaut, das seit über zehn Jahren anspruchsvolle Filme zeigt und für seine Programmgestaltung 2005 den Preis der DEFA-Stiftung erhielt. Desgleichen entstand hier eine gut frequentierte Pilgerherberge am entlang der mittelalterlichen Via Regia entstandenen Jakobsweg. Im vergangenen Jahr konnte das Dach der Arnsdorfer Kirche saniert werden, eine umfangreiche Instandsetzung des Baukörpers steht jedoch noch aus.

Pfarrhof von Arnsdorf 
KINO mit Niveau: Die auf dem Pfarrhof von Arnsdorf zu einem Landkino ausgebaute Scheune wurde bereits für das anspruchsvolle Programm ausgezeichnet. 

Letzte Station der Reise war Kroppen. Das Dorf gehört zum Land Brandenburg, liegt jedoch kirchlich auf "schle-sischem" Gebiet. Die imposante, im Dresdener Barock erbaute Saalkirche entstand 1717 bis 1721 auf Veranlassung des Patrons Georg von Werther. Der Minister unter August dem Starken erlebte die Einweihung der Kirche nicht mehr. Die Glocken läuteten erstmals zu seiner Beisetzung.

Das Fundament der Kroppener Kirche wurde auf einen Holzrost gebaut. Das war kein Problem, solange ausreichend Grundwasser vorhanden war. Der Spiegel sank jedoch bedrohlich, so dass vor einigen Jahren die gesamte Gründung des Gebäudes erneuert werden musste. Im vergangenen Jahr konnten auch der vom echten Hausschwamm befallene Dachstuhl saniert und eine neue Dachdeckung aufgebracht werden. Der Kroppener Kirchbauverein gehörte 2005 zu den Preisträgern unseres "Startkapitals für Kirchen-Fördervereine".

Insgesamt lernten die Teilnehmer der FAK-Exkursion eine reiche Kulturlandschaft kennen, die durch selbstbewusste Menschen am Leben erhalten und in die Zukunft geführt wird. Für weitere Ausflüge in diese Region gibt es bereits genügend Ideen.

Bernd Janowski

 

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Ausstellungen

BRANDENBURG (HAVEL)

Ausstellung über historische Stadtkerne

"Mittelpunkte Historische Stadtkerne im Land Brandenburg" lautet der Titel einer Ausstellung, die zur Zeit im Paulikloster gezeigt wird. Zusammengestellt wurde sie von der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" des Landes Brandenburg und dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege. Das Paulikloster wird künftig das Archäologische Landesmuseum beherbergen. Der Ausstellungsbesuch bietet eine gute Gelegenheit, auch das restaurierte Paulikloster zu besichtigen.
Geöffnet bis 19. Oktober Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

Kirchen-Kunst-Route

Aufgefordert zum genauen Hinschauen

Bereits zum zweiten Mal lädt der Förderkreis Alte Kirchen zu einer Kirchen-Kunst-Route ein. Acht zeitgenössische Künstler zeigen ihre Werke in acht Dorfkirchen des Landkreises Märkisch Oderland. Petermichael Metzler, künstlerischer und organisatorischer Leiter des Projektes, hat die Künstler ausgewählt und ihre Werke in den Kontext des jeweiligen Kirchengebäudes gestellt:

Anders als in einer Galerie stehen die Werke hier nicht für sich selbst. Sie setzen sich mit der spezifischen Atmosphäre eines Raumes auseinander, der in erster Linie Ort des Gottesdienstes einer christlichen Gemeinde ist. Sie zwingen uns auch, genauer hinzuschauen. Bilder oder Skulpturen lassen uns den scheinbar vertrauten Ort völlig neu wahrnehmen.

Wenn bei den Besuchern der Route auch noch das Bewusstsein dafür gestärkt wird, sich für den Erhalt und die Bewahrung jahrhundertealter Denkmäler einzusetzen, so ist das ein durchaus beabsichtigter Nebeneffekt.

Bis zum 14. September sind die Kirchen montags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet (Mo./Di. in Sietzing, Kienitz, Neutrebbin und Bliesdorf nach telefonischer Vereinbarung).

 

Totenkronen – Denkmäler der Liebe

Eine interessante Ausstellung zieht durch das Land

  Totenkrone
  ZUM GEDÄCHTNIS an die Verstorbenen –
die Totenkronen wurden mit Myrten, Immortellen und bestickten Bändern
liebevoll geschmückt
Foto: Eva-Maria Rebs

Über eine lange Zeit war es üblich, unverheiratet gestorbenen jungen Menschen – quasi als Ersatz für die entgangene Brautkrone – Totenkronen zu widmen, die nach der Bestattung ihren Platz in der Kirche fanden. Über siebzig Kränze und Kronen zählte Theodor Fontane, als er etwa 1872 für die Arbeit an seinen Wanderungen die Dorfkirche in Alt Geltow bei Potsdam besuchte: "Krone neben Krone; gestickte Bänder, deren Farben halb oder auch ganz verblassten; dazwischen Myrten und Immortellenkränze im bunten Gemisch." Doch schon damals ging die Epoche dieses Gedächtnisbrauches ihrem Ende zu; die meisten Kronen wurden als "Staubfänger" und unmodern aus den Kirchen entfernt. Resigniert schrieb Fontane: "Man nimmt den Dorfkirchen oft das Beste damit, was sie haben, vielfach auch ihr – Letztes."

Es ist nun in den letzten Jahren das Verdienst von Dr. Sylvia Müller, die letzten verbliebenen Totenkronen aus der Vergessenheit hervorgeholt, beschrieben und in den Kontext ihrer Zeit gestellt zu haben. Vor gut einem Jahr erschien ein kleines Buch und seit längerem zieht eine Ausstellung, ergänzt immer auch durch lokale Objekte, durch das Land.

Ein Höhepunkt war nun im Juli die Präsentation dieser Ausstellung in der Marienkirche von Bernau. Bereits 1846 waren auch hier die auf Konsolbrettern und in verglasten Kästen befindlichen Totenkronen von den Wänden entfernt worden. Nicht alle jedoch gingen verloren. Versteckt auf einer Empore blieben zehn zum Teil vorzüglich gearbeitete Kästen mit elf Kronen aus der Zeit von 1796 bis 1851 erhalten. Ein Teil von Ihnen konnte auf Initiative von Sylvia Müller und mit Hilfe zahlreicher Sponsoren inzwischen restauriert werden; nach dem Ende der Ausstellung sollen die "Denkmäler der Liebe" in den Kirchenraum zurückkehren.

Dieses Beispiel sollte Schule machen. Noch immer lagern auf Kirchenböden und in den finsteren Ecken der Turmräume und Sakristeien zahlreiche Ausstattungsstücke, die eng mit der Glaubens- und Sozialgeschichte des jeweiligen Ortes verbunden sind. Es wäre verdienstvoll, sie wieder sichtbar zu machen.

Bernd Janowski

Literatur:
Sylvia Müller, Denkmäler der Liebe.
Zeugnisse des Totenkronenbrauches in der Mark Brandenburg;
Berlin 2007;
ISBN: 978-3-929829-63-1;
9,80 €.

 

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IN AKUTER NOT

Ein zermürbter Gottesbote wartet auf der hintersten Kirchenbank

Im Kirchenrechnungsbuch der Gemeinde Wismar findet sich unter der Rubrik "Ausgaben" des Jahres 1788 folgender Eintrag: "Ist bezahlt worden 40 Reichstaler Für einen Taufengel, 6 Silbergroschen und 10 Pfennige Zoll für denselben, an Schmiedearbeit 16 Gr. 3 Pf. für dens., für 2 Stränge etc. für dens. 8 Gr., in Kasten Zunftlohn 13 Gr. Pastor C.F.Z."

 
IN AKUTER NOT

Diesmal suchen wir

Paten für
den Taufengel
von Wismar

in der Uckermark

Holzschädlinge richteten ihn
jahrzehntelang übel zu.
 

Seitdem war dem Taufengel ein recht wechselhaftes Schicksal beschieden. Ursprünglich vor dem Altar hängend, wanderte der Engel bereits um 1900 ins Prenzlauer Museum, von wo ihn die Gemeinde etwa 1960 wieder zurück in seine Heimatkirche holte. Mitte der 1980er Jahre wurde er bei einem Absturz beschädigt. Leider erfolgte die anschließende Reparatur recht unsachgemäß, eine schlecht ausgeführte Farbfassung kam hinzu. Seitdem hing der Taufengel auf der Westempore, rechts neben der Orgel. Wegen gravierender Schäden musste er jedoch vor kurzem wieder abgenommen werden. Nun liegt er – sorgfältig verpackt – auf einer Kirchenbank und harrt der Dinge, die da kommen...

Die Wismarer Kirche ist ein typischer uckermärkischer Feldsteinbau, der Turm mit Haube und Laterne kam erst 1825 im Zuge eines größeren Umbaus hinzu.

Der Innenraum wird geprägt durch einen prächtigen, farbig gefassten Kanzelaltar, der ebenfalls eine lange Geschichte erzählen könnte. Ursprünglich wurde er 1741 für die Fachwerkkirche im benachbarten Schwarzensee geschaffen, die jedoch wegen Baufälligkeit 1964 abgebrochen wurde. Schon damals zeigten die Wismarer Interesse an dem Altar, da der eigene im Laufe der Jahre "dem Wurmfraß zum Opfer gefallen" war, wie es in zeitgenössischen Aufzeichnungen heißt. Bevor der Schwarzenseer Altar jedoch in die Kirche nach Wismar gelangte, wurde er – vermutlich wegen Geldmangels – erst einmal eingelagert, was den einzelnen Teilen nicht gut bekam.

Wismarer Taufengel  
Foto: Bernd Janowski  

Als dann endlich mit der Restaurierung begonnen wurde, sollte der gesamte Kanzelaltar eine neue Farbfassung erhalten, da die derzeit sichtbare als nicht erhaltenswerte Fassung aus jüngerer Zeit interpretiert wurde. 1993 folgte dann eine gründliche Untersuchung der noch verbliebenen Farbreste durch Restauratoren des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege. Dabei stellte sich heraus, dass die Originalfassung der Herstellungszeit in weiten Teilen noch gut erhalten und nur partiell übermalt war. Das originale Blattsilber war oxydiert und völlig schwarz geworden. Es wurde ein neues Restaurierungskonzept erstellt, die Farbreste wurden konserviert und behutsam ergänzt. Das Resultat kann sich sehen lassen. An der Finanzierung der Arbeiten beteiligte sich auch der Förderkreis Alte Kirchen.

Neben dem Altar fällt die für eine Dorfkirche recht große, immerhin zweimanualige Orgel auf, die 1849 von der in Stettin ansässigen Firma Kaltschmidt geschaffen wurde. Die Abnahme des Instrumentes nahm ein Jahr später kein geringerer als der Komponist und Musikdirektor Carl Loewe vor. Loewe war zu dieser Zeit Kantor an St. Jakobi in Stettin und hatte durch die Komposition von Opern, Oratorien und mehreren Hundert Balladen schon eine große Berühmtheit erreicht. Dieser Carl Loewe also befand das Orgelwerk als vorzüglich und setzte es durch, dass dem Orgelbau zusätzlich zum vereinbarten Honorar eine Gratifikation von einhundert Talern gezahlt wurde. Vom herrlichen Klang des Instrumentes kann man sich noch heute überzeugen.

Doch zurück zum Taufengel: Durch eine Stickstoffbegasung, ausgeführt im Landesamt für Denkmalpflege, konnte akuter Anobienbefall erst einmal gestoppt werden. Doch die Holzsubstanz ist durch die jahrzehntelange Tätigkeit der Schädlinge extrem destabilisiert. Ein Fuß ist bereits abgebrochen. Die Festigung der gesamten Figur ist dringend notwenig. Empfohlen wird auch die Freilegung der Übermalung und deren Überarbeitung.

Letzteres ist vermutlich Zukunftsmusik. Eine Sicherung der Substanz jedoch muss bald erfolgen, wenn endgültige Verluste vermieden werden sollen.

Deshalb suchen wir "Engelpaten" und bitten Sie, mit Ihrer Spende zu helfen, den Taufengel von Wismar wieder zum Fliegen zu bringen.

Bernd Janowski

Weitere Informationen:
Evang. Pfarramt Strasburg; Pfarrer Rainer Schlicht;
Tel.: 039753 20258

Spendenkonto:
Förderkreis Alte Kirchen
Kto.-Nr. 5 199 767 005;
BLZ 100 900 00 (Berliner Volksbank)
Kennwort: Taufengel Wismar

 

  Kirche Gadow Fenster
 Großbildansicht

GADOW (Ostprignitz-Ruppin)

Viele kleine Scheiben fanden ihre Paten

Im Dezember vergangenen Jahres hatten wir in unserer Rubrik "In akuter Not" um Ihre Spende für die Kirche von Gadow gebeten. Der sehr aktive lokale Förderverein, der bereits viel geleistet hat für die Rettung der vom Verfall bedrohten Kirche, will nun parallel zu den Arbeiten am Kirchendach auch die defekten Fenster reparieren. Dabei soll die ursprüngliche Gestaltung in kleinteiligen Rautenformen wieder hergestellt werden. Dafür suchte und sucht er Fensterpaten. Nur vier Euro kostet eine der kleinen Scheiben – allerdings werden Tausende davon gebraucht.

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hatte mit seinem Spendenaufruf diese Aktion unterstützt. 700 Euro konnte er inzwischen an die Gadower überweisen.

Jetzt erhielten wir einen Brief vom Förderverein Dorfkirche Gadow mit einem herzlichen Dankeschön und einer aktuell beschrifteten Zeichnung: das Geld für alle Scheiben dieses Fensters – und damit des zweiten – ist beisammen. Auch wir danken allen, die mit ihren Spenden halfen, dass der FAK einen Beitrag leisten konnte.

 

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Läsikow (Ostprignitz-Ruppin)

Im Mittelpunkt des Ortes und im Mittelpunkt des Geschehens

Das Runddorf Läsikow ist ein kulturhistorisches Kleinod im Rhinluch, das nicht nur seine Bewohner, sondern auch alle Besucher fasziniert. Denn in kaum einem Dorf steht die Kirche so im Mittelpunkt wie in Läsikow, und das war wohl schon immer so.

Wie hat sich unser
Startkapital 2007
vor Ort ausgezahlt?

Nachgefragt in
Läsikow
(Ostprignitz-Ruppin)
 

Drei mittelalterliche Bronzeglocken im Turm und eine Gesellorgel von 1847 zeugen davon, dass den Läsikowern ihre Kirche lieb und teuer war. Die Innenausstattung aber ging in der Nachkriegszeit weitgehend verloren. Mit dem Läutwerk für die Glocken war auch die Turmuhr verschwunden, die Orgel war ein Scherbenhaufen und das Dach der Kirche war undicht, um nur die für jeden auf den ersten Blick zu sehenden Schäden zu nennen. Eigentlich eine unlösbare Aufgabe für alles in allem 80 Dorfbewohner.

  Kirche Laesikow Orgel
  NEUE HOFFNUNG
auch für die defekte Gesell-Orgel
Foto: Annegrete Putbrese

Doch der Mut der Läsikower war riesengroß. Im September 2006 gründeten sie den "Förderverein für Kirche und Dorf Läsikow e.V.".

Ein Glockensachverständiger wurde bestellt, der die Einzigartigkeit dieses Glockenensembles in einer kleinen Dorfkirche bestätigte, die Orgel wurde abgebaut, und es fand sich ein Orgelbauer, der mit der Restaurierung der Pfeifen begann, obwohl die Vereinskasse noch leer war. Mit ihren Aktivitäten überzeugten die Läsikower den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, sie erhielten 2007 das begehrte Startkapital von 2.500 €. Die Summe ist sicher klein gegenüber der Riesensumme, die für die Restaurierungsarbeiten benötigt wird, aber wichtiger ist in diesem Fall, dass ihre Arbeit wahrgenommen und der Wille, etwas für ihre Kirche zu tun, anerkannt wurde. Das spornte die Läsikower enorm an.

Laesikow  

Zusammen mit dem für kirchliche Bauangelegenheiten zuständigen Pfarrer und dem Kirchlichen Bauamt wurde ein Architekt beauftragt, die Schäden an der Kirche zu untersuchen und ein Sanierungskonzept auszuarbeiten: Mit 100.000 € ist zu rechnen. Der Kostenvoranschlag für die Restaurierung der Glocken beträgt ca. 27 000 € und der für die Orgel ist noch offen. Ein Sachverständiger der Orgelfirma Schuke aus Potsdam, deren Vorfahren die Orgel einst gebaut haben, wurde um ein Gutachten gebeten.

Der an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gestellte Antrag auf Fördergelder wurde negativ beschieden, aber mit der Empfehlung, es erneut zu versuchen. Der Antrag auf Fördergelder zur Restaurierung der Glocken ist von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung ohne Begründung abgelehnt worden.

Im Februar 2008 fällte der Sturm die 200-jährige Friedenseiche und beschädigte das Dach der Kirche. Im Mai wurde eine neue Eiche gepflanzt und das Dach repariert. Dank einer Spende der Gemeinde Segeletz konnte der Balg der Orgel repariert und wieder eingesetzt werden. Weitere Spenden, z. B. von der Familie Mösch, und zwei Benefiz-Veranstaltungen von Siegfried Matthus, Intendant der Rheinsberger Kammeroper, in der Läsikower Kirche sichern den Fortgang der Arbeiten an der Orgel. Demnächst kommt Frank Matthus, Leiter des Netzebander Sommertheaters, zu einer Benefiz-Veranstaltung nach Läsikow. Es gab eine Hochzeit, eine Taufe und eine Beerdigung und viele kleine Spenden für den Verein.

Danke an den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, Läsikow ist auf einem guten, wenn auch langen Weg.

Annegrete Putbrese

 

Kirche Laesikow  
EINLADUNG zum

Spaziergang mit der Kamera durch das alte Läsikow

Zur Zeit wird eine Foto-Ausstellung mit alten Ansichten aus Läsikow vorbereitet. Der Läsikower Fotograf Otto Seibt (1880—1974) hatte mit seiner Kamera Alltag und Höhepunkte im Dorfleben festgehalten. Seine Aufnahmen spiegeln eine bewegte Epoche wider.

Die Ausstellung wird am 14. September um 10 Uhr von Landrat Christian Gilde in der Kirche eröffnet.

 

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"Kirche des Monats" einst und jetzt
Mit dem Blick von heute alten in Ausgaben der "Potsdamer Kirche" geblättert

Bauen für die Gemeinde von morgen

"Wir haben uns daran gewöhnt, von der Volkskirche und obligatorischen Staatskirche früherer Jahrhunderte jetzt zur Gemeinde der kleinen Zahl der Minderheit, zu finden und über die christliche Gemeinde künftiger Jahrzehnte zwar mit Zuversicht, aber Bescheidenheit zu sprechen", schrieb Dieter Mehlhardt 1983 im Zusammenhang mit dem Neubau der kriegszerstörten Kirche in Bahnitz bei Rathenow. Und mit dem Blick auf sinkende Gemeindegliederzahlen und die immensen Probleme der Bauunterhaltung brandenburgischer Dorfkirchen fügt er hinzu: "Die Zahlen und Proportionen wollen nicht mehr so recht stimmen."

Dieter Mehlhardt besaß eine kleine, herrlich verkramte Buchhandlung in Kleinmachnow. Zudem war er engagierter Christ und passionierter Heimatforscher. Zwischen 1975 und 1986 stellte Mehlhardt unter dem Titel "Märkische Dorfkirchen" monatlich eine Kirche in der Wochenzeitung "Potsdamer Kirche" vor. Der Förderkreis Alte Kirchen steht also mit seiner seit 2002 regelmäßig vorgestellten "Dorfkirche des Monats" in einer guten Tradition.

Ein Mitglied des Förderkreises Alte Kirchen stellte uns kürzlich Kopien sämtlicher damals erschienenen Artikel zur Verfügung. Und das Wiederlesen gerät zur spannenden Reise in die Vergangenheit. Neben einem obligatorischen Abriss über die Geschichte des Dorfes und seiner Kirche schreibt Dieter Mehlhardt immer auch über die Bemühungen, in den schwierigen Zeiten der DDR die Kirchengebäude instand zu halten und Reparaturen in Eigenregie vorzunehmen. Er bemüht sich, in seinen Berichten über das Gemeindeleben stets das Positive zu sehen, was ihm oft nicht leicht fällt.

Aus heutiger (denkmalpflegerischer) Sicht möchte man ihm manchmal rückwirkend widersprechen, etwa wenn er in seinem Beitrag über Göttin (Potsdam-Mittelmark) das Lob des Zementputzes bei der Turmsanierung anstimmt. Auch die mehrfach geschilderte "zeitgemäße" Umgestaltung der Kirchenräume sehen wir heute in anderem Licht, Beispiel Bliesendorf (Potsdam-Mittelmark): "Die überalterte Ausstattung wurde durch eine schlichte neue, aber zweckmäßige Einrichtung ersetzt: Blickfang sind ein einfacher Altartisch mit starker Eichenplatte, dahinter ein größeres Wandkreuz. Seitenkanzel und Taufe sind ebenso wie der Fußboden im Altarbereich aus Klinkern gefügt." So manche wertvolle Barockausstattung wurde damals leichtfertig dem Zeitgeist geopfert.

Doch es ist leicht, aus heutiger Perspektive Kritik zu üben. Zu bewundern bleibt das vielerorts beschriebene Engagement der Menschen. In Langen (Ostprignitz-Ruppin) ordnete das Konsistorium 1973 den Abriss der maroden und für das Dorf viel zu großen Kirche an. Begründung: In der heutigen Situation sei eine eigene Kirche für jedes Dorf nicht mehr erforderlich und möglich. Die Langener sahen das anders; in einer Großaktion setzten die Dorfbewohner die Kirche instand. Das Material wurde durch Spenden bezahlt, die Handwerker, darunter auch zahlreiche Nichtchristen, verzichteten auf Bezahlung.

In Horno (Spree-Neiße) schildert Mehlhardt 1985 die Renovierung der Kirche, obwohl dem Ort schon damals die Devastierung wegen des Braunkohlebergbaus drohte. Trotz Widerstand der Bevölkerung und Wende musste der Ort zwanzig Jahre später dann doch dem Tagebau weichen.

Nie beschreibt der Chronist Mehlhardt die Kirche nur als historisch interessantes Relikt der Vergangenheit; vielmehr fordert er, "die Kirche im Dorf so zu gestalten, dass sie nicht nur konserviert wird, sondern weiterhin lebendiger Mittelpunkt der Gemeinde bleibt". Er beklagt schon damals die Vernachlässigung der Kirchenmusik und ist in Steinhöfel (Uckermark) erschüttert über den Niedergang des Gemeindelebens. Zwischen Resignation und Hoffnung schließt er seinen dortigen Bericht: "So wie einst das Volk Israel von Gott durch die steinige Wüste geführt und gerettet wurde, hoffen wir dies auch für Steinhöfel und alle anderen ‚steinigen‛ Gemeinden."

Bernd Janowski

 

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Wo noch wahre Schätze zu heben sind

Berichte und Forschungen aus dem Brandenburger Domstift

In der AK-Ausgabe vom Mai dieses Jahres hatten wir auf die Schätze des Domstiftsarchivs Brandenburg aufmerksam gemacht als eine wahre Fundgrube für alle Forschungen zur Orts– und Kirchengeschichte in der Mark. Immerhin verwahrt das Domstiftsarchiv heute allein 190 verschiedene kirchliche Archive mit einer Fülle hochinteressanter geschichtlicher Informationen.

Jetzt legt Dr. Uwe Czubatynski im Auftrag des Domstifts erstmals "Berichte und Forschungen aus dem Domstift Brandenburg" vor, die vor allem dazu dienen sollen, das Archiv als Forschungseinrichtung zu profilieren und noch mehr ins öffentliche Bewusstsein zu bringen.

Das Heft soll künftig einmal im Jahr erscheinen und will neben Beiträgen, die sich unmittelbar auf das Domstift beziehen, vor allem auch eine Plattform für Texte sein, die sich mit der Kirchen– und Landesgeschichte Brandenburgs befassen.

In diesem ersten Band erläutert Romy Straßenburg am Beispiel von Perleberg die Handlungsspielräume mittelalterlicher Kleinstädte. Untersucht wird dabei auch anhand verschiedener Quellen die Beziehung Perlebergs zur Hanse.

Klaus Stolte befasst sich mit dem Streit um das Wunderblut von Wilsnack im Spiegel päpstlicher Verlautbarungen. Als Dokumente sind verschiedene päpstliche Erlasse beigefügt, die die damaligen Auseinandersetzungen um den Wilsnacker Wallfahrtsbetrieb deutlich werden lassen. Der Artikel gibt zugleich einen Einblick in die Baugeschichte der Nikolaikirche.

Ergänzt werden diese größeren Beiträge durch Vorträge, Tätigkeitsberichte und Bibliographien. So wird das Werk von Dietrich Kollmannsperger gewürdigt, der sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für Orgelmusik und Orgelforschung engagiert.

Parallel zum Heft, in nur kleiner Auflage gedruckt, soll eine seitenidentische elektronische Edition für die jederzeitige Verfügbarkeit sorgen. Zu beziehen ist das Heft im Domstiftsarchiv oder im Buchhandel über den Verlag Bautz (jeweils für 10,-€ plus 2,- € Versandkosten).E. G.

E. Gonda

 

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KURZ NOTIERT

Klingende Münze für Wagner-Orgel

Die dem FAK gewidmeten Benefizkonzerte der renommierten Akademie für Alte Musik Berlin in der Dorfkirche Mühlenbeck (Oberhavel) sind längst zu einer guten Tradition geworden. Auch in diesem Jahr musizierte das Ensemble vor einer großen Zahl begeisterter Zuhörer. Der Erlös
von 1.100 € kommt der Restaurierung der historischen Wagner-Orgel von 1745 in der Dorfkirche von Felchow (Uckermark) zugute. Herzlicher Dank gilt Musikern und Spendern.

FAK erwartet Sie auf der Denkmalmesse

Auch in diesem Jahr wird der Förderkreis Alte Kirchen auf der Europäischen Messe für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung mit einem Stand vertreten sein. Über Ihren Besuch würden wir uns freuen; Interessenten finden uns im Infoforum der Halle 2, Stand IF 15. Die "denkmal 2008" findet vom 20. bis 22. November in Leipzig statt. Weitere Informationen unter: www.denkmal-leipzig.de.

Pilotprojekt "Offene Kirche" in Berlin

Ein Pilotprojekt "Offene Kirche" startete die Gustav-Adolf-Kirchengemeinde in Berlin-Charlottenburg: Zunächst bis Ende September soll der Sakralbau in der Herschelstraße 14 (S/U-Bahnhof Jungfernheide) mittwochs von 14 bis 17 Uhr zur stillen Einkehr und zur Besichtigung offen stehen. Das Gotteshaus von 1932 gilt als wegweisender Bau der Klassischen Moderne. Es verbindet Neue Sachlichkeit mit Expressionismus und wird oft als die bedeutendste Kirche des Architekten Otto Bartning bezeichnet. Weitere Informationen unter: www.otto-bartning.de/gak-ok.pdf.

Buchspenden erbeten

Die Kirchengemeinde Neuholland (Oberhavel) will im ehemaligen Pfarrhaus ein Seminar- und Bildungszentrum zur Erhaltung und Wiederbelebung ländlicher Garten- und Friedhofskultur einrichten und im Rahmen des Projektes eine öffentlich zugängliche Bibliothek anlegen. Die Gemeinde bittet, nicht mehr benötigte Garten- und Landwirtschaftsbücher als Spende zur Verfügung zu stellen.

Kontakte: Katrin Lutze;
Nassenheider Chaussee 34; 16559 Liebenwalde
OT Neuholland;
Tel.: 033054 62739 (pr.) oder 033054 60280 (d.).

Preis für Ausbildung von Kirchenführern

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Berlin-Brandenburg (EAE) ist durch den Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg Holger Rupprecht mit dem zweiten Platz des Weiterbildungspreises ausgezeichnet worden. Damit wurden die Schulungen für Präsenzpersonen an Kulturorten gewürdigt, die die EAE entwickelt hat und in den Regionen des Landes durchführt.

In diesen mehrtägigen Kursen reflektieren Ehrenamtliche und geringfügig Beschäftigte ihre Rolle als Präsenzpersonen = an den unterschiedlichen Kulturorten und die jeweiligen Erwartungen der Besucherinnen und Besucher. Bei den Seminaren in den beteiligten Kirchen, Museen, Heimatstuben und ähnlichen Einrichtungen entdecken die Teilnehmenden die jeweiligen Eigenarten ihres Ortes und vertiefen so das Verständnis für ihre Tätigkeit.

 

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BÜCHERSEITE

Ein Bildband der besonderen Art:
Dorfkirchen und ihre Hüter

Das ist einmal eine außerordentliche Idee: Ein Buch über brandenburgische Dorfkirchen, das nicht nur die Bauten in Wort und Bild vorstellt, sondern auch ihre Hüter, jene Schlüsselverwahrer, die sonst im Hintergrund bleiben und die doch erst die Türen öffnen zu all dem Sehenswerten. Titel des Bildbandes: "Brandenburgische Dorfkirchen und ihre Hüter".

Kara Huber wählte aus den mehr als 1.400 Dorfkirchen des Landes Brandenburg 22 aus und gewann prominente Autoren, die über ihre persönlichen Beziehungen zu dem jeweiligen Gebäude erzählen, darunter Wolfgang Huber, Gesine Schwan, Manfred Stolpe, Wolfgang Thierse, Johanna Wanka und Richard von Weizsäcker. Immer ist auch davon die Rede, wie Kirchen heute mit Leben erfüllt sind, wenn sie außer zu den Gottesdiensten ihre Türen öffnen als Theatersaal oder Galerie, als Konzerthalle oder Begegnungsstätte.

Vortrefflich ist auch die Auswahl der Fotos. Leo Seidel und Wolfgang Reiher zeigen die Kirchen aus verschiedenen Perspektiven: aus der Ferne, eingebunden in das dörfliche Ensemble, dann mit dem Blick auf faszinierende Details der Ausstattung und mit ungewöhnlicher Sicht auf die Architektur.

Immer geht es in diesem Buch auch um die Menschen, die "ihre" Kirche hüten, aber auch anderen nahebringen, indem sie die Tore offen halten. Sie sind oft seit Generationen in ihrem Ort und mit ihrem Gotteshaus verwurzelt, haben den Schlüssel teilweise aus den Händen der Eltern empfangen, die vor ihnen dieses verantwortungsvolle Amt inne hatten. In diesem Buch kommen sie selbst zu Wort. Schlicht, unspektakulär präsentieren sie sich auf den Fotos, viel Interessantes, auch Berührendes haben sie zu sagen und zu erzählen.

Im Anhang des Buches werden dem Leser in Kurzbiographien die Autoren und die Fotografen vorgestellt. Für alle, die sich durch diesen prächtigen Bildband anregen ließen, sich selbst die eine oder andere Kirche anzusehen, ist eine Landkarte von Nutzen, die jeden hier ausgewählten Ort verzeichnet. Und ganz besonders hilfreich ist das Verzeichnis der Adressen der Kirchengemeinden. Die jeweiligen Ansprechpartner werden mit Anschriften und Telefonverbindungen genannt. Für jede Kirche gibt es ein Stichwort, das auf Besonderheiten aufmerksam macht. Ein außergewöhnliches Buch.

E. Gonda

Kara Huber (Hrsg.):
Brandenburgische Dorfkirchen und ihre Hüter
Prestel Verlag, München 2008;
192 Seiten, 150 Fotos;
ISBN 978-3-7913-4005-0;
29,90 Euro

 

Farbige Ansichten aus der Neumark

Dem vor sechs Jahren erschienenen Bildband "Märkische Dorfkirchen" ließ der Verlag Bock und Kübler nun einen zweiten folgen: "Kirchen der Neumark". Mit farbigen Pastellen und Schwarzweißabbildungen, dazu einfühlsamen wie auch informativen Texten führt Autor Franz Ehmke in die heute zu Polen gehörenden Regionen östlich der Oder, deren Orts– und Landschaftsbilder wie eh und je märkische Geschichte widerspiegeln.

Autor und Verlag hatten bei ihrem Vorhaben viel Zustimmung in Polen gefunden, wo auch Buchvorstellungen organisiert wurden, und kamen während der Arbeit mit Kirchenvertretern und interessierten Einwohnern ins Gespräch. So erzählen die Texte nicht nur von der Geschichte dieser Region, sondern auch vom Leben jener, die heute dort zu Hause sind. Mit der für das Buch getroffenen Auswahl ist die Vielfalt der Kirchen in jenen Gebieten dargestellt und so das Bild der Jahrhunderte währenden märkischen Bautätigkeit eindrucksvoll abgerundet.

E. Gonda

Franz Ehmke:
Kirchen in der Neumark
Verlag Bock & Kübler, 2008
ISBN 978-3-86155-117-9
88 Seiten, 19,90 Euro

 

Seifenblasende Engel und angeklebte Bärte

Für ihr neues Buch hielt Antje Leschonski diesmal Ausschau nach "Curiosa" in märkischen Dorfkirchen. Auf den Fotos sind denn auch weibliche Heiligenfiguren zu finden, die durch angeklebte Bärte in würdige Evangelisten verwandelt wurden. Seifenblasende Engel sind ebenso zu finden wie ein stotternder Moses oder ein pausbäckiger Koch. In den zugeordneten Texten erzählen die Autoren eine jeweils recht persönliche Geschichte zu den Bildern.

Das kurzweilige Büchlein lädt dazu ein, beim nächsten Besuch in einer brandenburgischen Kirche etwas genauer hinzuschauen. – Es gibt viel zu entdecken!

Antje Leschonski (Hrsg.):
Engel, Fisch und falsche Bärte.
Bilder und Geschichten aus märkischen Kirchen.
Wichern Verlag, Berlin 2008;
ISBN 978-3-88981-252-0;
62 Seiten; 9,80 Euro

 

Brandenburgs künstlerische Blüte im Mittelalter

Trotz des ungebrochenen Interesses an den fontaneschen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" und einer inzwischen großen Fülle an regionalgeschichtlicher und heimatkundlicher Literatur wird es vermutlich überraschen, wenn von Brandenburg als einer eigenständigen – noch dazu äußerst reichen – Kunst- und Kulturlandschaft die Rede ist. Dass diese Region bereits im Mittelalter eine künstlerische Blüte erlebte und dass zahlreiche Zeugnisse dieser Zeit erhalten blieben, beweist ein kürzlich erschienener opulenter Text-und Bildband.

Die Stiftung Stadtmuseum Berlin, die in ihrem Stammhaus, dem Märkischen Museum, eine reichhaltige Sammlung zur mittelalterlichen Kunst der Mark Brandenburg besitzt, veranstaltete im Jahr 2005 zu ebendiesem Thema eine Fachtagung unter dem Titel "Tradition – Transformation – Innovation". Durch die freundliche finanzielle Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung liegt nun ein Tagungsband vor, der erstmals eine Bilanz kunsthistorischer Forschung darstellt und zahlreiche neue Erkenntnisse bietet.

  Bertikow Jakobusfigur
  Jakobusfigur
aus dem Altaraufsatz in der Dorfkirche Bertikow (Uckermark), um 1500
Foto: Bernd Janowski

Im Zuge der planmäßigen Besiedlung der Regionen der späteren Mark Brandenburg wurde eine Kulturlandschaft völlig neu gestaltet. Innerhalb weniger Jahrzehnte entstanden Hunderte von Kirchen- und Klosterbauten, die zum großen Teil bis heute bestehen. Auch von den Ausstattungen der Kirchen blieb – trotz ständiger Erneuerung und gravierender Kriegsverluste – erstaunlich viel erhalten. Die Reformation hierzulande war keine bilderstürmerische, zahlreiche Bildwerke blieben bewahrt und wurden zum Teil für den lutherischen Gottesdienst adaptiert.

Nur wenige Jahrzehnte unterstand Brandenburg im späten 14. Jahrhundert der böhmischen Krone. Diese kurze Zeit genügte jedoch, die Kunstlandschaft Brandenburgs maßgeblich zu beeinflussen und zu prägen. So stammen der Altaraufsatz von Meister Nikolaus im Brandenburger Dom oder das Retabel in der Dorfkirche Pechüle (sogenannte "Böhmische Tafel", ursprünglich aus der Kirche des Klosters Zinna) nachweislich aus böhmischen Werkstätten. Die kürzlich wieder eingebauten Fenster der Frankfurter Marienkirche lassen einen eindeutigen böhmischen Einfluss erkennen. Auch andere Zentren der damaligen Zeit, wie Magdeburg als Sitz eines Erzbistums, haben ihre Spuren hinterlassen. Zugleich bildeten sich regionale Werkstätten, etwa in Stendal oder in Brandenburg an der Havel, deren Wirken weiterer Forschung bedarf. Ein Verdienst des vorliegenden Buches ist es, Traditionslinien und Vergleichsbeispiele zu zeigen, die eine Einordnung in überregionale Zusammenhänge ermöglichen.

Durch neuere wissenschaftliche Methoden wie dendrochronologische Untersuchungen ist es möglich, Alter und sogar Herkunftsregion hölzerner Schnitzfiguren relativ genau zu bestimmen, was teilweise zu überraschenden Ergebnissen führt. So wurde der imposante Flügelaltar in der Dorfkirche Rossow (Ostprignitz-Ruppin, ursprünglich wohl aus dem Havelberger Dom) bisher einer Kölner Werkstatt zugeschrieben; das verwendete Holz stammt jedoch eindeutig aus der "Gegend zwischen nordöstlicher Prignitz und östlichem Mecklenburg". Ansporn für spätere Generationen von Kunstwissenschaftlern, nach einer regionalen mittelalterlichen Künstlerwerkstatt Ausschau zu halten.

Insgesamt umfasst der Tagungsband dreißig Aufsätze, die sich mit Tafel-, Buch- und Wandmalerei, Skulptur in Holz, Stein und Terrakotta, aber auch mit Textil- und Schatzkunst beschäftigen. In seinem Einführungsbeitrag stellt Peter Knüvener, einer der Herausgeber des Bandes, fest: "Die Mark Brandenburg ist, allen gegenteiligen Äußerungen zum Trotz, eine sehr reiche und vielfältige Kunstlandschaft. Vieles, vor allem aus der eigentlichen Blütezeit im Spätmittelalter, ist noch unerforscht."

Nachdem in den Jahren zahlreiche Kirchendächer neu gedeckt, Kirchtürme saniert und Fundamente trockengelegt werden konnten, sind wertvolle Ausstattungsstücke oft noch immer in einem beklagenswerten Zustand. Peter Knüvener schreibt dazu: "Es ist notwendig, dass die breite Öffentlichkeit den einzigartigen Wert des reichen kulturellen Erbes erkennt und bereit zum Eingreifen ist. Voraussetzung dafür ist es, dass auf die bedrohten Objekte hingewiesen und der Wert erkannt wird."

In diesem Sinne sei dem Werk eine breite Leserschaft zu wünschen.

Bernd Janowski

Ernst Badstübner, Peter Knüvener, Adam S. Labuda, Dirk Schumann (Hg.):
Die Kunst des Mittelalters in der Mark Brandenburg.
Tradition – Transformation – Innovation.
Lukas Verlag, Berlin 2008;
ISBN 978-3-86732-010-8;
515 S.;60, - Euro;.

 

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LESERBRIEF

Eine neuerbaute Kirche im Havelland

Faszinierend fand ich es, in der Kirchenzeitung „die Kirche" im April von der bevorstehenden Einweihung eines Kirchenneubaus zu lesen.

Die Heilig-Geist-Gemeinde Falkensee hatte dieses Vorhaben gegen allergrößte Schwierigkeiten und Bedenken - mit Hilfe eines Kirchbauvereins und mit großem Einsatz an Fantasie, Kreativität und Geschick bei der Beschaffung der finanziellen Mittel schließlich realisieren können. Eine Kirchengemeinde, gleich hinter der Stadtgrenze von Berlin, in der sich die Anzahl der Gemeindeglieder im letzten Jahrzehnt verdreifacht hat und die ihre Gottesdienste bisher in einer viel zu kleinen Kirchenbaracke feiern musste.

Ich machte mich zum Festgottesdienst am 6. April auf.

Mehrere Hundert Menschen verfolgten die feierliche Prozession mit den liturgischen Geräten von der grauen Notkirche – sie wurde seinerzeit aus Teilen der Baracken des Konzentrationslagers Sachsenhausen errichtet – über die Straße in die neue lichtdurchflutete Kirche – heute reichten die über 300 Plätze allerdings nicht...

Der schöne Raum, der sich durch große Fensterfronten ins Grüne öffnet, kann auch unterteilt und als Gemeindezentrum genutzt werden. Bei kleinem Budget – ca. € 450.000 – ist es dem Architekten Hans Albeshausen gelungen, einen würdigen sakralen Raum zu schaffen.

Bischof Huber weihte die Kirche ein und hielt die Predigt, Kindersingegruppen, Chor und Orchester wirkten mit, und die Nachbargemeinden brachten Segenswünsche und Geschenke dar. Ein seltenes Fest.

Marianne Fiedler

 

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