Was uns bewegt - der Vorstand berichtet

Wie können wir den Erfolg von 2007 fortsetzen?

Das Geschäftsjahr 2007 war in vielerlei Hinsicht ein Erfolgsjahr für den Förderkreis. Die Mitgliederzahl ist um 50 auf nunmehr 415 gestiegen; durch ein glückliches Zusammentreffen mehrerer außerordentlicher Zuwendungen und die Zuteilung einer Kirchenkollekte im Jahre 2006/7 konnten insgesamt 30 Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen an Dorfkirchen mit insgesamt 87.500 € unterstützt werden; darunter das Startkapital in Höhe von 12.500 € für die Anschubfinanzierung von Projekten in sechs neuen Fördervereinen. Zu dieser Leistung trugen der Verkauf unseres Jahresheftes "Offene Kirchen", die fast immer ausgebuchten Exkursionen und unsere Wanderausstellung in Berlin (Marienkirche), Lübeck, Kiel, Freiburg sowie bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn wesentlich bei und haben unseren Bekanntheitsgrad und die Spendenbereitschaft weiter erhöht. Schließlich haben die vielen Kulturveranstaltungen unter dem Dach des Förderkreises, wie die Programme "Musikschulen öffnen Kirchen", "Theater in der Kirche", "Kirchenkunstroute" in der Uckermark sowie das von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Programm "Kunst und Kultur in Brandenburgischen Dorfkirchen" das Bewusstsein immer breiterer Bevölkerungskreise auf die Kulturdenkmale und Kunstschätze der brandenburgischen Dorfkirchen gelenkt.

Dieser Erfolg hatte viele Mütter und Väter, und es fällt schwer, hier eine Rangfolge zu treffen. Natürlich stehen an erster Stelle unsere Mitglieder, Freunde und Förderer, also Ihrer aller Spendenbereitschaft und Ihr gleichbleibend starkes Interesse an unserer gemeinsamen Arbeit. Ohne sie wären so viele sichtbare Zeichen des Erfolges nicht möglich geworden. Dann ist da selbstverständlich die sorgsame ehrenamtliche Arbeit der Vorstandsmitglieder, unseres Geschäftsführers und der aktiven Vereinsmitglieder zu nennen, die sich um die Vermittlung von Fördermitteln und Spendengeldern, die Beratung bei Vereinsgründungen und Nutzungskonzepten etc. kümmern. Da ist die gute fachliche Zusammenarbeit mit dem Konsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, dem kirchlichen Bauamt, den Denkmalschutzbehörden, den zuständigen Ministerien, Institutionen und Dienststellen sowie der Kulturstiftung des Bundes zu nennen.

Den wohl entscheidenden Beitrag zu diesem Erfolg haben aber die Mitglieder der Kirchengemeinden sowie der über 220 lokalen Fördervereine im Land selbst geleistet. Das durch sie getragene bürgerschaftliche Engagement für die Erreichung unserer gemeinsamen Ziele, die Bewahrung der kirchlichen Kulturdenkmale im ländlichen Brandenburg, ist eine menschliche Ressource, auf die das Land nicht mehr verzichten kann. Ohne diese Kraftquelle hätten in den Jahren nach der Wiedervereinigung viele Kulturschätze nicht erhalten werden können. Die Zusammenarbeit von Kirchengemeinden mit der organisierten Bürgerschaft und den Kommunen bildet also ein menschliches Tragwerk, auf dem die Bewahrung der Dorfkirchen ganz entscheidend ruht. Kirchliches Bauamt, Landesregierung und Landesdenkmalpflege bilden zwar wichtige Stützpfeiler, können ihren kulturtragenden Auftrag aber nur mit Hilfe dieser treibenden Kraft von unten erfüllen.

Dies nun ist genau unsere Aufgabe. Wir werden unseren gemeinsamen Erfolg nur fortsetzen können, wenn wir diesen "Dreierbund" aus Kirchengemeinde, bürgerschaftlichem Engagement und Kommune auch in Zukunft weiterhin zu stärken versuchen. Dies erreichen wir, wenn wir weiterhin unser Startkapital gezielt dort einsetzen, wo sich aktive Bürger/innen organisiert haben und ein tragfähiges Nutzungskonzept für ihre Kirche gefunden wurde. Dies erreichen wir, wenn wir mit unseren vier angestoßenen Kulturprogrammen weiterhin die Aufmerksamkeit auf dringenden Erhaltungsbedarf lenken. Darüber hinaus wollen wir unsere Regionalbetreuung intensivieren, um eine noch größere Nähe zu den Ortsgemeinden zu erreichen. Unsere Verwaltungskosten müssen wir weiterhin niedrig halten und das Gros der Ausgaben für bauliche und andere Fördermaßnahmen verwenden, um nicht unser "Kerngeschäft" aus den Augen zu verlieren. Unsere Öffentlichkeits- und Pressearbeit muss weiter verbessert werden, damit immer breitere Bevölkerungskreise motiviert werden, sich für den Erhalt ihrer schönen Dorfkirchen einzusetzen. Diese Anstrengungen sind wichtig, müssen aber auch finanzielle Erfolge nach sich ziehen. Wir bitten Sie daher auch jetzt wieder, mit Ihren Freunden und Bekannten über unsere Arbeit zu sprechen und um Unterstützung zu werben.

Am Schluss unserer Überlegungen steht die Frage nach der Zukunft. Was geschieht mit den etwa 1400 Kirchen Brandenburgs, wenn weiterhin Menschen aus der Kirche austreten und Kirchensteuern versiegen; wenn die Bevölkerung in manchen entfernten Landstrichen schrumpft, wirtschaftliche Aktivitäten abnehmen und Gewerbesteuereinnahmen fehlen; wenn die Zusammenlegung der Kirchengemeinden im Zuge der Strukturreform so gravierende Probleme aufwirft, dass dadurch auch der Erhalt einzelner Dorfkirchen nicht mehr gewährleistet ist; wenn der Raumbedarf für Gottesdienste oder selbst für Versammlungs- und Kulturveranstaltungen schlicht nicht mehr gegeben ist? Auf all diese Fragen müssen wir uns mehr und mehr einstellen, um gemeinsam mit Ihnen Antworten zu finden. Dazu dient unser Informationsnetzwerk, dienen unsere Besuche vor Ort, dienen unsere regelmäßigen Treffen wie die Jahresmitgliederversammlung, das jährliche Strategietreffen oder die vielen persönlichen Kontakte mit Ihnen, auf die wir besonders angewiesen sind.

Dr. Uwe Otzen

 
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Bilanz 2007 mit guten Erfolgen

Mitgliederversammlung des Förderkreises tagte

Eine bemerkenswert gute Bilanz 2007 konnte der Vorstand des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung seinen Mitgliedern vorlegen: Spenden und außergewöhnliche Zuwendungen machten es möglich, rund 30 Sanierungsmaßnahmen an Dorfkirchen zu fördern; die Mitgliederzahl ist weiter gestiegen; mit seinen Ausstellungen, Publikationen und Exkursionen, mit den vielfältigen Kulturveranstaltungen unter seinem Dach wuchsen sein Ansehen und seine Bedeutung als Bindeglied aller Kräfte im Land, denen die Bewahrung der alten Kirchen als Gottesdienststätten, als Zeugnisse unserer Geschichte und Kultur am Herzen liegt.

In der lebhaften Diskussion kamen von den Mitgliedern viele Anregungen für die künftige Arbeit des Vereins, die in der Vergangenheit immer umfangreicher geworden ist und auch in der kommenden Zeit hohes Engagement verlangen wird.


Aus dem Bericht des Vorstandes:

Viele gute Bausteine für die alten Kirchen

Im Mittelpunkt allen Wirkens des FAK stehen die Erhaltung und Sanierung brandenburgischer Dorfkirchen. Für 2007 konnten den Mitgliedern beachtliche Förder-Ergebnisse als "konkrete Bausteine" vorgelegt werden:


Optimismus und Beharrlichkeit auf dem Programm der nächsten Zeit

Aus der Diskussion auf der Mitgliederversammlung

"Sie geben uns Hoffnung", sagte Peter Masloch vom Förderkreis Vicheler Dorfkirche, der im vorigen Jahr zu den Gewinnern eines "Startkapitals" gehörte. Und der Beifall zeigte, dass er damit auch anderen Vertretern von lokalen Vereinen aus dem Herzen sprach, die die Unterstützung und Beratung durch den Förderkreis Alte Kirchen zu schätzen wissen.

So war dann auch die gesamte Aussprache ein lebendiger Austausch von Erfahrungen, ein Geben und Nehmen von Anregungen und Informationen. Der Bericht des Vorstandes und der Finanzbericht – beide waren den Mitgliedern schon mit der Einladung zugegangen – sowie die weiterführenden Gedanken und Erläuterungen durch Vereinsvorsitzenden Dr. Uwe Otzen (vergl. auch Seite 2) und Schatzmeister Dr. Hans Krag waren eine gute Grundlage.

Hans Krag hatte den Finger auf jeden Posten gelegt und darauf hingewiesen, dass sich eine u. a. durch außergewöhnliche Zuwendungen ermöglichte gute Bilanz wie 2007 nicht selbstverständlich wiederholen wird, zumal mit den gewachsenen Anforderungen auch zusätzliche Kosten unvermeidbar sein werden. So ist man derzeit auf der Suche nach neuen Büroräumen, da die bisherige Geschäftsstelle in Größe und Ausstattung einfach nicht mehr tragbar ist. Wichtig sei es für den Verein, so betonte der Schatzmeister, über eine sichere, planbare Grundfinanzierung zu verfügen, wie sie sich aus Mitgliedsbeiträgen und später auch aus den Zinserträgen der Stiftung für brandenburgische Dorfkirchen ergibt.

Die Mitgliederwerbung wird also auch künftig eine wichtige Rolle spielen. Jeder sollte sich in seinem Umfeld dafür einsetzen, so ein Diskussionsredner, und auch die Jugend ansprechen, die einmal das Begonnene fortsetzen soll.

Ein weiterer Vorschlag aus den Reihen der Mitglieder: Wäre es nicht angemessen und auch zumutbar, den seit sieben Jahren gleich gebliebenen Beitragssatz von 40 Euro auf vielleicht 50 Euro zu erhöhen? - Eine Frage, die sorgfältig bedacht und von der Mitgliederversammlung beschlossen werden muss. Die erste Diskussion darüber lässt vermuten, dass dieser Vorschlag ein positives Echo finden könnte. Ein entsprechender Antrag soll auf die Tagesordnung der Mitgliederversammlung 2009 gesetzt werden. Selbstverständlich würde es wie bisher Ermäßigungen geben. "Niemand soll auf eine Mitgliedschaft bei uns verzichten müssen, weil er nicht den vollen Beitrag zahlen kann", sagte Geschäftsführer Bernd Janowski.

Dass die guten Erfolge des Förderkreises in erster Linie den Mitgliedern, Freunden und Förderern, ihrem gleichbleibend starken Interesse an der gemeinsamen Arbeit zu danken sind, wurde auch in der weiteren Aussprache deutlich. Die Teilnehmer aus Vichel wussten als ersten Erfolg ihres im vorigen Jahr gegründeten Vereins zu vermelden, dass seit einigen Tagen ein Gerüst vom Beginn der Sanierung kündet. Und die Vertreter des Fördervereins Dorfkirche Gadow, dessen Bemühen um die Restaurierung ihres Gotteshauses seit Jahren auch vom FAK begleitet wird, berichteten voller Stolz, dass gerade ein neuer Bauabschnitt in Angriff genommen worden ist. Diesem Ort hatte auch einmal der rbb-Landschleicher einen Besuch abgestattet. Eine Anregung aus der Runde: Bei ähnlichen Aktionen sollte man die Akteure immer auch auf die Dorfkirchen aufmerksam machen.

Auch Hilfe bei einzelnen notwendigen Arbeiten wie etwa beim Vertrieb der Publikationen des FAK wurde angeboten. Umgekehrt würde sich Rainer Marx, zuständig für den Internetauftritt des Förderkreises, über die Unterstützung durch einen computerversierten Helfer freuen.

Sicher wird die Zukunft noch manche Probleme bringen. Es wird schwer werden, die Kirche im Dorf zu lassen, wenn die Bewohner abwandern. Michael Kreutzer, ehemaliger Prignitzer und ganz neues FAK-Mitglied, lässt sich selbst dadurch nicht entmutigen. "Auch ein Wegzug kann eine Chance sein", meinte er. "Mancher wurde schon aus Heimweh zum großen Sponsor seiner Taufkirche."

Auch solch Optimismus gibt Hoffnung.

Eva Gonda


Der neu gewählte Vorstand

Laut Satzung des Förderkreises stand in diesem Jahr die Neuwahl des Vorstandes an, nachdem der amtierende Vorstand durch die Mitgliederversammlung entlastet worden war.

Alle bisherigen Vorstandsmitglieder hatten sich zu einer erneuten Kandidatur bereit erklärt; als weiterer Kandidat stand Wolf-Dietrich Meyer-Rath auf der Wählerliste.

Die Vorstellung der sich erneut zur Wahl stellenden Vorstandsmitglieder erübrigte sich fast, da sie durch ihre Arbeit in der Vergangenheit den meisten wohlbekannt sind. Wolf-Dietrich Meyer-Rath war inzwischen auch kein Neuling mehr, hatte er sich doch schon durch etliche Aktivitäten und jetzt vor allem durch die sehr arbeitsreiche Projektleitung im Auftrag des Förderkreises beim Wettbewerb "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen" verdient gemacht.

Nach Abstimmung in geheimer Wahl konnte Wahlleiter Edmund Köhn verkünden, dass allen Kandidaten mit großer Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen worden war.

Die gewählten Vorstandsmitglieder trafen sich inzwischen zu ihrer konstituierenden Sitzung und entschieden:

Vorsitzender: Dr. Uwe Otzen

Stellvertretender Vorsitzender: Dr. Hans Krag

Mitglieder: Prof. Marianne Fiedler, Arnulf Kraft, Wolf-Rainer Marx, Wolf-Dietrich Meyer-Rath, Alexander Möbius, Günter Schöne

Geschäftsführer: Bernd Janowski


Führungen durch zwei interessante Kirchen

Gleich zwei Kirchenbesichtigungen umrahmten diesmal die Mitgliederversammlung:

Die katholische Pfarrkirche Maria Frieden, erbaut 1967/69, beeindruckt durch ihre moderne Architektur: ein Leichtbetonbau auf einem ungleichseitigen Grundriss in Gestalt eines verschobenen Quadrats. Markant für die Außengestalt ist eine zeltartige Wirkung; auf dreiseitigem Grundriss erhebt sich vor der Kirche ein Campanile. Wichtigstes Ausstattungsstück ist ein Altartriptychon des Malers Otto Dix "Madonna vor Stacheldraht und Trümmern", 1945 geschaffen.

Problembeladen ist die evangelische Martin-Luther-Gedächtniskirche, 1933/35 erbaut. Die Ausstattung spiegelt deutlich den Geist des Nationalsozialismus wider: Reliefs von Hindenburg und Luther (an seiner Stelle einst ein Hitler-Relief), am Triumphbogen neben christlichen Motiven auch Nazi-Symbole, Soldatenabbildungen an Kanzel und Taufstein, der Christus am Altarkreuz präsentiert sich als ein "deutscher Held". Mit diesem fragwürdigen Erbe hat die Kirche, in der keine regulären Gottesdienste mehr stattfinden, Probleme, eine künftige Nutzung zu finden.

Herzlichen Dank an die katholische Kirchengemeinde Maria Frieden in Berlin-Mariendorf, die für die Tagung ihren Gemeindesaal zur Verfügung stellte, und an Pfarrer i. R. Franz Brügger für seine Führung durch die katholische Kirche. Über Geschichte und Zukunft der evangelischen Martin-Luther-Gedächtnis-Kirche informierten Monica Geyler-von Bernus und Kunsthistorikerin Beate Rossié, beide vom Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart. Auch ihnen gilt unser Dank ebenso wie Kantor Friedrich-Wilhelm Schulze, der uns die Walcker-Orgel vorstellte.

 
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Eine weitere gute Möglichkeit zur Unterstützung unserer Förderungsziele

Die Stiftung für brandenburgische Dorfkirchen ist gegründet

Im Dezember-Heft "Alte Kirchen" hatten wir von unserem jüngsten Projekt berichtet, der Gründung einer eigenen Stiftung zum Erhalt der brandenburgischen Dorfkirchen. Inzwischen sind wir weiter. Die Stiftung ist gegründet, nachdem sie von den Vorständen der "Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland" (KiBa) und des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg verbindlich beschlossen worden war.

Der FAK-Vorstand hatte mit der KiBa die Satzung der neuen "Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen" sorgfältig ausgehandelt, insbesondere die Details der Zusammensetzung des Stiftungsvorstands. Der KiBa (mit Sitz in Hannover) war wichtig, dass dieser Vorstand paritätisch besetzt werden solle, also gleichgewichtig aus Vertretern des FAK und der KiBa. Dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg war wichtig, dass gleichwohl das Wort der FAK-Vertreter in strittigen Fragen ausschlaggebend sein müsse. Nun ist salomonisch festgelegt, dass der Vorstand unserer Stiftung aus je zwei Vertretern des FAK und der KiBa bestehen wird, bei Stimmengleichheit jedoch die Stimme des Vorsitzenden entscheidet. Und der wird immer einer der FAK-Vertreter sein. Der Satzungsentwurf war dann dem Finanzamt Hannover zur Begutachtung vorgelegt und dort ohne Beanstandungen akzeptiert worden.

Ende April haben wir nun sämtliche uns bislang anvertrauten Stiftungsmittel auf das Konto der "Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen" bei der Ev. Kreditgenossenschaft Kassel überwiesen und damit die Stiftung gegründet.

Als nächstes werden wir in einigen Wochen alle bisherigen Zustifter und weitere Interessierte zu einem Pressetermin in Berlin einladen und dort unsere Stiftung möglichst öffentlichkeitswirksam vorstellen. Dabei wird auch von weiteren Zustiftungen zu berichten sein, so dass nach jetzigem Kenntnisstand unser Stiftungsvermögen dann rund 80.000 € betragen wird. Das im Dezember 2007 genannte Ziel, schon bald ein Grundstockkapital von 100.000 € zu erreichen, haben wir also noch nicht ganz geschafft. Das wird erst in diesem Jahr gelingen.

Wir betonen hier nochmals, dass die neue Stiftung keineswegs mit dem Förderkreis konkurrieren, sondern ihm zuarbeiten soll. Die Stiftung bemüht sich dafür um größere Beträge, die – langfristig angelegt – gute Erträge für die Vorhaben des Förderkreises erwirtschaften sollen.

Wenn Sie etwas tun wollen zur Bewahrung unserer Dorfkirchen, dann haben Sie also durchaus die Wahl:

Es bleibt in jedem Fall dabei: Spenden für unsere laufende Arbeit haben das gleiche Ziel und das gleiche Gewicht wie Zuwendungen an unsere Stiftung

Zum Jahresanfang 2009 wird der Stiftungsvorstand in Abstimmung mit dem FAK-Vorstand erstmalig darüber zu entscheiden haben, wofür die Zinserträge des bisherigen Stiftungsvermögens einzusetzen sind. Wir freuen uns darauf.

Danach wird es spannend sein zu beobachten, wie sich unsere Stiftung entwickeln wird. Wir werden darüber informieren.

Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns an: Dr. Hans Krag: 030 65496342, Pfr. Arnulf Kraft: 030 3752244, Bernd Janowski: 030 4493051.

 
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Damit eines Tages wieder die Kirchturmspitze über die Dächer am Dorfanger ragt

In diesem Jahr startet ein erster umfangreicher Bauabschnitt zur Rettung des maroden Gotteshauses

 
IN AKUTER NOT

Diesmal bitten wir um
Ihre Spende für die Kirche von
 
Passow
(Uckermark)

Für die notwendige Sanierung
fehlen noch weitere Mittel
 
Kirche Passow 

Gegenwärtig bietet die Dorfkirche in Passow keinen erfreulichen Anblick. Im vergangenen Jahr musste der Turmaufsatz mit achteckiger Laterne abgenommen werden, da Einsturzgefahr bestand. Doch 2008 soll ein umfangreicher erster Bauabschnitt beginnen, um das ziemlich marode Kirchengebäude wieder instand zu setzen.

Wie die meisten uckermärkischen Feldsteinkirchen entstand der einfache Rechtecksaal in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das unregelmäßige Mauerwerk des Turmes deutet auf eine spätere Bauzeit hin, er wurde wohl um 1708 angebaut und erhielt 1822 seinen Aufsatz. Ungewöhnlich ist die Fenstergliederung: Das Ostfenster ist als Rundbogenblende aus Backstein mit einer gestaffelten, ebenfalls rundbogigen Drei-Fenster-Gruppe gestaltet; an der Nordostecke blieb ein Gruppenfenster aus zwei Lanzetten und einem Kreisfenster in einer Spitzbogenblende erhalten. Zwei spitzbogige Portale auf der Nordseite des Kirchenschiffes wurden vermutlich im 18. Jahrhundert zugemauert.

Wertvollstes Ausstattungsstück ist ein spätgotischer Schnitzaltar. Entstanden in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts weis er stilistische Ähnlichkeiten mit dem aus einer Lübecker Werkstatt stammenden Altar der Prenzlauer Marienkirche auf. Im Mittelschrein steht eine Mondsichelmadonna zwischen Johannes dem Täufer und einer Anna selbdritt. In den Seitenflügeln sind die zwölf Apostel angeordnet, in der Predella der heilige Georg mit elf weiblichen Heiligen. Auf den Rückseiten der Altarflügel befinden sich vier Gemälde mit Passionsszenen.

Die hinter einem barocken Prospekt erhalten gebliebene Orgel stammt in ihrer heutigen Form von Friedrich Wilhelm Kaltschmidt aus Stettin, geht in ihrer Disposition jedoch auf den berühmten Orgelbauer Joachim Wagner zurück.

Bereits seit einiger Zeit ist der Sanierungsbedarf an der Kirche in Passow bekannt. Dach und Dachstuhl des Kirchenschiffes sind schwer geschädigt, die Holzkonstruktion des Turmes ist massiv vom echten Hausschwamm befallen. Für das laufende Jahr ist nun eine Finanzierung der Sanierungsarbeiten aus Mitteln des Staatskirchenvertrages möglich geworden. Dazu muss jedoch ein nicht geringer Eigenanteil aufgebracht werden. Deshalb ließ sich die Kirchengemeinde einige ungewöhnliche Aktionen einfallen.

Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa) wählte die Passower Kirche als eines von dreißig Objekten für ihre Aktion "Aus 2 mach 3" aus. Für je zwei Euro an eingeworbenen Spenden legt die KiBa einen dritten Euro dazu.

In Passow begann nun das große Spendensammeln. Für 20 bzw. 50 Euro kann ein Zink- oder Kupfernagel erworben werden, der mit einer Namensgravur im Dachstuhl verbaut wird. Zu erwerben gibt es seit kurzem auch ein Passower Kirchenbier, pro Flasche kommen 50 Cent der Sanierung zugute. Im Juni soll eine DVD über die Kirche präsentiert werden, den Text spricht der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe.

Außerdem veranstaltete die Gemeinde einen gemeinsamen Osterspaziergang. Pfarrer Michael Heise drückte allen Teilnehmern einen Fünf-Euro-Schein in die Hand und bat darum, "mit dem Pfund zu wuchern" und einen möglichst höheren Betrag auf das Spendenkonto zu überweisen. Geplant sind auch mehrere Benefizkonzerte, so wird am 25. Mai der Schwedter Stadtchor in der Kirche zu Gast sein.

Am Ende des Jahres jedenfalls soll der Turmaufsatz wieder weithin sichtbar sein. Die Passower sind optimistisch, dies zu schaffen und werden kräftig dazu beitragen.

Bernd Janowski

Weitere Informationen: Evang. Kirchengemeinde Passow; Pfarrer Michael Heise; Tel.: (03 33 35) 4 23 28

Spendenkonto: Förderkreis Alte Kirchen; Kto.-Nr. 51 99 76 70 05; BLZ 100 900 00 (Berliner Volksbank); Kennwort: Passow

 
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Für eine objektive und transparente Vergabe von Zuwendungen

FAK beschloss Richtlinie über finanzielle Hilfen

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg konnte in den zurückliegenden Jahren eine Vielzahl von Projekten mit einer finanziellen Zuwendung unterstützen.

Weil aber Fördermittel in immer begrenzterem Maße zur Verfügung stehen, wird es für die Antragsteller immer schwieriger, ihre Vorhaben zu verwirklichen.

Daher wird den vom Förderkreis Alte Kirchen ausgehenden finanziellen Zuwendungen für Gemeinden und Fördervereine zukünftig eine noch größere Bedeutung zukommen. Um die wenigen zur Verfügung stehenden Mittel gerecht, nachhaltig und satzungskonform vergeben zu können, hat der Vorstand am 26. März 2008 beschlossen, künftig eine Richtlinie zur Vergabe von Zuwendungen anzuwenden. Dies geschah vor dem Hintergrund, die vielfältigen Anträge und Anfragen einheitlich und objektiv bewerten zu können und den Weg finanzieller Hilfen offen und transparent zu gestalten.

Hauptanliegen des Vorstands ist es weiterhin, schnell, unbürokratisch und regional ausgewogen zu helfen.

Die Richtlinie können Sie hier einsehen oder auch als PDF-Datei bzw. Word-Datei herunterladen.

Alexander Möbius

 
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Entdeckungen, Überraschungen und Fragen um ehrfurchtgebietende und verschwundene Türme

Die FAK-Exkursion auf den Barnim

 Dorfkirche Birkholz
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Das vergoldete Kreuz auf dem Altar der Kirche in Birkholz stand einst hoch oben auf der Turmspitze. Den Turm gibt es nicht mehr. Wegen eines Schadens am Turmhelm wurde 1972 trotz vieler Proteste gleich der ganze Turm samt Glockenstuhl und Glocken gesprengt, und zwar so unsachgemäß (oder absichtlich?), dass er das Kirchenschiff samt Ausstattung unter sich begrub. Das erste, was man damals aus den Trümmern klaubte, war das Kreuz. Restauriert steht es heute auf dem Altar im unzerstörten Chorraum. "Und eines Tages wird es wieder unseren Turm bekrönen", sagt Jürgen Löffler vom lokalen Förderverein. Das scheint aberwitzig angesichts der geborstenen Mauern von Kirchenschiff und Turm. Doch inzwischen schützt ein provisorisches Glasdach die Ruine, es finden wieder Gottesdienste statt, die Vereinsmitglieder initiierten Sanierungsarbeiten und legten selbst Hand an. Jetzt sollen drei wiedergefundene Kanzeltafeln auch mit Hilfe des FAK restauriert und künftig nahe der einstigen Kanzel am Triumphbogen vom unbedingten Aufbauwillen zeugen. Und nicht von ungefähr hatte Pfarrer Ralf Wenzel seine Andacht zum Auftakt der Exkursion unter das Bibelwort gestellt, das in Originalschrift an der Chorwand symbolträchtig erhalten blieb: "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit".

DER DICKE TURM von Börnicke 
DER DICKE TURM von Börnicke hat Anziehungskraft...
Foto: Autor

Geht es in Birkholz um einen verschwundenen Turm, so ist der im nahen Börnicke nicht zu übersehen. Seine meterdicken Feldsteinmauern ragen hoch in den Himmel. Die Kirche, ein spätromanisch-frühgotischer Granitquaderbau, der im Kern noch aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammt, hat in all der Zeit eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Pfarrer i. R. Reinhard Becker ließ diese Geschichte lebendig werden, erläuterte sie anhand der interessanten Ausstattung, las sie für die Besucher aber auch an den Steinen der Außenmauern ab. Erkennbar sind vermauerte oder veränderte Türen und Fenster. An der Turmsüdseite gab es eine Rundbogentür, sie führte zu einer in der Mauer verlaufenden Treppe zum ersten Stock. Durch das inzwischen auch vermauerte Nordportal wurden einst die Toten auf den Kirchhof hinausgetragen. Einmalig für den Barnim ist die Gestaltung der Ostseite mit nur einem - heute veränderten - Mittelfenster, umrahmt von zwei Blenden.

 Rüdnitz - Altar
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In Rüdnitz, wo Pfarrer Christoph Brust die Exkursions-Teilnehmer herzlich begrüßte, lenkte Rainer Marx die Aufmerksamkeit vor allem auf den Altar. Der erzählt von den Veränderungen durch die Reformation. Der Mittelschrein, ursprünglich sicher eine Mariendarstellung, bekam eine ganz außergewöhnliche Ikonographie. Eine Deutung lautet: Die vier Männer mit Büchern sind die Evangelisten, denen der Heilige Geist den Inhalt der Schrift eingibt. Fragen sind offen. Andere Details, andere Stilelemente machen den weiteren Wandel in der nachreformatorischen Zeit deutlich.

 Prenden
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Wieder ein Turm, der auffällt, und eigentlich sind es zwei: Hinter dem Fachwerk des Kirchturms in Prenden verbirgt sich ein freistehender selbsttragender hölzerner Glockenstuhl, praktisch ein Turm im Turm. Unter dem Prendener Turm geht es heute sehr lebhaft zu. Der örtliche Förderverein hatte die Entwicklung eines vielseitigen Kulturangebots und die Sanierung des Kirchengebäudes von Anfang an als einander bedingend in Angriff genommen. Jetzt konnte Vorsitzende Sabine Voerster von vielen oft auch hochkarätigen Kulturereignissen in der liebevoll restaurierten Kirchen berichten, die natürlich auch zu Gottesdiensten einlädt.

Klosterfelde 
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Auch in Klosterfelde half das Engagement des örtlichen Fördervereins bei der umfassenden Sanierung. Die begann im Dachstuhl, wo Rückstände eines giftigen Holzschutzmittels zu beseitigen waren, und ging bis zur Restaurierung der Innenausstattung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, schon allein an den frischen Farben des barocken Altars. Nun wünscht sich Pfarrerin Annette Fahrenholz, dass die Stühle doch wieder durch Kirchenbänke ersetzt werden. (Und wir danken an dieser Stelle für die freundliche Bewirtung.)

 Zerpenschleusse
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Überraschung an der letzten Station der Exkursion: Zerpenschleuse mit seiner ungewöhnlichen Fachwerkkirche, erbaut 1845/49 im Stil der Schinkelschule, direkt am Ufer des alten Finowkanals, genannt "Alter Trödel". Von dort betrachtet, macht sie einen soliden Eindruck. "Das täuscht", sagt Dorothea Bartsch, bis zu ihrem Ruhestand 30 Jahre lang hier Pfarrerin. "Wir konnten in den Jahren nach der Wende die Bausubstanz gründlich sanieren, tragen jedoch heute noch an den Krediten. Inzwischen zeigen sich neue Schäden, und dabei müsste die Restaurierung im Inneren endlich beginnen."

Da kann man den Kirchenförderern in Zerpenschleuse nur das Gottvertrauen der Birkholzer wünschen. Dazu aber auch etwas weltlichen Beistand...

Eva Gonda

 
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Weimarer Tagung über erweiterte Nutzung von Kirchengebäuden

Mit Provisorien leben

Chancen und Grenzen diskutiert / Nachdrückliches Votum gegen Umwidmung

Dorfkirche Waltersleben 
DORFKIRCHE WALTERSLEBEN (Thüringen). Durch eine räumliche Trennung und behutsame Einbauten wurde die gemeinsame Nutzung des Kirchenraumes durch Kirchengemeinde und Kommune ermöglicht.
Foto: Autor

Die Teilnehmer einer Tagung an der Bauhaus-Universität Weimar sprachen sich Ende Februar nachdrücklich gegen die Umwidmung von Kirchengebäuden zu rein säkularen Veranstaltungsorten aus. Gleichzeitig wurde jedoch vehement für eine erweiterte Nutzung in Partnerschaft mit Kommunen und Fördervereinen plädiert.

Das Interesse an der dreitägigen Veranstaltung war erstaunlich: Mit etwa 250 Personen war der größte Hörsaal der Universität bis auf den letzten Platz besetzt, aus Kapazitätsgründen konnten nicht einmal alle eingegangenen Anmeldungen berücksichtigt werden. Architekten, Theologen und bemerkenswert viele Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen aus ganz Deutschland waren der Einladung der Evangelischen Akademikerschaft gefolgt, über Chancen und Grenzen der Nutzungserweiterung zu diskutieren – die Umnutzung von Kirchen war ausdrücklich nicht Thema der Veranstaltung.

Die schrumpfenden Gemeinden allein sind mit der Erhaltung ihres Gebäudebestandes zunehmend überfordert. Partner für die Instandsetzung und Erhaltung, aber auch Partner für die Nutzung sakraler Räume sind da sehr willkommen. Welche Veranstaltungen im Kirchenraum möglich sind, muss jede Gemeinde für sich selbst austesten, Handreichungen der einzelnen Landeskirchen bieten dabei Orientierung. Längst gehören Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, ja sogar Theater- und Kinovorführungen zum Alltag in zahlreichen Kirchengebäuden. In Weimar wurde darüber diskutiert, wie diese Öffnung sich mit der Würde des sakralen Raumes vereinbaren lässt.

Zugleich wurde konstatiert, dass bauliche Eingriffe in den Kirchenraum immer erst der zweite Schritt sein können. Zwei oder drei ambitionierte Veranstaltungen im Jahr rechtfertigen nicht die völlige Umgestaltung historischer Räume. In der Regel sollten sich zusätzliche Nutzungen den vorhandenen Raumstrukturen anpassen – und nicht umgekehrt. Der Leiter des Kirchlichen Bauamtes der Kirchenprovinz Sachsen forderte mit Blick auf die langfristige Erhaltung der Bauwerke Geduld: "Wir müssen lernen, auch mit Provisorien zu leben. Wenn man eine Zeit lang nichts tut, bleibt Originales erhalten."

Wenn jedoch ein Teil des Kirchengebäudes dauerhaft eine andere Nutzung erhält, zum Beispiel die Kommune als Partner mit einzieht, sind eine räumliche Trennung und funktionale Einbauten unvermeidlich. Auch hier jedoch gilt es, sensibel mit der historischen Substanz umzugehen.

Manfred Keller, stellvertretender Vorsitzender der Evangelischen Akademikerschaft und Mitorganisator der Tagung, betonte, dass die erweiterte Nutzung von Kirchen – durchaus ein "Modell mit Zukunft" – nicht nur als eine architektonische Gestaltungsaufgabe zu verstehen sei, sondern vor allem als eine "Herausforderung zu sozialer Fantasie".

Einziges Manko der ansonsten spannenden Veranstaltung in Weimar blieb, dass sich wieder einmal der größte Teil der Referenten ausschließlich mit den Problemen der überflüssig gewordenen großen Stadtkirchen beschäftigte. Das Problem der Kirchengebäude im ländlichen Raum blieb weitgehend den Arbeitsgruppen und der abschließenden Exkursion der Tagungsteilnehmer vorbehalten. Hier wurde sichtbar, wie in verhältnismäßig kleinen Dörfern Kirchengemeinden, Kommunen und Fördervereine durch gemeinsame Nutzung ihren Kirchengebäuden eine Zukunft ermöglicht haben.

Es bleibt zu hoffen, dass die unerwartet große Resonanz der Weimarer Tagung einen dauerhaften Diskussionsprozess über den Umgang mit Kirchengebäuden anstößt.

Bernd Janowski

 
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Musikschulen öffnen Kirchen:

Auftakt 2008 gleich mit zwei "Paukenschlägen"

Mit einem Doppelschlag begann die diesjährige Konzertreihe "Musikschulen öffnen Kirchen". Die Junge Philharmonie Brandenburg gastierte nachmittags in der Klosterkirche Guben und abends in der Stadtkirche Forst (beide Landkreis Spree-Neiße). Für die jungen Musiker, gerade von einer Gastspielreise nach Barcelona zurückgekehrt, war dies ein Kraftakt, den sie aber bravourös meisterten.

Mit Werken von Mozart, Bizet und Tschaikowski stellte das Orchester unter Leitung von Leo Siberski ein anspruchsvolles Programm vor und bewies dabei ein erstaunlich hohes musikalisches Niveau. Das Publikum jedenfalls war begeistert und spendete reichlich Beifall und Geld.

Zum Auftakt dankte Bundestagsabgeordneter Steffen Reiche (SPD) dem Landesmusikschulverband Brandenburg und dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg für das Zustandekommen der Konzerte. Das Motto "Musikschulen öffnen Kirchen" könne in beiden Fällen durch die Formulierung "Musikschulen sanieren Kirchen" ergänzt werden.

Durch die Übernahme sämtlicher Unkosten durch Vattenfall konnten sämtliche Eintrittsgelder und Spenden dem Benefizzweck der Konzerte zugute kommen. In Guben spendeten 230 Zuhörer ca. 1.700 € für den Wiederaufbau der ehemaligen Stadt- und Hauptkirche im heute polnischen Teil der Stadt. Über 400 Besucher in Forst brachten 3.600 € auf, die der Sanierung der Außentüren der Stadtpfarrkirche St. Nikolai dienen sollen.

Bernd Janowski

 
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Projekt "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen"

Der Wettbewerb ist entschieden

105 Anträge aus allen Landkreisen Brandenburgs wurden eingereicht

Auf die von der Projektleitung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg verschickten über 800 Einladungsbriefe zur Teilnahme an dem Wettbewerb "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen" (vergleiche "Alte Kirchen" Dezember 2007) wurden bis zum vorgegebenen Termin 10. Januar 2008 immerhin 105 Förderanträge eingereicht, davon eine Zusendung verspätet. Das Erfreuliche war außer dieser unerwartet zahlreichen Beteiligung, dass Anträge aus jedem brandenburgischen Landkreis geschickt wurden, wenn auch aus dem Nordwesten und dem Nordosten mit besonders hohem Anteil.

Die unabhängige Jury trat am 31. Januar im Gemeindehaus der Evangelischen Friedensgemeinde Charlottenburg zusammen und wählte in zwei Durchgängen insgesamt 32 durch die Kulturstiftung des Bundes für die Dauer von zwei Jahren zu fördernde Projekte aus. Leider musste ein Teil der eingereichten Anträge vorab ausgeschieden werden, da deren Antragsteller - in der Regel einzelne Künstler - die maßgebliche Intention der Kulturstiftung nicht beachtet hatten: die Menschen in den Dörfern über Vereine, Kirchengemeinden oder Initiativen zu motivieren, die künstlerische und kulturelle Nutzung ihrer eigenen Dorfkirche zu stärken.

Zur Förderung ausgewählt wurden zum Beispiel Kirchenmusik-Reihen, Märchen-Erzähltheater, Kirchen-Dorffeste, Kunstinstallationen, Fotoausstellungen, Tanzfeste, Lesungen, Literaturwettbewerbe für Jugendliche und sogar eine Stampflehmaktion in und vor der Dorfkirche.

Die zugesagten Fördermittel belaufen sich je Projekt auf Beträge zwischen 300 und 1.500 Euro für zwei Jahre; sie sind also nicht gerade üppig dotiert. Die Finanzierung wird zur Gänze von der Kulturstiftung des Bundes übernommen. Der zur Verfügung stehende Gesamtbetrag beträgt 32.000 Euro für Honorare und Sachkosten, hinzu kommt die Übernahme einer zentralen Werbung für das Gesamtprojekt.

Inzwischen hat die Projektleitung des Förderkreises Alte Kirchen alle Projektträger vor Ort besucht und in kleinen regionalen Netzwerktreffen die Organisatoren über das gesamte Procedere des Verfahrens informiert. Sie hat manche gute Anregung von dort mitnehmen können.

Die Details der Veranstaltungsplanung werden zur Zeit noch geklärt oder liegen inzwischen schon fest. Bei allen beteiligten Menschen vor Ort jedoch ist die Freude über die Anregung zur Aktion und die finanzielle Unterstützung, aber auch die Anerkennung für die Übernahme eines Teils der Verwaltung und die überregionale Projektsteuerung durch den Förderkreis Alte Kirchen zu spüren.

Original-Ton aus der Prignitz, Februar 2008: "Ick bin hier der Bürjermeister. Mein Leben lang war ick Atheist und ick jedenke, auch für den Rest meines Lebens Atheist zu bleiben. Aber ick werde dafür sorjen, dass unsere Dorfkirche erhalten bleibt. Und deshalb find' ick jut, was ihr hier vorhabt." - Susanne Gloger vom Förderverein zum Erhalt der Bölzker Kirche e. V. schreibt unter anderem: "Die gewonnenen 1500,- € sind ein warmer Regen, der dem Förderverein ermöglicht, seine Arbeit im Kulturbereich auf gewohntem Niveau fortzusetzen, ohne das große Ziel der Kirchensanierung aus den Augen zu verlieren, die dringender denn je ansteht."

Einzelheiten des weiteren Projektablaufs erfahren Sie auf der Homepage unter www.kunst-kultur-in-dorfkirchen.de.

Auf Anregung der Jury ist dort auch ein Adressenpool eingerichtet worden, auf dem Künstler, Fördervereine oder Kirchengemeinden ihre Anschrift hinterlegen können, wenn sie außerhalb des Gesamtprojektes miteinander in Kontakt treten wollen.

Hier noch einmal die Adresse der Projektleitung:
FAK c/o Wolf-Dietrich Meyer-Rath, Kranzallee 3, 14055 Berlin; Tel.: 030 30818487, Fax: 030 30818488, E-Mail: w.d.meyer-rath@t-online.de
Birgit Karger, Paul-Robeson-Straße 29, 10439 Berlin; Tel: 030 44315970, E-Mail: mail@birgitkarger.de

 
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Zweieinhalb Kilometer Kultur– und Kirchengeschichte - eine ideale Fundgrube für Forschungen im ländlichen Raum

Die Schätze des Domstiftsarchivs Brandenburg stehen Interessenten offen

 EINE GEWICHTIGE URKUNDE
EINE GEWICHTIGE URKUNDE. Das Domkapitel bewilligt die jährliche Zahlung von 20 Gulden für die neu gegründete Universität Frankfurt/Oder, 1506 (BDK 2478/U. 527)

Eine wahre Fundgrube für Nachforschungen zur Orts- und Kirchengeschichte in der Mark ist das Domstiftsarchiv Brandenburg. Es kann für sich in Anspruch nehmen, das mit Abstand älteste Archiv östlich der Elbe zu sein. Da es als kostbarstes Stück die von Otto I. ausgestellte Gründungsurkunde des Bistums Brandenburg aus dem Jahre 948 verwahrt, blickt es nunmehr auf eine Geschichte von 1060 Jahren zurück.

Die eigenen Bestände des Domstifts mit über 9.000 Verzeichnungseinheiten sind in mustergültiger Weise erschlossen und dokumentieren die vielhundertjährige Geschichte des Domes und der zum Domstift gehörigen Dörfer und Güter. Die kostbaren mittelalterlichen Urkunden sind inzwischen durch Regesten erschlossen, die das Benutzen dieser Quellen wesentlich erleichtern.

Neben diesem Kernbestand wurden seit 1951 immer wieder Pfarr- und Ephoralarchive sowie Kirchenbibliotheken in Brandenburg deponiert, weil sie an Ort und Stelle nicht mehr in ausreichendem Maße betreut werden konnten. Heute verwahrt das Domstiftsarchiv insgesamt 190 verschiedene kirchliche Archive. Hierbei zeichnen sich deutliche regionale Schwerpunkte für den westlichen Teil der einstigen Kurmark Brandenburg ab. Nach den alten Landschafts- und Kreisbezeichnungen gegliedert, ergibt sich folgende Verteilung dieser Deposita:

Mit diesen Beständen sind nach einer groben Schätzung etwa ein Viertel aller Archivalien gesichert und fachgerecht erschlossen, die in den ländlichen Regionen der Mark Brandenburg (ohne Berlin und die ehemalige Neumark) erwachsen sind.

Die in den Pfarrarchiven vorhandenen Unterlagen erweisen sich in zunehmendem Maße als unentbehrlich, wenn es um bau- und kunstgeschichtliche Forschungen zu einzelnen Kirchengebäuden oder um die Vorbereitung von Ortsjubiläen geht.

Ferner werden im Domstiftsarchiv historische Bibliotheksbestände verwahrt, die insgesamt rund 41.500 Bände umfassen und vielschichtige Einblicke in die Kirchen- und Kulturgeschichte ermöglichen. Archiv und Bibliothek zusammen umfassen derzeit einen Bestand von rund 2.500 laufenden Regalmetern. Die Erhaltung, Pflege und Erschließung dieser wertvollen Quellen bleibt eine dauerhafte Herausforderung; die Archive sind deshalb auf Mitstreiter und finanzielle Hilfe angewiesen.

Für (gebührenpflichtige) genealogische Forschungen in den zahlreichen Kirchenbüchern stehen den Nutzern Mikrofiches zur Verfügung, die im Lesesaal eingesehen werden können. Von welchen Orten entsprechende Unterlagen vorhanden sind, kann der Nutzer bereits vorab im Internet ermitteln. Ergänzend können auch einige umfangreiche Nachlässe herangezogen werden. Für ortsgeschichtliche Forschungen bietet die Handbibliothek die notwendigen Nachschlagewerke. Eingehende Auskünfte können für Literaturangaben zur brandenburgischen Kirchengeschichte gegeben werden. Das Domstiftsarchiv ist trotz der beengten räumlichen Verhältnisse schon längst zu einem modernen Dienstleister geworden. Ein Besuch lohnt sich.

Anschrift: Domstiftsarchiv, Burghof 10, 14776 Brandenburg, Tel. 03381 2112215, archiv@dom-brandenburg.de, www.dom-brandenburg.de

Öffnungszeiten: Di. und Mi. 9–17 Uhr, Voranmeldung erforderlich

 
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Synode beschloss Inventarisierung von Kunstgut

"Kunst als Medium der Verkündigung: Bewahren und Gestalten" war das Motto der Frühjahrssynode unserer Landeskirche. Als ein wichtiges Thema stand der verantwortungsvolle Umgang der Gemeinden mit den zahlreichen Kunstwerken in ihren Kirchengebäuden auf der Tagungsordnung. Vor allem in ländlichen Regionen sind Bestände gefährdet. Zeugnisse christlicher Kunst sind über die Jahre hinweg zum Teil verschwunden, der Zustand der verbliebenen Ausstattung ist vielfach beklagenswert. Matthias Hoffmann-Tauschwitz, Leiter des Kirchlichen Bauamtes, verwies darauf, dass das Kircheninventar zum "Denkmal Kirche" gehöre und nicht einfach entsorgt, verkauft oder unsachgemäß aufbewahrt werden dürfe.

Um weitere Verluste zu vermeiden, bat die Synode die Kirchenleitung, eine Regelung für die Inventarisierung des gesamten Kulturgutes vorzubereiten. Erforderlichenfalls sollen zusätzliche Depots für die Aufbewahrung von Kunstwerken und historischen Ausstattungsstücken in nicht mehr genutzten Kirchen eingerichtet werden.

Des weiteren appellierte die Synode an die Kirchenkreise, Kultur- und Kunstbeauftragte zu benennen. Neben der Erfassung des Kulturguts sollten diese die Öffnung von Kirchen für Kirchenferne und insbesondere für Kinder und Jugendliche ermöglichen.

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg setzt sich schon seit längerer Zeit für eine vollständige Inventarisierung des beweglichen Kunstgutes ein und initiierte bereits vor mehreren Jahren ein entsprechendes Pilotprojekt in der Uckermark.

Bernd Janowski

s. dazu auch: Evangelische Landessynode beschließt Kunstinventar

 
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Dank allen Helfern und dem neuen Team

Für den Förderkreis Alte Kirchen sind die Herausgabe und der Vertrieb der Publikation "Offene Kirchen" jedes Jahr ein besonderes Ereignis und eine große Herausforderung. Das Jahr 2008 war ein Übergangsjahr, weil die Vertriebsorganisation in neue Hände überging. Ein besonderer Dank deshalb als erstes an Arnulf Kraft, der wie seit Jahren diese Aufgabe perfekt vorbereitete und damit einen für die Lieferanten hoffentlich kaum spürbaren Wechsel ermöglichte.

Symbol des Übergangs war auch ein neuer Auslieferungsort: Uns waren Räume der Zwingli-Kirche im Berliner Friedrichshain zur Verfügung gestellt worden, für die im 100. Jahr ihres Bestehens noch eine neue Bestimmung gesucht wird. Zum Glück war bei all dem Neuen auf die routinierte Erfahrung der 50 ehrenamtlichen Helfer Verlass, die vor Ostern die 8.500 bestellten Exemplare an 515 Adressen in Berlin und Brandenburg ausgeliefert haben. Wie uns der schnelle Rücklauf der Lieferscheine zeigt, hatten viele unserer Helfer durchaus Spaß bei ihren Touren und freuen sich schon auf 2009. Zusätzlich zur motorisierten Auslieferung hat der Förderkreis noch etwa 1000 Sendungen auf dem Postweg an die Leser im ganzen Bundesgebiet verschickt. Damit dürfte dem eigentlichen Ziel, die schönen brandenburgischen "Offenen Kirchen" einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen, nichts mehr im Wege stehen.

Ein herzliches Dankeschön Ihnen allen, die Sie uns – zum Großteil schon in bewährter Weise – bei dieser umfangreichen Arbeit zur Seite standen. Wir werden das Jahr 2009 dazu nutzen, unsere Arbeit zu verbessern, damit wir 2009 besser auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse eingehen können. Wir hoffen, dass Sie auch 2009 wieder Lust auf eine "Vertriebstour" haben...

Anne Nentwich und Jörg Becken

Der Vorstand des Förderkreises möchte seinerseits Anne Nentwich und Jörg Becken Dank sagen. Beide hatten sich in Vorbereitung der Aktion mit großem Engagement mit dieser schwierigen Aufgabe vertraut gemacht und sie schließlich auch gemeistert. Dass dabei zugleich Ideen für verbesserte Verfahren angedacht wurden, soll uns nur freuen. Wir wünschen beiden und uns mit ihnen weiteres gutes Gelingen.

Arnulf Kraft

 
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STAVENOW (Prignitz)

"Auferstehung" - ein Glasbild mit Symbolwert

Optimisten setzten mit restauriertem Farbfenster in ihrer Kirchenruine ein Hoffnungszeichen

 Stavenow - Fenster
 
ZEICHEN der Hoffnung in der Kirchenruine:
In der bisher leeren Fensteröffnung der Apsis leuchtet nun wieder die alte Glasmalerei.
Fotos: Autor
 Stavenow - Giebel

Es gehört schon ein gerüttelt Maß an Phantasie, vor allem aber an Zukunftsglauben dazu, in eine Kirchenruine ein restauriertes Glasfenster einzusetzen. Aber die Stavenower haben sich damit ein Hoffnungszeichen gesetzt. Die Mitglieder des Fördervereins "Historisches Stavenow" sind fest entschlossen, ihre Kirche und den umgebenden Friedhof wieder würdig herzurichten. Und manches haben sie schon erreicht.

So wurde die Rückkehr des Fensters Anfang März festlich begangen. Rund sechzig Gäste waren zur Feierstunde gekommen, unter ihnen der Perleberger Superintendent Hans-Georg Furian, für den Kreis Prignitz Landrat Hans Lange und der Karstädter Bürgermeister Udo Staeck. Da störte es auch nicht, dass der Festakt wegen einer Sturmwarnung in die Burg Stavenow verlegt werden musste.

Nach über 30-jähriger Abwesenheit können die Stavenower und ihre Gäste nun das Bleiglasfenster "Die Auferstehung" in der alten Patronatskirche wieder bewundern. Die Odyssee über das Museum in Perleberg und den Keller in der Gemeindeverwaltung hat somit ein glückliches Ende gefunden. Unter den Händen der Restauratorin Jana Christenfeld von der Glasgestaltung Berlin GmbH erhielt das Fenster seinen ursprünglichen Glanz zurück. Unterstützung hatten die Mitglieder und vielen Spender des Fördervereins unter anderem durch das Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur.

Gutsherr Andreas Joachim von Kleist hatte die Patronatskirche 1726 erbauen lassen. Mitte des 19. Jahrhunderts (wahrscheinlich 1852) wurde der Kirchturm nach Entwürfen von Friedrich August Stüler (1800 -1865), einem Schüler Friedrich Karl Schinkels, umgebaut. Max Graf von Voß ließ 1906 das bleiverglaste Fenster (ca. 2,50 x 3,20 m) in der Kunstwerkstatt für Glasmalerei und Glasschliff Ferdinand Müller in Quedlinburg / Harz für die angebaute Apsis anfertigen.

Mit der Bodenreform (1945-1949) kam die Kirche in den Besitz der Gemeinde Karstädt. In den Jahren von 1945 bis 2000 verfiel das Gotteshaus trotz intensiver Anstrengungen des damals für die Gemeinde zuständigen Pfarrers Dr. Carl Groß aus Blüthen zusehends - und das, obwohl die Kirche und der Patronatsfriedhof 1977 unter Denkmalschutz gestellt worden waren. Das Kleist´sche Wappen und die Sitzbänke wurden ausgebaut, das Bleiglasfenster 1972 sichergestellt. Der Verbleib von Glocken und Bänken ist heute leider nicht mehr bekannt. 2001 musste die durch den Sturm im Januar 2000 stark geschädigte Turmspitze abgerissen und durch ein Hilfsdach ersetzt werden.

2001 begann auf Initiative des Fördervereins die Sicherung von Kirche und Friedhof vor dem totalen Zusammenbruch und Verfall. Unterstützt wurden wir dabei durch die Gemeinde im Förderprogramm für Dorferneuerung des Landesamtes für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung. Die Gruft unterhalb des Altarraumes und die Außengruft mit den Resten der Sarkophage des Kirchenstifterehepaares von Kleist wurden wieder aufgebaut.

Wir haben einiges erreicht. Viele der Redner würdigten bei der Festveranstaltung vor allem, dass es entgegen aller Unkenrufe von Zweiflern gelang, die Restaurierung des Bleiglasfensters ausschließlich mit Spenden und Fördermitteln zu finanzieren.

Für den weiteren Erhalt dieses Ensembles sind wir jetzt ständig auf der Suche nach Fotos, Zeichnungen oder anderen Publikationen über Stavenow und diese Kirche. Für jede Art der Unterstützung sind wir dankbar.

Unsere nächste große Herausforderung steht schon vor der Tür: Der Kirchturm benötigt dringend Hilfe. Der bauliche Zustand ist so desolat, dass jeder Frost und Sturm die Bausubstanz extrem weiter schädigen. Die Simsabdeckungen und die Lamellenfenster müssen schnellstens erneuert werden, um das Eindringen von Regenwasser ins Mauerwerk zu beenden. Der durch den Förderverein geschaffene Trauerraum im Inneren des Turms ist gefährdet.

Nach diesen positiven Anfängen sehen wir gemeinsam erwartungsvoll in die Zukunft. Unser Hoffnungszeichen für die Kirche und den Ort bestärkt uns in unserem Optimismus.

Reinhard Leber, Vorsitzender des Fördervereins "Historisches Stavenow e. V."

 
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GROSS GLIENICKE

Was Fontane noch nicht wissen konnte...

Die Sanierung und Restaurierung der Dorfkirche / Einladung zur Entdeckungsreise auf des Dichters Spuren

Schon viele bekannte Künstler hat Groß Glienicke gesehen, die Filmschauspielerin Ida Wüst lebte und starb hier, der Filmregisseur Egon Günter ("Lotte in Weimar") lebt und arbeitet hier, der berühmteste Besucher aber war der Schriftsteller Theodor Fontane. Als er unserem Ort 1871 oder 1872 seinen Besuch abstattete, besichtigte er vor allem die Kirche, das älteste Bauwerk des Ortes: eine mittelalterliche Dorfkirche vermutlich aus dem 14. Jahrhundert, die zu Ende des 17. Jahrhunderts umgebaut und mit Barockaltar, Kanzel, Taufe und Orgelempore ausgestattet sowie später mit verschiedenen Epitaphien versehen wurde. Das Bauwerk ist auch von kultur- und landesgeschichtlichem Interesse, da die Gutsherren- und Patronatsfamilie der von Ribbecks im 16. und 17. Jahrhundert zu den bedeutendsten brandenburgischen Adelsfamilien zählte und sowohl am Berliner Hof als auch in der preußischen Gesellschaft eine einflussreiche Rolle spielte, wovon u. a. das Ribbeckhaus in der Berliner Breiten Straße oder die Ribbeckkapelle in der Spandauer Nikolaikirche zeugen.

Schon Fontane war von der reichen Ausstattung der Kirche beeindruckt. Auch wenn nicht alle Details seiner Beschreibung unserer Kirche historisch zutreffend sind, so ist sein Bericht immer noch lesenswert und sein einstmaliger Besuch ein großer Stolz für unsere Gemeinde und unseren Ort. *

Doch viele Besucher der letzten Jahre beklagten zu Recht den schlechten Bauzustand unserer Kirche. Da blätterte nicht nur die Farbe von der Decke, da stakten die Strohhalme heraus und Putzstücke brachen von der Decke. Und der Kanzelauftritt geriet für den Geistlichen jedes Mal zu einer wahren Mutprobe, so dass wir uns eingestehen mussten: Unsere "Fontanekirche" mit ihren Kunstschätzen, ein Kleinod märkischen Bauernbarocks, war vom Verfall bedroht.

Das schmerzte umso mehr, als Groß Glienicke im Jahre 2003 den 300. Todestag seines bedeutendsten Gutsherrn und Kirchenpatrons Hans Georgs III. von Ribbeck (1639-1703) begehen wollte, eben jenes Mannes, der unsere Kirche um 1680 aufstocken und barockisieren ließ und ihr im wesentlichen ihr jetziges Aussehen verlieh und der Fontanes Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte.

So war im Blick auf dieses Jubiläum eigentlich geplant gewesen, die Kirche zu renovieren und die vorhandenen Bildwerke und Epitaphien zu restaurieren. Doch als wir gerade begonnen und das ebenfalls in den "Wanderungen" beschriebene Denkmal des Vaters, Hans Georgs II. von Ribbeck, mit Unterstützung der noch lebenden Angehörigen der Ribbeck-Familie erneuert hatten, mussten wir bei Vorarbeiten für weitere Erhaltungsmaßnahmen feststellen, dass der Dachstuhl vom Schwamm befallen war, so dass der dringend notwendigen Renovierung des Innenraums die noch dringendere Sanierung des Daches vorgezogen werden musste, eine kostspielige Sache, die zunächst mit 250.000 Euro kalkuliert wurde.

Das war freilich eine Größenordnung, von der sich unsere kleine Gemeinde (ca. 800 Gemeindeglieder bei ca. 3700 Einwohnern) erheblich überfordert sah. Und nicht nur die, auch bekannte Mäzene wie z. B. die Deutsche Stiftung Denkmalschutz... Doch wir verzagten nicht, schrieben fleißig weiter Anträge, gründeten einen Förderverein, gingen in die Öffentlichkeit (ZDF-Fernseh-gottesdienst am 5.10.2003, ZDF-Kirche des Monats am 6.6.2004), sammelten Geld (u. a. mit einem Spendenaufruf an alle Haushalte) und lagen dem Herrgott in den Ohren, und so sollte Paul Gerhardt Recht behalten, der einmal gedichtet hatte: "Sprich nicht: ‚Ich sehe keine Mittel, / wo ich such, ist nichts zum Besten.’ / Denn das ist Gottes Ehrentitel: / helfen, wenn die Not am größten." Und diese Hilfe kam. Sie kam von unserer Landeskirche, vom Kirchenkreis Falkensee, von einer Hamburger Stiftung, vom Land Brandenburg (Staats-Kirchen-Vertrag), von der Potsdamer Unteren Denkmalschutzbehörde sowie von der großartigen Stiftung KIBA. Aber vor allem haben unsere Groß Glienicker Bürger sich am berühmten Patron Hans Georg III. von Ribbeck ein Beispiel genommen und haben ihre Dorfkirche mit Liebesbeweisen überhäuft, so dass wir am Ende von den Gesamtkosten in Höhe von ca. 300.000 Euro 50.000 Euro selbst aufgebracht haben. Und so konnten wir nach der Erneuerung des Dachstuhls, der Neueindeckung des Kirchendaches, der Wiederverschalung des Kirchturms dann doch auch den "Kirchenhimmel" mit seinem Tedeum in neuem Glanz erstrahlen lassen. Jetzt denken wir schon: Sollten wir nicht die Innenwände nun auch noch schaffen?

Es lohnt also, Groß Glienicke zu besuchen "und die Geschichte sehen, die da geschehen ist", nicht nur die Fontaneischen Geschichten, sondern auch die, von denen der Dichter noch nichts wissen konnte. Wandeln Sie auf den Spuren Theodor Fontanes, kommen Sie nach Groß Glienicke, schauen Sie sich unseren landschaftlich reizvollen und geschichtsträchtigen Ort an, den bis 1989 die Mauer teilte. Und besuchen Sie unsere Kirche, die von Mai bis Oktober jeden Samstag von 16 bis 18 Uhr geöffnet ist.** Oder nehmen Sie teil an der Fontane-Exkursion zu havelländischen Dorfkirchen im Kirchenkreis Falkensee am 5. Juli 2008.

Bernhard Schmidt, Pfarrer zu Groß Glienicke

*Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Dritter Teil, Havelland, Gross-Glinicke, in: Sämtliche Werke, Abt. 2, Zweiter Band, München 1967, S. 206–207. – Vgl. auch Christel Wollmann-Fiedler, Jan Feustel, Fontanes Lieblingskirchen in der Mark, Berlin 2003, S. 95-98; Almut Andreae, Knut Kiesant, Mathias Palm, Bernhard Schmidt (Hrsg.), Adel verpflichtet. Hans Georg III. von Ribbeck zum 300. Todestag, Berlin 2007.

**Weitere Informationen zu Gottesdiensten und Terminen sowie über das Bauwerk unter: http://Kirche.GrossGlienicke.de. Konto: KKV Prignitz-Havelland-Ruppin – Konto-Nummer: 1171255 – BLZ: 210 602 37 – Ev. Darlehensgenossenschaft e. G. – Verwendungszweck: Kirchenrestaurierung Groß Glienicke/RT 11.

 
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BUCKOW (Havelland)

Große Geschichte - offene Zukunft

Eine öffentliche Diskussion

 Kirche Buckow
Foto: M. Großer

Die Dorfkirche Buckow (Dorfkirche des Monats März 2008), einst Ziel einer regional recht bedeutenden Wallfahrt, gilt als eines der bemerkenswertesten Kulturdenkmäler des Havellandes. Für die Evangelische Reformationsgemeinde Westhavelland – einen Zusammenschluss von ehemals sechzehn Kirchengemeinden mit eben so vielen Kirchengebäuden – aber ist sie heute eine bloße Last. Eine Gemeinde vor Ort gibt es nicht mehr, Gottesdienste finden seit längerem nicht statt. Mehrere Kirchen im Sprengel weisen Bauschäden auf, für deren Behebung Geld benötigt wird. Als in dieser Situation plötzlich ein Künstler anbot, das Kirchengebäude zu kaufen und als Atelier zu nutzen, schien das die beste Lösung zu sein.

Der Förderkreis Alte Kirchen bat den Gemeindekirchenrat darum, in einer öffentlichen Diskussion zu überlegen, ob es wirklich zur ultima ratio kommen muss. Etwa vierzig Interessierte trafen sich Anfang Februar in Nennhausen, um über die Zukunft der Buckower Kirche zu beraten. Die Meinungen gingen dabei sehr weit auseinander. Nachdem Dr. Hartmut Kühne über die Wallfahrtsgeschichte referiert hatte, war aus dem Publikum auch zu hören: "Was interessieren mich 800 Jahre Geschichte?! Wir müssen an die Zukunft denken."

Andere bekundeten Interesse daran, die Buckower Kirche als öffentlichen Ort zu erhalten und sie einer angemessenen kulturellen Nutzung in öffentlicher Trägerschaft zuzuführen. Für die Landeskirche stellte Matthias Hoffmann-Tauschwitz, Leiter des Kirchlichen Bauamtes, klar, dass einem Verkauf nicht zugestimmt würde; allerdings könne er sich eine langfristige Verpachtung des Gebäudes vorstellen. Auch dadurch jedoch würde die Kirchengemeinde einen großen Teil der Deutungshoheit über den Kirchenraum abgeben.

Die Buckower Kirche ist baulich in gutem Stand. Größere Sanierungsarbeiten stehen in allernächster Zeit nicht an. Können wir uns in diesem Fall nicht etwas Langmut und Geduld gönnen? Der "Fall Buckow" muss unserer Meinung nach nicht sofort entschieden werden. Bis vor einigen Jahren gab es jährlich am Himmelfahrtstag einen überregionalen Gottesdienst in Buckow. Es wäre schön, wenn diese Tradition wieder aufgenommen werden könnte. Dazu eine Ausstellung zur Geschichte von Kirche und Wallfahrt und im Sommer ein oder zwei Konzerte – das wäre ausreichend, um dem Gebäude eine Daseinsberechtigung zu geben.

Wenn wir die Summe der etwa 1.400 Dorfkirchen im Land Brandenburg unter betriebswirtschaftlichen Aspekten betrachten, könnten wir wohl mehr als die Hälfte von ihnen schließen. Lassen sich jedoch 800 Jahre Glaubens- und Kulturgeschichte auf die Frage nach Rentabilität und Nutzwert reduzieren?

In Zeiten schrumpfender Gemeinden und rückläufiger Einnahmen wird Buckow sicher kein Einzelfall bleiben. Die Zukunft vieler Dorfkirchen ist offen. Wir hoffen, dass die Diskussion über ihr Schicksal in jedem einzelnen Falle besonnen und verantwortungsbewusst geführt wird. Eine endgültige Entscheidung ist in Buckow noch nicht gefallen.

Bernd Janowski

Siehe zur Dorfkirche Buckow auch die Beiträge von Dr. Hartmut Kühne und Dirk Schumann in unserer Broschüre "Offene Kirchen 2008".

 
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GLAMBECK (Barnim)

Unser Kirchlein bewegt die Menschen

Eine Rückschau auf zehn Jahre, die zusammenführten

Vor zehn Jahren machten sich in Glambeck im grünen Herzen des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin Christen und Nichtchristen mit viel Elan und noch viel mehr Mut daran, eine Vision zu verwirklichen: die Rettung ihrer fast verfallenen kleinen Kirche. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg begleitete sie auf diesem Weg.
Vor wenigen Tagen nun feierte der Förderkreis Denkmale Glambeck mit einem Festgottesdienst sein Jubiläum. Dazwischen liegen Jahre harter Arbeit, vieler Ideen und mancher fröhlicher Erfolgserlebnisse. Wie das so zuging und was allen weiterhin am Herzen liegt, erzählt Vereinsvorsitzende Heimtraut Eichhorn:
Dorfkirche Glambeck - Konzert 
KONZERTE wie auch viele andere Kultur-veranstaltungen finden immer ein dankbares Publikum. Das Kirchlein Am Welsetal wurde 2007 "Ausgewählter Ort im Land der Ideen". Als Fahrradkirche am Fernradweg Berlin-Usedom wird es von vielen Wandergruppen besucht.
Foto: H. Eichhorn

Damals hatte uns ein Gartennachbar auf einen Berliner Architekten aufmerksam gemacht, der verliebt in die kleine Fachwerkkirche war. Ich fuhr zu ihm mit der Frage, ob er das Gebäude etwa als Architekturbüro oder Galerie auszubauen gedenke. Er sagte: Gründen Sie einen Förderverein, und meine Kollegen und ich gehen in Vorleistung.

Unsere Liebe, unser Blick galt schon lange diesem kleinen verwunschenen Gotteshaus. Nun hatten wir in Berlin einen Architekten kennen gelernt, der Jahrzehnte an der Sanierung der Regensburger Altstadt mitgearbeitet hatte, und erhielten den entscheidenden "Schubs". Einen Herbst und einen Winter lang besuchten wir Familie für Familie und gewannen Mitstreiter, um die Kirche, aber auch andere Glambecker Denkmale in Stein und in der Natur zu retten. Wir wollten die alten Gebäude – scheinbar tote Gemäuer – in ihrer Unverwechselbarkeit und Einmaligkeit zum Leben erwecken. Das gelang. Unser Kirchlein bewegt die Menschen.

Die Parabel von den "singenden Gebäuden" passt gut auf unsere Kirche. Die 300 Jahre alte Fachwerkkirche ist nicht verstummt. Sie klingt. Sie hat eine eigene Atmospäre und lebt ganz in der Gegenwart. Die Gottesdienste, die Konzerte, die Bilder von Ausstellungen an den Wänden, die Sonnenstrahlen, gebrochen durch die mundgeblasenen mittelalterlichen Fensterscheiben, der vom Künstler geschnitzte Altar, das Glockengeläut und die hier zusammengekommenen Menschen bringen den sakralen Raum zum Schwingen, verbinden die Klänge der Vergangenheit mit denen der Gegenwart.

Wir können Menschen Freude bringen.

Wir bewahren Kultugüter vergangener Jahrhunderte.

Wir laden Besucher ein zum besonderen Erlebnis "Kunst und Musik" im Herzen des Biospärenreservats.

Wir erleben ihre Freude, oft ihre Dankbarkeit.

Das eint.

Und das ist Dank, es ist Lohn für unseren Einsatz, für das bürgerschaftliche Enga-gement. Jeder hat Anteil – ob großen oder kleinen, je nach Möglichkeit, Zeit und Kräften, ob als Mitglied oder Ehren-mitglied des Vereins, ob als Mitglied des Vorstandes oder als ehrenamtlicher Helfer. Wir schätzen jede Mitarbeit, wir danken allen.

Unsere kleine Fachwerkkirche ist das gemeinsame Werk vieler engagierter Menschen – Christen und Nichtchristen, Menschen aus Ost und West. Wir sind gern Gebende für Menschen, die das Singen und Schwingen unseres Kirchleins erlebt haben und immer wieder erleben, es bewahren und weiter tragen wollen. Solch eine Gemeinschaft sind wir.

Wer zu uns gehören will, macht es aus freien Stücken, macht es gern oder er kann es auch lassen. Auch wer die Zeit dazu nicht hat, soll einfach dazu gehören. Jeder ist uns lieb. Denn wir wollen den Menschen, die bei uns einkehren, Stille und Friede geben. Und das können wir nur, wenn wir es selbst in uns tragen.

www.glambeck-schorfheide.de, www.glambeck.barnim.de, info@glambeck-schorfheide.de

Platzreservierung für Konzerte: Pfarrer Ralf Schwieger; Tel. 033367 252, Hotline des Fördervereins: 0160 92982072

Im Gästebuch geblättert

Eintragungen von Besuchern nach Konzerttagen, Ausstellungseröffnungen, Führungen oder der Einkehr in der "Kirchenklause"

Es ist einfach schön, vor einer nicht verschlossenen Kirche zu stehen, die mit Enthusiasmus und Eigeninitiative wieder aufgebaut wurde. Eine schöne Gelegenheit, kurz zu verweilen, Gott zu danken und sich über die Gegend zu informieren.

Ein schönes Land, erbauliche Orte – schöner kann Urlaub nicht sein. Danke allen, die sich so liebevoll darum kümmern, dass der Vorbeiradelnde nicht satt wird vom und beim Schauen...

Eine Dreizehnjährige schreibt:
Die Kirche ist wie ein Bild, das sich oft verändert. Und schreibt in ihrer Geschichte ein großes Stück Zufriedenheit. Sie singt das Lied, das uns gefällt: den Frieden.

 
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SCHÖNERMARK (Prignitz)

Am Westturm was Neues

Für die Sanierung wird musiziert, gebastelt und geradelt

Ein mächtiger Kirchturm weist weit über das Dorf Schönermark hinaus einen Weg zur Dorfkirche aus dem Mittelalter. Schönermark lebte und lebt im Schutz dieses trutzigen Wehrturms. Heute ist es ein Ort der Besinnung und der Ruhe.

Nun hat sich die Kirchengemeinde vorgenommen, ihre Kirche Schritt für Schritt zu sanieren. In diesem Jahr wird die Fassade des Kirchenschiffs instand gesetzt, durch dessen Feldsteinfugen bereits das Wasser eingedrungen ist. Dringender Handlungsbedarf bestand somit schon 2006. Ein Sanierungskonzept wurde in Auftrag gegeben, parallel dazu wurden Finanzierungsmodelle ausgearbeitet.

Die Gemeinde Stüdenitz-Schönermark beschloss, die Sanierung mit 15.000 Euro zu fördern. Die Kirchengemeinde plante Eigenmittel und Spenden ein und beantragte einen Zuschuss der Landeskirche. Jetzt ist beinahe alles zusammen, so dass nach der Genehmigung der erste Bauabschnitt beginnen kann.

Doch der seit zehn Jahren nur dreiseitig sanierte Turm wird bald nicht mehr in das Gesamtbild der Kirche passen. Darum ruft die Kirchengemeinde zur Spendenaktion auf unter dem Slogan "Am Westturm was Neues". Start war ein Konzert in der Kirche mit Otto-Reutter-Liedern. Viele weitere Aktionen sollen folgen. Inzwischen ist ein Bastelbogen an alle Haushalte verteilt worden. Damit können Jung und Alt die alte Feldsteinkirche zu Hause erstehen lassen und dieses Mini-Modell im Maßstab 1:100 als Spendenbüchse verwenden. Und am 21. Juni gibt es ein großes Fest an der Kirche: Chöre werden auftreten, Kinder und Jugendliche sind zu einem Sponsoren-Fahrradfahren eingeladen und ein Fotowettbewerb wird organisiert. Mit einem Gospel-Konzert geht die Aktion am 27. September zu Ende. Dann wird gezählt, wie viel Geld zusammengekommen ist, um die Westfassade des Turmes 2009 zu sanieren.

Spenden für die Kirche:
Kirchenkreis Kyritz bei KD-Bank, BLZ 350 601 90, Konto: 1559749016, Verwendungszweck: Kirche Schönermark.
Auf Wunsch werden Spendenbescheinigungen zugesandt.
 
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Kurz notiert

Symposium: Dorfkirchen der Niederlausitz

Zu einem Symposium "Dorf-kirchen der Niederlausitz" lädt der Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz e.V. am 20. September ein (der erste Teil fand im Vorjahr statt). Auf dem Programm stehen diesmal Vorträge über die Anfänge des Dorfkirchenbaus in der Niederlausitz, über Dorfkirchen und ihre Geschichte, über die künstlerische Ausstattung und historische Orgeln in dieser Region. Zugleich werden Beispiele praktischer Denkmalpflege und Sanierung vorgestellt. Moderation: Dirk Schumann.

Tagungsort ist der Rathaussaal in Luckau, Am Markt 34; Beginn am Sonnabend, dem 20. September 2008, 10.00 Uhr, Ende gegen 17.00 Uhr.

Kontakt: Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz e.V., Annegret Gehrmann, Tel.: 035454 393, Fax: 035454 87516, E-Mail: info@kirchen-luckauer-niederlausitz.de

 
26. Kirchbautag im Oktober in Dortmund

In der Zeit vom 23. bis 26. Oktober findet in Dortmund der 26. Evangelische Kirchbautag statt. Er steht diesmal unter dem Thema "Transformationen. Übergänge gestalten". Das Programm ist ab sofort unter www.kirchbautag.de abzurufen. Auch Anmeldungen sind unter dieser Adresse möglich.

 
Förderpreis "Goldener Kirchturm"

In Anlehnung an das "Startkapital" des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat die Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen einen "Preis für kreative und beispielgebende Projekte bei der Erhaltung und Nutzung von Kirchen und kirchlichen Gebäuden im Zusammenhang mit Ehrenamtlichen, Initiativgruppen und Kirchbauvereinen" unter dem Titel "Goldener Kirchturm" geschaffen. Ausgelobt wird eine jährliche Preissumme in Höhe von insgesamt 3.000 Euro.

 
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BRIEFE AN DEN FÖRDERKREIS ALTE KIRCHEN

Eine sehenswerte Bilanz nach sechs Jahren erfolgreicher Arbeit

Der bisherige Vorsitzende des Kirchbauvereins Wernsdorf (Landkreis Dahme-Spree), Volker Schramm, hat jetzt sein Amt einem Nachfolger übergeben. In einem Schreiben dankt er dem Förderkreis Alte Kirchen für die Begleitung während der Arbeit in den vergangenen sechs Jahren. Er schreibt weiter:

"Für mich gingen sechs Jahre als Vereinsvorsitzender zu Ende. In dieser Zeit ist es uns gelungen, die denkmalgeschützte Kirche in Wernsdorf innen und außen zu sanieren, die Orgel denkmalgerecht zu sanieren und eine Sitzbankheizung einzubauen. Dafür wurden ca. 260.000,- Euro an finanziellen Mitteln aufgewendet.

Das Gebäude steht nun im Rahmen des Nutzungsvertrages zwischen der Kommune (Stadt Königs Wusterhausen) und der Kirchengemeinde als Eigentümerin für kirchliche und kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung. Im vergangenen Jahr waren dies allein acht Konzerte und diverse weitere Veranstaltungen.

Zum Abschluss meiner Tätigkeit als Vereinsvorsitzender dankte die Stadt Königs Wusterhausen dem Verein und auch mir für die Arbeit in den vergangenen sechs Jahren.

Ich wünsche Ihnen für die weitere Zukunft alles Gute und werde über das Internet den Weg des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg auch weiterhin aufmerksam und mit Freude verfolgen."

Auch der Vorstand des FAK sagt Dank für die gute Zusammenarbeit und wünscht weiterhin alles Gute.  
Gottes Anwesenheit erfahren

Im jetzt erschienenen Heft "Offene Kirchen 2008" wirft der Vorsitzende des Fördervereins Dorfkirche Teetz, Dieter Kliche, Fragen auf, die sich vor Ort ganz konkret aus dem Rückgang der Bevölkerungszahlen in Brandenburg und den damit verbundenen Strukturreformen stellen. Die Teetzer leisten seit Jahren Hervorragendes für die Sanierung und erweiterte Nutzung ihrer Kirche. Aber – so fragt Dieter Kliche: Lohnt sich das, wenn bald keiner mehr da ist, der Gottesdienste und Konzerte besucht? Dazu schreibt Pfarrer Berthold Schirge aus Papenbruch u. a.:

Kirchen im ländlichen Raum sind gemeinschaftsbildende Orte – "für die Dauer eines Gottesdienstes, eines Konzertes, einer Ausstellung, einer Besichtigung". Dem ist nicht zu widersprechen. Die Bedeutung der Kirchengebäude geht jedoch wesentlich darüber hinaus. Kirchen sind äußere Zeichen für die permanente Anwesenheit Gottes unter den Menschen. Das ist freilich eine theologische Aussage, die dem säkularen Menschen unserer Zeit oft nicht zugänglich ist. Und dennoch bleibt vielen eine Ahnung davon. Es ist den Dorfbewohnern nicht gleichgültig, ob die Glocken kaum noch läuten, ob die Kirche regelmäßig oder nur noch selten oder gar nicht zum Gottesdienst gebraucht wird. Ein fast ausschließlich zu kulturellen Zwecken genutztes Kirchengebäude, wie das im etwa 30 Kilometer von Teetz entfernten Netzeband, vermittelt eine andere Atmosphäre als eine Kirche, die Begegnungsstätte der Menschen nicht nur untereinander, sondern im Vollzug des Gottesdienstes auch und gerade mit Gott ist.

Wenn dieser Anspruch bleiben soll, muss alles daran gesetzt werden, dass Gottesdienste so regelmäßig wie möglich gefeiert werden, weil Gott nicht nur zu hohen Feiertagen, sondern auch im Alltag erfahren werden will. Teilnehmer sollen die Feier des Gottesdienstes als an sie gerichtete Einladung erfahren. Solange Menschen da sind, muss die Kirche sich ihnen öffnen. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass sich die Kirchengemeinden bei vermeintlich zu wenigen Besuchern und erhöhtem Kostendruck immer mehr zurückziehen. Ihr Auftrag ist es jedoch, Menschen in die Nachfolge Jesu zu rufen, sie zur Taufe einzuladen und Unterweisung anzubieten.

Dass es auch anders geht, zeigt die kleine Kirchengemeinde Bork-Lellichow ganz in der Nähe von Teetz. Nach mehrjähriger Nichtnutzung begannen hier die wenigen Christen vor Ort, ihre Mitbürger zu Gottesdiensten in ihre inzwischen vorbildlich restaurierte Kirche einzuladen. Es kamen Menschen, mit denen niemand gerechnet hatte. Taufen und Konfirmationen einer Reihe von Erwachsenen folgten.

Bei der Schaffung von Gesamtgemeinden ist die Verminderung der Gottesdienste in vielen Orten vorhersehbar. Wo aber nur wenige Gottesdienste gefeiert werden, erklingen auch die Glocken nur noch selten, lohnt es sich nicht, den Kirchenraum regelmäßig zu säubern und zu schmücken. Bauschäden fallen erst nach längerer Zeit auf, die Notwendigkeit von Investitionen in die Bausubstanz wird immer schwerer begründbar.

Fazit: Die Kirchenfördervereine tun gut daran, nicht nur die Gebäude, sondern auch die dörflichen Kirchengemeinden zu unterstützen. Dem Teetzer Verein ist dies überzeugend gelungen. Aus seinen Reihen kommen aktive Mitstreiter, die Gottesdienste und Aktivitäten der Gemeinde gerade in schwierigen Zeiten beleben.

 
Dank für Vertrauen

Hannedore Reichert und Wilfried Langhof vom Verein Offene Kirche Kantow schreiben u. a.:

Mit übergroßer Freude hat unser Verein die Nachricht entgegengenommen, dass der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg die Finanzierung des Planungsgutachtens für die Dorfkirche in Kantow mit einer Summe von 2.000 Euro unterstützt. Wir möchten uns für das entgegengebrachte Vertrauen herzlich bedanken. In Zusammenarbeit mit der Kirche wollen wir weiterhin mit unserer Vereinsarbeit den Wiederaufbau unserer Kirche unterstützen und begleiten. Über den Fortgang bei der Erstellung des Planungsgutachtens durch das Baubüro werden wir Sie auf dem Laufenden halten.

 
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BÜCHERSEITE

"Ich bin dann mal weg"

Spätestens seit dem Bestseller von Hape Kerkeling ist das Pilgern wieder in Mode gekommen. Wer auf der Höhe der Zeit ist, wandert nicht oder geht gar nur spazieren – er pilgert. Um das ohnehin schon große Angebot an vermeintlich authentischen Wallfahrtswegen noch zu vermehren, haben nun Studenten der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder den Jakobsweg von Frankfurt nach Berlin "rekon-struiert" und das Ergebnis ihrer Forschungen als Buch vorgelegt.

Die gut bebilderte und mit Karten sowie Übernachtungs- und Einkehrtipps versehene Publikation versucht auch, dem neuzeitlichen Pilger am Wege befindliche Kirchengebäude und andere Denkmäler nahe zu bringen. Und genau hier beginnt das Ärgernis: Da werden die in der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts entstandenen Feldsteinkirchen abwechselnd als "frühgotisch", als "spätgotisch" oder "romanisch" bezeichnet. Die von der ernsthaften Wissenschaft längst widerlegte Legende von den "Wehrkirchen" wird aus der Versenkung geholt. Und mehrfach begegnen uns Stilblüten wie die folgende: "Beeindruckt sind wir sofort vom Backsteinstil, der ganz Börnicke prägt. Hierzu zählen neben dem Herrenhaus auch einige Bauernhöfe und die Kirche. ... Die Dorfkirche ist ein frühgotischer Saalbau aus Feldstein..." Nur eine Seite weiter heißt es, ebenfalls zu Börnicke: "Bei einem Gang um die Kirche stoßen wir an der Südwand des Turmes über zwei Grabsteine für Ernst und Maria von Mendelssohn-Bartholdy." Hoffentlich hat sich dabei niemand etwas getan! Die "Wehrkirche" in Falkenhagen wird mal eben zum Bischofssitz erhoben und so weiter...

Da Prof. Dr. Dr. Ulrich Knefelkamp, Inhaber des Lehrstuhls für mittelalterliche Geschichte Mitteleuropas und regionale Kulturgeschichte, als Herausgeber fungiert, hätte man sich doch etwas mehr wissenschaftlichen Tiefgang, zumindest jedoch eine kritische Durchsicht des Textes vor der Drucklegung gewünscht.

In den praktischen Tipps wird dann neben gesunder Ernährung auch die Benutzung eines "Pilgerstabs aus elastischem Holz" empfohlen. Begründung: "In den brandenburgischen Breiten können damit Büsche und Sträucher zur Seite gebogen werden, von denen man im Vorbeigehen oftmals Zecken abstreift".

Fazit der Lektüre: "Ich bin dann mal weg!"

Lina Lisa Kolbitz, Laura Murzik, Ulrich Knefelkamp (Hg.): Auf dem Jakobsweg durch Brandenburg. Von der Oder bis nach Berlin.
Be.bra-Verlag, Berlin 2007; 9,90 Euro
 

Das Zeichen am Hut – auf Spuren der Pilger

Die Staatlichen Museen zu Berlin präsentierten dieser Tage den von Hartmut Kühne, Lothar Lambacher und Konrad Vanja herausgegebenen Band "Das Zeichen am Hut im Mittelalter. Europäische Reisemarkierungen". Er dokumentiert die Beiträge des 2006 im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin veranstalteten Symposiums in memoriam Kurt Köster (1912–1986). Neben biographischen und wallfahrtsgeschichtlichen Beiträgen enthält der Band Fundberichte und Darstellungen zum Stand der internationalen Pilgerzeichenforschung. Zweiter Schwerpunkt sind Untersuchungen zu Pilgerzeichen und Walfahrtsdevotionalien in den Staatlichen Museen Berlin.

Das Zeichen am Hut im Mittelalter. Europäische Reisemarkierungen
Reihe: Europäische Wallfahrtsstudien, Band 4, 404 Seiten,
Verlag Peter Lang, ISBN 978-3-631-57408, 59,80 Euro
 

Orgeln im östlichen Brandenburg

Der kleine, inzwischen jedoch sehr renommierte Ein-Mann-Verlag "Freimut & Selbst" (der Name ist Programm!) hatte den Mut, ein auf fünfzehn Bände angelegtes "Orgelhandbuch Brandenburg" anzukündigen. Das Überraschende: Er setzt das Vorhaben auch ambitioniert in die Tat um! Soeben ist Band 5 erschienen, dem Landkreis Oder-Spree und der Stadt Frankfurt/Oder gewidmet. Vorgestellt werden 105 Instrumente mit gegenwärtiger und, soweit bekannt, historischer Disposition, Hinweisen auf spätere Restaurierungen und Umbauten sowie zahlreichen Fotos.

Eine umfangreiche historische Einleitung verweist darauf, dass die erste Orgel in der Frankfurter Marienkirche bereits 1330 (!) urkundlich erwähnt wurde. Durch neu aufgefundene Dokumente wird nachgewiesen, dass auch Joachim Wagner in Frankfurt tätig war. Prägend nicht nur für die Region, sondern für den deutschen Orgelbau insgesamt wurde die in Frankfurt ansässige Firma Sauer, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts den gesamten romantischen Orgelbau beeinflusste. Darüber hinaus haben zahlreiche weitere Instrumentenbauer hier ihre Spuren hinterlassen. Ein ausführliches Orgelbauerlexikon erleichtert Quervergleiche.

Dem Herausgeber und Verleger Wolf Bergelt und dem Autor Martin Schulze ist ein trotz zahlreicher technischer Details spannend zu lesendes Buch gelungen. Dass in den einschlägigen Inventaren der Kunst- und Baudenkmäler (bis hin zum im Jahre 2000 neu erschienenen Dehio) die Orgeln schlicht ignoriert werden, erhöht den Wert der gesamten Publikationsreihe. Sehnsüchtig wartet man auf die nächsten Bände, um endlich die vollständige Ausgabe zu besitzen. Ein derart umfängliches Handbuch ist bisher in Deutschland einmalig.

Martin Schulze: Orgelhandbuch Brandenburg, Band 5. Oder-Spree und Frankfurt/Oder.
Freimut & Selbst, Berlin 2008; ISBN 978-3-937378-11-4; 380 Seiten; 59,80 Euro
 

Ergebnisse archäologischer Grabungen

Im November des Jahres 2006 veranstalteten das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, das Landesdenkmalamt Berlin und die Archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e.V. in Luckenwalde eine Fachtagung unter dem Thema "Kirchen des Mittelalters in Brandenburg und Berlin. Archäologie und Bauforschung".

Seit kurzem liegt dazu ein opulenter Tagungsband vor.

Das Buch behandelt Themen zum Bereich organisatorische Strukturen des Landesausbaus und ökonomische Faktoren im frühen Kirchenbau. Es wird über die archäologischen Untersuchungen von Dorfkirchen südöstlich von Berlin und in der Niederlausitz berichtet.

Weitere Schwerpunkte sind die Lebuser Bischofskirche, die Burgkapelle von Belzig sowie die Wilsnacker Wallfahrtskirche. Im Abschnitt Stadtkirchen wird auf die Untersuchungen der Berliner Stadtkirchen St. Marien und St. Nikolai, der Heilig-Geist-Kapelle in Berlin-Mitte sowie Kirchen im Havelland eingegangen. Schließlich widmet sich ein Kapitel den Klosterkirchen in Brandenburg und Berlin.

Aktuelle Ergebnisse archäologischer Grabungen wurden hier zusammengetragen.

Kirchen des Mittelalters in Brandenburg und Berlin
Hrsg.: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum, Landesdenkmalamt Berlin, in Zusammenarbeit mit der Archäologischen Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e.V.
312 Seiten, Hardcover, 263 Farb- und 161 s/w-Abbildungen; Michael Imhof Verlag, Petersberg 2007
ISBN 978-3-86568-254-3, 39,95 Euro
 

Wassersuppe und siebenundzwanzig Neuendorfs

  • Sie wollten schon immer mal wissen, was es mit dem äußerst merkwürdigen Ortsnamen Wassersuppe auf sich hat? (Antwort: ursprünglich watersopp, vermutlich slawischer Spottname für "Wind-schläger")
  • Sie möchten nachprüfen, wie oft der Ortsname Neuendorf im ganzen Land Brandenburg vorkommt und in welchem Landkreis sogar doppelt und dreifach? (Antwort: siebenundzwanzigmal, und in den Landkreisen LDS, OHV und PM jeweils gleich viermal)
  • Sie sind sich nicht sicher, ob der Ortsname Kolrep deutschen oder slawischen Ursprungs ist? (Antwort: von kolrip, slawisch für "Fischstecher")
  • Sie wollen nachschlagen, wann der Ortsteil Mahlsdorf im Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin zum ersten Mal unter welchem Namen urkundlich erwähnt worden ist? (Antwort: 1345 als Malterstorp)
  • Sie sind daran interessiert zu erfahren, welche Orte aus welchen Gründen im "Dritten Reich" oder in der DDR unbenannt worden sind?
  • Und schließlich möchten Sie auch ein wenig Namenkunde betreiben oder endlich den Streit mit den Freunden um die Betonung des Ortsnamens Caputh beenden?

Dem oder der Wissbegierigen sei an dieser Stelle ein vortreffliches vademecum für Schreibtisch, Handschuhfach oder Fahrrad-Packtasche empfohlen: ein rundum gebrauchsfreundliches Buch mit dem Titel:

Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin
von Reinhard E. Fischer, erschienen 2005 im be.bra wissenschaft verlag Berlin, herausgegeben von Klaus Neitmann als Band 13 in der Reihe "Brandenburgische Historische Studien",
ISBN 3-937233-30-X, Preis 19,90 Euro
 

Aktualisierte Auflage des Pilgerführers Berlin – Wilsnack

Bereits 2005 erschien die erste Auflage der Broschüre "Von Berlin nach Wilsnack. Ein kulturhistorischer Wegbegleiter zu den Stationen einer vergessenen Wallfahrt". Auf 48 Seiten werden in dem Heft Kirchengebäude und andere historische Sehenswürdigkeiten entlang des inzwischen als Wanderweg fest etablierten Pilgerpfades vorgestellt.

Da die erste Auflage des Pilgerführers seit längerem vergriffen ist, haben der Förderkreis Alte Kirchen und der Förderverein "Wunderblut"-Kirche St. Nikolai Bad Wilsnack nun eine aktualisierte Neuausgabe drucken lassen.

Für den Preis von 5,- Euro (incl. Porto) kann die Broschüre ab sofort beim FAK bestellt werden unter altekirchen@aol.com.

 
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