Was uns bewegt - der Vorstand berichtet

Erweitertes Aufgabenfeld des Förderkreises

Der Vorstand des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat sich auf seiner sechsten Arbeitssitzung im Mai auf eine Ausweitung und Neuverteilung seiner Aufgaben verständigt. Diese Aufgaben sind:

Die wichtigsten Beschlussgremien unseres Förderkreises sind die jährlichen Mitgliederversammlungen, auf die alle Mitglieder Einfluss nehmen können, die monatlichen Vorstandssitzungen, auf denen ganz konkrete Fördermaßnahmen beschlossen werden, sowie die jährlich stattfindenden Arbeitssitzungen, auch Strategiesitzungen genannt. Während der vergangenen Jahre ist deutlich geworden, dass regelmäßige Arbeitstreffen dieser Art notwendig geworden sind, um Fragen von weitgreifender und strategischer Bedeutung gründlich zu überdenken und Lösungen zu suchen. Auf den Mitgliederversammlungen und Vorstandssitzungen ist dafür meist keine ausreichende Zeit, wenngleich von dorther oftmals erste Anregungen kommen.

Jahresheft "Offene Kirchen"

Für unser Selbstverständnis, die Ausbreitung des Denkmalschutz-bewusstseins sowie für die enge Zusammenarbeit mit Kirchen- und Ortsgemeinden ist das Heft "Offene Kirchen" von herausragender Bedeu-tung. Es genießt über die Landes-grenzen hinaus eine hohe Wertschät-zung. Drucklegung und Vertrieb sind allerdings im Laufe der gewachsenen Auflagenziffern und Verteilerzahlen äußerst arbeits- und zeitaufwendig geworden. Hier müssen die Aufgaben neu verteilt werden, weil die Last, die bisher auf den Schultern unseres sehr verdienten Vorstandsmitgliedes Arnulf Kraft gelegen hat, zu groß geworden ist. Wir wollen deshalb versuchen, das Gesamtpaket "Vertrieb" funktional neu aufzugliedern und auf mehrere Schultern zu verteilen. Dabei möchten wir auch auf Mitglieder zugehen, die bei der diesjährigen Mitgliederversamm-lung in Spandau ihr Interesse an einer aktiven Mitarbeit bekundet haben. Wir freuen uns sehr auf ihre Unterstützung.

Intensivere Kirchennutzung

Über die Kernaufgaben des Vorstandes hinaus - gute Geschäftsführung, ausreichende Finanzmittelbeschaffung, vorausschauende Arbeits- und Finanzplanung, Bereitstellung von Fördermitteln für konkrete Baumaßnahmen, fachliche Beratung und wirksame Öffentlichkeitsarbeit - sind neue Aufgaben auf den Förderkreis zugekommen. Sie stehen im engen Zusammenhang mit der Frage, wie bei zunehmenden Schwierigkeiten zur Erhaltung alter Kirchengebäude eine noch stärkere Bürgerbeteiligung und intensivere Nutzung der Kulturdenkmale erreicht werden kann. Aus diesem Grunde ist ein Sondervorhaben ins Leben gerufen worden, das von der Kulturstiftung des Bundes ab 2008 finanziell großzügig unterstützt wird. Es wird von unserem Mitglied Wolf-Dietrich Meyer-Rath organisiert und koordiniert werden und soll gefährdete Dorfkirchen für Kultur- und Kunstveranstaltungen öffnen. Auf diese Weise sollen zusätzliche Mittel für dringende Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen eingeworben werden. Aufgabe wird es sein, den Gemeinden und lokalen Fördervereinen Hilfestellung bei der Umsetzung ihrer eigenen Ideen zu geben, um das geistliche und kulturelle Gemeindeleben zu stärken.

Regionalisierung

Ebenfalls in Richtung einer stärkeren Beteiligung aktiver Mitarbeiter an der Förderarbeit des FAK gehen auch die Bemühungen, die Kommunikationswege zu den örtlichen Gemeinden durch regionale Ansprechpartner zu verbessern. Der Kürze halber nennen wir diese Bemühungen "Regionalisierung". Darunter verstehen wir die Delegierung von Aufgaben aus der FAK-Zentrale in die Region durch eine engere Kontaktaufnahme mit Vertretern etwa aus den örtlichen Fördervereinen, den Gemeindekirchenräten, den Kirchenkreisen, den Kommunen, Kultur- oder Tourismusverbänden, Umweltorganisationen etc. Alle gesellschaftlichen Gruppierungen sollen angesprochen werden.

Wir werden uns bemühen, engagierte regionale Vertreter als Betreuer bzw. Betreuerinnen zu gewinnen, die dann in engem Kontakt mit uns stehen und die eine oder andere Aufgabe für uns stellvertretend in der Region wahrnehmen können. Diese regionalen Betreuer werden nicht nur Anstöße aus ihrer Region für die Vorstandsarbeit einbringen, sondern sicherlich auch mit ihren Rückmeldungen die Effektivität unserer Arbeit verbessern helfen. Darüber hinaus dienen ihre Informationen der Vernetzung von Fördervereinen und -aufgaben in ganz Brandenburg. Wir überlegen nun, welche regionale Aufteilung die günstigste sein könnte und wo wir von den Betreuern Entlastung und Unterstützung erfahren könnten.

Insgesamt werden alle diese Bemühungen ihren Niederschlag auch in einer Neugliederung der nunmehr weiter gefassten Aufgabenfelder des Förderkreises Alte Kirchen in Form eines Organisationsschemas finden. Wir möchten damit sowohl nach innen, also für die Mitglieder des Vorstandes, als auch nach außen, also für alle Fördermitglieder, Freunde und Interessierten, eine bessere Transparenz unserer Arbeit ermöglichen. Darüber hinaus soll ersichtlich werden, wo der eine oder die andere von Ihnen uns ganz konkret unterstützen könnte.

Sie sehen also, dass wir sehr mit Ihrem ehrenamtlichen Engagement bei der Erhaltung unserer Dorfkirchen rechnen!

Dr. Uwe Otzen

 
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Honorierung für viel Mut und Vorschuss auf noch mehr Langmut

"Startkapital"-Vergabe 2007 in Damelack

 Preisverleihung 2007
EHRUNG und Gedankenaustausch über das gemeinsame Anliegen
Preisverleihung 2007

Sonnenblumen schmückten die Damelacker Kirche, diesmal Ort der feierlichen "Startkapital"-Vergabe; mit Sonnenblumen wurden die Preisträger beglückwünscht – Symbole für Zuversicht und Vertrauen darauf, dass auf der künftigen Arbeit immer Sonnenschein ruhen möge.

Viele gute Worte wurden den Vereinen mit auf diesen Weg gegeben. Staatssekretär Dr. Johann Komusiewicz, der die Grüße der brandenburgischen Kultusministerin Prof. Dr. Johanna Wanka überbrachte, würdigte das Bemühen um die Bewahrung der Dorfkirchen auch als großes Verdienst bei der Erhaltung historischer Ortszentren in einer Zeit, da sich das Antlitz der Gemeinden vielfach wandelt. Auch das Land Brandenburg wisse sich in der Pflicht zum Erhalt unseres kulturellen Erbes und sehe im Förderkreis Alte Kirchen einen wichtigen Partner als Motor für die notwendigen Initiativen vor Ort.

FAK-Vorsitzender Dr. Uwe Otzen verwies auf den besonderen Charakter der sakralen Bauwerke. "Kirchen waren, sind und bleiben Häuser Gottes, sind auch Häuser unserer gemeinsamen Geschichte wie auch der Geschichte eines jeden Einzelnen von uns, und sie sind Häuser, die die Gemeinschaft zu stärken vermögen." Ihre Erhaltung für ein wie auch immer gestaltetes lebendiges Gemeindeleben gehe heute weit über die Kräfte einzelner Ortsgemeinden hinaus. "Staat, Land, Kirche und Gesellschaft tragen hier zweifellos eine Gesamtverantwortung." Der Förderkreis Alte Kirchen unterstütze nach besten Kräften diese Bemühungen und tue dies mit einer wachsenden Mitgliederzahl und auf vielfältige Weise. Dabei gehe es ihm vor allem um die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und eine Vernetzung über den Verein als Dachorganisation.

Wie jeder der ausgezeichneten Vereine in seinem Ort ans Werk gehen will und warum er mit seinem Konzept und zumeist schon verheißungsvoller Vorarbeit unter 23 Bewerbern als Preisträger auserkoren wurde, erläuterten die Mitglieder der Jury in ihren Laudationes.

Dann gab es auch viele Dankesworte. Generell für alle Ausgezeichneten sprach Peter Masloch, Mitbegründer des Vicheler Fördervereins. "Ziel unserer gemeinsamen Arbeit muss es sein, die Dorfkirchen wieder zu Orten einer funktionierenden kirchlichen und sozialen Gemeinschaft zu machen." Für die Gestaltung eines gemeinsamen Lebensraumes in der ländlichen Region sei das Knüpfen eines Beziehungsnetzes unerlässlich, das den Menschen Wege für das gegenseitige Kennenlernen und Anerkennen ermögliche. "Diese Verbundenheit wünsche ich uns allen - damit nicht nur die Kirche im Dorf bleibt, sondern auch die Menschen in den Dörfern bleiben wollen und können."

Beziehungsnetze wurden auch sofort geknüpft: Die ausgezeichneten Fördervereine präsentierten ihre Arbeit auf Bildtafeln oder auf dem Bildschirm und waren ständig umlagert von Wissbegierigen, die von den Erfahrungen der anderen hören wollten und Eigenes beizusteuern hatten.

Dank war an diesem Tag vielen zu sagen: Pfarrer Henning Utpatel für die alle Gedanken bündelnde Schlussandacht; den Damelackern für die schon mehrfach bewiesene Gastfreundschaft und dem Berliner Kletzmer-Trio Harry´s Freilach für den so originellen musikalischen Beitrag.

Ein besinnlicher Ausklang war schließlich ein Dankgottesdienst in Vichel mit Pfarrer Scheidacker – ganz symbolträchtig auf der Wiese vor der gesperrten Kirche. Man dankte dafür, dass auch durch das FAK-Startkapital nächstes Jahr mit der Restaurierung begonnen werden kann.

Der Weg, auf den sich diese neu gegründeten Kirchen-Fördervereine gemacht haben, wird sicher nicht immer sonnenbeschienen sein. Denn die Aufgaben sind allerorts groß. Umso mehr verdienen ihr Mut und ihre vorausgesetzte Langmut Hochachtung. Wenn man etwa in Bartschendorf den von der Kirche einzig verbliebenen maroden Turm sichern will, die Glocke an standfesten Boden herunterholt, damit nach Jahrzehnten wieder ihr Klang übers Dorf geht; wenn die kläglichen Reste der Kirchenschiffmauern vorsorglich gesichert wurden, sich aber bereits ein Paar aus dem Schwarzwald, das seine Wurzeln in Bartschendorf hat, für die Hochzeit in dieser Kirche anmeldete – dann sind das schon Zeichen für Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft. Und gerade diese Zeichen will der Förderkreis Alte Kirchen mit seinem "Starkapital" setzen.

Text und Fotos: Eva Gonda

 
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Unsere GLÜCKWÜNSCHE den Gewinnern von "Startkapital 2007"

Dorfkirche Ferchesar
Für ein Sanierungskonzept

In einer Großkirchengemeinde, die aus sechzehn ehemals selbstständigen Dörfern besteht, ist es manchmal nicht ganz leicht, den eigenen Kirchturm nicht aus den Augen zu verlieren. Der Verein in Ferchesar hat in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits viel erreicht: Kleinreparaturen wurden in Eigenleistung durchgeführt, zahlreiche Veranstaltungen in der Kirche initiiert und Lektorengottesdienste abgehalten. In dem barocken Kirchenbau von 1735 blieb u. a. ein qualitätsvoller Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert erhalten, der vermutlich noch aus dem Vorgängerbau stammt. Die Kirche in Ferchesar weist zahlreiche Baumängel auf. Mit dem "Startkapital" soll jetzt ein Sanierungskonzept in Auftrag gegeben werden.

  Förderverein der Dorfkirche in Ferchesar
 
Landkreis Havelland
 
Dorfkirche Läsikow
Zunächst wird der Sache aufs Dach gestiegen

Läsikow ist eines der wenigen erhaltenen Rundlingsdörfer in Brandenburg. Malerisch gruppieren sich die schön restaurierten Bauernhäuser um den Kirchhof. Die Backsteinkirche entstand 1867 unter Einbeziehung der Ostteile einer gotischen Feldsteinkirche. Gleich drei mittelalterliche Glocken überlebten die beiden Weltkriege, bedürfen jedoch dringend einer Restaurierung. Auch die kleine Orgel aus dem 19. Jahrhundert wartet auf eine umfassende Reparatur. Zuvor jedoch müssen das Kirchendach instand gesetzt und die marode Decke des Kirchenschiffes erneuert werden. Das alles ist viel Arbeit für einen kleinen Förderverein. Doch die Läsikower sind optimistisch und haben Verbündete weit über die Grenzen ihres Dorfes hinaus gefunden.

  Förderverein für Kirche und Dorf Läsikow e. V.
 
Landkreis Ostprignitz-Ruppin
 
Dorfkirche Tempelberg
Ein Kleinod als Erbe der Tempelritter

Die Kirche in Tempelberg ist ein klassischer Feldsteinbau, bestehend aus Westquerturm, Schiff, eingezogenem Chor und halbkreisförmiger Apsis, hübsch neben dem Dorfteich gelegen. Tempelberg gehörte zum Besitz der Johanniterkomturei Lietzen, und so geht die Entstehung der Kirche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts auf den Ritterorden zurück, wovon auch das "Jerusalemer Kreuz" erzählt, das auf einem Feldsteinquader an der Südseite erhalten blieb. An den Außenmauern der Kirche zeigen sich vertikale Risse, die vermutlich auf Gründungsprobleme zurückzuführen sind. Auch der Dachstuhl muss saniert werden, nachdem eine frühere unsachgemäße Reparatur eher neue statische Probleme gebracht hatte. Der Förderkreis hat in relativ kurzer Zeit viele Einwohner motiviert, sich für ihren Dorfmittelpunkt zu engagieren.

  Förderkreis der Tempelberger Kirche e. V.
 
Landkreis Oder-Spree
 
Dorfkirche Vichel
Viel Mühe und Arbeit sind vorprogrammiert

Seitdem in der Dorfkirche von Vichel riesige Fruchtkörper des Echten Hausschwamms entdeckt worden sind, musste das Gotteshaus für Besucher gesperrt werden. Nach einer Zeit der Ratlosigkeit haben sich jetzt Menschen gefunden, die die Kirche im Dorf lassen wollen. Ein umfangreiches, gut durchdachtes Nutzungskonzept sieht das Kirchengebäude als Ort der Begegnung und der Kultur. Bis dahin jedoch ist noch viel Mühe und Arbeit nötig, um die gravierenden Bauschäden abzustellen. Der örtliche Förderverein hat einen Anfang gemacht und ist optimistisch, bald sichtbare Ergebnisse vorweisen zu können.

  Förderverein Vicheler Dorfkirche e. V.
 
Landkreis Ostprignitz-Ruppin
 
Dorfkirche Bartschendorf
Damit die alte Glocke wieder klingen kann

Im Jahre 1785 bittet die Gemeinde Bartschendorf den König um die Genehmigung eines eigenen Kirchengebäudes, die dreizehn (!) Jahre später auch eintrifft. Fertiggestellt wurde die Kirche im Außenbau 1803, doch schon in den direkten Folgejahren werden massive Baumängel festgestellt.
Gegen Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden Dach und Dachstuhl des maroden Kirchengebäudes abgebrochen. Erhalten blieb der 18 Meter hohe Turm, der inzwischen jedoch ebenfalls dringend gesichert werden muss. Der Förderverein Dreetz e. V. sammelte Spenden, erbrachte Eigenleistungen und konnte bereits umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchführen.
Nach Abschluss der Sanierung soll es in Bartschendorf endlich wieder möglich sein, die noch vorhandene Glocke zu läuten.

  Förderverein Dreetz e. V. für die Kirche in Bartschendorf
 
Landkreis Ostprignitz-Ruppin
 
Dorfkirche Werbig
Originelle Idee: Wer Sorgen hat kredenzt Likör

Das angestrebte Ziel des Fördervereins ist es, den 1963/65 abgebrochenen Fachwerkturm der Werbiger Kirche wieder erstehen zu lassen. Bis dahin gibt es jedoch Bedarf für aktuelle Reparaturarbeiten. So wurden durch den Projektanten Risse in der Apsis festgestellt, was die Erarbeitung eines Baugrundgutachtens mit archäologischer Begleitung erfordert. Das "Startkapital" wird die Erstellung dieses Gutachtens ermöglichen.
Spendenaufrufe im Dorf brachten bereits gute Ergebnisse, auch der Verkauf eines "Kirchenlikörs" lief erfolgreich an. Die Werbiger sind sicher, dass die derzeit turmlose Kirche bald wieder den vertrauten Anblick bietet, den das nebenstehende historische Foto zeigt.

  Förderverein Kirchturm Werbig e. V.
 
Landkreis Teltow-Fläming
 
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Wo die Erfahrungen des Förderkreises Alte Kirchen überall gefragt sind...

Auf den Spuren ihrer Spenden

 GÄSTE aus Seeheim an der Kirche in Königsberg
GÄSTE aus Seeheim an der Kirche in Königsberg (Prignitz)

Seit vier Jahren schon spenden die Mitglieder des Lions-Clubs Seeheim a. d. B. (bei Darmstadt) in jedem Jahr für eine Dorfkirche. Im Juli kam nun eine Delegation des Clubs nach Brandenburg, um sich über die Verwendung dieser Gelder und die allgemeine Lage zu informieren. Der FAK hatte eine Reise zu den begünstigten Kirchen organisiert und die Fahrt mit Attraktionen Brandenburgs (Schlösser, Seenlandschaft) angereichert.

In Alt-Krüssow (Prignitz) führte der Vorsitzende des Fördervereins, Uwe Dummer, durch die noch immer stark sanierungsbedürftige Kirche; Pfarrer Schirge tat dies in Königsberg (Prignitz). Einen besonderen Empfang gab es in Märkisch Wilmersdorf (Teltow), wo Pfarrer Michalsky und die Vorsitzende des Fördervereins und Bürgermeisterin, Frau Zimmermann, ein zweites Frühstück vorbereitet hatten. Schließlich zeigten Pfarrer Müller und die Mitglieder seines Teams noch die notüberdachte Kirche in Hohenjesar und die gerettete Kirche von Niederjesar (Oderland). Die Gäste waren sehr berührt von der Herzlichkeit der Aufnahme und dem Idealismus aller am Rettungswerk Beteiligten. Viele Fragen nach dem Leben auf dem Lande, den Problemen der Pfarrer mit oft vielen Gemeinden und der Arbeit der Fördervereine konnten beantwortet werden. Diese Informationen aus erster Hand haben Wissenslücken geschlossen, Vorurteile relativiert und Verständnis gefördert. Der Lions-Club Seeheim wird seine Hilfe sicher fortsetzen.

Bereits im April war der Club "Old Table" Freiburg (Breisgau) in Brandenburg und besuchte in der Lausitz die Dorfkirchen in Werben (Pfarrer Puhlmann), Briesen (Pfarrerin Luttenberger), Riedebeck und Bornsdorf (Frau Gehrmann und Pfarrer Gehrmann), wo es eine ähnlich engagierte Betreuung gab. Hier rundeten noch eine Kahnfahrt im Spreewald, ein Besuch der Schlossparks Branitz und Fürstlich-Drehna sowie ein Blick in den Braunkohletagebau das Bild ab. Der Club "Old Table" Freiburg wird nun die Ausstellung des FAK im Oktober in Freiburg aktiv unterstützen.

Brandenburgs Dorfkirchen finden auf diese Weise ständig neue Freunde und Helfer. Falls Sie, liebe Leser, Mitglied in einem Club sind, regen Sie einen Kontakt zum FAK an. Er könnte mit einem Vortrag des FAK im Club beginnen und sich dann mit einer Exkursion fortsetzen...

Dr. Hans Krag

 

Sachkundige Begleitung interessierter Gäste

Immer öfter sind die Erfahrungen des Förderkreises auf dem Gebiet der Rettung und Nutzung von Dorfkirchen angefragt. So wandte sich die Leitung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldegk an uns mit der Bitte um eine geführte Exkursion zu brandenburgischen Kirchen. Geschäftsführer Bernd Janowski stellte den Gästen – vom Bischof bis zu sämtlichen Superintendenten – die interessantesten geretteten oder noch zu rettenden Kirchen in Brandenburg/Havel, Saaringen, Brielow, Bagow und Messdunk vor. Die Theologen informierten sich u. a. über Nutzungsfragen. Manfred Stolpe, Brandenburgischer Ministerpräsident a. D. und Vorsitzender des Denkmalbeirates, besuchte in Begleitung des FAK-Geschäftsführers die als Versöhnungskirche instand gesetzte Kirche von Rosow und die Kirche von Strehlow, die kurz vor dem Abschluss ihres Wiederaufbaus stand

 

Beim Kirchentag: Prominente Gäste und gute Gespräche

Auf dem Evangelischen Kirchentag in Köln war der Förderkreis Alte Kirchen mit einem Stand auf dem Markt der Möglichkeiten vertreten. Die Präsentation war gemeinsam mit der Stiftung Kunst und Kultur in der Kirchenprovinz Sachsen gestaltet worden, mit der uns seit langem eine gute Zusammenarbeit verbindet.

Es gab viele interessante Kontakte. Unseren Stand besuchten u. a. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse, EKD-Ratspräsident Bischof Wolfgang Huber mit seiner Frau Kara, Konsistorialpräsident Ulrich Seelemann und Bischof Axel Noack aus Magdeburg.

Im Rahmen eines Podiums plädierten Bischof Noack, Bettina Seyderhelm (Kunstbeauftragte der Kirchenprovinz Sachsen) und FAK-Geschäftsführer Bernd Janowski für die Erhaltung gefährdeter Kirchengebäude und ihrer Ausstattung.

Es war wieder schön festzustellen, dass der FAK inzwischen weit über die brandenburgischen Grenzen hinaus einen guten Ruf genießt. Auch etliche unserer Mitglieder kamen zielgerichtet zum Stand, um Neues zu erfahren.

 

Ausstattungsstücke vermittelt

Nach der Schließung eines Kirchengebäudes in Schleswig-Holstein wandte sich die Gemeinde an den FAK mit der Bitte, ehemalige Ausstattungsstücke an interessierte neue Nutzer zu vermitteln. Zwei Bronzeglocken machten sich auf den Weg nach Schönwerder. Ein Orgelpositiv aus dem Jahr 1967 wird in Zukunft in Schlepkow (beide Landkreis Uckermark) erklingen.

 
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Im Zeichen der Versöhnung und des friedlichen Zusammenlebens

Feierliche Eröffnung der Gedächtniskirche Rosow (Uckermark)

Rosow - Turm 

Die kleine Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert war bei Kriegsende nur noch eine ausgebrannte Ruine, für die kaum Hoffnung auf eine Wiederbelebung bestand. Tausende von Flüchtlingen zogen an ihr vorbei nach Westen. Einige sind im Dorf geblieben. Hätten sie sich je träumen lassen, dass diese Kirche einmal zum Gedächtnis an ihr Schicksal wiedererstehen würde?

Mit der Verwaltungsreform nach der Wende wurde Rosow zu Brandenburg geschlagen, obwohl die Kirchengemeinde bei der pommerschen Landeskirche verblieb. So war die Kirche nun in den Aktionsbereich des Förderkreises Alte Kirchen geraten, und das hat ihr sicher nicht geschadet. Und dem FAK auch nicht, denn Mitglieder des Förderkreises hatten hier die leider viel zu seltene Freude, der Einweihung einer wiederhergestellten Kirche beiwohnen zu können.

Wann wird die Kirche in Rosow wieder so gefüllt sein wie am 9. Juni 2007? Die Teilnehmer an der Feier standen bis in die Türen, drängten sich auf der Orgelempore und saßen auf Simsen und Stufen. Der Förderverein Gedächtniskirche Rosow hatte eine gewaltige Organisationsleistung vollbracht: Der Instrumentalkreis an der Dorfkirche Berlin-Lübars unter der Leitung von Hartmut Gehlmann spielte Klassik vom Feinsten und zwischen den Ansprachen wurde jeweils gemeinsam eine Strophe aus dem Paul-Gerhardt-Lied "Geh´ aus mein Herz und suche Freud" gesungen; draußen war ein Festzelt errichtet, in dem die Rosower Frauen Kaffee und Selbstgebackenes servierten.

Doch zunächst die Ansprachen: Der Leiter des Rosower Fördervereins, Karl Lau, begrüßte die Gäste, blickte noch einmal auf die lange Zeit der Projektplanung und Realisierung zurück und bedankte sich bei allen Planern und den Ausführenden des Wiederaufbaus. Der verantwortliche Architekt Hansen berichtete über die Schwierigkeiten, den Behörden das Nutzungskonzept für die Kirche und die originellen Aufbaupläne nahe zu bringen, damit es Fördermittel gab. Superintendent Herter und Pfarrer Luther aus Berlin-Lübars hoben in ihren Ansprachen das Element des Trostes hervor, für das das Christentum stehe und das gerade für eine Kirche so wichtig sei, in der an das Schicksal der aus ihrer jeweiligen Heimat vertriebenen Polen und Deutschen erinnert werden soll. Der Trost führe zu Versöhnung und friedlichem Zusammenleben. Pfarrer Luther hielt seine Ansprache in fließendem Polnisch, so dass sich auch die angereisten ca. 30 polnischen Gäste angesprochen fühlten.

Dr. Hans Krag und Edmund Köhn sprachen die Glückwünsche des Förderkreises Alte Kirchen aus und wünschten dem ambitionierten Projekt der Gedächtniskirche alles Gute. Edmund Köhn hatte sein Grußwort ebenfalls auf Polnisch vorbereitet und erhielt dafür großen Beifall. Im Jahre 2003 hatte der Förderverein Gedächtniskirche Rosow für sein Konzept einen "Startkapital"-Preis des FAK gewonnen.

Anschließend gab es Ehrungen für den Architekten und die bauausführenden Unternehmen, die meist aus der Region stammen. Polnische Freunde überreichten ein Gemälde der Johanniskirche in Stargard (Polen). Draußen war inzwischen ein Gewitter aufgezogen, so dass man nur im Spurt zu Kaffee und Kuchen gelangen konnte, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch.

Ein Rundgang durch die wieder aufgebaute Kirche zeigt einen schlichten Innenraum mit einem in die nördliche Seitenwand eingelassenen Orgelprospekt, so dass die eigentliche Orgelempore nun anders genutzt werden kann. Die Decke ist flach und wird von Balken getragen, der Fußboden mit Backsteinen ausgelegt. Im Turm führt eine Metalltreppe im Viereck an den Wänden entlang nach oben. Auf jedem der zahlreichen Treppenabsätze wird mit Schautafeln und Texten ein Abschnitt der pommerschen Siedlungs- und Kirchengeschichte erläutert. Rosow gehörte früher zum Bistum Cammin. Diese Informationen wurden in Zusammenarbeit mit Historikern und anderen Experten zusammengestellt, sind sachlich neutral und unbestritten. Sie enden gegenwärtig mit dem Ersten Weltkrieg. Der emotional kritische Teil fehlt also noch: Der Förderverein hat ca. 50 Zeitzeugen für die Vorkriegszeit und die Vertreibung ermitteln können. Ihre Zeugnisse werden nun durchgearbeitet und sollen später in die Ausstellung einfließen. Ein mutiges, aber auch riskantes Projekt.

Über dem Kirchturm steht eine Stahlkonstruktion; sie bildet die nun fehlende alte Turmspitze nach. Von weitem sieht sie etwas gewollt originell aus – wenn man aber auf dem Turm steht, umgibt sie den Betrachter wie ein hohes Zeltdach und vermittelt Geborgenheit bei gleichzeitig freiem Ausblick über die pommersche Landschaft. Ein guter Gedanke!

Der Förderkreis Alte Kirchen freut sich, dass wieder einmal eine Dorfkirche gerettet werden konnte und dass er daran beteiligt war. Derartige Einweihungsfeiern sind die Würze zu unserer Arbeit. Wir wünschen dem Projekt viele Besucher und die Resonanz in der Öffentlichkeit, die es verdient hat.

Alles Gute, Rosow!

Hans Krag

 
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Mit den neuen Fenstern kam der gefährliche Schwamm

 
IN AKUTER NOT
 
Diesmal bitten wir um
Ihre Spende für die Kirche von
 
Vichel
(Ostprignitz-Ruppin)
 
Dorfkirche Vichel 
 Großbildansicht

Das scheint nicht zusammenzupassen: die schönen neuen Chorfenster und das von Bauschäden kündende Gerüst. Und doch gibt es einen Zusammenhang: In Vichel hatte man sich nach der Reparatur des Kirchendachs voller Stolz neue Fenster geleistet - und genau das wurde dem Gebäude zum Verhängnis. Der seit langem unbemerkt im Gebälk nistende Schwamm, bis dahin durch die Zugluft am Wachstum gehindert, erwachte und entwickelte sich zu einer Gefahr für das gesamte Gotteshaus in diesem idyllischen Ort...

Das Dorf Vichel am Rande des Rhinluchs hat seine ursprüngliche Form als Rundling weitgehend erhalten. Das Gutshaus, ein repräsentativer zweigeschossiger Putzbau nach Art einer italienischen Landvilla, entstand in seiner heutigen Form etwa 1850; gegenwärtig laufen Sanierungsarbeiten. Zeitgleich wurde hinter dem Gutshaus ein beeindruckender Landschaftspark angelegt.

Das Patronat für Vichel hatte seit dem 15. Jahrhundert die Familie von Quast. Ihr bedeutendster Vertreter, Ferdinand von Quast, wurde 1843 von König Friedrich Wilhelm IV. zum Generalkonservator der Kunstdenkmäler des preußischen Staates ernannt und gilt als Begründer der institutionellen Denkmalpflege in Brandenburg und Preußen. Herrenhaus und Park tragen seine Handschrift. Seine Vorliebe für die italienische Architektur ist auch an der Vicheler Dorfkirche zu erkennen, die 1867 vermutlich nach seinen Plänen entstand. Der Backsteinbau auf kreuzförmigem Grundriss, in seinem romanisierenden Rundbogenstil an der Architektur Norditaliens orientiert, ist einer der repräsentativsten der Region.

 Dorfkirche Vichel

Kurze Zeit nach der Renovierung musste die Kirche nun wieder geschlossen werden. Inzwischen haben die Pilzgeflechte des Echten Hausschwamms fast die gesamte Dachkonstruktion zerfressen, Wände, Orgelempore und Einbauten sind von dem Schädling befallen.

Als ein sofort in Auftrag gegebenes Gutachten eine sechsstellige Summe für notwendige Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten nannte, herrschte erst einmal Resignation und Hoffnungslosigkeit. Doch seit einigen Monaten hängt vor dem Gebäude ein Plakat mit der trotzigen Aufschrift "Unsere Kirche soll im Dorf bleiben!" Anfang 2007 gründete sich ein Förderverein, der den weiteren Verfall nicht hinnehmen will. Erste Veranstaltungen wurden organisiert, Spenden gesammelt, Besucher durch die Kirche geführt und immer neue Anträge geschrieben. Die Kirchengemeinden im Pfarrsprengel solidarisierten sich und wollen ihre gesamten Baurücklagen zur Verfügung stellen. Das ist nicht selbstverständlich, bedeutet dies doch, dass in den anderen Dörfern auf Jahre hinaus keine Bauprojekte realisiert werden können. Noch fehlen etliche Tausend Euro, doch ein entscheidender Anfang ist gemacht.

In Vichel und Umgebung haben sich jüngst mehrere gut gehende Ökobetriebe etabliert. Neue Menschen sind hierher gekommen. Das Dorf hat Zukunftschancen. Und Chancen, da ist man sich einig, hat auch das Kirchengebäude.

Der Förderverein Vicheler Dorfkirche gehört zu den diesjährigen Preisträgern unseres "Startkapitals für Kirchen-Fördervereine".

Bernd Janowski
Fotos: Peter Masloch

Weitere Informationen über: Claudia Pirch-Masloch, Tel.: (03 39 28) 9 07 10

Spendenkonto: Förderkreis Alte Kirchen; Kto. 51 99 76 70 05; BLZ 100 900 00; Berliner Volksbank; Kennwort: Vichel

 
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Mit den klingenden Schätzen wuchern

Zum zweiten Mal per Bus musikalisch durch die Uckermark

 Falkenwalde - Orgel
DIE ORGEL in der mittelalterlichen gotischen Feldsteinkirche von Falkenwalde wurde 1770 von Ernst Julius Marx (1728 — 1899) geschaffen.

"Mit Hilfe der göttlichen Tonkunst lässt sich mehr ... ausrichten als mit Worten." Das sagte Carl Maria von Weber vor rund zweihundert Jahren und das hätte dieser Tage als Motto über der zweiten Busexkursion "Musikalisch durch die Uckermark" stehen können. In diesem Landstrich, in dem jetzt viele soziale Strukturen wegbrechen, der immer ärmer zu werden scheint an kulturellen und gesellschaftlichen Angeboten, setzt man heute große Hoffnung gerade auf die Macht und die Anziehungskraft der Kunst und besonders der Musik. Denn da besitzt die Uckermark Kleinodien, die immer wieder auch Weitgereiste anziehen.

Einzigartige Orgeln waren diesmal Ziel der Exkursion. Vorgestellt wurden sie von Dorothea Janowski, unter deren Händen (und Füßen) die Instrumente nicht nur ihren wundervollen Klang demonstrierten sondern auch ihr jeweils eigener Charakter deutlich wurde. Die fachkundigen Erläuterungen haben manchen Teilnehmer sicher befähigt, künftig "hellhöriger" hinzuhören, wenn eine Orgel erklingt.

In Ringenwalde, wo Pfarrer Ralf Schwieger zum Auftakt zu einer besinnlichen Andacht einlud, bewunderten die Besucher die einzig erhaltene Kirchenorgel (1760) Johann Peter Migendts, der als der bedeutendste Vermächtnisträger Joachim Wagners gilt. Das Instrument war noch vor wenigen Jahren in einem sehr beklagenswerten Zustand. Vor seiner Restaurierung aber musste erst einmal die Dorfkirche durch große Anstrengungen der Gemeinde in ihrer architektonischen Substanz gesichert und von Grund auf saniert werden. Dank großzügiger Spenden und Unterstützungen durch den Landkreis Uckermark sowie privater Sponsoren war es möglich, das Projekt in die Wege zu leiten. Mit diversen Benefizkonzerten förderten die Restaurierung auch namhafte Künstler sogar aus dem Ausland. Nun erfreut das Instrument wieder mit seinem vollen Klang, die pausbäckigen Posaunenengel heben ihre Trompeten und der Zimbelstern lässt seine Glöckchen klingeln. Allerdings fehlt noch eine beträchtliche Summe, um auch die farbliche Fassung des Prospektes wiederherzustellen.

Aufwändig restauriert werden musste auch die Orgel in Melzow. Dabei erhielt sie nicht nur ihren alten Klang zurück, sondern auch ihren richtigen "Familiennamen": Die Restauratoren entdeckten im Inneren der vermeintlichen Gesellorgel das Markenzeichen der Berliner Orgelfirma Lang und Dinse (1859). Und man hatte die Freude, dass fast die komplette Originalsubstanz erhalten war. Erlöse aus Benefizkonzerten, Fördermittel und Spendensammlungen des lokalen Fördervereins ermöglichten die Restaurierung.

Eine gewisse "Konkurrenz" machte der Orgel allerdings der eindrucksvolle Renaissance-Altar, der zu den schönsten in der Uckermark gehört. Mit aufwändigen Schnitzereien und üppigen Verzierungen bestückt, erzählt er in seinen Bildtafeln Geschichten und Geschichte. Die Restauratorin hatte gerade erst ihr Werkzeug aus der Hand gelegt, und so konnte schon vor der offiziellen Übergabe ein Blick auf das Prunkstück geworfen werden.

Einem Schüler Joachim Wagners begegnete man wiederum in der mittelalterlichen Feldsteinkirche von Falkenwalde, über deren Geschichte Pfarrer i. R. Wolfgang Basche interessant zu berichten wusste. Ernst Julius Marx schuf die Orgel 1770 ursprünglich für Boitzenburg; ihr "herrschaftlicher" Klang unterscheidet sie von den Dorforgeln.

   
LEER ist zur Zeit der Orgelprospekt in Stern-hagen. Musikalischen Genuss bieten indes die Konzerte der Uckermär-kischen Musikwochen, hier mit Künstlern aus Polen und Berlin.

Sternhagen nun kann mit einem Instrument des berühmtesten brandenburgischen Orgelbaumeisters Joachim Wagner glänzen - zur Zeit allerdings in Abwesenheit. Zu sehen ist nur ein leerer Orgelprospekt; das "Innenleben" harrt in der Werkstatt Schuke auf die Restaurierung, um deren Finanzierung sich ein mit Unterstützung des FAK gegründeter lokaler Förderverein bemüht.

Zu hören war statt der Orgel ein Konzert im Rahmen der Uckermärkischen Musikwochen. Das Vokalensemble "Cantores Viridimontani" (Zielona Gora) und das Ensemble "Concerto Grosso" (Berlin) boten polnische und deutsche Barockmusik. Spenden für die Orgel erbrachten 550,- Euro.

Man weiß hier mit seinen Schätzen zu wuchern; in allen besuchten Kirchen werden regelmäßig Konzertreihen angeboten, die Musikfreunde von weither ins Dorf holen und deren Erlöse vielfach dem Erhalt der Instrumente und auch der Kirchen dienen. Umso sorgfältiger sollte grundsätzlich die gute Tradition der Kirchenmusik gewahrt werden, die, wie Weber sagt, so viel ausrichten kann.

Text und Fotos: Gonda

 
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STREHLOW (Uckermark)

Ein steingewordenes Wunder mitten auf dem Dorfanger

Dorfkirche Strehlow
 Kirchenruine Strehlow
 
IN LUFTIGER HÖHE schwebt die Bekrönung vom eingerüsteten Turm herab
 
Der sanierte Turm

Manchmal geschehen doch noch Wunder! Seit fast zehn Jahren beschäftigte sich der Förderkreis Alte Kirchen immer wieder auch mit der Ruine der Kirche im uckermärkischen Dorf Strehlow und finanzierte dafür ein Baugutachten. Ziel dieser Bemühungen waren die Reparatur des vom Einsturz bedrohten barocken Turmaufsatzes und die Sicherung der maroden Mauerkrone. Was jedoch damals niemand zu träumen wagte, ist jetzt Wahrheit geworden: Die Strehlower Dorfkirche ist in ihrer äußeren Gestalt völlig wiederhergestellt.

In den letzten Kriegstagen 1945 leicht beschädigt, wurde die Kirche durch den Bürgermeister des Ortes nach Kriegsende zur Gewinnung von Baumaterial freigegeben. Auf der Südseite des Kirchenschiffes wurden die sorgfältig behauenen Feldsteine aus dem Mauerverband gebrochen. Dachdeckung und Dachstuhl wurden abgetragen.

Erst ein kritischer Artikel in der Westberliner Zeitung "Der Tag", am 17. Juli 1949 unter dem Titel "SED demontiert Kirchen" erschienen, veranlasste die Behörden, der Plünderung ein Ende zu bereiten. Doch das nicht gesicherte Gebäude verfiel weiter und war noch vor zwei Jahren eine akute Gefahr für die Benutzer des umliegenden Friedhofs.

Die unerwartete Wende kam Ende 2004, als die Agrargesellschaft im benachbarten Potzlow die Strehlower Kirche in ihr Eigentum übernahm. Hauptgesellschafter des erfolgreichen Landwirtschaftsbetriebes war damals Dietrich Kettelhack, dessen Familie bereits im 18. Jahrhundert das Patronat über Strehlow und damit auch über das Kirchengebäude innehatte. Im vergangenen Jahr konnte dann bereits der hölzerne Turmaufsatz saniert werden, der mit seiner geschwungenen Haube und der originalgetreu nachgebildeten Wetterfahne aus dem Jahre 1747 nun wieder zu den schönsten Kirchtürmen der Uckermark zählt.

Inzwischen sind auch die Arbeiten am Kirchenschiff abgeschlossen. Nach dem Vorbild historischer Fotos und in enger Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden wurde ein neues Dach aufgesetzt. Die Außenmauern sind ergänzt und neu verfugt worden. Der Innenraum erhielt einen neuen Fußboden aus Backstein. Einfache Glasfenster geben dem Raum Licht und gleichzeitig eine enge Verbindung mit dem Grün der Bäume auf dem Kirchhof.

Mitte Juli feierten die Strehlower und zahlreiche Gäste aus der Region die Wiedereinweihung ihrer Dorfkirche mit einem großen Bürgerfest. Nicht nur das Kirchengebäude ist neu erstanden, sondern das ganze Dorf hat ein neues Gesicht erhalten. Strehlow ist ein schön angelegter Ort, der sich zu beiden Seiten eines breiten, in zwei Reihen mit Bäumen bestandenen Angers hinzieht. Am Ende dieses Angers bildet nun die wieder erstandene Kirche den optischen Höhepunkt des idyllischen Panoramas.

Die Instandsetzungsarbeiten wurden von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz großzügig unterstützt. Am ersten Bauabschnitt beteiligte sich auch der Förderkreis Alte Kirchen. Den größten Teil der Kosten übernahm die Agrargesellschaft Potzlow. Der Initiator der Kirchenrettung, Dietrich Kettelhack, konnte die Fertigstellung der Strehlower Kirche nicht mehr miterleben. Er verstarb vor wenigen Monaten. Seine Familie versprach jedoch, die übernommene Verantwortung für das Gebäude weiter zu tragen.

Nun gilt es, den Kirchenraum wieder mit Leben zu füllen. Kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Konzerte sollen angeboten werden, potentielle Nutzer sind auch die Kommune und ein Kinder- und Jugendzentrum im ehemaligen Gutshof. Erste Anmeldungen für Hochzeiten liegen vor. Obwohl das Kirchengebäude offiziell entwidmet ist, wünscht sich der neue Eigentümer hier auch wieder Gottesdienste.

Manchmal geschehen also doch noch Wunder. Notwendig dafür sind jedoch immer Menschen, die ein wenig nachhelfen.

Bernd Janowski
Fotos: R. Marx, B. Janowski

 
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Für die Kirchenrettung Hand in Hand

Unsere Ausstellung in Räumen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

 Dorfkirchen Brandenburgs stellten sich im "Haus an der Redoute" vor
IN BONN präsent: Dorfkirchen Branden-burgs stellten sich im "Haus an der Redoute" vor.
Foto: Krag

Es ist nur natürlich, dass sich bei den Tätigkeiten des Förderkreises Alte Kirchen und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) Berührungspunkte ergeben. Oft genug arbeiten sie gemeinsam an der Rettung von Dorfkirchen; auch kann der FAK in Bezug auf Brandenburg durch seine größere Nähe zum Objekt der DSD Hinweise geben oder sie in eine Co-Finanzierung einbinden.

Die DSD hat 1993 einen Stiftungsfonds Dorfkirchen errichtet, aus dem ihr Rettungswerk gespeist wird. Da bot es sich an, dass DSD und Förderkreis unsere Ausstellung "Gefährdete Schönheit – Dorfkirchen in Brandenburg" gemeinsam zeigten und für den Erhalt von Dorfkirchen warben.

Im August war die Ausstellung in den Ausstellungsräumen der DSD im "Haus an der Redoute", einem ehemaligen Theaterbau vom Anfang des 19. Jahrhunderts, in Bonn-Bad Godesberg zu sehen. Bei der sehr gut besuchten Eröffnungsveranstaltung bezeichnete der Geschäftsführer der DSD, Gerhard Eichhorn, den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg als "seit Jahren wichtigen Verbündeten der DSD".

FAK-Vorstandsmitglied Dr. Hans Krag erläuterte in seinem Vortrag, worin die Unterschiede in den Tätigkeiten der DSD und des FAK liegen: "Das Ziel ist das gleiche, aber der Ansatz des FAK ist anders"; er versuche nämlich, die Dorfgemeinschaft für ihre Kirche zu mobilisieren, ehe er ein Projekt angeht, damit die Kirchen nach ihrer Fertigstellung im Bewusstsein der Menschen verankert sind und "leben". So ergänzen sich FAK und DSD. Hans Krag berichtete der Versammlung über die Situation in den Dörfern, über die Probleme der Pfarrer mit vielen Gemeinden sowie die Arbeit der lokalen Fördervereine. So wurde wieder manche Wissenslücke geschlossen und Verständnis und Sympathie für Brandenburg gewonnen.

Hans Krag

Nächste Ausstellungstermine:
Freiburg/Breisgau: Museum für Stadtgeschichte im Wentzingerhaus, Münsterplatz; 2. bis 21. Oktober, täglich 10 bis 17 Uhr.
Emmendingen: Sparkasse Freiburg-nördl. Breisgau, Markt; 24. Oktober bis 9. November, zu den Öffnungszeiten.

 
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Konfrontation mit Modernem in altvertrauten Räumen

Eröffnung der ersten Kirchenkunstroute des FAK fand Anklang

Neue Kunst in alten Kirchen? Kann das gut gehen? Zumindest die Eröffnungsveranstaltung der ersten Kirchenkunstroute des Förderkreises Alte Kirchen war ein voller Erfolg. Sieben Künstler stellen in sieben uckermärkischen Dorfkirchen ihre Werke aus. Zur Vernissage in der mittelalterlichen Backsteinkirche von Fergitz waren über einhundert Gäste gekommen. Viele von ihnen nahmen die Gelegenheit wahr, in zwei von der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft GmbH gesponserten Bussen die gesamte Route abzufahren und vor Ort auch mit den beteiligten Künstlern ins Gespräch zu kommen.

Kunstroute - Klaushagen 
ENGEL oder Gespenster? - Installation in Klaushagen 
Foto: Janowski

Die Exponate waren sehr unterschiedlich: Die Fotografin Angela Fensch präsentierte in Kaakstedt berührende Mutter-Kind-Fotos. In Jakobshagen korrespondierte eine schwere Terrakottaskulptur eindrucksvoll mit übermalten Grafiken von Achim Niemann. Petermichael Metzler, in dessen Händen die Vorbereitung und Organisation des Projektes lag, experimentierte in der Boitzenburger Kirche mit Farben. In Klaushagen schwebten in einer Installation von Inge Mahn zwei weiße Stoffgewänder durch den Raum, die sowohl als Engel als auch von einigen Teilnehmern als Gespenster gedeutet wurden.

Nicht alles gefiel allen. Und doch gelang es, neue Bezüge zu schaffen. Mit der zunehmenden Entkirchlichung geht auch das Wissen über den Kirchenraum, seine Ausstattung und Symbolik verloren. Kirchliche Ausstattungsstücke sind auf den Glauben und die Praxis seiner Ausübung orientiert. Durch die zeitweilige Konfrontation mit modernen Kunstwerken konnten scheinbar vertraute Räume völlig neu wahrgenommen werden. In den Gesprächen am Rande ging es den Besuchern immer auch um den originalen Raum, um den Stand der Kirchensanierung, um die Situation der kleinen Kirchengemeinden, um soziale Probleme in der Region.

Wenn bei den – hoffentlich zahlreichen – Besuchern neben dem Betrachten der Kunstwerke auch noch das Bewusstsein dafür gestärkt wird, sich für den Erhalt und die Instandsetzung jahrhundertealter Denkmäler der Kultur- und Glaubensgeschichte in der Uckermark einzusetzen, so ist das ein durchaus beabsichtigter Nebeneffekt.

Bernd Janowski

 

Großes Lob wird der "Kirchen-Kunst-Route" in einem Brief an den Förderkreis Alte Kirchen gezollt. Theda v. Wedel-Schunk, Berlin, schreibt:

"Wir kamen voller Begeisterung zurück. Eine großartige Idee! Jede Kirche auf eigene Weise ausgestattet; überall Menschen aus dem jeweiligen Dorf, die zum Gespräch bereit waren. Und ermutigend weit fortgeschritten die Restaurierung der verschiedenen Kirchen. Beim Benefizkonzert in Küstrinchen war auch rundherum Zuversicht zu verspüren. Besonders gut hat uns Ihr Text in dem Begleitheft gefallen, in dem Sie die Grundgedanken zur Route vermitteln. Ganz herzlichen Dank."

 
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Brandenburgs Dorfkirchen bitten zu Kunst und Kultur

Vielversprechender Vertrag zwischen FAK und Kulturstiftung des Bundes / Ausschreibung ab Oktober

Ein neues, vielversprechendes Projekt wurde dieser Tage mit einem Vertrag zwischen dem Förderkreis Alte Kirchen und der Kulturstiftung des Bundes ins Leben gerufen. Im Rahmen des "Fonds neue Länder" der Kulturstiftung geht es um die "Stärkung der künstlerischen und kulturellen Nutzung der brandenburgischen Dorfkirchen".

Auf Anregung der Kulturstiftung wird der Förderkreis als regionaler Projektträger durch eine Ausschreibung örtliche Kunst- und Kultur-Projekte in Dorfkirchen ausloben, beauftragen und durchführen. Das können z. B. Musik- oder Theater-Aufführungen, Lesungen oder Kunstausstellungen, auch Zeitzeugen-Geschichtsprojekte des Ortes sein.

Die von einer unabhängigen Jury ausgewählten Projekte werden aus Mitteln der Kulturstiftung mit Beträgen von jeweils 500 bis 1.500 Euro für die Dauer von zwei Jahren gefördert. Der FAK ist angehalten, auf einen sparsamen und nachhaltigen Einsatz der von der Kulturstiftung zur Verfügung gestellten Finanzmittel aus öffentlichen Geldern zu achten.

Das gesamte Verfahren der Organisation und Abrechnung des Projektes wurde im Vorfeld zwischen dem FAK-Vorstand und der Kulturstiftung sorgfältig beraten. Ein Bundes-Projekt gehört ja nicht gerade zur Alltagsarbeit des Förderkreises. Wir hoffen auf ein gutes Gelingen!

Die Ausschreibungsunterlagen werden ab 1. Oktober 2007 verschickt. Interessenten wenden sich bitte direkt an:
FAK c/o Wolf-Dietrich Meyer-Rath, Kranzallee 3, 14055 Berlin; Tel.: (030) 30 81 84 87, Fax: (030) 30 81 84 88, E-Mail: w.d.meyer-rath@t-online.de

 
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Brandenburgs Barbara baut Brücken

BARBARA aus Zantoch 
BARBARA aus Zantoch, heute Berlinerin
Foto: P. Knüvener

Zwei Heiligenfiguren, die es in den Wirren der Zeit von Zantoch nahe Landsberg/Warthe in der ehemaligen Neumark in die Berliner Marienkirche verschlagen hat, ordnete der Kunsthistoriker Peter Knüvener in unserem Heft "Offene Kirchen 2006" erstmals ihrer angestammten Herkunft zu. Darauf nimmt Robert Piotrowski, evangelische Kirchengemeinde in Gorzow / Landsberg/Warthe, Bezug im Magazin Nr. 11 der Berliner Marienkirche.

Eben zum Zeitpunkt unserer Veröffentlichung fanden nahe der Marienkirche Gespräche zwischen der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg e. V. und den Regionalhistorikern aus Gorzow statt, in denen es gerade um das geschichtsträchtige Zantoch (heute Santok) ging. Piotrowski erinnert an den Kunsthistoriker Kurt Reißmann, der die Schätze des neumärkischen Kreises kurz vor der vielerorts totalen Vernichtung am Ende des Zweiten Weltkrieges dokumentierte. Der Erhalt der beiden Figuren - offenbar Barbara und Margareta - in der Berliner Marienkirche sei dem Umstand zu verdanken, dass sie in den Dreißigerjahren zur Restaurierung nach Berlin kamen und im Gefolge des Zweiten Weltkriegs nicht wieder zurückgebracht werden konnten.

Eine neue Ausstellung im Rahmen einer deutsch-polnischen Kooperation in der Santoker Zweigstelle des Museums Gorzow, die bisher nur die Burg– und polnische Nachkriegsgeschichte thematisiert, könne nun mit der Verbindung zur St.-Petri-/St.-Marien-Gemeinde Berlin die Gelegenheit bieten, diese Zeugnisse der märkischen Plastik für einige Zeit auch an ihrem angestammten Ort zu zeigen.

Robert Piotrowski beschließt seinen Beitrag mit den Worten: "Lasst uns gemeinsam eine weitere Brücke bauen."

 
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Die Bilderbibel hatte viele Heim-Wegbereiter

Es war ein ganz besonderer Höhepunkt im Rahmen des bisherigen Wiederaufbaus der Marienkirche Frankfurt (Oder), als in einem großen Festakt die Vorhänge fielen und den Blick frei gaben auf die Farbenpracht der nach fünfjähriger Restaurierung nun wieder eingebauten Chorfenster. Nach mehr als 65 Jahren ist die Bilderbibel mit der Schöpfungs-, der Christus– und der Antichristgeschichte aus Russland zurückgekehrt, wohin sie nach Kriegsende als sogenannte Beutekunst verbracht worden war.

Es hatte vieler intensiver Bemühungen auf diplomatischer wie auch privater Ebene bedurft, um die lange verschollen geglaubten Fenster in der Eremitage von St. Petersburg auszumachen und ihre Rückführung zu ermöglichen. Einer dieser Unermüdlichen war z. B. der Maler Adolf Schröter, der die Bilder in den Dreißigerjahren dokumentiert hatte und dessen Arbeiten später wichtige Grundlagen für die Identifizierung der Kunstwerke waren. Ihn unterstützend richteten die Förderkreise Alte Kirchen Marburg und Berlin-Brandenburg Bittschriften an den Europarat in Straßburg sowie an den Patriarchen von Moskau und ganz Russland; Adolf Schröter selbst führte Gespräche mit dem Direktor der Eremitage. Im Grußschreiben der Parlamentarischen Versammlung des Europarates an die Festveranstaltung wurde auch all jenen Ehrenamtlichen gedankt, die mit ihrem Bemühen Anteil an dem schließlich glücklichen Ergebnis hatten, so den Förderkreisen Alte Kirchen Marburg und Berlin-Brandenburg.

Bleibt zu hoffen, dass in absehbarer Zeit auch die noch fehlenden sechs Scheiben nach Frankfurt zurückkehren, die sich zur Zeit noch im Moskauer Puschkin-Museum befinden. Von der Chefin des Moskauer Museums, Irina Antonowa, hatte man anlässlich der Festveranstaltung eine klare Aussage erwartet. Doch sie hatte der Einladung kurzfristig eine Absage erteilt, so dass die Rückführung dieser letzten Details weiter offen bleibt.

Eva Gonda

 
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Preis für den Verein zur Rettung der Dorfkirchen Russlands

Der Schutz von Denkmalen gewinnt auch in Russland immer mehr an Bedeutung

Zum zweiten Mal veranstaltete in diesem Jahr der National-Fonds für die Wiedergeburt des Russischen Landgutes (Sitz Moskau) seinen Denkmalschutz-Wettbewerb. Insgesamt waren Geldpreise im Wert von rund 25.000 Dollar zu vergeben und zwar in mehreren Kategorien: u.a. Jugendarbeit/Schule; Rettung/Restaurierung; Popularisierung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Handwerk; Beiträge der Eigentümer; besondere Verdienste.

Die Preisverleihung fand im Präsidenten-Hotel Moskau statt in Anwesenheit von Repräsentanten des russischen Staates sowie von Vertretern der Europäischen Kommission (Brüssel), von ICOMOS und UNESCO und von weiteren Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Angus Fowler überbrachte Grußworte der europäischen Verbände Europa Nostra und ECOVAST. Im Auftrag des Wettbewerbs-Initiators überreichte er den Preis in der Kategorie "Rettung und Restaurierung" an den erfolgreichen Verein "Dorfkirchen Russlands", der seit etwa zwanzig Jahren mit großem Einsatz gefährdete, meist ruinöse Kirchen rettet und sichert und so für die Bevölkerung im ländlichen Raum wieder nutzbar macht sowohl für Gottesdienste als auch für kulturelle Veranstaltungen. Angus Fowler übermittelte auch die Grüße der Förderkreise Alte Kirchen Marburg und Berlin-Brandenburg, deren ehrenamtliche Mitglieder im gleichen Sinne tätig sind.

 
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Die eigene Geschichte bewahren

Ratschläge rund um den alten Kirchhof

 Friedhof rund um die Günterberger Kirche
GÜNTERBERG (Uckermark)    Foto: Jens Meyer

In vielen Dörfern engagieren sich Menschen für den Erhalt ihrer Kirchen und deren ortsbildprägender Umgebung. Das wiederhergestellte Gotteshaus braucht auch ein angemessenes, gepflegtes Umfeld, und das sind zumeist die alten Kirchhöfe mit ihren kulturhistorisch oft wertvollen Grabmälern, Baudenkmalen und gärtnerischen Anlagen. Was ist bei ihrer Erhaltung zu beachten, was kann der Laie selbst tun, wo ist der Rat des Fachmanns nötig? - Wir sprachen mit Dennis Bilbrey und Martin Ernerth vom Fachbeirat der Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg.

Wenn Ihr Rat gefragt ist — welchen geben Sie zuerst?

Vor Ort sollte das Bewusstsein geweckt oder gefördert werden, dass jeder Friedhof Schätze birgt: An der Struktur seiner Anlage lässt sich Ortsgeschichte ablesen, Grabmäler erzählen vom Wirken der Vorfahren. Es sind die Wurzeln der Menschen, die heute im Dorf leben.

Auch auf vielen dieser alten Kirchhöfe wird heute noch bestattet, ehemalige Grabstätten verschwinden...

Deshalb ein zweiter wichtiger Rat: Dokumentieren Sie die Anlage. Fotografieren Sie die Grabmäler, kennzeichnen Sie den Standort. "Abgeräumte", aber aufbewahrte Grabmäler können so später zugeordnet werden. Ein heute leider weiterer Grund: Gestohlene Skulpturen lassen sich identifizieren.

Denkmalpflege-Experten sind nicht immer vor Ort — was kann der Laie tun, ohne etwas falsch zu machen?

Wichtig ist, rechtzeitig einzugreifen: Flächen und Wege werden sauber gehalten; man kann mit der Gartenschere den Wildwuchs eindämmen, der Denkmale beschädigt; Dachrinnen an Mausoleen müssen einfach nur regelmäßig gereinigt werden. Auch für vermeintlich schwierige Dinge gibt es manchmal einfache Wege...

Gelegentlich sind aber im Interesse der Denkmalpflege jedem noch so gut gemeinten Tun Grenzen gesetzt. Wo kann man sich Rat holen?

Die Mitarbeiter der Stiftung sind gern bereit, sachkundige Hilfe zu vermitteln. Allerdings sind die Möglichkeiten unserer ehrenamtlichen Kräfte beschränkt. Wir möchten unser bisher auf Berlin und Stahnsdorf begrenztes Wirken auf Brandenburg ausweiten, brauchen dort aber Partner. Einer ist z. B. der Förderkreis Alte Kirchen. Beider Anliegen haben vieles gemeinsam. Sicher wären auch Heimatvereine und andere Interessengemeinschaften an einer Zusammenarbeit interessiert. Die Stiftung könnte gemeinsam mit weiteren Partnern regionale Kolloquien anbieten.

Vielleicht wäre auch eine einfache Handreichung mit praktischen Tipps für alle Aktiven vor Ort schon einmal ein guter Anfang...

Eva Gonda

Unsere Mitglieder und Freunde richten ihre Anfragen bitte über Günter Schöne; Tel.: (03 36 77) 8 02 23; Fax: (03 36 77) 6 28 23; E-Mail: guenter.schoene@ginko.de

 
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Kurz notiert

Alt Krüssow (Prignitz): Neues Giebelfenster fertiggestellt

Die ehemalige Wallfahrtskirche Alt Krüssow, spätestens seit der Fernseh-Spielshow im Frühjahr über die Landesgrenzen hinaus bekannt, erlebte im August einen neuen Höhepunkt: Nach gut sieben Monaten konnten die Arbeiten am Giebelfenster abgeschlossen werden.

In mühsamer Kleinarbeit hatte die Firma Glasgestaltung Altlandsberg die 2.300 Scheiben in 26 Bleifeldern erneuert, 1000 mussten komplett ersetzt werden. Auch das gesamte Bleinetz war verwittert. Erhalten gebliebene Originale sind wieder verwendet, andere Motive nachempfunden worden, so dass das wahrscheinlich aus dem Jahr 1896 stammende Fenster jetzt wie neu leuchtet.

Für die gesamten Arbeiten stand eine Summe von 26.000 Euro zur Verfügung, wie Uwe Dummer, Vorsitzender des Fördervereins Wallfahrtskirche Alt Krüssow, erklärte. Diese Mittel habe der Verein selbst, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg und die Denkmalpflege des Landkreises Prignitz aufgebracht. "Wir wollten ein Zeichen setzen, um den Besuchern den Glanz des Raumes vermitteln zu können", sagte Uwe Dummer. "Und unser Verein ist stolz darauf zu zeigen, dass wir etwas bewirken können."

Nun sollen noch die fehlenden Seitenfenster provisorisch eingesetzt und der Innenraum grundgereinigt werden, damit weitere Veranstaltungen in der inzwischen oft besuchten Wallfahrtskirche stattfinden können. Denn diese hat mittlerweile einen hohen Stellenwert als Veranstaltungsort. So hat die katholische Kirchengemeinde das Fest der Namenspatronin Anna hier gefeiert.

Im kommenden Jahr dürfte in Alt Krüssow noch wesentlich mehr passieren, denn dann stehen laut Uwe Dummer auf jeden Fall 100.000 Euro für Restaurierungsarbeiten zur Verfügung. Für die Sanierung des Dachs wird diese Summe allerdings nicht reichen, denn die wird wohl 300.000 Euro verschlingen.

 
Küstrinchen (Uckermark): Alle Fenster verglast

Nachdem in diesem Frühjahr sechs Seitenfenster der Kirche durch Sponsorenunterstützung und akribisch tätige Helfer neu verglast worden sind, konnte jetzt mit der Wiederherstellung der drei Bleiglasfenster im Chorraum die Instandsetzung aller neun Kirchenfenster abgeschlossen werden. Einen Teil der Mittel für die Rettung der einst dem Verfall preisgegebenen Dorfkirche warb der örtliche Förderverein durch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen ein. Das kürzlich von der Familie von Stockhausen initiierte und gesponserte Benefizkonzert des renommierten Streichquartetts "Amaryllis" erbrachte einen Erlös von 6.000 Euro.

Die nächste lohnende Veranstaltung in Küstrinchen steht schon am 7. Oktober ins Haus: Das Theater "Startbrett" – seit mehreren Jahren gern gesehener Gast in der Dorfkirche – wartet dieses Mal mit Schillers "Kabale und Liebe" auf.

 
Heinsdorf (Teltow-Fläming): Sanierungskonzept

Wegen gravierender baulicher Mängel wurde die Feldsteinkirche in Heinsdorf bereits in den Sechzigerjahren für Gottesdienste gesperrt. Anfang 1970 begann dann der teilweise Abbruch, da die hohen Instandsetzungskosten von der kleinen Gemeinde nicht aufzubringen waren. Die Außenmauern des Kirchenschiffes stehen heute noch bis in einer Höhe von etwa zwei Metern. Im damals verkürzten Turm hängen zwar noch die Glocken, sie dürfen jedoch wegen Baufälligkeit der übrig gebliebenen Turmkonstruktion nicht mehr geläutet werden.

Mit Unterstützung des Förderkreises Alte Kirchen wird sich im Herbst in Heinsdorf ein Förderverein gründen, um den Turm zu sichern und das mit Erdreich aufgefüllte Kirchenschiff zu beräumen. Für ein dazu notwendiges Sanierungskonzept stellte der Förderkreis Alte Kirchen jetzt 1.500 Euro zur Verfügung.

 
Potsdam: Auferstehung einer Totgesagten

Nach mehr als hundert Jahren läutete jetzt über der Sakristei der Alten Neuendorfer Kirche wieder eine Glocke und verkündete die Wiederauferstehung des jahrzehntelang verwahrlosten Kirchengebäudes. Möglich machte dieses Wunder eine Bürgerinitiative, die sich bald zu einem Förderverein entwickelte. Seine ersten Schritte begleitete seinerzeit auch der Förderkreis Alte Kirchen mit gutem Rat.

Auf dem Festakt mit viel Prominenz war ungezählten Spendern und Helfern zu danken, die zumeist ehrenamtlich tätig waren: Baufirmen, Architekten und engagierte Bürger. Mit besonderer Dankbarkeit gedachten die Festgäste der verstorbenen Pfarrerin Gisela Opitz, deren Initiative und Beharrlichkeit den Wiederaufbau vorantrieben.

Das Gebäude ist heute Kommunalbesitz, es gibt aber Bestrebungen, hier auch wieder Gottesdienste stattfinden zu lassen.

 
Problematischer Entwurf

Im brandenburgischen Landtag fand im Juni eine Anhörung zum Entwurf eines "Gesetzes zur Änderung des Gesetzes zur Erprobung der Abweichung von landesrechtlichen Standards in Kommunen des Landes Brandenburg" statt. Im Klartext: Es geht hauptsächlich um den Abbau von Bürokratie in den Verwaltungen, was natürlich zu begrüßen ist. Der Entwurf betrifft viele Bereiche, ein Punkt aber stimmt uns bedenklich: Das Recht des Landesamtes für Denkmalpflege, in Konfliktfällen mit den Denkmalschutzbehörden auf Landkreisebene das zuständige Ministerium anzurufen, soll stark eingeschränkt werden.

Der Förderkreis Alte Kirchen war gebeten worden, im Rahmen der Anhörung eine Stellungnahme abzugeben, und lehnte diese Änderung entschieden ab. Das Problem: In der Realität entscheidet auf Landkreisebene letztlich eben nicht die Denkmalschutzbehörde, sondern der Landrat! Aus vielen Erfahrungen wissen wir, dass die Unteren Denkmalschutzbehörden (UDS) mit dem Landesamt zumeist sehr gut zusammenarbeiten und dankbar sind für fachliche und politische Unterstützung von dort. Schon heute jedoch ist es für einige UDS schwer, sich gegenüber ihren Landräten und Kreisverwaltungen zu artikulieren und durchzusetzen, wenn es um vermeintliche Gegensätze zwischen Denkmalschutz und wirtschaftlichen Entscheidungen geht. Konflikte sind da vorprogrammiert. Die Fachbehörde als Korrektiv ist hier immens wichtig.

Die beabsichtigte Gesetzesänderung ist ein weiterer Schritt, die Befugnisse der Landesämter für Denkmalpflege (bundesweit!) einzuschränken, und lässt für die Zukunft nichts Gutes erwarten.

Bernd Janowski

 
Herzlicher Dank an spendenfreudige Jubilare

In den vergangenen Wochen erhielt der Förderkreis dankenswerterweise zahlreiche Spenden, zu denen Mitglieder bzw. Freunde des Vereins aus Anlass eines Jubiläums aufgerufen hatten:

Friedhelm Klees (Berlin) und Prof. Dr. Thomas Wuppermann (Darmstadt) begingen ihren 65. bzw. 70. Geburtstag. Konsistorialpräsident Ulrich Seelemann feierte ein Familienfest anlässlich eines runden Hochzeitstages. Der Förderkreis bedankt sich herzlich bei den Initiatoren der Spendenaufrufe ebenso wie bei den freundlichen Gebern.

Wenn auch Sie Interesse daran haben, anlässlich einer Familienfeier oder eines Jubiläums zur Unterstützung des Förderkreises aufzurufen, sind wir Ihnen dafür sehr dankbar. Falls gewünscht, suchen wir gemeinsam mit Ihnen auch ein geeignetes Kirchengebäude als Spendenobjekt aus.

 
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BÜCHERSEITE

Weinende Putten und stolze Engel

Es gibt auch weinende Engel! Das prachtvolle Wandepitaph für Johann Georg von Ribbeck (gestorben 1703) in der Dorfkirche von Groß Glienicke (Landkreis Potsdam-Mittelmark) wird geschmückt von trauernden Putten. Eine der kleinen, pausbäckigen Figuren ist im soeben erschienenen Kalender "Märkische Engel 2008" dem Monat November zugeordnet. Das Gesicht ist von tiefer Trauer gezeichnet, mit einem Tuch wischt sich das Engelchen die Tränen aus den halb geschlossenen Augen.

Bereits zum dritten Mal hat Antje Leschonski Fotografien von Engeln aus brandenburgischen Dorfkirchen zu einem Begleiter durch das Jahr zusammengestellt. Stolze barocke Taufengel sind vertreten, aber auch ein kraftvoller Kanzelträger aus Markau.

So ganz nebenbei animieren die Engel ihre Betrachter auch, aufzubrechen und die Originale zu besuchen.

Märkische Engel; Kalender für 2008; hrsg. von Antje Leschonski
Wichern Verlag, Berlin 2007; ISBN: 978-3-88981-235-3; Preis: 9,80 Euro
 

Hundert Kirchen machen neugierig

In den vergangenen Monaten sind etliche regionale Kirchenführer erschienen. Die Qualität der Publikationen ist dabei recht unterschiedlich.

Jetzt liegt ein Buch vor, das "100 Kirchen im Landkreis Oberhavel" vorstellt. Zum Teil sehr gute Fotografien von Manfred Behrendt zeigen die Kirchen zwischen Fürstenberg/Havel und Hennigsdorf. Etwas dürftig sind dagegen leider die kunsthistorischen Anmerkungen, die sich in der Regel auf einige knappe Jahreszahlen beschränken. Die kann man so auch im Dehio–Handbuch der Kunstdenkmäler finden. Ebenso fehlen Angaben, wann die Kirchen geöffnet oder wo Ansprechpartner im Ort zu finden sind, die eine Besichtigung des Kircheninneren ermöglichen können. Das ist schade, denn die guten Fotos im Buch machen geradezu neugierig, sich intensiver mit den Kirchengebäuden zu beschäftigen.

100 Kirchen im Landkreis Oberhavel; Herausgeber: Evangelische Kirchengemeinde Germendorf; Preis: 12,95 Euro;
zu bestellen über Diakonisches Werk Oberhavel e. V.; Lehnitzstr. 32; 16515 Oranienburg; Tel.: (0 33 01) 5 43 36
 

Begleiter durch ein einzigartiges Denkmal

In kompakter Form eines Heftes ist jetzt ein "Kleiner Kunstführer Bischofsresidenz Burg Ziesar. Burg - Kapelle - Museum" erhältlich. Er informiert über die brandenburgischen Bischöfe, über die Entwicklung der Burg Ziesar als geistliche Residenz, über ihre Burgkapelle als ehemaligen geistlich-liturgischen Mittelpunkt und über das 2005 eröffnete Museum. Die Burganlage ist zusammen mit der Burgkapelle ein einzigartiges Denkmal mittelalterlicher Kirchen– und Kulturgeschichte. Die Bischöfe von Brandenburg bauten die Burg ab der Mitte des 14. Jahrhunderts zu ihrer Residenz aus. Viele Spuren dieser beeindruckenden Geschichte sind erhalten geblieben bzw. bei den jüngsten Sanierungsarbeiten entdeckt worden: Kreuzgewölbe, Fußbodenheizungen, Maßwerkmalereien aus der Zeit um 1500 und großflächige sakrale Wandmalereien, die in die Zeit des 14. und frühen 15. Jahrhunderts datiert werden.

Die Texte stammen aus der Feder kompetenter Autoren: Museumsdirektor Clemens Bergstedt sowie Heinz-Dieter Heimann und Andreas Köstler von der Universität Potsdam.

Der Kleine Kunstführer ist im Shop der Bischofsresidenz Burg Ziesar für 3.– Euro erhältlich oder im Buchhandel unter ISBN 978-7954-6682  

Klöster von A wie Altfriedland bis Z wie Zinna

Sechs Jahre Arbeit hat es gebraucht, bis die beiden – mehr als fünf Kilo schweren Bände – des "Brandenburgischen Klosterbuches" das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Die Zeit des Wartens hat sich jedoch gelohnt:

Auf rund 1.500 Seiten wird der aktuelle wissenschaftliche Stand zu 106 Klosteranlagen in der historischen Mark Brandenburg dokumentiert, von A wie Altfriedland bis Z wie Zinna. Siebzig Wissenschaftler und Fachautoren waren an der Erarbeitung der umfangreichen Dokumentation beteiligt. Berücksichtigt wurde die gesamte historische Landschaft; neben Alt-, Mittel- und Neumark also auch die lange Zeit zu Brandenburg gehörenden Gebiete der Niederlausitz und des Herzogtums Crossen.

Entstanden ist ein phänomenales Nachschlagewerk und Arbeitsmittel mit umfangreichem Kartenteil. Der Wunsch nach aktuellen Fotos der Klosteranlagen oder der vielfachen nur erhaltenen Reste drängt sich auf, vermutlich hätte dies jedoch den Rahmen gesprengt.

Für jeden ernsthaft an brandenburgischer Geschichte Interessierten ist dieses Buch auf alle Fälle ein Muss im Bücherregal!

Heinz-Dieter Heimann u.a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch
be.bra wissenschaft verlag, Berlin 2007, 1484 Seiten, 128 Euro, ISBN 978-3-937233-26-0
 
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