Was uns bewegt - der Vorstand berichtet

Erkennst du nun, dass Gottes Haus auch dein Haus ist?

Poster Wittenberge

Am 16. Mai wurde in einer Aktion des Förderkreises Alte Kirchen der mächtige neugotische Kirchturm der evangelischen Stadtkirche von Wittenberge mit einem Großposter verhüllt. Ähnliche Aktionen, so zum Beispiel in Berlin, stießen auf zum Teil heftige Kritik bei Denkmalschützern und waren auch bei Kirchenmitgliedern umstritten. Ist es gerechtfertigt, mit Werbung Geld für notwendige Instandsetzungsarbeiten einzunehmen?

In Wittenberge gibt es keine Produktwerbung. Es wird damit auch kein Geld verdient, obwohl die Sanierung des Backsteinbaus, errichtet in den Jahren zwischen 1869 und 1872, viel kosten wird.

Für etwa ein halbes Jahr verwandelt sich die westliche Turmfront in eine ganz normale Hochhausfassade mit Balkonen und Blumentöpfen. Indem wir die vertraute Ansicht hinter einer tristen Allerweltsfassade verschwinden lassen, möchten wir zum Nachdenken anregen.

Unsere Kirchen stammen aus einer Zeit, in der politische Gemeinde und Kirchengemeinde deckungsgleich waren. Sie zeugen vom Bürgerstolz der Stadtbewohner, von der Fürsorge der adligen Patronatsfamilien und vom Selbstbewusstsein der Bauern in den Dörfern. Heute sind die Kirchengemeinden mit der Erhaltung ihrer Gebäude allein überfordert. Wir denken jedoch, dass die Pflicht zur Bewahrung dieser sakralen Denkmale weiterhin eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft ist. Deshalb die Frage: "Erkennst du nun, dass Gottes Haus auch dein Haus ist?"

Natürlich wird unsere Aktion nicht nur Begeisterung hervorrufen. Provokation und Widerspruch sind durchaus gewollt. Der Vorstandssprecher der katholischen Bank im Bistum Essen wurde kürzlich mit den Worten zitiert: "Der Wert einer Kirche bemisst sich nach dem Grundstückswert minus Abrisskosten." Wir glauben jedoch, dass der Wert einer Kirche weit über ökonomisch messbare Kriterien hinausgeht. Kirchengebäude lassen sich in der Regel nicht marktwirtschaftlich nutzen. Und das ist auch gut so.

Wir sollten stolz darauf sein, dass es in jedem Gemeinwesen noch einen Ort gibt, der sich den Zwängen des Marktes entzieht. Unsere Kirchen machen den Menschen im Land Angebote in einer unübersichtlicher werdenden Welt. Sie sind offen für alle.

Möglich wurde die Aktion des Förderkreises Alte Kirchen nur durch die Mitwirkung von Partnern: Die renommierte Werbeagentur Jung von Matt / Spree lieferte die Idee und übernahm die Herstellung des Posters. Die fubac Media Solutions AG zeichnete für die technische Umsetzung verantwortlich. Beide Firmen unterstützten das Projekt auch als Sponsoren, wofür wir uns herzlich bedanken. Ein Dank gilt ebenso der evangelischen Kirchengemeinde Wittenberge, die von Anfang an von dem Projekt begeistert war.

Bernd Janowski

 
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Zum Tag des offenen Denkmals am 9. September 2007:
 
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wählte zum Thema diesmal
Orte der Einkehr und des Gebets - Historische Sakralbauten
Es bietet vielen Gemeinden die Möglichkeit, die eigene Kirche einem größeren Publikum zu öffnen und bekannt zu machen. Neben Kirchen, Klöstern oder Synagogen sollen auch Kulturdenkmäler mit einem weiteren Bezug zum Thema gezeigt werden: Wegekreuze, archäologische Ausgrabungen von Stätten mit kultisch-religiösem Hintergrund, Denkmäler entlang von Pilgerwegen, Spitäler, Schulen, Stifte, die auf kirchliche Gründer zurückgehen.
Die Anmeldefrist läuft bis 31. Mai 2007. Meldeunterlagen bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Direktanmeldungen an: tag-des-offenen-denkmals.de.

Eine gute Chance für unsere alten Kirchen

Viele kulturinteressierte Besucher sind allerorts zu erwarten

Im Jahr 1993 fand in Deutschland der erste bundesweite Tag des offenen Denkmals statt. Bereits damals wurden rund zwei Millionen Besucher gezählt, die die Gelegenheit nutzten, neben allgemein zugänglichen Bauwerken auch Denkmäler zu besichtigen, die ansonsten für die Öffentlichkeit verschlossen sind. Seither ist der alljährlich jeweils am zweiten Sonntag im September stattfindende Tag des offenen Denkmals - eingebettet in die europaweite Aktion der "European Heritage Days" - eine riesige Erfolgsgeschichte. Im Vorjahr waren etwa 4,5 Millionen Kulturinteressierte bundesweit unterwegs, um in mehr als 2.500 Städten und Gemeinden über 7.000 Denkmale aller Art zu besuchen.

Dorfkirche Groß Fredenwalde 
In der Dorfkirche von Groß Fredenwalde findet die zentrale Eröffnung des Tages des offenen Denkmals für den Landkreis Uckermark statt. An den Instandsetzungs-arbeiten beteiligten sich unter anderen die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg.

Nun sind zahlreiche Kirchen in Brandenburg inzwischen regelmäßig für Besucher geöffnet; die im Jahre 2000 vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg ins Leben gerufene Aktion "Offene Kirchen" hat bereits gute Früchte getragen. Trotzdem ist das diesjährige Thema des Tages für Kirchengemeinden, Fördervereine und Kommunen eine besondere Chance, ihr Gotteshaus einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren.

Im Gegensatz zu anderen Regionen Deutschlands verfügt in Brandenburg nahezu jedes Dorf über sein eigenes Kirchengebäude. Zu finden sind hier mächtige spätmittelalterliche Feldsteinkirchen und bescheidene Fachwerkbauten, klassizistische Kirchengebäude und für die heutigen Gemeinden viel zu große Renommierbauten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Erstaunlich viele Kunstwerke vergangener Zeiten blieben erhalten: so vorreformatorische Schnitzaltäre ebenso wie barocke Taufengel, prachtvolle Epitaphien der einstigen Patronatsfamilien sowie historische Glocken und Orgeln.

Dabei hat jedes Ausstattungsstück auch seine liturgische Bedeutung. Kirchengebäude waren (und sind!) keine Museen, sondern Räume, in denen über viele Jahrhunderte hinweg Menschen miteinander gebetet, gefeiert, getrauert und sich getroffen haben. Darüber hinaus sind Kirchen heute vielerorts die einzigen verbliebenen öffentlichen Räume und die letzten Zeugnisse der Geschichte eines Ortes, die es den nachfolgenden Generationen zu bewahren gilt.

Text und Foto: Bernd Janowski

 
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Der Balanceakt zwischen Anforderungen, Engagement und Möglichkeiten

Notizen von der Jahreshauptversammlung des Förderkreises

Ein Kompliment den Mitgliedern und Freunden unseres Förderkreises, die zur Jahreshauptversammlung des FAK nach Spandau gekommen waren. Sie verfolgten die bei solchen Anlässen unvermeidlichen Arbeitsberichte einschließlich vielsagender Zahlenkolonnen des Schatzmeisters nicht nur mit Interesse, sondern hatten auch einiges dazu zu sagen, wie die Arbeit fortgesetzt werden soll.

Zum Beispiel Finanzen: Der Förderkreis kann durchaus stolz darauf sein, dass er in den 17 Jahren seines Bestehens ohne öffentliche Zuschüsse arbeitet, dass er sich mit seinen nochmals gesenkten Verwaltungskosten von nunmehr wenig über sechs Prozent im Vergleich mit ähnlichen Vereinen sehen lassen kann. Dennoch: Mit Blick auf die Zukunft muss die Mitgliederwerbung künftig ein stärkeres Gewicht erhalten, damit ein noch größerer Teil der Personal- und Sachkosten aus Mitgliedsbeiträgen finanziert werden kann. Spenden sind natürlich auch unablässig. Ein zusätzlicher Vorschlag aus der Runde: Mitgliedern und Freunden sollte die Möglichkeit ans Herz gelegt werden, anlässlich von Jubiläen statt der Geschenke um Spenden für den guten Zweck zu bitten.

Heiß diskutiert: die Verantwortung der gesamten Gesellschaft für die Erhaltung der kirchlichen Baudenkmale als Zeugnisse unserer Geschichte. Der Förderkreis möge sich weiterhin mit allen Kräften dafür einsetzen, dass endlich auch in Brandenburg wie in allen anderen Bundesländern ein Denkmalfonds eingerichtet und außerdem die Mehrwertsteuer für denkmalpflegerische Arbeiten gesenkt wird.

Mit Handzetteln hatte der FAK-Vorstand jeden Teilnehmer angefragt, ob er im Rahmen seiner Interessen und Gegebenheiten eine Aufgabe übernehmen könnte, um den Vorstand bei der Bewältigung der immer größer werdenden Aufgaben zu unterstützen. Wir freuen uns, dass spontan zehn Mitglieder ihre Bereitschaft signalisierten, und wollen nun in persönlichen Gesprächen Einzelheiten vereinbaren. Weitere Reaktionen sind willkommen.

Herzlichen Dank sagen wir der evangelischen Nikolai-Gemeinde für die freundliche Aufnahme in ihren Räumen und die Führung durch ihre Kirche wie auch der katholischen Gemeinde St. Marien Am Behnitz, deren Gotteshaus ebenfalls besichtigt werden konnte.

Eva Gonda

Prompte Antwort

Der Einrichtung eines Denkmalfonds erteilte die Landesregierung unverzüglich eine Absage, kaum dass die aktuellen Medien über unsere Mitgliederversammlung berichtet hatten. "Ein solcher Fonds ist zur Zeit unrealistisch", sagte der Sprecher des brandenburgischen Kulturministeriums, Holger Drews, dem rbb. Die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude sei eine "Generationenaufgabe". Ein Denkmalfonds bedeute einen Finanzsockel von 20 bis 30 Millionen Euro, der nur durch neue Kredite zu finanzieren sei. Das sei bei der Haushaltslage des Landes illusorisch.


Was im Bericht des Vorstandes noch nicht vermeldet werden konnte:

13.000 Euro für Notsicherungen

Der Vorstand beschloss am 18. April nach Beratung mehrerer Förderanträge, mit insgesamt 13.000 Euro die Notsicherung von fünf Dorfkirchen zu unterstützen und damit eine Kofinanzierung zu ermöglichen: Bagemühl (Uckermark): 3.500 Euro; Brügge (Amt Meyenburg): 3.500 Euro; Fergitz (Uckermark): 2.000 Euro; Mellnsdorf (Teltow-Fläming): 2.000 Euro; Rehfeld (Ostprignitz-Ruppin): 2.000 Euro.

22 Startkapital-Bewerber

Um das vom Förderkreis Alte Kirchen ausgeschriebene "Startkapital 2007" haben sich insgesamt 22 Kirchenfördervereine beworben. Die unabhängige Jury wird jetzt auf der Grundlage der eingereichten Konzepte die Gewinner ermitteln. Die feierliche Preisübergabe findet am 14. September in Damelack statt. Gastgeber ist der dortige Förderverein, der 2006 zu den Preisträgern gehörte.


Bilanzen

Gestiegene Mitgliederzahl. Zur Zeit zählt der Förderkreis 398 Mitglieder. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres betrug die Gesamtmitgliederzahl 358.

Geschätzte Beratung. Für viele der inzwischen mehr als 200 lokalen Fördervereine in Brandenburg und in der schlesischen Oberlausitz ist der FAK wichtiger Ansprechpartner. Immer häufiger wird seine beratende Unterstützung angefragt.

100.000 Euro Startkapital. Wichtiges Instrument zur Stärkung bürgerschaftlichen Engagements ist das jährlich ausgeschriebene "Startkapital". Auch in diesem Jahr gibt es diese Anschubfinanzierung. Damit werden dann seit 2002 mehr als 40 Vereine mit einem Preisgeld von insgesamt 100.000 Euro bedacht worden sein.

Unsere Ausstellung "Gefährdete Schönheit. Dorfkirchen in Brandenburg" wurde 2006 u. a. in Wiesbaden, Bad Homburg und Frankfurt a. M. gezeigt. In begleitenden Vorträgen, Führungen und Veranstaltungen konnten Spenden eingeworben werden

Kultur in Kirchen. Der Förderkreis vermittelte und unterstützte wieder zahlreiche Kulturveranstaltungen in Kirchen, so in Zusammenarbeit mit dem Verein "Theater in Kirchen". Die Hälfte des Erlöses kam jeweils der gastgebenden Dorfkirche zugute. Erstmalig veranstaltet der Förderkreis jetzt in Kooperation mit dem brandenburgischen Landesmusikschulverband das Projekt "Musikschulen öffnen Kirchen".

Regelmäßige Exkursionen fördern den Kontakt zu Mitgliedern und Freunden. Die Zahl der Teilnehmer ist in letzter Zeit so stark gestiegen - bei der Frühjahrsexkursion waren es mehr als hundert -, dass man sich entschloss, diese Fahrten künftig zweckmäßiger (und auch umweltschonender) mit Bussen zu unternehmen.

Finanzielle Hilfe. Im Bericht des Vorstandes konnte eine stattliche Zahl von Dorfkirchen benannt werden, an deren Instandsetzung sich der Förderkreis auch finanziell beteiligte. "Alte Kirchen" berichtete kontinuierlich über die Arbeiten an den einzelnen Objekten.

 
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"Pilger" mit Posaunen, Glocken und einem orgelnden Leierkasten

Alt Krüssow präsentierte sich im Fernsehen und gewann viele Herzen für die Sanierung der historischen Kirche

FAHNEN wurden geschwenkt 
FAHNEN wurden geschwenkt, Posaunen geblasen, alte Kostüme und Hochzeitsklei-der aus den Truhen geholt und entmottet, ein ahnungsloses Mastschwein zum "Glücksschwein" befördert - und das alles für die große Spielshow im Fernsehen, bei der es auch für Alt Krüssow etwas zu gewinnen gab.

So viele Menschen auf einmal waren in Alt Krüssow vermutlich nicht einmal vor fünfhundert Jahren versammelt, als die Kirche des Ortes noch Ziel von Wallfahrten zur heiligen Anna war.

Nur 105 Menschen leben in dem Rundlingsdorf, dessen Häuser malerisch um die imposante Backsteinkirche angeordnet sind. Am 22. April jedoch war das Fernsehen zu Gast. Alt Krüssow durfte im Rahmen einer Spielshow unter dem Titel "Ein Dorf wird gewinnen" gegen drei Dörfer aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt antreten. Dem Gewinner winkte als Preis eine halbe Million Euro für die Instandsetzung des Kirchengebäudes.

Uwe Dummer, Vorsitzender des örtlichen Fördervereins, berichtete im Fernsehstudio über die Bauschäden und die Planungen zu ihrer Beseitigung und stellte äußerst sympathisch das zwischen Pritzwalk und Heiligengrabe gelegene Dorf vor. Rund um die Kirche hatten sich derweil weit über 2000 Menschen versammelt, um die gestellten Aufgaben zu erfüllen und um Stimmung für ihr Dorf zu machen. Aus Bad Wilsnack erschien eine Abordnung des Fördervereins Wunderblutkirche in Pilgerkleidung. Weitere Kirchenvereine aus der Region drückten vor Ort die Daumen und die Tasten ihrer Mobilt waren in Alt Krüssow vermutlich nicht einmal vor fünfhundert Jahren versammelt, als die Kirche des Ortes noch Ziel von Wallfahrten zur heiligen Anna war.

Die Bewohner der ausgewählten Dörfer mussten unter anderem einen Glockenchor organisieren, der den Hochzeitsmarsch spielt, ein altes Gemälde mit dem Motiv einer Bauernhochzeit samt Leierkasten und Glücksschwein nachstellen und bereits im Vorfeld einen Werbefilm für ihr Dorf gestalten.

   
KOSTÜMIERUNG à la Wallfahrts-zeit: die stolze Kopfbedeckung des hohen Geistlichen und der zerknautschte Filzhut des müden Pilgers

Bei all diesen Aufgaben schlugen sich Uwe Dummer und seine Alt Krüssower hervorragend, auch wenn es zum Schluss nicht zum ersten Platz reichte. Der Stimmung vor Ort tat dies jedoch keinen Abbruch. Es wurde ein riesiges Volksfest gefeiert und zum Schluss war allen klar: Alt Krüssow hat trotzdem gewonnen. Für alle platzierten Dörfer gibt es von der Stiftung zur Erhaltung kirchlicher Baudenkmäler 50.000 Euro für die Reparatur der Kirche. Außerdem bescherte die Show der ehemaligen Wallfahrtskirche eine kostenlose Werbekampagne, die langfristig mit Sicherheit weitere dringend nötige Gelder zur Sanierung des Kirchengebäudes einbringen wird.

Natürlich hätte sich der brandenburgische Lokalpatriot gewünscht, dass die halbe Million in der Prignitz verbaut werden kann. Trotzdem war die Stimmung auf der Heimreise gut. Es war beeindruckend zu erleben, wie engagiert sich die Menschen der Region für "ihre" Kirche einsetzen. Man hatte einen langen Abend zusammen gefeiert, gebangt und gehofft. Und alle gingen mit der Gewissheit nach Hause: Der Sieger der Herzen an diesem besonderen Abend hieß natürlich Alt Krüssow.

Text und Fotos: Bernd Janowski

 
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Ehrenamtliches Wirken für die Kirchen und für das Gemeinwesen gewürdigt

Förderkreis stellte seine Arbeit in der Landesvertretung Brandenburgs beim Bund vor / Anerkennende Worte von Wolfgang Thierse

Dr. Krag erläutert die Ausstellung 
IM GESPRÄCH über Probleme branden-burgischer Dorfkirchen: Wolfgang Thierse, Hans Krag und Gerd Harms
Foto: Leon Schmidke

Es war ein Abend anregender Begegnungen und Gespräche, als das Land Brandenburg dem Förderkreis Gelegenheit gegeben hatte, seine Tätigkeit und sich selbst in der Landesvertretung beim Bund in Berlin vorzustellen. Eingeladen waren Persönlichkeiten aus Kultur und Politik sowie Förderer des Vereins, und eine große Zahl von Interessenten war dieser Einladung in die Räume der Landesvertretung gefolgt.

Ehrengast und Hauptredner war der Schirmherr des Förderkreises Alte Kirchen, Dr. h. c. Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Er wie auch der Gastgeber, Staatssekretär Dr. Gerd Harms, würdigten das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder als eine wichtige Arbeit für die historischen Kirchen, für das Zusammenleben, für das Gemeinwesen in ihren Orten und für das Land Brandenburg. Für den Förderkreis sprachen der Vorsitzende Dr. Uwe Otzen und der stellvertretende Vorsitzende Dr. Hans Krag. Im Anschluss an das Büfett ließen sich Wolfgang Thierse und Gerd Harms von Hans Krag durch die Ausstellung des Förderkreises "Gefährdete Schönheit - Dorfkirchen in Brandenburg" führen, die zu diesem Anlass anschließend für mehrere Tage in der Landesvertretung gezeigt wurde.


FAK präsentierte seine Ausstellung in der Berliner Marienkirche

Ausstellung 

Unsere Ausstellung "Gefährdete Schönheit - Dorfkirchen in Brandenburg" war zuvor nur in den westlichen Bundesländern gezeigt worden. Wir waren davon ausgegangen, dass in Berlin und Brandenburg jeder die problematische Situation kenne. Das Echo auf die einwöchige Ausstellung in der Brandenburgischen Staatskanzlei in Berlin aber hat uns gezeigt, dass auch hier Informationsbedarf besteht. Deshalb hatten wir die Ausstellung noch einmal nach Berlin gebracht. Für drei Wochen war sie in der Marienkirche im Zentrum Berlins zu besichtigen.

Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung in der südlichen Marienkapelle hatte Roland Stolte, Theologischer Referent für Kirchenpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit, die Besucher im Namen von Pfarrer Gregor Hohberg und des Gemeindekirchenrates willkommen geheißen. Er begrüßte die Ausstellung als ein wichtiges Podium, um für die Unterstützung der Arbeit des Förderkreises zu werben, und wünschte ihr eine gute Resonanz weit in die Stadt hinein.

Auf die besonderen Probleme der Dorfkirchen in Brandenburg, von denen rund 200 immer noch akut gefährdet sind, wies Dr. Hans Krag in seinem einführenden Vortrag hin. Seine Lichtbilder führten den interessierten Besuchern zugleich vor Augen, dass es auch in der Großstadt Berlin etliche denkmalgeschützte Dorfkirchen gibt.

Eva Gonda

 
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Sakrale Schätze und ein stolzes Grabmal unterm durchhängenden Dach

 
IN AKUTER NOT
 
Diesmal bitten wir um
Ihre Spende für die Kirche von
 
Stegelitz
 
Dorfkirche Stegelitz 
 
Dorfkirche Stegelitz - Altar
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Dorfkirche Stegelitz - Grabdenkmal
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Das kleine uckermärkische Dorf trägt den Namen seiner ersten Patronats- und vermutlich auch Gründerfamilie. Die Herren von Stegelitz haben ihre Wurzeln im Anhaltinischen und kamen im Gefolge der askanischen Markgrafen in die Uckermark. Sie gehörten zu den begütertsten Familien dieses Landstriches.

Aus der Zeit der Besiedlung stammt die Kirche: ein rechteckiger Feldsteinbau mit verbreitertem Westturm und einem Sakristeianbau auf der Nordseite. Bauzeitlich sind das zweifach gestufte Spitzbogenportal im Westen sowie die vermauerten Portale auf der Nord- und Südseite. Von der ursprünglichen Dreifenstergruppe des Ostgiebels wurde das Mittelfenster vermauert. An der Ostseite blieben mittelalterliche Putzreste mit doppeltem Fugenstrich erhalten.

Den heutigen Innenraum prägt ein entscheidender Umbau am Ende des 16. Jahrhunderts. Inzwischen war das Dorf in den Besitz eines Zweiges der Familie von Arnim gekommen. Der bisher durch eine flache Holzdecke begrenzte Raum wurde durch das Einziehen von zwei achteckigen Pfeilern zur zweischiffigen, dreijochigen Hallenkirche umgebaut, die große Spitzbogenöffnung zum Turmuntergeschoss teilweise zugesetzt. Diese vollständige Wölbung des Kirchenschiffes ist für eine Dorfkirche einmalig in der Uckermark. Im Zuge dieses Umbaus erhielt die Stegelitzer Kirche auch ihren viergeschossigen, reich verzierten Renaissance-Altar-aufsatz. In den geschnitzten Bildfeldern der unteren Zone finden sich Darstellungen der Verkündigung, der Geburt Jesu, der Anbetung der Heiligen Drei Könige sowie der Taufe im Jordan. Das Mittelfeld zeigt eine vielfigurige Kreuzigungsszene, flankiert von Abendmahl und Geißelung. Ein nicht alltägliches Detail: Tod und Teufel sind mit einer Kette an das Fußende des Kreuzes gefesselt. In der dritten Bildebene folgt die Auferstehung, seitlich davon Pelikan und Phönix. Gekrönt wird der Altar schließlich von einer Himmelfahrt. Eine Inschrift weist auf die Stifter hin.

Nachdem das Dorf durch den Dreißigjährigen Krieg einige Zeit wüst gefallen war, kam es im Zuge der wirtschaftlichen Konsolidierung auch zu weiteren Umbauten am Kirchengebäude. Der Turm erhielt einen quadratischen Aufsatz, eine Vorhalle mit Aufgang zur Patronatsloge wurde angebaut. Innen kamen West- und Südempore sowie das noch heute benutzte Gestühl hinzu. Und: die Kirche erhielt ihr großartigstes Kunstwerk: Generalfeldmarschall Georg Abraham von Arnim ließ sich selbst ein Grabdenkmal setzen und beauftragte damit Johann Georg Glume, einen der bedeutendsten Berliner Bildhauer seiner Zeit. In einer von Pilastern gerahmten Nische steht die beinahe lebensgroße Standfigur des Generalfeldmarschalls, bekleidet mit einem Küriss, geschmückt mit Schärpe und Orden des Schwarzen Adlers und in der rechten Hand den Marschallsstab. Über seinem Haupt schwebt das reich verzierte Familienwappen, umgeben von Trophäenbündeln und Kanonen. So wachte Georg Abraham von Arnim auch nach seinem Tode symbolisch über den Familienbesitz, denn begraben ist er nicht in Stegelitz, sondern in der Kirche von Boitzenburg, wo sich bis 1945 der Stammsitz der Familie befand.

Die Stegelitzer Kirche ist in ihrer überkommenen Ausstattung eine der wertvollsten der Uckermark. Leider aber haben sich massive Bauschäden herausgebildet. Die Dachkonstruktion ist durch Feuchtigkeit und Schädlingsbefall geschädigt, ein großer Teil der Kehlbalken bereits gebrochen. Im Traufbereich gibt es akute Schäden im Holz- und Mauerbereich. Eine erhebliche Durchbiegung der Dachfläche ist selbst für den Laien bereits von außen sichtbar.

Der Förderkreis Alte Kirchen beteiligte sich im vergangenen Jahr finanziell an der Erstellung eines Sanierungsgutachtens, das jetzt vorliegt. Das Ergebnis ist schlimmer als befürchtet. Über eine Schließung des Kirchengebäudes wird nachgedacht. Baldige Sicherungsarbeiten sind dringend notwendig.

Text und Fotos: Bernd Janowski

Weitere Informationen:
Pfarramt Gerswalde, Pfarrer M. Uecker, Tel.: (03 98 87) 2 27

Spendenkonto:
Förderkreis Alte Kirchen; Kto. 51 99 76 70 05; BLZ 100 900 00; Berliner Volksbank; Kennwort: Felchow

 
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Eine gelungene Überraschung

Müncheberger Kirchengemeinde sammelte für die Arbeit des FAK

Ein Brief mit einer guten Botschaft erreichte uns von der Evangelischen Kirchengemeinde Müncheberger Land, die am 30. März den zehnten Jahrestag des Wiederaufbaus der Stadtpfarrkirche St. Marien Müncheberg beging. In dem Schreiben heißt es:

"Auch wir waren angewiesen auf Fördergelder und Spenden, um den Wiederaufbau realisieren zu können. Deshalb ist es uns ein Bedürfnis gewesen, anderen zu helfen. Wir haben in unserem Festgottesdienst den Kollektenzweck ‚Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V.‛ festgelegt und möchten Ihnen nun 554,20 Euro übergeben..." Mit dieser Spende wünschen die Müncheberger dem Förderkreis Alte Kirchen weiterhin Erfolg in seinem gemeinnützigen Wirken.

Wir danken der Müncheberger Kirchengemeinde herzlich für diese gelungene Überraschung.

 
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"Offene Kirchen 2007" liegt vor

Präsentation der Jahresbroschüre in der Öffentlichkeit

Seit kurzem ist die Jahresbroschüre "Offene Kirchen 2007 - Brandenburgische Kirchen laden ein" überall zu haben. Der Öffentlichkeit präsentiert wurde sie Ende März auf einer Pressekonferenz in der Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund gemeinsam mit dem Freundeskreis Schlösser und Gärten in der Mark, der eine neu erarbeitete "Schlösserkarte" sowie sechs neue Hefte seiner Schlösser-Monographien vorstellte. Während des Pressegespräches wurde betont, dass eine Bewahrung des kulturellen Erbes im ländlichen Raum nur durch gemeinsame Anstrengungen möglich ist. Wir danken dem Freundeskreis Schlösser und Gärten für die langjährige gute Zusammenarbeit.


720 offene und eine verschwundene Kirche

 Das Titelblatt "Offene Kirchen 2007"

Das neue Heft bietet wieder interessante redaktionelle Beiträge und Informationen für Kirchenbesichtigungen.

Ein Verzeichnis von inzwischen 720 (2006: 650) Kirchen lädt den Besucher ein, die meist jahrhundertealten Kirchen zwischen Elbe und Oder, Uckermark und Lausitz für sich zu entdecken. Fach-kundige Beiträge widmen sich Themen wie mittelalterlichen Kruzifixen, der Mumiengruft in einer südbrandenburgischen Dorfkirche, Glasmalereien oder dem Geheimnis um eine verschwundene Kirche in Neuruppin. Frank Pauli stellt die Wirkungsstätten des Kirchenliederdichters Paul Gerhardt vor. In einem ausführlichen Gespräch berichtet Ministerpräsident a. D. Manfred Stolpe über seine Tätigkeit im neu berufenen Denkmalbeirat des Landes Brandenburg und plädiert für den Erhalt und die Bewahrung der Kirchengebäude als Denkmale und als Zeugnisse christlichen Lebens.

Das Heft kostet wie bisher 3,50 Euro. Falls Sie nicht ohnehin in unserem Verteiler sind, können Sie das Heft auch bei uns bestellen. Wir schicken es Ihnen gern zu.


Wir danken allen Helfern für ihren Einsatz

Am 27. März ziemlich genau um 14.55 Uhr überquerte in Berlin-Spandau ein mittelgroßer LKW die Havel, um wenig später vor einem Werkstatt-Tor zu halten und hier seine Fracht zu entladen: große Paletten mit Heften "Offene Kirchen 2007". - Noch während des Abladens trafen erste FAK-Mitglieder mit ihren PKW ein, um "ihre" Pakete für die Weiterauslieferung in Brandenburg zu übernehmen. In der Folgewoche waren es mehr als 50 Mitglieder und hilfsbereite Förderer, die in Berlin und im Land rund 8.500 Hefte der Gesamtauflage von rund 12.000 Exemplaren an Gemeinden und Buchhandlungen lieferten. - Dass diese Aktion den Beteiligten auch Spaß gemacht hat, war durchaus beabsichtigt: "Es war eine Freude, so gut ausgerüstet (und mit einer so guten Botschaft) ins Brandenburger Land zu fahren", schrieb einer. Zugleich wurden etwa 1000 Sendungen postfertig gemacht und ebenfalls auf den Weg gebracht. Allen, die am fast uhrwerkmäßigen Gelingen dieser Aktion beteiligt waren, sei ausdrücklich herzlich gedankt.

Im nächsten Jahr müssen wir den Vertrieb erheblich umorganisieren. Fest steht aber: Wieder werden wir vor und nach Ostern 2008 auf sehr viele hilfreiche Hände (und Autofahrer) angewiesen sein. Hätten Sie Lust, dabei zu sein?

Arnulf Kraft

Dank vor allem auch an Arnulf Kraft für die kraftraubende Gesamtorganisation.

D. Red.

An die Bezieher unserer Hefte "Offene Kirchen"

Wie wir nach der Auslieferung unserer Jahresbroschüre "Offene Kirchen 2007" feststellen mussten, sind unter den Heften einige Fehldrucke: teilweise wurden Seiten falsch geheftet. Wir bitten für diesen Fehler vielmals um Entschuldigung.

Allen, die solch ein mangelhaftes Exemplar erhalten haben, senden wir selbstverständlich kostenlos eine korrekte Ausgabe zu.

Bitte wenden Sie sich an unsere Geschäftsstelle: Postanschrift: PF 24675, 10128 Berlin, Tel. und Fax: (0 30) 4 49 30 51; E-Mail: altekirchen@aol.com

 
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Tempelberg
Wo einst die alten Ritter Gottesdienst hielten

Kirche muss saniert werden / Förderkreis gegründet

 DIE MITTELALTERLICHE KIRCHE öffnet ihre Pforten auch für Konzerte und Begegnungen
DIE MITTELALTERLICHE KIRCHE öffnet ihre Pforten auch für Konzerte und Begegnungen

"Während wir hier oben Gottesdienst feiern, sitzen in der Gruft viele uralte Tempelritter und halten heimlich ihre Versammlung ab", erzählte ich einem Zehnjährigen, als wir in der Tempelberger Kirche standen. Seine Augen leuchteten und abenteuerlustig fragte er: "Sind da wirklich noch alte Tempelritter?"

Die Tempelritter - auch noch 700 Jahre nach seiner drastischen Ausrottung hat dieser eigenartige Orden nichts von seiner Faszination verloren. Viele Menschen fahren nach Frankreich, um seine Spuren zu suchen. Doch auch hier gilt Goethes Sprichwort: "Warum in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah..." Denn warum nicht vor unserer Haustür anfangen, im brandenburgischen Tempelberg, ca. 60 km von Berlin entfernt...

Tempelberg - bereits der Name verrät die Gründung durch den Orden, der seinen Hauptsitz an dem Platz des ehemaligen Jerusalemer Tempels innehatte. Dass sich auch das weit entfernte brandenburgische Tempelberg (Landkreis Oder-Spree) auf seinen orientalischen Hauptstützpunkt bezog, erzählt die Tempelberger Kirche noch heute, denn nahe der heutigen Eingangstür ist deutlich eingeritzt das Jerusalemer Kreuz zu sehen.

Die Kirche von Tempelberg (erbaut Anfang des 13. Jahrhunderts) muss aber noch viel mehr erzählen: Ihre drei Glocken, von denen zwei aus dem 14. Jahrhundert sind, befanden sich im Krieg bereits auf dem Weg in die Einschmelzung, konnten aber gerettet werden. Schweigen müssen sie aber trotzdem, und zu keinem Gottesdienst dürfen sie rufen, denn nach unsachgemäßer Restaurierung haben ihre Schwingungen dicke Risse im Mauerwerk des Turmes verursacht.

Was ist damals geschehen? 1983 wurden am Glockenstuhl Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Die maroden Schwellen auf der Schalllukenebene wurden durch flankierende Stahlträger verstärkt. Diese Stahlträger liegen auf dem Mauerwerk des Turmes auf. Zur starken Rissbildung kommt es nun, weil durch das Läuten der Glocken die Schwingungen des Glockenstuhls durch die Stahlträger direkt in das Mauerwerk eingeleitet werden. Ein Entfernen der Stahlträger und eine gründliche konstruktive und statische Sanierung des Glockenstuhls und Turmmauerwerkes sind notwendig, um den Turm und die Kirche zu retten.

Zu diesen baulichen Mängeln hat sich zu allem Überfluss auch noch ein Gründungsproblem aufgetan. An allen Seiten zeigen sich vertikale Risse, so an der Ostseite der Patronatsloge ein ca. 55-mm-Riss an der Bauteilfuge, der sich jedes Jahr verstärkt. Es ist zu befürchten, dass die Patronatsloge einmal seitlich wegkippen wird.

Die 1994 erfolgte Sanierung des Dachstuhls war leider sowohl handwerklich als auch konstruktiv unzureichend. So wurden notwendige Bauteile wie Mauerschwellen entfernt und im Falle eines Austausches nicht kraftschlüssig ergänzt. So verteilt sich die Last des Daches un- zulässig auf die angrenzenden Bauteile, was zu einer statischen Belastung führt.

Alle diese Probleme bereiten uns große Sorge. Die Sanierung des geschichtsträchtigen Bauwerkes wird auf 78.000 Euro veranschlagt. Trotz dieser hohen Summe kämpft der kleine Ort (in dem nach literaturgeschichtlichen Untersuchungen bereits Michael Kohlhaas zu Hause war) mitsamt seiner Kirchengemeinde um seine Kirche. Inzwischen gründete sich ein Förderkreis, der seine Arbeit zu Gunsten der Erhaltung der Kirche u. a. eng mit touristischen Netzwerken verknüpfen will. Unter anderem finden in der warmen Jahreszeit in der Kirche jeden Monat Konzerte, Lesungen und Filmvorführungen statt, dazu Kaffee und selbstgebackener Kuchen als Angebot. Tempelberg hält in den nächsten Monaten viele Überraschungen bereit!

Pfarrerin Ruth Schönfeld


ANGEBOTE

Otto Mellies liest Fontane

Zu einer Lesung wird am Sonnabend, 9. Juni, 17 Uhr, in die Kirche eingeladen. Der Schauspieler Otto Mellies liest aus Werken von Fontane.

 SPUREN der Ritter: das Jerusalemer Kreuz neben der Tür
SPUREN der Ritter: das Jerusalemer Kreuz neben der Tür

Sponsoren-Radfahren
ist am Samstag, 7. Juli angesagt. Ausklang um 17.00 Uhr: Konzert des Percussionskünst-lers Hermann Naehring .

Besichtigung der Kirche:
Schlüssel bei Maria Schneider, Tel. (03 34 32) 6 85, oder bei Kerstin Hellmich (auch Infos), Tel. (03 34 32) 7 31 57

Baufragen:
Pfarrer Oliver Schönfeld, Tel. (03 34 32) 73 62 75

Spendenkonto:
Evangelische Kirchengemeinde Heinersdorf; Konto-Nr. 14 777 919; Ev. Darlehensgenossenschaft Kiel, BLZ 210 60 237; Stichwort: Kirche Tempelberg

 
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Musikschulen öffnen Kirchen

Ein Projekt mit vielen Facetten

 JUGEND MUSIZIERT in der Kirche für die Kirche
JUGEND MUSIZIERT in der Kirche für die Kirche - Eröffnungskonzert in der Neuruppiner Klosterkirche

Es war ein verheißungsvoller Auftakt für die neue Veranstaltungsreihe, die der Förderkreis Alte Kirchen gemeinsam mit dem Landesverband der Musikschulen Brandenburgs in diesem Jahr erstmals anbietet: "Musikschulen öffnen Kirchen" ist das Motto, unter dem junge Musiker in Brandenburger Kirchen ihr Können unter Beweis stellen. Den glanzvollen Anfang machte in der Neuruppiner Klosterkirche das Landesjugendsinfonieorchester Brandenburg.

Das Gestühl in der stattlichen Kirche reichte nicht aus, zusätzliche Stühle mussten her. Rund 600 Besucher nicht nur aus der Fontane-Stadt (auch prominente und offizielle) waren gekommen. Die Ansprachen zur Begrüßung blieben erfreulich kurz, die Sprache der Musik hatte hier das Prä. Die jungen Musiker unter Leitung von Anton Zapf hatten sich an Wagner, Brahms und Mussorgski gewagt und viel Beifall geerntet, insbesondere auch der vielversprechende Violin-Solist Konradin Seitzer. Beifall sei ihnen aber auch dafür gezollt, dass sie dieses Konzert - das sind für sie viele Übungsstunden, unzählige Fahrkilometer - dem guten Zweck widmeten: der Erhaltung der ältesten Neuruppiner Kirche. Rund 1.750 Euro Spenden konnte Pfarrer Wolfgang Rein zählen und sagt allen Gebern Dank.

Das Projekt "Musikschulen öffnen Kirchen" steht unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Prof. Dr. Johanna Wanka, und wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert. Es will das Anliegen von Denkmalschutz, Kulturpflege und Talentförderung verknüpfen.

Mit dem Projekt sind viele gute Chancen verbunden: Kirchen werden als Orte der Begegnung wiederentdeckt; durch kulturelle Nutzung werden wertvolle Denkmale erhalten; Kinder, Jugendliche und Anwohner begegnen in den zumeist ältesten Gebäuden ihres Ortes der Geschichte ihrer Vorväter; Musikschülern bieten sich attraktive Auftrittsorte; lokale Kirchen-Fördervereine und Musikschulen finden für gemeinsame Veranstaltungen zusammen, was dauerhafte Partnerschaften befördern kann.

Text und Foto: Eva Gonda

Die Konzerte

werden bis in den Herbst hinein fortgesetzt. Das aktuelle Veranstaltungsprogramm können Sie auf unserem Veranstaltungsplan und beim Landesverband der Musikschulen abrufen.

Das Projekt soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Alle interessierten Musikschulen und Kirchenvereine sind eingeladen, sich für die Mitwirkung im Jahr 2008 zu bewerben.

 
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Von vielen sichtbaren Erfolgen, unbeirrbaren Optimisten und von unsichtbaren Engeln

Auf der Frühjahrsexkursion des Förderkreises notiert

 
Die Frühjahrsexkursion ins Ruppiner Land und in die Prignitz geriet unversehens zu einer Erfolgsbilanz: In vier von insgesamt sieben besuchten Orten trafen die Teilnehmer auf Mitglieder von Kirchenfördervereinen, die im Jahr ihrer Gründung vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg eine Anschubfinanzierung erhalten hatten: Großderschau (2002), Roddahn (2002), Stüdenitz (2005) und Damelack (2006). - Da ließ sich gleich an Ort und Stelle nachvollziehen, wie sich dieses Startkapital inzwischen ausgezahlt hat. Und die Bilanz fiel durchweg gut aus. Das macht sicher auch dem kürzlich gegründeten Förderverein für die Sanierung der Kreuzkirche in Neustadt (Dosse) Mut für die künftigen nicht leichten Aufgaben. Er hat sich schon für das Startkapital 2007 beworben...
Kirche Neustadt 
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Neustadt. Wenn man genau hinsieht, erkennt man vielleicht, dass sich die oberste Laterne über der geschweiften Holzkuppel der Kreuzkirche bereits leicht geneigt hat. - Sichtbares Zeichen dafür, dass es um die Dachkonstruktion dieses ersten barocken Zentralbaus in der Mark schlecht bestellt ist. Ein Grund dafür ist auch eine Notsanierung zu DDR-Zeiten mit völlig unzureichenden Mitteln. Um die problematischen Balken, Sparren und Streben zu entfernen und die ursprüngliche Dachkonstruktion fachgerecht wiederherzustellen, sollen zunächst die Laternen abgenommen und zu ebener Erde saniert werden. Später muss dann die beschädigte Schieferdeckung erneuert werden. Für die beiden Bauabschnitte sind bisher rund 450.000 Euro veranschlagt. Diese stolze Summe aufzubringen, wird der Kirchengemeinde und dem Förderverein nicht leicht fallen. Aber man hat dafür schon gemeinsam ein gut durchdachtes Konzept erarbeitet. Der eindrucksvolle Kirchenraum, in den vergangenen Jahren saniert, öffnet seine Pforten nicht nur für Gottesdienste, sondern ist auch offen als eine willkommene Begegnungsstätte, lädt zu Konzerten und Ausstellungen ein und ist so nicht nur optisch Zentrum der Stadt.

 Großderschau - Empore
Von Ganz Oben sieht man besser, was sich in Großderschau alles getan hat.Großbildansicht

Großderschau. Wer die drei Optimisten von Förderverein, Gemeindekirchenrat und Heimathaus erlebt hat, wie sie den Besuchern von ihrem gemeinsamen Projekt Kolonistenkirche erzählten, der wusste: Das kann nur gut gehen. Die Gemeinsamkeit ist das große Erfolgsrezept der Großderschauer.

Die meisten Exkursionsteilnehmer erinnerten sich, vor Jahren schon einmal in dieser Kirche gewesen zu sein anlässlich einer Startkapital-Vergabe. Nun war es spannend zu hören und zu sehen, wie man inzwischen vorangekommen ist mit der Instandsetzung des damals maroden Gotteshauses; wie man geschickt einen Fördermix zustande brachte, wie ABM-Kräfte ihr Bestes gaben, wie man neben Bauplanung und Spendensammeln im Ort Konzerte, Lesungen und Ausstellungen in der Kirche organisierte. Inzwischen ist der Turm saniert und hat sogar eine neue Uhr - "Wenn die schlägt, klingt das nach Heimat und Geborgenheit" - und abends lässt die Gemeinde den Turm anstrahlen... Dennoch gibt es noch viel zu tun, auch dafür, dass die Lütkemüller-Orgel einmal wieder bespielbar ist.

 Kirche Roddahn
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Roddahn. Der Name des Fördervereins "Arbeitskreis Offene Kirche Roddahn" ist Programm. Die 1798 entstandene bescheidene Fachwerkkirche war schon dem Verfall preisgegeben, als sich mutige Einwohner zusammenfanden, um sie zu retten und künftig für gemeinnützige Zwecke zu nutzen. Heute ist sie äußerlich schon wieder ganz adrett, und hinter der schmalen Eingangstür tut sich manches. Nicht nur die Restaurierung wird fortgesetzt, die aufgestellten Stühle zeugen auch davon, dass man hier gern zu Veranstaltungen zusammenkommt.

Arbeitslosen Jugendlichen hatte man die Möglichkeit gegeben, bei der Wärmedämmung der Wände zugleich die Lehmbauweise kennen zu lernen. Nächstes Ziel ist der Einbau einer Heizung und die einfachen Fenster sollen einen isolierenden Vorsatz erhalten. Sponsoren dafür sind sehr willkommen.

 
EIN KONZERT mit Orgel und Flöte empfing die Besucher in Stüdenitz. Den beiden Musikern sei an dieser Stelle herzlicher Dank gesagt. Ebenso allen, die in den Orten die mit mehr als hundert Teilnehmern besonders große Besucherschar freundlich begleiteten: den Pfarrerinnen und Pfarrern, die zu Beginn eine einstimmende Andacht hielten oder ihre Kirchen vorstellten; den Vertretern der Vereine, der Gemeindekirchenräte und der Kommunen, den Architekten und anderen Fachleuten, die geduldig Auskunft gaben; und nicht zuletzt den Damelackern, die ihre Gäste mit Musik begrüßten und mit Selbstgebackenem und Wurstspezialitäten für die Heimfahrt stärkten
Stüdenitz - Orgel 
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Stüdenitz. Der Ort macht schon von weitem viel her. Mit 55 Metern Höhe steht hier der höchste Turm einer Dorfkirche in der Prignitz. Die riesige neugotische Kirche (1876) ist für die kleine Gemeinde sicher ein Problem - und dennoch ihr ganzer Stolz. Man merkt es u. a. an den großzügigen Spenden, die für die Reparatur der defekten Glocke und die Sanierung der Buchholz-Orgel gegeben wurden und auch als die Bauarbeiten an der Apsis zu finanzieren waren. Nun will der Förderverien weiter sammeln - für die Erneuerung der Türen. Bewährt hat sich auch ein gemeinsam mit der Kirchengemeinde und der Kommune erarbeitetes Nutzungskonzept. Veranstaltungen finden im Ort große Resonanz.

Kirche von Rehfeld 

Rehfeld. An der Pforte zum Kirchengelände prangt ein gelbes Schild: Betreten verboten. Hier mussten die Exkursionsteilnehmer im wahrsten Sinne des Wortes Zaungäste bleiben. Und das war besonders schade, denn die kleine Fachwerkkirche mit roten Backsteingefachen, verbrettertem Turm und hoher schiefergedeckter Spitze ist ein besonderes Kleinod. Sie war schon nicht mehr im allerbesten Zustand, als Sturmtief Kyrill ihr so stark zusetzte, dass sie gesperrt werden musste.

Nun will man die Versicherungssumme als Grundstock nehmen, um weitere Mittel einzuwerben und aufzubringen, damit eine Grundsicherung möglich wird. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat spontan eine Summe von 2.000 Euro zugesagt.

 Kirche Berlitt
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Berlitt. Die kleine Dorfkirche verrät außen ihre unterschiedlichen Bauzeiten: im Osten Feldsteinbau von 1526, im Westen spätere Erweiterung (1710) in Ziegelfachwerk mit verbrettertem Turm. Was sie im Inneren nicht verrät, liegt unsichtbar über der weiß gestrichenen Holzdecke des schlichten Raums: die Engel von Berlitt. Als die Kirche vor einigen Jahren wegen deutlicher Bauschäden umfassend instandgesetzt wurde - damals war das inzwischen gestrichene Dach-und-Fach-Programm sehr hilfreich - entdeckte man auf dem Dachboden die zu Stapeln aufgeschichteten Bretter der alten Holzdecke, bemalt mit Darstellungen von Engeln und filigranen Ranken. Für ihre Restaurierung fehlen zur Zeit noch die Mittel, so wurden die Bretter sorgfältig konserviert und warten nun gut geschützt darauf, dass die Engel einmal wieder über der Gemeinde schweben dürfen. Und mit der Decke möchte man zugleich auch den Kanzelaltar restaurieren.

Grillen in Damelack 

Damelack. Als die Teilnehmer der Exkursion in Damelack eintrafen, richtete sich mancher Blick hinauf zur Turmuhr. Ja, sie ging diesmal richtig. Denn vor einiger Zeit verharrten die Zeiger konstant auf fünf vor zwölf. Der Förderverein zur Erhaltung der Kirche hatte mit dieser Aktion die Aufmerksamkeit auf das sanierungsbedürftige Baudenkmal lenken wollen. Die Turmkonstruktion muss stabilisiert, der Dachstuhl saniert, die Eindeckung erneuert werden und auch im Innenraum mit seiner beeindruckenden Ausmalung einschließlich Tonnendecke ist einiges zu tun. Dass schon einige tausend Euro dafür zusammengekommen sind, ist u. a. dem vom Förderverein organisierten "Damelacker Sommer" zu danken, der mit hochklassigen Konzerten alljährlich viele hundert Besucher von nah und fern nach Damelack lockt.

Text und Fotos: Eva Gonda

 
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Wartin
Hoffnung auf Rückkehr einstiger Klangfülle und Brillanz

Die mehrfach umgebaute Orgel Joachim Wagners besitzt noch viel originale Substanz

Wartin - Orgel 
KOSTBAR: die Orgel J. Wagners in Wartin
Foto: G. Weidner

Unter den historischen Orgeln in der Uckermark nehmen die dort erhaltenen Instrumente Joachim Wagners (1690 - 1749) eine herausragende Stellung ein. Wagner war die prägende Gestalt des märkischen Orgelbaus in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts; seine Werke zeichneten sich durch technische Gediegenheit, Innovation und klangliche Brillanz aus. Sein umfangreiches Schaffen entfaltete sich ab 1719 von Berlin aus und schloss auch die Uckermark in den Wirkungskreis mit ein.

So entstand 1736 für die Kirche zu Gramzow eine einmanualige Orgel mit Pedal, die sich heute in Sternhagen bei Prenzlau befindet und nach Maßgabe des originalen Zustandes restauriert werden soll.

Einige Jahre später bot sich für Wagner die Gelegenheit, im Zusammenhang mit einem größeren Orgelbau in der Marienkirche zu Angermünde (1742 - 1744; 30 Register auf 2 Manualen und Pedal) mehrere kleine Instrumente im Umkreis dieser Stadt zu erstellen, so in Flemsdorf, Felchow und auch in Wartin. Die genannten Instrumente sind glücklicherweise mehr oder weniger vollständig erhalten geblieben; die Orgel zu Angermünde ist bereits vor Jahren restauriert worden und erweist sich als besonderer Anziehungspunkt der Orgelkunst in der Uckermark. Das Werk in Felchow wird in absehbarer Zeit durch eine Restaurierung an Ausstrahlungskraft erheblich gewinnen und die Orgellandschaft der Uckermark weiter bereichern.

Bei der Orgel zu Wartin, gebaut im Jahre 1744, handelt es sich um eines der typischen kleinen Instrumente Joachim Wagners mit ursprünglich 8 Registern auf einem Manual (ohne Pedal) und einem Äußeren, das der Orgel in Felchow sehr ähnlich ist. Im Laufe der Zeit hat das Wartiner Instrument einschneidende Umgestaltungen erfahren, die von den jeweiligen modischen Erfordernissen des Musizierens sowie dem jeweiligen Orgelbauzeitgeist geprägt waren und die Intention ihres Erbauers teilweise verwischt haben. So kam es (1785 oder später) zu einem technischen Umbau, bei dem die ursprünglich an der Seite der Orgel befindliche Spielanlage nach vorn an die Frontseite verlegt wurde, wobei das wagnersche Gehäuse einen neuen Unterbau erhielt. Nach 1850 gab es einige klangliche Veränderungen, bevor um 1900 die Orgel durch ein kleines Pedalwerk ergänzt wurde. Ein weiterer Eingriff, der neben klanglichen auch optische Folgen hatte, war die 1917 erfolgte Abgabe der zinnernen Prospektpfeifen zu Kriegszwecken. Bis heute beeinträchtigt dies die optische Wirkung des schönen Orgelprospektes, denn noch immer verunstalten hölzerne Pfeifenattrappen das Äußere des Instruments.

Diesem beklagenswerten optischen Eindruck der Orgel entspricht leider auch das Innere des Werkes: Nur notdürftig spielbar, vereinigt es in sich Substanz aus verschiedenen Epochen des Orgelbaus, die sich weder technisch noch musikalisch befriedigend ergänzt.

Dass etwas geschehen muss, steht außer Zweifel. Eine einfache Reparatur, eine Restaurierung des jetzt vorhandenen baulichen Zustandes oder eine Kompromisslösung wären weder nachhaltig noch zufriedenstellend. Die Substanz, die durch die späteren Umbauten eingebracht worden ist, vereinigt sich mit der Substanz von 1744 in keiner Weise zu einem überzeugenden Ganzen und hat von Qualität und Bedeutung her ganz einfach nicht den Rang, der der originalen Substanz zweifelsfrei zukommt.

Diese originale Substanz ist noch in erfreulich großem Umfang erhalten: Der obere Teil des Gehäuses, die winderzeugende Balganlage, die technisch ganz entscheidende Windlade und noch mehr als die Hälfte des originalen Pfeifenwerkes von Joachim Wagner.

Angesichts der Bedeutung des wagnerschen Śvres, das weit über 50 Instrumente umfasste, und eingedenk der Tatsache, dass davon nur noch wenige Orgeln existieren, ist es dringend geboten, dem Wartiner Instrument durch Restaurierung seine Originalgestalt zurückzugeben, zumal die Voraussetzungen günstig sind. Wertvolles Kulturgut könnte wieder in angemessener Weise präsentiert und das Musikleben um eine bedeutsame Möglichkeit erweitert werden. Neben dieser Chance besteht hier aber auch eine hohe Verantwortung. Wer die erhaltenen und restaurierten Orgeln Wagners kennt, weiß, welche klangliche Fülle und Brillanz auch in Wartin wieder zu erleben sein könnte.

Dietrich Kollmannsperger

 
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Zeitgenössische Kunst in alten Kirchen

Auf einer gut vorbereiteten Route zu sehenswerten Entdeckungen

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg lädt in diesem Sommer zur "1. Brandenburger Kirchen-Kunst-Route" in die Uckermark ein. Unter organisatorischer und künstlerischer Leitung von Petermichael Metzler werden in sieben alten Dorfkirchen mit der Region verbundene Künstler Arbeiten präsentieren, die einen Bezug zum Kirchenraum bzw. dessen sakraler Ausstattung herstellen.

Ziel des Projektes ist, interessiertes Publikum in die Dorfkirchen einzuladen, den historischen Kirchenraum in seinen Besonderheiten bewusst und neu wahrzunehmen bzw. zu entdecken. Für dieses Kulturereignis hat der Landrat des Landkreises Uckermark Klemens Schmitz die Schirmherrschaft übernommen.

Zeitgenössische Kunst in alten Kirchen - das überrascht zunächst einmal. Moderner Kunst begegnen wir heute eher in Museen und Galerien, während die Kirchen zumeist auf die Kraft der "dienenden" Bildwerke der Vergangenheit setzen. Diese Tradition etwas aufzubrechen, soll unter anderem Ansatzpunkt dieses Ausstellungsprojektes sein.

 
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Retter vieler gefährdeter Kirchen

Verdienstorden für Hans-Reinhard Dorenburg

Der langjährige Vorsitzende des Vereins "Dorfkirchen in Not in Mecklenburg und in Vorpommern", Hans-Reinhard Dorenburg, wurde mit dem Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern geehrt.

Mit dem Schwesterverein im nördlichen Nachbarland Brandenburgs verbindet den Förderkreis Alte Kirchen eine gute Zusammenarbeit, insbesondere Hans-Reinhard Dorenburg war uns immer ein guter Partner. Wir gratulieren ihm herzlich zu dieser hoch verdienten Ehrung.

In der Würdigung seiner großen Verdienste durch die Schweriner Staatskanzlei wird u. a. hervorgehoben, dass während seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Vereins "Dorfkirchen in Not" von 1998 bis 2003 zahlreiche Freunde und Förderer in ganz Deutschland gewonnen wurden. In dieser Zeit sind weit mehr als 800.000 Euro für die Rettung, Sicherung und Instandsetzung von Dorfkirchen vom Vereinskonto ausgegeben worden. Finanziell profitierten mehr als 50 Kirchen mit substanziellen Schäden von dieser Hilfe. In vielen Publikationen hat Hans-Reinhard Dorenburg weit über die Landesgrenzen hinaus auf die verborgenen Schönheiten und Schätze aufmerksam gemacht, die es zu bewahren gilt

 
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Interessantes aus Brandenburg

Luckau: Einstige Klosterkirche wird Kulturstandort

Die Kirche des früheren Dominikanerklosters in Luckau soll für rund 1,9 Millionen Euro saniert und zu einem Kulturstandort umgebaut werden. In dem Baudenkmal des 1291 gegründeten Klosters sollen unter anderem das Niederlausitz-Museum, ein Archiv und eine Bibliothek untergebracht werden, teilte das brandenburgische Kulturministerium mit. Die Eröffnung ist im Frühjahr 2008 vorgesehen.

Mit einer so genannten Gefängnisausstellung soll zudem an die wechselvolle Geschichte der Klosterkirche erinnert werden, die ab dem 16. Jahrhundert als Spital und Schule genutzt und Ende des 19. Jahrhunderts zur "Königlichen Strafanstalt" umgebaut wurde. Der Sakralbau war seitdem bis in die 90er Jahre eine Haftanstalt. Die Sanierungskosten werden mit 1,1 Millionen Euro Zuschüssen der Städtebauförderung des Landes, 500.000 Euro EU-Mitteln und 300.000 Euro der Kommune finanziert.

 
Sternhagen: Neue Chancen für Wagner-Orgel

Für die Wagner-Orgel in Sternhagen gibt es wieder Hoffnung. Ein kürzlich gegründeter Förderverein "Wagner-Orgel Sternhagen" will sich für die Instandsetzung sowie für die künftige Nutzung des wertvollen Instrumentes engagieren, und die Ostdeutsche Sparkassenstiftung sagte finanzielle Unterstützung zu. Durch Benefizkonzerte und Spenden konnten bis jetzt 40.000 Euro zur Restaurierung der Orgel aufgebracht werden. Von der Potsdamer Firma Schuke wurden bereits die Blasebälge erneuert. Auch das Orgelgehäuse ist inzwischen restauriert.

 
Wenzlow: Ein Engel sucht Schutz

Nach einer langen Reise und erfolgreicher Kur ist der Wenzlower Taufengel in seine Heimatkirche zurückgekehrt. Lächelnd schwebt er wieder über dem Altarraum - doch was er von dort oben sieht, macht eher Sorge als Freude: Der bauliche Zustand der Dorfkirche lässt befürchten, dass der gerade restaurierte Engel erneut Schaden nehmen könnte.

Die größte Gefahr droht ihm vor allem durch die völlig maroden Fenster, und auch das Dach ist nicht dicht. Möglicherweise kommen auch weiterhin Vögel in die Kirche. Der Taufengel war vor seiner Restaurierung von oben bis unten mit dicken Lagen Vogelkot bedeckt.

Auch äußerlich sieht man der Kirche die Narben der Zeit an; eine Sanierung der Außenhaut wäre wünschenswert. Ebenso müsste die Turmkonstruktion dringend erneuert werden.

Obwohl der Taufengel den Altarraum der Wenzlower Kirche nie verlassen hatte, war er doch jahrzehntelang nicht mehr genutzt worden. Wahrscheinlich hatte die Gemeinde Angst, die angegriffene Figur durch Gebrauch noch mehr zu beschädigen. Im Februar 2006 jedoch ging er erstmalig auf die Reise und zog um in die Werksatt einer Dessauer Restauratorin. Möglich wurde die mühevolle Wiederherstellung durch die Patenschaft der Lüneburgerin Barbara Hübner. Für mehrere Monate konnte der Engel dann im Rahmen der großen Taufausstellung im Magdeburger Dom bewundert werden.

Der Wenzlower Kirchengemeinde hatte die Restaurierung des Taufengels Mut gemacht, wichtige Instandsetzungsarbeiten am Kirchengebäude in Angriff zu nehmen. In Eigenleistung konnten die Fenster zwar notdürftig gesichert werden, doch eine umfassende Reparatur ist dringend erforderlich. Es ist fraglich, ob sie dem nächsten Sturm standhalten können.

Anträge auf Fördermittel wurden vorerst abgelehnt. Die Kirchengemeinde selbst sieht sich nicht in der Lage, größere Instandsetzungsarbeiten allein zu finanzieren. Der Förderkreis Alte Kirchen wird die Kosten für die Reparatur eines Fensters übernehmen, wirbt aber darüber hinaus um Spenden für die weitere Sicherung des Kirchenraumes.

Weitere Auskünfte: Pfarrerin Jana Büttner; Hauptstr. 68; 14778 Wollin; Tel.: (03 38 33) 7 03 15
Spendenkonto: Förderkreis Alte Kirchen; Kto.-Nr. 51 99 76 70 05; BLZ 100 900 00 (Berliner Volksbank); Kennwort: Wenzlow

 
Kurtschlag: Die vergessene Königin hinterm Orgelprospekt

Das ist ein echtes Wunder: Da setzt sich einer an den Spieltisch einer nicht vorhandenen Orgel und entlockt ihr wohlklingende Töne. So geschehen in Kurtschlag (Zehdenick) bei einem Besuch des Förderkreises Alte Kirchen in der instand gesetzten Dorfkirche. Der mit angereiste Orgelexperte John Barr traute nicht der jahrzehntealten Behauptung, hinter dem Prospekt sei gähnende Leere, und machte die Probe aufs Exempel. Entdeckt wurde eine komplette Lütkemüller-Orgel aus dem Jahr 1883. Nun begann Detektivarbeit, denn selbst im Berliner Zentralregister gab es gegensätzliche Angaben. Pfarrer Schüssler fand schließlich im Groß Döllner Kirchenbuch den Nachweis, dass die ursprünglich aus Zechow bei Rheinsberg stammende Orgel 1981 nach Kurtschlag umgesetzt worden war.

John Barr hat das Instrument inzwischen untersucht und sich intensiv mit weiteren Sachverständigen ausgetauscht, auch die Untere Denkmalschutzbehörde ist informiert. Er ist der Meinung, dass die Orgel mit einem Aufwand von maximal 1000 Euro konzerttauglich gemacht werden kann, wenn die erforderlichen Arbeiten in privater Eigeninitiative ehrenamtlich getan werden. Die Kosten entstehen für Material und für die Fahrkosten von Orgelbauer Berndt Kühnel aus Göttingen, der auf Vermittlung von John Barr die Pfeifen soweit nötig überarbeitet und stimmt. Die Untersuchungen ergaben, dass der Ventilator und der Motor funktionstüchtig sind und das Gebläse leicht in Ordnung gebracht werden kann.

Mit 500 Euro will der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg das Vorhaben unterstützen.

 
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BÜCHERSEITE

Wenn es um die Finanzen geht

Uwe Czubatynski: "Verein und Geld" - Das ist das Thema nicht nur für jeden Schatzmeister, sondern für alle, die in Vereinen für eine gute Sache Geld einwerben, verwalten und wieder ausgeben. Es geht also auch die Kirchbau-Fördervereine an, mit denen sich der FAK beschäftigt – und ihn selbst natürlich auch.

Dr. Czubatynski kann in dem schmalen Bändchen natürlich keine erschöpfende Anleitung für die Finanzverwaltung eines Vereins geben; viele sind ja im Hinblick auf Ziele und Struktur ganz verschieden. Es geht also nach "Appetithappen" auch um Hinweise auf weiterführende Literatur zu den angesprochenen Themenkreisen. Das Literaturverzeichnis ist ausführlich und hilfreich. Eine Betrachtung der Problematik "Wirtschafts-" und "Zweckbetrieb" bei gemeinnützigen Vereinen trifft schon im 1. Kapitel den "nervus rerum" eines Vereins. Da wird dankbar registriert, dass auch gemeinnützige Vereine unter Umständen Rücklagen bilden dürfen. Der größte Teil des Werkes behandelt dann auch die Möglichkeiten, zurückgelegte Gelder günstig anzulegen.

Nicht alle dieser ausführlich dargelegten Anlageformen (Aktien-, Renten- oder Immobilienfonds, Geldmarkttitel u. ä.) sind für Kirchbau-Fördervereine interessant. Diese Vereine sparen in der Regel aus Spenden für ihr Bauprojekt an und beantragen gleichzeitig Fördermittel. Werden diese Mittel zugeteilt, müssen alle vorhandenen ersparten Gelder mobilisiert und in das Bauvorhaben eingebracht werden, denn die Fördermittel sind nach Zuteilung auch zügig einzusetzen. Der Zeithorizont ist also nicht allzu lang und nicht exakt planbar. Die Rücklagen müssen bei Zuteilung der Fördergelder verfügbar und ohne Verluste abrufbar sein. Das schränkt die Anlagemöglichkeiten ein, und es ist oftmals eher zu raten, mit der Bank ein maßgeschneidertes Sparprogramm zu vereinbaren, als die im Markt befindlichen Standard-Anlageprodukte zu verwenden. Anders bei der Anlage von Stiftungsvermögen, das in der Regel zeitlich unbegrenzt zur Verfügung steht. Hier muss neben der Sicherheit und Rendite auch die Substanzerhaltung (Inflation!) bedacht werden. Czubatynski beschäftigt sich eingehend mit diesem Thema.

In dem Kapitel zur Rechnungslegung verlangt der Autor Publizität von Vereinen auch gegenüber der Öffentlichkeit. Finanz- und Tätigkeitsbericht sollten nicht nur den Mitgliedern zugänglich gemacht werden (wie es auch der FAK handhabt), sondern allen Interessierten. Unsere Meinung dazu ist: Ja, wir haben keine Geheimnisse, aber die Anfertigung eines Geschäftsberichts kostet Geld – Spendengeld, das möglichst nicht in die Verwaltung fließen sollte. Durch die vom Finanzamt alle drei Jahre zu erneuernde Gemeinnützigkeitsbescheinigung erhält der Verein das Zertifikat für seine Arbeit, wenn sie nützlich und korrekt entsprechend den Bestimmungen war, und das OK für sein Zahlenwerk. Großspender oder Sponsoren, die nicht Mitglieder sind, können alle Dokumente und Berichte auf Anforderung erhalten. Für sie sollten Vereinsmitglieder auch zur Verfügung stehen, um weiteren Einblick in die Tätigkeit des Vereins zu geben.

Zum Schluss gibt Czubatynski noch einige Tipps zum Fundraising. Da unterliegt jeder Verein der Notwendigkeit, Spendern und Sponsoren seine Daseinsberechtigung zu erklären. Die kann so überzeugend sein, wie nur möglich; der Erfolg hängt zum Teil aber auch vom Sujet ab. Wie hörte der FAK häufig aus Marketingabteilungen? "Dorfkirchen sind nicht sexy!"

Uwe Czubatynski: Verein und Geld, ein Ratgeber für die Vermögensverwaltung von gemeinnützigen Vereinen und Stiftungen, 1. Aufl.,
Verlag Traugott Bautz, Nordhausen, ISBN 3-88309-366-1, 22,- Euro
 

Prignitzer Dorfkirchen

Neu erschienen ist jetzt ein Heft "Dorfkirchen in der Prignitzer Elbtalaue". Die Tour orientiert sich am Elberadweg und führt von Jederitz im Süden über Havelberg, Rühstädt, Wittenberge und Lenzen bis Kietz im Nordwesten Brandenburgs. Silke Last und Pfarrer i.R. Gottfried Winter haben die Informationen zusammengestellt, Oswald Brandl aus Bad Wilsnack lieferte die gut fotografierten Abbildungen.

Informationen über Gottfried Winter; Tel. (03 87 91) 8 03 57  

Glockenläuten ohne Engherzigkeit

Der Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, Axel Noack, ermutigt in einem Beitrag für die Publikation "Diakonie auf dem Land" dazu, das Totengeläut auch kirchlich nicht gebundenen Menschen in den Dorfgemeinden zu gewähren. "Auch wenn Sprengstoff hinter dieser Frage schlummert", so Noack, "denke ich, wäre es ein gutes und für mich auch diakonisches Zeichen, wenn es unsere Gemeinden schaffen würden, nun sehr offensiv und öffentlich mitzuteilen, dass sie schon bereit sind, die Glocken zu läuten, wenn ein Mensch im Dorf gestorben ist."

In manchen Gemeinden habe ein Kleinglaube im Blick auf die Unterhaltung kirchlicher Gebäude geherrscht. Und dieser sei überall im Lande beschämt worden. Denn es seien in einer großen Aufbruchstimmung Kirchen renoviert worden, und zwar unter engagierter Beteiligung auch vieler kirchlich nicht Gebundener, sagt Axel Noack in seinem Beitrag "Diakonisches Handeln im ländlichen Raum – ein Vorschlag aus Ostdeutsch-land" für die Zeitschrift "Kirche im ländlichen Raum".

Der Landesbischof hält diesen Schritt zugleich für einen "diakonischen Beitrag" der Kirchengemeinden zum Thema Bestattungskultur, "denn die ist schon jetzt und wird in Zukunft noch stärker von Umbrüchen betroffen."

Die Publikation "Diakonie auf dem Land" (56 S.) kostet 4,50 € zuzüglich Porto.
Bestelladresse: Kirche im ländlichen Raum, Postfach 1309, 57603 Altenkirchen,
Tel.: (0 26 81) 9 51 60; Fax: (0 26 81) 7 02 06; E-Mail: schmitz@lja.de oder koch@lja.de
 
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Tipps und Informationen

AUSSTELLUNG: Historische Taufsteine und schwebende Engel

Eine Ausstellung "Taufen in der Uckermark" bereitet zur Zeit der "Verein zur Erhaltung kulturhistorischer Bauten in der Uckermark" vor. Am 16. Juni, 16 Uhr, wird sie mit einem Konzert in der Kirche von Falkenberg eröffnet.

Gezeigt werden neben eindrucksvollen Fotos verschiedener Taufengel, aufgenommen von Günther Heubner und Barbara Hübner, auch historische Taufsteine aus der Umgebung. Einige davon sind deutlich restaurierungsbedürftig. So hofft man, durch die Ausstellung auch Spenden für die Sanierung einwerben oder sogar Sponsoren gewinnen zu können.

Zum Abschluss der Ausstellung in Falkenberg wird am 8. Juli, 16 Uhr, zu einem Orgelkonzert eingeladen.

Die Exponate ziehen dann in die Kirche von Boitzenburg um, wo sie ab 14. Juli zu sehen sein werden. Auch hier wird die Ausstellung mit einem Konzert (19 Uhr) eröffnet.

 

Erfahrungen des FAK in Bochum gefragt

Großes Interesse an den Erfahrungen des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Branden-burg mit bürgerschaftlichem Engagement zur Erhaltung von Kirchen signalisierte die "Bürgerinitiative für bedrohte Bochumer Kirchen". Sie hatte zu einem Vortrag in Bochum eingeladen, wo FAK-Ge-schäftsführer Bernd Janowski von der Förderarbeit in Brandenburg berichtete.

Mit Blick auf die Konsolidierung seines Haushalts hatte das katholische Bistum Essen einen "Beschluss zur Umstrukturierung des Ruhrbistums" bekannt gegeben. Darin werden 98 Sakralbauten - darunter 16 Kirchen in Bochum - zu sogenannten "weiteren" Kirchen erklärt, die spätestens ab 2008 nicht mehr gottesdienstlich genutzt werden sollen. Weitere 75 Kirchen - darunter sieben in Bochum - werden den neuen Großpfarreien bzw. deren Gemeinden als unselbständige "Filialkirchen" zugeordnet. Unter anderem erklärte das Bistum: "Für diese künftig nicht mehr gottesdienstlich genutzten Kirchen werden Möglichkeiten der Umnutzung, der Vermietung, des Verkaufs und auch des Abrisses geprüft. (...) Der Abriss von Kirchengebäuden als letzte Möglichkeit ist dabei nicht auszuschließen."

Gegen diese Entscheidung regt sich in den betroffenen Gemeinden und darüber hinaus massiver Unmut. Die Bürger-initiative für bedrohte Bochumer Kirchen ist dabei zum Sprachrohr derer geworden, die sich für den Erhalt des baulichen Erbes, aber auch der Heimat zahlreicher Gemeindemitglieder einsetzen.

Die Homepage des Vereins bietet einen Überblick über die Situation in der Region.

 
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