Was uns bewegt - der Vorstand berichtet

Beim Blick auf den Baum den Wald nicht übersehen

Es gibt viele erfahrene Menschen, die dem Förderkreis raten, sich beim Spendensammeln nur auf ein kirchliches Bauwerk zu konzentrieren, da die Spender sich mit einem Objekt und dem Fortschritt daran mehr identifizieren als mit einem Verein, der ihnen – sofern sie nicht Mitglied sind – recht anonym erscheint.

Auch in unserem Verein ist es inzwischen so, dass wir schneller Spenden für konkrete Bauwerke erhalten (projektgebundene Spenden) als für die allgemeine Arbeit des Förderkreises, obwohl dieser seine nicht gebundenen ("freien") Spenden auch zum Beispiel über das "Startkapital" oder als Direkthilfe (in letzter Zeit zum Beispiel große Beträge für Alt Krüssow, Küstrinchen, Groß Fredenwalde, Strehlow oder Mellnsdorf) weiterleitet. Projektgebundene Spenden werden natürlich entsprechend eingesetzt, schließlich haben wir ja für das Projekt geworben.

Eine Konzentration auf ein Objekt würde aber dem Auftrag des Förderkreises nicht gerecht. Wir können unsere Projektzuschüsse im ganzen Land mit weiteren, oft von uns angeregten Zuschüssen vom Denkmalschutz, von politischen oder privaten Institutionen oder der Kirche um ein Mehrfaches erhöhen. Ein einzelnes Projekt würde aber diese Zuschüsse von Dritten keinesfalls allein auf sich ziehen, da diese ja für das ganze Land Brandenburg verplant sind. Wir würden also eventuell mehr Spenden erhalten, könnten in der Breite aber weniger bewirken.

Außerdem wollen wir über die Gründung lokaler Fördervereine und die Zusammenarbeit mit ihnen der Bevölkerung ihr Kirchengebäude wieder bewusst machen und die Dorfgemeinschaften aktivieren. Dies ist ein sozialer Aspekt der Arbeit des Förderkreises, der sehr wichtig ist und auch gewürdigt wird. Die dafür notwendige Beratungstätigkeit ist ein wesentlicher Teil der Arbeit des Förderkreises; sie erfordert viel Zeit und Geld. Ohne Beratung besteht die Gefahr, dass eingesetzte Gelder nicht effektiv verwendet werden. Je mehr Kirchenprojekte angegangen werden können, desto weniger Kirchen sind verloren. Ein "eins nach dem anderen" ist nicht möglich, da der Verfall bei den länger nicht berücksichtigten Kirchengebäuden oft endgültig ist. Ein einmal begonnenes Projekt wird aber in der Regel nicht mehr vergessen, da sonst Finanzmittel vergeudet wären. Es gilt also, viele Projekte zu beginnen.

Da kann der Förderkreis steuern: Wo lohnt es sich, da man eine Co-Finanzierung darstellen kann, wo nicht, da erst einmal angespart werden muss? Wo engagiert sich die Bevölkerung besonders? Die Beispiele ließen sich fortsetzen. Wir bitten Sie daher, uns zu vertrauen, dass wir auch "freie" Spenden zweckdienlich ausgeben, nicht nur die "projektgebundenen". Es hilft der Breite unserer Arbeit, wenn der Verein über ein großes Volumen "freier" Spenden verfügen kann. Ihre Spende, wie auch immer deklariert, ist hochwillkommen, aber bitte denken Sie dabei nicht nur an Einzelprojekte sondern auch an den Verein, damit er seine Aufgaben weiterhin erfüllen kann. Vielen Dank!

Hans Krag

     Freie Spenden    Projektgeb. Spenden    Beratungsaufwand    Finanzhilfen 
2003:35.400,-5.100,-24.200,-19.200,-*
2004:42.700,-9.000,-22.200,-29.100,- 
2005:41.000,-11.500,-23.400,-33.000,- 
* ohne Mittel der Robert-Boch-Stiftung
 
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Paul-Gerhardt-Medaille für Bernd Janowski

Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst der Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz in der Kirche am Berliner Hohenzollernplatz wurde unser langjähriger Geschäftsführer Bernd Janowski von Landesbischof Huber mit der Paul-Gerhardt-Medaille ausgezeichnet.

Die Auszeichnung wird von der Kirchenleitung jährlich höchstens an drei Personen vergeben. Mit der Paul-Gerhardt-Medaille ehrt sie außergewöhnliches ehrenamtliches kirchliches Engagement und unterstreicht mit diesem Dank die große Bedeutung ehrenamtlichen Dienstes.

Dr. Wolfgang Huber würdigte die unermüdliche Arbeit von Bernd Janowski, der sich gemeinsam mit vielen engagierten Mitgliedern des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg für den Erhalt und die Rettung gefährdeter Dorfkirchen, die Unterstützung bei der Gründung lokaler Fördervereine sowie eine beispielhafte Öffentlichkeitsarbeit einsetzt. Die Kirchenleitung sehe in der ehrenamtlichen Förderarbeit einen nicht mehr wegzudenkenden Stützpfeiler bei der Erfüllung ihrer Kernaufgaben.

"Die Verleihung des Brandenburgischen Denkmalpflegepreises im Jahr 2002 und die Vergabe des Europa Nostra Awards ein Jahr später würdigen dieses Wirken des Förderkreises, das wesentlich dem beispielhaften Einsatz von Bernd Janowski zu danken ist. Sein unermüdliches Eintreten für den Erhalt der zahlreichen Dorfkirchen in Brandenburg ist für unsere Kirche von unschätzbarem Wert", heißt es in der Laudatio.

Dr. Uwe Otzen

 
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Ermutigungen für neue Wege

Startkapital 2006 vergeben

Gedankenaustausch vor Ort 
Wie machen´s andere? - Gedankenaustausch vor Ort
Foto: Gonda

Zur feierlichen Preisübergabe "Startkapital für Kirchen-Fördervereine" hatte der Förderkreis Alte Kirchen diesmal nach Günterberg im Landkreis Uckermark eingeladen. Der dortige Verein Denkmalpflege gehörte im vergangenen Jahr zu den Preisträgern und so konnten die Mitglieder ihren Gästen beachtliche Ergebnisse ihres bürgerschaftlichen Engagements präsentieren. So bei einer fachkundigen Führung durch die restaurierte Kirche, in deren Turmuntergeschoss auch ein angemessener Raum für weltliche Trauerfeiern entstand. Gut genutzt wurde auch die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch am Beispiel der von den Preisträgern ausgestellten Dokumente. Ein fröhlich-besinnliches Konzert beschloss das Beisammensein.

Den liebenswürdigen Gastgebern sei herzlicher Dank gesagt.

Die diesjährigen Preisträger stellen wir im nächsten Beitrag vor.

Christof Knaus vom Förderverein zur Erhaltung der Kirche in Damelack e.V. dankte im Namen der Preisträger.

Aus dem Grußschreiben von Landesbischof Dr. Wolfgang Huber zur Preisverleihung:
"Der Erfolg hat bekanntlich viele Mütter und Väter. Ich denke vor allem an die Initiatoren in den Dörfern, die sich in lokalen Fördervereinen zusammengefunden haben und anpacken. Sie setzen sich dafür ein, ihr Kirchengebäude instand zu setzen.
Mein Dank gilt dem Förderkreis Alte Kirchen, der nicht müde wird, das bürgerschaftliche Engagement vor Ort zu unterstützen. Der Förderkreis sieht seine Aufgabe vor allem darin, mit neuen Initiativen, mit pfiffigen Ideen und verstärktem Einsatz Spenden zu sammeln, um die Mittel dann für diese Sanierungsprojekte zur Verfügung zu stellen.
Und natürlich danke ich den Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen, der Landkreise und des Landes Brandenburg. Ich denke an unsere Partner in der Denkmalschutzbehörde, an die Kirchengemeinden, die Kirchenkreise und die zuständige Fachabteilung im Konsistorium der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg – schlesische Oberlausitz. Sie alle haben die Verwirklichung der Projekte mit Verständnis, oft auch mit Geldmitteln und manchmal mit einer weitherzigen Auslegung von Vorschriften unterstützt.
Ihnen allen gilt mein Dank und den Preisträgern mein Glückwunsch. Sie haben jetzt noch einen langen und schweren Weg vor sich zur Vollendung dessen, was heute angefangen hat. Es wird Rückschläge geben – behalten Sie Ihren Mut und geben Sie nicht auf! Dafür wünsche ich Ihnen Gottes Segen und gutes Gelingen."

 
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Die Preisträger des "Startkapital für Kirchen-Fördervereine 2006"

Um das vom FAK in diesem Jahr zum sechsten Male ausgeschriebene "Startkapital für Kirchen-Fördervereine" hatten sich insgesamt 27 Vereine beworben. Und es kann wieder resümiert werden: Eine Anerkennung haben sie alle verdient, die sich mit großem Engagement und vielen Ideen für die Erhaltung, Instandsetzung und angemessene Nutzung ihrer Kirchengebäude einsetzen.

So fiel der Jury auch diesmal die Auswahl für die insgesamt fünf ausgeschriebenen Preise zu je 2.500 Euro nicht leicht. Schließlich wurde entschieden, dass sich die Vereine in Dahmsdorf und Mellnsdorf einen Preis mit einem Preisgeld von jeweils 1.250 Euro teilen.

Dank der persönlichen projektgebundenen Spende eines FAK-Mitglieds war es möglich, außerhalb der Startkapital-Ausschreibung den Förderverein Dorfkirche Selbelang (Landkreis Havelland) mit einer zusätzlichen Geldzuwendung in Höhe von 2.500 Euro als Anschubfinanzierung zu bedenken.

Einigen Startkapital-Bewerbern, die nicht unter den Preisträgern sind, wurde eine erneute Antragstellung im nächsten Jahr empfohlen.

Die verantwortungsvolle Arbeit der Jury leisteten Marianne Fiedler und Günter Schöne vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg; Klaus-Heinrich Kanstein, Superintendent i. R.; Christa Menz, Untere Denkmalschutzbehörde Potsdam-Mittelmark / Brandenburgische Architektenkammer; Johannes Penzel, Architekt in der Denkmalpflege.


Dorfkirche Brielow
In Eigenarbeit schon viel geschafft

Die Kirche wurde zwischen 1769 und 1873 erbaut. Jahrelange Vernachlässigung hat die Bausubstanz stark geschädigt. Der Schwamm machte sich breit, in den Dachbalken nagt der Holzwurm. Als sich der Förderverein 2005 gründete, wusste er sehr wohl um den zu erwartenden hohen finanziellen Aufwand. Inzwischen haben die Mitglieder den Turm vom Schutt befreit, in Eigenleistung wurde der Schwamm beseitigt, und auch ein Gutachten über den Zustand der Dachkonstruktion ging in Auftrag. Die Kirche ist nach wie vor stark gefährdet.

  Förderverein Dorfkirche Brielow e. V.
 
Landkreis Potsdam-Mittelmark
 
Dorfkirche Damelack
Mit viel Mut an viele Aufgaben

Dass die völlige Wiederherstellung der Damelacker Kirche in greifbare Nähe gerückt ist, muss vor allem der Initiative des Vereins zugeschrieben werden. Und der hat sich viel vorgenommen: Turmkonstruktion stabilisieren, Dachstuhl sanieren, Eindeckungen erneuern, Instandsetzungsarbeiten an Außenhülle und Innenraum. Durch den engagierten Einsatz der Vereinsmitglieder konnten mit Unterstützung durch kirchliche und öffentliche Institutionen bereits weitere Vorarbeiten für eine Wiederherstellung geleistet und potentielle Fördermittelgeber gewonnen werden. Realistische Konzepte für eine kirchliche und öffentliche Nutzung wurden erarbeitet.

  Förderverein zur Erhaltung der Kirche in Damelack e. V.
 
Landkreis Ostprignitz-Ruppin
 
Dorfkirche Hohenjesar
Für die Zukunft "ausgegraben"

Erstes Ziel des Vereins ist es, die Ruine des Kirchenschiffs vor dem endgültigen Verfall zu retten und damit ein bedeutendes Denkmal der Geschichte des Ortes und der Kirchengemeinde für die nachfolgende Generation zu bewahren.
Der Barockbau, einst Patronatskirche der Familie Burgsdorf, war am Ende des Zweiten Weltkrieges stark beschädigt worden; Bemühungen engagierter Einwohner um die Erhaltung wurden zu DDR-Zeiten unterbunden. Die Ruine des Kirchenschiffs war den Witterungseinflüssen schutzlos ausgesetzt, Bäume und Sträucher nahmen bald davon Besitz.
Auf Initiative der Vereinsmitglieder ist der Wildwuchs inzwischen beseitigt. Nun soll zunächst die Mauerkrone gesichert werden. Im erhaltenen, aber ebenfalls sanierungsbedürftigen Kirchturm, wurde ein Vereinszimmer eingerichtet. In Hohenjesar gibt es zwar keine "Offene Kirche", aber einen "Offenen Turm", der Touristen zu einem weiten Rundblick einlädt.

  Freunde der Kirche Hohenjesar e. V.
 
Landkreis Märkisch-Oderland
 
Dorfkirche Kehrberg
Ein Dorf auf die Beine gebracht

Gleich nach seiner Gründung machte sich der Verein mit Elan ans Werk: die Sanierung der als dreiteilige Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert in der Prignitz einzigartigen Christus-Kirche. Schon ist das Dach saniert, die Bekrönung wieder aufgesetzt.
Was den Verein besonders auszeichnet, ist die Tatsache, dass er das ganze Dorf für die gute Sache auf die Beine brachte und im Ort mit seinen weiteren Vorhaben deutlich präsent ist. Zahlreiche Helfer wurden gewonnen, was für die vielen noch anstehenden Arbeiten von großem Vorteil ist.

  Förderverein der Kirche Kehrberg e. V.
 
Landkreis Prignitz
 
Dorfkirche Dahmsdorf
Hilfe für St. Thomas

St. Thomas in Dahmsdorf ist ein bescheidenes Kirchlein, doch seine Mauern bezeugen Jahrhunderte gelebten Glaubens. Die Zeit hinterließ allerdings auch Spuren: Schwamm im Dachstuhl, marode Holzfenster, Feuchtigkeit im Mauerwerk...
Der Förderverein gründete sich mit dem Ziel, den denkmalgeschützten Bau zu sanieren. Im engen Zusammenwirken mit der Kirchengemeinde und der Kommune soll hier eine Begegnungsstätte geschaffen werden, die neben Gottesdiensten auch zu kulturellen Veranstaltungen einlädt und deren Pforte für die Einheimischen wie für Touristen offen stehen soll. Bis dahin aber werden noch viele Bauarbeiten nötig sein.

  Förderverein Dahmsdorf e. V.
 
Landkreis Oder-Spree
 
Dorfkirche Mellnsdorf
Der Turm soll wieder Turm sein

Mellnsdorf, ein kleiner Ort an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt, feiert 2007 sein 800-jähriges Bestehen. Nicht so feierlich sieht es zur Zeit an der alten Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert aus. Der hölzerne Glockenturm musste aus Sicherheitsgründen abgebaut und neben der Kirche abgestellt werden. Mit dieser Situation möchte sich die Kirchengemeinde nicht abfinden. Um die Kirche zu retten und zu sanieren, gründete sich der Förderverein, der inzwischen auch schon mit verschiedenen Aktionen tätig wurde. Ein erster Bauabschnitt wurde abgeschlossen, die Dächer von Chor und Apsis sind saniert. Mit Konzerten und anderen Veranstaltungen wurden Mittel für den Erhalt des Baudenkmals eingeworben.

  Förderverein Dorfkirche Mellnsdorf e. V.
 
Landkreis Teltow-Fläming
 
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Unser "Startkapital" als Mutmacher — hat es sich vor Ort ausgezahlt?

Wenn wir wieder Kirchenfördervereinen ein Startkapital auf den Weg gegeben haben, dann hatten uns dazu auch die "Schneeballeffekte" wie in Woltersdorf, Landkreis Potsdam-Mittelmark, ermutigt: Der dortige Förderverein für die Dorfkirche gehörte 2004 zu den Preisträgern. Mit ihrem Engagement verstanden es die Mitglieder, diese Anschubfinanzierung durch Eigenleistungen, viele Aktivitäten, durch Einwerbung weiterer Fördermittel und Spenden zu vervielfachen. Vorsitzender Helmut Scheer schreibt uns unter anderem:

Förderverein Dorfkirche Woltersdorf

Mit dieser "Rückenstärkung" konnten wir Kraft zum Neuanfang schöpfen

 Dorfkirche Woltersdorf

Das Startkapital hatte für unseren Verein genau die Wirkung, die der Geber damit beabsichtigt hat. Mit dieser materiellen wie ideellen "Rückenstärkung" durften wir plötzlich hoffen, unser Vorhaben wahrmachen zu können.

Die Woltersdorfer Kirche mit aktiver Gemeinde liegt mitten im Ort, umgeben vom eingefriedeten Kirchhof, weshalb ihr die Untere Denkmalschutzbehörde eine städtebauliche Bedeutung beimisst. Sie ist ein Werk des Brandenburger Stadtbaurates Thümen, wurde 1826/27 in schlichter, dem Klassizismus verpflichteter Formensprache als putzsichtiger Bau errichtet. 1886 war erstmals eine Sanierung des Kirchturms erforderlich. Die obere achteckige Etage mit dem Ziegeldach wurde abgetragen. Der Turm erhielt einen dem Grundriss der unteren Etage angepassten Aufsatz mit schiefergedeckter Spitze und Turmuhr.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges wurde der Turm als Beobachtungsposten des deutschen Militärs Ziel der sowjetischen Artillerie. Die Schäden konnten nach dem Krieg nicht behoben werden. Später deckten Stürme Teile des Dachs ab, die bleiverglasten Fenster wurden mutwillig zerschlagen, Orgelpfeifen und Kronleuchter gestohlen. 1963 musste die Kirche gesperrt werden, sie schien dem Verfall preisgegeben. Auch kirchliche Verwaltungsstellen hatten die Dorfkirche aufgegeben, man schlug den Abriss vor. Doch das wollten die Woltersdorfer Kirchenältesten nicht zulassen.

In Feierabendarbeit begannen die Gemeindeglieder mit der Sanierung. 1977 konnten die Außenarbeiten abgeschlossen werden. Es folgte der Innenausbau mit Einsetzen einer neuen Decke, der Turm erhielt wieder seine kupfergedeckte Spitze, Fenster wurden restauriert. Kurz nach der Wende konnte das Kirchendach umgedeckt werden – allerdings mit Betondachsteinen, die Turmuhr wurde restauriert, die Friedhofsbegrenzung erneuert. Wenn auch keinesfalls denkmalgerecht, so war die Kirche doch gerettet.

Weshalb also nun wenige Jahre später wieder große Bauvorhaben?

Im November 2000 hatte die Untere Denkmalschutzbehörde die Woltersdorfer Kirche auf Antrag des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege in das Verzeichnis der Denkmale des Landkreises Potsdam-Mittelmark eingetragen. Die mit der Unterschutzstellung verbundene Verpflichtung, die originale Substanz auf Dauer zu erhalten, veranlasste Pfarrerin Christiane Beutel, sofort alle Schäden und Denkmal-Unverträglichkeiten durch ein Architekturbüro feststellen zu lassen. Seitdem bemüht sie sich gemeinsam mit dem Gemeindekirchenrat um die denkmalgerechte Wiederherstellung der Kirche. Unterstützt wird sie dabei vom örtlichen Förderverein, dem nicht nur Mitglieder der Kirchengemeinde angehören, sondern auch alle anderen Woltersdorfer, die sich dem Erhalt der Kirche im Dorf verpflichtet fühlen.

Auch mit Hilfe des Starkapitals ist es uns nun im Jahr 2005 gelungen, den ersten Bauabschnitt zur denkmalgerechten Wiederherstellung erfolgreich abzuschließen. Mit einem Investitionsvolumen von 56.000 Euro wurden die Dach– und Deckenkonstruktion von Kirchenschiff und Turm saniert, Schallluken und Turmfester erneuert bzw. repariert. Gleichzeitig konnten für zusätzliche 5.000 Euro erste Sanierungsarbeiten an der Orgel ausgeführt werden.

In diesem Jahr ging es nun an den zweiten Bauabschnitt: die Restaurierung der baulichen Hülle: Die Betondachsteine verschwanden und das Kirchenschiff-Dach ist wieder mit Biberschwanzziegeln gedeckt. Zudem wurde das Gebäude neu verputzt und Abdichtungsmaßnahmen vorgenommen.

Noch gibt es etliches zu tun, aber wir sind auf einem guten Weg. Und das auch dank Ihrer Hilfe. 2007 wollen wir einen dritten Bauabschnitt realisieren, bei dem die Innensanierung mit neuer Decke, Fußbodenbelegung und Maler-arbeiten im Vordergrund stehen soll. Leider fehlt uns noch das nötige Geld, aber wir haben gelernt zu kämpfen.

Wir wünschen dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg die Möglichkeit, noch vielen neu gegründeten Vereinen in dieser Art helfen zu können, weil sich diese Hilfe mit dem Elan der Vereinsmitglieder zu einer großen Kraft potenziert.

 
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Kostbarkeiten aus Jahrhunderten hinter schlichten Feldsteinmauern

 
IN AKUTER NOT
 
Diesmal bitten wir um
Ihre Spende für die Kirche von
 
Felchow
 
Für die notwendige Sanierung fehlen noch weitere Mittel.
Dorfkirche Felchow 
AUFMERKSAMKEIT verdient die Dorfkirche von Felchow, deren Äußeres so bescheiden und unauffällig wirkt.
Fotos: Janowski
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Auf den ersten Blick scheint die Dorfkirche in dem nahe Angermünde gelegenen Ort Felchow nichts besonderes zu sein. Gegenüber dem imposanten und teilweise restaurierten Gutshaus steht ein einfacher Feldsteinbau des 13. Jahrhunderts, wie es Dutzende in der Uckermark gibt. Der Turmaufsatz stammt aus dem späten 18. Jahrhundert. Bis auf die mittelalterliche Dreifenstergruppe im Ostgiebel wurden die übrigen Fensteröffnungen im Barock rundbogig vergrößert.

Erst beim Betreten des Innenraumes ist man wirklich überrascht vom reichhaltigen und qualitätvollen Inventar. Der gemauerte Altarblock ist noch mittelalterlichen Ursprungs, der dreiflüglige Schnitzaltar ein Stilmix verschiedener Epochen: Das Abendmahlsrelief in der Predella, und die Darstellungen von Geburt und Taufe Christi entstanden 1595; zwei Schnitzfiguren, Propheten darstellend, stammen vermutlich noch aus vorreformatorischer Zeit und das Kruzifixus im Zentrum des Altars ist eine moderne Arbeit des 20. Jahrhunderts. Bekrönt wird das Retabel von zwei geschnitzten Vögeln: einem Pelikan, der die aufopferungsvolle Liebe Christi verkörpert und dem sprichwörtlichen Phönix aus der Asche als Symbol der Auferstehung. Die ursprünglich von einer Mosesfigur getragene Kanzel (1630) zeigt das typische Dekor der Renaissancezeit.

 Dorfkirche Felchow - Innenraum
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Dorfkirche Felchow - Taufengel
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Dorfkirche Felchow - Orgel
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Die beiden wertvollsten Ausstattungsstücke erhielt die Kirche jedoch mehr als einhundert Jahre später unter der Patronatsherrschaft der Familie von Stotz; laut Kirchenbuch (1734) lebten damals in Felchow nur 96 Einwohner.

Bernhard Heinrich Hattenkerell, Bildschnitzer aus dem neumärkischen Mohrin, schuf 1732 den prachtvollen Taufengel. Die Aufhängung an der Kirchendecke kommt aus einer geschnitzten Gloriole mit dem Symbol der Dreifaltigkeit. Das kunstvoll geschnitzte, wie im Flug flatternde, weiße Gewand ist mit Goldfarbe abgesetzt. In der linken Hand trägt der Engel eine muschelförmige Taufschale, während die rechte ein Spruchband hält: "Ein offenen Born Wider die Sünde und Unreinigkeit..."

Glanzstück der Felchower Kirche jedoch ist die Orgel, geschaffen 1745 vom Großmeister des märkischen Orgelbaus, Joachim Wagner. Der im Original erhaltene barocke Prospekt des Instruments wurde laut Inschrift von "...Minder aus Schwedt staffiret". Zwei Putten mit Trompeten heben bei Betätigung des Zimbelstern-Registers ihre Instrumente an den Mund, der Zimbelstern setzt seinen mit Glöckchen versehenen Strahlenkranz in Rotation. Zwar wurde die Felchower Orgel mehrfach verändert und ergänzt, doch ein großer Teil des Pfeifenbestandes stammt noch aus der Werkstatt Joachim Wagners.

Die Interessengemeinschaft Wagner-Orgel Felchow möchte das wertvolle Instrument umfangreich restaurieren lassen und spätere Zusätze rückbauen. Seit Jahren finden Konzerte und Führungen statt, um dafür Spenden einzuwerben.

Zuvor jedoch ist eine grundlegende Sanierung des Kirchengebäudes notwendig. Unter anderem hat sich im Dachstuhl Hausschwamm gebildet, die Dachkonstruktion ist stark gefährdet. Ein Sanierungsgutachten liegt vor. Förderanträge sind gestellt. Wenn es nach den Plänen der Kirchengemeinde ginge, könnten die Instandsetzungsarbeiten im nächsten Jahr beginnen.

Am 2. Oktober veranstaltete der Förderkreis Alte Kirchen in Felchow ein Benefizkonzert mit dem Barockensemble "Uccellini". Ein Vorstandsmitglied unseres Vereins hatte für seine Geburtstagsgäste eine Busfahrt durch die Uckermark mit Besuch des Felchower Konzerts organisiert. 1.500 Euro konnten an diesem Tage für die Sanierung der Kirche gesammelt werden. Darüber hinaus sagte der Förderkreis Alte Kirchen für 2007 weitere 5.000 Euro zu, sollte es zu einer Gesamtfinanzierung des Bauvorhabens kommen.

Bernd Janowski

Weitere Informationen:
IG Wagner-Orgel Felchow; Dr. Dietrich Pavel; Angermünder Str. 8, Tel. (03 33 35) 4 11 23;

Spendenkonto:
Förderkreis Alte Kirchen; Kto. 51 99 76 70 05; BLZ 100 900 00; Berliner Volksbank; Kennwort: Felchow

 
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Wechselbad im Oderbruch

Notizen von der Herbstexkursion des FAK

Schild an der Dorfkirche Carzig

Plötzlich war der Krieg mit seinen Schrecken wieder ganz gegenwärtig: Ruinen, geborstene Mauern, leere Fensterhöhlen, zerstörte Türme. Im Oderbruch gibt es heute noch 15 Kirchenruinen, nicht alle werden je wieder ihr altes Antlitz zurück erhalten. Und dennoch trafen die Teilnehmer der FAK-Herbstexkursion gerade hier Menschen, die voller Optimismus für die Rettung ihrer Kirchen einstehen - mit Respekt vor dem Erbe und Mut zu Neuem.

 Kirchenruine Hohenjesar - Innen
HohenjesarGroßbildansicht

Den Mitgliedern des Fördervereins für die Kirche Hohenjesar muss man schon besondere Tapferkeit bescheinigen. Wer im leeren, offenen Kirchenschiff stand, in dessen Mauern tiefe Risse klaffen, vermag sich eine Rettung nicht vorzustellen. Aber: außen zieht sich schon ein Baugerüst ums Gebäude; ein verglastes Fenster im Turm signalisiert, dass hier bereits neues Leben einzog. Dennoch braucht es auch künftig noch viel Enthusiasmus und einzuwerbende Mittel. So waren die 1.000,- Euro, die FAK-Schatzmeister Dr. Hans Krag als eine Spende des Lions-Clubs Seeheim an der Bergstraße zusagen konnte, hoch willkommen.

Kirche Carzig 
CarzigGroßbildansicht

Ein beschädigter Turm, Mauerreste, einige Fundamentsteine - das hatte der Krieg in Carzig hinterlassen. Wie eine schlichte Kate klebt die winzige Notkirche am neogotischen Turm, von den wenigen Dorfbewohnern angebaut, um einmal im Jahr Gottesdienst zu feiern. Vor zwei Jahren aber gründete sich eine Initiative, die die Ruine sichern und hier eine würdige Andachts- und Begegnungsstätte gestalten will. Ein FAK-Startkapital half 2005 als Anschubfinanzierung. Inzwischen ist eine Bestandsaufnahme gemacht worden. Möglicherweise wird man sich hier für einen funktionalen Neubau entscheiden, der die ursprüngliche Gestalt andeutet und das wenige Vorhandene respektiert.

 Kirchenruine Podelzig - Turm
PodelzigGroßbildansicht

Eine besonders beeindruckende Symbiose von Alt und Neu bietet Podelzig. Vom gewaltigen Westturm der Kirche war im Krieg ein kümmerlicher Stumpf geblieben, vom Schiff standen einsturzgefährdete Mauern. Heute ist der Turm wieder zu fast seiner ursprünglichen Höhe aufgemauert - deutlich erkennbar als Zutat unserer Zeit. An der Innenseite schwingt sich eine Metall-Wendeltreppe zu einer Aussichtsplattform empor. Im offenen Kirchenschiff überdacht eine Glas-Metall-Konstruktion den Altarraum, der zugleich Podium für Konzerte u. ä. sein kann. Kirchengemeinde, Kommune und der Verein der Geschichtsfreunde sehen sich hier gleichermaßen zuständig für die Bewahrung der historischen Substanz in der Ortsmitte und eine angemessene Nutzung.

Kirche Gusow 
GusowGroßbildansicht

Überraschung in Gusow: Wer bei einer früheren FAK-Exkursion vor den Trümmern der Dorfkirche gestanden hatte, erlebte sie nun wie in einem Trickfilm neu erstanden, weinberankt, als sei das schon immer so gewesen. Dagegen sprechen nur der als Ruine belassene Turm und die noch nötige Restaurierung im Innern. Darin sehen die Kirchengemeinde wie die Mitglieder des Geschichts– und Heimatvereins ihr weiteres Arbeitsfeld. Jüngster Erfolg ist die Rückkehr des einst ausgelagerten Derfflinger-Epitaphs.

 Kirche Sophienthal
SophienthalGroßbildansicht

Nach einem Abstecher zur Schinkelkirche in Neuhardenberg - sie ist in ihrer Besonderheit mit märkischen Dorfkirchen nicht vergleichbar – fand die Exkursion ihren Abschluss mit einem steingewordenen Hoffnungszeichen: Gestartet war man an Stätten der Zerstörung, hier in Sophienthal stand man nun vor einem ganz neu erbauten Kirchlein. Es entstand vorwiegend in ehrenamtlicher Arbeit und wurde zu einem wahren Abenteuer beim Einwerben der Mittel, im Kampf mit der Bürokratie, beim gut zu organisierenden Einsatz all der Helfer nicht nur aus dem eigenen Ort. Zimmermannsmeister Dieter Sawall, der hier die Fäden in der Hand hielt, erzählte davon mit so viel Engagement und Humor, dass die Zuhörer auch aus dem noch heute vom Krieg schwer gezeichneten Oderbruch viel Zuversicht mit nach Hause nehmen konnten.

Eva Gonda

 
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Alte Kirchen, schöne Landschaften und viel Musikgenuss

Ein Teilnehmer der FAK-Exkursion in die Uckermark berichtet

Unser Mitglied Joachim Killus war extra aus Gelnhausen bei Frankfurt/Main angereist, um an der FAK-Exkursion "Musikalisch durch die Uckermark" teilzunehmen. Seine Eindrücke schildert er sehr begeistert, und so ist es schade, dass wir seinen Beitrag aus Platzgründen stark kürzen mussten.

Konzert in der Stegelitzer Kirche 
SPANISCHES bot das United Continuo Ensemble beim Konzert in der Stegelitzer Kirche
Foto: W. Friedrich

Bei schönstem Wetter startete ein großer Bus mit rund 75 Kunstinteressierten, um unter fachkundiger Leitung auf Entdeckungsreise im größten Landkreis Deutschlands – der Uckermark – zu gehen. Die Teilnehmer kamen hauptsächlich aus Berlin und Brandenburg, Südniedersachsen und aus dem Raum Frankfurt am Main.

Erstes Ziel war Angermünde mit seinem Wahrzeichen, der Kirche St. Marien. Die Kirche wurde um 1250 zunächst aus Quadersteinen errichtet, aber im 14. und 15. Jahrhundert als hochgotischer dreischiffiger Backsteinbau erweitert. Der 53 Meter hohe Querturm ist der größte Feldsteinturm in Brandenburg. Im Inneren beeindrucken das sechzehnstrahlige Sterngewölbe, die Renaissancereliefs (16. Jahrhundert), ein bronzener Taufdeckel mit zartlinearen Hochreliefs (14. Jahrhundert) und vor allem die barocke Wagner-Orgel (1744). Sie war Mittelpunkt einer sehr interessanten Orgelführung und Vorspiel durch Organistin Dorothea Glös.

Weiter ging es zu – wie die Beschreibung sagt – einer der schönsten Dorfkirchen der Uckermark in Kerkow (13. Jahrhundert). Während des 30-jährigen Krieges bis auf den Chorraum verwüstet, der Feldsteinturm zerstört, wurde sie wieder aufgebaut. Das Sterngewölbe des Chorraumes wurde im 15. Jahrhundert eingezogen. Die Deckenarchitektur ist mit den dekorativen Stern- und Radmedaillons in der Uckermark einmalig. Sehenswert ebenso der dreigeschossige Sandsteinaltar (1596) und eine Kesseltaufe – eine Holzschnitzarbeit mit kronenförmiger Abdeckung.

Nach kurzer Mittagspause im Gut Kerkow ging es nach Görlsdorf. Die jetzige Dorfkirche war einst eine Schlosskirche. Das Schloss brannte in den letzten Kriegstagen aus, der angrenzende, von Peter Joseph Lenné gestaltete Landschaftspark muss noch weiter rekonstruiert werden. Die Kirche wurde 1717 erbaut und 1854 durch Turm sowie Glocken und Orgel erweitert.

Nächstes Ziel: das Städtchen Greiffenberg, ein historisch interessanter Ort – 1349 als Stadt gegründet, mehrmaliger Besitzwechsel zwischen den Brandenburgern und den Pommernherzögen. Nach dem Ersten Weltkrieg verzichtete man auf das Stadtrecht und nahm 1922 die Landgemeindeordnung an, um somit während der Wirtschaftskrise die Kommunallasten leichter tragen zu können. 1935 besann man sich der eigenen Historie und legte sich die Bezeichnung "Stadt" zu, die Greiffenberg noch heute hat.

Uns ging es aber vor allem um die Kirche: ein einfacher barocker Putzbau mit Kanzelaltar (um 1725) und Taufstein aus der Frührenaissance. Die wertvolle Röder-Orgel (der Orgelprospekt trägt die Jahreszahl 1742) wurde später umgebaut und wird heute noch für Konzerte genutzt. Auch hier gab uns Dorothea Glös einen Eindruck von dem wundervollen Klang. Über die Historie der Kirche berichtete anschaulich Pfarrer Dr. Justus Werdin.

Das Wichtigste hebt man sich zum Schluss auf. Das war diesmal die Dorfkirche zu Stegelitz mit einem Konzert im Rahmen der Uckermärkischen Musiktage. Das Kirchengebäude hat seinen Ursprung im 13. Jahrhundert. Auf der Nordseite ist die einstige Sakristei erhalten, die später als Gruft für die Suckower Linie der Familie von Arnim genutzt wurde. Wir bewunderten den reich gestalteten Altar (1598), die Kanzel (erste Hälfte des 18. Jahrhunderts), die Patronatsloge (1728) mit dem Wappen der Familien von Arnim und Löben.

In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden die Dächer von Turm und Kirchenschiff, 1996 der Turm nochmals neu gedeckt. Für weitere Renovierungen fehlten die Mittel.

Im Juli letzten Jahres wurde bei einer näheren Untersuchung festgestellt, dass die Dachkonstruktion des Kirchenschiffes in den Auflagebereichen stark geschädigt ist. Das wirkliche Ausmaß der Schädigung wird sich vermutlich erst herausstellen, wenn mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen worden ist. Die evangelischen Kirchengemeinde Gerswalde startete deshalb einen Spendenaufruf, um Mittel für die Sicherung der Stegelitzer Kirche einzuwerben.

Für die Konzertpause hatten die versierten Kuchenbäckerinnen der Kirchengemeinde im Kirchgarten ein Kaffee- und Kuchenbüfett vorbereitet, das dankbar angenommen wurde.

Es war ein wunderschöner Tag mit herrlichen Eindrücken, sowohl von der Landschaft als auch von den interessanten Bauwerken, die in hervorragender Weise vorgestellt wurden von Bernd Janowski, Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, und Dorothea Glös, Leiterin der Uckermärkischen Musik- und Kunstschule. Für dieses wunderbare Programm und die Ausgestaltung möchte ich – sicher auch im Namen aller Teilnehmer – ganz herzlichen Dank sagen.

 
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Wie hält man es nebenan?

Neugier auf "Entschlossene Kirchen"

Ein Ausflug nach Anhalt mit Überraschungen

Die in Brandenburgs Nachbar-Kirchenkreis Zerbst gegründete Stiftung "Entschlossene Kirchen" klingt so ungewöhnlich, dass sich Dorfkirchenfreunde aus Berlin auf den Weg nach Anhalt machten. Sie nahmen an einer Exkursion des Förderkreises Alte Kirchen teil, die in die Dorfkirchen in Düben, Hundeluft, Thießen, Grimme und Deetz führte.

Einen ersten Stopp legten die Teilnehmer an der Dübener Dorfkirche ein. Mit einiger Verblüffung hörten sie von den dort gepflegten Weihnachtsbräuchen: Am Heiligen Abend nehmen die Männer noch immer auf der Empore Platz, während die Frauen unten in den Kirchenbänken sitzen.

Dass die Kirche dort sehr lebendig ist, bezeugt die Tatsache, dass 50 der rund 550 Gemeindeglieder regelmäßig am Sonntagsgottesdienst in einem der sechs Gotteshäuser der Gemeinde teilnehmen. Dazu kommen die unterschiedlichsten Veranstaltungen, die reihum in den Wohnhäusern stattfinden.

Ein ähnliches Bild bot sich in den anderen Gemeinden. In Hundeluft wurde zum Beispiel von den regelmäßigen Konzerten der Musikschule in der Kirche berichtet. "Durch solche Veranstaltungen sinkt auch bei Menschen, die der Kirche eher fern stehen, die Schwellenangst", sagte die Vorsitzende der Stiftung, Sonja Hahn. Der Kunsthistorikerin aus Garitz liegt der Erhalt der alten Kirchengebäude am Herzen ― wegen ihres historischen Wertes, aber auch, weil sie als Anknüpfungspunkte für den Glauben dienen.

Am Ende des Ausflugs in die Nachbarschaft stellte Bernd Janowski, der die Exkursion leitete, als Resümee fest, dass in Anhalt viele Kirchengebäude in einem erkennbar besseren Zustand sind als in Brandenburg. Da sei eine Stiftung, die heute schon Geld für spätere Baumaß-nahmen anspart, ein guter Weg, um den Erhalt der Kirchengebäude auch in Zukunft abzusichern.

Benjamin Lassiwe
aus "Die Kirche"/Magdeburg

 
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Originelle Idee

Mit Geburtstagsgästen über Land

Eine Extra-Exkursion mit Extras / Nachahmungen möglich

Für seine Gäste anlässlich seines 70. Geburtstages hatte sich unser Vorstandsmitglied Arnulf Kraft etwas ganz Besonderes ausgedacht: Er lud sie zu einer Rundfahrt durch die Uckermark ein.

Auftakt war eine Führung durch die Marienkirche in Angermünde. Dorothea Glös ließ die dortige Wagnerorgel erklingen, und sogar das Innenleben des Instruments konnte bestaunt werden.

In der frisch sanierten Kirche von Criewen erwartete Pfarrer Gunter Ehrlich die Geburtstagsgesellschaft. Das Gotteshaus liegt malerisch in der Landschaft des Unteren Odertals. Bei der Anlage eines Parks durch Peter Joseph Lenné 1822 war das Dorf Criewen abgebrochen und etwa zwei Kilometer entfernt neu aufgebaut worden. Nur die Dorfkirche wurde damals in die planmäßige Landschaftsgestaltung einbezogen.

Den Abschluss des Ausflugs bildete ein Benefizkonzert, gestaltet vom Barockensemble "Uccellini", in der Dorfkirche von Felchow. Immerhin 1.500 Euro kamen für die Renovierung des dringend sanierungsbedürftigen Gebäudes zusammen.

Die etwa vierzig Gäste werden die ungewöhnliche Geburtstagsfeier sicher noch lange im Gedächtnis behalten. Ihnen und dem Jubilar sei für die Spende herzlich gedankt.

Vielleicht haben auch Sie Interesse daran, aus Anlass eines Geburtstages oder eines anderen Jubiläums Ihre Freunde und Verwandten zu Spenden für eine gefährdete brandenburgische Dorfkirche aufzurufen oder sogar zu einer ähnlichen Exkursion einzuladen? Wir helfen Ihnen gern bei der Vorbereitung und Organisation; rufen Sie uns einfach an!

 
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Richtkrone grüßt über die Oder

Rosower Gedächtniskirche nimmt immer mehr Gestalt an

 Richtfest in Rosow
Richtfest in Rosow

In Rosow (Landkreis Uckermark) wurde in diesem Herbst groß gefeiert: Eine Richtkrone schwebte neben dem alten Feldsteinmauerwerk des Turmstumpfes empor zu den Stahlträgern, die in ihrer Form den neu geplanten Turm schon einmal erahnen lassen. Aus gutem Grund ein großes Fest, das zwei Tage später im renovierten Kirchenraum mit einem ersten Gottesdienst seit langem noch einmal feierlich begangen wurde.

Der Turm der Feldsteinkirche war in den besonders dramatischen Kriegstagen im Frühjahr 1945 zerstört worden. Die Erhaltung des Kirchenschiffs wurde danach vernachlässigt, es konnte in den letzten Jahrzehnten nicht mehr genutzt werden; Gottesdienste fanden im Pfarrhaus statt.

Vor etwa drei Jahren gründete sich der Förderverein Gedächtniskirche Rosow mit dem Ziel, in dem Gotteshaus ein deutsch-polnisches Begegnungszentrum einzurichten, eine gemeinsame "Gedenkstätte für Flucht, Vertreibung und Neuanfang". Seitdem fanden zahlreiche Veranstaltungen statt. Schicksale von Vertriebenen beiderseits der Oder wurden dokumentarisch aufgearbeitet.

Mit Mitteln des Pomerania-Programms der EU wird es nun möglich, einen neuen Kirchturm in modernen Formen zu errichten, von dessen Aussichtsplattform sich ein weiter Blick über die Oderlandschaft bis nach Stettin bieten wird.

 
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Eine Zukunft für Klein Linde?

Erste Maßnahmen zur Rettung der Gutskapelle

 Gutskapelle Klein Linde

An der Gutskapelle in Klein Linde (Landkreis Prignitz) werden zur Zeit Notsicherungsarbeiten durchgeführt. Unter der Anleitung des Architekten Peter Wieck und durch Mitwirkung von Handwerkern aus der Region ist es möglich, diese Arbeiten ehrenamtlich zu leisten. Die Materialkosten übernimmt der Förderkreis Alte Kirchen. Im Auftrag der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises und des FAK erstellte Architekt Wieck ein Sanierungsgutachten.

Die barocke Gutskapelle wird seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt und ist in einem äußerst maroden Zustand. Erbaut wurde sie 1736 auf Veranlassung des Patrons Siegmund Seebald, Zoll- und Salzdirektor zu Wittenberg. Die Kapelle von Klein Linde ist der einzige barocke Putzbau der Region.

Schon 1994/95 sind Notsicherungsarbeiten durchgeführt worden. Damals wurden Teile des Inventars, darunter ein wunderschönes Sandsteinepitaph für die Frau des Erbauers der Kapelle, ausgelagert. Inzwischen verschlimmerte sich der Zustand des Gebäudes wiederum. Die Rückwand der Kirche ist bereits eingestürzt, Teile der Dachkonstruktion sind zerstört.

Der FAK hatte seinerzeit Vertreter verschiedener Institutionen zusammengeführt, um über eine Lösung des Problems zu diskutieren. Chancen hat der Ort durch einen viel befahrenen Radwanderweg und eine beliebte Kanuwanderstrecke.

 
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Unterricht direkt vor Ort

Weiteres Angebot für Kirchenführer

Ein interessantes Schulungsangebot für alle, die ihre Kirche für Gäste öffnen und die Besucher sachkundig informieren wollen, bietet die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Berlin-Brandenburg e. V.. Ihnen soll das nötige Rüstzeug vermittelt werden, um diese Aufgabe mit größerer Sicherheit, Umsicht und Freude ausüben zu können.

Ein großer Vorteil: Die Dozenten kommen selbst zu den Interessenten, in ihren Ort oder ihre Region, um die Schulungen ganz praxisnah mit den Gegebenheiten vor Ort zu verbinden. Voraussetzungen sind, dass sich jeweils eine Gruppe von sechs bis sechzehn Personen zusammenfindet, und ein geeigneter Raum.

Das Schulungsangebot umfasst je nach Absprache mindestens zwei, höchstens drei Tagesveranstaltungen (in der Woche oder samstags). Kosten entstehen lediglich für die Anreise der Dozentinnen bzw. für ein Tageshonorar bei Anfrage einer Spezialreferentin für Gesprächsführung. Eine Teilnahmebescheinigung wird ausgestellt.

Ziel der Weiterbildung ist es, die Teilnehmer zu befähigen, den Kirchenraum als spirituellen und ästhetischen Raum deutlich zu machen, die Kommunikation mit Besuchern zu meistern und den Raum einladend zu gestalten.

Es gibt vier Schwerpunkte:

  1. Selbstverständnis, Rollen, Aufgaben
  2. Der Kirchenraum als Erfahrungs- und Bedeutungsraum
  3. Raumgestaltung und -erklärung
  4. Kirchenraumdidaktik und Gesprächsführung

Die Arbeitsgemeinschaft stellt auf Anfrage Unterlagen zur Verfügung, die für die Projektskizze bei der Beantragung von Maßnahmen bei den Job-Centern oder Agenturen für Arbeit dienen können.

Diese Schulungen ergänzen die seit zwei Jahren durchgeführte Fortbildung für ehrenamtliche Kirchenführer.

Information und Anmeldung:

Geschäftsstelle der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Berlin-Brandenburg e.V. (EAE),Burghof 5, 14776 Brandenburg / Havel
Dr. Wolfgang Wesenberg, Leiter der Geschäftsstelle; Marion Fleige, M.A., M.Sc., päd. Mitarbeiterin
Tel. 030 / 612 099 37, E-Mail: marifleige@gmx.net

Diese Schulungen werden gefördert von der Robert-Bosch-Stiftung.

 
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Per Fahrrad von Kirchentür zu Tür

Luckauer Förderkreis empfiehlt weitere Touren im Naturpark

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz drei Faltblätter mit Streckenführung und Informationen zu Kirchen-Radtouren rund um Luckau herausgegeben. Jetzt sind drei weitere Radwander-Führer fertiggestellt worden.

Im Umfeld der historischen Kleinstadt Luckau gibt es eine ungewöhnliche Dichte von Kirchen, eingebettet in eine weiträumige Landschaft. Die Gotteshäuser in den oft sehr kleinen Dörfern sind jeweils nur wenige Kilometer voneinander entfernt.

Mit Erscheinen des neuen Radwander-Führers können nun über 40 Kirchen aus der Zeit der Romanik bis zum Jugendstil entdeckt werden. Die Radler sind auf reizvollen Wegen im Naturpark Niederlausitzer Landrücken unterwegs, erfahren etwas über Kultur und Geschichte und können die alten Kirchen besichtigen, die davon am eindrucksvollsten Zeugnis ablegen. Besonders die sehr individuellen und auch wertvollen Ausstattungen geben jedem Kirchenraum sein eigenes Gesicht.

Die Kirchenführer können bestellt werden bei: Annegret Gehrmann; Kirchstr. 1; 15926 Heideblick; OT Langengrassau; Tel.: (03 54 54) 3 93;

E-Mail: info@kirchen-luckauer-niederlausitz.de

 
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Mit dem "Geizigen" auf Tournee

Eine kleine Bilanz des Projekts "Theater in der Kirche" 2006

 Theater in Gadow

Nun schon im fünften Jahr gastierten in den Sommermonaten die jungen Schauspieler des Ateliers "Startbrett" in kleinen brandenburgischen Dorfkirchen. Das Projekt - in enger Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Alte Kirchen organisiert - präsentiert jeweils einen Klassiker der Theaterliteratur in eigener Bearbeitung. In diesem Jahr war es die Komödie "Der Geizige" von Jean Baptist Moliere, die allerorten viel Freude bereitete.

Die kleine Theatergruppe unter der Leitung von Heidi Walier erhält keine Fördergelder vom Land und ist deshalb auf Spenden angewiesen. Dennoch wird jeweils die Hälfte der Spendeneinnahmen bei jeder Aufführung für den Erhalt der gastgebenden Kirche zur Verfügung gestellt.

Es gehört also sehr viel Enthusiasmus dazu, um die mancherlei Strapazen auf sich zu nehmen, die mit den Fahrten über Land, den Auf– und Abbauten am jeweiligen Spielort und der gesamten Organisation verbunden sind. Hier nur einige Fakten:

In diesem Jahr legten die neun Akteure fast 4.000 Kilometer auf den Straßen Brandenburgs zurück. Der ganze Transport erfolgt mit nur zwei Autos, was nicht für Bequemlichkeit und besonderen Komfort spricht. An sieben Wochenende waren sie so unterwegs und boten 14 Vorstellungen an unterschiedlichen Orten. Insgesamt 1.200 Zuschauer hatten ihre Freude an den Darbietungen.

Nicht immer wurde unter schützendem Dach gespielt. In Rogäsen und Reitwein gab es zum Beispiel Freilichtvorstellungen in den Kirchenruinen. Ganz anders in Gortz: Eine Aufführung unter freiem Himmel machte der Regen unmöglich. So zog man in die eigentlich viel zu kleine Kirche und musste sich mit einer winzigen Bühne von nur zwei mal vier Metern Spielfläche begnügen.

Vielfach waren die Theaterveranstaltungen mit Dorffesten verbunden, so in Rogäsen, Brodowin, Frankfurt (Oder), Gadow, Bölzke und Roddahn. Ein besonderer Höhepunkt war das Gastspiel in Biesenthal: Hier wurde mit der Aufführung das komplett sanierte Gemeindehaus feierlich eingeweiht.

Längst ist das Atelier "Startbrett" im Lande gut bekannt, auch durch wohlwollende Kritiken in Brandenburger Zeitungen. Bleibt den jungen Schauspielern auch fürs nächste Jahr Erfolg zu wünschen, der immer auch den Dorfkirchen zugute kommt.

 
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"Offene Kirchen" suchen wieder Helfer

Das Jahresheft 2007 wird Ende März erscheinen

Von Inhalt und Erscheinungsbild der nächsten Broschüre "Offenen Kirchen", also den "Offenen Kirchen 2007", hat zur Zeit allenfalls der Redaktionskreis schon eine klare Vorstellung; sicher sind aber bereits jetzt diese Details:

  1. Wir werden wieder rund 12.000 Exemplare drucken lassen.
  2. Das Heft soll am 29. März 2007 aus der Druckerei kommen.
  3. Wieder sollen von diesem Zeitpunkt an bis Ostern (8. April) etwa 9000 Exemplare an die etwa 500 Vertriebsstellen in Berlin und Brandenburg ausgeliefert werden.

In den vergangenen Jahren haben wir mit etwa 40 Ehrenamtlichen diese Aufgabe ziemlich gut meistern können. Wir hoffen, dass das auch 2007 wieder gelingt, und fragen an dieser Stelle schon einmal die alten und auch interessierte neue Helfer, ob sie uns ab dem 29. März beim Ausfahren der Hefte "Offene Kirchen 2007" unterstützen können. Das soll nach dem bewährten Prinzip vonstatten gehen, dass jede/r mit eigenem PKW in einem überschaubaren Territorium etwa 10 bis 15 unserer Abnehmer beliefert. Der Zeitaufwand dafür beträgt allerdings mehrere Stunden. Fahrkosten können wir im bescheidenen Umfang (10 Cent pro Fahrkilometer) erstatten.

Bitte melden Sie sich, wenn Sie helfen können oder auch Fragen dazu haben, schon jetzt bei Arnulf Kraft, telefonisch: (0 30) 3 75 22 44) oder E-Mail: alte-kirchen@kraft-mail.de

Herzlichen Dank.

 
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Informationen aus dem Förderkreis

Bei Zusendungen an den FAK korrekte Anschrift beachten

Wir bitten alle Mitglieder und Freunde sowie auch alle Institutionen und Partner, bei Brief– oder Paketsendungen an den Förderkreis Alte Kirchen die korrekten Anschriften anzugeben:
Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V., PF 24675, 10128 Berlin

Bei Paketsendungen bzw. Briefpost von anderen Zustellern als der Deutschen Post:
Geschäftsstelle: Große Hamburger Str. 31, 10115 Berlin

Die Anschrift Kastanienallee 69 in 10119 Berlin ist nicht mehr aktuell.

 
Erstmals Kollekte für die Unterstützung der Arbeit des Förderkreises

Erstmalig war in diesem Jahr der Förderkreis Alte Kirchen im landesweiten Kollektenplan der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz berücksichtigt worden.

Am 10. September, dem Tag des offenen Denkmals, wurde in den Sonntagsgottesdiensten zur Unterstützung der Arbeit des FAK aufgerufen. Die Einnahmen der Kollekte werden in vollem Umfang der Instandsetzung und Erhaltung gefährdeter Kirchengebäude zugute kommen. Das endgültige Ergebnis der Kollekte steht noch nicht fest.

Wir danken allen, die sich an dieser Kollekte beteiligten.

 
Wir begrüßen neue Mitglieder

Seit November 2005 konnte der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg als neue Mitglieder begrüßen:

26 neue persönliche Mitglieder: Lieselotte Apelt, Berlin; Jörg Becken, Berlin; Annegret Behrens, Freiburg; Renate Dorothea Eichler, Berlin; Peter Füssel, Hennef (Sieg); Inge Gläser, Göttingen; Olaf Heumann, Langenselbold; Hans-Jürgen Kallenbach, Belzig; Klaus-Dieter Kuhl, Berlin; Dr. Dieter Latzel, Berlin; Ulrich Lehmann-Böhm, Soltau; Brigitte Lindenau, Berlin; Erika Mach, Berlin; Winfried Maurer, Schwäbisch-Hall; Wolfgang-Dietrich Meyer-Rath, Berlin; Eveline Müser, Berlin; Christina Neuß, Magdeburg; Ursula Rehfeldt Berlin; Gundhild Riedel, Berlin; Sigrid Riesberg, Berlin; Ingrid Rückert, Berlin; Veronika Veltkamp, Berlin; Constanze von Engelhardt, Berlin; Angelika von Magnus, Berlin; Ferdinand von Peter, Wachtberg; Katharina-Angelika Zimmermann, Pritzwalk;
13 neue Mitgliedsvereine: "Kunst- und Kulturkirche Wulkow" e. V., Wusterhausen OT Wulkow; "Offene Kirche Kantow e. V.", Kantow; Förderverein der Kirche Kehrberg e. V., Kehrberg; Förderverein Dorfkirche Bechlin e. V., Neuruppin; Förderverein Dorfkirche Brielow e. V., Beetzsee OT Brielow; Förderverein Dorfkirche in Stechow e. V., Berlin; Förderverein Dorfkirche Petershagen e. V., Zeschdorf OT Petershagen; Förderverein Kirche Stüdenitz e. V., Stüdenitz; Förderverein Wiederaufbau Kirchturm Werbig e. V., Niederer Fläming OT Werbig; Förderverein zum Erhalt der Dorfkirche in Schmachtenhagen, Schmachtenhagen b. Oranienburg; Freundeskreis "Friedenskirche Wildau", Wildau; Großräschener Orgelkonzerte e. V., Großräschen; Historische Wehranlage in Horka e. V., Horka;
eine Kirchengemeinde bzw. -kreis: Ev. Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz, Görlitz.

 
Wer will mit zum Kirchentag?

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg wird auf dem 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag 2007 (6. bis 10. Juni) in Köln vertreten sein, um über seine Arbeit zu informieren und für Unterstützung zu werben. Wer uns dabei helfen und eventuell für einige Zeit am Stand mitwirken möchte, melde sich bitte bald schriftlich bei unserer Geschäftsstelle, PF 24675, 10128 Berlin, telefonisch unter (0 30)4 49 30 51 oder per E-Mail: altekirchen@aol.com

 
Neues Faltblatt des FAK

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat ein neues Faltblatt drucken lassen, in dem die Arbeit des Vereins vorgestellt sowie um Spenden für Erhaltung gefährdeter Kirchenbauten geworben wird.

Interessenten, die den Flyer an geeigneter Stelle auslegen möchten, können Exemplare über die Geschäftsstelle des FAK bestellen.

 
Unsere Mitglieder- und Anschriftenkartei

ist in Wahrheit natürlich seit langem schon keine Kartei im gewohnten Sinne mehr, also ein mit Karteikarten gefüllter Kasten, sondern eine auf einem PC geführte elektronische Datenbank mit inzwischen einigen tausend Einträgen.

Diese Datenbank wurde jetzt umgestellt auf eine ACCESS-gestützte Datenbank und wird nun von unserem Geschäftsführer Bernd Janowski verwaltet.

Geben Sie gegebenenfalls Anschriften- und Konto-Änderungen entweder über unser Postfach 24675 in 10128 Berlin oder über die Mail-Adresse altekirchen@aol.com gleich an ihn.

 
Zu den Spendenbescheinigungen für 2006

Wie in den vergangenen Jahren wollen wir alle Bescheinigungen über Spenden und Beiträge, die wir im Jahr 2006 erhielten, noch im Januar verschicken. Wieder bitten wir dabei um Beachtung einer kleinen Einschränkung: Wir stellen Bescheinigungen gewöhnlich erst ab einer Jahressumme von 40,- Euro aus, also nicht für Zuwendungen unterhalb dieses Betrages. Das bedeutet z. B.: Alle Mitglieder, die ihren Jahresbeitrag von 40,- Euro entrichtet haben, erhalten eine Spendenbescheinigung, nicht aber diejenigen, die einen ermäßigten Beitrag entrichtet haben.

Sollten Sie aus besonderen Gründen jedoch eine Bescheinigung auch über geringere Spenden bzw. Beiträge benötigen, rufen Sie bitte an: (0 30) 4 49 30 51.

Ebenso bitten wir Mitglieder oder Spender, die Spendenbescheinigungen zur Vorlage beim Finanzamt nicht benötigen, um einen kurzen Anruf. Wir müssten dann diese Bescheinigungen gar nicht erst ausstellen und könnten auch das Porto sparen.

Und noch ein Problem: Wir erhalten immer wieder Zuwendungen von Spendern, die auf ihre Überweisung lediglich ihren Vor- und Zunamen schreiben, aber keine Anschrift. Manchmal gelingt es uns, diese zu ermitteln, in vielen Fällen aber nicht. So können wir uns weder bedanken noch eine Zuwendungsbescheinigung ausstellen.

Bitte versehen Sie darum möglichst jede Überweisung nicht nur mit Ihrem Namen, sondern entweder mit einer Kurz-Adresse oder auch einfach nur mit Ihrer Telefonnummer. Die ist in der Regel eindeutig.

 
Bitte beachten bei der Zahlung der Mitgliedsbeiträge für 2007

Dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg gehören inzwischen etwa 280 persönliche und institutionelle Mitglieder an, die unsere Arbeit mit einem festen Jahresbeitrag unterstützen. Da wir in den vergangenen Jahren erfreulicherweise ziemlich viele neue Mitglieder gewinnen konnten, mögen hier einige Hinweise zur Zahlung der Mitgliedsbeiträge hilfreich sein:

Aus naheliegenden Gründen können wir über Spenden und Beiträge Bescheinigungen nur für das Jahr ausstellen, in dem uns solche Zahlungen wirklich erreichen.

 
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BÜCHERSEITE

Die Renaissance der Taufengel

"...will Satan mich verschlingen, so laß die Engel singen, dies Kind soll unverletzet sein!"
Paul Gerhardt
 Taufengel von Kreblitz
IN GROSSER NOT - der Taufengel von Kreblitz (Landkreis Dahme-Spreewald)

"Tausend Jahre Taufen in Mitteldeutschland" – unter diesem Thema stand kürzlich eine breit angelegte und hervorragend präsentierte Ausstellung im Magdeburger Dom. Rund 60.000 Besucher aus nah und fern waren dazu nach Magdeburg gekommen.

Zu sehen waren liturgische Geräte aus fünf Jahrhunderten, Taufgeschenke und –textilien, Archivalien und Bilder. Im Chorbereich hingen und standen 31 Taufengel, die zum größten Teil eigens für diese Präsentation restauriert wurden und die jetzt "neu" in ihre Gemeinden zurückgekehrt sind. Die Kirchliche Stiftung Kunst und Kulturgut der Kirchenprovinz Sachsen hatte in einer Spendenaktion "Paten für Engel" gesucht und diese auch in unerwarteter Vielzahl gefunden.

Fast zeitgleich mit der Eröffnung der Magdeburger Schau veröffentlichte das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege eine Bestandserfassung "Taufengel in Brandenburg". Unter der fachlichen Leitung der Restauratoren des Landesamtes wurden 145 Taufengel erfasst und nach kunsthistorischen und restauratorischen Gesichtspunkten untersucht. Das Ergebnis ist ein übersichtlicher, gut fotografierter Band, der vielfältige Aufsätze zum Thema Taufengel enthält sowie den Bestand erstmals komplett vorstellt.

Etliche dieser Engel schmücken noch heute die Chorräume von Dorfkirchen, werden auch noch zu den (leider immer seltener werdenden) Taufhandlungen genutzt. Andere waren lange vergessen und ruhen heute auf Kirchenböden, in Abstellräumen der Pfarrhäuser oder in den Magazinen von Museen. Der Erhaltungszustand der letzteren Gruppe ist oftmals erbärmlich, zum Teil sind nur Fragmente erhalten. In vielen Fällen wären baldige Restaurierungsarbeiten dringend geboten, um Verluste zu vermeiden.

Nach dem Wüten des Dreißigjährigen Krieges ist es vielerorts erst zum Ende des 17. Jahrhunderts möglich gewesen, zerstörte Kirchen wieder aufzubauen und ihre Ausstattung zu erneuern. Neben den Kanzelaltären tauchten in den lutherischen Kirchengebäuden zu dieser Zeit auch die ersten Taufengel auf. Eine neue Kunstepoche, der Barock, war angebrochen. Die Taufhandlung wurde nicht mehr wie zuvor im westlichen Eingangsbereich der Kirchen vollzogen, sondern in den Mittelpunkt des Gottesdienstes gestellt. Der in manchen Publikationen angegebene Platzmangel nach Einbau des Gemeindegestühls als alleiniger Grund für das Auftauchen der Engel erscheint mir nicht plausibel. Martin Luther hatte ein durchaus positives Verhältnis zu Engeln. So war es in seinem Sinne, den Taufakt durch einen solchen begleiten und zur Inszenierung werden zu lassen.

Bereits etwa einhundert Jahre später war die "Modeerscheinung" jedoch bereits wieder vorbei. Ab etwa 1780 werden keine Taufengel mehr geschaffen, die vorhandenen zum Teil schon wieder entfernt. Eine erneuerte Art der Frömmigkeit und der Liturgie hatte sich durchgesetzt, der "irdische Zierrat" wurde als störend empfunden und mancherorts sogar ein Verbot der Taufengel ausgesprochen. Der Theologe Carl August von Hase bezeichnete diese Figuren abfällig sogar als "metaphysische Fledermäuse".

Erst seit etwa zwanzig Jahren gibt es eine Renaissance der Taufengel. Mehr oder weniger gut restauriert, zum Teil auch liebevoll, leider aber unfachmännisch "angepinselt" und ergänzt, hielten sie wieder Einzug in ihre Kirchen.

Etliche jedoch warten noch auf ihre Rettung. Vielleicht lassen sich, ähnlich wie in der Kirchenprovinz Sachsen, ja auch in Brandenburg "Paten für Engel" finden. Egal, ob die Taufengel aus qualitätsvollen Künstlerwerkstätten stammen oder eher naiv vom örtlichen Schreinermeister geschaffen wurden – sie verkörpern wichtige Zeugnisse der Kunstgeschichte und der Volksfrömmigkeit unserer Region.

Bernd Janowski

Martina Flügge u. a. (Hg.): Taufengel in Brandenburg. Eine Bestandserfassung.
(= Arbeitshefte des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums Nr. 14).
Michael Imhof Verlag, Petersberg 2006, 248 S.; ISBN: 3-86568-079-8; 29,95 Euro
Seyderhelm, Bettina (Hg.): "Tausend Jahre Taufen in Mitteldeutschland", Katalog.
Verlag Schnell + Steiner, Regensburg 2006, 519 S.; ISBN: 3-7954-1893-3; 32,90 Euro
 
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Tipps und Informationen

Klingende Münze für einen Altar

Die Akademie für Alte Musik gestaltete in der Dorfkirche Mühlenbeck (Landkreis Oberhavel) ein Benefizkonzert für den Förderkreis Alte Kirchen. Die Einnahmen in Höhe von über 900 Euro kamen auf Wunsch des Ensembles der Restaurierung des Renaissance-Altars von 1610 in der Dorfkirche Melzow (Landkreis Uckermark) zugute. Den Musikern ein herzliches Dankeschön!

Denkmalpflegepreis vergeben

Der mit 13 000 Euro dotierte Brandenburgische Denkmalpflegepreis ist in diesem Jahr an Sanierungsprojekte in der Uckermark und der Region Rathenow vergeben worden. Die Preisträger wurden für die Rettung des Gutshauses Wilmersdorf in der Uckermark, die denkmalgerechte Sanierung des früheren Pfarrstalls in Pritzerbe bei Rathenow und das Prenzlauer Schulprojekt "Zeitensprünge" zur Sanierung einer historischen Baracke in Birkenhain ausgezeichnet. Die brandenburgische Kulturministerin Johanna Wanka würdigte das Engagement von Denkmaleigentümern als einen Beitrag zur "Sicherung unseres Kulturerbes".

Hölzerne Turmspitze soll zurückkehren

Mehr als 13.000 Euro sind im Rahmen einer Spendenaktion zugunsten des Neubaus der Kirchturmspitze in Berkenbrück (Spree) zusammengekommen und damit rund die Hälfte der für das Vorhaben einkalkulierten 27.000 Euro. Die 1792 erbaute Kirche soll ihre ursprüngliche hölzerne Spitze zurückerhalten, die im Jahr 1963 wegen Baufälligkeit abgenommen werden musste.

Mutmacher für "Schatzsucher"

Ein "Mutmach-Seminar für Schatzsucher" bietet das Dialogzentrum Berlin, Leitung Pfarrer Thomas Gandow, Pfarramt für Sekten- und Weltanschauungsfragen der EKBO: Es geht um Fundraising, also um die Vermittlung von Methoden und praktischen Erfahrungen bei der Gewinnung von Förderern und der Einwerbung von Spenden z. B. für die Restaurierung einer Kirche und andere Projekte. Ute und Thomas Gandow zeigen ganz praxisorientiert und anwendbar, wie man die nötigen Spenden für sein Projekt auftreiben kann. (Erarbeitung praktikabler Maßnahmepläne, Präsentation in GKR und Öffentlichkeit, Gemeindeaufbau durch Beteiligung.) Angesprochen sind vor allem Pfarrerinnen und Pfarrer, GKR-Mitglieder und Verantwortliche in der Gemeindearbeit.
Das Seminar findet vom 11. bis 13. Februar 2007 auf der Kreuzbergbaude bei Görlitz statt; Tagungsbeitrag 196.- Euro einschließlich Vollpension.
Rückfragen an Ute Gandow, Tel. (03 38 30) 61-338;
Anmeldung an: Büro Pfr. Gandow, Heimat 27, 14165 Berlin; Fax (0 30) 84 50 96 40; E-Mail: pfarrer.gandow@berlin.de

Sanierung in Preddöhl abgeschlossen

Mit einem Festgottesdienst feierte die Gemeinde Preddöhl (Landkreis Prignitz) den Abschluss umfangreicher Bauarbeiten zur Sanierung der Kirche. Letzte Etappe war die Restaurierung des Turms und des Turmdaches. Die Kosten von etwa 180 000 Euro konnten neben dem Eigenanteil der Gemeinde durch Mittel von Land und Landkreis, von der Landeskirche und dem Kirchenkreis aufgebracht werden.

 
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