Was uns bewegt — der Vorstand berichtet

Zwischenbilanz

Je weiter das Jahr vorrückt, desto sorgenvoller schaut der Schatzmeister in seine Bücher. Das ist nicht nur im Förderkreis so, sondern zur Zeit leider überall - in der Wirtschaft wie bei den privaten Haushalten (Politiker schauen in die Bücher der Anderen).

Zunächst die guten Nachrichten: Wir haben, wie geplant, ca. 30.000 Euro für Kirchenprojekte ausgeben können. Dies entspricht dem Volumen der bis zur Ausgabe dieses Heftes eingegangenen Spenden. Wir werden auch die Druckkosten für unsere Jahreszeitschrift "Offene Kirchen" (20.000 Euro) durch Verkaufserlöse (13.000 Euro) und Anzeigenerlöse (6.300 Euro) wieder zurück erhalten. Die Einnahmen aus Veranstaltungen zeigen sogar einen kleinen Überschuss von 500 Euro über die Ausgaben für diese Projekte (Exkursionen, Ausstellungen).

Die schlechte Nachricht ist aber, dass alle anderen Ausgaben, zum Beispiel die Personalkosten, die Kosten für Beratungsreisen zu den örtlichen Fördervereinen, für Miete, Porti für den Versand unserer Zeitschriften und Materialien und andere Verwaltungskosten, über die Mitgliedsbeiträge und Bußgelder finanziert werden müssen. Diese reichen dafür aber bei weitem nicht aus. Zwar können wir das fehlende Geld unseren Rücklagen entnehmen, jedoch reduzieren sich diese dadurch auf ein Niveau, das ein ähnliches Ergebnis für das nächste Jahr nicht mehr zulässt.

Der Verein müsste seine Tätigkeit und finanziellen Hilfsleistungen einschränken.

Wir hatten für 2004 mit dieser Situation gerechnet und dies der Mitgliederversammlung berichtet, sie ist also keine Überraschung. Im Gegenteil – wir haben gespart! Trotz aller Anstrengungen (Ausstellungen, Vortragsveranstaltungen, gesteigerter Verkauf der "Offenen Kirchen") werden wir in diesem Jahr das Spendenvolumen des vergangenen Jahres nicht erreichen, und das ist der bei weitem größte Einnahmeposten. Die Ausgaben konnten um 20 Prozent gegenüber dem Plan gesenkt werden und um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr! Wir stoßen nun aber an eine Untergrenze, bei deren Unterschreitung der Förderkreis unfähig würde zu fördern.

Wie könnte man noch Ausgaben senken? Das Büro aufgeben – ca. 3.300 Euro Mietersparnis. Aber niemand aus dem Vorstand könnte privat den Aktenbestand bei sich lagern oder ein Kommunikationszentrum unterhalten. Porti, Reisekosten, Telefon – dies sind Ausgaben, die unmittelbar mit unserer Tätigkeit zusammenhängen. Die restlichen Ausgabepositionen sind die sprichwörtlichen "Peanuts", wobei erwähnt werden sollte, dass viele Vorstandsmitglieder ihre Ausgaben für den Verein gar nicht abrechnen.

Also die Einnahmen steigern! Aus Risikogründen sollte das geschehen, ohne vorher erst einmal Geld für irgendwelche Aktionen ausgeben zu müssen. Es gibt da nur den Weg, unser ohnehin vorhandenes Know-how noch besser und häufiger zu verkaufen – das heißt über Exkursionen, Informationsausstellungen mit Spendenwerbung und Vortragsveranstaltungen. Diese müssen aber aktiv und intensiv angeboten und vorbereitet werden, um Interesse zu wecken und Menschen zu aktivieren. Und da geraten wir bald an die physische Kapazitätsgrenze der Vorstandsmitglieder: Bei manchen ist die ehrenamtliche Tätigkeit inzwischen zum Vollzeitstress geworden. Wir können also nur an Sie, unsere Mitglieder und Förderer, appellieren: Helfen Sie mit, nennen Sie uns Gruppen oder Vereine, die für eine Exkursion oder einen Vortrag infrage kommen, und bereiten Sie dort den Boden schon vor; nennen Sie uns mögliche Ausstellungsorte (wo Spenden fließen können!) und bereiten Sie auch dort das Feld vor. Werben Sie zusätzliche Mitglieder und Abonnenten für die "Offenen Kirchen" und informieren Sie in der Öffentlichkeit über die Dorfkirchen, unseren Förderkreis, seine Zielsetzung, Tätigkeit und – nicht zu vergessen – seine Erfolge.

Wir haben in diesem Jahr begonnen, die Gefährdung brandenburgischer Dorfkirchen verstärkt in den westlichen Bundesländern bekannt zu machen. Es ist nicht immer einfach, dort Interesse und Hilfe zu finden – die Menschen kennen die Gegenden nicht, um die es sich handelt, und haben mittlerweile auch selbst ihre Zukunftssorgen, die die Spendenbereitschaft beeinflussen. Dennoch macht es Freude, bei den Vortragsveranstaltungen auch die Schönheiten Brandenburgs bekannt zu machen und von den vielen Initiativen hier zu berichten, in denen Menschen sich zusammengetan haben, um "ihre" Kirchen zu retten. Das bringt Sympathie für Brandenburg und unser Anliegen, und darauf kommt es an.

Wir werden 2005 unsere Bemühungen im Westen fortsetzen und hoffen, dabei einmal auf den Mäzen zu treffen, der außer Sympathie für unsere Tätigkeit auch die Mittel für eine aktive Unterstützung einbringt.

Trotz aller Engpässe schauen wir zuversichtlich nach vorn. Wir haben in diesem Jahr wieder viel geschafft und können uns auch für das nächste Jahr wieder einiges vornehmen. Jede Dorfkirchenreise durch Brandenburg be-stätigt: Es lohnt sich!

Dr. Hans Krag, Schatzmeister

 
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Erfolgsmeldung aus Saaringen

Eine Totgesagte ist wieder ganz lebendig

Vor gut sieben Jahren war es, als wir dem damals gerade fertiggestellten aktuellen Mitteilungsblatt "Alte Kirchen" in aller Eile einen Handzettel mit auf den Weg gaben. Er sollte Alarm auslösen, denn erstmals nach der Wende drohte einer unter Denkmalschutz stehenden Dorfkirche im Land Brandenburg der Abriss. Das 200 Jahre alte Gotteshaus im 50-Einwohner-Ort Saaringen nahe der Stadt Brandenburg/Havel war in einem so desolaten Zustand, dass die überforderte Kirchengemeinde nach langen Diskussionen im Gemeindekirchenrat einen Antrag auf Streichung des Gebäudes aus der Denkmalliste und Genehmigung des Abbruchs gestellt hatte.

Heute lädt die kleine Fachwerkkirche mit ihrem wiederhergestellten Fachwerktürmchen im barocken Ockerton zu Gottesdiensten, aber auch zu Konzerten, Ausstellungen und festlichen Begegnungen ein.

 
Saaringen 1997 - außen
 
Saaringen 1997 - innen
 
Saaringen heute
 
EINST UND JETZT: Vor sieben Jahren schien das Schicksal der kleinen Dorfkirche besiegelt, hätten sich vor Ort nicht mutige Retter gefunden
Fotos: Bernd Janowski

Als sich vor einigen Wochen die Mitglieder des Fördervereins Saaringer Dorfkirche zu ihrer alljährlichen Mitgliederversammlung trafen, konnten sie mit Stolz und einigem Erstaunen über die eigene Arbeit konstatieren: Nach siebenjähriger Vereinstätigkeit ist die Instandsetzung des Kirchengebäudes im Wesentlichen abgeschlossen.

Noch einmal erinnerte man sich der Bilder, die sich im Herbst 1997 bei einer Exkursion des Förderkreises Alte Kirchen nach Saaringen boten. Auf der Nordseite waren große Teile des Gesimses herausgebrochen, das Dach hatte sich gefährlich gesenkt, im Inneren wurde die bemalte Putzdecke nur durch den hölzernen Kanzelaltar vor dem endgültigen Absturz bewahrt – es bestand akute Einsturzgefahr.

Doch die Abriss-Entscheidung war in Saaringen durchaus nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen. Der Förderkreis Alte Kirchen bot sich als Vermittler an. In Gesprächen mit dem Landesdenkmalamt und dem Kulturministerium gelang es schließlich, den Abbruch zu verhindern.

Schwieriger gestalteten sich anfangs die Gespräche mit der Kirchengemeinde. Das Angebot, eine vorläufige Notsicherung zu finanzieren, wurde abgelehnt. Auf Initiative des Saaringer Ehepaars Helmcke und unter Beteiligung engagierter Einwohner gründete sich ein örtlicher Förderverein, der die Kirche in sein Eigentum übernahm, um die dringend notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen durchführen zu können.

Auf der damals bauaufsichtlich gesperrten Baustelle fand im Frühjahr 1998 ein Klavierkonzert statt, um das lange Zeit ungenutzte Kirchengebäude wieder ins Bewusstsein der Einwohner zu bringen. Durch viele Einzelspenden, kostenlose Sachleistungen der beteiligten Baubetriebe, den Einsatz von ABM-Kräften und natürlich durch den Einsatz von Fördermitteln und Zuwendungen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnten die Sanierungsarbeiten im Außenbereich unter der engagierten Bauleitung des Brandenburger Architekturbüros Wolfram und Nicolai innerhalb weniger Jahre abgeschlossen werden.

Für die Nutzung der Saaringer Kirche erarbeitete der Verein bereits frühzeitig ein umfangreiches Konzept. Regelmäßig finden jetzt Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen und Dorffeste unter Einbeziehung des Kirchenraumes statt. Die Kirchengemeinde, die ihr Gebäude bereits aufgegeben hatte, feiert – zu Ostern, Erntedank und Weihnachten – wieder Gottesdienste im renovierten Gotteshaus.

Mittlerweile ist auch die Sanierung des Innenraumes so gut wie abgeschlossen. Den mächtigen Kronleuchter hatte auf Vermittlung des FAK ein Metallrestaurator aus Sachsen kostenlos aufgearbeitet. Zur Restaurierung der weiteren Ausstattungsstücke fanden sich Spender und Sponsoren, zuletzt die Freimaurerloge der Stadt Brandenburg und der örtliche Lions-Club für Altar und Taufe.

Sieben Jahre lang haben wir das Bemühen der Saaringer um ihre Kirche begleitet, haben die Leser des Mitteilungsblattes auf dem Laufenden gehalten. "Saaringen und kein Ende" lautete eine der Überschriften. Nun ist es zu einem Ende gekommen - zu einem guten Ende. Unseren Glückwunsch an alle, die daran Anteil hatten.

Bernd Janowski/Eva Gonda

 
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Uckermärkischer Hindernislauf

Wie eine Turmsanierung beinahe verhindert wurde

 Dorfkirche Küstrinchen
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Die Arbeitslosigkeit in der Uckermark liegt, saisonbedingt, seit langem zwischen 25 und 30 %. Kleine und mittlere Handwerksbetriebe, auch solche im Baugewerbe, müssen um ihr Überleben fürchten. In hoher Zahl wandern Jugendliche ab, weil es für sie weder Ausbildungsplätze noch eine langfristige Perspektive gibt.

Zugleich wird es immer schwieriger, finanzielle Mittel für dringend notwendige Arbeiten zum Erhalt denkmalgeschützter Bauten aufzubringen, da überall das Geld knapp geworden ist. Das Zusammenspiel all dieser Tatsachen schreibt manchmal merkwürdige Geschichten, wie folgendes Beispiel aus Küstrinchen zeigt:

Nachdem es vor zwei Jahren möglich geworden war, Dachstuhl und Dach der akut vom Einsturz bedrohten Kirche mit Hilfe von uckermärkischen Fachfirmen, u. a. der Denkmalpflege GmbH Prenzlau, zu sanieren, sollte im Oktober dieses Jahres damit begonnen werden, den maroden Kirchturm instand zu setzen.

Der Förderkreis Alte Kirchen koordinierte die Vorbereitungen: 20.000 Euro an Eigenkapital konnten bereitgestellt werden: jeweils 5.000 Euro kamen vom Förderverein Dorfkirche Küstrinchen, von der Berliner Stiftung "Maßwerk" (mit der wir schon im ersten Bauabschnitt kooperiert hatten), von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler (Stiftung KiBa). Die Firma Beez & Jeske erklärte sich bereit, die Dachsteine kostenlos zur Verfügung zu stellen und eine ortsansässige Familie spendierte das komplette Bauholz. Ausgeführt werden sollten die Zimmererarbeiten von Lehrlingen des Überregionalen Ausbildungszentrums Wriezen unter fachkundiger Anleitung.

Die Vorbereitungen waren so gut wie abgeschlossen, als im letzten Moment die Maßnahme abgesagt werden musste. Die Kreishandwerkerschaft Prenzlau verweigerte ihre Zustimmung, da sie "Wettbewerbsverzerrung" und Benachteiligung regionaler Firmen annimmt. Außerdem gehe es ums Prinzip, man wolle keine Präzedenzfälle schaffen.

Weder ein engagiert befürwortendes Schreiben des Landkreises noch telefonische Nachfragen oder Presseberichte über den "Fall Küstrinchen" zeigten Erfolg – die Sachwalter des uckermärkischen Handwerks blieben bei ihrer Ablehnung.

Für die Reparatur des Kirchturms in Küstrinchen wurde in letzter Minute eine Alternative gefunden. Durch die öffentliche Diskussion um das drohende Scheitern der Bauarbeiten motiviert, stellte ein Spender eine namhafte Summe zur Ergänzung des Eigenkapitals zur Verfügung. Der vorgesehene Arbeitsumfang des Bauabschnitts wurde reduziert. Voraussichtlich wird dieser Tage eine Lychener Zimmerer-Firma mit der Arbeit beginnen.

In Küstrinchen scheint noch einmal alles gut gegangen zu sein. Trotzdem bleiben ein schaler Nachgeschmack und etliche offene Fragen. Auch die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützten Jugendbauhütten berichten vereinzelt von Schwierigkeiten mit den Handwerkskammern. – Welche Bedeutung messen wir der Denkmalpflege im ländlichen Bereich generell zu, als gesellschaftliche Aufgabe und als "Standortfaktor"? Was ist uns eine fachlich fundierte Ausbildung der Jugend, noch dazu an identitätsstiftenden Objekten in ihrer unmittelbaren Umgebung, wert? – Den weitaus größten Teil der Arbeiten werden auch weiterhin Fachfirmen ausführen, weil nur sie die notwendige Qualifikation dafür besitzen.

Ketzerisch könnte man fragen, welchen Sinn (für den Arbeitsmarkt, nicht für das Denkmal) der mehrmonatige Einsatz von oft gut ausgebildeten Arbeitslosen in einer Vergabe-ABM macht, der nach einer fünf oder sechs Monate dauernden Maßnahme unweigerlich wieder den Gang zum Arbeitsamt nach sich zieht. Auch die neu geschaffenen Ein-Euro-Jobs, von sozialen und kulturellen Initiativen inzwischen stark nachgefragt, werden den ersten Arbeitsmarkt nicht unbedingt ankurbeln. – Wer spricht da von "Wettbewerbs-verzerrung"?

Es ist nicht zu erwarten, dass die Finanzknappheit von Bund, Ländern und Kommunen (im Falle Küstrinchen auch der Kirchengemeinde in einem Dorf mit weniger als fünfzig Einwohnern) demnächst behoben sein wird. Über die Zukunft des Arbeitsmarktes, aber auch über die Zukunft des Schutzes und der Pflege von Denkmalen als gesellschaftliche Aufgabe sind noch interessante Diskussionen zu erwarten.

Bernd Janowski

 
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Dem Erbe unserer Altvorderen verpflichtet und unseren Urenkeln verantwortlich

Ermutigung für bürgerschaftliches Engagement / Startkapital 2004 an Fördervereine übergeben

 GLÜCKWÜNSCHE an Renate Schüler für den Förderverein Dorfkirche Gadow
GLÜCKWÜNSCHE an Renate Schüler für den Förderverein Dorfkirche Gadow
Foto: Hans Krag

Noch bevor die Veranstaltung begann, waren große Plakatwände in die Pinnower Dorfkirche (Landkreis Oberhavel) getragen worden: Texttafeln, reich durch Fotos illustriert, Dokumentationen mit Zeitungsausschnitten, eine beeindruckende Foto-Reproduktion des Alt Krüssower Annenaltars in Originalgröße.

Die Preisträger des diesjährigen "Startkapitals für Kirchen-Fördervereine" stellten sich mit ihren ersten Arbeitsergebnissen und Plänen vor. Es waren zugleich Belege dafür, dass die Preise zurecht vergeben wurden an die Vereine Wallfahrtskirche Alt Krüssow (Prignitz), Dorfkirche Gadow (Ostprignitz-Ruppin), Heilstätten Hohenlychen (Uckermark), Schlosskirche Lauchhammer-West (Oberspreewald-Lausitz) und Dorfkirche Woltersdorf (Potsdam-Mittelmark).

Der Vorsitzende des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, Angus Fowler, begrüßte die zahlreichen Gäste der Feierstunde, unter ihnen der Brandenburger Kulturstaatssekretär Dr. Christoph Helm, Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz und der Landtagsabgeordnete Minister a. D. Alwin Ziel.

Dr. Christoph Helm würdigte in seinen Grußworten das vielfältige bürgerschaftliche Engagement, das den Staat nicht aus seiner Verantwortung für die Bewahrung unseres Kulturerbes entlasse, aber unverzichtbare Kräfte freisetze. Große Anerkennung verdiene die jahrelange beharrliche Arbeit des Förderkreises Alte Kirchen für den Erhalt und die Sanierung brandenburgischer Dorfkirchen, insbesondere für jene, die nicht im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen. "Kirchgemeinden sind oft mit der Aufgabe überfordert, die Sanierung ihrer Kirchen zu organisieren und zu finanzieren. Sinnvolle Unterstützung kann dabei das Engagement von Vereinen bieten, in denen sich Gleichgesinnte finden, die gemeinsam für ihre Sache kämpfen." Mit der Auslobung eines Startkapitals durch den Förderkreis Alte Kirchen werde gerade die ortsansässige Bevölkerung ermutigt, sich für den Erhalt der Zeugnisse ihrer eigenen Geschichte zu engagieren.

Können wir uns das leisten, in kleinen Dörfern mit noch kleineren Kirchengemeinden viel Geld für die Instandsetzungen der Kirchen auszugeben? - Diese häufig gestellte Frage nahm Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz auf und beantwortete sie sogleich mit einer Gegenfrage: "Können wir es uns leisten, dem Verfall zuzusehen? Wir wollen uns weder vor unseren Altvorderen blamieren noch uns von unseren Urenkeln nachsagen lassen, wir hätten das Erbe verkommen lassen." (Längere Auszüge aus dem Grußwort lesen Sie im folgenden Beitrag.)

Im Namen der Ausgezeichneten, deren Leistungen und weiteren Pläne bei der Preisverleihung ausführlich gewürdigt wurden, dankten die Gadower auf ihre Weise: Sie hatten ihren Singekreis mitgebracht, dessen klingender Gruß herzlichen Beifall erntete. Renate Schüler verband den Dank aller Geehrten an den FAK mit dem persönlichen Dank der Gadower an die Architektin Bärbel Kannenberg, die ihnen bei der Rettung ihrer Kirche zur Seite stand und steht.

Schließlich ließ man sich auch nicht die gute Gelegenheit entgehen, nach dem offiziellen Teil miteinander Gedanken und Erfahrungen auszutauschen. Man diskutierte vor den Ausstellungstafeln, kam beim Betrachten der auf Leinwand projizierten Fotos der Schlosskirche Lauchhammer-West ins Gespräch oder ließ sich von den gastgebenden Pinnowern über die Erfolge ihrer Arbeit berichten. Sie waren im vergangenen Jahr unter den Startkapital-Gewinnern und hatten zur diesjährigen Preisverleihung eingeladen. Und wer sich in der Pinnower Dorfkirche umsah, fand viele Indizien für eine ergebnisreiche Arbeit:

Die stattliche Stüler-Kirche, die heute wieder genutzt werden kann, war einst jahrelang dem Verfall preisgegeben. Als sich der Förderverein gründete, ging es ihm nicht allein um die Instandsetzung des Kirchenraumes sondern ebenso um seine künftige Nutzung auch für kulturelle Zwecke. Die Ausstellung eines Borgsdorfer Kreises für Aquarellmalerei im Kirchenschiff zeigte, dass auch diese Idee längst Wirklichkeit geworden ist.

Mit dem Dank an die Gastgeber und an die beiden jungen Musikerinnen Katharina Glös und Corin Hild (Blockflöte) wünschen wir den Pinnowern weitere Erfolge.

Eva Gonda

 
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Wir können immer noch Berge versetzen

Aus dem Grußwort von Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz auf der Auszeichnungsveranstaltung in Pinnow

Das schöne Sprichwort "die Kirche im Dorf lassen" hat sich als mächtiger Slogan erwiesen und die Startkapital-Preisverleihung ist ein weiterer Beweis dafür, dass der Glaube tatsächlich Berge versetzen kann, oder um es religiös neutraler zu sagen: Wo sich in den Köpfen und Herzen ein unwiderstehlicher Wille einnistet, da tun sich auch Wege auf.

Als Generalsuperintendent des weiten ländliches Raums, auf den Gott unsere Füße stellt, könnte ich mich auch als ehrenamtlicher Mitarbeiter der verdienstvollen rbb-Fernseh-Reihe "Landschleicher" betätigen. Mein kirchlicher Auftrag ist mit einer sehr angenehmen Zugabe Gottes verbunden. Ich bekomme an nahezu jedem Wochenende eine Lektion Heimatkunde und stoße dabei auf ein Phänomen, das wir noch nicht genug bedacht und bestaunt haben. Was ist denn da im Gange jenseits beunruhigender und erschreckender Wirklichkeiten, als Bewegung auch gegen diese diffuse schlechte Laune? Nicht nur eine Art Mach-mit-Wettbewerb unter der Überschrift: Wer ist die schönste ... Kirche im ganzen Land? Das ist ja schon erstaunlich genug: In der angeblich säkularen Gesellschaft, im der Kirche angeblich so entfremdeten Osten, ist der Zustand des Kirchengebäudes dennoch eine Frage der Ehre und der Selbstachtung. Jemand hat für dieses Phänomen die schöne Faustformel gefunden: Ein Dorf, das sich selbst nicht aufgibt, gibt auch die Kirche nicht auf. Was ist im Gange hinter den auf den ersten Blick erkennbaren Motiven der Fördervereine - Denkmalschutz und Lokalstolz? Wir sehen in einer vorzeigbaren Kirche einen kulturellen Standortvorteil. Was nützen denn die Radwanderwege ohne Hingucker in der Landschaft und ohne diese andere Einkehrmöglichkeit? Also hinter Interessen und Motiven leuchtet noch etwas anderes auf, eine Ahnung vom Mehrwert des Lebens. Und die Kirchenfördervereine bewirken ja tatsächlich auch mehr mit ihren Anstrengungen als sie vielleicht auf dem Programm haben: Positive gesellschaftliche Nebenwirkungen, es bleibt nicht ohne Folgen für Handwerk und lokale Wirtschaft, für den Tourismus, es bleibt aber eben auch nicht ohne Folgen für die Gemeinde, für die Kirchengemeinde und für die Kommune. Die Kirche im Dorf ist für uns zuerst und vor allem ein Gotteshaus. Das Kirchengebäude steht aber auch im Dienst des regionalen Wir-Gefühls. Auch die Wiederentdeckung des Guten in der Nähe hat unmittelbar mit der Kirche zu tun. Als Kirchenvertreter will ich mich darüber öffentlich und herzlich freuen.

Damit ist auch die Frage angesprochen, die auch bei diesem feierlichen Anlass nicht ganz verschwiegen werden kann (sie ist sowieso immer präsent): Ist es eigentlich gerechtfertigt, können wir uns das leisten, in kleinen Dörfern mit noch kleineren Kirchengemeinden viel Geld für die Instandsetzung der Kirchen auszugeben? Es ist das große Verdienst der Fördervereine, dass sie diese unvermeidbare Frage umdrehen: Können wir es uns wirklich leisten, dem Verfall zuzusehen? Können wir es uns leisten, auf bessere Zeiten zu warten? Wir wollen uns weder vor unseren Altvorderen blamieren noch uns von unseren Urenkeln nachsagen lassen, wir hätten das Erbe verkommen lassen.

In den Fördervereinen mache ich auch den Geist der Nachhaltigkeit aus, nicht nur ein regionales, sondern auch ein Generationen übergreifendes Wir-Gefühl. Sobald man die vollkommen berechtigte Frage so umdreht, kommt es tatsächlich zum Berge-Versetzen. Zahlreiche Förderungen wurden durch die Vereine eingeworben, für die die kirchlichen Institutionen nicht antragsberechtigt sind. Damit und über echte Eigenmittel haben die Vereine statistisch 30 Prozent der kirchlichen Eigenmittel zu öffentlichen Fördermitteln aufgebracht. 10 Cent von jedem Euro, der an einer Kirche verbaut wird, kommen von den Vereinen.

Wir sind nicht nur über das Baugeschehen miteinander verbunden und in Bezug auf das liebe Geld aufeinander angewiesen. Uns binden Verträge, die die nicht gottesdienstliche Kirchennutzung regeln und den Missbrauch der Gotteshäuser ausschließen. Ein fester Glaube macht ein weites Herz, nimmt die Berührungsängste und nimmt im Zweifel über die gottgefällige Nutzung lieber mal ein Risiko auf sich, als sich ängstlich einzuschließen.

 
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IN AKUTER NOT
 
Diesmal bitten wir um
 
Ihre Spende für die Kirche von
Strehlow in der Uckermark
 
Ein ortsbildprägendes Denkmal soll gesichert werden.

Die Sonntagsausgabe der Westberliner Zeitung "Der Tag" vom 17. Juli 1949 veröffentlichte auf der Titelseite einen Artikel mit dem Titel "SED demontiert Kirchen". Darin wird berichtet, "daß in der Ostzone und vor allem im Lande Brandenburg eine regelrechte Kirchendemontage nach sowjetischem Vorbild vorgenommen worden ist." Weiter heißt es: "Da keinerlei Rechtsgrundlage für ein solches Zerstörungswerk besteht und da auch die sowjetischen Befehle über die Bodenreform die Niederreißung von Kirchen nicht vorgesehen haben, so erklärt man von Seiten der SED, daß es sich hier um beschädigte Kirchen handele, deren Baumaterial für die Errichtung von Neusiedlerbauten Verwendung finden solle." Neben anderen Beispielen erscheint in diesem Bericht auch der Name des Dorfes Strehlow bei Prenzlau.


Erbärmlich anzusehen: der einst schönste Barockturm der Region

Kirchenruine Strehlow 
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Kirchenruine Strehlow
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Kirchenruine Strehlow - Wetterfahne
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 Strehlower Kirche
WILDNIS in der Strehlower Kirche. Der Holzturm ist nur im Modell intakt.
Strehlower Kirche - Modell

Strehlow ist ein schön angelegtes Dorf, das sich zu beiden Seiten eines breiten, in zwei Reihen mit Bäumen bestandenen Angers hinzieht. Von der ehemaligen Gutsanlage sind noch einige Wirtschaftsgebäude und das Verwalterhaus erhalten, in dem der Verein "Kindervereinigung Strehlow" eine ambitionierte Kinder- und Jugendarbeit betreibt. Am Ende des Angers ragt ein hölzerner Kirchturm aus den Bäumen, die auf dem Friedhof stehen. Und beim näheren Hinsehen erstaunt es, dass die Konstruktion dieses Turmes überhaupt noch tragfähig ist.

Der mittelalterliche Saalbau mit dem schiffbreiten Westturm und der gewölbten Nordsakristei entstand – wie zahlreiche weitere Feldsteinkirchen in der Uckermark – in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Portale und Lanzettfenster der heutigen Kirchenruine sind noch im ursprünglichen mittelalterlichen Zustand erhalten; an den Innenwänden blieben Weihekreuze erhalten. Auf alten Fotos sieht man eine barocke Innenausstattung; im 18. Jahrhundert wurde die Kirche umgebaut. In dieser Zeit erhielt sie auch den verbretterten Turmaufsatz mit der geschwungenen Haube und einer Wetterfahne mit der Jahreszahl 1747.

In den letzten Kriegstagen 1945 leicht beschädigt, wurde die Strehlower Dorfkirche, wie oben zitiert, durch den Bürgermeister zur Gewinnung von Baumaterial frei gegeben. Auf der Südseite des Kirchenschiffes ist deutlich zu erkennen, dass ein großer Teil der sorgfältig behauenen Feldsteine aus dem Mauerverband gebrochen wurden. Dachdeckung und Dachstuhl wurden abgetragen. Die nun ungeschützte Mauerkrone verfiel. Besucher des um die Kirche liegenden Friedhofes sind von herabfallenden Steinen bedroht. Der mit Schiefer gedeckte und an den Wänden verbretterte Turm mit seiner komplizierten Fachwerkkonstruktion und der vorgebauten Wetterschale ist durch Witterungseinflüsse stark beschädigt und muß dringend instand gesetzt werden.

Die Strehlower Dorfkirche wird als Gotteshaus für den kleinen Ort heute nicht mehr benötigt. Nach der Fusion der Dörfer und der Kirchengemeinden besuchen die wenigen Christen die Gottesdienste im nur einen Kilometer entfernten Potzlow. Es geht nicht darum, die Strehlower Kirche wieder aufzubauen, doch die verbliebenen baulichen Reste des das Dorfbild prägenden Denkmals sollten möglichst bald gesichert werden, um weitere Verluste zu vermeiden. Ursprünglich war der hölzerne Aufsatz einer der schönsten barocken Kirchtürme in der Region.

In diesem Jahr hat der Förderkreis Alte Kirchen ein holzschutztechnisches Gutachten finanziert, um zu erfahren, welche Möglichkeiten der Erhaltung und Reparatur des Turmes es gibt. Eine Sanierung des Turmes im Bestand, d. h. ohne Demontage der einzelnen Teile, wird für möglich gehalten. Die Kommune hat Interesse an der Erhaltung der Kirchenruine. Allein mit der winzigen Kirchengemeinde wird sie die Kosten der nötigen Bauarbeiten jedoch nicht aufbringen können.

Der Förderkreis Alte Kirchen möchte sich auch in Zukunft an der Erhaltung der Strehlower Kirche beteiligen.

Informationen über: Pfr. Johannes Reimer; Tel.: (03 98 63) 3 23

 

Der Förderkreis Alte Kirchen bittet um Spenden für die weitere Instandsetzung der Kirchenruine Strehlow.

Spenden-Konto: 51 99 76 70 05 bei der Berliner Volksbank; BLZ 100 900 00

Kennwort: Strehlow

Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenquittung; bitte geben Sie dafür auf dem Überweisungsträger Ihre Anschrift an.

 
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Ein Rettungsanker in höchster Not

Landesregierung ersetzt für 2004 Sanierungsprogramm "Dach und Fach"

Die Streichung des Bundesprogramms "Dach und Fach" zur Denkmalsanierung wird 2004 in Brandenburg durch EU-Förderung und Landesmittel ausgeglichen. Damit könnten Sanierungsprojekte in Höhe von nahezu fünf Millionen Euro, dem finanziellen Niveau des Vorjahres, umgesetzt werden, sagte eine Sprecherin des Kulturministeriums dem Evangelischen Pressedienst in Potsdam.

Das brandenburgische Umweltministerium hat den Angaben zufolge rund 2,4 Millionen Euro EU-Hilfen für den ländlichen Raum zur Verfügung gestellt, die für die Sicherung besonders bedrohter Denkmale verwendet werden sollen. Das Finanzministerium hat die hierfür notwendige Genehmigung erteilt. Das Kulturministerium will weitere 830.000 Euro beisteuern. Zusätzliche Mittel zur Kofinanzierung kommen von Gemeinden, Sponsoren und Eigentümern. So können noch in diesem Jahr zahlreiche Sanierungsvorhaben an Denkmalen im ländlichen Raum durchgeführt werden, die durch den beschlossenen Wegfall der Bundesmittel für das Programm "Dach und Fach" akut bedroht waren.

Kulturministerin Professor Dr. Johanna Wanka: "Nach dem plötzlichen Wegfall des gemeinsamen Bund-Land-Programms ,Dach und Fach' standen in diesem Jahr viele Denkmale buchstäblich im Regen. Lange geplante, oft sehr dringende Sanierungsvorhaben mussten aufgeschoben werden. Ich freue mich außerordentlich, dass es uns mit gemeinsamer Anstrengung gelungen ist, noch in diesem Jahr besonders prekäre und existenzbedrohende Bauschäden an unseren Denkmalen mit Landesmitteln und Mitteln der Europäischen Union für den ländlichen Raum zu fördern."

Finanzministerin Dagmar Ziegler: "Verzögerte Sanierungsarbeiten würden unweigerlich zu einer gravierenden Erhöhung des Schadensumfanges und somit zu vermeidbaren Mehrkosten führen, für die künftig nur schwer oder gar keine finanziellen Mittel durch das Land bereitgestellt werden könnten. Hingegen bietet der nunmehr vorgesehene Finanzierungsschlüssel unter Einbeziehung von EU-Hilfen die beste Lösung, um die dringendsten Maßnahmen realisieren zu können."

Der Bund hatte das erfolgreiche Programm "Dach und Fach" ab 2004 eingestellt. Die Förderung von Denkmalsanierungen im Rahmen des Programms war bis dahin stets in Kofinanzierung mit dem Land (jährlich eine Million Euro vom Land, 1,2 Millionen Euro vom Bund) erfolgt. Hinzu kamen die Eigenmittel und Mittel von Förderern und Sponsoren. Diese Vervielfachung der Mittel konnte nun auch für 2004 erreicht werden.

Gefördert werden sollen noch in diesem Jahr dringende Maßnahmen wie zum Beispiel Gründungs- und Turmsanierungen, Dach- und Fassadensanierungen, Fachwerks- und Schwammsanierungen. Zu den dringend zu sanierenden Denkmalen gehören u. a. die Kirche St. Sebastian in Baruth, die Dorfkirche Gortz in Potsdam-Mittelmark, die Dorfkirche in Körba in Elbe-Elster und die Dorfkirche in Groß Fredenwalde in der Uckermark.

(Siehe Bericht über den Baubeginn in Groß Fredenwalde im nächsten Beitrag).

 
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In Groß Fredenwalde begannen die Arbeiten zur Turmsanierung

Der Förderkreis Alte Kirchen warb Spenden für die Kirchenrettung ein

Dorfkirche Groß-Fredenwalde 
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Als im Sommer 2003 die Staatsministerin für Kultur Frau Dr. Christina Weiss das abrupte Ende des Notsicherungsprogrammes "Dach und Fach" verkündete, veröffentlichte der Förderkreis Alte Kirchen zusammen mit einem Protestbrief auch einen Spendenaufruf für die Dorfkirche von Groß Fredenwalde (Uckermark). Exemplarisch sollte gezeigt werden, welche Auswirkungen das Fehlen der Bundesmittel für ein bedrohtes Kirchengebäude hat.

Die landesweiten Proteste veranlassten inzwischen die brandenburgische Landesregierung, Schritte zu unternehmen, um noch in diesem Jahr dringendste Notsicherungen zu fördern. Groß Fredenwalde gehört zu diesen Projekten. In diesen Tagen konnten die Arbeiten im ersten Bauabschnitt beginnen.

Auch der Spendenaufruf des Förderkreises Alte Kirchen hatte Erfolg: Er erbrachte immerhin eine Summe in Höhe von mehr als 5.000 Euro für das bedrohte Gotteshaus. Allen Gebern gebührt dafür ein herzliches Dankeschön!

Im Rahmen der Uckermärkischen Musiktage organisierte der FAK außerdem ein Benefizkonzert mit dem Barock-Ensemble "Uccellini". Die zum großen Teil aus der Uckermark stammenden Künstler, die auf Gagen verzichteten, begeisterten mit Werken u. a. von Schütz, Telemann und Bach das Publikum in der voll besetzten Feldsteinkirche. Der Erlös des mit viel Applaus bedachten Konzertes betrug 1.300 Euro.

Durch diese Aktionen wird der jetzt angelaufene Bauabschnitt unterstützt, der endlich eine größere Sanierung der akut gefährdeten Turmkonstruktion und des Kirchendaches bedeutet. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stiftung Kirchliche Bauten (KIBA) stellten jeweils 16.000 Euro zur Verfügung.

 
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Klingende Münze für eine Orgel

Benefizkonzert des FAK zugunsten eines historischen Instruments

Wagner-Orgel Sternhagen. Aufnahme von 2002

Zu einem Benefizkonzert für die historische Joachim-Wagner-Orgel im uckermärkischen Dorf Sternhagen hatte der Förderkreis Alte Kirchen in die Dorfkirche von Mühlenbeck einladen. Die Berliner Barock-Compagney mit Christine Schornsheim (Cembalo) und Georg Kallweit (Violine) spielte u. a. Musik von Schmelzer, Baltzer und Johann Sebastian Bach.

Der Erlös des gut besuchten Konzertes in Höhe von 500 Euro kommt der Restaurierung des historischen Instrumentes zugute, das 1736 ursprünglich für die Kirche in Gramzow geschaffen wurde. Erst im Jahr 1857 war die Orgel nach Sternhagen umgesetzt worden.

Vom originalen Pfeifenbestand ist noch relativ viel erhalten, allerdings in keinem guten Zustand. Seit Jahrzehnten konnte die Orgel nicht mehr gespielt werden. Ein Register war ausgebaut und ins benachbarte Lindenhagen gebracht worden, weitere Pfeifen standen in Kartons verpackt im Pfarrhaus.

Am diesjährigen Tag des Offenen Denkmals sicherte die Potsdamer Orgelbaufirma Schuke den gesamten Pfeifenbestand und brachte ihn in die Werkstatt. Dabei machten die Spezialisten eine äußerst interessante Entdeckung: Ein Register ist vermutlich älter als angenommen und wurde bereits von Joachim Wagner "wie-derverwendet".

Auf Initiative des Architekten Jörg Wappler, der über Jahre hinweg die Sanierung der Sternhagener Kirche betreute, begann ein erster Bauabschnitt zur Rettung der Orgel: Das Gehäuse wurde bereits restauriert, die Windanlage ist gerade in Arbeit.

Bis das Instrument des berühmtesten brandenburgischen Orgelbauers wieder konzertfähig ist, werden wohl noch einige Jahre vergehen – ein vielversprechender Anfang ist gemacht.

Uckermark Kurier / Templiner Zeitung vom 09. Oktober 2002: Sternhagener Kirche wieder unter einem heilen Dach

 
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Kleinodien und findige Nothelfer

Auf der Herbstexkursion notiert

Die Autorin dieser Zeilen, Ingrid Nörenberg aus Berlin-Reinickendorf, nahm im Herbst erstmalig an einer FAK-Exkursion teil. Ihre Eindrücke hielt sie in einem ausführlichen Bericht fest, den wir aus Platzgründen nur auszugsweise veröffentlichen können (wir verzichten u. a. auf die Stationen, die in anderem Zusammenhang in den vorigen AK vorgestellt wurden). Lesenswert finden wir den Text auch, weil er aus der Sicht einer "Neuentdeckerin" geschrieben wurde.

Eine Besuchsstation galt der schlichten Fachwerkkirche in Bölzke.Sie dient seit Jahren nicht mehr dem Gottesdienst und wäre längst eingestürzt, wenn sich nicht ein örtlicher Förderverein zu ihrer Rettung gebildet hätte. Durch viel Eigeninitiative gelang es, diesen historischen Bau zu retten. Auch der wunderschöne Rokoko-Kanzelaltar aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts konnte erhalten werden.

In der Gemeinde Rosenwinkel (136 Einwohner) gründete sich 2003 ebenfalls ein sehr aktiver Förderverein. Ziel ist hier die Bewusstmachung, Erhaltung und Pflege noch vorhandenen historischen Erbes im Dorfbild. Die denkmalgeschützte Fachwerkkirche in Saalform ist in ihrer reduzierten Erscheinung ein geschichts- und ortsbildprägendes Merkmal.

1955 wurde wegen Baufälligkeit und Einsturzgefahr die Kirchturmspitze von 1769 abgerissen, später auch der verbliebene Turmrest und Teile des Schiffes. Die Glocke hängt seit fast 30 Jahren behelfsweise in einem Stahlgerüst vor der Kirche. Eine Rekonstruktion des Turmes, der fehlenden Achsen des Schiffes und der Empore wäre ein Gewinn für das Ortsbild und die Attraktivität Rosenwinkels für Einwohner und Besucher. Eine Sanierung des Dachbereichs ist dringend erforderlich, ebenso die Sicherung der Fenster mit ihren wertvollen handbemalten Kabinettscheiben der Kirchenpatrone von 1657 (Restaurierung eines Fensters ca. 1.000 €). Vorrangig aber ist die Rettung des von Holzwürmern massiv bedrohten reich verzierten Kanzelaltars von 1715 sowie der Taufe von 1830. Die Wiederherstellung und der Erhalt aller prägenden Elemente am Gelände und an den umliegenden Kirchengrundstücken, der Erhalt des eigenständigen Charakters, die Förderung von kulturellen Aktivitäten sind nur möglich durch bürgerschaftliches Engagement vieler.

Anschließend erwartete uns in Fretzdorf eine wunderschöne schlichte Fachwerkkirche (1704) mit einer reichhaltigen Ausstattung aus dieser Bauzeit. Erbauer der Dorfkirche neben dem Schloss und Gut war ebenfalls eine Adelsfamilie. In diesen Tagen feiert die Kirche ihren 300. Geburtstag. Man spürt hier deutlich ein großes Engagement der Dorfbewohner. Der Vorsitzende des GKR und der ehemalige Bürgermeister erläuterten die Geschichte der Kirche und das derzeitige Sanierungs-Konzept. Uns beeindruckte die liebevolle Ausgestaltung der Kirche trotz bescheidener Mittel: geschmückter Altar, ausgelegter Teppich, wieder nutzbare Sakristei. Besonders Nichtkenner des Erfindungsreichtums ehemaliger DDR-Bürger waren fasziniert von der vorerst provisorischen, aber funktionierenden Kirchenheizung: zwei ehemalige Wehrmachtsbenzinfässer wurden zusammengeschweißt und mit riesigen Heizrohren verbunden. Ein bereits 1998 gegründeter hiesiger Förderverein konnte im letzten Jahr den Kirchturm sanieren. Es sind jedoch dringend weitere Maßnahmen nötig.

Kunstgeschichtlicher Höhepunkt dieser Exkursion: die Feldsteinkirche Rossow (Anfang 16. Jahrhundert). Die großflächigen Wandmalereien im Innenraum stammen aus dieser Zeit. 160 Einwohner zählt der Ort, und davon sind 60 Gemeindeglieder; einmal im Monat findet ein Gottesdienst mit vier bis fünf Besuchern statt. Ein von Wand zu Wand ragender geschnitzter gewaltiger Altaraufsatz ist hier wohl das bedeutendste Ausstattungsstück; wahrscheinlich handelt es sich um den ehemaligen Hauptaltar des Havelberger Domes, der nach der Reformation hierher gelangte. Es ist der schönste Altar in der Prignitz und kunsthistorisch Deutschlandweit bedeutsam. 1979-80 wurde er im Märkischen Museum in Berlin restauriert und sollte dann nicht mehr zurückgegeben werden. Empörung bei den Dorfbewohnern, die mit einem Riesentraktor das Museum stürmten und die Herausgabe ihres Altars erzwangen. Ihr Mut hat uns auch dieser Tage noch beeindruckt.

Ingrid Nörenberg

PS. Ingrid. Nörenberg gehört zu den Mitgliedern einer Turngruppe unter Leitung von Steffi Börner, die schon mehrfach an FAK-Exkursionen teilnahm und unsere Autorin dazu einlud. Diese Gruppe sammelt statt Mitgliedsbeiträgen Spenden und will den FAK so auch künftig unterstützen.

 
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Kirchen auf dem freien Markt?

Ungewisse Zukunft sakraler Bauten als "wohlfeile" Immobilien

Zu verkaufen

In einer Zeit schwindender Gemeindegliederzahlen und notorisch klammer Geldbeutel ist die langfristige Zukunft vieler Kirchengebäude unsicher; zumindest darin sind sich Theologen, Kommunalpolitiker und Denkmalpfleger einig. Neuerdings wird das Thema wieder verstärkt in der Presse behandelt – und zwar im Immobilienteil. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 1. 8. 2004: "Leerstehende Immobilien sind teuer. Findige Investoren nutzen sie für neue Zwecke. Mit Erfolg." Vorgestellt wird in diesem Zusammenhang die ehemalige Leopoldsburger Kirche im havelländischen Milow, in der 1998 eine Filiale der Mittelbrandenburgischen Sparkasse ihr Portal öffnete. Die Süddeutsche Zeitung vom 1. 10. 2004 konstatiert unter der Rubrik "Gewerbeimmobilien": "Abriss oder Verkauf? Dieses Thema steht bei Kirchen immer häufiger zur Debatte."

Dem Zug der Zeit folgend fand Ende Oktober in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Hamburg-Dulsberg eine Veranstaltung statt, die sich dem Thema "Leere Kirchen, leere Kassen: Zukunft von Kirchenimmobilien" widmete. Eingeladen hatten u. a. die Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung und der Verband der Frauen in der Immobilienwirtschaft.

Vorgestellt wurde u. a. ein Standortkonzept für den Kirchenkreis Alt-Hamburg, das vier Studentinnen der Technischen Universität in der Hansestadt erarbeitet hatten. Ziel ihrer Arbeit sollte "die Entwicklung eines standardisierten Verfahrens zur Umnutzung" sein. Vor- und Nachteile des jeweiligen Standortes wurden bewertet und am Schluss der Arbeit konstatiert, dass sich von den 80 Kirchengebäuden für die derzeit 212.000 evangelischen Christen im Jahre 2010 nur noch 19 marktwirtschaftlich vertreten ließen. Vorschläge für Umnutzungen der überflüssig werdenden 61 Gotteshäuser wollen die Studentinnen des Arbeitsgebietes Gewerbeplanung und Wirtschaftsförderung in einem zweiten Teil ihrer Arbeit vorlegen.

Weitere Redner auf der Hamburger Veranstaltung mahnten, die Aufgabe von Kirchengebäuden mit "weniger Emotionalität und mehr Nachhaltigkeit" anzugehen. Wahrlich keine leicht zu beherzigende Empfehlung!

Bereits vor einigen Monaten wurde bekannt, dass sich die evangelische Kirchengemeinde Plaue (nahe Brandenburg/Havel) von der Dorfkirche in Briest (unser Bild) trennen wird. Für das 1888/89 errichtete Gebäude besteht akuter Sanierungsbedarf, wegen Baufälligkeit musste bereits 2003 kurzfristig der Weihnachtsgottesdienst abgesagt werden. Nach der Fusion der Kirchengemeinden Plaue und Briest fasste der gemeinsame Gemeindekirchenrat den Beschluss, das Gotteshaus zu entwidmen. Die "Immobilie Kirche" wurde der Kommune übertragen, die es nun im Paket mit dem benachbarten alten Schulhaus zum Verkauf anbietet. Vorstellbar für Stadt und Kirchengemeinde wäre es beispielsweise, die Kirche als Atelier oder Architekturbüro und das Schulgebäude als Wohnhaus zu nutzen. Die künftige Nutzung der Briester Kirche jedenfalls solle dem Charakter des Gebäudes entsprechen.

Der Superintendent im Kirchenkreis Brandenburg, Uwe Teichmann, wird folgendermaßen zitiert: "Die Trennung tut uns extrem weh. Doch muss die Entscheidung in Verantwortung für andere Kirchenbauten gesehen werden. Wir können uns bei der Unterhaltung nur noch auf die wesentlichen Gebäude konzentrieren."

Auf der Hamburger Tagung wurde mit Bedauern festgestellt, dass bis jetzt viele (zumeist ratlose) Vertreter der Kirchen, aber kaum Leute aus der Immobilienbranche Interesse für die Thematik zeigen. Vielleicht wird sich das ja in absehbarer Zeit ändern. Ich jedenfalls wünsche mir, dass auch in Zukunft, neben dem sicher notwendigen Blick auf die Nachhaltigkeit, die Emotionen nicht außer Acht gelassen werden, wenn es um die Zukunft von Gebäuden geht, die Jahrhunderte alte Spuren von Glauben, von Freude und Trauer aufweisen und die noch immer die räumlichen und geistigen Zentren des Gemeinwesens sind.

Noch ist es der Normalfall, dass da, wo Kirche dran steht, auch Kirche drin ist. Zusätzlich zur gottesdienstlichen Nutzung bemühen sich vielerorts Fördervereine und Kommunen, mit kulturellen Angeboten Leben in die sakralen Räume zu bringen. Wie aber sieht die Zukunft der etwa 1.800 Kirchenimmobilien in Berlin und Brandenburg aus?

Bernd Janowski

 
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Entdeckungen und Gespräche hinter einladend offenen Kirchentüren

Aus Hamburg erreichte uns dieser Bericht von sechs neugierigen "Altbundesbürgern", die auf ihre Fahrräder stiegen, um die Uckermark, ihre Menschen und ihre Kirchen zu entdecken:

Hans-R. Dorenburg

Ein weites Land, ein schönes Land: die Uckermark. Ein Landkreis so groß wie das Saarland. Eine Landschaft, die nichts Spektakuläres hat, aber reich ist an Natur und an Kulturdenkmalen in ehemals bäuerlicher, jetzt in großen Flächen bewirtschafteter Umgebung. Zu den kulturgeschichtlichen Besonderheiten zählen die Kirchen in den Dörfern, zumeist Feldsteinkirchen, gezeichnet von einer wechselvollen Vergangenheit. Solche Dorfkirchen kennen zu lernen und dabei einen Teil Deutschlands für sich zu entdecken, war das Ziel einer kleinen Fahrradgruppe. Zehn Tage im August sind wir von Kirche zu Kirche geradelt, haben achtzehn von ihnen aufgesucht, sind in Dachstühle gekrochen und auf Türme gestiegen.

Wir? Das waren vier Frauen, zwei Männer, alle im Alter 60 plus, aus den westlichen Bundesländern kommend. Schon vor Beginn unseres Studiums hatten wir uns in einer Einrichtung der Studienförderung kennen gelernt. Das ist lange her. Anlässlich eines Ehemaligen-Treffens hatte ich über ehrenamtliche Tätigkeit zur Rettung von Dorfkirchen in Mecklenburg-Vorpommern berichtet. Das führte im vergangenen Jahr zu einer Fahrradtour zu Dorfkirchen dieses Bundeslandes zwischen Parchim und Feldberg. Die lebhaften Eindrücke jener Reise gaben den Anstoß für eine Fortsetzung im Jahr 2004, dieses Mal in der Uckermark. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hatte uns bei der Planung durch Routenvorschläge und durch die Benennung von Kontaktpartnern bei den Kirchen unterstützt.

Was sich schon bei der Vorbereitung zeigte, hat sich bei unseren Besuchen bestätigt: Überall sind wir nicht nur freundlich empfangen worden, sondern wir gewannen den Eindruck: alle, die uns bei den Kirchenbesuchen begleiteten – Vertreter der Fördervereine und andere Dorfbewohner, Pastoren oder Architekten – sie alle stellten uns "ihre" Kirchen gerne vor. Das Vergnügen an diesen Kirchen hat beide Seiten erfasst, die Führer wie die geführten Gäste. Für uns war das Kennenlernen der Kirchen das eine. Was uns darüber hinaus diese Reise so wertvoll machte, waren die vielen Gespräche mit Menschen, die sich für den Erhalt und die Nutzung der Kirchen in ihren Dörfern engagieren. Mit Bewunderung haben wir erfahren, wie Einwohner mit Mut, Phantasie und persönlichem Einsatz schon aufgegebenen Kirchengebäuden wieder zum Leben verhalfen, wie diese Einzelkämpfer Verbündete suchten und fanden – gerade auch wenn es darum ging, Hindernisse bei der Sanierung zu überwinden. Denn Mut braucht es, sich in kleinen Dörfern mit einer durch Abwanderung schrumpfenden Einwohnerzahl und überwiegend kirchenfernen Bevölkerung für die Sicherung von baulich heruntergekommenen Kirchen einzusetzen, in aller Regel auch ohne konkrete Aussicht auf Finanzhilfen. Das ist in Mecklenburg und in Vorpommern nicht anders als in Brandenburg. Doch ein Unterschied war auffällig: Die Kirchen in der Uckermark standen offen oder ein Hinweis war angeschlagen, wo im Ort ein Schlüsselinhaber wohnt. An vielen Kirchenfassaden fanden wir das Schild "Offene Kirche", ein Verdienst des Förderkreises Alte Kirchen, dessen Aktionen zum Offenhalten der Dorfkirchen Früchte getragen haben. Wiederholt trafen wir auf "geschulte" Kirchenführer, die uns Details zur Baugeschichte und zur erhaltenen oder neuen Ausstattung erläuterten. Im übrigen haben die von uns besuchten Regionen beider Bundesländer gemeinsam, dass sie sich hervorragend zur Erkundung per Fahrrad eignen. Eine leicht bewegte Topografie, wenig Verkehr, wenn man die Bundesstraßen meidet, eine verschwenderische Zahl stiller Seen. Mitzubringen seien, so verriet uns ein Prospekt, gute Laune, Fahrräder und Sonne. Nur von letzterer hatten wir nicht genug dabei. Ein dichtes Kirchendach konnte uns vor Gewitter und Regen schützen. In früheren Jahrhunderten dienten Kirchenräume auch zum Schutz vor Überfällen und als Zufluchtsorte bei kriegerischen Auseinandersetzungen.

Das Anliegen, die Kirche zu erhalten, stärkt eine Dorfgemeinschaft und integriert Menschen, die der Institution Kirche fremd gegenüberstehen. Es erfüllt die Einwohner mit Stolz, wenn die Rettung ihrer Kirche gelingt. Für uns Großstadtbewohner war der Besuch dieser Kirchen auf dem Lande ein willkommenes Kontrasterlebnis zu alltäglichem Lärm und Hektik. Wir behalten sie in Erinnerung als Orte der Ruhe und der Entspannung, in Harmonie mit ihrer Umgebung.

Hans-R. Dorenburg

Der Autor war bis 2003 Vorsitzender unseres Partnervereins "Dorfkirchen in Not in Mecklenburg und in Vorpommern"

 
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ZUR NACHAHMUNG EMPFOHLEN:

Lexikon zur kleinen Kirche in Zechlinerhütte

Kirche von Zechlinerhütte

In der offenen Kirche von Zechlinerhütte fanden wir ein gut gemachtes Faltblatt, das Anregung für ähnliche Einladungen an die Besucher sein könnte.

A wie Anfang: der Anfang des Ortes liegt bei 1736 als Zechlinsche Glashütte.

B wie Baustil: die Kirche wurde im neugotischen Stil errichtet.

C wie Christen: es ist eine sehr kleine Christengemeinde vorhanden, die sich um die Belange der Kirche kümmert.

D wie Denkmal: ein Denkmal im eigentlichen Sinne ist nicht vorhanden; vielleicht sind die Grabsteine ein Zeugnis vergangener Geschichte.

E wie Erbauung: die Kirche wurde 1882 erbaut, mehrmals saniert, jetzt - baulich gesehen - in einem guten Zustand.

F wie Ferienkinder: sie erholen sich an den vielen Seen und in den ausgedehnten Wäldern; Zechlinerhütte ist schon viele Jahrzehnte Erholungsort.

G wie Glocke: eine kleine Glocke hängt im Glockenturm und 1998 wurde das Glockengeläut elektrifiziert.

H wie Handwerk: Glashersteller ab 1736 für weißes Glas in Zechlinerhütte und grünes Glas in Grüne Hütte. Es wurden Kristallkrüge, gemeines Glas und insbesondere Kutschentafelglas nach böhmischer Art hergestellt.

I wie Instandhaltung: Instandhaltung eines Kirchengebäudes ist die eine Sache, eine lebendige Christengemeinde die andere.

J wie Jesus: ER lädt alle ein; auch die kleinste und reparaturbedürftigste Kirche ist ein Ort der Besinnung für Jedermann/-frau.

K wie Kirche: sie ist offen für alle – zur stillen Andacht.

L wie Leuchter: schmiedeeisern, aus der Neuzeit.

M wie Mäuse: nicht einmal Kirchenmäuse gibt es hier; sie wären wirklich zu arm dran.

N wie Natur: hier kann man Natur pur erleben; dieses wissen die Naturfreunde aus nah und fern seit Jahrzehnten zu schätzen.

O wie Orgel: wurde 1990 aus einer uckermärkischen Kirchengemeinde nach Zechlinerhütte umgesetzt.

P wie Pfarrer: der zuständige Pfarrer in Zechlinerhütte wohnt in Dorf Zechlin, Anger 9, und heißt Jann Branding (Telefon 03 39 23 / 7 14 35)

Q wie Querdenker: Querdenken in der Kirche ist nicht verkehrt; Ja- und Amen-Sagen muss nicht sein, aber engagiertes Mitdenken und –tun ist eine Forderung unserer Zeit.

R wie Ratschläge: diese nimmt der Gemeindekirchenrat gerne an. Wenn Sie dazu das Gästebuch benutzen wollen, wäre das wunderbar.

S wie Stropp: über 100 Jahre hatte die Familie Stropp die Verwaltung der Zechlinschen Glashütten von Flecken Zechlin aus.

T wie Taufe: aus der Neuzeit, könnte reichlicher gebraucht werden.

U wie Uhr: eine Uhr im Turm ist Fehlanzeige; ist auch nicht nötig, denn im Ort weiß jeder, was die Uhr geschlagen hat.

V wie Vorgeschichte: "1775, 1860 Tochterkirche von Dorf Zechlin, seit 1911 Mutterkirche mit den Tochterkirchen Lang und Kleinzerlang, Superintendentur Wittstock, eingekircht; 1860 Reiherholz und Wolfbruch, vor 1935 Prebelow, Patriarchat: fiskalisch" (aus Ortslexikon der Prignitz). 1997 wurde die Pfarrstelle Zechlinerhütte aufgelöst.

W wie Wegener: Wissenschaftler und Forscher; Entdecker der Kontinentalverschiebung, Mutter stammte aus Zechlinerhütte, Bruder Kurt ist hier auf dem Friedhof beigesetzt; Alfred lebte von 1880 bis 1930 (im Polareis zu Tode gekommen).

X wie Xylophon: mit einem solchen Instrument wurde noch keine Musik in der Kirche aufgeführt, kann aber noch werden.

Y wie Yacht: Wir freuen uns mit den Yachtbesitzern über die vielfältigen und abwechslungsreichen Fahrmöglichkeiten auf den Seen und Kanälen. Die Natur ist ein Geschenk Gottes.

Z wie Zechlin: Zechlin = Cychalin (slawischer Herkunft) Hütte = Glashütte (weißes Glas)

 
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Kartengrüße zum Fest

Dorfkirche Rhinow
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Dorfkirche Kerkow
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Dorfkirche Pechüle
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Dorfkirche Möbiskruge
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Für Ihre Weihnachtsgrüße bietet der FAK diese farbigen Faltkarten an, mit denen Sie Brandenburger Dorfkirchen in aller Welt bekannt machen können. Zu bestellen über unsere Geschäftsstelle.

Die Karten im Format DIN A 6 zeigen die Kirchen in Rhinow, Möbiskruge, Pechüle und Kerkow. Erhältlich sind auch wieder Taufengel-Faltkarten, jetzt mit neuen Motiven.

Preis der je vier Karten:
5,- Euro plus Versand

 
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Wir begrüßen neue Mitglieder

Seit Dezember 2003 konnten wir als neue Mitglieder des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg begrüßen:

Ursula Arnold, Berlin-Treptow; Jürgen Bahl, Berlin-Lichtenrade; Dr. Günther Baumbach, Berlin-Pankow; Cornelia Behm (MdB), Berlin-Mitte; Ulrike Blome, Berlin-Grunewald; Manfred Buschmann, Frankfurt (Oder); Dr. Marcus Cante, Berlin-Tiergarten; Firma CLAYTEC, Viersen; Glasgestaltung Berlin GmbH, Berlin-Pankow; Margarete Grotemeier, Berlin-Wilmersdorf; Gunda Grün, Wölsickendorf; Olaf Gründel, Potsdam; Eva-Maria Guse, Berlin-Steglitz; Anneliese Hanke, Satzkorn; Christine Heubült, Bielefeld; IDEA e.V. Initiative im Denkmalschutz engagierter Ärzte und Apotheker, Lahnau; Erika Jonas, Berlin-Adlershof; Jürgen Kaehne, Berlin-Mahlsdorf; Ev. Kirchengemeinde Frankfurt, Frankfurt (Oder); Ev. Kirchenkreis An Oder und Spree, Frankfurt (Oder); Friedhelm Klees, Berlin-Neukölln; Ortwin Knuth, Berlin-Hermsdorf; Wilfried Koch, Berlin-Zehlendorf; Ralph Krüger, Berlin-Wilmersdorf; Lions Club Seeheim, Seeheim-Malchen; Sven Oliver Lohmann, Berlin; Anne Lolies, Berlin-Adlershof; Klaus Lüdtke, Berlin-Hermsdorf; Peter-Jürgen Marcus, Göttingen; Renate Mittag, Berlin-Prenzlauer Berg; Doris Müller, Berlin-Spandau; Dr. Sylvia Müller, Berlin-Lichterfelde; Planungsbüro ALV, Angermünde; Wolfgang Rebitzki, Berlin-Nikolassee; Rudolf Richter, Berlin-Marzahn; Hannelore Schardin-Liedtke, Berlin; Dr. Gudrun Schinzel, Berlin-Reinickendorf; Christiane Schmale, Berlin-Charlottenburg; Dr. Günter Schopper, Darmstadt; Lena Schraut, Berlin-Baumschulenweg; Axel Seemann, Berlin-Mahlsdorf; Dr. phil. Ingeborg Stolzenberg, Berlin-Hermsdorf; Dr. Frauke Streubel, Berlin-Prenzlauer Berg; Karin Thrun, Berlin-Steglitz; Ingrid Tietz und Pfr. Reinhard Tietz, Berlin-Nikolassee; Pfr. Armin Vergens, Berlin-Alt Glienicke; Dr. Karl-Ludwig von Klitzing, Frankfurt (Oder); Paul A. von Troschke, Berlin-Charlottenburg; Mathias Wendt, Berlin-Pankow.

Als korporative Mitglieder traten dem FAK bei:

Brandenburgischer Kulturbund e.V., Potsdam; Förderverein "Baudenkmal Blindower Kirche" e.V., Prenzlau OT Blindow; Förderverein "Wun-derblutkirche" St. Nikolai Bad Wilsnack e.V.; Förderverein Denkmalpflege Günterberg; Förderverein Ev. Kirche Friedersdorf, Rückersdorf (Elbe-Elster); Förderverein Kirche Groß Lüben e.V.; Förderverein Schlosskirche Lauchhammer-West e.V.; Förderverein Groß Glienicke e.V.; Märk. Akademie ländlicher Raum e.V. Heimvolkshochschule am Seddiner See.

In diesem Zusammenhang wiederholen wir gern unser Angebot an neue Mitglieder: Wenn Sie unsere Jahreshefte "Offene Kirchen" der Jahrgänge 2001 bis 2004 noch nicht haben bzw. daran interessiert sind, schicken wir Ihnen diese gern noch kostenfrei zu. Rufen Sie dann an: (0 30) 3 75 22 44 .

Arnulf Kraft

 
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AUS DER VORSTANDSARBEIT

Veränderungen

Wir bedauern, dass Jürgen Vetter angesichts einer geänderten Lebenssituation den Vorstand des Förderkreises verlassen hat und von seinen Aufgaben zurückgetreten ist. Er bleibe weiterhin unserer Arbeit verbunden, versicherte er.

Inzwischen wurde Marianne Fiedler in den Vorstand kooptiert, die seit langem engagiert für den Förderkreis tätig ist. Wir freuen uns über ihre Mitarbeit.

Bücherwart gesucht

Wir suchen dringend einen Bücherwart, der den Buchbestand des FAK verwaltet, bei Veranstaltungen den Buchtransport übernimmt und den Büchertisch betreut. Der Einkauf von Büchern muss nicht zu den Aufgaben gehören. Wer hilft uns?

Unser Angebot:

Infobriefe per E-Mail

Ab 2005 möchte der FAK seinen Mitgliedern und Freunden einen neuen Service bieten. In unregelmäßigen Abständen wird ein Infobrief Ihnen aktuelle Veranstaltungshinweise, Pressemitteilungen und Neuigkeiten über Projekte des Förderkreises mitteilen. Das ersetzt nicht das Mitteilungsblatt, aber wir können Sie so noch aktueller mit allen Neuigkeiten versorgen.

Interessenten am Infobrief melden sich bitte mit einer kurzen Nachricht an unter: AlteKirchen@aol.com

 
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DIE BÜCHERSEITE

Zwiegespräche mit märkischen Engeln

Antje Leschonski (Hg.): Himmlische Gefährten. Auf den Spuren märkischer Engel

Rechtzeitig zur Weihnachtszeit haben sie ihren neuen Auftritt, die "himmlischen Heerscharen" der Mark Brandenburg. In Fortsetzung des im Vorjahr erschienenen Büchleins "Episoden mit Engeln" melden sich nun weitere Engel aus Dorfkirchen zu Wort, zu denen sich auch einige aus Klöstern und von Friedhöfen gesellen.

Auf 27 wunderschönen Farbfotografien stellen sie sich vor. Sie schweben freundlich vom Himmel herab oder sitzen trauernd in sich versunken auf Gräbern; sie tragen Taufschalen, Kerzen oder Musikinstrumente in den Händen; sie sind rank und schlank, fast elegant oder pummelig und treuherzig; sie sind gemalt, geschnitzt, aus Stein gehauen, alle Stilrichtungen ihrer Zeit lassen sich an ihnen ablesen.

Jedem dieser Engel ist ein Text zur Seite gestellt, das Autorenverzeichnis nennt 23 Namen und unterschiedlichste Professionen: Bischof, Pfarrer, Schriftsteller, Journalist, Hausfrau... Ebenso unterschiedlich sind die begleitenden Texte. Gedichte sind darunter und ganz persönliche Zwiesprachen mit dem Abgebildeten, ikonographische Erläuterungen und kunstgeschichtliche Betrachtungen. Besinnliches regt zum Weiterdenken an und manchmal darf man sogar schmunzeln, wo die Sache mit leichtem Augenzwinkern angegangen wird und auch ein bisschen respektlos.

Wichern-Verlag,
63 Seiten, 9,80 Euro
ISBN 3-88981-165-5

 

Meisterwerke der Gartenkunst

Bernhard von Barsewisch, Torsten Foelsch: Sieben Parks in der Prignitz. Geschichte und Zustand der Gutsparks der Gans Edlen Herren zu Putlitz.

Die in den brandenburgischen Patronatsdörfern bis 1945 residierenden adligen Familien schafften es in den seltensten Fällen, große Reichtümer aus ihren Besitzungen zu erwirtschaften. Dennoch ist es erstaunlich, dass sie ihre bescheidenen Herrenhäuser häufig mit gestalteten Guts- und Landschaftparks umgaben. Stellvertretend für viele Generationen von begabten Landschaftsgärtnern steht der Königlich-preußische Gartendirektor Peter Joseph Lenné, der nicht nur in Berlin und Potsdam tätig war, sondern auch Entwürfe für zahlreiche kleinere Parkanlagen in Brandenburg lieferte.

Mit den historischen und botanischen Besonderheiten einer Auswahl dieser kulturgeschichtlich bedeutsamen Grünanlagen, den Gutsparks der Gans Edlen Herren zu Putlitz in der Prignitz, beschäftigt sich ein neues Buch aus dem Berliner Bäßler Verlag. Die Autoren – Bernhard von Barsewisch und Torsten Foelsch – unternehmen an Hand von historischen Quellen eine dendrologische Bestandsaufnahme und untersuchen, was nach Enteignung, Bodenreform und vierzig Jahren DDR überhaupt noch übriggeblieben ist von den einstigen Meisterwerken der Gartenkunst.

Der durch Lenné beiderseits des Flüsschens Stepenitz angelegte Landschaftspark in Wolfshagen (westlich von Pritzwalk) zum Beispiel wurde in den 50er Jahren größtenteils abgeholzt und mit unansehnlichen Funktionsgebäuden der ehemaligen LPG verbaut, die historische Sichtachsen zerstörten. Eine Rekonstruktion von Teilflächen des Parks hat begonnen, seine Wiederherstellung ist jedoch – wenn überhaupt – eine Aufgabe für kommende Generationen.

Im benachbarten Groß Pankow dagegen ist es Bernhard von Barsewisch gelungen, den nach 1945 weitgehend verwaldeten Landschaftspark als gartenkünstlerische Oase neu entstehen zu lassen.

Das umfangreich bebilderte Buch begibt sich auf die Spurensuche und weckt das Interesse für ein kulturhistorisches Erbe, das in herkömmlichen Reiseführern leider meist zu kurz kommt.

Hendrik Bäßler Verlag,
112 S., 7,90 Euro
ISBN 3-930388-32-4

 

Von A wie A-HA bis Z wie Zylinderschloss

Mila Schrader und Julia Voigt (Hg.): Bauhistorisches Lexikon – Baustoffe, Bauweisen, Architekturdetails

Während es im Bereich des modernen Bauwesens, der Architektur und der Kunstgeschichte bereits Sachlexika und illustrierte Wörterbücher gibt, sind das historische Bauwesen und das Bauen im Bestand weniger dokumentiert. Mit dem vorliegenden Lexikon versuchen die Autoren, diese Lücke zu schließen. Sachlich, übersichtlich und gut verständlich erklärt das Lexikon ca. 3800 Stichwörter. Schwerpunkt ist das handwerkliche Bauwesen, eingebunden in die kunst- und kulturgeschichtlichen Aspekte einzelner Stile und Epochen. Ausgeklammert wurden alle Werkzeuge, Geräte, Maschinen sowie handwerkliche Arbeitsmethoden und frühindustrielle Fertigungsverfahren. Diesen Bereich möchte der Verlag in einem eigenen, zweiten Lexikon abhandeln. Wer alte Bausubstanz saniert, sich beruflich oder privat dafür interessiert, wie unsere Vorfahren gebaut haben, findet hier kompetente Antworten. Das klar gegliederte Layout, die gezielte Systematik sowie die 700 Abbildungen und Zeichnungen tragen dazu bei, regionale Besonderheiten und zeitliche Veränderungen im Bauwesen nachzuvollziehen.

Edition: anderweit
Preis 49,80 Euro
ISBN 3-931824-29-2

Alle hier genannten Bücher sind auch über die FAK-Geschäftsstelle erhältlich (Versandkosten 2 Euro): Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V., PF 24675, 10128 Berlin. E-mail: AlteKirchen@aol.com

 
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Informationen

Erfolge auf der Denkmal-Messe

Auch in diesem Jahr konnte der Förderkreis Alte Kirchen an seinem Stand auf der Leipziger Denkmal-Messe etliche Besucher begrüßen. Viele neue Kontakte wurden geknüpft und anregende Gespräche geführt, so mit dem Vorsitzenden der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger, Professor Weiß, und dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Professor Kiesow. Auch neue Mitglieder wurden gewonnen und durch Buchverkauf und Spenden mehr als 500 Euro eingenommen.

Zahlreich interessante Veranstaltungen dienten dem Gedankenaustausch, so ein Gespräch unter Leitung von FAK-Vorsitzendem Angus Fowler zum Thema Denkmalerfassung und zur Lage der Denkmalpflege. Erstmals trafen sich in Leipzig auch alle in Deutschland bestehenden Initiativen für eine Denkmalwacht. Es kam zu einem Zusammenschluss und zur Bildung von Arbeitsgruppen.

Der Förderkreis stellt sich in Hessen vor

Mit der Ausstellung "Gefährdete Schönheit - Dorfkirchen in Brandenburg" stellt sich der FAK vom 1. bis 25. Februar im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt vor (Mo. - Fr. 9 - 17 Uhr). 3. 2., 19 Uhr: Eröffnungsvortrag Dr. Hans Krag "Herr von Ribbeck wandert im Havelland"; 16. 2., 19 Uhr: Vortrag Bernd Janowski "Am eigenen Zopf - Dorfgemeinschaften retten ihre Kirche".

Achte Ausstellung über Marienfenster

In der achten Ausstellung der 111 aus Russland zurückgekehrten mittelalterlichen Fensterteile der Marienkirche sind seit Oktober in Frankfurt (Oder) vier weitere Glasmalereien zu sehen.

Gezeigt werden die Glaskunstwerke "Simson zerreißt den Löwen", "Christus in der Vorhölle", "Davids Kampf gegen Goliath" und "Sünder im Höllenrachen".

Die 111 Glasscheiben aus den drei Chorhauptfenstern der St.-Marien-Kirche werden derzeit in Frankfurt (Oder) restauriert. Der Einbau in die drei Originalfenster soll im kommenden Jahr beginnen.

epd

Klöster und Kirchen als Kalendermotive

In Korrespondenz zum Thema von Kulturland Brandenburg "1000 Jahre Christentum in Brandenburg" hat die Sparkasse Uckermark für ihren Kundenkalender 2005 Motive aus der Kirchenlandschaft der Region gewählt.

Zwölf Kirchen und Klöster werden in großformatigen Farbfotos und etlichen Detailaufnahmen vorgestellt Kurze Texte zu den jeweiligen Sakralbauten erzählen Geschichte und Geschichten.

Unterstützung bei der Bereitstellung von Fotomaterial und bei den Recherchen gab u. a. der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Der Kalender ist in den Filialen der Sparkasse Uckermark kostenlos erhältlich.

Sternpaten gesucht

Für die Vollendung des Gewölbes in der wieder aufgebauten Dorfkirche am Neuendorfer Anger in Potsdam-Babelsberg sucht der Förderverein noch weitere "Sternpaten". Mehrere hundert der rund tausend Sterne, die künftig von der Kirchendecke strahlen sollen, sind bereits symbolisch verkauft worden.

Für die Instandsetzung der acht Gewölbekappen im elf Meter hohen Innenraum der Kirche muss der Verein insgesamt 40.000 Euro aufbringen. Die Sponsoren erhalten als Dank eine Karte mit den Koordinaten "ihres" Sterns.

Die "Alte Neuendorfer Kirche" war 1853 im romanischen Stil errichtet worden. Der Schinkel-Schüler Christian Heinrich Ziller entwarf die Pläne nach Zeichnungen des Preußen-Königs Friedrich Wilhelm IV.

Bescheinigungen über Spenden 2004

Anfang Januar werden wir die Finanzamt-tauglichen Zuwendungsbescheinigungen für Spenden und Mitgliedsbeiträge 2004 verschicken. Das gilt allerdings nur für Bescheinigungen über Beträge ab insgesamt 40,- Euro. Nicht jeder Spender erhält also für eine Überweisung automatisch eine Bestätigung.

Wer jedoch auch für eine Spende bis zu 40,- Euro einen Beleg wünscht, möge anrufen (0 30 - 3 75 22 44). Dann stellen wir auch für solche Zahlungen gern eine Bescheinigung aus.

Wir gratulieren...

...unserem Mitglied Lothar Treder-Schmidt. Er erhielt 2004 einen brandenburgischen Denkmalpreis für seine Verdienste bei der denkmalgerechten Sanierung des Herrenhauses in Kaule, zweier denkmalgeschützter Häuser in Luckau, für seinen Einsatz bei der Restaurierung der Kirche in Zieckau und für die Gründung des Förderkreises Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz.

...dem Arbeitskreis Offene Kirche Roddahn, der einen Preis im Wettbewerb "Gute Ideen zur Nutzung ländlicher Gebäude und Gartenanlagen" für Sanierung und Nutzung der Kirche erhielt. Der Arbeitskreis ist im FAK engagiert.

Dank an eine großzügige Spenderin

Roswitha Gloger, vor kurzem aus Westdeutschland in die Prignitz gezogen, hatte zu einem runden Geburtstag um Spenden für den Erhalt der Bölzker Kirche gebeten. Die zusammengekommenen 400 Euro überwies sie dem FAK, der den Betrag auf 500 Euro aufstockte und während der Exkursion im September dem Förderverein für den Erhalt der Dorfkirche Bölzke überreichte. Herzlichen Dank an Frau Gloger.

 
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