Kirchen - stille Zeichen für Dauerndes in unserer hektischen Zeit

Aus der Rede von Dr. Karin Zinkann anlässlich der Übergabe des Kulturerbepreises der Europäischen Union an den Förderkreis Alte Kirchen

Verleihung des Europa-Nostra-Kulturerbepreises 2002 
 
HOHE AUSZEICHNUNG für den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg: Auf der Festveranstaltung in Großderschau überreichte die Stellvertretende Vorsitzende von Europa Nostra Deutschland, Dr. Karin Zinkann, den Europa-Nostra-Kulturerbepreis 2002. Das Diplom war dem Verein von der Europäischen Union für langjährige engagierte Arbeit zur Bewahrung, Wiederherstellung und Nutzung gefährdeter Kirchen im ländlichen Raum verliehen worden. Unter 282 Bewerbern, darunter 35 aus Deutschland, war der FAK als einziger deutscher Preisträger ausgewählt worden.    Foto: Gonda

Wir sind heute zusammengekommen, um einen freudigen Anlass gebührend zu begehen, nämlich die Verleihung des Europa-Nostra-Kulturerbepreises 2002 in Verbindung mit der Europäischen Union an den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg.

Die Europäische Kommission ist sich sehr wohl bewusst, dass Europa nicht nur eine wirtschaftliche Veranstaltung ist, sondern seine Identität auch auf dem gemeinsamen kulturellen Erbe beruht. Deshalb hat sie einen Preis für die Bewahrung des europäischen kulturellen Erbes ausgeschrieben und Europa Nostra beauftragt, Vorschläge zu sammeln und zu bewerten. Europa Nostra hat das mit seiner eigenen Medal of Honour, die es schon lange gibt, verbunden.

Europa Nostra ist der europäische Dachverband für über 200 nicht staatliche Organisationen, die sich dem Bewahren des kulturellen Erbes Europas verschrieben haben, und der ehrenamtlich arbeitet. Die offizielle Verleihung dieses Ehrenpreises war vor kurzem in Brüssel.

Der Präsident der deutschen Sektion von Europa Nostra, Fürst Sayn-Wittgenstein, hat mich als seine Stellvertreterin gebeten, den Europa-Nostra-Kulturerbepreis 2002 an den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg vor Ort zu übergeben. Ich tue das gerne, denn ich halte das, was in diesem Förderkreis geschieht, für ganz wichtig.

Wir leben in einer Zeit eines ungeheuer schnellen Wandels. Immer mehr Menschen verlieren in diesem Wandel ihre Orientierung. Sie wissen nicht, wo sie in dieser Welt hingehören, und verlieren das Gefühl für Heimat. Heimat aber ist ein ganz wesentlicher Orientierungspunkt im Leben. Heimat vermittelt ein Gefühl der Zugehörigkeit und der Sicherheit. Heimat braucht unsere Seele ebenso wie unser Körper Brot. Wir leben eben nicht vom Brot allein.

Heimatgefühl können Menschen vermitteln, vor allem in der Familie. Dort aber sieht es oft traurig aus, denn immer mehr Familien zerbrechen. Heimatgefühl vermitteln aber auch optische Orientierungspunkte, und das sind nun einmal in einer ländlichen Umgebung in erster Linie die Kirchen. Sie sind es, die als stille Zeichen dafür stehen, dass es auch in einer hektischen, oft als verworren empfundenen Zeit Dauerndes gibt. Alte Kirchenbauten im Zentrum eines Ortes machen bewusst, dass wir in einer langen Kette stehen, mit der einen Hand in der Vergangenheit, mit der anderen in einer Zukunft, in der es auch Kontinuität geben wird.

Unser gemeinsames kulturelles Erbe in Europa zu erhalten, ist uns bei Europa Nostra ein echtes Herzensanliegen, und das Anliegen des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg liegt genau auf dieser Linie. Sie sind der einzige deutsche Preisträger in dieser großen europäischen Aktion in diesem Jahr. Sie haben ein großartiges Beispiel für ein bürgerschaftliches Engagement gegeben. Sie sind der Motor für vielfältige Rettungsaktionen geworden. La Rochefoucault hat vor ca. 350 Jahren in seinen Reflektionen gesagt: ,,Nichts ist so ansteckend wie das Beispiel, und wir stiften nie viel Gutes - oder Böses -, was nicht ähnlich Gutes - oder Böses - hervorbrächte." Ich hoffe, dass das, was Sie geleistet haben, ein Beispiel ist, und um Schiller etwas abzuwandeln ,,fortzeugend Gutes muss gebären".

Sie kämpfen seit über zehn Jahren mit Erfolg, Einfallsreichtum und Know-how für den Erhalt Ihrer Kirchen. Sie beraten, helfen, vernetzen die vielen entstandenen Initiativen und die Politiker können sich dem nicht entziehen. Auch wenn viele Kirchen ihren ursprünglich sakralen Charakter verlieren, leider verlieren müssen, so bleiben sie doch Räume, deren Mauern unwiederbringlich sozusagen imprägniert sind von der oft jahrhundertelangen religiösen Prägung, und das kann auch für eine mehr oder weniger säkulare Nutzung nur segensreich sein.

In diesem Sinne spreche ich Ihnen unseren hohen Respekt vor Ihrer Arbeit aus.

 

Erneute Ausschreibung

Der Kulturerbepreis, der jetzt erneut von EUROPA NOSTRA aufgelegt wird, umfasst folgende Kategorien, in denen jeweils erste Preise zu 10.000 Euro sowie Medaillen und Urkunden vergeben werden:

1. Je ein vorbildliches Projekt aus den Kategorien:

  1. Restaurierung eines architektonischen Kulturerbes;
  2. Erhaltung/Aufwertung einer Kulturlandschaft;
  3. Erhaltung/Restaurierung einer für die Öffentlichkeit zugänglichen, dem künstlerischen Kulturerbe zuzurechnenden privaten oder öffentlichen Sammlung;
  4. Erhaltung/Aufwertung einer für die Öffentlichkeit zugänglichen archäologischen Stätte.

2. Eine vorbildliche Studie zur Erhaltung und/oder Aufwertung eines für die Öffentlichkeit zugänglichen kulturellen Erbes.

3. Eine Einzelperson oder ein Team aus Einzelpersonen, Behörden oder Nichtregierungsorganisationen als Anerkennung für den Einsatz zur Erhaltung und Aufwertung des europäischen kulturellen Erbes.

Teilnahmeberechtigt sind Einzelpersonen und Organisationen aus den EU-Mitgliedstaaten, des Europäischen Wirtschaftsraums und der mittel- und osteuropäischen Beitrittsländer.

Einsendeschluss: 15. September 2003

Unterlagen und nähere Hinweise im Internet unter www.europanostra.org.

Auskunft erteilt Frau Laurie Neale, co@europanostra.org, Tel.: 0031 – 70 – 302 40 52, Fax: 0031 – 70 – 361 78 65.

 
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Aus für "Dach und Fach"

Eine verhängnisvolle Entscheidung

Am 10. Juli verkündete Kulturstaatsministerin Christina Weiss die Streichung des Investitionsprogramme "Kultur in den neuen Bundesländer" sowie des Denkmalschutzprogrammes "Dach und Fach" zum Jahresende.

Neben zahlreichen weiteren Institutionen warnt auch der Förderkreis Alte Kirchen in einem offenen Brief an die Ministerin vor den katastrophalen Folgen dieser Entscheidung für ohnehin benachteiligte Regionen im Osten der Bundesrepublik. Dem Protest schlossen sich inzwischen zahlreiche lokale Fördervereine in Brandenburg an, die ihre oft langjährigen ehrenamtlichen Bemühungen um die "Kirche im Dorf" gefährdet sehen.

 

Aus den zahreichen Stellungnahmen (Sie finden auch einige unter dem Link zu unserem offenen Brief):

Stolpe meldet Bedenken an

Bundesbauminister Manfred Stolpe hat gegen die von der Bundesregierung vorgesehene Streichung des Denkmalschutzprogramms ,,Dach und Fach" für Ostdeutschland erhebliche Bedenken angemeldet. ,,Wir sollten uns sehr genau überlegen, ob wir dieses Programm auslaufen lassen", erklärte Stolpe. Bei dem Programm könne ,,mit wenigen Millionen große Hilfe geleistet werden, gerade bei der Verhütung des Verfalls kulturell wertvoller Gebäude wie Kirchen, Gutshäusern oder ähnlichem". Die Kommunen und auch die Länder im Osten würden diese Hilfe noch nicht alleine leisten können, sagte er.

epd

Schreiben der Evangelischen Kirche

Im Schreiben der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg an Kulturstaatsministerin Weiss heißt es u.a.:

"Nach der Erfahrung gerade der letzten Jahre sind Kirchen für das gesamte Gemeinwesen zentrale Faktoren der regionalen und örtlichen Identität. Das zeigt sich an dem großen Engagement der Bürger für den Erhalt ihrer Kirchen. Ein Wegfall der Förderung würde über die Grenzen der Kirchengemeinden hinaus für das Gemeinwesen zu einem immensen Vertrauensverlust vor Ort führen."

In dem Brief wird ferner betont, dass ein "bisher stabiler Faktor des Arbeitsmarktes in den neuen Ländern entfällt."

 

Operation gelungen, Patient tot?

Mit viel Engagement hatten die Mitarbeiter der Glindower Ziegelei ihren denkmalgeschützten Ringofen wieder flott gemacht und damit die weitere Produktion der begehrten Formsteine und Spezialziegel für die Restaurierung historischer Bauten gesichert. Jetzt sieht Geschäftsführer Jürgen Wackermann schwarz:

Die Freude darüber, dass nun die Kundenwünsche wieder erfüllt werden können, werde durch die geplante Kürzung der Städtebauförderung und die Streichung von Förderprojekten wie "Dach und Fach" getrübt.

Wackermann sieht die Aufträge für das Bauhandwerk und zugleich auch die Aufträge in seinem Betrieb dramatisch schwinden. "Eine Kettenreaktion ist vorprogrammiert, die für die wirtschaftliche Stabilität der Region nicht förderlich ist. Vom Wachstum ganz zu schweigen."

Alle weitere notwendige Sanierung der historischen Produktionsanlagen bringe keinen Nutzen, wenn immer mehr Bauherren ohne Förderung aufgeben müssen oder nicht investieren und demzufolge die Glindower Auftragsbücher künftig leer blieben.

 

... und was schließlich auch noch dazu zu sagen ist

Umgeschichtet

In der Süddeutschen Zeitun vom 31. Juli fanden wir eine Zuschrift vom Vorsitzenden des Landesdenkmalrates von Brandenburg, Prof. Dr. Leo Schmidt:

Da war in der SZ zu lesen, dass der Fortbestand der drei öffentlich finanzierten Berliner Opernhäuser gesichert sei; Kulturstaatsministerin Chrisina Weiss stelle dafür 25 Millionen Euro pro Jahr bereit. Mancher mag sich gefragt haben, woher das Geld kommt. Jetzt wissen wir es also: Die Förderprogramme des Bundes, mit denen heruntergekommene, aber bedeutende Baudenkmale im Osten der Republik saniert werden sollten, werden - wie Steffen Kraft berichtet - eingestellt, um genau diese Summe umschichten zu können. Mit 25 Millionen Euro kann man Jahr für Jahr Hunderte von Baudenkmalen vor dem weiteren Verfall retten - die dritte hauptstädtische Oper ist offenbar wichtiger.

Als Vorsitzender des Landesdenkmalrates von Brandenburg rege ich an, ehrlicherweise wenigstens in den Berliner Opern eine Ausstellung zu installieren, in der - im abendliches Wechsel - die Baudenkmale gezeigt werden, die wegen einer bestimmten Auführung nicht saniert werden können. Das festlich gestimmte Opernpublikum sollte doch wenigstens wissen, welche Opfer die Provinz für sein Vergnügen bringt.

 
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Wir gratulieren den Preisträgern unserer Ausschreibung
"Startkapital für Kirchen-Fördervereine 2003"

Um es vorauszuschicken: Preise hätten eigentlich alle verdient, die uns ihre Bewerbungen zum Wettbewerb "Starkapital für Kirchen-Fördervereine 2003" zugesandt hatten. Denn jede Einsendung zeugt von großem Engagement und vielen Ideen. So sah sich die Jury auch veranlasst, aus den zehn vorgesehenen Preisen elf zu machen, indem sich zwei Bewerber, Jabel und Lossow, einen Gewinn teilen.

Die schwierige Arbeit der Jury leisteten Frau Schiemann als Vertreterin des Brandenburger Kulturministeriums, Matthias Hoffmann-Tauschwitz als Vertreter der Landeskirche, Viola Seeger als Vertreterin der Robert Bosch Stiftung, Hans-Joachim Wede aus der Sicht der Fördervereine und FAK-Vorstandsmitglied Günter Schöne, jahrzehntelang Pfarrer in Landgemeinden.


Kirche Biesdorf

Die Gründung des Vereins geht auf ein Kuriosum zurück: auf die 725+1-Jahrfeier des Ortes. Das eigentliche Jubiläumsfest hatte das Hochwasser verhindert.

Mit der Organisation von Dorffesten geriet auch die lange Zeit kaum genutzte Kirche ins Visier, die wieder restauriert werden soll. Vorbild dabei waren auch erfolgreiche Aktivitäten in Nachbarorten. Ziel ist neben der Kirchensanierung die Stärkung der Dorfgemeinschaft. So gibt es inzwischen viele Beispiele, wie Christen und Nichtchristen darangehen, "ihre" Kirche, ihren Dorfmittelpunkt zu bewahren und allen Einwohnern zu öffnen.

Mit Hilfe des ,,Startkapitals" will man ein erstes Sanierungsgutachten finanzieren.

  Biesdorf Kirche und Dorf e. V.
 
Dorfkirche Melzow

Der Verein wurde von einem ortsansässigen Musiker der ,,Akademie für Alte Musik" gegründet, dem die Erhaltung der historischen Gesell-Orgel von 1875 am Herzen lag. Erstaunlich schnell hatte der Verein in dem kleinen Dorf über 40 Mitglieder, die ihre Aufgabe in der Instandsetzung des gesamten Kirchengebäudes sehen und sich im ersten Bauabschnitt, der Dachsanierung, mit Eigenleistungen beteiligten. Der Verein basiert auf einer interessanten und gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen alt eingesessenen Melzowern und neu zugezogenen ehemaligen Berlinern.

Durch die Einbindung der "Akademie für Alte Musik" und die Zusammenarbeit mit dem Uckermärkischen Musiksommer ist hier ein musikalisches Zentrum im Entstehen, dessen Publikum zum großen Teil aus der Region kommt.

  Freunde der Melzower Kirche e.V.
 
Dorfkirche Riedebeck

Der regionale Förderkreis gründete sich mit Hilfe des FAK Berlin-Brandenburg und arbeitet mit ihm zusammen; Veranstaltungen und Projekte werden abgesprochen und zum Teil gemeinsam durchgeführt. Die Initiative dazu kam aus der Region. Anliegen des Vereins ist es, in dieser dünn besiedelten Region alle verfügbaren Kräfte zu bündeln, die dem Verfall alter Kirchen entgegenwirken und deren Erhaltung sichern wollen. Die oft sehr kleinen Kirchengemeinden und Kommunen sind mit der Erhaltung ihrer Kirche überfordert. So war es naheliegend, einen für alle offenen Förderverein ins Leben zu rufen, der die Kräfte konzentriert. Inzwischen gibt es zahlreiche gemeinsame Initiativen, so eine gut angenommene Konzertreihe, Vorträge und Publikationen

  Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz
 
Dorfkirche Pinnow

Viele Jahre lang war die Stüler-Kirche von Pinnow, einem Ortsteil von Borgsdorf, dem Verfall preisgegeben. Seit 1970 wurde sie nicht mehr genutzt. Zu Beginn der Neunzigerjahre keimte Hoffnung auf: Mit der Dachsanierung wurde der Verfall zunächst gestoppt. Doch die immer knapper werdenden Mittel machten weitere Sanierungspläne zunichte. Als sich der Förderverein gründete, ging es ihm nicht allein um die Instandsetzung des Kirchenraumes und seine künftige Nutzung auch für kulturelle Zwecke. Ihm liegt ebenso die Rückgewinnung der verloren gegangenen Ausstattung am Herzen.

Inzwischen wurden durch Konzerte erste Geldmittel eingeworben. Der Förderkreis Alte Kirchen hat die Gründungsphase des Vereins beratend mit vorbereitet.

  Förderverein Kirche in Pinnow
 

Die Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert hatte zu DDR-Zeiten ein trauriges Schicksal. Sie verfiel; 1972 wurde aus Sicherheitsgründen der Turm gesprengt, dessen Sturz zugleich das Kirchenschiff zerstörte. Erhalten blieben der ruinöse Chor und die Sakristei. Anfang der Neunzigerjahre hatte der gerade gegründete Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg bei Sicherungsarbeiten ein wenig helfen können. In Zusammenarbeit von Kirchengemeinde, Stadt Bernau und Unterer Denkmalschutzbehörde konnte der Chor wieder hergestellt und dem Schiff ein transparentes Dach gegeben werden.

Diesen Neubeginn will nun der im September gegründete Verein mit viel Mut und Einsatzbereitschaft weiterführen und dafür nicht nur im eigenen 250-Seelen-Dorf Mitstreiter gewinnen. Traditionelle Bindungen sollen wiederbelebt, weitergetragen und entwickelt werden.

  Förderverein Dorfkirche Birkholz e. V.
 

Das Gotteshaus von Klosterfelde am Rande der Schorfheide hatte sich im Laufe von Jahrhunderten von einem kleinen, turmlosen Feldsteinbau zu einer stattlichen Dorfkirche gemausert. Dennoch schien ihr Erhalt lange Zeit nicht gesichert. Die letzten Arbeiten an der Kirche waren in den Siebzigerjahren ausgeführt worden; Turm, Uhr und Kuppel wurden repariert und die Vorderfront gestrichen. Sie war zur "potemkinschen" Kirche avanciert, denn die DDR-Prominenz nutzte die vorbeiführende Straße regelmäßig für die Anfahrt zum Jagdrevier.

Nach dem Ausscheiden des Gemeindepfarrers 1998 schient es fast so, als ob alle Hoffnungen auf eine Sanierung dahin wären. Glücklicherweise gab es Menschen, die dennoch nicht aufgaben. Geschäftsleute im Ort veranstalteten Tombolen, die viel Geld einspielten. Das sensibilisierte andere Einwohner, die nun Verantwortung für das Gebäude übernahmen; auch sehr viele Jugendliche engagierten sich. Die Gründung eines Fördervereins wurde beschlossen, der sich heute auf eine breite Basis stützt und in dem alle Schichten der Bevölkerung mitarbeiten. Potemkin hat keinen Platz mehr.

  Förderverein Dorfkirche Klosterfelde e. V.
 
Dorfkirche Rosow

Die Dorfkirche von Rosow nahe der deutsch-polnischen Grenze hatte in den letzten Kriegstagen und danach viel Elend gesehen. Tausende Flüchtlinge, später Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten schleppten sich über die Landstraßen, während jenseits der Oder ebenfalls heimatvertriebene Polen angesiedelt wurden. Ein Thema, das noch lange nicht aufgearbeitet ist. Umso verdienstvoller ist das Projekt des Rosower Fördervereins, in deutsch-polnischer Zusammenarbeit in der teilzerstörten Kirche eine Gedenkstätte für diese Schicksale einzurichten, sie als Begegnungszentrum auszubauen. Der FAK vermittelte erste Kontakte zu ähnlichen Projekten in Stettin. In dem zur Zeit gottesdienstlich nicht genutzten Kirchenraum werden bereits gelegentlich Ausstellungen gezeigt. - Hier wird ganz konkret an einem geeinten Europa gebaut.

  Förderverein Gedächtniskirche Rosow e. V.
 

Kuhz im Boitzenburger Land besitzt mit seiner Dorfkirche einen besonderen Schatz. Der Feldsteinbau aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts besteht aus breitem Westturm mit Fachwerkaufsatz, Schiff und Rechteckchor. Die größten Kostbarkeiten aber birgt das Innere: mittelalterliche Wandmalereien, vielleicht aus dem frühen 14. Jahrhundert, allerdings noch weitgehend verdeckt; eine 1594 datierte Kanzel; einen Altaraufsatz von 1697. Doch die Pfarrstelle ist seit langem verwaist, Renovierungsarbeiten am Gotteshaus sind dringend notwendig. Im vorigen Jahr nun kamen interessierte Einwohner, dabei Berliner mit Zweitwohnsitz im Ort, zusammen mit dem Ziel, finanzielle Mittel und Kräfte für eine Restaurierung zu mobilisieren und um das Gemeindeleben wiederzubeleben. Der Verein wurde gegründet. Er hat inzwischen mehr als 20 Mitglieder und konnte bei der Bevölkerung reges Interesse für seine Pläne wecken.

  Förderverein Dorfkirche Kuhz e. V.
 

Neufinkenkrug ist kein Dorf im üblichen Sinne. Es entstand Anfang des vergangenen Jahrhunderts wie viele Neusiedlungen im Speckgürtel Berlins. Der Kirchbau 1924 definierte schließlich die Mitte des Ortes. Somit kann das Neufinkenkruger Gotteshaus nicht mit dem ehrwürdigen Alter der meisten Dorfkirchen in der Mark Brandenburg mithalten. Zudem wurde damals ziemlich "windig" gebaut: die Kirche hat konstruktive Schäden, die heute Probleme bereiten. Das alles aber hält die heimatbewussten Bewohner des Ortes und die selbständige Kirchengemeinde mit 1.400 Mitgliedern nicht davon ab, sich um den Erhalt ihres Gotteshauses zu kümmern. Der Verein mit etwa 20 Mitgliedern betreibt eine gut geplante Öffentlichkeitsarbeit und hat eine erste Spende der städtischen Wohnungsbaugenossenschaft erhalten. In den Sommermonaten sollen die Kirchentüren für vorüberkommende Besucher offen stehen.

  Kirchbauförderverein der evangelischen Kirche in Neufinkenkrug e. V.
 
Dorfkirche Jabel

Das kleine Dorf Jabel im Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat nur 230 Einwohner. Da nimmt es schon wunder, dass es hier gleich zwei Kirchengebäude gibt: einen Bau der altlutherischen Gemeinde und die historische Dorfkirche. Da die evangelische Gemeinde zahlenmäßig kleiner ist - sie zählt gerade zwölf Mitglieder -, sieht sie sich gegenüber den Altlutheranern, die sich intensiv um ihre Kirche kümmern, etwas im Zugzwang. Denn ihr Gotteshaus müsste dringend renoviert werden. Der Förderkreis Evangelische Dorfkirche Jabel agiert aus der Kirchengemeinde heraus, bezieht bei seiner Aktivitäten jedoch die gesamte Dorfgemeinschaft ein.

  Förderkreis Evangelische Dorfkirche Jabel
 
Kirche Lossow

Die Lossower Kirche, ein interessanter barocker Zentralbau, ist noch immer eine Kriegsruine. Was die rührige Kirchengemeinde nie davon abhielt, dort öfter Gottesdienst zu feiern: unter freiem Himmel, in den Mauern des dachlosen Kirchenschiffs.

Der inzwischen gegründete Verein bemüht sich zunächst um die Sicherung der Ruine, ist dabei jedoch auf Hilfe von außen angewiesen. Der FAK hat eine Begleitung der Arbeit zugesagt. Es wurde angeregt, neben der Sicherung und Sanierung über den Einbau eines Gemeinderaums im Turm nachzudenken.

Die Auszeichnung mit dem ,,Startkapital" soll dem Verein neue Impulse geben. Mit dem Geld kann ein erstes Gutachten bezahlt werden.

  Förderverein Kirche Lossow e.V.
 
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Soll alles bisherige Engagement nun doch umsonst gewesen sein ?

Dorfkirche Groß-Fredenwalde 
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IN AKUTER NOT
 
Unter dieser Rubrik bitten wir diesmal um
 
Ihre Spende für die Kirche Groß Fredenwalde
 
Das Ende von "Dach und Fach" könnte auch das Ende dieses bedeutenden Baudenkmals sein

Der ungewöhnlich großen Feldsteinkirche von Groß Fredenwalde - malerisch auf einem Hügel inmitten des Dorfes gelegen - sieht man die massiven Bauschäden auf den ersten Blick nicht an. Das Gotteshaus scheint für die Ewigkeit gebaut; und doch besteht dringender Handlungsbedarf, um das Baudenkmal in seiner jetzigen Gestalt zu erhalten.

Fredenwalde gilt als eine der ältesten uckermärkischen Siedlungen, die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1269. Etwa in dieser Zeit dürfte auch die Kirche entstanden sein. Im Landbuch von 1375 ist Fredenwalde noch als "Städtchen" beschrieben, was die Abmessungen des mächtigen Saalbaus erklärt. Spätestens nach dem Dreißigjährigen Krieg war der Ort ruiniert. Heute ist Fredenwalde ein beschauliches Dorf zwischen Angermünde und Prenzlau.

Der Innenraum des Kirchengebäudes, eine Saalkirche mit Steinpflaster und einfacher Balkendecke, beeindruckt durch seine Geschlossenheit und Stimmigkeit. Erhalten sind bemerkenswerte Ausstattungsstücke aus Renaissance und Barock: An der Orgelempore ist neben dem Namen des Stifters und des Zimmermanns die Jahreszahl 1583 zu lesen. Der Kanzelaltar stammt aus dem Jahr 1708, das Gestühl aus dem 18. Jahrhundert.

Neben zahlreichen weiteren Epitaphien der Familie von Arnim, die seit 1473 Fredenwalde besaß, ist besonders auf das Grabdenkmal für Alexander Magnus von Arnim hinzuweisen, der Kirche, Herrenhaus und Dorf nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder aufbauen ließ.

In dieser Zeit, 1726, entstand auch der hölzerne, mit Ziegeln ausgemauerte Fachwerkturm, der heute das größte bauliche Problem darstellt. Bereits 1844 wurden an der Westwand drei Stützpfeiler zur Absteifung des Turmes aufgemauert. 1960 musste der Turm wegen Einsturzgefahr zum Teil rückgebaut werden und erhielt seine heutige, etwas gedrungen wirkende Form. 1991/92 fand durch den Einbau von Stahlträgern eine provisorische Notsicherung statt. Heute besteht erneut akute Einsturzgefahr, da die Holzkonstruktion unter der Stahlträgerabsteifung durch Hausschwamm zerstört ist. Der Turm droht in die Renaissance-Empore zu stürzen. Eine zurzeit stattfindende erneute Notsicherung durch den weiteren Einbau von Stahlträgern soll das Schlimmste verhindern.

Die gegenwärtigen Arbeiten müssen im kommenden Jahr dringend durch einen größeren Bauabschnitt fortgesetzt werden. Ohne grundlegende Sanierung werden die Schäden durch die das Holz zerstörenden Pilze, die bereits auf den Dachbereich des Kirchenschiffes übergegriffen haben, fortschreiten und die farbig gefasste Kirchendecke zerstören. Ein Kirchenraum ist dem Verfall preisgegeben, der in seiner ursprünglichen Atmosphäre zu den stimmungsvollsten der Region zählt.

Die Kirchengemeinde in Groß Fredenwalde hat, gemeinsam mit dem 1998 zur Rettung der Kirche gegründeten Kultur- und Heimatverein über lange Zeit kleine Reparaturen selbst ausgeführt und sich ständig um "ihr" Kirchengebäude gekümmert. Auch weiterhin wird man vor Ort die nötigen Instandsetzungsarbeiten mit Eigenleistungen begleiten.

Die Sanierung der Turm- und Dachkonstruktion ist mit knapp 150.000 Euro veranschlagt - eine Summe, die die kleine Gemeinde allein nicht aufbringen kann und die auch durch die Spenden, die der Heimatverein bei Konzerten und ähnlichen Veranstaltungen einwirbt, nicht gedeckt werden kann.

Wie zahlreiche weitere Denkmale ist auch die Kirche von Groß Fredenwalde auf die Unterstützung durch Fördermittel angewiesen, die für das Jahr 2004 auch in Aussicht gestellt wurden. Jedoch hat Kulturstaatsministerin Christina Weiss kürzlich das Ende zweier wichtiger Investitionsprogramme verkündet.

In einem offenen Brief an die Kulturstaatsministerin protestiert der Förderkreis Alte Kirchen gegen das Aus für das Investitionsprogramm "Kultur in den neuen Ländern" sowie das Sanierungs-Programm "Dach und Fach". Auch in einem offenen Brief aus Groß-Fredenwalde wurden der Ministerin die Auswirkungen ihrer Entscheidung vor Augen geführt.

Spenden-Konto: 51 99 76 70 05 bei der Berliner Volksbank; BLZ 100 900 00;

Kennwort: Groß Fredenwalde

Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenquittung; bitte geben Sie dafür auf dem Überweisungsträger Ihre Anschrift an.

 
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Kirchen sind öffentliche Räume, aber keine beliebige Verfügungsmasse

Von einem Forum auf dem Ökumenischen Kirchentag
Experten diskutierten über Erhaltung und Nutzung unserer Gotteshäuser

Wie viele Kirchen braucht das Land? Unter diesem Thema stand eines der zahlreichen Foren auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin. Und es ging in der Podiumsdiskussion um die vielen Kirchen, die das Land (anscheinend) nicht braucht.

Das Verhältnis zum Kirchenraum befindet sich in einem deutlichen Wandel. Je weniger die Gotteshäuser Versammlungsorte der Gemeinden sind, desto mehr müssen sie der säkularen Welt geöffnet werden. Konflikte sind vorprogrammiert und deuteten sich auch in der Diskussion an. Wie weit sollte diese Öffnung gehen? Wäre einer Entwürdigung ursprünglich geheiligter Räume durch rein kommerzielle, nicht angemessene Nutzung nicht konsequenter Weise ein Abriss vorzuziehen?

Dr. Michael Vesper, Präsident des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, hatte eingangs einige Grundsätze formuliert: Gotteshäuser sind öffentliche Räume, aber keine beliebige Verfügungsmasse; beide christliche Konfessionen sollten bei ihrer Nutzung zusammenwirken; notwendige Umnutzungen, notfalls auch für kommerzielle Zwecke, müssten der Erhaltung des Gebäudes dienen, dürften also möglichst wenige irreparable Zerstörungen mit sich bringen.

Dass die Situationen in den einzelnen Bundesländern durchaus unterschiedlich sind, belegten die Beiträge von Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Osnabrück, Bischof Axel Noack, Kirchenprovinz Sachsen, und der Bürgermeisterin der Hansestadt Wismar, Dr. Rosemarie Wilcken, die auf die Probleme mit der Nutzung und Erhaltung großer Stadtkirchen einging.

Bernd Janowski, Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, machte auf die vielen hundert Dorfkirchen aufmerksam, die für ihren Erhalt dringend Anwälte brauchen und ohne bürgerschaftliches Engagement verloren wären. Er berichtete von Förderinitiativen vor Ort, in denen Christen und Nichtchristen erfolgreich für die Bewahrung "ihrer" Kirche als Dorfzentrum wirken, gemeinsam Nutzungskonzepte entwickeln und wieder Leben in das Haus bringen. Dabei gehe es nicht um eine "wirtschaftlich perfekte Auslastung", komme es nicht darauf an, dass sich "alles rechnet". "Wir sollen froh sein, dass es noch Orte gibt, die sich den marktpolitischen Zwängen entziehen."

Gegen jeden Nutzungsperfektionismus wandte sich auch Prof. Dr. Gottfried Kiesow, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Wo Gottesdienste, die Priorität haben, nicht mehr gegeben sind, darf auch eine kommerzielle Nutzung nicht ausgeschlossen werden, damit der Raum erhalten bleibt. Er wandte sich gegen jeden Abriss. "Nur erhaltene Gebäude haben eine Zukunft."

Mit seiner Kunst– und Kulturstiftung will auch der Ostdeutsche Sparkassen– und Giroverband helfen, dass Kulturgüter in der Region erhalten bleiben. Der Geschäftsführende Präsident Rainer Voigt verwies darauf, dass dort Unterstützung gegeben wird, wo örtliche Initiativen einen engagierten Eigenbeitrag leisten.

Zu Wort kamen auf diesem Forum auch viele aus der großen Zahl der Besucher, die die Matthäuskirche im Berliner Kulturforum bis auf den letzten Platz füllten. Da ging es unter anderem um die Bewahrung der "Betonkirchen", die vielerorts nach dem Krieg entstanden und doch auch potentielle Zeugnisse ihrer Zeit sind. Oder um die sehr zwiespältig aufgenommene Frage, ob Kirchengebäude ohne christliche Gemeinden anderen Religionen zur Verfügung gestellt werden sollten.

Einhelliges Resümee des Gesprächs, das zahlreiche weitere Probleme aufgriff und in dieser Vielfalt nicht auf alle Fragen Antworten geben konnte: Unsere Gotteshäuser sollen bewahrt werden – als Zeugnisse der Geschichte und gelebten Glaubens vorangegangener Generationen, als Zentren christlichen und öffentlichen Lebens von gestern, heute und von morgen. Wie hatte doch Prof. Kiesow gesagt: Vielleicht haben die Denkmalpfleger manchmal mehr Gottvertrauen als der eine oder andere Kirchenmann.

Eva Gonda

Agora: Viele neue Kontakte geknüpft

Stets gut besucht war der Stand des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg während des Ökumenischen Kirchentages in Berlin. Gemeinsam mit dem Verein Dorfkirchen in Not in Mecklenburg und in Vorpommern, mit dem "Dorfkirchensommer" und der Stiftung Maßwerk informierten wir auf der Agora in den Messehallen über das vielfältige Engagement zur Rettung und Bewahrung gefährdeter Kirchen auf dem Lande.

Viel Beachtung fanden die großformatigen Fotos, die sowohl erschütternde Bilder noch immer desolater, verfallender Kirchen im Land Brandenburg zeigten als auch Zeugnis gaben vom erfolgreichen Bemühen um Wiederaufbau und angemessene erweiterte Nutzung. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich anhand des ausliegenden Informationsmaterials einen Einblick in unsere Arbeit zu verschaffen. Auch die angebotenen Bücher fanden guten Absatz.

Besonders anregend waren die Gespräche mit interessierten Besuchern. Viele hatten von unserer Arbeit gehört und waren gezielt zu unserem Stand gekommen, um näheres zu erfahren, aber auch um Hinweise zu geben oder Auskunft einzuholen zum Beispiel über Fördermöglichkeiten beim eigenen Engagement vor Ort. Andere kamen zufällig vorbei und fanden so ersten Kontakt zu unserer Arbeit. Auch viele Mitglieder und uns seit Jahren verbundene Freunde konnten wir begrüßen.

 
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Des Himmels Wolken schauten hoch hinein...
 
in das leere Kirchenschiff – und das 57 Jahre lang. Nur eine einsame Giebelwand erinnerte an das einst steil aufragende Dach. Es mag wie eine Fata Morgana erscheinen, wenn sich die Kirche von Seeburg (Landkreis Potsdam-Mittelmark) heute wieder wie von alters her in der Dorfmitte präsentiert.
 Ruine der Seeburger Kirche

Die alten Glocken erklingen wieder

Von der wunderbaren Auferstehung der Seeburger Dorfkirche

Als zur Wendezeit die Mauer fiel und mit ihr die Wachtürme bei Seeburg direkt an der Grenze zu Westberlin, da begann für einen anderen Turm eine neue Zukunft: für den Turm der alten Dorfkirche. Zu dieser Zeit glaubte allerdings noch niemand von den Seeburgern, dass ihr im Krieg stark zerstörtes Gotteshaus jemals wieder in alter Schönheit erstehen sollte.

Man hatte jahrzehntelang das Beste aus der Situation gemacht: Der Altarraum war als Gottesdienstraum instand gesetzt worden, die Ruine des Kirchenschiffs wurde gesichert und lud als lichter Innenhof zu Begegnungen unter freiem Himmel ein. Die beiden wunderbar unversehrten Glocken erhielten einen separaten Glockenstuhl und kündeten beharrlich aller DDR-Propaganda zum Trotz von einer lebendigen Christengemeinschaft.

 Seeburger Kirche
GEÖFFNET ist die Seeburger Kirche täglich von 9 bis 19 Uhr
Fotos: Gerhard Köhne

Die tapfere kleine Gemeinde erhielt nach der Wende mit der Ansiedlung vieler Neubürger Zuwachs. Man wagte, an einen Wiederaufbau der Kirche zu denken. Otto Boltz und Erich Pfuhl vom Gemeindekirchenrat rührten dafür tüchtig die Trommel. Der in Westberlin lebende Architekt Gerhard Köhne - aufgewachsen in Seeburg und Augenzeuge des Kirchenbrandes - bot sich an, gemeinsam mit seinem Sohn die Architekturleistungen kostenlos auszuführen. Der Förderverein Tectum Dei (Dach Gottes) wurde gegründet, durch Eigenleistungen und Spenden konnten beachtliche 249 000 Mark an Eigenmitteln aufgebracht werden, was Landeskirche, Kirchenkreis und Kultur-ministerium zu Fördermitteln veranlasste. So konnte im vergangenen Jahr nach ein-jähriger Bauzeit die Seeburger Kirche neu geweiht werden – ein Gotteshaus, das seinen mittelalterlichen Charakter be-wahrte und dennoch moderne Funktionen bietet. Das Mauerwerk ist saniert worden, die einst zugemauerten Fenster wurden geöffnet und erhielten im Altarraum farbigen Bleiglasschmuck. Das Kirchen-schiff bekam sein Dach zurück, Teeküche und Toiletten wurden angebaut; es entstand eine freundliche Begeg-nungsstätte, die alle Einwohner einlädt.

Auch der hölzerne Turm erhebt sich nun wie eh und je mitten im Dorf, und die alten Glocken erschallen über den Dächern der Häuser. Seeburg hat seine Mitte wiedergefunden.

Eva Gonda

 

Eine bewegende und bewegte Geschichte

Die Geschichte der Seeburger Dorfkirche reicht weit zurück. Der Sakralbau mit eingezogenem Chor und ebenfalls eingezogener Apsis wurde Anfang des 13. Jahrhunderts aus Feldsteinen errichtet. Ende des 15. Jahrhunderts, in spätgotischer Zeit, kam an der Nordseite des Chorraumes ein rechteckiger Anbau hinzu. An der gleichen Seite ist heute noch ein zugemauertes Portal aus der Bauzeit der Kirche erkennbar. Anno 1715 war das Gotteshaus mit einem hölzernen Turmaufsatz komplettiert worden.

Noch kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche ein Opfer der letzten Kämpfe um Berlin. Die Seeburger mussten zusehen, wie sie in Flammen aufging, wie der Holzturm binnen Minuten in sich zusammenfiel. Es grenzt an ein Wunder, dass die beiden Glocken aus dem Jahre 1925 den Sturz in die Tiefe unversehrt überstanden.

Die lebendige Kirchengemeinde setzte in DDR-Zeiten unter schwierigen Bedingungen den Chorraum instand und nutzte ihn jahrzehntelang als Gottesdienststätte.

 
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Das Weltkulturerbe Potsdam und die Probleme in den Randregionen

FAK-Ausstellung kann noch weiter vermittelt werden

Das Haus "Im güldenen Arm" in der Potsdamer Hermann-Elflein-Straße wurde um 1737 errichtet und ist eines der letzten, im Zuge der Stadterweiterung häufig in Nebenstrassen entstandenen unverputzten Fachwerkhäuser. Zwischen 1989 und 1997 wurde es mit viel Liebe zum Detail restauriert und steht nun für Ausstellungen zur Verfügung.

Im Juli und August war in diesem passenden Ambiente die Ausstellung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg über "Gefährdete Schönheit. Dorfkirchen in der Uckermark" zu Gast. Für die Unterstützung bei der Vorbereitung der Präsentation bedanken wir uns beim Potsdamer Stadtkonservator Andreas Kalesse, der auch die Eröffnung vornahm. In einer Einführung stellte Bernd Janowski die Verbindung zwischen dem Weltkulturerbe Potsdam und dem zu Unrecht vernachlässigten Kulturerbe in den Brandenburger Randregionen, speziell in der Uckermark, dar. Die erstaunlich gut besuchte Vernissage wurde von Katharina Glös (Blockflöte) musikalisch umrahmt und bot den fachlich interessierten Besuchern umfangreichen Gesprächsstoff.

An den Wochenenden wurde die Ausstellung von Vorstandsmitgliedern des FAK ehrenamtlich offen gehalten.

Für die bereits mit großem Interesse im Prenzlauer Dominikanerkloster gezeigte Präsentation suchen wir noch nach geeigneten Ausstellungsorten. Für Ihre Anregungen bzw. Vermittlungen sind wir Ihnen dankbar. Bitte wenden Sie sich an die Geschäftsstelle des Vereins.

Robert Hacker

 
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Musikgenuss mit besonderem Effekt

Gut besuchtes Benefizkonzert für uckermärkische Dorfkirchen

Begeisterter Beifall unter dem Dach der Mühlenbecker Dorfkirche. Er galt den Musikern der Akademie für Alte Musik Berlin und der Solistin Silvia Weiss (Sopran), die eine große Besucherschar mit Werken der Brüder Johann Gottlieb Graun und Carl Heinrich Graun erfreuten.

Zu diesem Benefizkonzert für uckermärkische Dorfkirchen hatte der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg eingeladen. Und den vielen Gästen, die dieser Einladung gefolgt waren und auch eine größere Anreise nicht gescheut hatten, bot sich ein Musikerlebnis von besonderer Qualität.

Sinfonien und Kantaten der beiden Komponisten am Hofe Friedrichs des Großen wurden nicht nur mit großer Authentizität dargeboten - das verbürgt schon das spezielle Anliegen dieser Musikervereinigung - , man musizierte auch mit sichtlichem Vergnügen, das sich zugleich auf die Zuhörer übertrug. Besonderen Applaus erhielt Silvia Weiss für die Meisterung der äußerst anspruchsvollen Kantaten des Carl Heinrich Graun.

Doch nicht nur großen Beifall gab es an diesem Abend. Die Zuhörer bedankten sich mit einer großzügigen Kollekte. Rund 1.200 Euro wurden gespendet. Sie kommen nun zwei Dorfkirchen zugute: In Malchow bei Prenzlau geht es um die dringend erforderliche Notsicherung, damit die Dorfkirche vor dem drohenden Einsturz bewahrt werden kann. In Melzow bei Seehausen soll die aus dem Jahre 1875 stammende Gesell-Orgel - in ihren Bestandteilen noch nahezu komplett im Originalzustand - restauriert werden. Für dieses Ziel und für die bauliche Instandsetzung des Kirchengebäudes gründete sich 2002 ein Förderverein, der zu den Preisträgern der diesjährigen Startkapital-Ausschreibung des Förderkreises Alte Kirchen gehört

Den Musikern und der Mühlenbecker Kirchengemeinde als freundliche Gastgeberin sagen wir herzlichen Dank.

Eva Gonda

 
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92 Familienwappen in Kirchenfenstern zum Gedenken an gefallene Johanniter

Einmaliges Kriegsdenkmal im neumärkischen Sonnenburg soll gerettet und saniert werden

 Fenster nach Süden
EINDRUCKSVOLL ist diese besondere Erinnerungsstätte an Kriegsgefallene in der Sonnenburger Johanniterkirche. Hier das Fenster nach Süden.
Foto: Eva Riks

Im Juni hatten der Freundeskreis der Kunst und Denkmalpflege auf Gut Sieversdorf und die Kirchengemeinde des Ortes Słonsk/Sonnenburg in der Neumark bereits zum zweiten Mal zu einem Konzert in die Johanniterkirche geladen. Gut 75 Besucher waren der Einladung gefolgt und reisten mit gecharterten Bussen oder dem eigenen Pkw vom nahen Grenzübergang Küstrin/Kostrzyn an. Die Kirchengemeinde des Ortes hatte einen Stand mit Kaffee und Kuchen aufgebaut. Eine gute Möglichkeit, mit den Einheimischen ins Gespräch zu kommen, was rege genutzt wurde.

Höhepunkt der Veranstaltung – die einen Spendenerlös von 750 Euro erbrachte – war das Konzert mit Susanne Ehrhardt (Blockflöte) und Prof. Armin Thalheim (Cembalo). Die Künstler brachten Besuchern und Einheimischen u. a. Werke von Georg Philipp Telemann, François Couperin und Jean-Philippe Rameau zu Gehör.

Der Erlös des Benefizkonzertes soll der weiteren Sanierung der Johanniterkirche zugute kommen. Das heute katholische Gotteshaus war ursprünglich 1508 geweiht worden. Nach dem großen Stadtbrand von 1814 wurde es von Karl Friedrich Schinkel überbaut.

Seit etwa einem Jahrzehnt wird die Kirche nun in vielen kleinen Schritten in deutsch-polnischer Zusammenarbeit restauriert. Der Alabasteralter aus der Spätrenaissance, das Triumphkreuz und die Johanniterkanzel aus schwarzem Marmor sowie das einst schwammgeschädigte Dach und der Turm sind bereits fertiggestellt. Auch ein erster Abschnitt des prachtvollen Sternengewölbes mit seiner Rankenmalerei und den Wappen der Herrenmeister seit 1305 konnte 2000 restauriert werden.

Im Jahre 1925 wurden acht von zehn Fenstern im Kirchenschiff mit Familienwappen gefallener Johanniter des Ersten Weltkriegs aus der Balley Brandenburg geschmückt. Insgesamt sind hier 92 Fensterwappen zu sehen, die ein farbenprächtiges Bild ergeben. Unter den Wappen sind die Namen und Daten der Gefallenen der Familien aufgeführt. Ein solches Kriegsdenkmal ist weltweit einmalig und bedarf des besonderen Schutzes.

Der Johanniterorden hat bei den Familien, deren Wappen die Sonnenburger Kirchenfenster schmücken, um Spenden für die Restaurierung geworben sowie verschiedene namhafte Kulturstiftungen um deren Hilfe gebeten. Nachdem die Rudolf-August-Oetker-Stiftung kürzlich 18.100 Euro zugesagt hat und zahlreiche Spenden der Johanniter, aber auch vieler ungenannter Privatspender eingegangen sind, kann noch in diesem Herbst mit der Restaurierung der ersten drei großen Fenster (mit je 14 Wappen) begonnen werden.

Eva Riks, die die Restaurierungsarbeiten koordiniert, sagt zu den Schäden und der notwendigen Restaurierung: Die Fenster befinden sich in einem zunehmend gefährdeten Zustand. Durch die im Regenwasser gelösten Schadstoffe sind die Farben der Glasmalerei angegriffen, durch Winddruck und Korrosion hat sich das Bleinetz stark gelockert. Häufig auftretendes Kondenswasser auf der Innenseite der Fenster bildet einen guten Nährboden für Mikroorganismen. Durch zahlreiche Fehlstellen fliegen die Vögel ein und aus.

Die Fensterwappen werden jetzt einzeln gereinigt, restauriert und behutsam ergänzt. Um die Fenster auch langfristig vor Schaden zu bewahren, wird eine Sicherheitsverglasung als Schutz vor Niederschlägen, Winddruck, Korrosion und Steinschlag angebracht. Diese soll in den hölzernen Originalrahmen eingefügt werden. Den restaurierten Fensterwappen wird auf der Innenseite ein neuer Rahmen vorgesetzt.

Hendrik Bäßler

Im Mitteilungsblatt vom Juli 2002 berichteten wir bereits aus Sonnenburg anläßlich einer Reise in die Geschichte der Neumark.

Wer weitere Informationen über die Sanierung der Kirche möchte, wendet sich an:
Eva Riks; Tel.: 0331/962939; Fax: 0331/95130469; E-Mail: eva.riks@t-onlinde.de

Spendenkonto:
Empfänger: Johanniterorden; Konto-Nr.: 616 371 803 0
Kreditinstitut: Weberbank Privatbankiers; BLZ: 101 201 00; Verwendungszweck: Kirche Sonnenburg + Absender

 
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Historische Grabmale und Anlagen als kulturelles Erbe begreifen

Stiftung widmet sich seit 14 Jahren dem Denkmalschutz auf Friedhöfen

Im Jahre 1989 fanden sich Kirchengemeinden und Kirchenkreise aus Berlin-Schöneberg und -Kreuzberg, die Landeskirche und die Bezirksverordnetenversammlungen der beiden Stadtbezirke zusammen, um die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg ins Leben zu rufen. Ziel war es, den Verfall der wertvollen historischen Substanz auf den Kirchhöfen und Friedhöfen zu stoppen und das Erhaltene zumindest zu konservieren, in einigen Fällen auch wiederherzustellen.

Zum Teil schon durch den Krieg geschädigt, waren jahrzehntelang historische Grabmale und Anlagen aus Ignoranz, Gedankenlosigkeit, Bequemlichkeit, aber auch zur privaten Bereicherung dem Vandalismus und Verfall preisgegeben oder sogar aktiv abgeräumt worden. Erst ab Mitte der Achtzigerjahre wurde mit Mitteln zur 750-Jahr-Feier Berlins ein Programm zur Sicherung gefährdeter historischer Grab- und Friedhofsanlagen aufgelegt. Die Stiftung sollte nun als Zuwendungsempfängerin und Bauherrin für die Anschlussprojekte dienen und darüber hinaus die Erforschung historischer Grab- und Friedhofsanlagen und den Denkmalschutz auf Friedhöfen fördern.

1989 bis 1994 und 1995 bis 2000 wurden im Auftrag der Stiftung mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin umfangreiche Sicherungs- und Konservierungsarbeiten auf historischen Kirch- und Friedhöfen in der Berliner Innenstadt durchgeführt. Seit 1998 finden auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf ebenfalls mit Lotto-Mitteln Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen statt und es wird, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, ein strukturelles Erhaltungskonzept für die riesige Anlage entwickelt. Insgesamt hat die Stiftung seit ihrer Gründung mehr als fünf Millionen Euro eingeworben und für den Erhalt der historischen Kirchhöfe und Friedhöfe aufgewendet.

Die Stiftung, deren 19 Mitglieder über 50 historische Kirch- und Friedhöfe verwalten, geht bei der Sicherung und Restaurierung der vielgestaltigen Anlagen differenziert vor. Als oberstes Gebot gilt "Sicherung vor Rekonstruktion". Angesichts der hohen finanziellen Mittel, die für die Restaurierung aller Grabstellen erforderlich wären, ist es notwendig, vorerst den Bestand soweit als möglich zu sichern, um ihn der Nachwelt zu erhalten. Detaillierte Untersuchung und Dokumentation der Einzelobjekte und Anlagen samt ihrer Entwicklungsgeschichte sind die Voraussetzung für Konzeption und Ausführung der dann folgenden restauratorischen Arbeiten. Die Auswahl der zu sichernden Objekte erfolgt nach unterschiedlichen Kriterien. Die künstlerische, wissenschaftliche oder kulturelle Bedeutung spielt dabei eine ebenso große Rolle wie der Gefährdungszustand einer Anlage, ihre Bedeutung für das gesamte Ensemble und seine historischen Strukturen. Die Arbeit der Stiftung wird dabei von einem Fachbeirat aus anerkannten Fachleuten der Bereiche Denkmalpflege, Gartendenkmalpflege und Sepulkralkultur begleitet.

Eine wichtige Aufgabe der Stiftung ist die Öffentlichkeitsarbeit. Die Stiftung ist bemüht, in der Öffentlichkeit Interesse für die Themen Tod, Bestattung und letzte Ruhe und den Denkmalschutz auf Friedhöfen zu wecken und privates Engagement, etwa durch Übernahme von Grabpatenschaften, zu ermutigen. Informationen dazu finden sich auch im Internetauftritt der Stiftung (www.stiftung-historische-friedhoefe.de), die gerade Schritt für Schritt zu einem Service rund um das Thema historische Kirch- und Friedhöfe mit Lageplänen, Wegebeschreibungen, Verkehrsverbindungen, teilweise bis hin zu einem illustrierten virtuellen Friedhofsführer ausgebaut wird. Auftritte der Stiftung auf dem Ökumenischen Kirchentag und dem Berliner Stiftungstag im September runden die Arbeit ab.

Andreas Günther

Spendenkonto:
Berliner Bank, BLZ 100 200 00, Konto Nr. 31 01 957 907,
Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg

 
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DIE BÜCHERSEITE

Brillante Fotos originaler Kunstwerke

  Orgelprospekt
DETAIL des Orgelprospektes
Foto: B. Steinhagen
Großbildansicht

Einen attraktiven Fotokalender 2004 über wertvolle Ausstattungsstücke der Luckauer Nikolaikirche bietet der Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz an. Die Originalfotos zeigen Kunstwerke, die alle in den Jahrzehnten nach dem großen Brand am 12. Mai 1644 entstanden sind. Sämtliche Ausstattungsstücke sind noch im Originalzustand, sie haben seit ihrer Entstehung keine Überarbeitung erfahren.

Seit 1999 wird die Nikolaikirche mit Fördermitteln des Bundes, des Landes Brandenburg, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Geldern der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg sowie der Kirchengemeinde umfassend saniert. Die erfreulichen Ergebnisse dieser Jahre sind deutlich zu sehen.

Bisher gibt es jedoch kein Förderprogramm für die wertvolle Barockausstattung. Die Gemeinde ist also auf vielfältige Unterstützung angewiesen, wenn sie die Kunstwerke im Innenraum restaurieren möchte. Jeder, der einen Kalender erwirbt, macht nicht nur sich selbst oder anderen eine Freude, sondern unterstützt durch den Spendenanteil direkt die Restaurierungsarbeiten.

Erhältlich ist der Kalender u.a. am Büchertisch der Nikolaikirche und in einschlägigen Geschäften der Stadt Luckau, kann aber auch über den Luckauer Förderverein bestellt werden.

Bestellung über Annegret Gehrmann
Telefon (03 54 54) 3 93
Preis: 20 Euro (plus Porto)

 

Sieben Kirchen auf einen Streich

Ein einziges Dorf mit sieben Kirchengebäuden - das ist Wustermark. Anfang diesen Jahres sind die Orte Buchow-Karp-zow, Elstal, Hoppenrade, Priort und Wustermark mit den Ortsteilen Dyrotz und Wernitz zu dieser Großgemeinde zusammengelegt worden. Jetzt brachten die Kirchbau– und Fördervereine Buchow-Karpzow und Wustermark eine Broschüre "Kirchenansichten in der Gemeinde Wustermark" heraus, die alle sieben Dorfkirchen in Wort und Bild vorstellt.

Die Autorin Christel Debusmann erzählt nicht nur die Geschichte dieser in ihrer Architektur und Ausstattung ganz unterschiedlichen Gotteshäuser, lässt die Probleme ihrer baulichen Unterhaltung und das Engagement der Einwohner für "ihre" Kirche deutlich werden; sie stellt auch den Kontext her zur Regionalgeschichte, häufig verknüpft mit Familientraditionen der ortsansässigen Einwohner. So entstand ein lesenswertes Heft, das zugleich das beidseitige Verstehen der Neuzugezogenen und der Alteingesessenen fördert.

Die beiden Fördervereine wollen den Erlös aus dem Verkauf für die Sanierung der Dorfkirche in Buchow-Karpzow zur Verfügung stellen. Kürzlich wurde der 325. Jahrestag des Wiederaufbaus nach dem Dreißigjährigen Krieg begangen.

Bestellungen über Pfarramt Wustermark, Friedrich-Rumpf-Str. 11, 14641 Wustermark, OT Wustermark
oder über Harald Schöne, Am Mühlenberg 22 in 13641 Wustermark, OT Buchow-Karpzow, HaraldSchoene@t-online.de
Preis 8,- Euro plus Versandkosten

 

TIPPS

Kathrin Wolff, Dierk Heerwagen: Entdeckungen entlang der Havel

Die Autoren begleiten die Havel von der Quelle bis zur Mündung und vermitteln dem Leser dabei die geschichtlichen und landschaftlichen Besonderheiten des Havellandes. Der prall mit Informationen gefüllte Band wird seinem Anspruch als Reise– und Erlebnisführer durchaus gerecht.

hendrik Bäßler verlag
176 Seiten, 3,95 Euro

G. Ulrich Großmann, Hubertus Michels: Fachwerk als historische Bauweise

Die mit Backstein, Lehm oder Naturstein ausgefachten Holzskelette haben sich als außerordentlich haltbar erwiesen und dadurch so manche zeitbedingte Missachtung der Bauweise überdauert. Die Autoren referieren Baugeschichte, vermitteln Fachwissen und folgen den Spuren des Fachwerks bis heute. Mehr als 200 Abbildungen.

Edition: anderweit
309 Seiten, 24,- Euro

Melanie Ehler: Daniel Nikolaus Chodowiecki - "le petit maître" als großer Illustrator

Die Monografie über Chodowiecki (1726-1801) gibt nicht nur einen umfassenden Einblick in das grafische Werk des Künstlers, sondern widmet sich auch seinem kulturpolitischen und religiösen Engagement, das eng mit der Gemeinde der Hugenotten verbunden ist.

Lukas Verlag
285 Seiten, 39,- Euro

Die drei oben genannten Bücher sind auch über die FAK-Geschäftsstelle erhältlich (Versandkosten 2 Euro):
c/o Bernd Janowski, Kastanienallee 69, 10119 Berlin, Tel./Fax: (0 30) 4 49 30 51, E-Mail: BerJnwsk@aol.com oder AlteKirchen@aol.com

 
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In dankbarem Gedenken

Mit Betroffenheit und Trauer erfuhren wir vom Tod unseres Mitglieds Dr. Helga Ninnemann, Tübingen. Sie engagierte sich, auch mit einer eigenen Ausstellung, besonders für die Kirchen um Luckau und ihre Sanierung. Außerdem unterstützte sie die Arbeit des Förderkreises Alte Kirchen mit Spenden.

Im Juni erreichte uns ebenfalls die Nachricht vom Tod einer weiteren Förderin unseres Vereins. Im Alter von 91 Jahren starb Lieselotte Krause in Wehrheim. Anstelle von Blumen und Kränzen zur Trauerfeier sind von der Familie Spenden zugunsten des Förderkreises Alte Kirchen erbeten worden, wofür wir auch an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank sagen wollen.

 
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