Auszeichnung der Europäischen Union für den Förderkreis Alte Kirchen

Festlicher Empfang und feierliche Ehrung im Palais d´Egmont in Brüssel

Eine weitere hohe Auszeichnung ist dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg vor wenigen Tagen zuteil geworden: ein Diplom im von der Europäischen Union und Europa Nostra ausgeschriebenen Wettbewerb für die Erhaltung des Kulturerbes. Die Ehrung erfolgte am 9. Mai durch Viviane Reding, EU-Kommissar für Bildung und Kultur, und den Geschäftsführenden Präsidenten von Europa Nostra, Otto von der Gablentz, im Palais d´Egmont in Brüssel in Anwesenheit Seiner Königlichen Hoheit Prinz Lorenz von Belgien.

Das Diplom wurde verliehen für langjährige engagierte und unermüdliche Arbeit zur Bewahrung, Wiederherstellung und Nutzung gefährdeter Kirchen im ländlichen Raum des Landes Brandenburg. Den Vorschlag hatte der Förderverein Saaringer Dorfkirche eingebracht. Insgesamt lagen 282 Anträge vor, als Gewinner in drei Kategorien wurden rund 35 aus 19 europäischen Ländern ausgewählt. Der Förderkreis Alte Kirchen ist der einzige deutsche Kandidat, der eine Auszeichnung erhielt.

Die persönliche Überreichung des Diploms durch Otto von der Gablentz an den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg wird voraussichtlich anlässlich der Preisverleihung "Startkapital 2003" am 27. Juni in Großderschau stattfinden.

Nach der Auszeichnung des Förderkreises mit dem Brandenburgischen Denkmalpreis im vergangenen Jahr bezeugt diese erneute hohe Ehrung, dass die Arbeit des FAK nicht nur im Land Brandenburg und über dessen Grenzen hinaus geschätzt wird, sondern dass solches Engagement auch aus europäischer Sicht große Anerkennung findet.

 
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Gefährdete Schönheit

Ausstellung des Förderkreises im Dominikanerkloster Prenzlau

Im April wurde im Dominikanerkloster Prenzlau die Ausstellung des Förderkreises Alte Kirchen unter dem Thema "Gefährdete Schönheit. Dorfkirchen in der Uckermark" eröffnet. Sie wird gemeinsam mit dem Museum Prenzlau veranstaltet.

Auf über 20 Tafeln werden bereits sanierte Gotteshäuser, aber auch "Problemfälle" vorgestellt. Die Präsentation soll auf die erstaunliche Vielfalt der Kirchen und ihrer Ausstattung in dieser an Denkmalen so reichen Region aufmerksam machen und zugleich um Unterstützung für die Rettung vieler noch immer gefährdeter Dorfkirchen, ihrer barocken Orgeln oder ihrer gotischen Schnitzaltäre werben.

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Mai in Prenzlau zu sehen, geöffnet täglich (außer montags) von 10 bis 17 Uhr.

Für die zweite Hälfte dieses Jahres sowie für 2004 suchen wir noch nach geeigneten Orten, um die Ausstellung möglichst vielen Betrachtern zeigen zu können. Anregungen und Hinweise nehmen wir dankbar entgegen.

Infos auf Reisen

Die vorangegangene Ausstellung des Förderkreises "Chancen für Dorfkirchen?" warb auch in Regionen der alten Bundesländer für Unterstützung bei der Rettung brandenburgischer Dorfkirchen. Sie fand viel Aufmerksamkeit u. a. in Düsseldorf, Ratingen und Kaiserswerth.

 
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Erste Hilfe für die ersten Schritte

33 Vereine bewarben sich für das "Startkapital 2003" des Förderkreises - Preisverleihung am 27. Juni in der Dorfkirche Großderschau

Auch in diesem Jahr wird der Förderkreis Alte Kirchen – unterstützt von der Robert Bosch Stiftung Stuttgart – wieder ein Startkapital an neu gegründete Fördervereine vergeben, die sich den Erhalt ihrer Kirche zum Ziel gesetzt haben. Mit jeweils 2.500 Euro erhalten insgesamt zehn Initiativen eine Unterstützung für ihre ersten Schritte auf diesem Weg.

Bis zum 28. Februar hatten sich 33 Vereine beworben. Bei einigen dieser Vereine hatte der Förderkreis Alte Kirchen die Gründungsphase beratend begleitet, zu anderen bestehen Kontakte. Aber auch von bisher unbekannten Aktivitäten war zu erfahren. Auf jeden Fall wird es die Jury nicht leicht haben, unter den Bewerbern auszuwählen.

Die Verleihung der Geldpreise wird am 27. Juni in der Dorfkirche von Großderschau stattfinden.

Schirmherren des Projektes "Startkapital" sind die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Prof. Johanna Wanka, und der Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin und Brandenburg, Prof. Wolfgang Huber.

 
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Was mittelalterliche Mauern zu erzählen haben

Vom kunstgeschichtlichen Symposium in Prenzlau / Bauforscher und interessierte Laien diskutierten

 Schachbrettstein in Sternhagen
ZEUGNISSE aus der Baugeschichte sind vielerorts am Mauerwerk mittelalterlicher Dorfkirchen erhalten. Weihekreuze sieht man öfter, ein "Schachbrettstein" wie in Sternhagen ist seltener und gibt noch manche Rätsel auf.
Foto: Janowski

Gut besucht und mit Aufmerksamkeit verfolgt wurde das erste kunstgeschichtliche Symposium des Förderkreises Ende April in Prenzlau. Es gelang recht gut, die interessierten Laien und deren Neugier mit den Diskussionsinteressen der recht kleinen, aber erfreulich offenen Schar der Bauforscher zusammenzubringen. Das Tagungsprogramm war auf Weite, vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, orientiert. Hier können nur einige der vielfältigen Themen behandelt werden.

In den Abendvorträgen teilten sich Ernst Badstübner und Dirk Schumann gerecht Feldstein und Backstein und schlugen damit den "Grundakkord" der Tage an, gingen die meisten Diskussionen doch vor allem ums mittelalterliche Mauerwerk und dessen Oberfläche. Dass Siedlungsforschung und Archäologie Beiträge zum Thema erbringen können, wurde am Vormittag knapp und präzise dargestellt; gleiches gilt für das Projekt "Mittelalterliche Putze" des Landesdenkmalamtes aus den Neunzigerjahren, über dessen Ergebnisse berichtet wurde. Nun, einige Jahre später, kommt anscheinend wieder Bewegung in die Diskussion durch die umfangreichen Untersuchungen Thilo Schöfbecks an Dachkonstruktionen in Mecklenburg und Nordbrandenburg. Die Menge der Dendrodatierungen nimmt zu und es klärt sich die zeitliche Abfolge der Bautypen.

Mit derart geschärftem Blick wurde auf der Exkursion am Folgetag (nächster Beitrag) auch für den Laien sinnfällig, welche Reichtümer unsere Dorfkirchen beherbergen. Womit hier nicht die Kunstschätze im Innern gemeint sind, sondern schlicht die Bauelemente aus Holz und Stein: Woher stammen (in Sternhagen) die Holzmasten, die in der Turmtrennwand in Zweitverwendung eingemauert sind? - Steckt hinter asymmetrischen Fensterabfolgen ein Sinn? - Waren die Feldsteine außen gänzlich verputzt (bzw. geschlämmt) oder blieb der Stein sichtbar? Letzteres mauserte sich ein wenig zum Lieblingsthema der Tagung.

Wichtig war auch Marek Obers Beitrag über pommersche Kirchen, wobei er grenzüberschreitend Pommern als gemeinsame Kulturlandschaft auffasste. So stellte er Bezüge her zu märkischen Bauten, schon indem er eine topographische Erweiterung brachte. Der Vergleich mit anderen Kolonisationslandschaften und mit den Altsiedelgebieten wird sicher noch vertieft werden müssen. Angesprochen wurde auch die Überlegung, ob und inwieweit die Herkunft der Siedler spürbare Einflüsse auf die märkische Dorfkirchenlandschaft hatte. Da zurzeit aber eher von einer längeren Phase des Landesausbaus (und des Steinkirchenbaus) ausgegangen wird, mag es schwer werden, hier klare Linien aufzuzeichnen.

Unbeantwortete Fragen gibt es, so war man sich einig, noch genug. Was überleitet zur Förderkreis-Thematik, denn schließlich müssen diejenigen, die diese Fragen tatsächlich beantworten können, nämlich die Bauwerke, sorgsam erhalten werden. In diesem Sinne wurden am Nachmittag mit Wuschewier und Kröchlendorff zwei schöne Beispiele vorgestellt und Roland Schneider gab für die Uckermark eine nicht beschönigende, aber Hoffnung machende Darstellung.

Dank gilt den Organisatoren, dem Prenzlauer Museum als freundlichem Gastgeber und der Robert Bosch Stiftung, die das Symposium förderte und die Drucklegung der Tagungsbeiträge ermöglichen wird.

Thomas Raschke

Eine Dokumentation der Tagung wird vorbereitet. Sie ist zu gegebener Zeit auf Bestellung über die FAK-Geschäftsstelle erhältlich.

 
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Wieder erwachte Schönheit und wuchernde Wildnis im Kirchenschiff

Kontraste bei einer FAK-Exkursion in der Uckermark

 Strehlower Kirche
WILDNIS in der Strehlower Kirche. Der Holzturm ist nur im Modell intakt.
Fotos: Raschke
Strehlower Kirche - Modell

Menschenauflauf an der Feldsteinmauer einer alten Dorfkirche: Putzflächen werden begutachtet, Fugenritzungen entdeckt, man diskutiert über Farbreste und andere Details. - Es sind Teilnehmer einer Förderkreis-Exkursion, viele von ihnen keine professionellen Bauforscher, sondern interessierte Laien.

Was im vorangegangenen Prenzlauer kunstgeschichtlichen Symposium in Vorträgen und Lichtbildern erläutert worden war, wurde hier in Kirchen konkret erlebbar: die verschiedenen Dachkonstruktionen etwa oder auch die raffinierte Verkleidung der Dachrinnen in Kröchlendorff; ein Holzturm in Strehlow, in Sternhagen ein Exemplar der in Dias vorgestellten märkischen Taufengel.

Daneben boten die Stationen dieser Exkursion ein anschauliches Bild der unterschiedlichen Schicksale uckermärkischer Kirchen - ein Wechselbad der Gefühle:

Glück hatte die neogotische Schlosskirche von Kröchlendorff. In DDR-Zeiten entwidmet, geplündert und verfallen, wurde sie mit Förderung von Bund, Land und Kreis nach 1994 wieder hergestellt. Unter Anleitung des Architekten Johannes Penzel leisteten hier auch ABM-Kräfte eine denkmalgerechte exakte Arbeit. Bei der Rekonstruktion der ursprünglichen reichen Innenausmalung gelangten sie zum Beispiel zu erstaunlicher Fertigkeit. Heute lädt die Kirche gelegentlich zu Konzerten, Ausstellungen und Hochzeiten ein; dennoch sollten die Bemühungen um die weitere Nutzung der "Schönen im Grünen" noch verstärkt werden.

In Sternhagen ist der zweite Bauabschnitt bei der Wiederherstellung der Feldsteinkirche abgeschlossen. Außen sind Denkmalpfleger nur noch mit der Sicherung alter Putze beschäftigt, innen wird es nun um die Restaurierung der kostbaren barocken Ausstattung gehen.

Ein Kontrastprogramm wenig später in Strehlow: Nach 1945 hatte der Bürgermeister die leicht kriegsbeschädigte mittelalterliche Feldsteinkirche gegen den Protest der Kirchengemeinde zum Abbruch freigegeben. Heute ist sie eine Ruine; der bemerkenswerte Holzturm droht jederzeit einzustürzen. Sträucher und Bäume wuchern im Kirchenschiff, an dessen Wänden die Exkursionsteilnehmer noch Weihekreuze ausmachen konnten. Da war es wie ein Symbol, als Bauingenieur Peter Hartlich aus dem nahen Mittenwalde sein kleines Holzmodell der Kirche mit ihrer filigranen Turmkonstruktion hereintrug. Er fördert u.a. die Arbeit eines sehr aktiven Jugend-Vereins in Strehlow und weckte unter den jungen Leuten auch das Interesse für die Baudenkmale in ihrem Heimatort. Sie wollen nun unter Anleitung ähnliche Modelle der Kirche und auch der Gutsanlage gestalten und so auf die Notwendigkeit der Erhaltung aufmerksam machen. Inzwischen gibt es erste Pläne, Turm und Kirchenruine zunächst zu sichern.

Ganz aus dem in uckermärkischen Dörfern üblichen Rahmen fällt die überdimensionierte Kirche von Potzlow. Sie erzählt ein außergewöhnliches Stück Siedlungsgeschichte. Der Ort war vor Jahrhunderten als Stadt angelegt worden, entwickelte sich später aber nicht in diese Richtung. Dennoch blieben städtische Reminiszenzen: die Kirche mit dem großen hallenartigen Saal liegt nicht am Anger, sondern am Markt, auf dem sich sogar ein Roland präsentiert.

Kopf einziehen ist angesagt, wenn man heute die Kirche von Fergitz betritt. Hier wird gebaut, und eigentlich steht man noch ganz am Anfang. Vor anderthalb Jahren gründete sich der Freundeskreis Kirchenhus Fergitz, der das jahrzehntelang vernachlässigte Gotteshaus, eine der ganz seltenen Backstein-Dorfkirchen der Uckermark, wieder herrichten will. Es ist ein verheißungsvoller Anfang, weil viel Hoffnung und Tatkraft dahinter stehen. Das war jedenfalls den fröhlichen Kirchenhus-Freunden deutlich anzumerken, die den Teilnehmern der Exkursion einen herzlichen Empfang bereiteten und auch schon von ersten Erfolgen berichteten. Im Vorjahr fanden immerhin schon wieder Gottesdienste statt. Noch muss viel getan werden, Geld dafür ist zu beschaffen, und gleich nach dem FAK-Besuch gab´s einen Basar zugunsten der Restaurierung. Bleibt den freundlichen Gastgebern Dank zu sagen und: weiterhin viel Erfolg!

Eva Gonda

 
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Unser kostenloser Rat ist gefragt

...deshalb muss der Förderkreis mit seinen Kosten klug haushalten
Jahreshauptversammlung machte Erfolge und Probleme deutlich

 Während der Beratung
Während der Beratung

Am Anfang der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg im Gemeindehaus der Berliner Zions-Kirchengemeinde stand ein großes Dankeschön des Vorstandes an alle Mitglieder. Ihre ehrenamtliche Mitarbeit bei unterschiedlichen Projekten, ihre Beiträge und Spenden haben ebenso wie die vielfältige Unterstützung des FAK von verschiedenen Seiten, so der Robert Bosch Stiftung, eine wiederum positive Arbeitsbilanz ermöglicht.

Die Beratungstätigkeit als wichtigster Schwerpunkt unseres Wirkens, so Angus Fowler im Bericht des Vorstandes, hat weiter zugenommen. Immer mehr lokale Fördervereine und Kirchengemeinden wenden sich an den FAK mit Fragen zur Sanierung und Finanzierung oder zum Vereinsrecht, erwarten Vermittlung von Kontakten zu öffentlichen Institutionen. In mehreren Fällen wurden Vereins-Neugründungen durch uns initiiert und begleitet. Darüber und über andere zahlreiche Aktivitäten des Förderkreises wurde in unserem Mitteilungsblatt regelmäßig berichtet, sie spiegeln sich auch auf den Seiten dieser Ausgabe vielfältig wider.

Auch die finanzielle Bilanz 2002 fiel durchaus positiv aus. Schatzmeister Dr. Hans Krag musste jedoch bei der Erläuterung der schriftlich vorliegenden Finanzübersicht und in der Aussprache auf ein Problem hinweisen: In den vergangenen vier Jahren hatten Arbeitsamt und Land Berlin eine SAM-Stelle finanziert; ab September fallen diese Zuschüsse weg. Es wird für den Förderkreis nun einen großen Kraftakt bedeuten, die beschlossene Festanstellung eines Geschäftsführers finanziell aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Und das heißt schlicht: Die Einnahmen durch Spenden, Beiträge etc. müssen gesteigert werden, soll das Wirken des Förderkreises und insbesondere die Beratungstätigkeit als immer häufiger in Anspruch genommene Dienstleistung auf gleichem Niveau aufrecht erhalten werden. Dieses Problem wird deshalb in der nächsten Zeit eine große Rolle spielen; der Vorstand hofft auf weitere Unterstützung durch Mitglieder und Freunde, bemüht sich um die Gewinnung weiterer Mitglieder und um Zuwendungen von Förderern und Sponsoren.

Der Bericht der Kassenprüfer hatte keine Beanstandungen in der Buchführung ergeben; der Vorstand wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig entlastet.

Vor Beginn der Mitgliederversammlung hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich bei sachkundigen Führungen über den Stand der Instandsetzungsarbeiten in der Elisabeth-Kirche (Schinkel) und der Zionskirche (Orth) in Berlin-Mitte zu informieren.

Eva Gonda

Protest

Die Teilnehmer der FAK-Jahreshauptversammlung missbilligten die bevorstehende Devastierung des im Niederlausitzer Braunkohlenrevier liegenden Dorfes Horno und seiner historischen Dorfkirche. Die Mitglieder und Freunde unseres Förderkreises sind aufgerufen, sich der beiliegenden Resolution anzuschließen. Besuchen Sie Horno, machen Sie sich ein Bild von dem Dorf, protestieren Sie gegen die Zerstörung, rufen Sie auf zur Erhaltung des Ortes mit seiner Kirche, seinen Häusern und Höfen an Ort und Stelle.

Dr. Hans Krag in den Vorstand gewählt

Durch einstimmigen Beschluss der Mitgliederversammlung wurde Schatzmeister Dr. Hans Krag in den Vorstand des Förderkreises gewählt. Ihm wurde zugleich Dank gesagt für die bereits geleistete wertvolle Arbeit in den vergangenen Monaten.

Mitgliederzahl gestiegen

Anfang April 2003 gehörten dem Förderkreis 202 Mitglieder an: 150 persönliche Mitglieder, 46 Vereine (zumeist mit gegenseitiger Mitgliedschaft), drei Kirchengemeinden und drei Firmen. Zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres betrug die Mitgliederzahl 174.

 
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Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit Blick über den "Tellerrand"

Förderkreis Alte Kirchen wirkt nicht nur in den Grenzen Brandenburgs

Die Auszeichnung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg durch den europäischen Denkmalschutzverband Europa Nostra lässt die gewachsene Rolle des Vereins deutlich werden. Der FAK ist nicht nur im Land Brandenburg Vorbild und Ratgeber für viele örtliche Fördervereine. Seine Erfahrungen werden auch in anderen Bundesländern geschätzt und nachgefragt, und auch im benachbarten Polen ist man an einer Zusammenarbeit interessiert.

Nachdem die Förderkreise Alte Kirchen Berlin-Brandenburg und Marburg immer wieder Anfragen aus Sachsen-Anhalt erhalten haben, wollen sie nun helfen, dort einen ähnlichen überregionalen Förderverein zu gründen. Erste Gespräche fanden bereits statt im Bauamt der Evangelischen Kirche der Provinz Sachsen in Magdeburg und auch bei einem Treffen engagierter Kräfte in der heute als Restaurant genutzten Schinkel-Kirche (1832) in Alt-Prester bei Magdeburg.

Auch die von der Robert Bosch Stiftung unterstützten Projekte unseres Berlin-Brandenburger Vereins finden anderenorts Aufmerksamkeit. In Mecklenburg-Vorpommern wird darüber nachgedacht, die Ausschreibung von "Startkapital" zu übernehmen. "Offene Kirchen" sind das Thema bei der diesjährigen Tagung über Fachwerk bei der Expo-Messe Szczecin/Stettin im September.

Die Beziehungen des Förderkreises nach Polen werden weiter ausgebaut. Ein geschätzter Vermittler ist Marek Ober, Vorsitzender der Sektion Szczecin des Polnischen Kunst– und Architektur-Historiker-Verbandes und Experte für Feldstein– und Backstein-Kirchen. Er führte uns bereits auf unserer Exkursion 2001 zu Dorfkirchen in der Neumark. Weitere Exkursionen sollen folgen. Inzwischen wurden durch unsere Vermittlung und mit Hilfe von Marek Ober auch Kontakte zwischen der Unteren Denkmalschutzbehörde in Prenzlau und polnischen Denkmalpflegern geknüpft.

Ein Beispiel für das erfolgreiche grenzüberschreitende Wirken ist die Arbeit des von uns unterstützten Fördervereins "Gedächtniskirche Rosow - deutsch-polnische Gedenkstätte für Flucht, Vertreibung und Neuanfang e. V.". Für dieses Anliegen haben wir auch den internationalen Experten Professor Silvo Devetak (Maribor / Slowenien) gewinnen können. Ebenso wirken Fachleute vor allem aus Greifswald mit, da Rosow zur Pommerschen Landeskirche gehört.

Gemeinsam mit dem Marburger Förderkreis, dem Verein "Dorfkirchen in Not" in Mecklenburg-Vorpommern und dem europäischen Verband für den ländlichen Raum (ECOVAST) beteiligt sich der FAK Berlin-Brandenburg regelmäßig an der Leipziger Denkmal-Messe. Er ist inzwischen auch Mitglied von ECOVAST geworden und unterstützt die Bemühungen um eine neue Richtlinie der Europäischen Union für eine niedrige Mehrwertsteuer auf denkmalpflegerische Maßnahmen.

Einem niederländischen Beispiel folgend setzt sich der Förderkreis für den Aufbau einer "Denkmalwacht" ein mit regelmäßiger Inspektion und Wartung von historischen Gebäuden, insbesondere - aber nicht nur - von Kirchen.

Weitere Überlegungen gehen in Richtung russisches Nord-Ostpreußen, Oblast Kaliningrad (Königsberg). Im Rahmen der künftigen ländlichen Entwicklung in diesem Gebiet wären Anregungen und Erfahrungen willkommen, wie mit bescheidenen Mitteln die Erhaltung gefährdeter Kirchen besonders auf dem Lande gefördert werden kann. Jedenfalls gibt es dort bereits Interessierte.

Eine besondere Herausforderung war für den Förderkreis Ende vorigen Jahres eine Bitte der Robert Bosch Stiftung: Es ging um die Prüfung von Anträgen auf Hilfsmittel der Stiftung für Kirchen, die beim Hochwasser in Sachsen-Anhalt und Sachsen beschädigt wurden. Mitglieder des Vorstandes begutachteten rund 35 Kirchen vor allem in den Regionen Dessau-Wittenberg, Riesa-Wurzen und Dresden-Meißen (nächster Beitrag).

Angus Fowler

 
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Den Hochwasserschäden nachgespürt:

Erkenntnisse an Elbe und Mulde

Die Robert Bosch Stiftung hatte den Förderkreis um Unterstützung bei der Prüfung von Hilfsmittel-Anträgen für durch das Hochwasser 2002 geschädigte Kirchen gebeten. Für die Behebung der Schäden war von der Stiftung ein namhafter Geldbetrag zur Verfügung gestellt worden. Mitglieder des FAK-Vorstandes bildeten kurzfristig drei Arbeitsgruppen, die sich vor Ort informierten und der Stiftung Empfehlungen zur Vergabe der Fördermittel zuarbeiteten. Für eine dieser Gruppen, die im Umkreis von Riesa und Wurzen tätig war, berichtet Angus Fowler von seinen Eindrücken:

Das Ausmaß der Schäden war sehr unterschiedlich. Zumeist waren Gestühl und Fußböden, wo vorhanden auch Heizungsanlagen vom Hochwasser und vom hochdrückenden Grundwasser betroffen. Während das Hochwasser im Durchschnitt 20 bis 60 cm hoch stand, erreichte es bei den reißenden Fluten der Mulde in Grimma und Döbeln mehr als zwei Meter.

In Grimma hatte man in der Kirche hängende Pastorenbildnisse aus dem 17. bis 19. Jahrhundert vorsorglich in die Superintendentur gebracht, beim Hochwasser nochmals höher gelagert. Sie wurden dennoch schwer in Mitleidenschaft gezogen - dabei wären sie in der Kirche dank ihrer hohen Aufhängung vom Wasser verschont geblieben.

Schäden gab es auch in Tragnitz, so u. a. an der Jugendstil-Holztäfelung..

In allen Fällen waren die Kirchen vier Monate nach dem Hochwasser aufgeräumt, Gestühl und Holzwerk am Austrocknen; als nützlich hatte sich das Aufnehmen von Dielen und Gestühlspodesten erwiesen.

Vielerorts war schon finanzielle Unterstützung eingetroffen, zugesagt oder beantragt - von der Evangelischen Kirche in Sachsen (z. T. als Darlehen), vom Land Sachsen, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Kirche in Lorenzkirch hatte bereits Hilfe durch den Innenminister des benachbarten Landes Brandenburg erhalten. In Tragnitz war die Wiederherstellung von Täfelung und Gestühl mit Hilfe eines Darlehens der Landeskirche abgeschlossen. Vielerorts hatten Kirchengemeinden und Einwohner tatkräftig zugepackt.

Auch in Sachsen, das auf Grund größerer Gemeindezahlen und einer besseren finanziellen Ausstattung im Allgemeinen weniger Probleme bei der Erhaltung seiner Kirchengebäude hat, konnten wir Probleme feststellen, die denen in Brandenburg recht ähnlich sind. Einige Kirchen waren aus unterschiedlichen Gründen - kaum Gemeindeglieder, Pfarrvakanz - vernachlässigt, so in Grubnitz, wo offensichtlich kaum eine Kirchengemeinde vorhanden ist. Dort könnte ein Förderverein hilfreich sein.

Das Spektrum der besuchten Kirchen war weit gefächert: von großen spätgotischen Hallenkirchen über bedeutende Patronatskirchen bis zu kleinen Dorfkirchen wie Gohlis und Grübnitz. In mehreren Kirchen ist romanischer Ursprung erkennbar: der Chor der Gohliser Kirche könnte ursprünglich ein Rundbau gewesen sein.

Besonders eindrucksvoll war die Dorfkirche in Tragnitz (Ortsteil von Leisnig) mit dem ungewöhnlichen Patrozinium St. Pankratius. Der spätgotische Chor birgt eine reiche Ausstattung: spätgotisches Chorgestühl (aus Klosterbuch), Altar, Kanzel, Gestühl, sogenannten Schülerchor (Orgelempore) und Betstuben aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Das Schiff wurde 1904 neu gebaut und hat aus dieser Zeit seine Jugendstilausstattung: Bänke, Wandverkleidung, Empore und Orgel sowie sehr schöne große Glasfenster über den Emporen.

In etlichen Kirchen sind historische Orgeln vorhanden, aber es gibt bereits mehrfach Wünsche nach Ersatz älterer Instrumente durch Neubau bzw. "Restaurierung". Einen solchen Wunsch hörten wir zum Beispiel in Deuben.

Inzwischen teilte die Robert Bosch Stiftung in einem Dankschreiben mit, dass bis auf zwei alle von den FAK-Gutachtern für eine Förderung empfohlenen Kirchen Anträge gestellt haben, die sämtlich positiv beschieden wurden, in der Regel auch in der vorgeschlagenen Höhe.

 
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Gründung einer "Denkmalwacht"

Seit mehr als 30 Jahren besteht in den Niederlanden die "Monumentenwacht". Sie ist gegliedert in regionale Stiftungen, die mit ausgebildeten Inspektoren und mobilen Trupps die Baudenkmale regelmäßig überprüfen, sofort Kleinreparaturen durchführen und Detailaufgaben für weiterführende, langfristige Instandsetzungsmaßnahmen erarbeiten. Ziel ist die regelmäßige Inspektion und Wartung. Ca. 16.000 denkmalgeschützte Gebäude werden auf diese Weise betreut. Mitglieder sind die Denkmaleigentümer selbst. Nach der Grundinspektion zahlen sie ca. 150 Euro Jahresbeitrag für die folgenden regelmäßigen Inspektionen.

Diesem Beispiel folgend, soll nun für Brandenburg und Berlin eine "Denkmalwacht" als gemeinnütziger Verein gegründet werden. Als Mitglieder werden vor allem Denkmaleigentümer, wie Privatpersonen, Kommunen, Kirchengemeinden, Organisationen und Stiftungen angesprochen. Interessierte können als Einzelpersonen bzw. Organisationen Fördermitglieder werden.

Zur praktischen Ausführung der Inspektionen und Sofortreparaturen muss ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb des Vereins gegründet werden.

Die Gründung des Vereins ist für den 12. Juni 2003 in Potsdam geplant.

Interessenten melden sich bitte bei Dr.-Ing. Joachim Tost, Tel. (0 30) 4 78 15 06

Dr. Tost

 
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Wo man gemeinsam ans Werk geht, haben auch kleine Gemeinden Chancen

Nachgefragt: Im vergangenen Jahr wurde in Luckau ein regionaler Förderkreis Alte Kirchen gegründet - gibt es schon erste Ergebnisse?

Im vergangenen Jahr hatte AK unter dem Titel "Gebündelte Chancen" über die Gründung des Regionalvereins "Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz" berichtet. Anliegen des Vereins ist es, in dieser dünn besiedelten Region alle verfügbaren Kräfte zu bündeln, die dem Verfall alter Kirchen entgegenwirken und deren Erhaltung sichern wollen. Jetzt fragten wir bei der stellvertretenden Vorsitzenden Annegret Gehrmann nach, was nach rund zehn Monaten aus diesen guten Vorsätzen geworden ist.

"Unsere Ausgangsbasis ist nicht ganz so dramatisch wie in anderen Regionen Brandenburgs mit ruinösen Kirchen", sagte uns Annegret Gehrmann. "Aber um dem vorzubeugen, bedarf es gemeinsamer Anstrengungen. Denn die oft sehr kleinen Kirchengemeinden und Kommunen sind mit der Erhaltung ihrer Kirche überfordert und brauchen Unterstützung." Aus diesem Grunde war es naheliegend, nicht in einzelnen Orten separate Vereine zu gründen, sondern die ganze Region im Blick zu haben und einen für alle offenen Förderverein ins Leben zu rufen, der die notwendigen Voraussetzungen zur Hilfe schafft und die Kräfte konzentriert statt zu splitten. Dem Verein gehören zur Zeit 25 persönliche Mitglieder und vier Kirchengemeinden mit insgesamt elf Kirchen an.

Langfristig hat sich der Verein die Betreuung möglichst vieler Kirchen des ehemaligen Kirchenkreises Luckau (jetzt mit Lübben und Calau fusioniert) zur Aufgabe gemacht. Dabei geht es um Erhaltung oder Wiederherstellung, aber auch um die Entwicklung tragfähiger Nutzungskonzepte. So will man die Kirchengemeinden u. a. bei Bauaufgaben beratend, finanziell und durch die Vermittlung von Kontakten unterstützen.

Start der Aktivitäten war im vergangenen Jahr mit der Reihe "Kirchenmusiken in Luckau und den Dörfern der Region", die in diesem Jahr fortgesetzt und durch ein eigenes Faltblatt publik gemacht wird. Der Eintritt ist frei, Spenden werden zur Kostendeckung erbeten. Daneben ist Anfang des Jahres eine Vortragsreihe angelaufen. So referierten Experten über Turmuhren der Region, ihre Gefährdung und Bewahrung oder das Baugeschehen an der Luckauer Nikolaikirche. Weitere Vorträge sollen folgen. Geplant sind ferner Exkursionen zu Kirchen der näheren Umgebung.

Ein Vorhaben, das auch in anderen Regionen Nachahmung finden sollte: Im Zusammenhang mit dem Projekt "Offene Kirchen" des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg will man gemeinsam Faltblätter für die einzelnen Mitgliedskirchen entwickeln, deren Rückseite als Werbung für den Verein genutzt werden kann. In Arbeit ist bereits ein Fotokalender 2004 über wertvolle Ausstattungsstücke der Luckauer Nikolaikirche, der zum Selbstkostenpreis plus Spende zugunsten dieser Kirche verkauft werden soll.

Auch für einzelne Mitgliedsgemeinden wurden Initiativen angeregt. In Waltersdorf werden bei einer Spendensammlung von Haus zu Haus Mittel für die Restaurierung des barocken Altaraufsatzes eingeworben. In Bornsdorf will man die größtenteils sehr kirchenfernen Einwohner gewinnen, die vernachlässigte Kirche für das geplante Benefizkonzert zugunsten der wertvollen Originalausstattung aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts festlich herzuríchten.

"Wichtig ist uns auch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit", meint Annegret Gehrmann. "Wir wollen eine breite Öffentlichkeit für die Probleme der Kirchenerhaltung sensibilisieren und die oft noch vorhandene ,Schwellenangstי überwinden helfen, so vor allem durch für jedermann offene Angebote und hier bisher ungewohnte Zugangsmöglichkeiten zu den Kirchen." Der Verein hat inzwischen enge Kontakte zu den verschiedenen Medien aufgebaut. Auf dem Ökumenischen Kirchentag wird er sich mit eigenen Materialien am Stand des FAK Berlin-Brandenburg präsentieren.

Ilse Müller

Einladende Konzerte

1. 6. 16.00 Uhr, Kirche Zieckau: "An die Sonne", Chorkonzert mit Werken von Schubert, Schumann, Wolf

8. 6. 17.00 Uhr, Nikolaikirche Luckau: Orgelkonzert, Werke von Bach, Rheinberger u.a.

29. 6. 16.00 Uhr, Kirche Bornsdorf: "Flauto e corde" – Kammermusik, Benefizkonzert

29. 6. 15.30 Uhr, Kirche Wildau-Wentdorf: Italienische und englische Barockmusik

3. 7. Görlsdorf, 4. 7. Luckau, 5. 7. Gehren: "Abendmusik" von Paul Gerhardt bis Swing mit der Bläserjugend der Advent-Kirchengemeinde Berlin-Prenzlauer Berg, jeweils 20 Uhr

17. 8. 19.00 Uhr, Kirche Riedebeck: "Gospel & Friends", Spirituals, Gospels, afrikanische Lieder

23. 8. 17.00 Uhr, Nikolaikirche Luckau: Gesang und Orgel

24. 8. 16.00 Uhr, Kirche Zieckau: "Hab´ ich nur deine Liebe", Salonmusik

6. 9. Kirche Drahnsdorf, 16.00 Uhr; Kirche Uckro, 19.30 Uhr: Nikolaikantorei und Instrumentalkreis Luckau mit Erstaufführungen aus dem Luckauer Kantoreiarchiv u.a.

21. 9. 17.00 Uhr, Kirche Waltersdorf: Musik für Orgel und Violine mit Werken von Händel, Mozart, Graun, Telemann und Schubert

5. 10. 17.00 Uhr, Nikolaikirche Luckau: Orgelkonzert

12. 10. 16.00 Uhr, Kirche Zieckau: Virtuose und romantische Musik

Weitere Informationen: Annegret Gehrmann, Telefon: (03 54 54) 3 93

 
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Dorfkirchen dürfen nicht im Schatten der Dome und Klostermauern stehen

Vorbereitung auf Projekte 2005 "Christentum in Berlin und Brandenburg"

Im Jahr 2005 wird in der Burg Ziesar, der ehemaligen Residenz der Bischöfe von Brandenburg, ein "Museum der Christianisierung" (vorläufiger Arbeitstitel) eröffnen. Das Land Brandenburg nahm dies zum Anlass, das alljährlich stattfindende Kulturland-Projekt unter dasselbe Thema zu stellen. Auch hier wird übrigens noch nach einem endgültigen Namen gesucht.

Ende März traf sich auf ihrer Frühjahrstagung in der Berliner Nikolaikirche die Kirchengeschichtliche Arbeitsgemeinschaft, um sich langfristig auf das Ereignis einzustimmen und Ideen auszutauschen. Dr. Clemens Bergstedt berichtete über den Stand der Vorbereitungen in Ziesar, weitere Berichte kamen aus dem Kloster Lehnin und dem Dommuseum der Stadt Brandenburg. Dr. Hartmut Kühne vom Lehrstuhl für christliche Kunst und Archäologie der Humboldt-Universität Berlin berichtete über Forschungen im Bereich einer norddeutschen "Wallfahrtstopographie" und wies auf die vielen einstigen Pilgerorte im Land hin. Besonders die Prignitz ist mit Bad Wilsnack, Heiligengrabe, Marienfließ und Alt Krüssow reich mit diesen Stätten mittelalterlicher Frömmigkeit gesegnet. – Im Rahmen des Kulturland-Jahres könnten diese Pilgerwege wieder belebt werden, was vielleicht endlich auch finanzielle Mittel für die dringend nötige Sanierung der St.-Annen-Kirche in Alt Krüssow bringen würde.

Für den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg legte Bernd Janowski dar, wie das Projekt "Offene Kirchen" in das Gesamtprogramm integriert werden könnte. "Die Themen Christianisierung und Christentum sind in rund 1.500 Kirchengebäuden des Landes Brandenburg präsent und nicht nur in den wenigen herausragenden ehemaligen Klöstern und Domen oder in den großen Stadtkirchen", sagte er. Wünschenswert wäre es, dass es neben den religions- und kunstgeschichtlichen Glanzpunkten zahlreiche dezentrale Anlaufpunkte gibt. An möglichst vielen Orten sollte in Veranstaltungen und Ausstellungen die Geschichte des Kirchengebäudes, der Gemeinde, des Dorfes und der Region lebendig gemacht werden. In den bereits etablierten Tourismus-Zentren könnte auf diese Angebote hingewiesen, könnten Exkursionen zu sehenswerten Dorfkirchen im Umland offeriert werden.

Die besonders in den neuen Bundesländern verbreitete weitgehende Entkirchlichung der Gesellschaft - zum Teil bereits in der dritten Generation - bedeutet nicht nur geringe Einnahmen im Bereich der Kirchensteuern, sondern auch eine tiefe Unwissenheit über Geschichte und Symbolik christlichen Lebens. Im Rahmen des Kulturland-Projektes ergibt sich hier die Möglichkeit, Bildungsarbeit im kunst-, kultur- und religionsgeschichtlichen Bereich zu leisten. Von Kulturpessimisten wird immer wieder betont, dass ohne ein Minimum an Kenntnis christlicher Symbole, Bräuche und Geschichte(n) kein vernünftiges Verhältnis zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der abendländischen Kultur möglich ist. Wie aber soll sich jemand für die Bewahrung von Dingen einsetzen, von deren Wert (materiell und ideell) er keine Ahnung hat?

Der Förderkreis Alte Kirchen ist in der Vergangenheit auch von kirchlicher Seite dafür kritisiert worden, dass er sich um die Instandsetzung von Kirchengebäuden bemüht, die ,,in der kirchlichen Gebäudebedarfsplanung keine Rolle mehr spielen" und für den kirchlichen Auftrag der Verkündigung nicht mehr benötigt werden. Abgesehen vom kunst- und kulturgeschichtlichen Wert der Gebäude und ihrer Ausstattung aber gilt auch das Argument, dass intakte Kirchtürme durchaus kirchliche Öffentlichkeitsarbeit darstellen und dass die Institution Kirche ohne ihre Kirchengebäude in etlichen Regionen des Landes kaum noch vertreten wäre.

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg rät allen Kirchengemeinden, den Kommunen und den ehrenamtlichen Vereinen, Projekte und ein Netzwerk dezentraler Veranstaltungen zu entwickeln und rechtzeitig Fördermittel zu beantragen, die im Kulturland 2005 "Christentum in Berlin und Brandenburg" für solche Vorhaben bereitgestellt werden sollen.

Robert Hacker

Ihre Anregungen sind gefragt

Der Förderkreis Alte Kirchen möchte sich langfristig auf das Projekt Kulturland Brandenburg 2005 vorbereiten, noch in diesem Jahr wird sich eine Arbeitsgruppe konstituieren.

Schon jetzt sind wir dankbar für Anregungen und Vorschläge. Bitte teilen Sie uns Ihre Überlegungen mit.

 
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Sorgfältige Durchsicht und Diagnose für einen durchsichtigen Patienten

FAK-Expertenrunde über die Frankfurter Chorfenster

  Marienkirche Frankfurt - Mannalese
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Zwei Szenen der mittelalterlichen Glasmalerei: Mannalese (oben) und die Geburt des Antichrist (unten)
 
Marienkirche Frankfurt - Geburt des Antichrist
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Die heimgekehrten mittelalterlichen Chorfenster der Marienkirche Frankfurt(Oder) und ihre Restaurierung waren Thema einer Diskussion, zu der die Förderkreise Alte Kirchen Marburg und Berlin-Brandenburg in den Berliner Dom eingeladen hatten. Unter den sachkundigen Teilnehmern waren neben den Referenten u.a. die mit den Fenstern befassten Restauratorinnen und Marina Flügge vom Brandenburgischen Landesdenkmalamt. FAK-Mitglied Rainer Lachmann, seit Jahren für die Frankfurter Fenster engagiert, moderierte.

Angus Fowler gab einen Abriss der Geschichte der spätgotischen Hallenkirche und der Chorfenster, für deren Rückführung sich u. a. auch der Marburger Förderkreis stark eingesetzt hatte.

Kunsthistorikerin Petra Larass, Enkelin des Kunstmalers Adolf Schröter, der mit seiner Dokumentation der Fenster 1932 eine wichtige Grundlage für die jetzige Restaurierung schuf und jahrzehntelang Nachforschungen über ihren Verbleib betrieb, gab einen Einblick in die Ikonographie der Fenster. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen entstanden sie wohl in den Sechzigerjahren des 14. Jahrhunderts, wurden aber bei späteren Restaurierungen teilweise ergänzt und neu angeordnet..

Eine theologische Auslegung der dargestellten Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament in ihrer typologischen Zuordnung, gleichsam eine Predigt in Symbolen, bot Dr. theol. Thomas Buske.

Welche Probleme gibt es bei der Restaurierung der zurückgekehrten Fenster? Warum wurde noch nicht begonnen, warum wird noch immer am Konzept der Restaurierung gearbeitet?

Antworten auf diese viel gestellten Fragen gab Prof. Dr. Peter van Treeck, Kunsthistoriker und Restaurator, München und Erfurt. Er hatte im Februar 2001 in der Eremitage St. Petersburg einen ersten Blick auf die dort als Beutegut lagernden demontierten Fenster werfen können; er hatte mit zu entscheiden, ob die unterschiedlich stark geschädigten Scheiben überhaupt transportfähig waren, und dazu beigetragen, dass sie schließlich wohlbehalten in Frankfurt (Oder) eintreffen konnten.

Die Fenster, während des Krieges 1941 ausgebaut und in Holzkisten verpackt, waren seitdem auf allen ihren Irrwegen nicht mehr den Umwelteinflüssen ausgesetzt, wenn auch unterschiedliche Lagerungsbedingungen Spuren hinterließen. In diesem Zustand sind sie somit heute eine Einmaligkeit. Dennoch zeigen sich Schäden, deren Ursachen nicht mehr eindeutig ausgemacht werden können oder auch der natürlichen Alterung zuzurechnen sind, etwa Sprünge und Fehlstellen im Glas, Brüche und Deformierungen des Bleinetzes.

In Vorbereitung der Restaurierung kommt es nun darauf an, die Schadensmechanismen zu erforschen und ein Konzept zu erarbeiten, das auch die zukünftige Erhaltung in Betracht zieht, betonte Prof. Dr. van Treeck. Auch solche Fragen sind grundsätzlich zu klären: Wie will man mit den Fehlstellen umgehen? Wie löst man die Diskrepanz, dass einige Felder bereits in der Werkstatt der Eremitage restauriert worden sind, man in Frankfurt aber mit anderen Methoden zu Werke gehen wird? Zu berücksichtigen sind auch die spezifischen Bedingungen des Bauwerkes und der Umwelteinflüsse. Eine vorrangige Aufgabe für den Beirat in Frankfurt sollte es sein - so der Referent - , Wartungs– und Pflegekonzepte zu entwickeln.

Dass diese gründliche Vorbereitung Zeit kostet, die dankenswerter Weise aber auch eingeräumt wird, äußerte Marina Flügge in der Diskussion und sprach damit auch den anwesenden Restauratorinnen aus dem Herzen. Auf die Frage, ob eine detaillierte Dokumentation der gesamten Restaurierung gesichert sei, konnte auf das für alle mittelalterlichen Glasmalereien verbindliche Abkommen verwiesen werden, das eine grundlegende Dokumentation nach internationalen Normen vorschreibe. "Die Wiederherstellung der Chorfenster in Frankfurt (Oder) wird eine Musterrestaurierung", versicherte Marina Flügge.

Eva Gonda

Die Gesamtkosten für Restaurierung, Einbau und dauerhafte Sicherung der Fenster sowie für die Wiederherstellung des Gewölbes im Chorbereich werden rund 2,5 Millionen Euro betragen. Zur Förderung dieses bedeutenden Vorhabens wurde ein Spendenkonto eingerichtet:

Stichwort "Fenster"
Förderverein St. Marienkirche Frankfurt (Oder) e.V.
Sparkasse Frankfurt
Konto-Nr. 38 103 009
BLZ 170 524 72

 
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In der jetzt neu erschienenen Ausgabe unserer Broschüre "Offene Kirchen" haben wir Ihnen die Dorfkirche von Gortz vorgestellt und Sie um Unterstützung für die notwendigen Arbeiten zur Scherung und Instandsetzung gebeten.

Bei vorbereitenden Maßnahmen zur Turmsanierung wurde kürzlich die Bekrönung abgenommen und die Turmkugel geöffnet. Zum Vorschein kam ein arg beschädigtes, mit Mühen jedoch lesbares Dokument aus dem Jahr 1866, das interessante Aufschlüsse über das Baugeschehen des Gotteshauses bietet.

  
IN AKUTER NOT
 
Unter dieser Rubrik bitten wir diesmal um
 
Ihre Spende für die Dorfkirche von Gortz
 
Ein neues Dokument für die alte Turmkugel soll künftig von erfolgreicher Sanierung künden
  Dorfkirche Gortz
 

Ein Wahrzeichen der Dorfkirche Gortz nördlich von Brandenburg/Havel ist das dreifach geschweifte Zeltdach des Turms. Doch die Schieferdeckung hat große Löcher, die Balkenköpfe an der Decke des Schiffs müssen erneuert werden. Jetzt bemüht sich ein Förderverein, Mittel für die dringend nötigen Instandsetzungsarbeiten einzuwerben.

Foto: Janowski


 
Informationen erhalten Sie über:
 
Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche in Gortz e. V.
p. A. Claudia Rose; Dorfstr. 27; 14778 Beetzseeheide/OT Gortz;Tel. (03 38 36) 4 05 91
 
 
Spendenkonto:
 
Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V.
Kto.-Nr. 5199 767 005
BLZ 100 900 00 bei der Berliner Volksbank
Kennwort: Gortz
 
 
Für Spendenbescheinigungen bitte Name und Anschrift angeben.
Ein Schadensbericht von 1866, der heute leider wieder aktuell ist

Einige Auszüge aus dem aufschlussreichen Dokument (in Klammern Ergänzungen, wo der Originaltext durch Beschädigungen unvollständig ist):

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes!

Amen!

(Die) wichtigsten kirchlichen Ereignisse seit dem Jahre 1833.

Im Jahre 1836 wurde die Kirche zu Gortz vom Zimmermeister Sittel zu Hocken ausgebaut und die Eingankspforte an der Nordseite der Kirche errichtet. In demselben Jahre wurde die Orgel von dem Orgelbauer Hase neu (ge)baut und aufgestellt. Sie hat 330 rtlr. gekostet und hiezu haben (bei)getragen:

Der Patron Hofmarschall v. Rochow 25 rtlr.

Der Pastor Allendorf 15 rtlr.

Jeder der 10 Bau(ern) 10 g. S. 100 g.

Jeder der 3 Kossäthen 5 g. S. 15 g.

Der Rittergutsbesitzer Begl ... g.

Summe ... 52 rtlr.

Außerdem veranstaltete der Pastor Allendorf, welcher besonders den Bau der Orgel beförderte, eine Hausmesse, zu der auch noch jeder Altsitze 1 g. gab, das Übrige (wurde) aus der Kirchenkasse genommen. ...

Auf Kosten der Kirchenkasse ist eine Kugel auf dem Thurme neu angebracht, hierfür jedoch hat Herr Hofmarschall von Rochow zu Stülpe den Betrag mit 12 rtlr. bezahlt. Das ein Geschoß an der Kirchenmauer ist noch im gange, (der) Thurm neu abgeputzt worden.

Der dreieinige Gott wache in Gnaden über Kirche, Schule und Dorf, über patrona und Gemeine eben(so) Pastor und Lehrer, und gebe seinen reichen Segen über alle, besonders in himmlischen Zeiten durch unsern Herrn Jesum Christum.

In diesem Jahre, 1866, ist eine große Repa(ratur) an dem Balken(gerüste) im Thurm vorgenommen durch Zimmermeister Sittel in Stülpe, da einige der (Sparren)balken im Thurmgeschoß verfault waren. Ebenso ist das Thurmdach, dessen Schindeln schon schlecht waren, mit Schieferstein gedeckt worden, an Kosten über 200 rtlr, welche die Kirchenkasse bezahlt. Auch die Thurmuhr wird gründlich reparirt.

Heute – 137 Jahre später – ist eine Reparatur des Turmdaches wieder notwendig geworden. Der Schadensbericht klingt ähnlich wie damals. Ein Patron ist jedoch nicht mehr da und die Kirchenkasse ist leer.

Helfen Sie mit, dass zunächst einmal die dringendsten Schäden behoben werden können, dass die Dorfkirche wieder zu einem Schmuckstück wird. Kirchengemeinde und Förderverein sind dabei auch auf Unterstützung von außen angewiesen. Sie wollen bald wieder einen Erfolgsbericht in der neuen Turmkugel hinterlegen.

Bernd Janowski

 
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Alte Musik für eine kostbare alte Orgel

Benefizkonzert des FAK zugunsten uckermärkischer Dorfkirchen

 Melzower Orgel
DIE MELZOWER ORGEL aus dem Jahre 1875 ist in beklagenswertem Zustand
Foto: Janowski

Zu einem Benefizkonzert für uckermärkische Dorfkirchen lädt der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg am 24. Juni, 19.30 Uhr, in die Kirche von Mühlenbeck (bei Berlin-Pankow) ein. Auf dem Programm stehen Kantaten und Sinfonien der Komponisten-Brüder am Hof Friedrichs des Großen Carl Heinrich Graun und Johann Gottlieb Graun, dargeboten von der Akademie für Alte Musik Berlin, Solist: Jörg Dürrmüller, Tenor. Der Erlös des Konzertes ist bestimmt für die Notsicherung der Dorfkirche von Malchow (bei Prenzlau) und für die Restaurierung der Orgel in Melzow (bei Seehausen).

Die Orgel wurde im Jahre 1875 von der Potsdamer Firma Gesell, einem Vorgängerunternehmen der heute europaweit bekannten Firma Schuke, erbaut. Das verhältnismäßig große und handwerklich sehr solide gebaute Instrument ist, obwohl seit rund 50 Jahren unspielbar, in seinen Bestandteilen nahezu komplett im Originalzustand erhalten. Nachdem im vergangenen Jahr umfangreiche Arbeiten zur Reparatur des Kirchendaches stattgefunden haben, soll die historische Orgel nun möglichst bald wieder den Kirchenraum, der eine hervorragende Akustik besitzt, mit ihrem Klang füllen.

Für die Restaurierung der Orgel und für die Instandsetzung des Kirchengebäudes gründete sich 2002 der Verein "Freunde der Melzower Kirche".

Weitere Informationen über Georg Kallweit, Grünheider Str. 8, 17291 Melzow, Tel./Fax: (03 98 63) 73 22

 

Auch Melzow lädt sich Gäste ein

Für die Melzower Orgel, die im nebenstehenden Beitrag vorgestellt wird, ist bereits ein weiteres Benefizkonzert geplant. Der Verein Freunde der Akademie für Alte Musik Berlin und der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg laden dazu am Sonnabend, 30. August, direkt in die Kirche von Melzow ein.

Auch hier musizieren Künstler der Akademie für Alte Musik Berlin. Werke von Antonio Vivaldi, Jean-Babtiste Lully und Philipp Heinrich Erlebach stehen auf dem Programm.

Für die Fahrt dorthin steht um 14 Uhr am Berliner Ostbahnhof ein Reisebus bereit, der die Teilnehmer auch wieder nach Berlin zurück bringt. Vor dem Konzertbeginn um 19.30 Uhr wird die Dorfkirche besichtigt, kann Kaffee getrunken und Abendbrot gegessen werden. Kostenbeitrag etwa 25 Euro.

Anmeldung bei Michael Peters unter der Telefon-Nr. (0 30) 5 61 91 79.

 

 
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Von Meister Joachim Wagner geschaffen

Rühstädt braucht Unterstützung bei der Restaurierung der Orgel

Auch die im 13. Jahrhundert erbaute Dorfkirche von Rühstädt, mit ihrer romanischen Apsis wahrscheinlich der älteste Backsteinbau in der Prignitz, besitzt mit ihrer Orgel eine Kostbarkeit. Sie braucht ebenfalls dringend Hilfe.

Der berühmte Orgelbauer Joachim Wagner schuf das Instrument. Das Familienwappen derer von Grumbkow krönt das Gehäuse als Hinweis auf die Stifterin: die Ehefrau des unter dem Soldatenkönig höchste Staatsämter bekleidenden Friedrich Wilhelm von Grumbkow. Beide Grumbkows sind auch in der Rühstädter Dorfkirche beigesetzt.

Das Instrument ist in der Folgezeit mehrfach umgebaut worden. Dennoch besitzt die Orgel mit sechseinhalb von zehn Registern noch eine hervorragende Originalsubstanz, die nun restauriert werden soll.

Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf mindestens 100.000 Euro, und damit ist die Kirchengemeinde bei weitem überfordert. Spenden sind deshalb willkommen und erbeten:

Kirchenkreis Havelberg-Pritzwalk
Bank für Kirche und Diakonie
Kto-Nr. 1561395019 / BLZ 35060190
Verwendungszweck: Orgel Rühstädt

 
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Spuk und Rätsel um einen Sarg

Die Dorfkirche von Vehlow bietet allerlei Ungewöhnliches

Vor der gotischen Feldsteinkirche im Prignitzdorf Vehlow ein Sarkophag: grau, die Inschrift unleserlich, auch die Wappen schwer zu erkennen. Für wen mag man dieses wertvolle Stück, das von hoher Qualität zeugt, geschaffen haben? Die örtliche Überlieferung besagt: Der 23-jährige Hans Joachim von Blumenthal, Sohn des Hans von Blumenthal, verstarb im Jahr 1686 während einer Pläsierreise zu Paris. Als hervorragender Fechter – so heißt es weiter – hatte er sich dem Fechtmeister von Paris überlegen gezeigt und war von diesem meuchlings ermordet worden.

Die betrübten Eltern ließen die Sohnesleiche in einem Holzsarg nach Hause transportieren und indessen für den Sohn den wertvollen Sarkophag mit all seinen Wappen und Inschriften fertigen. Der Holzsarg reiste aus Paris an – nur leider leer. Die feierliche Beisetzung musste unterbleiben. Heute steht der unbenutzte Steinsarg im Gras vor der Kirchentür, kaum beachtet von den Kirchenbesuchern.

Die Kinder im Guthaus Vehlow hörten eine andere Geschichte zum steinernen Sarg: Die Dorothea von Blumenthal, geb. von Düringhofen, spukt, weil sie nicht in dem für sie vorgesehenen Sarg, eben diesem steinernen Sarkophag, beerdigt wurde. Immer wenn eine Diele knackte oder der Wind Äste gegen das Dach schlagen ließ, hieß es: "Da spukt Dorothea von Düringhofen." Eindrucksvolle Geschichten! Was hat es damit auf sich?

Das Vehlower Kirchenbuch meldet, dass Hans Joachim von Blumenthal, ältester Sohn Hans von Blumenthals, am 26. Juni 1686 im Alter von 23 Jahren in Paris verstarb und dort begraben wurde. In der Kirche blieb der ganzfigurige Grabstein für Hans Joachim von Blumenthal erhalten: Wir erblicken einen jungen Mann, sehr steif mit streng zugeknöpftem Gewand, gewaltig-lockiger Haarpracht, die Handschuhe unter dem Oberarm, den Degen an der Seite. Die eingemeißelten Daten bestätigen den frühen Tod des jungen Mannes.

Eine sorgfältige Untersuchung des Sarkophags hilft weiter: Die Namen Hans von Blumenthal und Friederike Dorothea von Düringhofen samt Wappen und einigen Bibelsprüchen lassen sich entziffern – eine Jahreszahl dazu fehlt. Also war der Steinsarg nicht für den jung verstorbenen Sohn, sondern für seine Eltern vorgesehen. Da ihr Todesdatum nicht eingemeißelt wurde, bleibt offen, ob sie je darin beerdigt wurden. Zusammen mit anderen Särgen soll der steinerne Sarkophag in einem Gewölbe gestanden haben. Die anderen, nicht so wertvollen Särge wurden beerdigt und nur der wertvolle steinerne Sarkophag ist aufgestellt worden.

Bemerkenswerte Innenausstattung

  Flügelaltar in Vehlow - Predella
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Die Wappen des Hans von Blumenthal und seiner Ehefrau Dorothea von Düringhofen in der Vehlower Kirche bezeugen, dass wir diesem Paar die um 1680 geschaffene gut erhaltene Innenausstattung dieser kleinen Dorfkirche verdanken. Die figuren-reichen Malereien auf Kanzel, Beichtstuhl, Patronatsgestühl und Empore zeigen die Evangelisten, erzählen die Passionsge-schichte und verweisen auf die zehn Gebote.

Eine Besonderheit ist der alte Beichtstuhl, dessen Bilder - z.B. mit dem im Sande malenden Jesus, vor ihm die Sünderin - Sünde und Sündenvergebung verdeutlichen

Der sehr viel ältere gotische Flügelaltar wurde durch einen Aufsatz mit den drei Kreuzen von Golgatha in die Spätrenaissance-Ausstattung ein-bezogen. Es lohnt, diesen Altar genau zu betrachten: Zwei Engel krönen die auf einer zart angedeuteten Mondsichel stehende Jungfrau Maria. An ihrer Seite der Ritter Georg mit seinem getöteten Drachen schaut unglücklich drein. Zwischen den Figuren auf schmalen Leisten vier weibliche gekrönte Heilige.

Erstaunlich wirkt die geschnitzte Predella (Foto rechts): Die Beine des zu Grabe getragenen Christus ragen nach vorn aus dem Leichentuch heraus, hinter dem Leichnam der Evangelist Johannes, Maria Magdalena mit Salbgefäß und Nikodemus, an der Kopfseite Joseph von Arimathäa.

Text und Foto: E. v. Falkenhausen

 
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Bildungsziel: Europäisches Kulturgut sachkundig schützen und verwalten

Europa-Universität Frankfurt (Oder) bietet einzigartiges Masterstudium

Seit dem Wintersemester 1999/2000 wird an der kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) der postgraduale Masterstudiengang "European Cultural Heritage. Schutz europäischer Kulturgüter" angeboten, der mit erfolgreichem Abschluss nach vier Semestern (drei Studien- und ein Prüfungssemester) zum Titel eines Masters of Arts (M.A.) führt.

Studienort ist das auf östlichem Oderufer gelegene Collegium Polonicum in Slubice (Polen), eine von der Europa-Universität Viadrina und der Adam-Mickiewicz-Universität Posen betriebene wissenschaftliche Gemeinschaftseinrichtung, die für Lehrende und Studierende aus ganz Europa offen stehen soll.

Gegenstand des Studiums ist die vertiefende Vermittlung von Kenntnissen zu Kulturgütern, da im Bereich des Kulturgüterschutzes, in der Kulturgüterverwaltung und im Kulturgütermanagement zunehmend interdiziplinäres Wissen gefordert ist, das kaum noch in grundständigen Studiengängen vermittelt werden kann. Um den komplexen Arbeitsaufgaben auf diesen Gebieten in der Praxis gerecht werden zu können, versucht der Studiengang, durch ein kombiniertes Studienangebot aus den Bereichen Kultur-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften entsprechendes Wissen anzubieten. Das Studienangebot wurde für Absolventen von Hochschulen, Fachhochschulen und Berufsakademien entwickelt und steht somit Absolventen der beteiligten Fachdisziplinen sowie angrenzender Fachgebiete offen.

Das breit gefächerte Studienangebot wird von der koordinierenden Professur für Denkmalkunde am Collegium Polonicum und Kollegen aus den drei Fakultäten Kultur-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften der Europa-Universität Viadrina getragen. Hinzu kommen im Rahmen von Lehraufträgen ausgewiesene Experten aus verschiedenen nationalen und internationalen Partnerinstitutionen. Das Studienangebot berücksichtigt dabei besonders die Tatsache, dass bei knapper werdenden Mitteln sowohl personelle und finanzielle Ressourcen effizient und qualitätssteigernd eingesetzt werden müssen als auch zunehmend an das Kulturgut selbst der Anspruch gestellt wird, durch gezielte Vermarktung zu seinem eigenen Unterhalt beizutragen.

Damit stellt der Frankfurter Studiengang "Schutz europäischer Kulturgüter" ein in Europa bisher einmaliges berufsbildendes Qualifizierungsangebot vor, das auf die Vielfalt von Berufen im Umfeld des Kulturgutschutzes und der Kulturgutverwaltung zielt.

Inzwischen haben die Studierenden aus den ersten drei Gruppen Praktika in den verschiedensten Institutionen und Ländern absolviert, z.B. im Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege in Wünsdorf, im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Potsdam; im Museum der Maryland Historical Society (USA); im UNESCO-Welterbe-zentrum in Paris, im American Research Center Egypt "Conservation Project of Bab Zuwayla" in Kairo.

Der zum Wintersemester 1999/2000 begonnene Studiengang hat sich inzwischen sehr positiv entwickelt. Das liegt nicht zuletzt an der modularen Struktur des Studiengangs, der den Studierenden in der individuellen Planung entgegenkommt. Allerdings ist auch ein gewisses Maß an Unterstützung seitens der Unternehmen und Institutionen, in denen die Studierenden tätig sind, erforderlich wie auch ein gutes Selbstmanagement, um Präsenzphasen und Berufstätigkeit in Einklang zu bringen.

Seit Bestehen sind rund 60 Studenten immatrikuliert und zahlreiche Master-Titel bereits vergeben worden. Unter den Studierenden waren u.a. Stadtplaner, Juristen, Geographen, Restauratoren, Bauingenieure, Archäologen, Kunsthistoriker, Museologen aus vielen europäischen Ländern.

Einige der Studierenden und Absolventen haben auch eine weitere Chance genutzt, die die Europa-Universität bietet: Sie haben sich erfolgreich um ein Promotionsstipendium beworben und stehen nun mitten in der Arbeit für einen weiteren akademischen Abschluss.

Monika Cyran

Für Interessenten:

Das Studium beginnt jeweils mit dem Wintersemester; ein Quereinstieg zum Sommersemester ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Der Studiengang ist kostenpflichtig; die Studierenden erwerben mit der Einschreibung jedoch zwei CD-ROM mit den grundlegenden Studienmaterialien, die stetig überarbeitet und erweitert werden.

Das Studium gliedert sich in drei Semester Regelstudienzeit mit insgesamt 54 Semesterwochenstunden (18 SWS pro Semester) und ein Prüfungssemester. Neben den Lehrangeboten zum Kulturgüterschutz aus einschlägigen Wissensgebieten der Kultur-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sind zwei mindestens vierwöchige Praktika ein wesentlicher Bestandteil des Studiums.

Anfragen sind zu richten an die
Europa-Universität Viadrina
Zentrum für Internationales & Weiterbildung
Postfach 1786; D-15207 Frankfurt (Oder); Tel.: (03 35) 5534 16 461; Fax: (03 35) 5534 16 460
E-Mail: bwf@euv-frankfurt-o.de oder sek@euv-frankfurt-o.de

Weiterführende Informationen, Angaben zu Gebühren, Zulassungsvoraussetzungen etc. unter http://www.euv-frankfurt-o.de.

 
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Eine kleine Kirche und ein Schloss wollen für viele offen sein

Das Architektur-Ensemble von Dannenwalde hat wieder eine Zukunft

 Dannenwalde - Kirche
 
Die beiden Zeichnungen verdanken wir dem Berliner Architekten und Stadtplaner Ludwig Krause. Auf seinen reichen Fundus solcher Arbeiten soll hiermit ausdrücklich hingewiesen werden. Viele Kirchen aus der Region oder entlang der B 96 hat er gezeichnet. Es sind Arbeiten, die vorzüglich für Faltkarten, Dankesgrüße, Kalender und ähnliches geeignet sind.
 
Ausführliches zu diesem Thema beschreibt der Verfasser in einem Beitrag im Sammelband ,,KUNST UND KIRCHE - Beiträge der Tagung vom 20. - 22. September 2000 in Osnabrück", herausgegeben von Uta Schedler und Susanne Tauss.
 
Dannenwalde - Schloss

Es ist erstaunlich, wie viele Dorfkirchen ihre Rettung den örtlich gewachsenen Initiativen verdanken - oft buchstäblich in letzter Minute. In Dannenwalde im Landkreis Oberhavel ist es etwas anders.

Die Verwüstung und Plünderung der kleinen Kirche direkt an der B 96 hatte erst nach der Stilllegung der Kirche um 1979 eingesetzt und den ruinösen Eindruck noch verstärkt, der den Fachleuten längst bekannt war. Die Feuchtigkeit des Mauerwerks, die Schäden im Dachstuhl und Dachreiter waren nicht zu übersehen. Der Zerstörungsprozess dauerte viele Jahre und vollzog sich vor aller Augen.

Die Initiativen zur Rettung und Nutzung kamen mehr von außen. Und das hängt mit dem Charakter der Patronatskirche zusammen. Es gab Berliner Künstler, Restauratoren und Architekten, die zu DDR-Zeiten die Gepflogenheit hatten, an hohen Staatsfeiertagen - natürlich auch sonst! - herumzustreifen und den Verfall zu beobachten, der sich abseits der Metropole und der denkmalpflegerischen Schwerpunkte vollzog. Sie hatten durchaus ein Gespür für den genius loci und versuchten, Pläne zu schmieden für Orte erneuerter Kreativität, z.B. nicht ohne augenzwinkernden Hinweis auf die immer noch saftigen, wohltätigen Birnen aus dem Grab des Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. Die Restaurierung selbst lag dann wesentlich in der Hand der Architektin, die der ehemaligen Patronatsfamilie entstammt. Die Familie hat sich auch weiterhin engagiert, und eine entscheidende Förderung ist der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zu verdanken. Auf alle Einzelheiten kann hier nicht eingegangen werden.

In den letzten Jahren ist nun eine völlig neue Verbindung entstanden. Die "Naturfreunde Oberhavel e.V." haben das gegenüber liegende Schloss in eine Herberge mit Tagungsräumen verwandelt, besonders im Blick auf Kinder- und Jugendgruppen. Die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten sind im Gange.

Was hätte wohl der Patronatsherr Ferdinand Thomas von Waldow zu alledem gesagt? Sein Haus wurde im Jahr 1788 erbaut. Über dem Mittelrisalit steht: NON DORMIT QUI ME CUSTODIT (Der mich behütet, schläft nicht; nach Psalm 121,3). Seine Kirche ließ er vom Baumeister Hermann aus Zehdenick errichten. 1821 wurde sie eingeweiht; der Grundstein ist seit der Freilegung des Sockels wieder an der Nordseite der Kirche zu sehen.

Dr. Heinz Hoffmann
Vorsitzender des Dannenwalder Förderkreises "Kultur und Kirche am Weg e. V."

Am Wegesrand
Aus dem Programm der Dannenwalder Kirche

29. Mai (Christi Himmelfahrt), 15 Uhr: Eröffnung einer Ausstellung zum Gedenken an die Berliner Malerin Annemirl Bauer (1939 - 1989)

14. Juni, 15 Uhr: Imam A .B. Tariq: "Islam verstehen"- gemeinsame Veranstaltung mit den Naturfreunden Oberhavel e.V.

15. Juni, 11-17 Uhr: Symposion zur Ausstellung Annemirl Bauer

6. Juli, 15 Uhr: Konzert mit Christian Lau ( Flöte ) und Heinz Hoffmann (Harmonium/Cembalo)

19. Juli, 17 Uhr: Kleines Sommerkonzert der Spandauer Schilfrohrbläser

3. August, 15 Uhr: Konzert zur Finissage der A.-Bauer-Ausstellung mit dem Klarinettenduo Berlin

9. August, 15 Uhr: Ausstellungseröffnung: ,,Fi-uren" - Elli Graetz (Gra-fik) und Carin Kreuzberg (Plastik)

30. August, 15 Uhr: ,,Musik kann ich immer hören" sagte der Kaiser - Szenen aus der Berliner Meierei Bolle, erzählt und gelesen von Frank Pauli; Heinz Hoffmann spielt zwischendurch auf dem Harmonium

5. Oktober, 15 Uhr: Musikalischer Gottesdienst zum Erntedankfest, zugleich Ausklang der Ausstellung Elli Graetz / Carin Kreuzberg mit geselligem Beisammensein

Die Kirche ist bis zum 5. Oktober täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Zu beziehen ist das Programm der Dannenwalder Kirche 2003 über Dr. Heinz Hoffmann, Heiligenberger Str. 20; 10318 Berlin; Tel.: (0 30) 50 17 99 96

 
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Eine Osterkerze im frischen Wind unterm neuen Kirchendach

Küstrinchen feierte seinen ersten Gottesdienst seit fast 30 Jahren

Küstrinchen - Schildabnahme

Das Fest der Auferstehung mag am Ostersonntag wohl nirgends so symbolträchtig gefeiert worden sein wie in Küstrinchen bei Lychen. Dort ist eine Kirche auferstanden, und mit ihr zog auch neues Leben in das 49-Seelen-Dorf ein.

Noch vor gut einem Jahr hielten wohl die meisten die Anregung der Förderkreises Alte Kirchen, das Baudenkmal zu retten, für Phantastereien. Hier hatte seit fast 30 Jahren kein Gottesdienst mehr stattgefunden; die Kirche war einsturzgefährdet, das Inventar ausgeräumt; hinter einem Dickicht von Bäumen und Sträuchern schien sie vergessen.

AK berichtete in den vergangenen Ausgaben, wie seit der Gründung des Fördervereins Dorfkirche Küstrinchen das Wunder der Auferstehung dieses schlichten Gotteshauses geschehen konnte. Viele Helfer haben dazu beigetragen, auch die Spenden unserer Mitglieder, denen hier herzlicher Dank gesagt sein.

Noch ist sehr, sehr viel zu tun, aber das Wichtigste ist geschafft: Der Bau hat ein neues Dach. Und unter diesem Dach in der noch leeren Kirche wurde Ostern gefeiert. An Stelle des fehlenden Gestühls hatten die Einwohner Bänke und Stühle herbeigetragen. Pfarrer Gerhard Stechbart brachte ein schlichtes Holzkreuz mit und stellte es auf den provisorischen Altar. Die Osterkerze kam in eine Stalllaterne, damit der Frühlingswind, der durch die zerbrochenen Fenster wehte, sie nicht auslöschen konnte. Und durch die offenen Fenster klangen die Ostergesänge hinaus, mangels einer Orgel von Pfarrer Stechbart auf der Trompete angestimmt. "Ein bisschen frischer Wind tut der alten Kirche sichtbar gut", sagte er in der Predigt zur Wiedereinweihung, an die auch er lange Zeit nicht geglaubt hatte.

Die Warnung "Einsturzgefahr! Betreten strengstens verboten." prangte immer noch an der Kirchenwand. Nun nahm Pfarrer Stechbart das Schild, das er vor vielen Jahren anbringen ließ, eigenhändig ab.

Eva Gonda

 
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