Im Gespräch mit Fördervereinen

5. Mai: Mitgliederversammlung und Exkursion in die Uckermark

Anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung lädt der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg am 5. Mai zu einer Exkursion in die Uckermark ein.

Die Fahrt führt zu Dorf– und Stadtkirchen, die ungeahnte Schätze der Architektur und Ausstattung bieten. So zur Prenzlauer Franziskaner-Klosterkirche, einem der ältesten Sakralbauten des Ordens nördlich der Alpen (siehe auch unseren Beitrag "Gründungsversammlung des Förderkreises Franziskanerkirche Prenzlau").

Zugleich erhalten die Teilnehmer Einblick in die Arbeit von lokalen Fördervereinen zur Erhaltung und Instandsetzung der Kirchen. Eine detaillierte Einladung liegt dieser Ausgabe bei. Gäste sind herzlich willkommen.

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Kirchenbau und preußische Geschichte

5. April: Lichtbilder-Vortrag über Bautätigkeit um 1860 in der Prignitz

Unter den Kirchen in der Prignitz fallen vier relativ große Bauten aus der Zeit um 1860 auf: Teetz, Gadow, Dranse und Zempow. Sie sind für den heutige Bedarf viel zu groß, sind zum Teil inzwischen aufgegeben und in schlechtem baulichen Zustand. Auf ihre Weise aber präsentieren sie einen gewissen künstlerischen und architektonischen Anspruch und zeigen charakteristische Merkmale des Kirchenbaus in Brandenburg-Preußen in der späteren Regierungszeit des Königs Friedrich Wilhelm IV. Unter seiner persönlichen Ägide, beraten durch Friedrich August Stüler, entwickelte sich seinerzeit eine erhebliche Bautätigkeit an Kirchen, ja sogar ein größeres Programm.

In seinem Lichtbilder-Vortrag berichtet Angus Fowler auf der Grundlage eines umfangreichen Quellenstudiums im Potsdamer Landeshauptarchiv über die Hintergründe des jeweiligen Kirchenbaus, über Planung, Verfahren und Bauverlauf .

Zum Vortrag eingeladen wird am Donnerstag, 5. April, 18.30 Uhr, in das Kirchliche Archivzentrum, Bethaniendamm 29 in Berlin-Kreuzberg.

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Wanderausstellung reist durchs Land

Die Wanderausstellung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg "Chancen für Dorfkirchen?" wird in den kommenden Monaten an folgenden Orten gezeigt:

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Ab 2002 neue Beitragshöhe

In der letzten Mitgliederversammlung wurde der künftige jährliche Mitgliedsbeitrag für Einzelpersonen auf 40 Euro festgesetzt. Der kommenden Mitgliederversammlung wird vorgeschlagen, eine Beitragshöhe von 70 Euro für Firmen und Betriebe zu beschließen.

Im Laufe des Jahres werden wir Formblätter zum Bankeinzug des Beitrags in der neuen Höhe verschicken. Wir hoffen, dass noch mehr Mitglieder von dem für beide Seiten effektiveren Lastschriftverfahren Gebrauch machen werden.

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In einen wertvollen alten Kirchenraum soll künftig neues Leben einziehen

Gründungsversammlung des Förderkreises Franziskanerkirche Prenzlau

Die Franziskaner-Klosterkirche Prenzlau
Die Franziskaner-Klosterkirche Prenzlau

Am Ende waren es acht Mitglieder und einige Interessierte, die sich am 19. Januar 2001 – zuerst zu einer kurzen Meditation in dem kalten, nur durch Kerzen erleuchteten Kirchenschiff und dann in einem wärmeren Raum der benachbarten Förderschule – einfanden, um bei der Gründung des Vereins "Förderkreis Franziskanerkirche Prenzlau" dabei zu sein. Für die Größe und die Bedeutung dieser Kirche ist das sicher noch zu wenig, aber: ein Anfang ist gemacht.

Erst vor zwei Jahren war das für über 13 Millionen DM sanierte Dominikanerkloster als Kulturzentrum der Stadt Prenzlau eingeweiht worden. Wer braucht da noch einen weiteren Veranstaltungsraum – oder wie sonst sollte so eine alte Klosterkirche genutzt werden?

Der Vereinsgründung voraus gingen viele Gespräche im Rahmen eines Arbeitskreises; und dass das Gerücht, hier könnte eine Sporthalle entstehen, keine Realität geworden ist, daran hat auch dieser Arbeitskreis mitgewirkt.

Nun liegt in ersten groben Zügen ein Nutzungskonzept vor, das den Kirchenraum als sakralen Raum erhalten und ihn den Menschen in Prenzlau und Umgebung zur selbstbestimmten Verfügung stellen will.

Von zentraler Bedeutung ist in diesem Konzept ein "Raum der Stille" in der ehemaligen Sakristei. Hier geht es lediglich darum, die Kirche ständig offen zu halten und über die Stille im Raum zu wachen. Inwieweit dieses Angebot angenommen wird, ist aus heutiger Sicht zwar ein Experiment, aber sicher ein lohnendes.

Darüber hinaus sollen Möglichkeiten der Kooperation gefunden werden – mit Schulen, insbesondere mit der benachbarten Förderschule, mit Vereinen und interessierten Einzelpersonen. Über Inhalte hat man sich schon verständigt. Ziel ist es, neues Leben in das Kirchengebäude zu bringen, angefangen von schulischen Festveranstaltungen bis hin zu Meditationsgruppen oder Kreativwerkstätten.

Und als Ergänzung zur sonst üblichen Veranstaltungspraxis soll hier die Eigeninitiative der Beteiligten im Vordergrund stehen. Es gibt wohl wenig in dieser Region, was nötiger wäre als solche Impulse von innen.

Bei allem Nachdenken über die Nutzung sind grundlegende Fragen bis jetzt noch unbeantwortet: Dass eine ganzjährige, flexible Nutzung auch eine Raumheizung erfordert und welche Probleme bei einem derart riesigen Gebäude damit verbunden sind – jeder Förderer alter Kirchen kennt solche Fragen. Ist es erlaubt, kleine Räume abzutrennen, um sie separat beheizen und parallel nutzen zu können? Und wenn ja, wie und womit? Noch dazu in einer so wertvollen Kirche, deren Alter möglicherweise schon auf 1223 (Baubeginn) datiert werden muss. Dürfen überhaupt die Wände neu gestrichen werden, welche der historischen Raumfassungen müssen wieder hergestellt werden?

Vor diesem Hintergrund klingen Teilvorhaben aus der Konzeption zunächst utopisch, wie ein geplanter Verbindungsbau zwischen Kirche und benachbarter Förderschule, der an das alte Klosterensem-ble erinnern soll und der auch die symbolische Funktion übernehmen könnte, die jahrzehntelange Gegnerschaft zwischen Staat und Kirche weiter aufzuweichen.

Ein Vorteil ist, dass sich die Außenhülle der Kirche seit einigen Jahren wieder in einem baulich guten Zustand befindet – vielen Spendern sei hier gedankt! Damit besteht wenig Zeitdruck für die Gestaltung des Innenraums und es gibt Gelegenheit für weitere Diskussionen, eben für eine "permanente Werkstatt" (Zitat aus der Konzeption). Bereits seit einiger Zeit finden im Kirchenraum wieder Konzerte, ökumenische Abendgebete, Veranstaltungen zur kirchlichen Jugendarbeit und ein jährlicher "Tag der Toleranz" statt.

Wenn es gelingt, an diesem Ort deutlich zu machen, dass auch die Nutzung und Belebung eines solchen Gebäudes aktive Denkmalpflege ist, dann sind die Initiatoren einen großen Schritt vorangekommen in Richtung auf die Realisierung ihres Nutzungskonzeptes.

Martin Mehner

Aus der Geschichte der Franziskanerkirche

Vereinsadresse: Mauerstraße 803 A; 17291 Prenzlau; c/o Dieter Kirschner

Informationen über: Martin Mehner; Tel.: (03 97 45) 2 09 98; Fax: (0 39 84) / 87 44 15

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Statt die "Flinte ins Korn" zu werfen jetzt "Nägel mit Köpfen" gemacht

In Cöthen will ein Förderverein die gefährdete Dorfkirche retten
FAK unterstützt das Engagement - Weitere Spenden dringend nötig

Dorfkirche von Cöthen

Am 26. Januar trafen sich mehr als 30 Mitglieder und Freunde des Fördervereins Cöthener Kirche ("FCK") zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Für die gefährdete Cöthener Kirche sollten nun "Nägel mit Köpfen" gemacht werden. Ein Architekt schilderte das Ergebnis seiner Untersuchungen:

Der Schwammbefall ist schlimmer, als man gedacht hatte. Im groben Überblick entwickelte Herr Sunder-Plassmann aber auch ein Instandsetzungskonzept. Nachdem der Verein schon hatte resignieren wollen, zeigte sich das große Auditorium willens, für Rettung zu sorgen. Für die Mitarbeit in den Arbeitsgruppen gab es reichliche Meldungen.

Zur Vorgeschichte: Die Cöthener Kirche wurde 1830 im Typ der Schinkelschen Normalkirchen erbaut, ein kleiner, rechteckiger Putzbau mit Turm. Seit ca. 1960 wurde die Kirche nicht mehr gottesdienstlich genutzt, sie diente nur noch als Lager für Baumaterial. Damit fiel sie aus den Planungen heraus. Seit Mitte der Neunzigerjahre engagieren sich nun wieder Cöthener Bürger (der Ort hat nur 150 Einwohner) für die Kirche; es gab Konzerte, Festveranstaltungen und Gottesdienste - bis der Innenraum von der Bauaufsicht gesperrt wurde. Verein und Gemeinde sorgten für provisorische Abstützungen, nun werden Veranstaltungen wieder möglich.

Cöthen zählt zu den gefährdeten Kirchen, für die, wenn es noch Sinn machen soll, schon in den nächsten Jahren dringend etwas getan werden muss. Deshalb und weil es hier einen starken Verein gibt, der weitgehend eigenverantwortlich handeln wird, hat der Vorstand des FAK beschlossen, sich gemeinsam mit den Cöthenern zu engagieren. So haben wir eine finanzielle Unterstützung von 10.000,- DM zugesagt. Das ist weit mehr, als bisher üblich, aber einmal machen die Zuwendungen unserer Mitglieder und Freunde dies möglich (vielen Dank dafür) und dann schien es uns auch als ein "Zeichen" nötig.

Kirchenkreis und Kirchengemeinde werden sich in ähnlicher Weise engagieren. Dann fehlt natürlich immer noch Geld, das gesammelt und erbeten werden muss, damit der Eigenanteil fürs Dach-und-Fach-Programm für die dringend notwendige Schwammsanierung zusammen kommt.

Am 19. Mai gibt es ein erstes Benefizkonzert in der Kirche. Weiteres bei: Förderverein Cöthener Kirche, c/o Paul Gerhard Schwesig, Tel. (03 34 58) 3 02 30. Siehe auch: www.coethen.de

Thomas Raschke

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Förderverein in Dorf Zechlin gegründet

In Dorf Zechlin gründete sich kürzlich der "Verein zur Erhaltung der Dorfkirche Zechlin". Als Vereinszweck wurde die Unterstützung der Kirchengemeinde beim Erhalt der Kirche festgeschrieben.

Die sehr wertvolle Zechliner Kirche ist in regelmäßiger gottesdienstlicher Nutzung und befindet sich, soweit erkennbar, in einem stabilen baulichen Zustand. Der Verein ist ein typischer Unterstützungsverein, der als eigene Nutzungsabsichten Konzerte zum Besten des Gebäudes nennt. In der Gründungsversammlung wurde das gemeinsame Engagement von Christen und Nichtchristen deutlich. Der Zechliner Verein und der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg haben die gegenseitige Mitgliedschaft beschlossen.

Wir gratulieren herzlich zur Vereinsgründung und wünschen viel Erfolg.

Kontaktadresse: Herr Dr. Müller, Am Kunkelberg 4b, 16837 Dorf Zechlin

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Kirche im "Alleingang" repariert

Verdienstmedaille für engagierten Rohrlacker - Herzlichen Glückwunsch

Unser herzlichster Glückwunsch geht an Hans-Joachim Schulz aus Rohrlack, einem Dorf südwestlich von Neuruppin. Anfang Dezember wurde er für sein engagiertes Wirken mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch Bundespräsident Johannes Rau ausgezeichnet. Den Vorschlag zu dieser hohen Ehrung hatte der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg unterbreitet.

Der Kirchenälteste hatte "seine" Dorfkirche in Feierabend– und Wochenendarbeit ganz allein wiederhergestellt. Er brachte seine eigene Baurüstung in das Gebäude, besorgte preiswerte Fichtenbretter und baute eine neue, 200 Quadratmeter große Kirchendecke ein. Im Alleingang verlegte er Elektrokabel, reparierte Kanzel und Empore, mauerte Schornsteinköpfe wieder auf und setzte Öfen. Beim Innenanstrich half seine Frau mit, die ihn sonst nur selten zu sehen bekam.

Nach jahrelangem Verfall finden in Rohrlack nun wieder regelmäßig Gottesdienste statt.

B.J.

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Die kostbaren Frankfurter Chorfenster sollen nun endgültig heimkehren

Erst verschollen, dann wiederentdeckt und nun wiedergewonnen

Alte Dokumentationen von immensem Wert für künftige Restaurierung

Die Chorfenster der Frankfurter Marienkirche
 
Von großem Wert
für die Restaurierung der nun zurückkehrenden Chorfenster der Frankfurter Marienkirche ist die Dokumentation von Professor Adolf Schröter. Hier sein 1932 gefertigter Holzschnitt "Überantwortung der Tiere" nach einem der Fenster von St. Marien.

 

Diese Nachricht ließ alle Kunstinteressierten aufhorchen: Die als "Beutekunst" in die damalige Sowjetunion verschleppten mittelalterlichen Chorfenster von St. Marien in Frankfurt (Oder) sollen nun endlich zurückkehren. Eine entsprechende Vereinbarung sei zwischen Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin und seinem russischen Amtskollegen Michail Schwydkoi getroffen worden.

Die kostbaren Fenster waren bereits 1943 mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Vereins für Kunstwissenschaft ausgebaut, ausgelagert und später ins Neue Palais Potsdam gebracht worden. Seit 1946 galten sie jahrzehntelang als verschollen. Später konnte ermittelt werden, dass die Fenster in einem Sonderdepot der Eremitage St. Petersburg lagern.

Russland hat alle Kunstwerke aus Deutschland in einem umstrittenen Gesetz zu seinem Eigentum erklärt. Das Gesetz lässt zwar u. a. bei Werken aus früherem kirchlichen Besitz eine Rückgabe zu, bisher aber war lediglich von einer möglichen "zeitweiligen Ausfuhr der Fenster nach Deutschland zur Restaurierung" die Rede.

Wenn die kostbaren Chorfenster aus dem 14. Jahrhundert jetzt tatsächlich zurückkehren, dann gewinnt die umfangreiche Bilddokumentation von Professor Adolf Schröter als eine der wichtigsten Quellen für die Identifizierung, Restaurierung und Rekonstruktion außerordentliche Bedeutung. Der Maler und Grafiker aus Frankfurt (Oder) hatte sich 1932/33 zusammen mit Freunden eingehend mit den mittelalterlichen Glasmalereien der drei östlichen Chorfenster befasst. Er übertrug damals die Konturen auf Transparentpapier, dokumentierte die Bilder und fertigte danach Zeichnungen, später Holzschnitte und Radierungen an. Kopien übergab er dem Denkmalamt der Provinz Brandenburg.

Das Schicksal der Frankfurter Fenster verfolgte den 1997 in Marburg verstorbenen Professor für Kunsterziehung über 60 Jahre. Unermüdlich bemühte er sich um eine Klärung des Verbleibs.

Der Zufall hatte ihn in Marburg mit Dr. Joachim Seeger zusammengeführt, der die Fenster 1943 als Bezirks-Konservator dokumentiert und einen Teil der Dias über den Krieg gerettet hatte. Adolf Schröter veranlasste, dass Kopien dieser Dias sowohl für das Institut für Denkmalpflege der DDR als auch für die Frankfurter Kirchengemeinde St. Gertrauden / St. Marien angefertigt wurden. Er nahm seinerzeit auch Verbindung mit der zentralen Erfassungsstelle für verschollene Kunstwerke an der Albertina in Wien auf.

Als Gründungsmitglied des Förderkreises Alte Kirchen Marburg nutzte er später auch jede Möglichkeit, um Unterstützung im Bemühen um die Rückkehr der Kunstschätze zu werben. Bittschriften wurden an den Europarat in Straßburg sowie an den Patriarchen von Moskau und ganz Russland gerichtet, Gespräche mit dem Direktor der Eremitage geführt. Die jetzt so glückliche Wendung der Geschichte durfte Professor Adolf Schröter leider nicht mehr erleben.

Die Frankfurter Marienkirche ist eine der größten Backstein-Hallenkirchen in Norddeutschland, sie ist nur vier Meter schmaler als der Kölner Dom. Der erste Spatenstich war 1253 erfolgt, seitdem wurde immer wieder an der Backsteinkirche gebaut. Schinkel hatte beim großen Umbau nach dem Einsturz des Südturms Nischen zumauern und Wände glatt weiß verputzen lassen.

Nach dem Kriegsende 1945 waren von dem imposanten mittelalterliche Bau fast nur noch der mächtige Westturm und die Außenmauern erhalten. Gerettetes Inventar, unter anderem der Hochaltar mit Gemälden und geschnitzten Figuren (um 1489), steht heute in der Gertraudenkirche. Zu DDR-Zeiten waren lediglich die Sakristei und der Praetorius-Saal restauriert worden, der Turm erhielt seine Spitze zurück. Inzwischen laufen umfangreiche Restaurierungsarbeiten.

Eva Gonda

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Friedersdorf: Märkische Edelleute - widerspenstig und mit Reformgeist

Ein Dorf im Oderland lädt zum Exkurs in die Geschichte Preußens

Wenn jetzt das Preußenjahr begangen wird, dann meldet sich auch das kleine Dorf Friedersdorf im Oderland zu Wort. Der Freundeskreis Friedersdorf e.V. präsentiert im Kunstspeicher eine Sonder-ausstellung "Das Rittergut Friedersdorf, ein Ort der Mitte", und die Dorfkirche lädt die Besucher begleitend zu Konzerten ein, die Bezug nehmen auf preußische Musikgeschichte.

Das Rittergut Friedersdorf - das ist das Gut derer von der Marwitz, und dieser Name spielt in der Geschichte Preußens eine Rolle. Die Grabplatte des Johann Friedrich Adolph von der Marwitz in der Dorfkirche erzählt von dem preußischen Offizier und märkischen Edelmann, der durch Ungehorsam gegenüber seinem König Friedrich II. berühmt wurde. Er verweigerte den königlichen Befehl zur Plünderung eines Schlosses als eines preußischen Offiziers unwürdig und nahm seinen Abschied. "Er ... wählte Ungnade wo Gehorsam nicht Ehre brachte", steht auf dem Grabstein, der immer wieder an preußischer Geschichte Interessierte nach Friedersdorf führt.

Aber nicht dieser von der Marwitz steht im Mittelpunkt der Friedersdorfer Ausstellung, sondern der Nachfahre, der diese prägnante Grabinschrift verfasste: Friedrich August Ludwig von der Marwitz (1777 - 1837). Er ist ein zumindest ebenso bemerkenswerter Vertreter dieses märkischen Adelsgeschlechts: Führer der konservativen Adelsopposition während der preußischen Reformzeit (1807-1811) und Gegenspieler des Staatskanzlers und Reformers Karl August von Hardenberg, andererseits ein praktizierender Befürworter der agrarwissenschaftlichen Erkenntnisse und Methoden Albrecht Daniel Thaers (Möglin, 1752-1828) und der Gutsherrin Frau von Friedland, die bereits Ende des 18. Jahrhunderts auf ihren Gütern im Oderbruch wichtige Agrarreformen durchführte.

DIE AUSSTELLUNG im Speicher ist bis zum 14. Oktober 2001 von Mittwoch bis Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

DIE KIRCHE lädt zu folgenden Konzerten ein:

14. Juli, 17.00 Uhr: Die Kammermusikvereinigung Johann Joachim Quantz,Potsdam, spielt Kammermusik von Karl Philipp Emanuel Bach, Georg Philipp Telemann und Johann Joachim Quantz.

28. Juli, 19 .00 Uhr: Barockkonzert für Orgel und Trompete.

Kartenvorverkauf im Friedersdorfer Kunstspeicher, Tel. (0 33 46) 84 38 56, oder an der Abendkasse.

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Das Preußenjahr und ein Zwiespalt

Mit der Geschichte Preußens eng verbunden ist die Potsdamer Garnisonkirche, deren Ruine 1968 auf SED-Befehl gesprengt wurde. Damit sollte eben diese Tradition wie auch die Erinnerung an den von den Nazis 1933 inszenierten Missbrauch des Gotteshauses am "Tag von Potsdam" ausgelöscht werden.

Entsprechend zwiespältig sind die Meinungen, wenn es jetzt um den auch bei Denkmalpflegern umstrittenen Plan geht, zumindest den einst die Stadtsilhouette prägenden Turm der Barockkirche wiederaufzubauen. Man fürchtet, das Bauwerk könnte zum Anziehungspunkt für Rechtsextremisten werden.

Auch die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg tut sich schwer mit diesem Problem. Im Herbst will man über eine eventuelle Beteiligung am möglichen Wiederaufbau des Turms entscheiden. Zwei brandenburgische Theologen sollen jetzt im Rahmen eines kirchengeschichtlichen Spezialvikariats die kirchliche Stellungnahme dazu erarbeiten. In diesem Zusammenhang werden die beiden Theologen auch Nutzungskonzepte vorbereiten. Es müsse dabei sichergestellt werden, dass ein wiederaufgebauter Turm trotz der Verbindung zur Nazi-Zeit zum Versöhnungs– und Friedenszeichen werden könnte.

Zumindest damit hätte der Turm, der einst das berühmte Glockenspiel barg, in der Potsdamer Stadtsilhouette einen berechtigten Platz.

Eva Gonda

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Dorfkirchen auf der FAK-Homepage

Werbung für Spenden - Geeignete Partner sind willkommen

Seit Anfang März stellt der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg auf seiner Homepage (www.altekirchen.de) regelmäßig eine "Dorfkirche des Monats" vor. Diese Präsentation soll auf Kirchengebäude mit gravierenden Bauschäden hinweisen, sie in Wort und Bild vorstellen und zugleich um Spenden für die präsentierten Gotteshäuser werben.

Im März stellen wir die Peter-und-Paul-Kirche in Gandenitz vor und im April die Dorfkirche von Jakobshagen - beide in der Uckermark.

Wir bemühen uns, für die Präsentation der ,,Dorfkirche des Monats" geeignete Partner im Internet und eventuell auch in anderen Medien zu finden, die sich der Aktion anschließen. Es geht darum, diese Aktion in möglichst großen Kreisen bekannt zu machen.

Wenn Sie Partner des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg bei der Werbung für die "Dorfkirche des Monats" werden wollen bzw. geeignete Ansprechpartner kennen, wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftsstelle.

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IN AKUTER NOT

Wie schon in vergangenen Ausgaben stellen wir an dieser Stelle Kirchen vor, die dringend Hilfe brauchen. Heute erbitten wir

Ihre Spende für Jakobshagen

Feldsteinkirche Jakobshagen
Die Feldsteinkirche von Jakobshagen
 
Jakobshagen, Innenaufnahme
Der Altar
 

Landschaftlich besonders reizvoll ist eine Autofahrt auf der Landstraße von Boitzenburg nach Templin. Die sanften Hügel lassen eher an den Rand eines Mittelgebirges als an die sonst eher spröde Uckermark denken. Kurz hinter Klaushagen, wo rechts der Weg zur Siedlung Stabeshöhe abzweigt, sollte man kurz anhalten und auf das malerisch im Tal liegende Dorf Jakobshagen schauen. Deutlich sichtbar auf einem Hügel liegt die Dorfkirche, deren hölzerner Turmaufsatz sich in letzter Zeit jedoch gefährlich geneigt hat.

Jakobshagen wird urkundlich das erste Mal im berühmten Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 erwähnt; die flachgedeckte rechteckige Feldsteinkirche dürfte noch um einige Jahrzehnte älter sein. Der Westturm in Schiffbreite wurde im 18. Jahrhundert erneuert und erhielt damals seine heutige Form mit dem verbretterten quadratischen Aufsatz und einer offenen Laterne.

Im Jahre 1887 erfuhr das Gotteshaus noch einmal eine umfassende Erneuerung, die auch den Innenraum berührte. Die Westempore mit der neugotischen Lütkemüller-Orgel und die flache Putzdecke stammen aus dieser Zeit. Interessantestes Stück des Inventars ist jedoch der hölzerne Altaraufsatz. Aus ursprünglich zwei spätgotischen Schnitzaltären – einem größeren Flügelaltar mit der Marienkrönung und einem St.-Georgs-Altar – wurde um 1600 ein neues Werk geschaffen und im protestantischen Sinne durch eine Predella mit Darstellung des Abendmahles ergänzt.

Der bereits erwähnte hölzerne Turmaufsatz wurde im Frühjahr 1945 durch Panzerbeschuss stark beschädigt. Mit recht bescheidenen Mitteln wurde in den 50er Jahren eine Reparatur vorgenommen, die den weiteren Verfall jedoch nur für einige Zeit aufhalten konnte. Der Zustand des Turmes verschlechterte sich weiter, so dass 1985 die Glocke aus dem Turm herabgelassen werden musste. Ein Jahr später knickte die Wetterfahne um und stürzte ab. Aus Sicherheitsgründen wurde auch die Turmkugel abgenommen.

Seitdem sind an der Kirche keine größeren Baumaßnahmen mehr durchgeführt worden. Mittlerweile haben sich die oberen Balken aus der Verzahnung gelöst und durch Fäulnis brechen tragende Balken auseinander. Bautechnische Untersuchungen ergaben, dass der Turm mittlerweile stark einsturzgefährdet ist und dringend notgesichert werden muss.

Am Ostermontag des Jahres 2000 gründeten engagierte Bürger den "Förderverein zur Rettung der Dorfkirche zu Jakobshagen/Uckermark e.V.". Durch ambitionierte Benefizkonzerte und zahlreiche Spenden konnte bereits ein erheblicher Teil der nötigen Mittel aufgebracht werden. Auch Kirchengemeinde und Kirchenkreis stellen Geldmittel zur Verfügung. Trotzdem ist man in Jakobshagen noch immer dringend auf Spenden angewiesen, da die Sicherungsarbeiten unbedingt noch in diesem Jahr vorgenommen werden müssen.

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat einen ersten Beitrag von 2.000, - DM als Hilfe überwiesen und bittet Sie dringend um weitere Spenden, um den - noch - schiefen Turm von Jakobshagen vor dem endgültigen Absturz zu bewahren und um die engagierte Arbeit des örtlichen Fördervereins zu unterstützen.

 

Mit zahlreichen Benefizveranstaltungen wirbt der Jakobshagener Förderverein um weitere Spenden. Einige Termine:

14. und 16. April, ab 9.00 Uhr: erster Jakobshagener Trödelmarkt vor der Kirche. - 21. April, 15.00 Uhr: Dirk Michaelis (Gesang). - 6. Juni, 15.00 Uhr: Barbara Thalheim (Gesang) & Jean Pacalet (Akkordeon). - 20. Juni, 19.00 Uhr, Kirche Herzfelde: Gruppe "Aufwind", Klezmermusik. - 30. Juni, 17.00 Uhr: Templiner Ensemble "Flauto con Voce", geistliche Musik. - 7. Juli, 18.00 Uhr: Frauenchor Berlin & Kirchenchor Herzfelde, Volks- und Kirchenlieder. - 22. Juli, 14.00 Uhr: Petra Flierl & Martin Colden (Malerei), Stefan Steiger (Blumen); danach: Ausstellungseröffnung Hans Otto Schmidt (Malerei).

 

Der Förderkreis Alte Kirchen bittet um Spenden für Jakobshagen

Spenden-Konto: 51 99 76 70 05 bei der Berliner Volksbank;

BLZ 100 900 00; Stichwort: Jakobshagen

Sie erhalten selbstverständlich eine Spendenquittung; bitte geben Sie dafür auf dem Überweisungsträger Ihre Anschrift an.

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Junge Detektive hinter der Kamera

Deutsche Stiftung Denkmalschutz lädt zum Wettbewerb ein

Wer spürt eine alte Inschrift auf? Wo hat eine originale Tür die Zeiten überdauert? Wer findet einen gotischen Spitzbogen? Mit dem Jugend-Fotowettbewerb "Denkmal mit der Linse" lädt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in diesem Jahr erneut Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren ein, historische Bauten vor das Objektiv ihrer Kamera zu holen.

Das neue Thema heißt "Details erzählen Geschichte" und soll dazu anregen, genauer hinzuschauen, wo Spuren von gestern uns etwas über vergangene Zeiten erzählen. Ornamente, Fenster, Türen geben Auskunft über den Baustil einer Epoche. Alte Schilder, Schriftzüge oder Malereien erzählen von einstigen Alltagswelten. In Gegenden mit vielen Neubauten kann ein altes Gebäude selbst zum kostbaren "Detail" aus der Geschichte werden. Ein zum Bild passender Slogan soll für den Erhalt des Denkmals werben.

Mitmachen lohnt sich: Den Gewinnern winken Reisen zur Preisverleihung nach Straßburg sowie die Teilnahme an einer internationalen Ausstellung. Denn der Wettbewerb "Denkmal mit der Linse" ist der Beitrag zum "International Monuments Photographic Experience", einer Initiative unter Schirmherrschaft des Europarats, an der sich mittlerweile 15 Länder beteiligen. Von Andorra, Belgien und Griechenland reicht der Spannbogen bis nach Jordanien, Tunesien und Kanada. Weitere Preise sind Kameras, Fotozubehör, Bücher und CD-Rom.

Ziel des Wettbewerbs ist es, junge Menschen spielerisch an das Thema Denkmalschutz heranzuführen und ihr Interesse an historischen Bauten zu wecken. Im vergangenen Jahr beteiligten sich rund 3.000 Jugendliche. Die vielen kreativen Arbeiten führten eindrucksvoll vor Augen, dass jungen Leuten das Thema Denkmalschutz keineswegs gleichgültig ist.

Teilnahme-Unterlagen für den Jugend-Fotowettbewerb bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Stichwort "Foto-wettbewerb", Koblenzer Straße 75, 53177 Bonn. Telefon: (02 28) 9 57 38-78, Fax: (02 28) 9 57 38-28. Weitere Infos im Internet unter www.denkmalschutz.de

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Wieder nützliches Förderprogramm der Bosch Stiftung

Zum zweiten Mal schreibt die Robert Bosch Stiftung Stuttgart ihr Förderprogramm "Freiwilligendienste in Projekten bürgerschaftlicher Initiativen" aus. Gefördert wird eine sechs– bis zwölfmonatige Arbeit Jugendlicher mit maximal 500 Euro monatlich plus 30 Prozent Eigenanteil.

Antragsschluss ist der 31.März, die Entscheidung über Vergabe erfolgt im Juli.

Auch wenn dieser Termin etwas spät im Jahr ist, scheint uns das Förderangebot für "Offene Kirchen" interessant, wo Jugendliche Führungen etc. leisten. Der Freiwilligendienst ist ein "Vollzeitjob" und erfordert Betreuung und Verwaltung.

Infos über: Diakonisches Werk der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Herr Harald Lüer,

Tel. (03 51) 8 31 51 65 bzw. E-Mail: DiakonieSachsen@t-online.de.

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Biotechnologien retten Kunstschätze

Heimtückisches "Wundermittel" Kasein wird wieder entfernt

In einem dreijährigen Modellprojekt hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Osnabrück, nachgewiesen, dass moderne Biotechnologie wertvolle Kunstschätze für die Nachwelt zu erhalten vermag. Sie hatte das Projekt, an dem Biotechnologen, Geomikrobiologen, Denkmalschützer und Restauratoren mitwirkten, mit mehr als 800 000 Mark unterstützt.

In den 50er Jahren galt Kasein als revolutionäres Wundermittel für Konservierungen und wurde vielfach bei der Restaurierung mittelalterlicher Wandmalereien in norddeutschen Kirchen angewandt. Danach aber stellten sich vielfach witterungsbedingte Schäden ein.

Durch biotechnische Verfahren sei es jetzt gelungen, diese Schichten schonend für Mensch und Umwelt von den Kunstwerken zu entfernen.

Mit Hitze und Waidextrakt dem Hausschwamm zu Leibe

Ein Modellprojekt für ökologische Schwammsanierung soll die Schlosskirche in Putbus werden. Bei dem Verfahren wird dem Schwamm der für die Verbreitung notwendige Nährboden entzogen.

Betroffen sind vor allem die Dachstühle der Seitenschiffe. Sie sollen nun so konstruiert werden, dass es keine Berührungspunkte mehr zwischen Mauerwerk und Holz gibt. Um noch vorhandene Spuren des Hausschwamms unschädlich zu machen, wird der Dachraum in allen Bereichen auf mindestens 55 Grad aufgeheizt. Mit Extrakten aus der Waidpflanze soll dann die Dachstuhlkonstruktion vorbeugend imprägniert werden.

Das Bauwerk wird danach noch zehn Jahre beobachtet. Die Ergebnisse werden gespeichert, um für ähnliche Verfahren abrufbar zu sein.

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LESERFORUM: Dank für erfolgreiche Unterstützung

Im Namen des Fördervereins Kirche Altwustrow und der Dorfgemeinschaft möchte ich mich sehr herzlich für die Unterstützung bedanken, die Sie unserem Kirchenprojekt im vergangenen Jahr gegeben haben. Der Artikel und der Spendenaufruf in Ihrem Sonderheft hat nicht nur Geld gebracht sondern sicher auch den Bekanntheitsgrad unserer Kirche erhöht.

Wir hatten in den Sommermonaten eine relativ hohe Zahl von Besuchern, die sich gezielt für die Kirche interessierten. Dementsprechend haben wir auch alle Ihre Hefte verkauft.

Unsere Bemühungen haben dazu geführt, dass wir bereits mit der Renovierung beginnen konnten. Leider haben die Bodenstatiker entdeckt, dass die Kirche auf einer nassen Tonschicht steht - daher auch die starke Neigung, die in den letzten Jahren zugenommen hat. Das wird leider die Bauarbeiten um etwa 70.000 DM verteuern sowie verzögern. Trotzdem sind wir zuversichtlich, denn neben unseren eigenen und GFG-Mitteln (Gemeindefinanzierungsgesetz) erhal-ten wir auch Mittel des Konsistoriums sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Es wird also erfolgreich weitergehen. Daher werden die Konzerte, die wir auch für 2001 geplant haben, in der Kirche Neulietzegöricke (unser nächster Sanierungsfall) stattfinden. Wir werden Sie rechtzeitig informieren und hoffen, dass Sie uns auch in Zukunft mit Rat und Tat unterstützen können.

Claudio Jarczyk
Förderverein Kirche Altwustrow e. V.

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Gute Erfahrungen auch in Meißen

Ursprünglich aus dem brandenburgischen Stahnsdorf kommend, lese ich noch immer die "Potsdamer Kirche". Dort fand ich einen Artikel über Ihre Aktion "Offene Kirchen", der mich sehr interessierte. Nicht nur, weil ich auf dem Weg nach Stahnsdorf manchmal auch an einer alten Kirche anhalte - und diese verschlossen finde.

1999 haben wir für den Kirchenkreis Meißen eine Broschüre erarbeitet, die über alle evangelischen Kirchen informiert. Dennoch sind nur die wenigsten "geöffnet".

Parallel zu der Broschüre habe ich die Initiative ergriffen, um eine Anzahl Ehrenamtlicher zu finden, die unsere Gemeindekirche - die Johanniterkirche in Meißen - einmal wöchentlich öffnen. Entgegen der Vorhersage unseres Pfarrers fand ich zwölf Personen, die sich bereit erklärten, an dieser Aktion mitzutun. Jeweils am Mittwochnachmittag ist die Kirche zur Besichtigung geöffnet, allerdings nur in den Monaten Mai bis September. Für die Werbung nutzten wir zwei sehr große Pappkartons, die auf allen Seiten mit Plakaten ,,Die Kirche ist geöffnet" beklebt wurden. Direkt an der Kirche und auf der gegenüberliegenden Straßenseite am Friedhofseingang ,,warb" dann der Karton. Und er tat es wirklich! Wir konnten durchschnittlich zehn Besucher begrüßen. Nach unserer ersten Aktion von Mai bis September trafen wir uns zu einem Austausch über unsere Erfahrungen, Probleme, Wünsche. Einstimmig wurde die Aktion auch für das Jahr 2001 angedacht. Allen, die einmal nach Meißen kommen, wollen wir mit unserer kleinen Broschüre ein wenig Lust auf "Alte und neuere Kirchen in Meißen und Umgebung" machen.

Christhild Brück, Meißen

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Protestveranstaltung zeigt nachhaltige Wirkung

Die Protestveranstaltung der Fördervereine für denkmalgeschützte Gebäude in der Uckermark (AK berichtete in der vorigen Ausgabe, d. Red.) hat eine nachhaltige Wirkung gezeigt. Die Fraktionen im Kreistag Uckermark bereiten sich auf die Haushaltsberatungen vor. Alle Fraktionsvorsitzenden haben dem Sprecher der Fördervereine bestätigt, den Haushaltsansatz für die Denkmalpflege noch einmal zu überdenken. Auch Landrat Dr. Benthin hat eine nochmalige Überprüfung der finanziellen Mittel für die Denkmalpflege zugesagt.

Nach Aussagen der IHK sind Gelder, die in der Denkmalpflege eingesetzt werden, gut angelegt, weil hier der Arbeitseinsatz höher als die Materialkosten ist. Gerade in der Uckermark ist die Arbeitskräftebindung ein wichtiger Faktor. Die Fördervereine kämpfen jetzt erstmals von einer gemeinsamen Plattform aus mit dem Ziel, die historische Bausubstanz so zu erhalten, dass künftige Generationen weiterhin die ererbte geschichtsträchtige Vergangenheit nutzen können.

Die Sprecher der Fördervereine werden jährlich wechseln. Den Anfang hat der Freundeskreis Gollmitzer Wehrkirche gemacht, im Jahr 2001 übernimmt der Förderverein Boitzenburg diese Aufgabe.

Freundeskreis Gollmitzer Wehrkirche e.V.

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Die Birne als Symbol der Liebe Christi

Im Leserforum des letzten Mitteilungsblattes wurde nach der Bedeutung der Birne in der Hand des Jesuskindes gefragt. Die Birne symbolisiert die Liebe Christi nach dem Liber floridus (wichtigste mittelalterliche Quelle für die Pflanzensymbolik). Dies kommt recht oft bei mittelalterlichen Darstellungen vor und nicht nur in der Mark. Der Apfel übrigens in der Hand des Jesuskindes symbolisiert die Überwindung und Erlösung von der Sünde. Als Nachschlagewerk für solche Fragen ist immer zu empfehlen: Christliche lkonographie in Stichworten von Hannelore Sachs, Ernst Badstübner, Helga Neumann. Meine Ausgabe ist von 1973 (Köhler u. Amelang, Leipzig). Inzwischen sind schon mehrere Neuauflagen erschienen.

Prof. Dr. Gerlinde Strohmaier-Wiederanders

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Leipziger Orgel zieht an die Spree

Der wiederaufgebaute Fürstenwalder Dom, bisher nur mit einer kleinen Orgel in der Winterkirche ausgestattet, wird jetzt die Schuke-Orgel der Leipziger Thomaskirche erhalten und damit ein Instrument, das wie einst den gesamten Kirchenraum auszufüllen vermag. Möglich wurde der Kauf vor allem durch das Engagement des Fürstenwalder "Freundeskreises Orgel", der für ein neues Instrument Spenden sammelte. Die Orgel der Thomaskirche war zum Verkauf ausgeschrieben worden, nachdem dort eine neue, größere Orgel eingebaut worden war.

Barock-Klänge

Orgelmusik erklingt wieder in der im Wiederaufbau befindlichen Französischen Kirche von Potsdam. Die 1782 erbaute Barockorgel von Johann Wilhelm Grüneberg stand - einst für die Spandauer Johanneskirche erbaut - in der winzigen Dorfkirche von Bärenklau bei Velten. Sie hatte für diesen Standort um einige Register verkleinert werden müssen und war schon seit Jahren nicht mehr spielbar. Nach einer denkmalgerechten Teilrekonstruktion und Restaurierung hat sie nun in der von Knobelsdorff entworfenen Kirche wieder einen angemessenen Platz.

Gefahr in Verzug?

Eine "Initiative zur Erhaltung der Neuenfelder Arp-Schnitger-Orgel" kämpft gegen die befürchtete akute Bedrohung der St.-Pankratius-Kirche und des historischen Ortskerns durch den Ausbau des Hamburger Airbus-Werkes in Neuenfeld bei Hamburg und die drohende Verlängerung der Start- und Landebahn. Schnitger ist in der Kirche beigesetzt.

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Restaurierungen gingen gut voran

Kanin. Nach achtjähriger Bauzeit präsentiert sich die alte Wehrkirche von Kanin in der Zauche wieder in ihrer schlichten Schönheit. Restauriert und instand gesetzt wurden u. a. die Turmkonstruktion, Dachstuhl und Dachdeckung; ein Traufgraben ist umlaufend angelegt worden; Außenputz, Außentüren und Fenster wurden erneuert, ebenso Innentreppen und Fußboden. Das alte Gestühl und der Radleuchter konnten repariert werden, und die schöne Renaissancedecke wurde konserviert. Für die spätere Restaurierung des Inventars wie Altar, Kanzel und Orgel sind Spendenmittel über die Deutschen Stiftung Denkmalschutz beantragt worden, außerdem werden weitere Spenden gesammelt. Die Restaurierung der Wandmalerei soll über beantragte Fördermittel der Deutschen Bundesstiftung Umwelt realisiert werden.

Pausin. Abgeschlossen wurden im vergangenen Jahr die Arbeiten zur Instandsetzung und Sicherung der Dorfkirche von Pausin nördlich von Berlin. Dachstuhl, Dachdeckung und Außenfassade wurden erneuert, Fenster und Türen repariert, Fußboden und Innenanstrich sowie die Elektroanlagen komplett erneuert.

Rädel. Die Einwohner von Rädel bei Lehnin freuen sich über ihre komplett wieder hergestellte Kirche. Vier Jahre dauerten die Arbeiten zur umfassenden Instandsetzung und Sicherung.

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Neue Broschüre "Offene Kirchen"

Demnächst erscheint die Programm-Broschüre "Offene Kirchen 2001", herausgegeben vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Der Leser findet hier rund 200 Dorfkirchen, die sich an dem Projekt beteiligen, mit Öffnungszeiten, Telefonnummern und Adressen.

Daneben bietet die Broschüre vielfältige, reich bebilderte Beiträge zur Geschichte sowie zu Erhalt, Instandsetzung und Nutzung von Dorfkirchen, so ein Interview mit Matthias Hoffmann-Tauschwitz, Kirchliches Bauamt der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, und eine Abhandlung über die Anfänge der Denkmalpflege in Brandenburg-Preußen von Prof. Ernst Badstübner. Vorangestellt ist ein Grußwort von Ministerpräsident Manfred Stolpe.

Offene Kirchen 2001, Brandenburgische Dorfkirchen laden ein. Ca. 64 Seiten, A 4, Schutzgebühr 5.00 DM; Erscheinungsdatum 12. 4. 2001.

Mitgliedern des Vereins wird die Broschüre bei Erscheinen kostenlos zugeschickt. Weitere Anforderungen über unsere Geschäftsstelle.

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