Initiativen, Engagement und Spenden wiegen heutzutage doppelt

Notizen von der Jahreshauptversammlung 2001 des Förderkreises

In Zeiten, da Fördermittel für die Denkmalpflege zusehends knapper werden, ebenso die Ausgaben des Landes und der Landeskirche, wiegen positive Meldungen über die Rettung alter Kirchen doppelt. In der Jahreshaupt-versammlung 2001 des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg gab es manches Positive zu vermelden.

Im Bericht des Vorstandes konnte Vorsitzender Angus Fowler darlegen, dass der Förderkreis neben zahlreichen Beratungsgesprächen für Fördervereine und Kirchengemeinden dank kleiner und großer Spenden in einigen Fällen auch materielle Unterstützung für gefährdete Kirchen geben konnte. Waren es auch zumeist bescheidene Beträge, so waren sie doch oftmals Grundlage für die Einwerbung weiterer Fördermittel und ein "Mutmacher" für örtliche Fördervereine.

Mit seinem Projekt "Offene Kirche" – unterstützt durch die Robert Bosch Stiftung – konnte der Förderkreis in der Öffentlichkeit wirksam auf die Probleme bei der Rettung und Instandsetzung Brandenburger Dorfkirchen hinweisen.

Das Heft "Offene Kirchen 2000" wurde vom Brandenburger Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Raumordnung aus Lottomitteln gefördert und in einer Auflage von 7.000 Exemplaren gedruckt. Es beteiligten sich etwa 140 Kirchengemeinden, im laufenden Jahr sind es mehr als 200. Da diesmal der erhoffte Druckkostenzuschuss ausfiel, beschloss der Vorstand den Druck auf Vereinskosten in der Hoffnung, die Kosten durch den gut angelaufenen Verkauf und durch Spenden zu decken.

In den kommenden beiden Jahren wird der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg wiederum dank großzügiger Unterstützung der Robert Bosch Stiftung die Arbeit von Vereinen und Initiativen für brandenburgische Dorfkirchen fördern können. (Alle näheren Angaben dazu auf Seite 5 dieser Ausgabe.)

Der Finanzbericht 2000 dokumentierte ein solides Fundament, auf dem der Förderkreis sein weiteres Wirken aufbauen kann. Der Finanzbericht 2000 sowie Haushaltsentwurf 2001 und Projektion 2002 lagen den Teilnehmern der Jahreshauptversammlung schriftlich vor, ebenso der Bericht der Kassenprüfer. Nach der Aussprache bestätigte die Jahreshauptversammlung einstimmig die Entlastung der Kasse und des Vorstandes.

Die Mitgliederversammlung 2001 beschloss einstimmig, den jährlichen Mitgliedsbeitrag für Betriebe, Firmen etc. ab 2002 auf 80 Euro festzusetzen. Im Vorjahr war bereits der Mitgliedsbeitrag für persönliche Mitglieder ab dem Jahr 2002 von 40 Euro beschlossen worden.

Mitgliederzahl gestiegen

Sehr vorteilhaft entwickelt sich die Mitgliederzahl.

Am Tag der Jahreshauptversammlung zählte der Verein 95 persönliche Mitglieder (2000: 79), drei Firmen sowie 31 Vereine (2000: 28) als korporative Mitglieder.

Anfang August gab es 107 persönliche Mitglieder, vier Firmen und 32 Vereine als korporative Mitglieder.

Herzlicher Dank für wichtige Arbeit

Seit Mai 2000 wird die Buchführung für unser Hauptkonto sowie für das Gehaltskonto durch unser Mitglied Renate Rebitzki betreut. Der Förderkreis ist sehr dankbar für ihre Bereitschaft, diese wichtige und aufwendige Arbeit auf sich zu nehmen.

Herzlicher Dank ergeht zugleich an Heinz Dörr, Kirchhain-Niederwald, für seine langjährige unverzichtbare Arbeit als Buchführer 1996-2000.

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Lebendige Steine - offene Kirchen

Nicht nur in Brandenburg wird darüber nachgedacht, wie man die meist verschlossenen Kirchentüren öffnen und die Gotteshäuser einer interessierten Öffentlichkeit nahe bringen kann. In der Evangelischen Kirchenprovinz Sachsen (KPS) wird seit einigen Jahren mit wachsendem Erfolg eine "Grundausbildung für ehrenamtliche Kirchenführer" angeboten, herausgegeben vom Evangelischen Arbeitskreis Freizeit – Erholung – Tourismus in der EKD.

In den über mehrere Wochenenden dauernden Seminaren werden kunsthistorische, ikonographische und theologische Sachfragen rund um den Kirchenbau behandelt. Die Ausbildung endet mit dem Erwerb eines Zertifikats.

Die Erfahrungen mit diesem Projekt wurden jetzt in einer Broschüre zusammengefasst, der man auch in Berlin-Brandenburg Beachtung wünscht. Dem breiten ehrenamtlichen Engagement in den Kirchengemeinden wird durch ein Angebot der Qualifizierung Beachtung und Würdigung zuteil.

Lebendige Steine – Offene Kirchen. Grundausbildung für ehrenamtliche Kirchenführer
Eine Dokumentation. (Informationen, Bd. 44)
Zu beziehen über die Geschäftstelle des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg gegen eine Schutzgebühr von 5.– DM plus Porto

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Stiftungen nach alter Tradition

Die Seeburger Dorfkirche wird wieder aufgebaut

Vor mehr als einem halben Jahrhundert war die Dorfkirche von Seeburg, Landkreis Potsdam-Mittelmark, durch einen Bombenangriff zerstört worden. Nun soll das Gebäude aus dem zwölften Jahrhundert wieder aufgebaut werden. Das Konzept sieht eine künftige Nutzung als soziokulturelle Begegnungsstätte der Kommune und als Raum für evangelische Gemeindeveranstaltungen vor.

Der Startschuss war gegeben, als Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka der Kirchengemeinde einen Fördermittelbescheid über 150.000 DM übergab. Die Gesamtkosten werden auf 665.000 DM geschätzt. Daran beteiligen sich u.a. die Landeskirche mit 143.000 DM und der Kirchenkreis Falkensee mit 100.000 DM. Die Kommune Seeburg und der Förderverein "Tectum Dei" werden je 50.000 DM beisteuern.

Bei der Gewinnung von Privatpersonen als Stifter für einzelne Baumaßnahmen will man in Seeburg an alte Traditionen anknüpfen. Schon als 1715 ein hölzerner Turmaufsatz gebaut wurde, wurde das von Seeburger Bürgern finanziert, und auch die Anschaffung neuer Kirchenglocken 1925 ermöglichten Stifter. Nach Abschluss der Arbeiten sollen die Namen der Stifter auf einer Tafel in der Kirche öffentlich gemacht werden. Inzwischen erklärten sich schon Stifter zur Finanzierung von Kirchturm und Fenstern bereit.

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Startkapital für Kirchen-Fördervereine

Nach Jahrzehnten staatlicher Vernachlässigung und in Zeiten schrumpfender Gemeindezahlen weisen noch immer zahlreiche Kirchengebäude gravierende Bauschäden auf und sind wertvolle Innenausstattungen in ihrem Bestand bedroht. Viele Kirchengemeinden sind mit der Erhaltung ihrer - oft zu großen - Kirchen allein überfordert.

In den vergangenen Jahren gründeten sich zahlreiche Fördervereine, in denen sich Gemeindeglieder und engagierte Einwohner, Kommunen, Institutionen und Betriebe zusammenfinden mit dem einen Ziel: ihre Kirche zu erhalten und zu nutzen. Dafür wird gemeinsam gearbeitet, werden Konzerte und Feste organisiert, werden Spenden gesammelt.

Dieses ehrenamtliche Engagement wird in Zeiten knapper werdender öffentlicher Mittel an Bedeutung gewinnen. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg arbeitet mit vielen Vereinen zusammen und kennt ihre Erfolge, aber auch die anfänglichen Probleme. Um eines der Probleme zu mildern, bieten wir ein "Startkapital für Kirchen-Fördervereine" an.

Von gleicher Bedeutung wie die Pflege der Kirchen ist die Bewahrung von Erinnerungsstätten an das jüdische Leben in Brandenburg, wie zum Beispiel ehemaligen Synagogenstandorten und jüdischen Friedhöfen. Die Ausschreibung richtet sich darum in gleicher Weise an ehrenamtliche Initiativen zur Bewahrung jüdischer Gedenkorte.

  Ausschreibung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.
 
Schirmherrin:
Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg,
Frau Prof. Johanna Wanka
 
Gefördert durch die Robert Bosch Stiftung, Stuttgart

Im Jahr 2002 vergeben wir bis zu zehn Mal 2.500 Euro an neu gegründete Vereine, die sich in ihrer Satzung den Erhalt ihrer Kirche als Vereinsziel gesetzt haben.

  10 x 2.500 Euro als Startkapital für Vereine

Bewerben kann sich jeder Verein, der zwischen Januar 2001 und Februar 2002 neu gegründet wurde. Ältere Vereine können sich dann bewerben, wenn die Bemühung um Erhalt und Nutzung einer Kirche in diesem Zeitraum durch Satzungsänderung oder praktische Tätigkeit zum Vereinsziel geworden sind.

Ebenfalls bewerben können sich "nicht eingetragene Vereine", also die an vielen Orten entstehenden "Arbeitsgruppen" und "Initiativen", sofern sie über die Kirchengemeinde hinaus wirken und die Beständigkeit ihrer Arbeit glaubhaft darstellen können.

    Bewerbung

Eingereicht werden müssen die Vereinssatzung und eine Darstellung der bisherigen und beabsichtigten Vereinsarbeit.

    Antragsbedingungen

Die Bewerbung muss bis zum 28. Februar 2002 eingereicht werden. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury.

    Vergabe

Mit dem "Startkapital" möchten wir zur Gründung von Kirchen-Fördervereinen ermuntern und zwar besonders dort, wo die Kirchengebäude Hilfe und Unterstützung dringend nötig haben. Über die sinnvolle Verwendung des "Startkapitals" entscheiden Sie selbst; allerdings können die Überweisungen nur auf ein Vereinskonto oder an eine spezielle kommunale oder kirchengemeindliche Kostenstelle erfolgen.

Wo Fördervereine bereits bestehen, hat sich fast immer eine vernünftige "Arbeitsteilung" zwischen Verein und Kirchengemeinde herausgebildet. In einigen wenigen Fällen bewirtschaften Vereine auch von den Gemeinden nicht mehr bzw. kaum noch genutzte Kirchengebäude. Wir halten es aber für ausgeschlossen, dass ein Verein gegen den Willen einer Kirchengemeinde sinnvoll arbeiten kann, und empfehlen eine vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit.

Wir beraten gerne bei der Vereinsgründung und laden zu einer Informationsveranstaltung am 20. Oktober ein. Auch vermitteln wir Kontakte zu bestehenden Vereinen, welche über ihre Erfahrungen berichten können.

    Hinweise, Ziele

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Klöster und Kirchen erzählen von alter und neuer Geschichte

Eine Exkursion in die Region jenseits der Oder

Voller Erwartung und Freude starteten 53 Interessierte vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, von der Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte, der Arbeitsgemeinschaft für Pommersche Kirchengeschichte e.V. und der Gesellschaft für Pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst am 14. Juli eine Exkursion in die ehemalige Neumark und nach Hinterpommern - heute Westpolen. Unter der sachkundigen Führung von Mag. Marek Ober/Szczecin erlebten die Teilnehmer die Region von Cedynia (Zehden) über Chojna (Königsberg/Neumark) bis Stargard Szczecinski (Stargard b. Stettin). Ehemalige Klosteranlagen und für den Gottesdienst genutzte Dorf- und Stadtkirchen wurden besichtigt und deren Baustil und Innenausstattung durch Magister Ober erläutert.

Die Exkursion begann in Cedynia (Zehden) mit dem Besuch der Reste des ehemaligen Zisterzienser-Nonnenklosters aus der Zeit vor 1287. Der noch erhaltene Flügel, in Privatbesitz, wird originalgetreu rekonstruiert und zum Wohnhaus umgebaut.

Einen hoffnungsvollen Eindruck hinterließ die Pfarrkirche St. Marien in Chojna (Könisberg/Neumark). Vor neun Jahren noch eine Ruine, wird sie jetzt durch den Förderverein für den Wiederaufbau der Marienkirche Neumark e.V. und mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland wieder aufgebaut. Die Kirche hat ein neues Dach und in dem sich im Aufbau befindenden Kirchenschiff werden wieder Gottesdienste gehalten.

Im Mittelpunkt der Exkursion standen Granitquaderkirchen, zum Teil auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes angelegt. Reste einer ähnlichen Anlage hat man auch in der Königsberger Marienkirche gefunden. Ältestes erhaltenes Beispiel: die einstige Templer-Kapelle in Rurka (Röhrchen) um 1248.

Bemerkenswert war die wertvoll ausgestattete Dorfkirche von Brzesko (Brietzig), eine Wallfahrtstätte zur Erinnerung an die Missionsreise des Bischofs von Bamberg im Jahre 1124 - ein Granitquaderbau, nach 1300 errichtet, mit origineller Deckengestaltung und bedeutender Innenausstattung. Ebenso die Pfarrkirche von Wierzbno (Werben), ein Findlingsbau (15. Jahrhundert) mit wertvollen Deckengemälden, gestiftet durch König Friedrich Wilhelm I. als Patronatsherr.

Im ,,Muzeum Stargard Szczecinski" erwartete die Gruppe ein freundlicher Empfang. Ein Mitarbeiter des Hauses, Marcin Majewski, und der Direktor, Slawomir Preiss, informierten über die Arbeit des Museums: die Dokumentation der Geschichte und der Kulturdenkmäler Hinterpommerns sowie der Bedeutung des Johanniterordens für die Region.

Der Besuch der beeindruckenden Marienkirche in Stargard aus dem 14.-16.Jahrhundert bildete den Abschluss der Exkursion.

Günter Schöne

Die Neumark

In dieser Landschaft lebte seit etwa 50 v. Chr. der germanische Stamm der Burgunder, die im späten 4. Jahrhundert abzogen. Etwa 200 Jahre war das Gebiet fast menschenleer, bis slawische Stämme einwanderten.

Herzog Mieszko I. aus dem Geschlecht der Piasten unterwarf sich 963 dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation unter Otto I. und nahm 966 das Christentum an.

Der historisch nicht verbürgte misslungene Angriff von Markgraf Hodo gegen Mieszko bei Zehden (Cydinia) im Jahr 972 soll eine deutsche Ausbreitung verhindert haben.

Auseinandersetzungen um dieses Gebiet gab es im 12./13. Jahrhundert zwischen Pommern, das den größten Teil im Besitz hatte, und Polen. Das führte zu Schenkungen von Landesteilen an die Kirche, vor allem an den Templer- und den Zisterzienserorden, die hier Klöster gründeten. Um 1250 übernahm das Geschlecht der Askanier das Gebiet der späteren Neumark. Bis Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte die Mark zu Brandenburg bzw. zu Brandenburg-Preußen.

Durch das Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 ist die Neumark unter polnische Verwaltung gestellt worden.

Die neuen Wojewodschaften Polens teilen die ehemalige Neumark. Der nordwestliche Teil gehört zur Wojewodschaft Szczecin (Stettin) und der südöstliche zur Wojewodschaft Gorzów (Landsberg).

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"Offene Kirchen 2001" kommt gut an

Buchhändler und Kirchengemeinden unterstützen den Vertrieb

Auf reges Interesse stößt das Heft "Offene Kirchen 2001 - Brandenburgische Dorfkirchen laden ein". Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hat es in weit höherer Auflage als das Vorjahrsheft herausgegeben.

Beim Vertrieb der Hefte "Offene Kirchen 2001" werden wir, wie schon in der Vergangenheit, wieder von vielen Kirchengemeinden und Buchhändlern freundlich unterstützt. Ihre rund 200 Adressen können hier aus Platzgründen natürlich nicht genannt werden.

Frau Bellin vom Internationalen Buch in Potsdam haben wir es zu verdanken, dass das Heft bei der BUGA ausliegt, Frau Göbel-Schauerte vom Büchertisch der Auenkirche in Wilmersdorf hat einen freundlichen Hinweis in den Gemeindebrief gesetzt. Ähnlich bemüht ist Frau Fiedler aus Nikolassee.

Vielleicht kann hier auch die Brandenburgische Staatskanzlei genannt werden. Von dort wurden über einhundert Hefte bestellt; weil, wie man uns sagte, der Ministerpräsident sie an die Kabinettsmitglieder und Landtagsabgeordneten verteilen möchte.

Einige Exemplare können auch noch mit einer Schutzgebühr von 5,- DM plus Porto von unserer Geschäftsstelle bezogen werden.

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Ordensverleihung wird dokumentiert

In einer würdigen Feierstunde wurde am 18. Dezember 2000 Angus Fowler, Vorsitzender des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg und Präsident des Internationalen Verbandes ECOVAST, mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse ausgezeichnet. Überreicht wurde es im Namen der Bundesrepublik Deutschland von Dr. Christian Wagner, hessischer Minister der Justiz, im Marburger Rathaus.

Zur Würdigung des neuen Ordensträgers und Dokumentation der Feierstunde bereitet Dr. Gerhard Menk, Vorsitzender des Marburger Geschichtsvereins und einer der Festredner, die Veröffentlichung eines Heftes mit allen Festreden, Fotos und weiteren Materialien vor. Zur Finanzierung des Drucks wurde ein Spendenkonto eröffnet.

Interessenten für das Heft wenden sich an Dr. Gerhard Menk, Stresemannstr. 39, 35037 Marburg/Lahn. Für die Finanzierung wird um Spenden auf das Konto G. Menk/Spendenkonto A. Fowler, Kto.-Nr. 101 401 7840 bei der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, BLZ 533 500 00, gebeten.

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Mit eigenem Büro

Ab August wird unser Verein ein eigenes Büro haben. Es sind 30 qm, Parterre im Hinterhof, dafür zentral gelegen in der Großen Hamburger Straße 31, Berlin-Mitte. Feste Geschäftszeiten wird es vorerst nicht geben, zumal Bürozeiten gegenüber dem bisherigen Verfahren eine Einschränkung wären.

Die Zahl der Gespräche mit verschiedenen Partnern nimmt stetig zu; sie müssen nun nicht mehr in Privatwohnungen oder Cafés stattfinden. Auch für die Beteiligung von Mitgliedern an diversen Arbeiten werden sich bessere Voraussetzungen bieten (Interessenten sind gerne willkommen).

Herzlich gedankt sei an dieser Stelle unserem Mitglied Dr. Tost, in dessen Räumen der Verein über Jahre hin Gastrecht genoss.

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LESERFORUM: Die Jugendstilkirche von Lennewitz sucht Sponsoren für die Restaurierung

Hiermit möchte ich Sie freundlichst ansprechen, die Jugendstilkirche Lennewitz im Mitteilungsblatt des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg vorzustellen, um einen Sponsor für die nötige Innenrestaurierung zu finden.

Das kleine Dorf Lennewitz (zur Zeit 35 Einwohner) befindet sich an der Elbe, der unberührten Naturlandschaft in der Westprignitz, Land Brandenburg, historisch an der Strecke Dom Havelberg – Wunderblutkirche Bad Wilsnack – alte Wasserburg Plattenburg.

Das ehemalige Wendendorf Lennewitz hat die Form eines Schiffes, urkundlich erstmalig erwähnt wurde es 1310.

Die Existenz des Dorfes kann nur im Zusammenhang mit der Kirche gesehen werden. Die Kirche steht auf einer Anhöhe in der Mitte des Dorfes, sie ist gewissermaßen die "Steuerkabine" des Schiffes. Ringsherum befindet sich der Friedhof, und nur durch die Dorfstraße getrennt stehen die Häuser des Dorfes.

Der wirtschaftliche Aufschwung in der Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert hatte auch im Dorf Lennewitz seine Spuren hinterlassen. Vielerorts entstanden statt der bescheidenen alten Bauernhäuser große massive Backsteinbauten. Das forderte die Lennewitzer Bauern schließlich auch heraus, Gott zu Ehren ein ebenbürtiges Gotteshaus zu bauen.

Dieses Gotteshaus in Lennewitz wurde 1910 vom Bauarchitekten Georg Büttner, Berlin, erbaut und von der bekannten Kunstmaler-Firma Prof. Linnemann, Frankfurt/Main, farblich gestaltet. Hervorzuheben ist nicht nur die Bemalung der wunderschönen Fenster, sondern wir finden die kunstvolle Malerei auch an sämtlichen Gegenständen an den Wänden, an der Tonnenwölbung und an den drei Zifferblättern (2,00 Meter mal 2,50 Meter) der Kirchturmuhr Lennewitz.

Obwohl die Lennewitzer Kirche zu DDR-Zeiten dem Untergang geweiht schien, konnte sie doch 1990/91 durch private Hilfe davor bewahrt werden. Dazu gehören das neue Dach mit Dachrinne, Außenputz und innerhalb der Kirche Instandsetzung der Tonnenwölbung und kunstvollen Gegenstände. Es konnten die wunderschönen Fenster restauriert werden, elektrischer Strom wurde eingebracht, die Orgel angeschlossen und restauriert.

Die Jugendstilkirche Lennewitz untersteht dem Denkmalschutz. Kostenvoranschläge für eine einmalige Restaurierung des Innenraumes und der drei Zifferblätter der Kirchturmuhr kamen auf die hohe Summe von 190.000 DM.

Leider kann die kleine Kirchengemeinde Lennewitz die nötige Innenrestaurierung der Jugendstilkirche nicht ohne hilfreiche Spender bewältigen. Daher bitten wir herzlich um finanzielle Unterstützung.

Freundliche Grüße, Dankbarkeit und Gottes Segen

Anneliese Schulz,
Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Lennewitz

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KOMMENTAR: Eile geboten

Dienstleistungen sind mit einer Mehrwertsteuer belegt, so auch Restaurierungen denkmalgeschützter Gebäude und ihrer historischen Innenausstattungen. In Deutschland sind das 16 Prozent, was bisher als selbstverständlich hingenommen wurde.

Nicht so in anderen europäischen Ländern, wo seit Jahren Vereine und Verbände wie etwa Europa Nostra eine Kampagne zur Herabsetzung der Mehrwertsteuer auf denkmalpflegerische Arbeiten auf 7 Prozent führen.

Die Mehrwertsteuer ist eine europaweite Steuer; über deren Grundsätze beschließt der EU-Ministerrat, nicht jedoch über die Höhen in den Einzelstaaten. Inzwischen führte die Kampagne zu Ergebnissen: Als Folge auf Eingaben erließ der EU-Ministerrat eine Verordnung, wonach die Mehrwertsteuer auf Arbeiten an privaten Wohnbauten fakultativ gesenkt werden darf. Dies wurde mit positiven Ergebnissen für denkmalpflegerische Arbeiten bereits u. a. in Italien und Frankreich umgesetzt.

2003/2004 besteht nun für Jahre die letzte Möglichkeit, bei einer allgemeinen Überprüfung der Mehrwertsteuer durch die Europäische Kommission und den Ministerrat die Steuer EU-weit auf den priviligierten Satz von 7 Prozent zu senken, einstimmiger Beschluss vorausgesetzt.

In Deutschland gab es zu diesem Thema bisher kaum Öffentlichkeitsarbeit. Eile aber ist geboten, denn ab Oktober 2001 sollen schon Eingaben nach Brüssel eingereicht werden. Wenn die Kampagne Erfolg haben soll, kommt es auch auf eine positive deutsche Stimme an.

A. Fowler

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Informationen

Potsdamer Garnisonkirche künftig Friedenszentrum?

Erst im kommenden Frühjahr ist mit einer endgültigen Entscheidung der kirchlichen Gremien über einen möglichen Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonkirche zu rechnen. Eine entsprechende Arbeitsgruppe der evangelischen Kirche hat sich dafür ausgesprochen, den Turm künftig in Zusammenarbeit mit dem Versöhnungszentrum im britischen Coventry als kirchliches Friedenszentrum zu nutzen. Das vollständige kirchliche Nutzungskonzept soll Anfang September vorgestellt werden. Im Oktober wird die Kreissynode darüber beraten.

Noch für Jahrzehnte eine Baustelle

Noch bis zu zwanzig Jahren werden die Grundsanierungsarbeiten am gesamten Ensemble des Brandenburger Doms in Anspruch nehmen, so schätzt der Kurator des Domstifts, Helmut Reihlen. Nach der statischen Sicherung der Fundamente der Domkirche sowie der Nord– und Westflügel der Domklausur wird derzeit der Ostflügel gesichert.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt in diesem Jahr 520.000 DM für die Sanierung des Doms St. Peter und Paul zur Verfügung. Nach Schätzungen von Helmut Reihlen wird die gesamte Sanierung des Ensembles voraussichtlich 110 Millionen DM kosten.

Neue Zukunft für "Graues Kloster"

Das kriegszerstörte Evangelische Gymnasium "Zum Grauen Kloster" soll am historischen Standort in der Klosterstraße in Berlin-Mitte wieder aufgebaut werden. Zur Unterstützung des Projekt gründete sich ein Förderverein.

Paul-Gerhardt-Denkmal enthüllt

Ein Denkmal für Paul Gerhardt erinnert seit kurzem in Mittenwalde an das ehemalige Wirken des Liederdichters in dieser Stadt. Es ist ein Abdruck der Skulptur des Berliner Bildhauers Friedrich Pfann-schmidt; das Original steht vor der Stadtkirche Lübben.

Erste Solarkirche Deutschlands

Die erste ausschließlich mit Sonnenenergie versorgte Kirche Deutschlands wurde im vorpommerschen Dorf Wiepkenhagen eingeweiht. 180.000 DM hat das Projekt gekostet. Jetzt kann durch den Einsatz von Sonnenkollektoren, Wärmepumpen und Solarzellen zur Stromerzeugung und Beheizung jährlich die Freisetzung von mehr als vier Tonnen Kohlendioxid verhindert werden.

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Tipps und Termine

Die Redaktion von Radio Kultur bringt zur Zeit ein Sommerspecial mit sieben Beiträgen über brandenburgische Dorfkirchen, wobei man sich an Beiträgen unseres Heftes "Offene Kirchen" orientiert. Eingeführt wurde im Juli durch ein Gespräch mit Bernd Janowski. Am 25. August wird Thomas Raschke gegen 10 Uhr in der Sendung "Zwischentöne" auf Radio 3 zu Gast sein.

Am 31.10. (Reformationstag) läuft im ORB-Fernsehen. voraussichtlich um 21 Uhr eine Reportage, moderiert von Frank Pauli und Bernd Janowski; Arbeitstitel: Vom Überleben der Engel.

An den Ufern der Havel ist der Titel einer Ausstellung in der Kirche am Wege Dannenwalde (an der Autostraße B 96 zwischen Gransee und Fürstenberg/Havel). Sie zeigt Fotografien von Margret Siefkes und Wolf-Dieter Bölke, Badingen.

Dauer: 25. August bis 30. September.

Zum Ziegeleipark Mildenberg mit Führungen u.a. durch die Dorfkirche Badingen geht es am Sonnabend, 8. September, mit den Brandenburgischen Exkursionen.

Kunst hinter Gittern –Austellung im Haus Chorin, Neue Klosterallee 10, bis Oktober 2001. Gezeigt werden Bilder von Strafgefangenen.

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