Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg feiert Zehnjähriges

Mit einer Festveranstaltung begeht der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg am 29. Juni 2000 sein zehnjähriges Bestehen. Alle Mitglieder und Freunde sind dazu herzlich eingeladen. Wir treffen uns um 18.30 Uhr im Berliner Dom, Hörsaal der Theologischen Fakultät (Raum 348).

Im Mittelpunkt des ersten Teils steht ein Festvortrag von Prof. Dr. Gerlinde Strohmeier-Wiederanders zum Thema "St. Gotthardt in Brandenburg — Architektur und Ausstattung als Geschichtszeugnisse". Vorgestellt wird die Pfarrkirche der Altstadt Brandenburg, deren Gründung in die Zeit des ersten Markgrafen reicht. Sie ist ein eindrucksvoller spätgotischer Bau. Ihre mittelalterlichen Ausstattungsstücke von hohem künstlerischen Wert wie der Einhornteppich, ihre Zeugnisse aus der Reformationszeit sowie aus dem 18. und 19. Jahrhundert sagen vieles über ihre jeweilige Geschichtsepoche aus.

Superintendent Roland Kühne (Kirchenkreis Oderbruch) wird in einem kurzen Beitrag die Arbeit des Förderkreises würdigen und die Problematik der Erhaltung und Instandsetzung von Kirchenbauten in seinem Kirchenkreis erläutern.

Im Anschluss bietet uns der Kunstdienst der Evangelischen Kirche im Berliner Dom wieder die Möglichkeit, in seinen Räumen bei einer Erfrischung miteinander ins Gespräch zu kommen.

Aus organisatorischen Gründen bitten wir um telefonische Anmeldung über unsere Geschäftsstelle c/o Bernd Janowski, Kastanienallee 69, 10119 Berlin, Telefon und Fax: (0 30) 4 49 30 51; oder Thomas Raschke, Mulackstr. 20, 10119 Berlin, Tel. (0 30) 2 81 37 00 .

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Jahreshauptversammlung 2000 – Rückblick und Ausblick

Es war eine gute Bilanz, die der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg auf seiner Jahreshauptversammlung 2000 ziehen konnte. Sichtbaren Ausdruck fand das unter anderem auch in der Teilnahme etlicher neuer Mitglieder und interessierter Gäste, die nach Schlalach gekommen waren.

"Der Verein hat sich festigen können, die Zahl der Mitglieder stieg, die Finanzen ruhen auf sicherer Grundlage", hatte Vorsitzender Angus Fowler bei der Erläuterung des schriftlich vorliegenden Vorstandsberichtes 1999/2000 feststellen können. "Der Verein ist bekannt und anerkannt, wird wahrgenommen und akzeptiert." Mit vielfältigen Aktivitäten wirkte der Förderkreis im Sinne des Vereinszwecks Rettung, Erhaltung und Nutzung gefährdeter Kirchen.

Mehreren Kirchen konnte direkt mit bescheidenen Zuschüssen geholfen werden; große finanzielle Unterstützung durch die Robert Bosch Stiftung (Stuttgart) ermöglichte den Preiswettbewerb "Förderpreis Initiativen für brandenburgische Dorfkirchen", der unerwartet großes Echo fand; aus gleicher Hand kommen weitere Fördermittel für das jetzt angelaufene Projekt "Offene Kirchen" (s. Seite 3).

Dass nicht jedes Ziel erreicht wurde, wie etwa die Erhaltung der Kreuzbrucher Kirche für soziale und kulturelle Zwecke, gehört ebenso zur Bilanz wie manche Kontroverse z. B. um die Leopoldsburger Kirche in Milow, deren Innenraum zwar durch Umbauten völlig entstellt wurde, deren endgültiger Abriss immerhin aber durch den Einsatz des Förderkreises verhindert werden konnte. "Wir sind sehr froh, dass sich - trotz oder gerade wegen des kontroversen Falls in Milow - unsere Beziehungen zur Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg verbessern konnten", resümierte Angus Fowler.

Der Finanzbericht 1999 belegte das solide Fundament und das gewachsene Ansehen des Vereins, verbunden mit höherer Verantwortung. Der Jahreshauptversammlung lagen der Finanzbericht 1999 sowie Haushaltsentwurf 2000 und Projektion 2001 schriftlich vor. Nach dem Bericht der Kassenprüfer und der Aussprache bestätigte die Jahreshauptversammlung einstimmig die Entlastung der Kasse und des Vorstandes.

Die Arbeit des Förderkreises hat neue Dimensionen angenommen, zugleich auch der Umfang der Arbeit. Sie ist künftig nur dann erfolgreich zu gestalten, wenn sie auf weitere Schultern verlagert werden kann. Besonders erfreulich, dass unser Mitglied Wolf-Rainer Marx, Berlin, spontan seine Bereitschaft zur Kandidatur für den Vorstand erklärte. Der Diplom-Ingenieur machte sich um den Förderverein bereits sehr verdient, indem er dankenswerter Weise die Internet-Homepage des Förderkreises aufbaute und auch künftig betreuen wird.

Schriftlich lag bereits die Bereitschaftserklärung zur Kandidatur von Pfarren i. R. Günter Schöne, Ahrensdorf, vor. In seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Pfarrer wirkte er aufopferungsvoll für die Erhaltung von Dorfkirchen, ihm sind z. B. die Restaurierungen in Rädigke, Kleinmarzehns, Plötzin und Ahrensdorf zu danken.

Mit Ausnahme von Armin Niemeyer, der sich auf eigenen Wunsch nicht mehr zur Wahl stellte, erklärten sich die bisherigen Vorstandsmitglieder zur weiteren Mitarbeit im Vorstand bereit. Alle Kandidaten wurden für die kommenden zwei Jahre einstimmig als Vorstandsmitglieder gewählt, anschließend ebenfalls einstimmig Angus Fowler erneut zum Vorsitzenden.

Herzlichen Dank sagten die Teilnehmer Armin Niemeyer für seine langjährige Tätigkeit im Dienste des Förderkreises, um den er sich vor allem in seiner Anfangsphase als Vorsitzender (1990-1996) besonders verdient gemacht hatte.

Im Mai 2000 zählt der Förderkreis 79 persönliche Mitglieder, 28 Vereine und drei Firmen als korporative Mitglieder oder Geschäfts-Mitglieder

Der neugewählte Vorstand:

Vorsitzender: Angus Fowler; Stellvertretender Vorsitzender: Dr. Joachim Tost;

Mitglieder: Eva Gonda, Bernd Janowski (die Stimme ruht während seiner hauptamtlichen Tätigkeit für den FAK), Wolf-Rainer Marx, Thomas Raschke, Günter Schöne

Kassenprüfer: Edmund Köhn, Skip Pahler

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Gelungener Start der "Offenen Kirchen"

In den vergangenen Ausgaben berichteten wir kontinuierlich über die Vorbereitungen für unser Projekt "Offene Kirchen", das von der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart, gefördert wird. Nun sind die Vorarbeiten fast abgeschlossen, in manchen Orten steht bereits unser Schild, liegen unsere Hefte aus.

Großer Auftakt war für uns am Gründonnerstag, als die Programmhefte "Offene Kirche 2000" aus der Buchbinderei eintrafen: 7.000 Exemplare - drei Paletten - ca. 2,5 Tonnen!

Abonnenten unseres Mitteilungsblattes werden das Heft kennen und vielleicht so oder so beurteilen. Was uns an Resonanz bisher erreichte, war durchgängig positiv. Da noch kaum einer alles gelesen haben dürfte, wird hier der erste Eindruck wiedergegeben: Das Lob richtet sich vor allem an die Fotos von Bernd Janowski und die Gestaltung durch Frau Kwiatkowski (verbum).

Wir sind zurzeit noch mit der Verteilung an alle beteiligten ca. 140 Kirchen und an Buchhandlungen in Berlin und Potsdam befasst. Gleichzeitig werden auch die Hinweisschilder "Offene Kirche" verteilt. Es melden sich übrigens auch Stadtkirchen, die ein Schild haben möchten.

Gerne würde ich hier auch etwas zur Resonanz in den Medien schreiben, aber entweder sind uns entsprechende Berichte in der Hektik entgangen oder es gibt sie nicht. (Sollte ein Leser Besprechungen des Programmheftes gelesen und aufgehoben haben, bitten wir herzlich um Zusendung einer Kopie.)

Die Verteilung der Schilder und Hefte ist noch nicht abgeschlossen. Es ist aber eine sehr dankbare Aufgabe, denn häufig werden wir schon erwartet und es gibt immer wieder interessante Gespräche mit Fördervereinen und Pastoren. Erfahrungen mit Kirchenöffnung und mit Besuchern sind oftmals sehr unterschiedlich, so dass es sicher günstig war, für die "Offenen Kirchen" keine strengen Kriterien aufzustellen. Natürlich gibt es auch bereits Hinweise auf Gotteshäuser, die in der Aufstellung fehlen.

Einige Mitglieder und Freunde haben bei der Geschäftsstelle Programmhefte nachbestellt, um diese weiterzugeben. Dies ist weiterhin möglich.

Thomas Raschke

Bestellungen: Noch können Hefte "Offene Kirchen" über die FAK-Geschäftsstelle bestellt werden für eine Spende von 5.– DM. Bei Weiterverkauf gilt für Kirchengemeinden, Fördervereine u.ä. eine Handelsspanne von 2,- DM.

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Führer durch die Dorfkirche Pechüle

Rechtzeitig zum Dorfjubiläum von Pechüle erscheint, herausgegeben vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, ein achtseitiges Heft "Die Dorfkirche Pechüle", Autor Jan Feustel. Das Heft gehört zum FAK-Projekt "Offene Kirchen". Da viele Dorfkirchen noch kein informierendes Faltblatt haben, wollen wir erproben, wie sich Führer für Dorfkirchen anspruchsvoll gestalten lassen.

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Ab August neue Ausstellung des Förderkreises

"Chancen für Dorfkirchen" - so lautet der Titel unserer nächsten Ausstellung, die ab 3. August für drei Wochen in der Klosterkirche Neuruppin zu sehen sein wird.

Unsere inzwischen drei Jahre alte und weit gewanderte Ausstellung "Die Kirche im Dorf lassen" hatte ungewöhnliche Kirchennutzungen und Projekte zum Thema, diesmal behandeln wir das "Normale". Gegenstand sind die Dorfkirchen des Ruppiner Landes, wo wir eine Art Bestandsaufnahme versuchen: also sanierte Bauten neben gefährdeten, solche mit reichem Gemeinde– und kulturellem Leben neben verschlafenen. Das Ruppiner Land ist eine Urlaubsregion und es hat dort, angefangen bei den "Offenen Kirchen", eine ganze Anzahl verschiedener interessanter Initiativen gegeben. Ein weiteres Thema wird der Kampf um die "Freie Heide" sein, weil die seit 1993 stattfindenden Protestwanderungen regelmäßig in und vor den Dorfkirchen beginnen. Uns scheint das ein eindrucksvolles Beispiel dafür zu sein, welchen großen Symbolwert die Dorfkirchen für die gesamte Bevölkerung haben.

Natürlich werden auch Probleme, wie die seit Jahrzehnten ungenutzten Kirchen in Dranse und Gadow nicht ausgelassen.

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Exkursion zur "Gottesmutter mit dem Nähkörbchen"

"Auf den Spuren Mariens" bewegte sich die jüngste Exkursion des Förderkreises Alte Kirchen. In Dorfkirchen zwischen Nieplitz und Fläming machte Dr. Jan Feustel die Teilnehmer mit eindrucksvollen Figuren und Reliefs bekannt, die Szenen aus dem Leben der Gottesmutter darstellen.

Bemerkenswert ist der Schnitzaltar (um 1500) in der alten Feldsteinkirche von Schlalach. Möglicherweise einst ein Nebenaltar in Wittenberg, wurde er hier 1594 aufgestellt. Das sehr flach geschnitzte Relief im Mittelschrein zeigt Mariä Verkündigung in einer perspektivisch detailfreudig dargestellten Bürgerstube. Selbst das Nähkörbchen samt Schere zu Füßen der Maria fehlt nicht. 1931 erhielt der Flügelaltar Gehäuse und Bekrönung mit einem Kruzifix und vier drallen Putten, die den Hummel-Figuren verblüffend ähnlich sind.

Verglichen mit den anderen besuchten Dorfkirchen ist der neugotische Backsteinbau in Niebel (1895/96) noch jung; 1882 hatte eine Feuersbrunst fast das ganze Dorf samt Kirche vernichtet. Er beherbergt dennoch eine mittelalterliche Kostbarkeit: einen Altarschrein mit der Pieta als Mittelpunkt. Hier ist die trauernde Maria nicht, wie so häufig, als junge Frau dargestellt, sondern wahrhaftiger als Mutter des erwachsenen Sohnes.

Eine alternde Maria zeigt auch die Muttergottesfigur in der spätromanischen Deutschordenskirche von Dahnsdorf. Sie und die Statue des Johannes sind die Reste einer alten Triumphkreuz-Gruppe, deren einstiges Kruzifix heute durch ein schlichtes Holzkreuz ersetzt ist. Ein weiteres bemerkenswertes Ausstattungsstück ist ein achteckiger Taufstein in Kelchform aus dem frühen 14. Jahrhundert.

Ein Abstecher nach Reesdorf hatte die Exkursion eingeleitet. Als man die marode Kirche vor zwei Jahren besucht hatte, schien sie verloren. Heue ist bereits der Turm saniert, die Bauarbeiten gehen weiter voran.

Eva Gonda

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Vorgestellt: Stiftung historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg

Die historischen Friedhöfe von Berlin sind das kulturelle Gedächtnis der Stadt. Als Bau- und Gartendenkmale dokumentieren sie anschaulich die Stadtentwicklung. Bedeutende Persönlichkeiten sind hier begraben. Künstlerisch herausragende Grabanlagen, Mausoleen, Wandgräber, Grüfte, Stelen, Skulpturen, Mosaike, Gusseisen- und Schmiedeeisengitter aus drei Jahrhunderten machen die Friedhöfe zu "Museen" von hohem Anschauungs- und Bildungswert. Die Lage und Anlage der historischen Friedhöfe sind gartenkünstlerisch besonders bemerkenswert.

1989 wurde die Stiftung historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg auf Initiative der Evangelischen Landeskirche von Berlin-Brandenburg sowie der Kirchenkreise und Bezirksverordnetenversammlungen von Schöneberg und Kreuzberg gegründet. Neben den Gründungsmitgliedern sind mittlerweile Träger von insgesamt ca. 40 Friedhöfen Mitglied der Stiftung, ein Beirat aus Fachleuten aus den Bereichen Denkmalpflege und Sepulkralkultur unterstützt die Stiftung. Der Erhalt der historischen Friedhöfe, der Grabanlagen, Bauwerke und gartenarchitektonischen Gestaltungsmerkmale sind wichtiges Anliegen der Stiftung.

Die historischen Friedhöfe sind seit ihrem Bestehen großen Belastungen ausgesetzt. Stete Nutzung, mehrere Kriege, die Teilung der Stadt, zunehmende Luftverschmutzung und auch Vandalismus und Versäumnisse in der Pflege haben oftmals tiefe Spuren an den Denkmalen hinterlassen. Durch den stark angestiegenen Anteil an Urnenbeisetzungen wird ein großer Teil der Berliner Friedhofsfläche nicht mehr für Bestattungen benötigt. Da sich die Friedhöfe über die Einnahmen aus den Bestattungen finanzieren, bleibt immer weniger Geld für deren Unterhalt. Deshalb sind die historischen Friedhöfe auf Hilfe angewiesen. Neben finanziellen Mitteln bedarf es eines größeren öffentlichen Bewusstseins, um dessen Entwicklung sich die Stiftung bemüht.

Der hohe denkmalpflegerische Wert und die Vielgestaltigkeit der historischen Friedhöfe erfordern eine differenziertes Vorgehen bei der Sicherung und Restaurierung der Anlagen. Als oberstes Gebot gilt hier Sicherung vor Rekonstruktion, um vorerst den Bestand der Nachwelt zu erhalten. Die künstlerische, geschichtliche und wissenschaftliche Bedeutung spielen hier eine ebenso große Rolle wie Seltenheit und Gefährdungszustand einer Anlage und die Sichtbarmachung der historisch wertvollen Strukturen.

Der größte Teil der bisher auf Berliner historischen Friedhöfen erfolgten Sicherungsmaßnahmen wurde mit finanzieller Unterstützung der "Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin", des Landesdenkmalamtes Berlin und öffentlicher Sonderprogramme durchgeführt. Inzwischen erfolgen auf den Friedhöfen verstärkt arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie ABM, Hilfe durch Arbeit etc..

Oft trägt auch privates Engagement zum Erhalt einzelner Grabstätten bei. Neben Spenden sind auf den Friedhöfen auch Grabpatenschaften und die Neunutzung von historischen Gräbern willkommen. Die Bestattung in einer abgelaufenen, historisch wertvollen Grabanlage kann oft eine Alternative zur herkömmlichen Bestattung sein. Informationen hierüber halten die jeweiligen Friedhofsverwaltungen bereit.

>Der Auftakt waren Anfang der neunziger Jahre umfangreiche Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen auf historischen Friedhöfen in den Bezirken Schöneberg, Kreuzberg und Neukölln, finanziert durch die "Stiftung Deutsche Klassenlotterie". Zum Erhalt von Friedhöfen in den Bezirken Mitte, Friedrichshain und Prenzlauer Berg konnte Mitte der neunziger Jahre ein weiteres Förderprogramm mit Mitteln der Stiftung DKLB durchgeführt werden. Parallel hierzu liefen Projekte mit Geldern der Denkmalpflege und des Bundesinnenministeriums. Gegenwärtig beginnen Maßnahmen auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf.

Neben den bisherigen erfolgreichen Sicherungsarbeiten auf historischen Friedhöfen besteht weiterhin ein Bedarf an Maßnahmen, Untersuchungen und Diskussionsbeiträgen innerhalb dieses Themenfeldes. Die Situation der historischen Friedhöfe spitzt sich zu. In der Erarbeitung neuer Projekte und bei der Akquisition von Fördergeldern verfolgt die Stiftung daher Überlegungen, die verschiedenen Belange von Bau- und Gartendenkmalpflege, Naturschutz, Friedhofsbetrieb, arbeitsmarktwirksamen Maßnahmen und Aspekten der Ausbildung miteinander in einem Projekt zu verzahnen. Die Stiftung sieht sich hier als Ansprechpartner und Moderator. Ebenso bemüht sich die Stiftung, die oft nur scheinbar gegensätzlichen Interessen um den Erhalt von Kirche und Friedhof als gemeinsames Anliegen zu vermitteln, und ist dabei um Kooperation bemüht.

Thomas Jung

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Pfingsten: Nacht der Offenen Kirchen

Zum ersten Mal haben in diesem Jahr alle christlichen Kirchen in Berlin und Brandenburg ihre Gemeinden gebeten, am Abend des Pfingstsonntags ihre Kirchen für Gäste zu öffnen und zu einer ,,Nacht der offenen Kirchen" einzuladen.

Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky für das Erzbistum Berlin, Bischof Dr. Wolfgang Huber für die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg, der Koptisch-orthodoxe Bischof Anba Damian für die Orthodoxen Kirchen sowie Theodor Clemens, der Bischof der Evangelischen Brüder-Unität - Herrnhuter Brüdergemeine für die Freikirchen haben dafür den Pfingsttag ausgewählt als den Tag, an dem sich der Überlieferung nach Christen - vom Heiligen Geist bewegt - zum ersten Mal an die Öffentlichkeit wagten. In ihrem Schreiben an die Gemeinden heißt es:

,,Wir sind überzeugt; dass es bei vielen Menschen eine große Neugier, ja sogar ein Verlangen gibt, sich unsere Kirchen einmal in Ruhe anzusehen. Menschen - Glaubende und Nichtglaubende - nehmen unsere Kirchen als Hinweise auf die Frage nach dem Sinn und Ziel des menschlichen Lebens wahr. Das kann uns nicht gleich-gültig sein." In den geöffneten Kirchen sollen alle Sinne der Besucher angesprochen werden: durch kirchen-musikalische Darbietungen, Gebete und Andachten, Kirchturmführungen, Lesungen, szenische Darstellungen, Pantomime, Kerzenlicht, Weihrauch usw.

Wie lange die Kirchen in dieser ,,Nacht" geöffnet sein werden, wird von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein. Gedacht ist an eine Kernzeit von 20.00 bis 24.00 Uhr. Die ,,Nacht" soll am Pfingst-montag mit einem ökumenischen Gottes-dienst abgeschlossen werden.

Über die geöffneten Kirchen und die vorgesehenen Veranstaltungen wird eine Ende Mai erscheinende Broschüre informieren. Außerdem werden Plakate auf die Aktion aufmerksam machen.

Die Nacht der offenen Kirchen versteht sich als ein Schritt auf dem Weg zum ersten Ökumenischen Kirchentag, der im Jahr 2003 in Berlin stattfinden wird.

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Förderkreis stellt sich vor

Dass der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg in der Öffentlichkeit gut bekannt und anerkannt ist, hat mit den zahlreichen Aktivitäten zu tun, bei denen er seine Arbeit vorstellt und erläutert. Auch in den nächsten Wochen ist er bei vielen Veranstaltungen dabei:

Beim Umweltsonntag der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg am 4. Juni in Menz bei Gransee wird er mit einem eigenen Stand vertreten sein.

Auch den Brandenburg-Tag am 2. September in Frankfurt (Oder) wird der Förderkreis nutzen, um auf sein gemeinnütziges Wirken aufmerksam zu machen. Hier gibt es einen gemeinsamen Ausstellungsstand mit dem Verein zur Förderung von Urlaub und Freizeit in Brandenburg.

Schon traditionell ist die Beteiligung des Förderkreises an der Denkmal-Messe in Leipzig, die diesmal vom 25.-28. Oktober stattfindet.

Alle diese und ähnliche Aktivitäten verlangen engagierten Einsatz. Jede helfende Hand, so etwa bei der Standbesetzung in Leipzig, ist deshalb herzlich willkommen.

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Alltag in der Geschäftsstelle

Was passiert eigentlich in der Geschäftsstelle des Förderkreises? - Ich hatte für 14 Tage Telefonate entgegen zu nehmen - davon einige Eindrücke :

Ein Anruf aus Jacobshagen (Uckermark) berichtet, dort sei ein Förderverein für die z.T. desolate Dorfkirche gegründet worden; jetzt wolle man vom Förderkreis Hinweise über Fördermöglichkeiten erhalten. Dazu können wir die jüngste Ausgabe "Alte Kirchen" verschicken, sinnvoll aber ist ein baldiger Besuch vor Ort.

Drei Tage später Ruf aus Wittenberge: Die katholische Kirche dort wurde nach 1945 ohne Turm wiederhergestellt, nun gibt es Leute, die einen Turm wieder aufbauen wollen und Hinweise zur Vereinsgründung erhalten möchten. Besteht hier eine Aufgabe für den FAK? Denkmalpflegerisch gibt es gegen solche Vorhaben (man denke an die Stadtkirche Seelow) eher Bedenken. Wichtig aber ist doch die Initiative überhaupt, also werden wir sie, so gut wir können, beraten.

Dann kommt ein Anruf vom Förderverein Dorfkirche Cöthen (bei Freienwalde); hier soll die Kirche verkauft werden. Über die näheren Umstände werden wir uns noch informieren müssen.

In einer Woche sind das drei Anfragen an uns um Rat. Sie zeigen, dass der FAK ein gefragter Partner geworden ist.

Thomas Raschke

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Termine/Nachrichten

Die Kirchen des Barnim

Über Vergangenheit und Gegenwart großer und kleiner Gotteshäuser informiert der "Führer durch die evangelischen Kirchen des Kirchenkreises Barnim" von Hans-Joachim Beeskow, Herausgeber Ev. Kirchenkreis Barnim, 220 Seiten mit vielen Fotos. In dem Buch wird auch deutlich, dass das Interesse an der Rettung gefährdeter Kirchen gewachsen ist. 18,- DM, ISBN 3-929600-16-1

Blick auf tausend spannende Jahre

Einen spannenden Blick auf die tausendjährige Geschichte der Kirche in Berlin-Brandenburg wirft Gerd Heinrich in dem 1104-seitigen Band mit 181 Abbildungen, Zeittafel, Register und Karte. 128,- DM, Gerd Heinrich (Hrsg.), Tausend Jahre Kirche in Berlin-Brandenburg

In Pastellfarben

In Pastellfarben malte der Grafiker Franz Ehmke 200 Dorfkirchen Brandenburgs, ergänzte die Bilder mit den wichtigsten historischen Daten und stellt sie in seinem Bildband "Märkische Dorfkirchen" vor (240 Seiten, 28 x 24,5 cm). ca. 39,90 DM, Franz Ehmke, Märkische Dorfkirchen, Verlag Bock und Kübler, ISBN 3-86155-102-0

Restauratoren-Taschenbuch 2000

Auf rund 320 Seiten im Format A 5 vermittelt das Restauratoren-Taschenbuch 2000 den aktuellsten Stand von Adressen und Informationen u.a. über Ausbildung, Schulen, Stipendien und Diplomarbeiten. Institute, Laboratorien, Institutionen und zentrale Restaurierungswerkstätten sind zu finden. Ausführlich ist das Thema "Die Berliner Kulturlandschaft" behandelt, dazu ein Extrakt aus den Arbeitsrichtlinien des Deutschen Zentrums für Handwerk und Denkmalpflege. 29,50 DM, erhältlich über den Buchhandel

CD: Die vergessene Königin

Die evangelische Kirchengemeinde Gerswalde förderte die Produktion dieser CD in dem Wunsch, mit dem Verkaufserlös einer kleinen, aber historisch wertvollen Dorforgel in der Uckermark wieder zu einstigem Glanz zu verhelfen. Rund 40 Prozent der Instrumente in dieser Region sind heute nicht mehr spielbar. Einige der noch funktionstüchtigen und klangschönen uckermärkischen Dorforgeln werden auf der CD von Hannes Ludwig gespielt und sollen für einen Beitrag zur Rettung der "vergessenen Königin" werben. 25,- DM, erhältlich über Pfarrer Hasse, Ev. Pfarramt Gerswalde, Ziegenwald 18, 17268 Gerswalde, Tel. (03 98 87) 2 27

TERMINE:

Wertschätzung oder Altlast

Unter einem etwas reißerischen Titel wird eine Tagung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz im Herbst angekündigt: "Nichts für die Ewigkeit? Kirchengebäude zwischen Wertschätzung und Altlast". Sie findet am 5 und 6. Oktober in Erfurt statt.

Baukunst der Bettelorden

Zu einem Vortrag von Prof. Dr. Ernst Badstübner lädt die Franziskanerkirche in Prenzlau am 14. Juni, 19 Uhr, ein. Thema ist die Baukunst der Bettelorden in der Mark Brandenburg.

Die "Landpartie" steht ins Haus

Auf die siebente Brandenburger Landpartie am Wochenende 17./18. Juni hat sich auch der Förderverein Saaringer Dorfkirche vorbereitet: Am Sonntag, 18. 6., lädt er ein zur Besichtigung der Baustelle Dorfkirche, deren Instandsetzung voran schreitet, zu Bootsfahrten auf der Havel und zur Kaffeetafel mit selbstgebackenem Kuchen.

Benefizkonzert in Bochin

Der Förderverein für die Wiederherstellung der Dorfkirche Bochin lädt am 4.6., 13 Uhr, zu einem Benefizkonzert ein, dessen Erlös der Restaurierung des Gotteshauses zugute kommen soll. Wolfgang Kniep und Siggi Scholz vom Mecklenburger Country-Club sowie eine Jugendbläsergruppe aus Neustadt-Glewe musizieren. Anschließend wird zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Die Veranstaltung beginnt mit einer kurzen Andacht.

Bibeln im Brandenburger Dom

"Die Bibel im Spiegel der Jahrhunderte" heißt eine Ausstellung im Dommuseum der Stadt Brandenburg — eine Auswahl aus dem reichhaltigen Bestand des Domstiftes, der Evangelischen Hauptbibelgesellschaft in Berlin und aus Kirchenbibliotheken in Berlin und Brandenburg. Bis Anfang September, Mo.-Fr. 10-17 Uhr, Sa. 10-18 Uhr, So. 11-18 Uhr.

Rund um den Taubenturm

Ein umfangreiches Programm hat die Gemeinde Glambeck für den diesjährigen Sommer vorbereitet. Hier die nächsten Termine: Taubenturmfest vom 16.-18. Juni: am 16. 6., 19 Uhr, Ausstellungseröffnung und Dia-Vortrag über Tiere und Landschaften der Region; 18. 6., 11 Uhr, Konzert in der wiedererstandenen Dorfkirche. Ab 12 Uhr Mittagstisch im Grünen. Kunst und Konzert, am 15. 7., 15 Uhr, in der Kirche; Vier Hände - verrückt, Klavierkonzert am 19. 8., 16 Uhr, in der Kirche; Eröffnungskonzert des Glambecker Kulturherbstes am 16. 9., 15 Uhr, in der Kirche. Informationen über weitere Konzerte und Veranstaltungen über Tel./Fax (03 33 61) 7 02 65.

Ausstellungen in Dannenwalde

Arbeitsblätter zur Bibel von Klaus Drechsler, Dresden, bis 21.6; Bilder von Reinhard Melzer, Berliner Mundmaler, 24.6. bis 23.7.; Keramik und Malerei von Frauke und Jürgen Gerhard, Hohen Neuendorf, 29.7. –20.8.; Engel der Geschichte, ein Projekt der Galerie Sonnensegel in Brandenburg/H., 10.-25.9.. An den Eröffnungstagen jeweils 15 Uhr (am 10.9. um 11 Uhr) festliche Veranstaltungen.

Alte Kirche Meßdunk (bei Brandenburg / Havel):

Kinderfest am 3. Juni ab 14 Uhr mit Spielen, Puppenspiel und Tanz; Weitere Infos über Tel. (0 33 81) 22 08 36

Weltmusik mit JACARANDA am 10. Juni, 21 Uhr: exotische Instrumente wie Didgeridoos und Muschelhörner hautnah erleben. Eintritt 8 DM (ermäßigt 5 DM)

 

Exkursionen:

Völlig ausgebucht ist die gemeinsame Exkursion mit dem Freundeskreis Schlösser und Gärten und dem Kunstdienst der Evangelischen Kirche in die Niederlausitz am 3. Juni.

Wiedererstanden ist die Dorfkirche von Rietz bei Treuenbrietzen mit jetzt freigelegten Weihekreuzen und Wandmalereien. Dorthin führt am 15. Juli eine Wanderexkursion (ca. 10 km) mit Jan Feustel. Abfahrt 8.35 Uhr vom Bahnhof Berlin-Wannsee, an 9.29 Uhr in Treuenbrietzen, dort Start zur Wanderung.

Vorzumerken ist der Termin 14. Oktober: Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg lädt zur Exkursion in die Prignitz: Kletzke, Grube, Teetz. (Detaillierte Einladung folgt)

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