Mit guter Bilanz und neuen Vorhaben

In diesem Jahr feiert der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg sein zehnjähriges Bestehen. Er kann dabei auf eine gute Erfolgsbilanz zurückblicken, die sich auch auf der Jahreshauptversammlung im Mai widerspiegeln wird. Mit dem neuen Projekt "Offene Kirchen" hat er sich für die kommende Zeit neue ehrgeizige Aufgaben gestellt.

Bei seiner Gründung hatte der FAK Berlin-Brandenburg seinerzeit wesentliche Hilfe durch den Förderkreis Alte Kirchen Marburg/Lahn erhalten. Nun wird sich unser Förderkreis mit seiner Ausstellung "Die Kirche im Dorf lassen – Initiativen für brandenburgische Dorfkirchen" im Foyer des Marburger Rathauses vorstellen. Eröffnet wird die Ausstellung am 15. März, 19 Uhr, durch den Oberbürgermeister der Universitätsstadt, Dietrich Möller. Eine anschauliche Einführung in das Thema wird Bernd Janowski in einem Dia-Vortrag geben.

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Bettelorden und Backsteinbaukunst

Prof. Badstübner sprach vor Mitgliedern und Freunden des Förderkreises

 

Die mittelalterliche Baukunst der Bettelorden in der Mark Brandenburg zeitigte unverwechselbare individuelle Leistungen und hat damit einen bedeutenden Rang in der Baugeschichte. – Fazit eines Vortrages von Prof. Dr. Ernst Badstübner vor ca. 80 Mitgliedern und Freunden des FAK im Berliner Dom. Und der renommierte Kenner der Klosterbaukunst und Architekturgeschichte formulierte damit zugleich die hohe Verantwortung für die Bewahrung dieser Werte.

Der Referent hatte zunächst den historischen Hintergrund in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts skizziert: einerseits das etablierte Bürgertum mit seinen repräsentativen Bauten im Stadtzentrum, andererseits die an den Rand gedrängten Armen, die sich in ihrer Religiosität immer mehr von der Institution Kirche entfernten. Die Bettelorden – die aus Italien kommenden Franziskaner und die in Spanien begründeten Dominikaner – wollten gerade diese Ausgegrenzten der Kirche zurückgewinnen. Also siedelten sie sich an den Stadträndern an, bauten in Opposition zur großartigen Pfarrarchitektur zunächst schlicht mit Feldsteinen. Protegiert durch die Markgrafen von Brandenburg, die das Werk der Bettelorden mit Bauleuten und Ziegelproduktion förderten, entwickelte sich schließlich jene Backsteinarchitektur, die in Norddeutschland zur Vollkommenheit gedieh.

Viele Brandenburger Backsteinbauten sind weit bekannt wie Lehnin, Chorin und andere. Prof. Dr. Badstübner aber stellte auch weniger berühmte, doch nicht minder bedeutende vor. So die Prenzlauer Franziskanerkirche, im Vergleich zur gewaltigen Marienkirche im Stadtzentrum ein bescheidener Bau am Rande. Nur wenigen dürfte aber bekannt sein, was der Experte anhand von Grundrissen nachwies: eine verblüffende Übereinstimmung mit der Franziskuskirche von Assisi. Da sind gleichartig die Lage am Hang, das lange Schiff mit fünf Jochen, der Altar im Westen und der Eingang im Osten. "Ein hochkarätiges Bauwerk, das zum Erhalt und zur angemessenen Nutzung verpflichtet." (Wie AK berichtete, ist die Erhaltung des Baudenkmals inzwischen gesichert, über eine Innenrestaurierung und angemessene Mehrfachnutzung wird noch diskutiert.)

Weitere mittelalterliche Kirchen wurden in Lichtbildern präsentiert; vor allem aber die fachmännische Interpretation ihrer Baugeschichte machte die Einbindung in das historische Umfeld bewußt. So die Berliner Klosterkirche der Franziskaner, der erste Backsteinbau Berlins (heute gesicherte Ruine) mit einem so filigranen gotischen Chorabschluß, wie er nie wieder in der Mark gebaut wurde. Ruinen sind auch die Kirchen der Bettelorden in der Stadt Brandenburg. Die gotische Hallenkirche der Dominikaner in der Neustadt weist Parallelen zur Neuruppiner Dominikanerkirche auf, die wiederum ihr Vorbild in der Marburger Elisabethkirche hat. Die einschiffige Kirche Johannis Baptist der Franziskaner in der Altstadt hat ihre Einzigartigkeit u. a. durch die besonders kunstvollen Zierformen an der Südseite. Ihre Mauern werden zur Zeit durch ein Gerüst vor dem Verfall geschützt, um ihre künftige Nutzung als öffentliches Gebäude wird noch gerungen.

Die vielen Anregungen und Gedankenanstöße, die dieser Vortrag vermittelt hatte, waren ein reiches Feld für eine lebhafte Diskussion beim anschließenden zwanglosen Gespräch. Dabei wurden auch wieder manche Kontakte in dem gemeinsamen Bemühen um die Erhaltung ererbter Kulturwerte geknüpft.

Ein ganz praktisches Ergebnis dieses Abends, der auch im Zeichen des zehnjährigen Bestehens des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg stand: Der Hilferuf des FAK für die Rettung der einzigartigen Barockausstattung der Zernikower Kirche erbrachte an diesem Abend eine weitere Spende von rund 400 Mark. Den Spendern sagen wir ein herzliches Dankeschön, ebenso dem Kunstdienst der Evangelischen Kirche für die freundliche Unterstützung. E.G.

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Willkommen für die Sommergäste will gut vorbereitet sein

Resonanz auf den FAK-Aufruf "Offene Kirche"

"Offene Kirche" - dieses Symbol soll ab kommendem Sommer in möglichst vielen brandenburgischen Orten Gäste von nah und fern einladen. Einen entsprechenden Aufruf hatte der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg Ende November in Zusammenarbeit mit dem "Dorfkirchen-sommer" an alle Pfarrämter und Fördervereine verschickt. Auch das Sonntagsblatt "Die Kirche" und einzelne andere Zeitungen berichteten.

Inzwischen haben wir eine recht umfangreiche Resonanz: Rund hundert Anmeldungen liegen bereits vor, manche erfolgte freilich erst nach telefonischer Erinnerung. Gerade wo eine Kirchenöffnung erstmals vorgesehen ist, bedarf es noch mancher Planungen. So kommen bisher die meisten Anmeldungen von Gemeinden oder Initiativen, die damit schon gute Erfahrungen gemacht haben. Auch die Angebote sind unterschiedlich: Einige Gemeinden halten ihre Kirche ohne ständige Aufsicht geöffnet, woanders findet der Interessent eine Adresse, wo er den Kirchenschlüssel abholen kann. Öffnungszeiten mit Betreuung sind natürlich nicht an allen Tagen und dann nur für einigen Stunden zu organisieren. Viele Anmelder bestellten auch das von uns angebotene Schild; Aufsteller dafür können wir nach dem vorliegenden Kostenangebot leider nicht finanzieren.

Parallel zu dieser Aktion bereiten wir ein Begleitmaterial vor, das als Programmheft dienen soll, zugleich aber mehr ist. Geplant sind etliche Beiträge, in denen die Problematik der Erhaltung von Dorfkirchen unter verschiedenen Aspekten beleuchtet wird. Namhafte Autoren und Gesprächspartner konnten gewonnen werden, unter anderen Prof. Dr. Ernst Badstübner, Landeskonservator Prof. Manfred Karg, Dr. Hartmut Dorgerloh vom Brandenburger Kulturministerium und Dr. Peter Schabe von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Landesbischof Wolfgang Huber haben wir um ein Grußwort gebeten.

Das Heft soll Ende April vorliegen, durch seine sachkundigen Beiträge möglichst viel Interesse finden und damit nachdrücklich zum Besuch von Dorfkirchen einladen. - Es wird unser wichtigstes Werbemittel für die "Offenen Kirchen" sein und soll als eine thematisch inhaltsreiche, gut fundierte Broschüre in hoher Auflage erscheinen. Wir wollen sie gegen eine geringe Spende abgeben und sind beim Vertrieb auf die Unterstützung unserer Mitglieder und Freunde angewiesen, denkbar zum Beispiel über die jeweiligen Arbeitsstellen. Entsprechende Angebote bitte an unsere Geschäftsstelle.

Zugleich rechnen wir mit der Unterstützung durch die Tagespresse in Berlin und Brandenburg. Für das Kirchenmagazin des ORB "Zwischen Himmel und Erde" ist ein Beitrag gestaltet worden.

Mit der Aktion "Offene Kirchen", die von der Robert Bosch Stiftung Stuttgart großzügig gefördert wird, haben wir ein so umfangreiches und ehrgeiziges Projekt wie bisher noch nie in Angriff genommen. Es wird uns nicht nur in diesem Jahr beschäftigen. Um es zu verwirklichen, wollen wir weitere gleichgesinnte Verbündete gewinnen.

Thomas Raschke

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Kirchweihe in Guinness-Buch?

Die Glambecker feierten die Auferstehung ihres kleinen Gotteshauses

Dorfkirche Glambeck
Pfarrer Ralf Schwieger will nach der Weihe den Eintrag der gestrigen Kirchweihe ins Guinessbuch der Rekorde beantragen.
Foto: Eckert
Quelle: Berliner Morgenpost
 

Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde als erste Kirchweihe im neuen Jahrtausend? Pfarrer Ralf Schwieger und Heimtraud Eichhorn vom Verein Denkmale Glambeck e. V. scherzten mit diesem Gedanken, als die Gemeinde ihre kleine Fachwerkkirche nach 20 Jahren Leerstand in einem Gottesdienst wieder in Besitz nahm.

Das Dorf am östlichen Rand der Schorfheide hatte an 2. Januar Landesbischof Wolfgang Huber und Ministerpräsident Manfred Stolpe begrüßen können. Das kleine turmlose Gotteshaus fasste die große Zahl der Gäste nicht, und so standen Dutzende Besucher füßestampfend auf dem kalten Kirchhof und verfolgten den Gottesdienst per Lautsprecher. Aufwärmen konnten sie sich anschließend in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude bei Glühwein und Suppe aus der Gulaschkanone.

Die erste Kirche in Glambeck war im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden, der bescheidene Nachfolgebau wurde 1708 geweiht. Da das Dorf in DDR-Zeiten zum Staatsjagdgebiet gehörte, war es von der Außenwelt nahezu abgeschlossen. 1979 kam die Gemeinde in der Kirche zum letzten Gottesdienst zusammen. Danach verfiel das Gotteshaus immer mehr, man dachte bereits über den Abriss nach.

Vor zwei Jahren gründete sich der Verein Denkmale Glambeck, der sich außer für die Kirche auch für den Erhalt des historischen Taubenturms einsetzt. Durch Eigenleistungen der Vereinsmitglieder, durch Mittel aus dem Dach-und-Fach-Programm sowie durch den Einsatz von Vergabe-ABM gelang es in relativ kurzer Zeit, die "Arme-Leute-Kirche" in traditioneller Fachbauweise mit Lehmputz wieder herzustellen. Für sein sowohl kulturelles als auch ökologisches und touristisches Engagement erhielt der Verein Denkmale Glambeck e. V. im Juni 1999 einen der vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg vergebenen Förderpreise.

Verein und Kirchengemeinde wünschen sich eine "Offene Kirche", die den im Sommer zahlreichen Touristen in der Region einen Ort der Stille und der Einkehr sein soll.

Bernd Janowski

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Lautes Läuten nehmen Glocken übel

Neue DIN-Normen für Schwingungssicherheit

Wenn Glockengeläut heute den Verkehrslärm übertönen soll, dann müssen sich Glöckner (oder Elektromotoren)mancherorts ganz schön ins Zeug legen: Je höher die Glocke schwingt, desto größer sind Kraft und Geschwindigkeit, mit denen der Klöppel gegen die Bronze schlägt. Das aber ist der Lebensdauer einer Glocke nicht zuträglich. So das Ergebnis einer Untersuchung des Darmstädter Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit, in Auftrag gegeben vom Verein Deutscher Gießereifachleute. Werde der Läutwinkel nur um ein Grad erhöht, verringere sich die Lebensdauer der Glocke bereits um rund 14 Prozent.

Günstig sei es außerdem, so ermittelten die Wissenschaftler beim Test an einem Glockenstuhl, die Glocke hin und wieder um einen Winkel zwischen 30 und 60 Grad zu drehen. Das kann ihre Lebensdauer bis zu einem Drittel steigern, denn dadurch wechseln die durch Klöppelschlag und Schwingungen beanspruchten Stellen.

Für die Sicherheit der Glockentürme gibt es ab Ende des Jahres sogar eine DIN-Norm mit Nummer 4178. Sie setzt bei den Schwingungen an, ihre Umsetzung soll das Schwingungsverhalten der Glocken so verändern, dass in den meisten Fällen statische Probleme an den Glockentürmen vermieden werden. In Deutschland gibt es etwa 30 000 Glockentürme an Kirchen, ein Prozent davon hat laut Experten Schwingungsprobleme.

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IN AKUTER NOT

Wie in der vorigen Ausgabe stellen wir an dieser Stelle Kirchen vor, die dringend eine Soforthilfe brauchen, wenn sie vor dem Verfall gerettet werden sollen. Heute erbitten wir

Ihre Spende für Bochin

Spenden-Konto des FAK:

5199767005

bei der Berliner Volksbank,

BLZ 100 900 00, Stichwort: Bochin.

Eine Spendenbescheinigung wird zugestellt.

 

Die Dorfkirche von Bochin im nördlichsten Zipfel der Prignitz vor gut einem Jahr: Durch das undichte Schieferdach tropfte der Regen, drang ins Mauerwerk und hatte das hölzerne Tonnengewölbe bereits stark beschädigt und die Orgel zerstört. Der Altar war ausgelagert worden. Hoffnungslosigkeit sprach aus den Worten des Pfarrers: im Ort gebe es kein Interesse an dem Gebäude, es bliebe wohl nur noch der Abriß. Doch nur wenige Wochen später erreichte den FAK ein Brief, der von der Gründung eines Fördervereins zur Rettung, Pflege und Erhaltung der Bochiner Kirche berichtete.

Bochin ist eine kleine Gemeinde, die bis zur letzten Gebietsreform zum Amt Lenzen und mithin zur Prignitz gehörte. Nunmehr liegt es im Kreis Ludwigslust, Land Mecklenburg-Vorpommern, für die Kirche aber ist weiterhin die Landeskirche Berlin-Brandenburg zuständig. Das macht das Bemühen um die Sanierung nicht einfacher.

Das jetzige Kirchengebäude ist bereits der dritte Bau an dieser Stelle. Die erste Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Von dem im 17. Jahrhundert errichteten Fachwerkbau heißt es bereits 1830, dass "die Kirche in baufälligem Stande" sei, "indem einige Fächer der Hauptmauer zusammen gefallen sind". Erst 1894 wurde die heutige Kirche im neubarocken Stil geweiht – ein bescheidenes Bauwerk, das jedoch das gesamte Dorfbild wesentlich prägt.

Der Bochiner Förderverein kann in der kurzen Zeit seines Bestehens durchaus erste Erfolge verzeichnen: Das restliche Inventar wurde ausgelagert und gesichert, das Umfeld aufgeräumt, und seit Januar liegt eine Schutzfolie über dem Dach. Durch die Unterstützung der Unteren Denkmalschutzbehörde Ludwigslust sollen jetzt auch Mittel aus dem Dach-und-Fach-Programm fließen. Dazu sind jedoch Eigenmittel erforderlich, die der Verein nicht in vollem Umfang zur Verfügung stellen kann. Ein Antrag an die Kommune auf finanzielle Unterstützung für die Sanierung des Dachstuhls wurde abgelehnt mit Verweis auf die "Zustän-digkeit der Kirche". Doch auch die sieht sich zu einer Koplementärfinanzierung nicht in der Lage. Dennoch gibt der Förderverein nicht auf, fast jede Familie ist inzwischen durch ein Mitglied vertreten.

Der Förderkreis Alte Kirchen stellte jetzt als Anschubfinanzierung 1000 DM zur Verfügung in der Hoffnung, dass sich weitere Spender finden.

Text und Foto: Bernd Janowski

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Der FAK auf der Grünen Woche

Zum zweiten Mal konnte sich der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg auf der Grünen Woche in Berlin präsentieren. In der Brandenburg-Halle stellte er am Stand von "Landurlaub in Brandenburg" - der Verein ist korporatives Mitglied des FAK – an Hand von Informationsmaterial seine Arbeit vor und machte auf die Probleme alter Dorfkirchen im Land aufmerksam.

Erläutert wurde vor allem das von der Robert Bosch Stiftung Stuttgart unterstützte Projekt "Offene Kirchen". Mit etlichen interessierten Besuchern konnten anregende Gespräche geführt werden.

Vorstandsmitglieder nahmen auf Einladung des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums am Brandenburg-Abend der Landesregierung teil. Unser Material lag auch am gemeinsamen Stand des Ausschusses für kirchliche Dienste auf dem Lande der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKG) und der Katholischen Landvolkbewegung aus. Für das nächste Jahr erhoffen wir uns eine bessere Koordination unserer Teilnahme auch an dem Stand der Kirchen, so dass wir unsere Mitglieder informieren können, wann wir wo zu finden sind. Auf jeden Fall werden wir aber dank des Entgegenkommens von "Landurlaub in Brandenburg" und dessen Geschäftsführer Joachim Fiebelkorn sowie seines Mitarbeiters Joachim Mühle wieder an diesem Stand sein.

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Wir begrüßen neue Mitglieder

Seit Juni vorigen Jahres können wir als neue Mitglieder begrüßen (in der Reihenfolge ihres Beitritts):

Persönliche Mitglieder: Dr. Dieter Kliche, Teetz; Hans Lufft, Berlin; Adelheid Berndt, Berlin; Renate Riebesel, Berlin; Jürgen Riebesel, Berlin; Steffen Wilkening, Radewege; Erika Paul, Berlin; Juergen Vetter, Berlin; Regine Reckziegel, Berlin; Wolf-Rainer Marx, Berlin; Roswitha Schmidt, Günterberg; Anneliese Schulz, Lennewitz b. Wittenberge; Carola Schnittcher, Gnewikow; Dr. Angela Hubrich, Großwoltersdorf, Ortsteil Zernikow; Jörg Zöllner, Schwarmstedt; Dirk Schumann, Berlin; Susanne Gloger. Berlin; Detlef G. Ullrich, Berlin; Claudio Jarczyk, Berlin.

Vereine: Orgellandschaft Mark Brandenburg i. G., Berlin; Kunstdienst der Evangelischen Kirche, Berlin; ECOVAST – Deutsche Sektion e. V., Kirchlengern – Stift Quernheim; Förderverein Kietzer Kirche e. V., Kietz; Förderverein Schinkelkirche Neuhardenberg, Neuhardenberg; DKS – Dorfkirchensommer in Brandenburg, Berlin; Förderverein Lutherkirche Leipzig e. V., Taucha.

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In Wulkow werden wieder "Wunder" wahr

Geschichten um den Wiederaufbau der Kirche

Als die Wulkower am vergangenen Reformationstag den Abschluß des ersten Bauabschnitts an ihrer Kirche mit einem fröhlichen Fest begingen, da war eigentlich ein kleines Wunder geschehen. Denn noch wenige Jahre zuvor hätte niemand daran geglaubt, dass die alte Patronatskirche des Dorfes bei Neuhardenberg je wieder zu gutem Nutzen käme. Doch seit sich dort vor rund vier Jahren ein Förderverein zu ihrer Rettung gegründet hat, geht es nicht nur mit dem Wiederaufbau der Kirche voran, sondern auch mit dem gesellschaftlichen Leben im Ort. Unter dem Vorsitz von Petra Schulz ist heute jede Familie des Dorfes mit mindestens einem Mitglied im Förderkreis vertreten und man engagiert sich mit der Instandsetzung des Gotteshauses unter anderem als Hochzeitskirche, mit der Einladung als "offene Kirche", mit Veranstaltungen und der Propagierung von Wanderwegen auch für den Tourismus.

Und mit "Wundern" hat man es in Wulkow seitdem öfter zu tun. Da ist die wundersame Vermehrung der 5000 Mark, die der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg als Anschubfinanzierung zur Verfügung gestellt hatte. Durch kluges Haushalten und Spendeneinwerbung wurden daraus 70 000 Mark als Eigenmittel für die Finanzierung des ersten Bauabschnitts. Gute Unterstützung mit Rat und mit Tat erhielt und erhält der Förderverein vor allem auch durch viele Helfer.

Das nächste "Wunder": Als man sich jetzt Gedanken zu machen begann, wie der Innenraum künftig denkmalgerecht beleuchtet werden soll, zauberte eine Einwohnerin Teile eines alten Messing-Pendelleuchters und entsprechender Wandleuchter hervor – sie hatte sie in Verwahrung genommen, als die elektrische Beleuchtung eingeführt worden war. Inzwischen ist ein Spezialist gefunden, der sich gerade mit diesen Leuchtern gut auskennt. Ein Glücksfall, allerdings werden Restaurierung und Ergänzung nicht billig sein. Spender sind gesucht; vorangegangen ist schon einmal Bernhard von Brünneck, Nachkomme des einstigen Patrons, mit 2000 Mark.

Schließlich "Wunder" Nummer drei: Im Pfarrhaus fand sich, in den Jahren völlig verschmutzt, die alte achteckige Messing-Taufschale. Kunsthistoriker datieren sie ins 18. Jahrhundert, aus Südosteuropa stammend. Sie wurde ultraschallgereinigt, auch hier muss noch einmal ein Restaurator Hand anlegen, ebenso am noch vorhandenen Taufständer.

Inzwischen wurde der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen. Voruntersuchungen im Innenraum brachten interessantes Wanddekor zum Vorschein. Rot-goldene Ornamente schmücken den unteren Teil der Apsis, während im oberen Teil die Farbe Blau dominiert. An den Seitenwänden des Kirchenschiffs wurde blau-grün gestrichenes Paneel freigelegt. In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege ist nun zu entscheiden, welche Fassung wiederhergestellt werden soll. Dazu kommen viele andere Aufgaben, die bei den Architekten Stuhlemmer, Vater und Sohn, in guten Händen sind. Sie betreuen das Objekt seit Anbeginn. Ihr Rat war jetzt auch gefragt, als sich Vertreter von Förderverein, Kommune und Kirchengemeinde zur alljährlichen gemeinsamen Planung zusammenfanden.

R.L./E.G.

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Termine

 

16. März – 10. April:

Ausstellung "Die Kirche im Dorf lassen..." im Marburger Rathaus, Mo. – Mi. 8 – 16 Uhr, Do. 8 – 18 Uhr, Fr. 8 – 12.30 Uhr.

Sonnabend, 6. Mai:

Jahreshauptversammlung 2000 des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V. in Schlalach (süd-lich von Potsdam) mit Jahresrückblick und Neuwahl des Vorstandes. Einladungen gehen den Mitgliedern rechtzeitig zu. Gäste sind herzlich willkommen.

Verbunden ist die Jahreshauptversammlung mit einer Exkursion "Auf Marias Spuren" von Reesdorf bei Seddin über Schlalach und Niebel nach Dahnsdorf.

Sonnabend, 3. Juni:

Exkursion mit dem Freundeskreis Schlösser und Gärten und dem Kunstdienst der Evangelischen Kirche: Kirchen in Vetschau, Reuden und Reddern, Schlösser in Altdöbern und Fürstlich Drehna.

Im September:

Busreise in die Prignitz "Auf den Spuren Annas" mit Dr. Jan Feustel: Alt Krüssow, Pritzwalk, Ruhlsdorf (Preis 72 DM).

Freitag, 15. /Samstag, 16. September:

Voraussichtlich gemeinsame Tagung mit der LASA.

25. bis 28. Oktober:

Denkmal-Messe und Fachtagung zur Regionalentwicklung "Euregia" in Leipzig. Der FAK Berlin-Brandenburg wird auf der Messe wieder vertreten sein.

 

Die Dannenwalder Kirche an der B 96 bietet auch in diesem Sommer interessante Ausstellungen: ab 27. Mai: Arbeitsblätter zur Bibel von Klaus Drechsler, Dresden; ab 24. Juni: Bilder von Mundmaler Reinhard Melzer, Berlin; ab 29. Juli: Keramik und Malerei von Frauke und Jürgen Gerhard, Hohen Neuendorf; am 10. September, Tag des offenen Denkmals, 11 Uhr: "Engel der Geschichte – ein Jungenengel", Projekt der Galerie "Sonnensegel" in Brandenburg/Havel.

Der Förderverein Kirche Wulkow feiert in diesem Jahr fünfjähriges Bestehen. Auf dem Programm u.a.; am 6. Mai, 12.30 Uhr, Fahrradtour auf dem Radwanderweg R1; 24. Juni, 17 Uhr: Johannisfest; 10. September, 14 Uhr: Fest für die ganze Familie.

Zur "Brandenburgischen Exkursion" geht es am 25. März per Bus (Preis 72 DM) in die Schluchten des Flämings: Rummeln, Gipfel, Feldsteinkirchen. An-meldungen unter (0 30) 29 66 91 89.

Über den Königsberger Dom und sein Schicksal vor und nach 1945 sowie nach der Wende berichtet unser FAK-Mitglied Ulrich Galandi in einem Dia-Vortrag am 3. März, 19 Uhr, im Bürgertreff im S-Bahnhof Berlin-Lichterfelde West. Der Wiederaufbau des Doms ist eine russisch-deutsche Gemeinschaftsarbeit.

 

Internationales

31. März – 2. April:

Mitgliederversammlung und Tagung der Deutschen Sektion ECOVAST in Hessen. Thema: Regionale Entwicklung. Informationen über A. Fowler (s. Impressum)

 

5. – 8. Juni:

Kongress "Rural 21"

(Agende 21 im ländlichen Raum) in Potsdam.

Informationen über

Dr. Kaufmann,

Tel. (0 30) 88 67 55 38, Fax: (0 30) 88 67 55 40

 

9. – 10. Juni:

Generalversammlung und Tagung Europa Nostra in Prag. Thema: Kulturerbe und Entwicklung des ländlichen Raums, Landtourismus, neue Nutzungen für alte Gebäude. Informationen über A. Fowler

 

21. – 25. September:

Generalversammlung und Tagung des Internationalen Verbandes ECOVAST in Belgien, Thema: Landschaft. Informationen über A. Fowler

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