Spenden für Teetz sind gut angelegt

In der vorigen Ausgabe hatten wir Ihnen die Not der Teetzer Kirche geschildert und um Ihre Unterstützung bei der Rettung des gefährdeten Baudenkmals gebeten. Wir freuen uns, dass diese Bitte Gehör fand. Auch durch Ihre Spenden konnte der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg für die Arbeiten an der Kirche in diesem Jahr 1.500.Mark zur Verfügung stellen.

Heute ist festzustellen, dass dieses Geld gut angelegt ist. Der Förderverein Dorfkirche Teetz e.V. hat schon im ersten Jahr seines Bestehens Erstaunliches zu Wege gebracht.

Dieses hohe Engagement verdient es, auch weiterhin unterstützt zu werden, zumal noch sehr große Aufgaben zu bewältigen sind.

Der FAK erbittet deshalb heute noch einmal Ihre Spende für Teetz,

Spenden-Konto des FAK: 5199767005

bei Berliner Volksbank,

BLZ 100 900 00, Stichwort: Teetz

Was die Teetzer in nur einem Jahr schafften


 
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Guter Besuch, interessante Gespräche

FAK Berlin-Brandenburg auf der Messe "denkmal 2000" in Leipzig

Mit gutem Erfolg war der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg auf der Messe "denkmal 2000" in Leipzig vertreten. In dem neuen Messegebäude präsentierte er seine Arbeit an einem gemeinsamen Stand mit dem FAK Marburg/Lahn, dem Verein "Dorfkirchen in Not in Mecklenburg und in Vorpommern" sowie dem Europäischen Verband für den ländlichen Raum ECOVAST.

Von vielen Seiten wurde über schlechte Beteiligung und Besuch, verglichen mit früheren Jahren, geklagt. Wir konnten uns dagegen darüber nicht beschweren, denn der Besuch von zahlreichen Freunden und Kollegen, u.a. auch vom Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, von regionalen Vertretern der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, war gut. Interessante und nützliche Gespräche konnten geführt werden.

Anregungen dazu gaben die am Stand ausgestellten Bilder von Kirchen sowie unser reiches Angebot an einschlägiger Literatur und Informationsmaterial. Wir konnten auch mit unseren Einnahmen sehr zufrieden sein. Für die neue, sehr geglückte Präsentation der gemeinsamen Ausstellung zeichneten Thomas Raschke und Bernd Janowski (FAK Berlin-Brandenburg) sowie Hans-Reinhard Dorenburg (Dorfkirchen in Not).

Bei der feierlichen Eröffnung der Messe im Alten Rathaus würdigte der Leipziger Oberbürgermeister die Arbeit des Vorsitzenden des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, Angus Fowler, anlässlich der bevorstehenden Überreichung des Bundesverdienstkreuzes (am Montag, 18. Dezember, 13 Uhr, im Marburger Rathaus).

Bei unserem gemeinsamen Forumgespräch im Rahmen der Informationsbörse stellten wir unseren Verein vor und suchten das Gespräch mit Teilnehmern. Die Wichtigkeit und Dringlichkeit weiterer Sicherungsarbeiten an mehreren gefährdeten Kirchen wurde betont. Im Gegensatz dazu stellte allerdings Dr. Peter Schabe von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz den Rückgang öffentlicher Finanzierung und dessen Folgen für die Zukunft drastisch dar. Er rief zur Bündelung der Kräfte auf, würdigte gleichzeitig den bedeutenden Beitrag vieler Vereine zur Wiederbelebung mancher Kirche. Dem gegenüber verwies FAK-Vorsitzender Angus Fowler auf den Skandal der möglichen Aufgabe bisher auch noch gut "arbeitender" Kirchen und lebendiger Gemeinden und Dörfer für den Braunkohlenabbau, so vor allem in Horno bei Cottbus in Brandenburg und gegebenenfalls noch in Heuersdorf südlich von Leipzig in Sachsen.

Bei verschiedenen Veranstaltungen wurde die Senkung der Mehrwertsteuer auf Instandsetzung und Restaurierung von Denkmalen, besonders von Kirchen, auf den bevorzugten Satz von 7 Prozent statt bisher 16 Prozent gefordert. (Näheres dazu werden wir im nächsten Mitteilungsblatt erörtern.)

Für die gelungene Präsentation ihrer Stände erhielten zwei Aussteller aus Brandenburg von der Leipziger Messe GmbH Medaillen: die Glasrestaurierungs-Werkstatt Ilona Berkei sowie die Glindower Ziegelei.

Angus Fowler

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Wilde Raufbolde, kunstvolle Epitaphe und eine Sanduhr für den Pastor

Auf den Spuren der Quitzows in der Prignitz / Erfreuliches aus Teetz

Über die Quitzows erzählt man sich in der Prignitz noch heute Schauriges. Jan Feustel ließ bei der FAK-Exkursion "auf den Spuren der Quitzows" das Raubrittergeschlecht noch einmal durch Geschichtsdaten und Legenden lebendig werden. Da war von blutigen Fehden die Rede und von Brudermord, von verhängnisvollen Flüchen und abgeschlagenen Händen...

Die Quitzows, die sich in der alten Kirche von Kletzke mit ihren kunstvollen Epitaphen verewigten, waren allerdings schon viel friedfertiger. Im 16. Jahrhundert hatten sie sich zu geachteten Honoratioren gewandelt. Der kurbrandenburgische Rat Achatz von Quitzow († 1605), faltet auf dem großen Sandsteinepitaph mit üppigen Renaissance-Ornamenten schlicht die Hände. Das Epitaph seines Bruders Philipp († 1616) daneben ist noch prächtiger. Das kunsthisorisch bedeutende Werk aus Alabaster, dunklem und hellem Marmor zeigt Philipp in Lebensgröße. Er hatte die neue Eldenburg gebaut, die Pfarre in Seedorf eingerichtet und die Kirche dort bauen lassen. Sein Epitaph, von der Form einem spätgotischen Flügelaltar ähnlich, gilt als kostbarstes Renaissance-Grabmal der Prignitz.

Nicht weit von der Kirche entfernt eine Burgruine der Quitzows, wie man sie romantischer nicht finden kann. Die vom Grün überwucherten alten Mauern aber machen mit ihren großen Fensteröffnungen deutlich, dass dies keine Ritterburg mehr war, sondern schon ein Renaissance-Schloss.

"Arme Vettern" aus einer Nebenlinie der Quitzows herrschten in Grube. Sie präsentierten nicht weniger stolz ihr Wappen mit den Quitzow-Sternen an der Herrschaftsempore in der Fachwerkkirche, die möglicherweise schon im 16. Jahrhundert entstand. Wertvollstes Ausstattungsstück hier ist ein spätgotischer Szenenaltar mit einer bewegten Kreuzigungsgruppe im Mittelschrein. Ungewöhnlich für die vorreformatorische Zeit ist die Platzierung der Madonna auf einem Seitenflügel.

Den Quitzow-Insignien begegneten die Exkursionsteilnehmer auch noch einmal an der Herrschaftsempore und selbst an der Kanzel in der Dorfkirche von Königsberg, der größten und einer der spätesten vorreformatorischen Dorfkirchen der Prignitz. Prächtig präsentiert sich die Ausstattung aus der Spätrenaissance mit dem ornamentenreichen Altaraufsatz als Mittelpunkt. Weniger im Blickpunkt, aber besonders originell ist die noch erhaltene Sanduhr neben der Kanzel, die einst den Pfarrer mahnen sollte, die Predigt nicht über die Maßen auszudehnen. (Man wünschte sich eine solche Uhr heute neben Rednerpulten; vielleicht käme dann mancher schneller auf den Punkt. Und auch die Seifenblasen, mit denen ein Engel auf der alten Uhr an die Vergänglichkeit alles Irdischen mahnt, ließe in unserer Zeit neue Interpretationen zu...).

Neben dem prächtigen Renaissance-Altar, der einem Schmuckkästchen gleicht, wirkt der viel kleinere spätgotische Flügelaltar in der Südostecke der Kirche geradezu unscheinbar. Und doch zählt er zu den schönsten der Prignitz. Im Mittelpunkt steht hier Maria im Strahlenkranz mit dem Zepter als Himmelskönigin und dem Jesuskind auf dem Arm. Auch dieser alte Altar ist in Königsberg in liturgischem Gebrauch, das allerdings vielleicht nicht mehr lange. Er genießt hier nur Gastrecht, wurde vor einigen Jahren aus der gefährdeten Kirche von Teetz hierher ausgelagert. Und die Teetzer sind inzwischen mit großem Elan dabei, ihm wieder eine würdige Heimstatt zu schaffen.

Davon konnten sich die Exkursionsteilnehmer beim abschließenden Besuch in Teetz überzeugen. Wer noch vor wenigen Monaten die verfallende Kirche gesehen hatte, den Schutt im Innern und die Wüstenei rundum, der war bass erstaunt: Kerzen auf blitzblank geputzten Kronleuchtern erleuchteten einen sauberen, wieder nutzbaren Kirchenraum; durch die Fenster pfeift nicht mehr der Wind.

Dass diese Kirche dennoch stark gefährdet ist, schilderte "AK" in der vorigen Ausgabe. Umso erfreulicher, dass jetzt von ersten Erfolgen des dortigen Fördervereins berichtet werden kann.

Eva Gonda

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Statt "Exoten" nun Normalität

Dritte Fachtagung von LASA und FAK "Lasst die Kirche im Dorf"

Bereits zum dritten Mal fand Ende September die gemeinsame Tagung der Landesagentur für Struktur und Arbeit LASA und des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg statt. Einen besonderen Beitrag leistete diesmal der Veranstaltungsort: die wiederaufgebaute Stadtpfarrkirche Müncheberg. An der ambitionierten modernen Innenraumgestaltung wie auch am Misch-Nutzungs-Konzept scheiden sich ja die Geister. Und eine gewisse Spannung war auch bei unserer Tagung vorhanden: wenn von Rettungserfolgen und mühsamen Sicherungsbemühungen an Dorfkirchen in dem aufwändig und elegant gestalteten Innenraum berichtet wurde. Passend zum Raum bildeten Umbauten und Denkmalpflege einen Themenschwerpunkt.

Matthias Hoffmann-Tauschwitz vom Kirchlichen Bauamt gab, rückgreifend auf Geschichte und Kirchenrecht, eine Grundsatzbestimmung von Kirchen als der Öffentlichkeit und dem Gemeinwesen verpflichteten Gebäuden (eine Verpflichtung, die natürlich auch rückwirke).

Matthias Ludwig (Marburg) berichtete über gelungene Nutzungsänderungen aus den achtziger und neunziger Jahren. Die Denkmalschützerin Anja Heinicke aus der Stadt Brandenburg wählte als Beispiel den Wiederaufbau der Dorfkirche Saaringen und berichtete von der eindrucksvollen Einweihungsfeier dort.

Die Vertreter der Ministerien für Arbeit und Landwirtschaft sicherten ihre weitere Unterstützung zu und waren, so jedenfalls der Eindruck, durchaus beeindruckt von der großen Zahl interessierter Teilnehmer.

Da die LASA sich gerade umstrukturiert, konnte das Thema Vergabe-ABM nicht so konzentriert behandelt werden, wie ein Jahr zuvor in Chorin. Die dort vorgelegte und diskutierte Aufstellung über Fördermöglichkeiten und deren Kombinationsmöglichkeiten wird ja heute noch gerne benutzt. Vergabe-ABM hat sich durchgesetzt, so wurden diesmal eher Einzelfragen, etwa die rechtzeitiger Vorbereitung und Koordination (im Beitrag von Kerstin Mogdans aus Sachsen-Anhalt) diskutiert.

Für die Vereine und anderen Initiativen (die einzelnen Beiträge können hier nicht aufgeführt werden) konnte man feststellen, dass ihr Wirken eine gewisse Normalität erreicht hat. Das wurde auch in den Pausengesprächen deutlich. Zum Beispiel wenn Annelene Siemoneit aus Bochin von der überwundenen Ablehnung der Kommune berichtete. Fördervereine gelten nicht mehr als ,,exotisch". Sie müssen sich nicht mehr durch rasche Instandsetzungsleistungen ,,beweisen" (siehe etwa Vierraden, wo man vor einem Jahr den raschen Aufbau der Kriegsruine erhoffte, es nun langsamer angehen lassen will und muss).

Dass die Tagung einen sonst kaum möglichen Informationsaustausch erbrachte, wurde von vielen Teilnehmern dankbar hervorgehoben.

Thomas Raschke

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Die Schönen vom Lande

Auch Brandenburger Dorfkirchen im Denkmalschutz-Kalender

Für die Freunde von Dorfkirchen und ihre Förderer hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz einen reizvollen Kalender für das kommende Jahr vorbereitet. "Die Schönen vom Lande" heißt er und will auf die oft zauberhaften kleinen Kirchen aufmerksam machen, die meist im Schatten der großen Baukunst stehen.

Mit der Auswahl der Bilder machte man es sich nicht leicht, gibt es doch unzählige wunderschöne Gotteshäuser im Lande. Drei dieser Auserwählten befinden sich im Land Brandenburg: Ferch am Schwielowsee und Kanin im Landkreis Potsdam-Mittelmark sowie Mödlich im Landkreis Prignitz. Die eindrucksvollen Fotos im Kalender sind durchweg Innenaufnahmen der Kirchen.

Der Kalender kostet 16,50 DM zzgl. Porto und ist unter der Adresse Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Dürenstr. 8, 53173 Bonn, zu bestellen. Bei Sammelbestellungen ab 20 Exemplare 13,20 DM; ab 60 Expl. 11.55 DM; ab 100 Expl. 10.20 DM.

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Auch viele kleine Spenden halfen, Großes auf den Weg zu bringen

Wir sagen Mitgliedern, Freunden und Förderern herzlichen Dank

Zum Ende des Jahres 2000 möchten wir nicht versäumen, allen unseren Mitgliedern, Freunden und Förderern für ihre fortgesetzte großzügige Unterstützung unseres Vereins herzlich zu danken.

Bis Anfang November kamen im Jahr 2000 Spenden in Höhe von rund 14.000 Mark von rund 135 persönlichen Spendern und Institutionen zusammen: 3-mal 1.000 Mark und mehr, 3-mal 500 Mark und mehr, 41-mal 100 Mark und mehr und viele andere kleinere Spenden. Bei verschiedenen Veranstaltungen gingen weitere rund 4.600 Mark an Spenden ein. Dadurch (u.a. mit zweckbestimmten Spenden) waren wir in der Lage, Beihilfen für Instandsetzungs-Maßnahmen an folgenden Kirchen zu gewähren:

Altwustrow 1.500 DM, Basdorf 270 DM, Bochin 3.000 DM, Bölzke 200 DM, Pieskow 1.000 DM, Saaringen 50 DM, Teetz 1.500 DM, Wulkow 500 DM, Zernikow 2.100 DM (sowie Vorhaltung von 5.000 DM als Ausfall-Bürgschaft). Obwohl diese Spenden relativ bescheiden, sogar klein sind, haben sie doch vieles bewirkt und geholfen, zum Beispiel für die gefährdeten Kirchen in Bochin, Teetz und Zernikow erste Instandsetzungsmaßnahmen in Gang zu bringen.

Spenden werden je nach Bedarf zugunsten gefährdeter Kirchen verwendet. Bisher konnten unsere Verwaltungskosten durch Mitgliedsbeiträge und Fördermittel getragen werden.

Für ihre großzügige Unterstützung unserer Arbeit sind wir besonders zu Dank verpflichtet der Robert Bosch Stiftung,Stuttgart (Projekt "Offene Kirchen"), dem Arbeitsamt Berlin und "Zukunft im Zentrum" (Arbeitsstelle im Rahmen einer Struktur-Anpassungs-Maßnahme SAM).

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Knappes Votum für den Wiederaufbau der Garnisonkirche

An den umstrittenen Plänen zum Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche will sich auch der Kirchenkreis Potsdam weiter beteiligen. Die Kreissynode entschied sich kürzlich mit knapper Mehrheit gegen einen Ausstieg aus diesen Planungen. Beschlossen wurde, in den kommenden Wochen gemeinsam mit der Leitung der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg ein Konzept für die künftige Nutzung zu erarbeiten.

Für den Wiederaufbau des Turms, von dem einst das berühmte Glockenspiel erklang, hat der Verein "Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel" bereits 7,6 Millionen Mark gesammelt.

 

KOMMENTAR

Angst vor Traditionen?

Man kann sicher darüber streiten, ob ein Baudenkmal, das gar nicht mehr vorhanden ist, wieder hergestellt werden sollte. In Dresden hat man sich für den Wiederaufbau der Frauenkirche entschieden und wird damit auch die einst berühmte Stadtsilhouette wieder vervollständigen.

Zur Potsdamer Silhouette gehörte auch der Turm der Garnisonkirche. Der stand noch neben dem kriegszerstörten Kirchenschiff bis zum Jahr 1968, als dieses barocke Baudenkmal als "Symbol des preußischen Militarismus" auf Geheiß des SED-Politbüros einfach weggesprengt wurde.

Diese Kirche bezeugte preußisch-brandenburgische Geschichte. Das Nazi-Spektakel 1933 in dieser Kirche, das eine Fortsetzung preußischer Traditionen vorspiegeln sollte, war davon weit entfernt, diente aber den nachfolgenden Machthabern als willkommenes Alibi für die Beseitigung.

Man kann über den Sinn einer Replik streiten. Die Entscheidung von Ängsten vor falsch interpretierten Traditionen abhängig zu machen, würde allerdings denen nahe kommen, die 1968 die Kirche in die Luft sprengen ließen.

Dagegen könnten Nutzungskonzepte Front machen, die aus der Historie der Kirche Wegweisungen für ein neues Geschichtsverständnis ableiten.

Eva Gonda

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Bürgerschaftliches Engagement braucht Anerkennung und Unterstützung

Petition der Fördervereine zur Denkmalpflege in der Uckermark, verabschiedet auf einem Treffen mit Vertretern der Öffentlichkeit

Im Haushalt des Landkreises Uckermark wird die Denkmalpflege immer mehr vernachlässigt.

Mitglieder aus über 20 ehrenamtlich tätigen Vereinen, die sich der Bewahrung und Instandsetzung denkmalgeschützter Bauten verschrieben haben, trafen sich in Gollmitz, um über eine engere Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Bewahrung des kulturellen Erbes zu beraten. In diesem Zusammenhang gaben sie ihrem Unverständnis für die Vorgehensweise des Landkreises Uckermark Ausdruck.

Die Fördervereine und Initiativen für den Erhalt von Kirchengebäuden und anderen historischen Bauten in den Städten und Gemeinden der Uckermark fordern den Kreistag und die Kreisverwaltung auf, die dringend benötigten Mittel für die Denkmalpflege wieder aufzustocken.

Der Erhalt der zahlreichen, oft in ihrer Substanz bedrohten Denkmale ist ohne das vielfältige bürgerschaftliche Engagement in den Städten und Gemeinden auf Dauer nicht zu bewältigen. Vereine, Initiativen und engagierte Einzelpersonen sind eine unverzichtbare Unterstützung der denkmalpflegerischen Bemühungen auf kommunaler, Kreis- und Landesebene. Für die Einwerbung benötigter Fördermittel ist ein oft erheblicher Anteil von Eigenmitteln nötig, der durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Eigenleistungen aufgebracht werden muss.

Die Vereine bemühen sich, ihre Initiativen in lokale und regionale Entwicklungskonzepte einzubinden wie z.B. in die Planungen im Rahmen der Dorferneuerung. Die Arbeit der Vereine zum Erhalt des kulturellen Erbes erhöht die Attraktivität des ländlichen Raumes, fördert den Tourismus und trägt durch die Nutzbarmachung wiedergewonnener öffentlicher Räume wesentlich zum Erhalt der kommunalen Strukturen bei. Der Landkreis sollte derartige Aktivitäten unterstützen, indem er eine Verzahnung der möglichen Finanzmittel (z.B. Denkmalpflegemittel, Mittel aus der Dorferneuerung, Eigenmittel, Einsatz von Vergabe-ABM) befördert.

Arbeiten in der Denkmalpflege erfordern bei geringeren Materialkosten durch ökologisch nachhaltige Wiederverwendung historischer Bausubstanz einen höheren Kostenanteil für Arbeitsleistungen. Dadurch wird das lokale Handwerk gefördert, Arbeitsplätze werden bewahrt oder sogar neu geschaffen. Auch der Einsatz von durch Fachfirmen getragenen Vergabe-ABM trägt zur Verringerung der Arbeitslosigkeit in unserer strukturarmen Region bei.

Der Landkreis sollte das bürgerschaftliche Engagement der zahlreichen Vereine und Initiativen anerkennen und unterstützen. Ohne ihre Arbeit wären Kommunen und Kirchengemeinden mit ihren Bemühungen zum Erhalt denkmalgeschützter Gebäude oftmals überfordert.

Die Unterzeichner bitten den Kreistag und die Kreisverwaltung, ihre durch die Landesverfassung festgeschriebene Pflicht der Bewahrung von Denkmalen auch weiterhin wahrzunehmen und ihr finanzielles Engagement auf diesem Gebiet zu überdenken.

Sie ersuchen den Kreistag, sich auch auf Landesebene für die Fortführung bestehender Strukturen der Finanzierung denkmalpflegerischer Maßnahmen einzusetzen und die Abstimmung bei der Verzahnung möglicher Förderprogramme zu verbessern.

Man kann nicht mit den historischen Gebäuden der Uckermark werben und sie gleichzeitig dem Verfall preisgeben.

Der Kreistag ist aufgefordert, die Weichen bei der Bewahrung wichtiger Zeugen des geistigen und kulturellen Erbes neu zu stellen.

Gollmitz, 2. November 2000

 

700 Denkmale und immer weniger Geld

Im Landkreis Uckermark gibt es laut Amtsblatt des Kreises vom 10.01.2000 über 700 eingetragene Denkmale.

Im Jahr 1995 stellte der Landkreis für denkmalpflegerische Maßnahmen rund 500.000 Mark zur Verfügung; im Jahr 2000 sind es noch 160.000 Mark. Für 2001 ist die Summe von etwa 100.000 Mark vorgesehen.

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700 Jahre alte Gröbener Dorfkirche soll kulturelles Zentrum werden

Gründungsversammlung des Fördervereins Gröbener Dorfkirche e. V.

Die Gröbener Dorfkirche
Die Gröbener Dorfkirche

Gröben, am südlichen Berliner Ring im Natur- und Landschaftsschutzgebiet Nuthe-Nieplitz-Niederung gelegen, blickt auf eine gut 850-jährige Geschichte zurück. Mitte des 12. Jahrhunderts als Kolonistendorf Gröben durch die gleichnamige Familie gegründet, war es von 1416 bis 1859 mit kurzer Unterbrechung um 1800 im Besitz der Familie von Schlabrendorff. Diese Familie prägte zu einem Gutteil auch den Ruf Gröbens als geisterreichstem Ort Brandenburgs. So wurde der Leutnant von Schlabrendorff – 1741 bei Mollwitz in Schlesien gefallen – in den Jahren 1812/13, 1864 und 1866 zu mitternächtlicher Stunde in Begleitung seines Dieners und seiner großen grauen Katze mit zerschossenem Kopf gesehen, wie er Krieg und Verheerung ankündigte.

Mittelpunkt des Dorfes ist die Ende des 13. Jahrhunderts errichtete Dorfkirche. In den Jahren 1858/60 umgebaut, wurde ihr Neubau nach dem großen Brand am Heiligabend 1908 von keinem geringeren als Franz Schwechten – dem Architekten der Berliner Gedächtniskirche – entworfen und am 6. Februar 1910 eingeweiht.

Dem Erhalt des Gotteshauses als kulturhistorisches Denkmal und Wahrzeichen des Dorfes hat sich nun der im September gegründete Förderverein Gröbener Dorfkirche e. V. verschrieben. Rund 500.000 DM sollen in den nächsten Monaten über private Spenden gesammelt werden. 100.000 DM sind bereits im Topf, Spende eines ortsansässigen Unternehmers. Erfreulich ist auch, dass die Stadt Ludwigsfelde, zu deren Sprengel Gröben zählt, praktische Hilfe zugesagt hat.

Der Verein will mit diesen Mitteln das marode Dach und die Sakristei sanieren, die Innenräume neu gestalten und Freskomalereien restaurieren. Eine Heizungsanlage soll eine ganzjährige Nutzung der Kirche garantieren. Die Sauer-Orgel von 1910 und die exzellente Akustik bieten darüber hinaus vielfältige kulturelle Nutzungsmöglichkeiten.

Neben Erhalt, Restaurierung und Instandhaltung der Kirche will sich der Verein aber auch dafür einsetzen, den Menschen in der Region Heimatgefühl und eigene Identität zu vermitteln. Die Dorfkirche soll dabei zu einem kulturellen Treffpunkt des gesamten Natur- und Landschaftsgebietes Nuthe-Nieplitz-Niederung mit Konzerten, Ausstellungen und Lesungen ausgebaut werden.

Hendrik Bäßler

Vereinsadresse:

Förderverein Gröbener Dorfkirche e. V.
Altes Pfarrhaus
Dorfstraße 21
14974 Ludwigsfelde, Ortsteil Gröben

Auskunft:

Jörg Welz; Tel.: (0 33 78) 8 61 80; Fax: (0 33 78) 86 18 22

Spendenkonto:

Ev. Dorfkirche Gröben
Ev. Kirchenkreisverband Süd (KKV 3 Süd)
Konto: 53180
BLZ: 10060237 bei der Ev. Darl.-Gen. e.V.

Die Mitgliedschaft

im Förderverein Gröbener Dorfkirche e.V. steht jedem offen. Der Mitgliedsbeitrag wird noch festgelegt.

Ebenso kann man Fördermitglied werden. Über die Höhe des zu leistenden Förderbeitrages entscheidet jeder Förderer selbst.

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Die Sonne brachte es an den Tag: Gerettete Kirche im neuen alten Glanz

Die Saaringer feierten den Abschluss des ersten Bauabschnitts

Altar und Radleuchter
Altar und Radleuchter
Dorfkirche Saaringen
Der Abriss war schon beantragt

Am diesjährigen Tag des Offenen Denkmals, dem 10. September, strahlte – jedenfalls zeitweise – die Sonne. Die meisten Besucher der Saaringer Dorfkirche näherten sich dem Ort auf der Landstraße aus Richtung Brandenburg/Havel. Schon von weitem leuchtete das wiederhergestellte Fachwerktürmchen in einem barocken Ockerton einladend über die Felder. Die Instandsetzung der Saaringer Kirche, die an diesem Sonntag der Öffentlichkeit präsentiert wurde, ist – zumindest im Außenbereich – abgeschlossen.

Etliche Mitglieder und Freunde des FAK erinnern sich sicher noch an die Exkursion im Oktober 1997, die u.a. nach Saaringen führte. Das 200 Jahre alte Kirchengebäude bot damals ein Bild des Jammers. Auf der Nordseite waren große Teile des Gesimses herausgebrochen, das Dach hatte sich gefährlich gesenkt, im Inneren wurde die bemalte Putzdecke nur durch den hölzernen Kanzelaltar vor dem endgültigen Absturz bewahrt – es bestand akute Einsturzgefahr! In dieser Situation hatte die zuständige Kirchengemeinde den Antrag auf Abriss der Kirche gestellt.

Von der in Saaringen wohnenden Familie Helmcke initiiert, von einigen Handwerkern und Bürgern aus der Region mitgetragen und vom Förderkreis Alte Kirchen von Anfang an unterstützt, gründete sich ein Förderverein, der nach langen Verhandlungen die Kirche in sein Eigentum übernahm, um die dringend notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes durchführen zu lassen. Dem Verein war es wichtig, auch über die spätere Nutzung des Kirchenraumes nachzudenken. Ein Nutzungskonzept wurde entwickelt, das inzwischen zahlreichen weiteren Initiativen als Vorbild dient. Neben einer weiteren gottesdienstlichen Nutzung sollen kulturelle, soziale und kommunale Veranstaltungen möglich sein und die Kirche wurde in Überlegungen zum Ausbau der touristischen Infrastruktur einbezogen.

In den vergangenen drei Jahren konnten Fördermittel des Landes Brandenburg (Dach-und-Fach-Programm), der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Flakowski-Stiftung und der Mittelbrandenburgischen Sparkasse eingeworben werden. Die meisten der an der Instandsetzung beteiligten Firmen spendeten einen Teil ihrer Einnahmen dem Verein zurück oder stellten einen Teil der Arbeitsleistungen nicht in Rechnung. Durch zahlreiche Spenden war es immer möglich, den erheblichen Eigenanteil aufzubringen. Mehrfach konnte auch der Förderkreis Alte Kirchen finanzielle Mittel zur Verfügung stellen sowie eingeworbene Spenden nach Saaringen weiterleiten.

Dach und Dachstuhl von Turm und Kirchenschiff wurden instand gesetzt, das Fachwerk im Turm repariert und neu ausgefacht, der Außen- und Innenputz ausgebessert und ergänzt, die Fenster instand gesetzt. Die Liste der ausgeführten Arbeiten ist noch bedeutend länger. Durch das Aufbringen einer Dachdämmung wurde über dem Kirchenschiff ein neuer Raum gewonnen, der eine zukünftige Nutzung erleichtern soll.

Noch sind erhebliche Mittel und große Anstrengungen nötig, um den Innenraum wiederherzustellen, auch der hölzerne Kanzelaltar soll restauriert werden. Es wird nachgedacht, welche eventuellen Veränderungen oder Einbauten unumgänglich sind, um den wiedergewonnenen Kirchenraum möglichst vielseitig nutzen zu können. Es bleibt viel zu tun, das bisher Erreichte konnte am Tag des Offenen Denkmals 2000 jedoch als bemerkenswerte Erfolgsgeschichte gefeiert werden.

Wenige Tage zuvor wurden die Reste der Außenrüstung abgebaut, nachdem die Saaringer Dorfkirche, nach restauratorischen Befundsuntersuchungen, wieder einen Außenanstrich mit einer ockerfarbenen Kalk-Kasein-Lasur erhalten hatte. Der Anstrich weckte anfangs ein letztes Mal die Skepsis der Saaringer: In den Jahrzehnten zuvor war das Fachwerk des Turmes weithin sichtbar. Auch dank der September-Sonne waren die Zweifel rasch beseitigt. Einwohner und Gäste nahmen ihre Kirche mit dem symbolischen Entzünden von Kerzen auf dem alten Leuchter dankbar wieder in Besitz.

Bernd Janowski

Einladung zum Kunst– und Antiquitätenmarkt in Saaringen

Der Förderverein Saaringer Dorfkirche lädt für den zweiten Adventsonntag am 10. Dezember, 13 bis 18 Uhr, zu einem vorweihnachtlichen Kunstmarkt in die alte Dorfkirche ein. Die Maler Emil und Jan Spiess, Sigrid Braun und Linda Schwarz werden mit etlichen Bildern vertreten sein, dazu gibt es Bücher zum Schmökern, Antiquitäten zum Sammeln und Kaufen, Töpferwaren und Kunsthandwerk zum Verschenken. Für das leibliche Wohl werden Kaffee und Kuchen, heiße Waffeln und Glühwein angeboten. Ein Höhepunkt ist um 15 Uhr das feierliche Anzünden des alten Kronleuchters.

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Wichtiges Stück Geschichte und Kultur

Von mühsamem Anfang, bösen Entdeckungen und ungebrochenem Mut

Der Bochiner Förderverein berichtet über seine Arbeit

Die hübsche neobarocke Dorfkirche von Bochin war durch ein jahrelang schadhaftes Dach akut vom Verfall bedroht. Im November 1998 wurde der Förderverein zur Rettung, Pflege und Erhaltung der Bochiner Kirche e.V. ins Leben gerufen. Die Mitglieder – 51 inzwischen – haben es sich zur Aufgabe gemacht, das schöne, das Dorfbild prägende Gebäude zu retten.

Besonders in diesem Jahr sind wir nun unserem Ziel ein gutes Stück näher gekommen. In enger Zusammenarbeit mit unserem Pfarrer Christian Ruch, dem Gemeindekirchenrat und dem Verein ist es zunächst gelungen, eine erste Notmaßnahme durchzusetzen. Das Kirchendach erhielt zu seinem Schutz eine himmelblaue Plastplane, die vorerst das weitere Eindringen von Nässe verhinderte.

Unsere Spendenwerbung und Öffentlichkeitsarbeit bewirkten, dass wir auch die Aufmerksamkeit des Landrates des Kreises Ludwigslust auf uns zogen. Im Mai dieses Jahres besuchte er unsere Kirche und überreichte uns einen Förderbescheid in Höhe von 5000,- Mark.

Mit Unterstützung unseres Denkmalpflegers bei der Unteren Denkmalschutzbehörde in Ludwigslust veranstalteten wir in unserer Kirche ein Benefizkonzert. Es war insgesamt ein voller Erfolg. Die Kirche war "rappelvoll". Das ganze Dorf beteiligte sich mit einem herrlichen Kuchenbüfett an der Veranstaltung. 5.050,- Mark an Spendengeldern sprechen für sich.

Mit Hilfe von Mittel aus dem Sonderprogramm "Dach und Fach" und aus dem Programm "Dorferneuerung" konnten wir nun den ersten Bauabschnitt konkret planen. Mit unseren Spendengeldern und mit Hilfe unserer Kommune und der Landeskirche Berlin-Brandenburg konnten wir auch die nötigen Eigenmittel aufbringen.

Nun ging es fast Schlag auf Schlag. Am 30. September stand in der Kirche das Gerüst, das wir benötigten, um das hölzerne Tonnengewölbe abzureißen. Nur so ist es nämlich möglich, in den Dachstuhl zu gelangen.

Am 2. Oktober rissen Vereinsmitglieder das Tonnengewölbe ab und entsorgten es. Am 9. Oktober kam der Holzgutachter und bewertete den Zustand des Dachtragewerkes. Das Ergebnis war niederschmetternd: 80 bis 90 Prozent sind vom Schwamm befallen, der sich natürlich auch im Mauerwerk ausgebreitet hat. Doch das konnte uns nicht davon abhalten, sofort die konkreten Bauarbeiten vorzubereiten. Unsere Architekten vom Architektur– und Planungsbüro Jeroch und Partner aus Unbesandten gingen mit großem Elan an die Arbeit.

Seit dem 7. November steht nun auch das Außengerüst, der Abriss des maroden Dachstuhls begann. Der Wiederaufbau wird nach den ursprünglichen Plänen erfolgen und auch wieder die hübschen Gauben vorsehen, die 1962 aus Kostengründen entfernt worden waren.

Wir alle sind sehr stolz auf das Erreichte. Es ist ein Ergebnis gemeinsamer Arbeit. Wir danken an dieser Stelle allen, die uns durch Spenden, Spendenaufrufe und Rat und Tat zur Seite standen. Unser besonderer Dank gilt dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Durch die konkrete Unterstützung von Bernd Janowski und Angus Fowler ist unser Spendenkonto erheblich gewachsen.

Natürlich ist mit diesem ersten Bauabschnitt erst der Anfang gemacht. Wir werden neben den staatlichen und kirchlichen Finanzhilfen auch weiterhin auf Spenden angewiesen sein, denn es gibt noch viel zu tun. Der Turm muss saniert werden, eine neue Schieferabdeckung muss her, innen ist die Empore zu retten. Der seit Jahren ausgelagerte Kanzelaltar bedarf einer gründlichen Renovierung, bevor er wieder an seinem angestammten Platz das Innere der Kirche verschönt. Auch eine neue Bestuhlung ist notwendig.

Uns steht also noch viel Arbeit bevor, doch gemeinsam werden unser Vorhaben realisieren. Wir retten ein Stück Geschichte und Kultur eines Dorfes, das zwar seit der letzten Gebietsreform zu Mecklenburg-Vorpommern zählt, aber seine Wurzeln in der Geschichte Brandenburgs hat. Seine Kirche gehört nach wie vor zur Landeskirche Berlin-Brandenburg.

A. Siemoneit

Hilfreiche Spenden sind willkommen

In unserer Rubrik "In akuter Not" hatte "AK" bereits Anfang dieses Jahres über die Probleme der Bochiner Kirche berichtet und um Spenden geworben.

Für den weiteren Wiederaufbau des alten Gotteshauses ist man auch künftig auf Unterstützung angewiesen.

Der Förderkreis zur Rettung, Pflege und Erhaltung der Bochiner Kirche e.V. erbittet deshalb Spenden auf das Konto:

Sparkasse Prignitz Lenzen
BLZ 160 501 01
Konto-Nr.: 1250002040

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LESERFORUM: Die Sache mit der Birne und dem Apfel

Zu unserer Broschüre "Offene Kirchen 2000 - Brandenburgische Dorfkirchen laden ein" erhielten wir mehrere Zuschriften. Aus zwei Briefen wollen wir hier zitieren.

In Ihrer schönen Zeitschrift fand ich ein Bild "Madonna mit Kind", dazu einen Text "...Das Kind hält statt des Apfels als Symbol der Herrschaft über den Erdball eine Birne..."

Über die Birne habe ich nichts in den Symbolbüchern feststellen können, zum Apfel aber fand ich folgende Aussagen:

Auf romanischen Bildwerken wird das Jesuskind auf Marias Schoß wie ein Erwachsener dargestellt, in der Linken als Zeichen seiner königlichen Herrschaft den "Reichsapfel", eine goldene Kugel mit dem Kreuz. Jesus wird hier also als König und Weltenrichter dargestellt.

In gotischer Zeit wird aus dem gleichen Bildwerk eine liebende Mutter mit einem Kleinkind, die ihm einen Apfel reicht. Dies aber ist der Apfel, mit dem Eva im Paradies abgebildet wird. Hier ist der Apfel also das Zeichen der Sünde, die Jesus auf sich nimmt.

Elisabeth Meyer, Hannover

Die Birne in der Hand des Jesuskindes findet man in der Mark übrigens öfter, die Deutungen sind unterschiedlich. Schreiben Sie uns, wenn Sie etwas zu diesem Thema beitragen können.

D. Redaktion

 

Dank für Informationen, die viel zum Verständnis beitrugen

Wir haben Ende September/Anfang Oktober zwei wunderschöne Urlaubswochen in Rheinsberg verbracht. Wir waren zum ersten Mal in Brandenburg und waren begeistert von Natur und Kultur. Auf unseren Fahrradtouren rund um Rheinsberg haben wir auch mehrere alte Dorfkirchen besucht. Dank Ihrer Aktion "Offene Kirchen" konnten wir diese Kulturdenkmale von innen und außen bewundern.

In Dorf Zechlin fanden wir Ihre Broschüre mit dem Titel "Offene Kirchen 2000 -Brandenburgische Dorfkirchen laden ein". Ihre Zeitschrift hat viel zum Verständnis dessen beigetragen, was wir gesehen haben.

Ganz herzlichen Dank dafür.

Dr. Wolfgang Erfeld

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Wir begrüßen neue Mitglieder

Seit März dieses Jahres können wir als neue Mitglieder begrüßen:

Hendrik Bäßler, Berlin; Hendrikje Flick, Kemnitz; Wolf-Dieter Griese, Berlin; Dr. Gabriela Grunow, Frankfurt/Main; Manfred Guder, Berlin; Heidi-Angelika Hammelbacher, Berlin; Arnulf Kraft, Berlin; Ilona Kretzschmar-Schmidt, Basdorf; Dr. Michael Kröner, Bergholz-Rehbrücke; Arno Leye, Bad Freienwalde; Hans-Stefan Müller, Berlin; Jutta Müller, Berlin; Dr. Helga Ninnemann, Tübingen; Anne Quirin, Berlin; Dr. Klaus Rischar, Schlüchtern; Guido Schöpp, Bad Homburg v. d. H.; Margot Stamm, Berlin; Konstanze Stehr, Jühnsdorf; Dr. Hans-Ulrich Strümpel, Hannover.

Wir freuen uns über die neuen Mitglieder und auf eine gute Zusammenarbeit zum Besten unseres gemeinsamen Anliegens.

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Meldungen

Dankbares Gedenken an Joachim Redmer

Joachim Redmer, Lehnitz bei Oranienburg, ist unerwartet verstorben. Er war führendes Mitglied des Bauausschusses vom Kirchenkreis Oranienburg.

Bei der Exkursion u.a. zum Stift "Zum heiligen Grabe" hatten wir ihn erstmals kennen gelernt, bald danach sein Engagement bei den gemeinsamen Bemühungen um die Kirche in Kreuzbruch schätzen gelernt.

Wir gedenken in dankbarer Erinnerung seiner wertvollen Mitarbeit und sprechen seiner Witwe und Familie unser herzliches Beileid aus.

FAK-Ausstellung bis Ende 2000 in Potsdam

Die Wanderausstellung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg "Chancen für Dorfkirchen?" ist noch bis Jahresende in der Potsdamer Stadt– und Landesbibliothek, Potsdam, Am Kanal, zu besichtigen.

Fördervereine setzen auf Gemeinsamkeit

Anfang November trafen sich in der Feldsteinkirche des nahe der Stadt Prenzlau gelegenen Dorfes Gollmitz die Vertreter von zahlreichen Fördervereinen des Landkreises, die sich der Pflege und Instandsetzung denkmalgeschützter Bauten widmen. Vertreter aller im Kreistag vertretenen Parteien bekundeten ihr Interesse am Erhalt der Denkmale, sahen sich aber nicht in der Lage, finanzielle Zusagen zu machen. Es bleibt zu hoffen, dass das ehrenamtliche Engagement auf diesem Gebiet durch das Treffen in Zukunft verstärkt Beachtung findet.

Die auf Einladung des Freundeskreises Gollmitzer Wehrkirche erschienenen Vereinsvertreter vereinbarten ein weiteres Treffen für das Jahr 2001 in der St.-Marien-Kirche in Boitzenburg sowie eine bessere Abstimmung der Vereinsaktivitäten.

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Termine

Architektur der Stadtpfarrkirchen

Als erste Veranstaltung im kommenden Jahr lädt der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg zu einem Vortrag von Dirk Schumann ein: "Die brandenburgischen Stadtpfarrkirchen und die Architektur des Hallenumgangschores".

Termin: Freitag, 12. Januar 2001, 18.30 Uhr; Hörsaal 3348 der Theologischen Fakultät im Berliner Dom. Anschließend Möglichkeit zum Gespräch in den Räumen des Kunstdienstes.

Eine Einladung zu dieser Veranstaltung liegt der heutigen Ausgabe bei.

Auch auf der Grünen Woche 2001 im Berliner ICC wird der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg wieder vertreten sein. In Kooperation mit dem Verein "Landurlaub in Brandenburg" informiert er am gemeinsamen Stand über sein Wirken.
Die Grüne Woche findet vom 19. bis 28. Januar 2001 statt.

Die wiedererstandene Dorfkirche von Glambeck bietet in den Wintermonaten auch wieder Konzerte an. "Der Mond ist aufgegangen..." ist das Motto eines Konzerts mit Andreas Göbel am Bechstein-Flügel am Sonnabend, 16. Dezember, 15 Uhr. Ebenfalls um 15 Uhr beginnt das Neujahrskonzert am 1. Januar 2001.

In die Prignitz führt eine Busfahrt von "Brandenburgische Exkursionen" am Sonnabend, 16. Dezember. Auf dem Programm stehen u. a. Führungen durch die Dorfkirche Zernitz und die Plattenburg sowie ein Adventskonzert im Rittersaal der Plattenburg. Teilnahmekosten 88.– DM.
Auskünfte und Anmeldungen über Tel./Fax: (0 30) 29 66 91 89.

Nach Hohenleipisch und zur St.-Nikolai-Kirche von Bad Liebenwerda geht es am Montag, 18. Dezember mit Dr. Jan Feustel. Preis 90,- DM.
Auskünfte und Anmeldungen über Tel./Fax: (0 30) 29 66 91 89.

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