Die Dorfkirche von Darritz (Ostprignitz-Ruppin)

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Das hübsche Rundlingsdorf Darritz liegt etwa sieben Kilometer nordwestlich von Neuruppin. Erstmalig urkundlich erwähnt wird der Ort 1360, als der Ritter Henning von Behr darüber Klage führt, dass die Grafen von Lindow sein Dorf "Dargitz" verwüstet hätten ("dat se my wuste gemaket min dorp tu Dargize"), so dass er drei Jahre der Pacht entbehren musste. Später war über lange Zeit die Familie von Rohr im Besitz des Dorfes.

Die Darritzer Kirche ist wesentlich jünger; der Backsteinbau mit schlankem Westturm und halbrunder Apsis wurde zwischen 1845 und 1848 im Rundbogenstil der Schinkel-Nachfolge neu errichtet. Eine 1778 gegossene Glocke weist jedoch darauf hin, dass es einen Vorgängerbau gegeben haben muss. Der schlichte Innenraum erhielt seine jetzige Farbfassung wohl um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Im Apsisbogen ist ein Zitat aus Matthäus 11,28 zu lesen: "Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.". Dahinter wölbt sich ein blauer Sternenhimmel über dem einfachen Altartisch. Die Orgel, immerhin ein zweimanualiges Instrument mit sieben Registern schuf ursprünglich 1894 der Neuruppiner Orgelbauer Albert Hollenbach. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges gingen die meisten der Metallpfeifen verloren. Eine erste notdürftige Instandsetzung erfolgte in den 50er Jahren durch den Eberswalder Orgelbauer Karl Gerbig; eine gründliche Restaurierung erfolgte vor zwei Jahren durch die Firma von Matthias Beckmann aus Friesack.

Die Orgel erklingt nun wieder regelmäßig in Gottesdiensten und Konzerten. Dringend sanierungsbedürftig ist jedoch die Gebäudehülle. Die Holzkonstruktion des Dachstuhls und die Deckenbalken sind durch jahrelange Feuchtigkeitseinwirkung massiv geschädigt; vor allem im Bereich der eingemauerten Fußpunkte der Deckenbalken sind gravierende Schäden durch Nassfäule problematisch. Die zu DDR-Zeiten aufgebrachte Dachdeckung aus Betondachsteinen ist inzwischen porös und undicht. Auch am Fassadenmauerwerk sind Schäden sichtbar. Die bauzeitlichen Fensterrahmen sind weitgehend verfault, so dass die Bleiverglasung herauszufallen droht. Kurz: Die Darritzer Kirche bedarf einer umfassenden Instandsetzung.

Diese wird in diesem Jahr auch möglich, da es der Kirchengemeinde und dem rührigen Förderverein gelungen ist, finanzielle Mittel des Landes Brandenburg und der Landeskirche einzuwerben. Auch die Stiftung zur Bewahrung Kirchlicher Baudenkmäler (KiBa) hat bereits ihre Hilfe zugesagt. Trotzdem bleibt es für die Kirchengemeinde eine schwere Aufgabe, den notwendigen Eigenanteil in Höhe von etwa 40.000 Euro aufzubringen. Dabei möchte auch der Förderkreis Alte Kirchen helfen und hat seine finanzielle Unterstützung zugesagt.

Informationen: Evangelische Gesamtkirchengemeinde Temnitz; Dorfstraße 21; 16818 Walsleben; Tel.: 033920-50334; Mail: temnitz@kirche-wittstock-ruppin.de


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