Die Preisträger des "Startkapital für Kirchen-Fördervereine 2014"

Foto: Manfred Hollwitz
Originelle "Falken-Thaler" zu verkaufen

Diesen Turm sieht man schon von weitem in der Havelniederung des Löwenberger Landes. Er ist nicht nur sehr hoch, er hat auch etwas Einmaliges zu bieten unter den märkischen Dorfkirchen: einen barocken Turmaufsatz aus Fachwerk, der von einer Laterne gekrönt wird. Die Falkenthaler sind sehr stolz auf das markante Wahrzeichen. Daher gründeten sie 2013 einen Förderverein, als Bauschäden offensichtlich wurden. Der gesamte obere Teil des 300 Jahre alten Turmes muss saniert werden, das Holz ist mürbe und das Fachwerk bröckelt. Aus diesem Grunde können auch nicht mehr so oft alle drei Glocken gleichzeitig geläutet werden, die oben im Fachwerk hängen. Die Kosten für die Turm-Sanierung dürften sich auf etwa 350.000 Euro summieren. Es ist klar, dass die kleine Gemeinde diese Summe nicht allein aufbringen kann. Doch der Förderverein ist kreativ beim Geldsammeln - er organisiert Turmfeste und verkauft "Falken-Thaler" für zehn Euro das Stück. Vor kurzem bewirtete man Gäste der Hoffnungskirchengemeinde aus Berlin-Tegel. Denn die hatte auf einem Basar auch Geld für die Falkenthaler Kirche gesammelt.

Konrad Mrusek

  Förderkreis Dorfkirche Falkenthal e. V.
 
Oberhavel
 
Text und Foto: Carsten Lange
Einem großen Baumeister verpflichtet

Als sich im vergangenen Jahr engagierte Bürger der Stadt Joachimsthal und Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde der Stadt zur Gründung eines Fördervereins entschlossen, war den wenigsten Mitstreitern wohl das Ausmaß der notwendigen Sanierungsmaßnahmen an dem Gotteshaus bekannt. Die Kreuzkirche, zentral in der Stadt gelegen und von der Schorfheide umgeben, gehört zum Gesamtwerk von K. F. Schinkel.

Beim Stadtbrand am 20. April 1818 wurde der Vorgängerbau stark beschädigt und nach den Plänen Schinkels als klassizistischer Putzbau wiederhergestellt. Der besondere Charakter des Hauses ist auch heute deutlich erkennbar, wenngleich besonders im Innern der Kirche zu DDR-Zeiten bauliche Veränderungen vorgenommen worden sind, die den Charakter des Hauses nachdrücklich veränderten.

Gemeindevertreter und Bürger des Ortes wollen durch gemeinsames Handeln zunächst die nunmehr dringend erforderliche Sanierung der Außenhülle der Kirche in Angriff nehmen. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit und reges Spendensammeln - Dachziegel, Fensterscheiben und sogar Dachzinnen können symbolisch gekauft werden - sollen die Geldzuweisungen durch die Landeskirche, von Land und Kommune sowie Stiftungen ergänzen.

  Förderverein Schinkelkirche Joachimsthal e. V.
 
Barnim
 
Foto: Klaus Winsel
Auch die Älteste soll eine Zukunft haben

Die malerisch am Unteruckersee gelegene Sabinenkirche ist in Teilen ihrer Bausubtanz der älteste Sakralbau der Stadt Prenzlau. Zu den Ausstattungsstücken gehören ein schöner Renaissancealtar von 1597, ein eindrucksvolles spätgotisches Kruzifix, ein barocker Taufständer und vier große Ölgemälde mit den Bildnissen früherer Pfarrer.

Nach dem Ausbau der Jakobikirche zum modernen Gemeindezentrum ist die zukünftige gottesdienstliche Nutzung des Gebäudes ungewiss. Zudem gibt es dringenden Sanierungsbedarf: Teile des Dachstuhls sind marode, die Mauerkrone weist Schäden auf und der Fußboden ist defekt. Im Turm klaffen Lücken zwischen der Holzkonstruktion und dem Mauerwerk.

Der 2013 gegründete Förderverein lässt gegenwärtig ein Baugutachten erstellen und möchte langfristig auch ein tragfähiges Nutzungskonzept präsentieren. Durch Konzerte und weitere Veranstaltungen konnten erste Spendengelder eingeworben werden.

  Förderverein Sabinenkirche Prenzlau e. V.
 
Uckermark
 
Text und Foto:Uwe Donath
Dringend: Helft uns, bevor er fällt

Die Feldsteinkirche mit dem quadratischen spätgotischen Westturm stammt aus dem 13./14. Jahrhundert. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erhielt der massive Turm ein Fachwerkoberteil, die Fensteröffnungen wurden vergrößert und das Kirchenschiff nach Osten hin erweitert.

Der Schreck bei den Reichenwaldern war groß, als 2013 das Ergebnis eines Baugutachtens vorlag - ihre Kirche ist ein dringender Sanierungsfall. Weil in den tragenden Balken Schwamm ist, muss die Kirche im Inneren abgestützt werden. Der Turm neigt sich immer mehr. Die Sanierungskosten werden auf 436.000 Euro geschätzt.

Der 2013 gegründete Förderkreis will verhindern, dass die Kirche mit ihrem sehr aktiven Gemeindeleben nun gesperrt wird. Die Glocken müssten dann ebenso schweigen wie eine der ältesten Orgeln im Kirchenkreis aus der Werkstatt Grueneberg, Stettin. Mit professioneller Öffentlichkeitsarbeit und gezieltem Einwerben von Spenden wollen Förderverein und Kirchengemeinde gemeinsam ihre Kirche bewahren.

  Förderverein Kirchensanierung Reichenwalde e. V.
 
Oder-Spree
 
Foto: Siegfried Zschärlich
Risse unterm schiefen Dach

Die Feldsteinkirche, ein Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert, wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts mehrmals umgebaut. Aus dieser Zeit stammen auch der Altar, die Kanzel, das Kirchengestühl und die Patronatsloge. Die Kirche besitzt einen hölzernen, mit Schiefer verkleideten Turmaufbau. Obwohl im Innern noch keine größeren Schäden sichtbar sind, ist Sanierung dringend geboten. Das Kirchendach sitzt schief. Weil die Balkenköpfe marode sind, drückt der Dachstuhl auf das Kirchenschiff, das Mauerwerk reißt. Mauerkrone, Gesims und Turm sind zu erneuern.

Zur Erhaltung der Kirche gründete sich 2013 der Förderverein mit derzeit 45 Mitgliedern. Der Förderkreis Alte Kirchen hat die Vereinsgründung von Anfang an begleitet. Ein Ingenieurbüro wurde beauftragt und hat die Sanierungskosten auf 320.000 Euro veranschlagt. Das übersteigt bei weitem die Möglichkeiten des Fördervereins, weshalb die Aufnahme in den Investitionsplan des Kirchlichen Bauamts beantragt wurde. Spürbar aber ist schon heute, dass bereits nach einem Jahr die Aktivitäten des Fördervereins unter der Leitung von Siegfried Zschärlich viel zur Festigung der Dorfgemeinschaft beigetragen haben.

Uwe Donath

  Förderverein Feldsteinkirche zu Wollenberg e. V.
 
Märkisch-Oderland
 

  zurück