Die Preisträger des "Startkapital für Kirchen-Fördervereine 2009"

Dorfkirche Halbe
Zum 100. Geburtstag ohne Runzeln

Erst vor wenigen Monaten wurde die schlichte neubarocke Kirche in Halbe, 1913/14 von dem Architekten Carl Steinberg unter kaiserlichem Patronat erbaut, in die Denkmalliste eingetragen. Die Initiative dazu ging vom örtlichen Förderverein aus, der sich zum Ziel gesetzt hat, die inzwischen unübersehbaren Bauschäden an dem Gebäude beseitigen zu lassen. Innerhalb kurzer Zeit hatte der Verein mit Benefizkonzerten, einem Sommerfest und anderen Veranstaltungen eine breite Akzeptanz für das Kirchengebäude im Ort geschaffen. Zur Zeit sorgen Schutznetze am Kirchturm dafür, dass Besucher nicht von herabfallenden Putzbrocken getroffen werden. Bis zum 100. Geburtstag der Kirche aber soll sie wieder in altem / neuem Glanz erstrahlen.

  Förderverein Dankeskirche Halbe e.V.
 
Landkreis Dahme-Spreewald
 
Dorfkirche Hermsdorf
Hohe Ziele: Dach und Turm

Der im Kern spätmittelalterliche Feldsteinbau wurde im 18. Jahrhundert umgestaltet. Damals erhielt die Kirche durch den Anbau von zwei Patronatslogen ihren kreuzförmigen Grundriss sowie einen Dachturm mit barockem Aufsatz. Wegen Baufälligkeit musste der Turm 1987 abgetragen werden. Langfristiges Ziel des Hermsdorfer Kirchbauvereins ist die Wiederherstellung des Turms. Darüber hinaus jedoch ist eine Reparatur des Kirchendaches dringend notwendig. An den bisher durchgeführten Arbeiten zur Sicherung des Gebäudes beteiligten sich die Mitglieder des Vereins in großem Umfang. Durch Veranstaltungen und den Verkauf eines Fotokalenders konnten erste Gelder eingeworben werden. Ein umfangreiches bautechnisches Gutachten ist bereits in Auftrag gegeben worden.

  Kirchbauverein der Evangelischen Kirche Hermsdorf e. V.
 
Landkreis Oberspreewald-Lausitz
 
Dorfkirche Löhme
Programme für Pilger-Pausen

Die Dorfkirche von Löhme ist ein mittelalterlicher Feldsteinbau mit quadratischem Westturm. Nachdem Studenten der Europa-Universität Viadrina ein Teilstück des europäischen Jakobsweges im östlichen Brandenburg erforscht haben, möchte der Förderverein Dorfkirche zu Löhme das Bauwerk als "Kirche am Pilgerweg" für Besucher öffnen. Konzerte, Lesungen und Kirchenkino werden angeboten. In Zusammenarbeit mit Vereinen und Institutionen ist die Kirche in regionale Tourismus-konzeptionen integriert. Der Verein beschäftigt sich intensiv mit der Geschichte des Kirchengebäudes und hat ein Konzept für Kirchenführungen erarbeitet. Langfristiges Ziel ist die umfassende Sanierung des Kirchengebäudes, das inzwischen größere Baumängel aufweist.

  Förderverein Dorfkirche zu Löhme e. V.
 
Landkreis Barnim
 
Dorfkirche Seehausen
Mit solchen Schätzen kann man wuchern

Die Seehausener Dorfkirche ist ein bescheidener Fachwerkbau. Er besitzt jedoch eine bemerkenswerte Ausstattung, die zum größten Teil aus der Renaissance stammt. Bauschäden an der Holzkonstruktion der Kirche sind inzwischen unübersehbar. Im September 2008 gründete sich ein Förderverein, der dem abhelfen möchte. Ein umfangreiches Baugutachten ist inzwischen in Auftrag gegeben worden.
Auf Initiative des Kirchen-Fördervereins fand der jährliche Seehausener Weihnachtsmarkt in der alten Dorfkirche statt und lockte viele Besucher an. Die Predigt im Ostergottesdienst hielt der Bundestagsabgeordnete Markus Meckel, der auch Schirmherr der Initiative ist.
Durch Konzerte, Ausstellungen und andere Veranstaltungen soll die Seehausener Kirche künftig zum kulturellen und sozialen Zentrum des Ortes werden. Als "Offene Kirche" findet sie bereits jetzt großes Interesse bei den zahlreichen Besuchern des uckermärkischen Ortes.

  Förderverein Dorfkirche Seehausen e. V.
 
Landkreis Uckermark
 
Johannisthal
Ein ungewöhnliches Ensemble bewahren

Der 1753 im Südosten von Berlin gegründete Ort Johannisthal erlebte im 19. Jahrhundert durch die Errichtung eines Kurbades einen rasanten Aufschwung. Mit dem Anwachsen der Einwohnerzahl und der Einbindung in die 1920 geschaffene Groß-Gemeinde Berlin entstand der Bedarf nach einem Kirchengebäude für die wachsende Kirchengemeinde. Die Gemeinde erwarb das Grundstück des ehemaligen Johannisthaler Kurhauses mit Restaurationsgarten, Musikpavillon und einem Ausflugsrestaurant, um es kirchlich zu nutzen. Dieses Ensemble blieb im wesentlichen bis heute erhalten und ist Heimstatt der Kirchengemeinde. Der Förderverein setzt sich für die bauliche Erhaltung der historischen Gebäude ein, deren Bestand wegen einer Gemeindefusion inzwischen in Frage gestellt wurde. Zugleich möchte er die Kirchengebäude für übergemeindliche kulturelle Nutzungen öffnen.

  Förderverein zur Erhaltung des evangelischen Kirchengebäudes in Johannisthal
 
Berlin
 
Pfarrhaus Lebusa
Musik statt Morbidität

Den Entwurf für die barocke Dorfkirche von Lebusa lieferte der berühmte Dresdener Architekt Matthäus Daniel Pöppelmann. Größter Schatz der Kirche ist eine gut restaurierte Orgel des sächsischen Instrumentenbauers Gottfried Silbermann. Durch zahlreiche Konzerte hat sie sich in den vergangenen Jahren einen weit über die Region hinaus reichenden guten Ruf erworben. Neben der Kirche befinden sich ein seit Jahren ungenutztes Pfarrhaus (Foto) und ein zum Grundstück gehörender Oberlaubenstall, die trotz erster Notsicherungsmaßnahmen gravierende Schäden aufweisen. Der Förderverein möchte in diesen Gebäuden ein Orgel- und Kulturzentrum einrichten. Hier sollen internationale Meisterkurse an der Silbermann-Orgel stattfinden und ehrenamtliche Organisten für die Region ausgebildet werden. Geplant ist auch ein kleines Museum zur Geschichte der Orgel und ihres Erbauers.

  Förderverein Orgel- und Kulturzentrum Lebusa e. V.
 
Landkreis Elbe-Elster

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