Startkapital-Gewinner sind ermittelt

Jury hatte unter 15 Bewerbern zu wählen

Die Jury hat entschieden, die Gewinner der Ausschreibung "Startkapital 2005" sind ermittelt.

Insgesamt waren 15 Bewerbungen eingegangen. Der schwierigen Aufgabe, die richtige Auswahl zu treffen, unterzogen sich diesmal die Jurymitglieder Marianne Fiedler, Vorstandsmitglied des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Branden-burg , Superintendent i. R. Klaus-Heinrich Kanstein; Christa Menz, Untere Denkmalschutzbehörde Potsdam Mittelmark, Mitglied der brandenburgischen Architektenkammer; und Architekt Johannes Penzel. Ihnen sei hier herzlicher Dank gesagt für ihre Arbeit.

Feierlich übergeben werden die Preise am 23. September in Templin anlässlich der Veranstaltung "Die Kirche dankt" mit Bischof Wolfgang Huber.


Dorfirche Carzig

Kugel und Kreuz als Signal

In Carzig steht noch heute eine der zahlreichen Kirchenruinen des Oderbruchs, wo eine der letzten und sinnlosesten Schlachten des 2. Weltkrieges stattfand. Von dem neugotischen Backsteinbau blieben der stark verkürzte Turm sowie Mauerreste des Kirchenschiffes erhalten. Nach dem Krieg schuf sich die Gemeinde einen kleinen Kirchsaal im Inneren der Ruine als Notkirche.

Mit Phantasie und Engagement möchte der Verein die Ruine sichern und langfristig die Kirche wieder aufbauen. Bestandsaufnahme und Bauplanung konnten in Auftrag gegeben und verschiedene bauvorbereitende Maßnahmen durchgeführt werden. Seit kurzem ziert das Turmdach eine neue Bekrönung aus Kugel und Kreuz – als erstes Zeichen für die großen Vorhaben.

  Initiative Dorfkirche Carzig e.V.
 
Landkreis Märkisch Oderland
 
Altes Pfarrhaus Groß Döbbern

Rettung eines wertvollen Einzeldenkmals

Das in Teilen aus dem 16. Jahrhundert stammende ehemalige Pfarrhaus in Groß Döbbern ist ein wertvolles Einzeldenkmal in der Region und vermutlich das älteste Pfarrhaus im Land Brandenburg. Durch viele Jahre der Nichtnutzung ist das Gebäude akut bedroht, Teile des Daches stürzten im vergangen Winter ein. Der Förderverein möchte das alte Pfarrhaus sichern und instand setzen. Für die langfristige Nutzung wurde ein Konzept entwickelt, das einen breiten Konsens im Dorf findet – geplant ist ein "Dorfgemeinschaftshaus" im weitesten Sinne. Um seine Ziele verwirklichen zu können, verhandelt der Verein zur Zeit mit der Kirchengemeinde um die Eigentumsübertragung des denkmalgeschützten Hauses.

  Förderverein Altes Pfarrhaus Groß Döbbern e. V.
 
Landkreis Spree-Neiße
 
Günterberg

Förderung von Kultur– und Sozialarbeit

Ein zwischen dem Verein, der Kirchengemeinde und der Kommune geschlossener Vertrag über die Nutzung des Turmuntergeschosses als weltliche Trauerhalle ermöglichte bereits die Finanzierung der Sicherung des stark gefährdeten Turmhelmes. Weitere Arbeiten zur Fertigstellung des Raumes sind im Gange.

Der Verein, der sich neben der Dorfkirche auch um die mittelalterliche Burgruine im Ort bemüht, begreift seine Arbeit in der Denkmalpflege auch als Kultur- und Sozialarbeit in einer strukturschwachen Region. Unter seiner Regie finden Konzerte, Theateraufführungen und Diskussionsrunden zu aktuellen gesellschaftlichen Themen statt. Durch eine "offene Kirche" sollen Identität vermittelt und Dorfgemeinschaft bewahrt werden.

  Verein Denkmalpflege Günterberg e. V.
 
Landkreis Uckermark
 
Kirche zu Kroppen

Fundament gesichert

Die Kroppener Dorfkirche ist einer der wenigen Kirchenneubauten des 18. Jahrhunderts im Süden des heutigen Landes Brandenburg. Das Bauwerk wurde auf einem Eichenrost errichtet, der durch Verrottung zu Setzungen führte. Durch umfangreiche Baumaßnahmen konnten vorerst das Fundament stabilisiert und die Kirche gesichert werden.

Unterstützt wurden die Baumaßnahmen vom örtlichen Kirchbauverein, der aus einer starken Kirchengemeinde heraus entstand. Vereinsmitglieder beteiligten sich an Arbeitseinsätzen und organisierten Benefizkonzerte. Spenden wurden akquiriert und ein Kirchenkalender herausgegeben.

  Kirchbauverein der Kirche zu Kroppen e. V.
 
Landkreis Oberspreewald-Lausitz
 
Kirche Stüdenitz

Erste Erfolge gemeinsamer Bemühungen

Mit 55 Metern Höhe steht in Stüdenitz der höchste Kirchturm einer Dorfkirche in der Prignitz. Gebaut wurde die Kirche 1856 im neugotischen Stil. Sie zeugt vom Wohlstand der damaligen Bewohner, aber auch von ihrem Stolz und ihrem Glauben.

Die Sanierung und Instandhaltung des riesigen Gebäudes ist für die kleine Gemeinde heute weit schwieriger zu bewerkstelligen und nur mit dem Engagement vieler zu schaffen.

Der Stüdenitzer Verein kann nach dem ersten Jahr seiner Tätigkeit bereits Erfolge aufweisen: So wurde durch eine Spendenaktion die Reparatur der defekten Glocke möglich. Ein Nutzungskonzept wurde erarbeitet; dabei ist die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinde, Kommune und Verein als sehr gut zu bewerten. Veranstaltungen finden im Ort große Resonanz.

  Förderverein Kirche Stüdenitz e. V.
 
Landkreis Ostprignitz-Ruppin
 
Kirche Wulkow

Ein Kleinod in der Dorfmitte bewahrt

Die Wulkower Kirche ist ein reizvoller polygonaler, oval wirkender Fachwerkbau mit sichtbarer Ziegelausfachung und einem zentralen Dachreiter mit offener Laterne. Als die Kirche wegen akuter Einsturzgefahr nicht mehr genutzt werden konnte, wurde sie von kirchlicher Seite aufgegeben und von der Kommune Wusterhausen / Dosse in Trägerschaft übernommen.

Die Kommune sorgte auch für die umfangreiche Sanierung in den vergangenen Jahren. Der Förderverein gründete sich, um eine dauerhafte zukünftige Nutzung des Kirchengebäudes gewährleisten zu können. Erste Konzerte wurden veranstaltet, deren Erlös der Restaurierung der Ausstattung sowie dem Einbau einer Heizung dienen soll.

Die Nutzung der Kirche in dem winzigen Ort wird bescheiden bleiben. Das wichtigste Ziel jedoch ist erreicht: Der historische Mittelpunkt des Dorfes bleibt gewahrt und es sind Menschen da, die sich um seine Pflege und Erhaltung bemühen.

  Kunst– und Kulturkirche Wulkow e. V.
 
Landkreis Ostprignitz-Ruppin
 
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