Bernd Janowski

"Gotteshäuser oder Museen?
Der demographische Wandel und die Zukunft unserer Dorfkirchen"

Vortrag am 15. Januar 2009 in der St. Matthäuskirche im Berliner Kulturforum

In seinem Roman "Der Nebelfürst" erzählt der Schriftsteller Martin Mosebach die Geschichte eines Polarforschers, der als Bankrotteur und gescheiterter Betrüger endet. Am Schluss der Handlung entwickelt der Held des Buches im Jahr 1900 den Plan, ein Reisebüro zu gründen. In seinen Zukunftsphantasien stellt er fest: "Zusehen ... das ist die Zukunft." Die Menschen werden die Schlösser geköpfter Könige und abgesetzter Monarchen ebenso besichtigen wie die Schlachtfelder vergangener Kriege. Und dann lässt Mosebach seinen Protagonisten den Satz ausrufen: "Wenn die Religion endlich eingeschlafen ist, dann werden wir Kirchen besuchen!"

Wie weit sind wir heute noch von der Erfüllung dieser Vision entfernt? Während die Zahl von kirchlichen Konzertbesuchern und Touristen zunimmt, geht die Zahl der Kirchenmitglieder und Gottesdienstbesucher kontinuierlich zurück.

Ich habe meinen heutigen Vortrag in drei Teile gegliedert:

Zu Beginn möchte ich einen Blick auf die aktuelle demographische Situation im ländlichen Bereich des Landes Brandenburg und ihre Auswirkungen auf die Institution Kirche und ihren Gebäudebestand werfen. Für die hier ablaufenden Prozesse verwenden Wissenschaftler, Regionalplaner und Politiker inzwischen einheitlich den Begriff "Schrumpfung".

Im zweiten Teil meiner Ausführungen beschäftige ich mich mit der Funktion und der soziokulturellen Aufgabe der Dorfkirchen in Vergangenheit und Gegenwart.

Im dritten Teil schließlich möchte auch ich einen Blick in die Zukunft wagen und darüber nachdenken, welche Schwerpunkte die zukünftige Arbeit des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg bestimmen könnten.

Vor etwas mehr als einem Jahr erregte für kurze Zeit eine Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung die Gemüter. In Auftrag gegeben hatte die Untersuchung der brandenburgische Landtag. Im letzten Teil des 60-seitigen Gutachtens werden Empfehlungen für die Politik gegeben. Wörtlich heißt es hier u.a.: "Um die Aufwendungen für die verbleibenden Schwundstandorte so gering wie möglich zu halten, muss das Land versuchen, die Menschen dort, wo kein anderer Impuls möglich ist, zum Abwandern zu bewegen." Da es sich finanziell nicht lohne, in peripheren Randregionen die Infrastruktur aufrecht zu erhalten, sollte die ohnehin starke Landflucht in solchen Gebieten durch Wegzugsprämien beschleunigt werden. Als Konsequenz empfiehlt die Studie schließlich, aus den entleerten Regionen "Naturerlebnisgebiete" zu gestalten und dadurch Touristen anzuziehen.

Dieser Vorschlag ist nicht neu. Bereits einige Jahre zuvor hatte der Soziologe Wolfgang Engler unter dem Schlachtruf "Friede den Landschaften" vorgeschlagen, Ostdeutschland zu einem riesigen Landschafts- und Nationalpark zu machen, mit den verbliebenen Bewohnern als staatlich alimentierten Rangers. Und der Ökonom Joachim Ragnitz vom Deutschen Institut für Wirtschaft (DIW) in Halle verkündet pragmatisch: "Wir müssen die Regionen auswählen, die gefördert werden, und jene, bei denen nur noch der Rückbau organisiert werden kann."

Rückbau organisieren also? Wozu dann vorher noch die Kirchen sanieren? Vielleicht um sie als Museen einer längst vergangenen Zeit zu nutzen in den neu entstehenden Nationalparks, durch die dann die letzten verbliebenen Einwohner als Ranger japanische Touristengruppen führen?

Der Strukturwandel im ländlichen Raum ist in der Tat gravierend in seiner Schnelligkeit und Endgültigkeit. Statt von blühenden Landschaften ist inzwischen von der "Renaturierung" aufgegebener Regionen die Rede.

Während die von der Bundesanstalt veröffentlichten Zahlen ein Sinken der Arbeitslosigkeit vermelden, tauchen zahlreiche ALG II- (umgangssprachlich: Hartz IV-) Empfänger sowie in MAE-Maßnahmen Beschäftigte (umgangssprachlich: Ein-Euro-Jobber) in keiner Statistik mehr auf, so dass der tatsächliche Anteil von Beschäftigungslosen in weiten Teilen des Landes Brandenburg weit über 30 Prozent liegen dürfte.

Trotz der wachsenden Zahl von Spaß- und Erlebnisbädern, die in den märkischen Sand gesetzt werden, wandert die Jugend mangels Ausbildungs- und Arbeitsplätzen weiterhin im großen Stil ab. Meist sind es die besser ausgebildeten Jugendlichen, die ihr Glück im Westen oder im Süden der Bundesrepublik suchen. Der Anteil der Abiturienten unter den Abwanderern ist doppelt so hoch wie in der durchschnittlichen erwachsenen Bevölkerung, bei den Frauen sogar dreimal so hoch. Nachdem 1945 mit den zumeist adligen Gutsbesitzerfamilien auch die Kulturträger aus dem Land gejagt wurden und mit der Zwangskollektivierung die Flucht zahlreicher Groß- und Mittelbauern in Kauf genommen wurde, bluten durch die Abwanderung der Jugend die ländlichen Regionen in Brandenburg weiter intellektuell aus. Hinzu kommt, dass bereits in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts die Geburtenrate in Ostdeutschland auf ein weltweit historisches Tief gefallen war. Während die normale Reproduktionsrate bei etwa 2,3 Kindern pro Frau liegt, bekam jede Frau in den neuen Bundesländern 1994 statistisch gesehen 0,8 Kinder. Vermutlich wurden nur im Vatikan noch weniger Kinder geboren.

Das soziale Gefüge in unseren Dörfern hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren dramatisch verändert. Das Versorgungsnetz wird immer grobmaschiger. Schulen und Arztpraxen, Dorfläden und Kneipen, Postämter und Sparkassenfilialen sind weitgehend geschlossen. Der öffentliche Nahverkehr ist in manchen Regionen nahezu zum Erliegen gekommen. Und das entscheidende: In einem weitgehend agrarisch geprägten Flächenland wie Brandenburg sind seit 1990 mehr als 90 Prozent der Arbeitsplätze in der Landwirtschaft weggefallen. Damit liegt in dem vergleichsweise stark ländlich geprägten Flächenland (Eine Bevölkerungsdichte von 88 Personen je Quadratkilometer entspricht dem zweitniedrigsten Wert im Bundesdurchschnitt.) der Beschäftigungsanteil in der Land- und Forstwirtschaft nur noch bei 4 Prozent. Der Anteil der Landwirtschaft in Brandenburg an der Bruttowertschöpfung des Landes lag im Jahr 2007 bei gerade einmal 1,8%.

Über Jahrhunderte hinweg waren die Dörfer halbwegs autark. Wer im Dorf wohnte, hatte dort seine Arbeit und sein Einkommen. Und er konnte einen Großteil des verdienten Geldes auch im Dorf wieder ausgeben. Noch vor wenigen Jahrzehnten spielte die Landwirtschaft in den Dörfern die Rolle, die sie über viele Jahrhunderte hinweg gespielt hatte: Sie war Nahrungsmittelproduzentin und bestimmte zugleich den Tages- und Lebensablauf der Bewohner. Diese Zeiten der Agrarromantik sind jedoch endgültig vorbei, scheinbar feste Strukturen zerbrochen. Der niederländische Autor Geert Mak bringt die Umbrüche in den Dörfern in einem einzigen Satz auf den Punkt: "Ende des zwanzigsten Jahrhunderts erlebten wir die letzten Jahre einer Kultur, wie wir sie jahrhundertelang gekannt haben, die uns aber jetzt binnen weniger Jahrzehnte zwischen den Fingern zerrann."

Auch auf die Präsenz und Wirkung der Kirche als Institution und auf die Situation der Kirchengebäude haben die derzeitigen demographischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Schrumpfungsprozesse gravierende Auswirkungen. Im Landesdurchschnitt Brandenburgs gehören nur noch etwa zwanzig Prozent der Menschen einer christlichen (d. h. in der großen Mehrheit der evangelischen) Kirche an. Durch den Rückgang der Gemeindegliederzahlen, durch die ungüstige Entwicklung der Altersstruktur sowie durch die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit sind die Einnahmen aus den Kirchensteuern weiter rückläufig. Hinzu kommt und das wird in der öffentlichen Diskussion häufig übersehen dass die ohnehin nicht all zu zahlreich verbliebenen Kirchenmitglieder in zunehmendem Maße den religiösen Feiern fernbleibt. Gerade einmal vier Prozent der Protestanten in Deutschland besuchen im Durchschnitt den sonntäglichen Gottesdienst. Der Architekt Rainer Fisch stellt in seiner kürzlich erschienenen Publikation über die Umnutzung von Kirchen sogar die provokante Frage, ob das wirkliche Problem zu viele Kirchengebäude oder ein mangelndes Angebot an die Menschen ist.

Im ländlichen Raum Brandenburgs ist die Zahl der Pfarrstellen in den letzten Jahren auf weniger als ein Viertel abgebaut worden. Nach einer Statistik aus dem Jahr 2000 bestanden zu diesem Zeitpunkt 518 Gemeinden auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg das ist etwa ein Drittel aus weniger als 100 Gemeindegliedern. Durch Gemeindefusionen wurden in den letzteren Jahren zunehmend größere Gemeinden geschaffen, was für den Umgang mit den zahlreichen Kirchengebäuden jedoch nicht mehr als eine kosmetische Änderung darstellt.

Stellvertretend auch für andere Regionen möchte ich Ihnen noch einige statische Erhebungen aus dem Kirchenkreis Perleberg-Wittenberge in der Westprignitz zur Kenntnis bringen: Auf der Fläche des Kirchenkreises leben (Zahlen von 2007) etwa 46.300 Einwohner. Davon sind 25 Prozent, also etwa 11.600 Einwohner, Mitglieder der evangelischen Kirche. 2002 gab es noch 13.800 Gemeindeglieder. Innerhalb von fünf Jahren ist das ein Rückgang um 16%. Die 11.600 Gemeindeglieder leben heute in 71 Kirchengemeinden mit jeweils eigenem Kirchengebäude. Statistisch hat jede Kirchengemeinde 163 Gemeindeglieder, tatsächlich jedoch gibt es große Unterschiede: In Wittenberge und Perleberg sind es jeweils über 2.000, in einigen Dörfer nur knapp über 10.

Erneut stellt sich die Frage: Warum, um Gottes Willen, sollen wir uns in dieser beschriebenen Situation noch in jedem winzigen Dorf ein Kirchengebäude leisten, in das durchschnittlich alle vier Wochen fünf, zehn oder im günstigsten Falle vielleicht zwanzig Gläubige den Gottesdienst feiern? Sollten wir nicht im Zeitalter der Globalisierung auch hier in größeren Dimensionen denken, die Hälfte der Kirchen wegen Unwirtschaftlichkeit schließen und nur noch in den jeweiligen Hauptorten eine geistliche Grundversorgung anbieten?

Bei der Betrachtung der heutigen schwierigen Situation wird gern an die gute alte Zeit erinnert. Die Menschen waren fromm, die Kirchen voll und das allabendliche Glockenläuten gab die Gewissheit, dass im Dorf alles seine gottgewollte Ordnung hatte.

Doch waren die Zustände damals wirklich so paradiesisch, wie wir uns das manchmal vorstellen?

Der spätere Generalsuperintendent und Seelsorger der königlichen Familie Carl Büchsel trat im August 1827 seine erste Stelle als Hilfsprediger in Schönwerder (Uckermark) an. In seinem Buch "Erinnerungen aus dem Leben eines Landgeistlichen" schildert er seinen Antrittsgottesdienst in einem Filialdorf wie folgt:

"Der Kirchhof war wüste, die Kirche unreinlich, und von der ganzen großen Gemeinde kamen vier Männer zum Gottesdienst, kein Kind und kein Weib. ... Nicht einmal die Neugierde hatte die Leute in die Kirche gebracht."

Das klingt nicht unbedingt nach guter alter Zeit.

Etwa einhundert Jahre später (1932) beschreibt sein Nachfolger Otto Dibelius, Generalsuperintendent der Kurmark, das kirchliche Leben in Brandenburg:

"Bezeichnend ist die konservative Grundhaltung der Menschen, die nicht ohne Schwerfälligkeit war und ist, die deshalb auch den Kampf des Herzens mit dem lebendigen Gott gern dem Pfarrer überlässt."

Und wenige Absätze weiter heißt es bei Dibelius:
"Zu Dutzenden stehen Pfarrhäuser leer und werden in absehbarer Zeit keinen Pfarrer mehr sehen. Das zieht das kirchliche Leben stark in Mitleidenschaft. Denn die kurmärkischen Landgemeinden sind es nicht gewohnt ... weite Wege zur Kirche zu machen. Auch ganz kleine Dörfer haben ihre eigene Kirche. In diesen Kirchen regelmäßig Gottesdienste zu halten, wird immer schwerer, je mehr die Zahl der Geistlichen zurückgeht."

Das klingt schon fast wie eine Beschreibung der Gegenwart.

Wie haben wir uns nun die Rolle der Kirchengebäude in den Dörfern der Vergangenheit tatsächlich vorzustellen?

Im Unterschied zu anderen Regionen verfügt nahezu jedes Dorf in Brandenburg über ein eigenes Kirchengebäude. Des hat seine Ursache in den Besonderheiten des mittelalterlichen Landesausbaus. Im Auftrag des Landesherren legten Lokatoren planmäßig Siedlungen an, deren Größe je nach Beschaffenheit des Bodens, der die Grundlage für die Ernährung und Versorgung darstellte, unterschiedlich war. Nach heutigem Forschungsstand wurde in den meisten der neu entstandenen Dörfern relativ zeitnah ein hölzernes Kirchengebäude errichtet; und schon ein oder zwei Generationen später begannen die Siedler mit der Errichtung von repräsentativen Kirchenbauten zumeist aus den im Überfluss vorhandenen Feldsteinen kunstvoll geschichtet. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass die Siedler selbst in der Lage waren, diese Kirchen zu bauen. Zahlreiche Bauhütten müssen damals an vielen Orten zugleich tätig gewesen sein. Noch heute erfüllt es uns mit Bewunderung, wenn wir bedenken, dass innerhalb weniger Jahrzehnte Hunderte von Kirchen entstanden, die zu einem großen Teil bis heute erhalten blieben. Von Beginn an waren neben den Pfarrstellen auch die Kirchengebäude mit Ackerland ausgestattet den sogenannten Kirchenhufen aus dessen Wirtschaftserträgen der Unterhalt der Kirchenbauten zu bestreiten war.

Zu dieser Zeit waren die Kirchen in der Regel die einzigen massiven Gebäude aus Stein in den Dörfern. Bei bewaffneten Überfällen, die in vielen Gegenden zur Tagesordnung gehörten, flüchteten sich die Einwohner in die Kirchen, nahmen ihre Wertsachen mit und trieben, soweit möglich, auch ihr Vieh in den Kirchenraum.

Der noch heute gern verwendete Begriff "Wehrkirche" ist, historisch betrachtet, Unsinn. Doch mit einiger Berechtigung könnte man von "Fluchtkirchen" sprechen.

Kirchen wurden gebaut für alle und sie waren offen für alle (außer für Exkommunizierte und Leprakranke).

Religiöse Riten bestimmten das dörfliche Leben von der Geburt und der Taufe bis zur Trauermesse anlässlich der Beisetzung. Neben den noch heute begangenen Feiern wie Ostern, Pfingsten, Erntedank und Weihnachten gab es eine Vielzahl kirchlicher Feiertage, die mit dem Besuch der Heiligen Messe verbunden waren. Dies änderte sich auch nach der Reformation nicht grundlegend. Der Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes war in der Regel eine Selbstverständlichkeit. Sozialer Druck und die Kontrolle durch Patronatsherren und Pfarrer halfen, diese Selbstverständlichkeit durchzusetzen. In der Regel müssen wir uns die Dorfkirchen während der Gottesdienste recht gut besucht vorstellen. Die traurige Schilderung des Pfarrers Carl Büchsel über das mangelhafte Interesse bei seinem Amtsantritt war auch den Protesten der uckermärkischen Bauern gegen die 1817 vom preußischen König zwangsweise verfügte Bildung der altpreußischen Union aus Lutheranern und Reformierten geschuldet.

Kirchen hatten jedoch nicht nur eine religiöse Bedeutung. Sie waren auch immer politische Räume, soziale Räume und kulturelle Räume. Hier wurden Urkunden unterzeichnet, Handelsgeschäfte abgewickelt, wurde Recht gesprochen. In den Stadtkirchen fand die Ratswahl statt und wurden Ratssitzungen abgehalten. 1848 konstituierte sich die Frankfurter Nationalversammlung in einer Kirche. (Interessanterweise tagte der erste frei gewählte sächsische Landtag nach der Wende von 1990 bis 1993 in der Dreikönigskirche in der Dresdener Neustadt!)

Auf den Dachböden der uckermärkischen Dorfkirchen wurden Tabakblätter, in der Lausitz Flachspflanzen getrocknet. An den Kirchentüren wurden Bekanntmachungen aller Art angeschlagen. Zum Ende des Gottesdienstes wurden sämtliche für das Gemeinwesen wichtigen Verlautbarungen verlesen. Die heutigen gottesdienstlichen "Abkündigungen" bilden davon nur einen kirchlichen Restbestand.

Das Läuten der Kirchenglocken war in der Regel kein kirchlicher, sondern ein städtischer bzw. kommunaler Dienst. Bis in die Gegenwart liegt in zahlreichen Städten die Baulast für den Kirchturm bei der Kommune, was noch heute zu Streitigkeiten führen kann.

Und in den Kirchen waren neben der Gemeinde auch die Verstorbenen immer präsent. Geistlichkeit und Adel ließen sich direkt in der Kirche beisetzen, falls möglich, dicht am Altar, denn das garantierte am jüngsten Tage einen guten Ausgangsplatz für die Auferstehung. In den Kirchen gab es Totenkronen für ledig Verstorbene, Gedenktafeln für im Kriege Gefallene. Auch sonst fanden die Beisetzungen auf dem Kirchhof um das Kirchengebäude herum statt. Regelmäßig wurden Totenmessen gelesen.

Erst das 19. Jahrhundert brachte zwei einschneidende Änderungen für die Rolle der Kirchengebäude in der Gesellschaft:

Erstens wurde, letztlich als Ergebnis der Französischen Revolution, die Trennung von Politik und Kirche vollzogen. Religion wurde mehr und mehr zur Privatsache. Dies hatte die ausschließliche Sakralisierung der Kirchengebäude zur Folge, die von nun an als reine Gottesdiensträume verstanden wurden.

Zweitens entstand im 19. Jahrhundert die institutionalisierte Denkmalpflege. Erstmals wurden Kirchen nicht mehr ausschließlich als religiöse Zweckbauten betrachtet, sondern zusätzlich als "vaterländische Altertümer", mit heutigen Worten würden wir vom kulturellen Erbe sprechen. Kirchen wurden als gebaute Träger der Geschichte wahrgenommen und damit quasi per Deklaration zu "Kulturorten" ernannt. Mit dieser doppelten Funktion Verkündigungsort auf der einen, staatlich verordnetes Denkmal auf der anderen Seite müssen die Kirchen seither leben. Immer wiederkehrende Konflikte zwischen Kirchengemeinden und den Dienststellen der institutionellen Denkmalpflege zeigen, dass in dieser Dualität noch heute Konfliktpotential steckt!

Kirchen als Erinnerungsorte. Das ist zunächst einmal einleuchtend. Andererseits sollten wir uns davor hüten, diese Gebäude als bloße Museen einer vergangenen Zeit und das Interesse an ihnen als "melancholische Abschiedsgeste" zu betrachten.

In den letzten Jahren der DDR hatten die Kirchen noch einmal eine wichtige gesellschaftliche Funktion zu erfüllen. Unter ihrem Dach versammelten sich, mangels anderer Möglichkeiten, die oppositionellen Kräfte, die 1989 schließlich das marode System zum Einsturz brachten. Die Kirchengebäude wurden, sinnbildlich gesprochen, noch einmal zu "Fluchtburgen". Die Hoffnung jedoch, dass nach der sogenannten Wende die großflächige Entkirchlichung der Gesellschaft rückgängig gemacht werden könnte, erfüllte sich nicht.

Allerdings bot sich 1989 /90 erstmals die Möglichkeit, flächendeckend den Bauzustand der etwa 1.400 Kirchengebäude in Brandenburg zu bilanzieren und damit zu beginnen, den drohenden Verlust zahlreicher kirchlicher Baudenkmäler zu verhindern. Bereits im Mai 1990 gründete sich zu diesem Zweck auch der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg.

In den vergangenen fast zwanzig Jahren wurden zahlreiche marode Dachstühle repariert, Kirchendächer neu gedeckt, Fundamente trockengelegt und sogar längst aufgegebene Kriegs- und Nachkriegsruinen wieder aufgebaut. Über Jahrzehnte verstummte Orgeln wurden wieder zum Klingen gebracht, Altäre und Taufengel restauriert und verlorene Glocken neu gegossen. Alles in allem stellen die kirchliche Bau- und Denkmalpflege in dieser Zeit eine beeindruckende Erfolgsgeschichte dar, an der viele Beteiligte mitwirkten. Zu nennen sind hier Bund, Länder und Kommunen, Landeskirche, Kirchenkreise und Gemeinden, zahlreiche Stiftungen allen voran die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und seit 1997 die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa) sowie eine Vielzahl privater Spender und Sponsoren. Der Förderkreis Alte Kirchen konnte seit 1990 mehr als 600.000 Euro für weit über einhundert Projekte zur Verfügung stellen.

Und trotzdem die zur Verfügung stehenden Finanzmittel in den letzten Jahren zusehends knapper wurden, sind noch immer an erstaunlich vielen Kirchengebäuden Baumaßnahmen zu beobachten.

Ich bitte darum, hier nicht falsch verstanden zu werden: Noch immer sind zahlreiche Kirchengebäude dringend sanierungsbedürftig und noch immer sind viele historisch wertvollen Ausstattungsgegenstände vom endgültigen Verlust bedroht, wenn nicht in absehbarer Zeit Geld für Restaurierungsarbeiten aufgebracht wird. Aber die Zeit des flächendeckenden Alarmismus scheint zumindest was den Bauzustand der meisten unserer Dorfkirchen betrifft vorbei zu sein.

Einen entscheidenden Anteil an der hier kurz skizzierten Erfolgsgeschichte haben die zahlreichen lokalen Fördervereine und Initiativen. In über 250 Orten des Landes Brandenburg haben sich inzwischen Vereine gegründet, die sich dafür engagieren, dass ihre Kirche im Dorf bleibt; und ein großer Teil der Mitglieder dieser Vereine ist kirchlich nicht oder nicht mehr gebunden. Es gibt inzwischen genügend Beispiele, wie sich Menschen selbst gegen den Widerstand der kirchlich Zuständigen für den Erhalt von Kirchengebäuden einsetzen. Ohne diese breite Bürgerbewegung wäre so manches Denkmal nicht wieder hergestellt worden und hätten zahlreiche Kirchen keine Zukunft.

Die Motivation für dieses Engagement ist vielfältig. Übereinstimmend ist jedoch zu beobachten, dass gerade in den Dörfern den Kirchengebäuden noch immer (oder vielleicht schon wieder?) eine große identitätsstiftende Wirkung zugebilligt wird.

Um diese identitätsstiftende Wirkung zu erhalten und vielleicht sogar zu verstärken, geht es jedoch nicht nur darum, die jeweilige bauliche Hülle zu sichern und instandzusetzen. Es stellt sich immer neu auch die Frage nach der sinnvollen und angemessenen Nutzung der Kirchengebäude. Diese Nutzung wiederum beginnt bereits damit, die Kirchen zu öffnen.

Schon aus ihrem eigentlichen theologischen Grundverständnis heraus sind Kirchen öffentliche Gebäude. Der Theologe Andreas Nohr stellte in seinem Buch "Vom Umgang mit Kirchen" die Frage: "Muss eine Kirche immer geöffnet haben?" und liefert auch gleich die Antwort auf diese Frage: "Nein, nachts nicht." Kirchengebäude sollten nicht nur der "sonntägliche Treffpunkt der Kerngemeinde" sein, sondern durch ihre Öffnung Angebote für alle unterbreiten.

Der Förderkreis Alte Kirchen ist seit dem Jahr 2000 Träger des Projektes "Offene Kirchen" in Brandenburg, an dem sich mittlerweile etwa 800 Gemeinden beteiligen. In wenigen Wochen erscheint zum zehnten mal unsere Broschüre "Offene Kirchen. Brandenburgische Kirchen laden ein."

Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, unser Projekt "Offene Kirchen" auf einer Tagung der Landesdenkmalpfleger Deutschlands zum Thema "Denkmalpflege und Tourismus" vorzustellen. Meine drei Vorredner berichteten über die bayrische Wieskirchen, die Klosterinsel Mainau und über die Innenstadtkirchen von Lübeck (alle drei zum Weltkulturerbe gehörig) und entwickelten Überlegungen, wie aus konservatorischen Gründen die Besucherzahlen gesenkt werden könnten. Mir blieb zu berichten: "So weit sind wir noch nicht, aber wir arbeiten daran."

Kirchen sind öffentliche Räume und zunächst einmal offen für alle. Natürlich sollen unsere Kirchengebäude ihren Widmungszweck als Räume des gelebten Glaubens und der Verkündigung behalten. Dafür wurden sie gebaut. Dafür steht ihre Ausstattung, die eben nicht nur einen muselaen Charakter trägt, sondern immer zweckbestimmt war und ist. Über diese eigentliche Bestimmung hinaus ist in Kirchengebäuden jedoch vieles möglich. Die Nutzungserweiterung von Kirchen und ich benutze diesen Begriff bewusst als Gegensatz zum häufig benutzten Terminus "Umnutzung" - stellt eine riesengroße Chance dar, diese Gebäude für die Zukunft zu bewahren. Und so ist seit einiger Zeit auch zu beobachten, dass sich Kirchen verstärkt kulturellen Aktivitäten öffnen:

Im vergangenen Jahr initiierte der Förderkreis Alte Kirchen mit Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes das Projekt "Kunst und Kultur in Brandenburgischen Dorfkirchen". Etwa dreißig Einzelprojekte konnten in diesem Rahmen finanziell gefördert werden.

Die hier angesprochenen kulturellen Aktivitäten können Mut machen, tragen sie doch dazu bei, die Kirchen auch in kleinen Orten wieder zu allgemeinen Kommunikationsorten werden zu lassen. Viele der ursprünglich als reine Kirchbauvereine gegründeten Initiativen erfüllen inzwischen in ihren Orten wichtige soziokulturelle Funktionen.

Bei allen Erfolgsmeldungen bleibt die Frage nach der Finanzierung des dauerhaften Bauunterhalts und der regelmäßig notwendigen Instandsetzungsarbeiten. Die kleinen Kirchengemeinden sind damit überfordert. Die öffentlichen Kassen sind leer. In Zeiten finanzieller Krisen wird bei der Kultur und speziell bei der Denkmalpflege in der Regel zuerst der Rotstift angesetzt. Zudem wird bei der Beantragung von Fördermitteln zunehmend eine Kosten-Nutzen-Rechnung erwartet: Wie viele neue Arbeitsplätze entstehen? Welche Folgeinvestitionen sind zu erwarten? Wie hoch ist der ökonomische Nutzen der Maßnahme?

Der Begriff "Lebensqualität" gehört nicht zu den harten Standortfaktoren und gilt fördertechnisch als nicht relevant.

Kirchen sind im ökonomischen Sinne gesprochen nutzlose Räume. Nutzlosigkeit jedoch ist in unserer materiell geprägten Gesellschaft nur schwer zu ertragen. Ich möchte jedoch dafür plädieren, die ökonomische Nutzlosigkeit unserer Kirchengebäude nicht nur zu akzeptieren, sondern sie als bewusste Stärke zu empfinden.

Der protestantische Glaube braucht keine Gotteshäuser. Nach Martin Luther können Gebet und Gottesdienst ebenso "unter einem Strohdach wie in einem Saustall" geübt und vollzogen werden. Der Teufel fürchte sich vor solchem Stall viel mehr als vor "allen hohen, großen, schönen Kirchen, Türmen, Glocken, die irgend sein mögen, wo solches Gebet nicht drin wäre".

Es ist richtig: Gott braucht keine Kirchengebäude. Aber wir Menschen brauchen sie. Kirchen sind besondere Orte. Es ist eben doch ein Unterschied, ob der Gottesdienst in einem Kirchenraum gefeiert wird oder im heimischen Wohnzimmer, in dem zu anderen Gelegenheiten zu Mittag gespeist, Fernsehen geschaut oder ein Spieleabend veranstaltet wird. Und für das Gemeinwesen ist das Kirchengebäude auch in Zukunft als optischer und geistiger Mittelpunkt unverzichtbar. Man stelle sich unsere Dörfer ohne Kirchen vor: Übrig bliebe eine Ansammlung von Häusern, verbunden lediglich durch die Kanalisation.

Selbst dort, wo es nicht sofort möglich ist, Gelder für eine umfassende Sanierung zu beschaffen oder wo nicht sofort zündende Nutzungsideen vorhanden sind, möchte ich dafür plädieren, Kirchen nicht leichtfertig aufzugeben. Gegenüber Bauwerken, die Jahrhunderte überstanden haben, sollten wir nicht in hektischen Aktionismus verfallen und uns etwas mehr Gelassenheit gönnen. Nach Zerstörungen in Not- und Kriegszeiten waren es zumeist als erstes die Kirchengebäude, die wieder aufgebaut wurden und das in wirtschaftlich wahrlich schlechteren Zeiten als der unseren. Gebäude, die im Augenblick nicht benötigt werden, können mit recht bescheidenen Mitteln notgesichert und in den "Wartestand" versetzt werden.

Bischof Huber sagte zur Eröffnung der Herbstsynode der EKBO im November 2005: "Wir haben kein Recht dazu, dass eine Frage, die wir nicht lösen können, einer nächsten Generation gar nicht mehr gestellt werden kann. Auch Kirchengebäude, die nicht kurzfristig instand zu setzen sind, behalten alles Recht auf ihrer Seite, von einer nächsten Generation zu neuer geistlicher Kraft und zu neuem Leben erweckt zu werden."

Ich glaube mich mit Ihnen einig, dass wir auch in demographisch, wirtschaftlich und sozial schwierigen Zeiten oder vielleicht sogar gerade in diesen Zeiten alle Anstrengungen darauf verwenden sollten, auch weiterhin möglichst flächendeckend die Kirche im Dorf zu lassen. Ihre Rolle als geistige und soziokulturelle Zentren und als Kommunikationspunkte in den Kommunen wird eher zunehmen.

Lassen Sie mich zum Schluss meiner Ausführungen noch einige Überlegungen zur zukünftigen Arbeit des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg anstellen, der im kommenden Jahr immerhin bereits seinen 20. Geburtstat begehen kann:

Unsere wichtigste Aufgabe bleibt es auch weiterhin, Hilfe zu geben bei der baulichen Erhaltung und Instandsetzung der Kirchengebäude sowie bei der Bewahrung und Restaurierung ihrer historischen Ausstattung. Diese Hilfe wird nach unseren bescheidenen Möglichkeiten eine finanzielle, aber auch eine beratende und unterstützende sein.

Mit den zahlreichen lokalen Fördervereinen wissen wir engagierte und kompetente Partner auf unserer Seite. Das landesweite Netzwerk der ehrenamtlichen "Kirchenretter" ist dabei durchaus noch ausbaubar.

Regelmäßig initiiert und unterstützt der Förderkreis die Gründung neuer Fördervereine. Mit dem seit 2002 jährlich neu ausgeschriebenen Wettbewerb "Startkapital für Kirchen-Fördervereine" erhalten neu gegründete Initiativen auch in Zukunft eine Anschubfinanzierung für ihre Arbeit.

Durch einen Ausbau seiner Regionalbetreuung möchte sich der Förderkreis noch stärker seiner Rolle als Mittler zwischen Fördervereinen, Kirchengemeinden und Kommunen, Dienststellen und Institutionen stellen.

Einen wichtigen Bestandteil unserer Arbeit wird auch in Zukunft die Förderung der kulturellen und soziokulturellen Nutzung der Dorfkirchen darstellen. Dabei wird es spannend bleiben, die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen auszuloten, die sich aus der bereits beschriebenen doppelten Bedeutung des Kirchenraumes als Verkündigungsort und als Kulturort ergeben. Ohne ein breites öffentliches Interesse an den Kirchengebäuden und eine damit verbundene öffentliche Nutzung wird es uns nicht möglich sein, sie weiterhin flächendeckend zu erhalten. Vor langer Zeit galt die Kirche als "Mutter aller Künste". Inzwischen scheinen der Mutter die Kinder weitgehend weggelaufen zu sein. Es ist ein interessanter Prozess, Kunst und Kirche wieder stärker zusammen zu bringen, der neben Mut auch viel Sensibilität erfordert. Mit den örtlichen Vereinen, mit überregionalen Verbänden und mit zahlreichen Künstlern haben wir auch hier engagierte Mitstreiter.

Die Umsetzung dieser Ziele ist nur möglich, wenn es uns gelingt, dafür eine breite Bürgerbewegung zu motivieren. Die Bewahrung unseres religiösen und kulturellen Erbes muss noch stärker als gesamtgesellschaftliche Aufgabe vermittelt werden.

Nur diese breite Bürgerbewegung vermag es auch, Wünsche und Forderungen an die Politik zu formulieren, wie zum Beispiel diese:

Erstens: Wäre es nicht an der Zeit, die Mehrwertsteuer für Arbeiten in der Denkmalpflege auf den für kulturelle Leistungen ansonsten üblichen ermäßigten Satz von 7 % zu senken? Gerade in der zur Zeit viel beschworenen und diskutierten Finanz- und Wirtschaftskrise wäre das ein hervorragendes Konjunkturprogramm für das mittelständische Handwerk.

Zweitens: Wäre es nicht an der Zeit, dass das Land Brandenburg endlich einen Notsicherungsfonds für gefährdete Denkmale in den Haushalt einstellt? Für die finanzielle Unterstützung des Landes zur Kirchensanierung im Rahmen des Staatskirchenvertrages sind wir sehr dankbar. Noch immer fehlt jedoch ein Instrument zur Notsicherung gefährdeter Denkmale, die nicht oder nur wenig genutzt werden.

An der Diskussion über diese und weitere Fragen wird sich der Förderkreis auch in Zukunft beteiligen.

Um die beschriebene Tätigkeit des Förderkreises Alte Kirchen und das Problem der Bewahrung der Kirchengebäude auch für die Zukunft abzusichern, konnten wir im vergangenen Jahr mit Unterstützung der Stiftung KiBa eine eigene "Stiftung brandenburgische Dorfkirchen" ins Leben rufen, die nach einem halben Jahr bereits über ein Kapital von mehr als 100.000 Euro verfügt. Wir möchten allen Spendern und Zustiftern, die das ermöglicht haben,an dieser Stelle herzlichen Dank sagen.

Aus den Zinserträgen der Stiftung die zu einhundert Prozent der Arbeit des Förderkreises Alte Kirchen zugute kommen wird es bereits in diesem Jahr möglich sein, die Notsicherung der Kirchenruine in Hirschfelde (Landkreis Barnim) finanziell zu unterstützen.

Wir hoffen, das Stiftungskapital in absehbarer Zeit noch erheblich aufstocken zu können und beraten Sie gern bei der Neuordnung ihrer finanziellen Angelegenheiten!

Die ländlichen Regionen Brandenburgs stehen in der Zukunft vor schwierigen Problemen. Trotz rückläufiger Steuereinnahmen, sinkender Einwohnerzahlen und einer alternden Bevölkerung sollen die Lebensqualität möglichst erhalten und eine lebensnotwendige technische Infrastruktur gesichert bleiben sowie zusätzlich eine kulturelle Grundversorgung gewährleistet sein. Staatlicherseits ist dies nicht mehr zu garantieren und wird nur möglich sein, wenn es gelingt, das bürgerschaftliche Engagement weiter auszubauen. Die zahlreichen Kirchen-Fördervereine können in den Dörfern dabei ein wichtiger Motor sein. Immer häufiger übernehmen sie, neben ihrer eigentlichen Aufgabe der Erhaltung des jeweiligen Kirchengebäudes wichtige soziokulturelle Aufgaben. Vielleicht können unsere brandenburgischen Dorfkirchen und die Menschen, die sich um ihre Erhaltung und angemessene Nutzung bemühen, dazu beitragen, einen Gemeinsinn zu schaffen, der das Leben in den Dörfern wieder attraktiver und lebenswerter macht.

Der 26. Evangelische Kirchbautag im Herbst des vergangenen Jahres veröffentlichte als Schlusserklärung die sogenannten "Dortmunder Denkanstöße" Diese enden mit dem Satz: "Wir haben nicht zu viele Kirchen. Wir haben zu wenig Ideen."

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Der Förderkreis Alte Kirchen wird sich auch weiterhin bemühen, neue Ideen für die Erhaltung und Nutzung der brandenburgischen Kirchengebäude zu entwickeln.

Es wäre schön, wenn Sie uns dabei auch in Zukunft unterstützen würden!