Bericht des Vorstandes des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. für die Jahre 2017/2018

vorgelegt und bestätigt auf der Mitgliederversammlung 2018 am 05.05.2018 im Gemeindezentrum der ev. Dorfkirche Berlin-Blankenburg

Auf Initiative der Europäischen Kommission wurde das Jahr 2018 zum Europäischen Kulturerbejahr (ECHY 2018) deklariert. In Deutschland werden die Aktionen vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz koordiniert. Die Idee lehnt sich an das außerordentlich erfolgreiche Europäische Denkmalschutzjahr 1975 an. Der Gedanke des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege erhielt damals einen entscheidenden Aufschwung. Es entstand eine breite Bürgerbewegung, die sich bis heute für die Bewahrung historischer Bauwerke engagiert.

Das europäische Kulturerbe ist kein Abstraktum, sondern besteht aus zahlreichen lokalen Kulturen und Erinnerungskulturen. Zusammen erst und nicht in Konkurrenz miteinander bilden sie das, was zu einer gemeinsamen Identität werden kann. Die Bemühungen um den reichen Schatz unserer zahlreichen Stadt- und Dorfkirchen wird deshalb weiterhin das Ziel auch unserer Tätigkeit sein.

Bereits im Vorfeld beteiligte sich der FAK - hauptsächlich durch seine beiden ehemaligen Vorsitzenden Angus Fowler und Dr. Uwe Otzen - an der inhaltlichen Diskussion zum Europäischen Kulturerbejahr und an der Vernetzung der regionalen Kirchbauvereine in Deutschland. Wir möchten das Themenjahr dafür nutzen, die brandenburgischen Stadt-, Kloster- und Dorfkirchen als Bestandteile des europäischen Kulturerbes sichtbarer zu machen und für ihre langfristige Bewahrung zu mobilisieren.

1. Vorstand / Mitarbeiter

Am 10. Dezember 2017 ist überraschend unser langjähriger Vorsitzender und späterer Ehrenvorsitzender Angus Fowler verstorben. Der Förderkreis Alte Kirchen wird ihn in dankbarer Erinnerung behalten und würdigte ihn mit einer bewegenden Trauerfeier in der Berliner Sophienkirche am 26. Januar 2018.

Der Vorstand des FAK setzt sich derzeit aus sieben stimmberechtigten Mitgliedern zusammen, die gleichzeitig noch weitere Aufgaben wahrnehmen. Vorsitzender des Vorstandes ist seit 2017 Carsten Lange.

Durch seine Regionalbetreuer kann der FAK seine Beratungstätigkeit für Kirchengemeinden und Fördervereine flächendeckend ausüben sowie wesentlich zur Vernetzung bürgerschaftlichen Engagements in den Regionen beitragen.

Unsere langjährige Referentin Susanne Gloger hat ihre Tätigkeit in der Geschäftsstelle aus persönlichen Gründen zum Jahresende 2017 beendet; für ihre langjährige Tätigkeit möchten wir ihr herzlich danken! Vorerst wird die Arbeit auf ehrenamtlicher Ebene fortgesetzt; deshalb ist die Geschäftsstelle in der Großen Hamburger Straße 31 bis auf weiteres nur unregelmäßig besetzt; Besuche sind nur bei vorheriger Anmeldung möglich. Die Geschäftsführung des FAK liegt weiterhin bei Bernd Janowski.

Wir danken allen Vorstandsmitgliedern, Regionalbetreuern und Mitarbeitern für ihre engagierte und oft zeitaufwendige Tätigkeit zugunsten der Arbeit des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.!

2. Mitgliederentwicklung

Derzeit zählt der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. 633 Mitglieder (2017: 629), davon 427 (2017: 425) persönliche Mitglieder, 69 (2017: 67) Kirchengemeinden bzw. Kirchenkreise, (8 (2017: 8) Firmen sowie 129 (2017: 129) Vereine mit zumeist gegenseitiger kostenfreier Mitgliedschaft.

Damit ist es uns gelungen, die Zahl unserer Mitglieder zumindest konstant zu halten. jedoch hat auch im vergangenen Jahr die Zahl der Mitglieder, die wir durch Tod oder altersbedingte Kündigung der Mitgliedschaft verloren haben, zugenommen. Für die Werbung neuer - möglichst auch jüngerer Mitglieder - sind weiterhin Anstrengungen notwendig.

3. Finanzen

Das zurückliegende Finanzjahr 2017 war für den FAK erfolgreich. Wie dem beiliegenden Jahresabschluss zu entnehmen ist, konnten Einnahmen in Höhe von 216.403,58 € verbucht werden; das entspricht einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von 11,8 Prozent. Die Höhe der allgemeinen (freien) Spenden lag bei 69.312,85 €, die Höhe der zweckgebundenen Spenden betrug 47.135,29 €. Allein im Rahmen der Spendenaktion "Gefährdete Kunstwerke" wurden für die Restaurierung der barocken emblematischen Gestühlsmalerei in der Dorfkirche Kunow (Uckermark) bis zum Jahresende Spenden in Höhe von 18.771,55 € eingeworben.

Im Jahr 2017 konnten insgesamt 86.693,94 € an direkten Projekthilfen ausgereicht werden, die in den allermeisten Fällen durch Kofinanzierungen die Einwerbung weiterer Finanzmittel ermöglichten. Zudem konnte der FAK durch seine Regionalbetreuer bedeutende weitere Finanzmittel akquirieren bzw. vermitteln, die direkt den Kirchengemeinden bzw. Fördervereinen bei Sanierungsprojekten zugutekamen. Neben Instandsetzungsarbeiten an der Bausubstanz von Kirchengebäuden rückt zunehmend auch die Restaurierung von wertvollem Inventar in den Fokus. Da es sich in der Regel wesentlich schwieriger gestaltet, öffentliche Fördermittel für derartige Vorhaben zu erlangen, erreichen den Vorstand des FAK häufiger Anträge auf Unterstützung für die Bewahrung von historischen Ausstattungsstücken. Im Rahmen seiner Spendenaktion "Vergessene Kunstwerke" konnte der FAK im vergangenen Jahr für die Restaurierung eines Epitaphgemäldes aus der Dorfkirche Blankensee (Teltow-Fläming), das in der Reformationsausstellung des Potsdamer Hauses für Brandenburgisch-Preußische Geschichte gezeigt wurde, 7.318,50 Euro zur Verfügung stellen.

Dankbar sind wir dafür, dass die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) uns alle zwei Jahre eine landesweite Kollekte bewilligt. Freie Kollekten erhalten wir auch aus einzelnen Gemeinden bzw. Kirchenkreisen, die uns dadurch die Wertschätzung unserer Arbeit vermitteln.

Durch längere Planungsabläufe der Kirchengemeinden für die Einwerbung von Fördermitteln und die Vorbereitung größerer Bauabschnitte - hauptsächlich im Zusammenhang mit LEADER-Förderungen der Europäischen Union - ist der FAK zunehmend gezwungen, finanzielle Zusagen zu geben, die erst im kommenden Geschäftsjahr abgerufen werden können. Dadurch kann ein Liquiditätsüberhang entstehen, der jedoch von uns letztlich planungs- und satzungsgemäß eingesetzt wird. Vergleichbares gilt auch für Förderungen, die von unserer Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen kommen.

Die Rücklagen des Vereins zum Jahresende konnten im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht werden, was für das laufende Jahr 2018 eine großzügigere Haushaltsplanung im Bereich auszureichender Zuwendungen ermöglichte.

Der Vorstand des Förderkreises Alte Kirchen bedankt sich ausdrücklich bei seiner Schatzmeisterin Sigrid Riesberg für die vorbildliche Finanzverwaltung und Buchführung.

4. Fördermaßnahmen

Im vergangenen Jahr konnte der Förderkreis Alte Kirchen unter anderem folgende Projekte finanziell unterstützten:

Aus Zinserträgen unserer Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen (SBD) konnten 2016 folgende Maßnahmen mit jeweils 3.000 Euro unterstützt werden:

Für 2018 konnten bereits Zusagen für die Unterstützung von Baumaßnahmen in Dargersdorf (Uckermark), Lichterfelde (Teltow-Fläming) und Stegelitz (Uckermark) gegeben werden.

Die gemeinsam mit dem Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburg e.V. (VdMK) veranstaltete Reihe "Musikschulen öffnen Kirchen" wurde mit einem finanziellen Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro unterstützt. Zur Erhöhung des Kapitalstocks seiner Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen trug der FAK mit einer Zustiftung in Höhe von 3.000 Euro bei.

Für eine Publikation des Hendrik Baessler Verlages über den mittelalterlichen Flügelaltar in der St. Marienkirche zu Bernau (Barnim) konnte eine zweckgebundene Spende in Höhe von 3.004 Euro weitergereicht werden. Eine Publikation über den spätgotischen Flügelaltar und die mittelalterlichen Wandmalereien in der Dorfkirche Rossow (Ostprignitz-Ruppin) konnte aus Zuwendungen der Studienstiftung Dr. Uwe Czubatynski an den FAK und aus zweckgebundenen Spenden mit einem Betrag in Höhe von 2.100 Euro unterstützt werden; das Buch wird im Sommer des Jahres 2018 im Berliner Lukas Verlag erscheinen.

Seit seiner Gründung im Mai 1990 konnte der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg insgesamt etwa 1,8 Millionen Euro an direkten Projektzuschüssen für die Sicherung, Instandsetzung und Sanierung von Kirchenbauten sowie für die Restaurierung wertvoller Ausstattungsgegenstände zur Verfügung stellen. Dafür danken wir herzlich allen Mitgliedern, Spendern und Unterstützern unserer Arbeit!

5. Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen

Unsere Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen (SBD), gegründet 2008, kann in diesem Jahr bereits auf ihr zehnjähriges Gründungsjubiläum zurückblicken. Aus diesem Anlass wird am Sonntag, dem 1. Juli in der Berliner Marienkirche eine öffentliche Festveranstaltung stattfinden, zu der wir herzlich einladen. Der Kapitalstock der SBD konnte von ursprünglich 58.500 Euro auf mittlerweile mehr als 600.000 Euro erhöht werden. Aus den Erträgen konnten bisher für zweiundzwanzig Projekte 66.550 Euro ausgereicht bzw. zugesagt werden (zu den Förderungen 2017 siehe unter Punkt 4). Wir danken allen bisherigen Zustiftern und bitten um freundliche Unterstützung beim weiteren Aufbau der Stiftung.

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg wird im Stiftungsvorstand durch Arnulf Kraft und Dr. Hans Krag vertreten, die Stiftung KiBa durch ihre Geschäftsführerin Dr. Catharina Hasenclever sowie durch Reinhard Greulich.

6. Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements

Im Rahmen der jährlich stattfindenden Begegnung der brandenburgischen Landesregierung mit der Kirchenleitung der EKBO im Februar 2018 würdigten sowohl Ministerpräsident Dietmar Woidke als auch Bischof Markus Dröge das bürgerschaftliche Engagement zahlreicher Menschen für die Bewahrung sakraler Baudenkmäler im Land: "Es sind vor allem die vielen Hundert ehrenamtlich Engagierten in den Dorfkirchenfördervereinen, die dafür sorgen, dass "die Kirche im Dorf bleibt" und seit der Wiedervereinigung kein einziges Kirchengebäude aufgegeben werden musste". "Da geht es nicht nur um den religiösen Ort", betonte Ministerpräsident Woidke. "Da geht es auch darum, regionale Identität, Geschichte und kulturelle Schätze für unser Land zu sichern."

Ohne die enge Zusammenarbeit mit den mehr als 300 lokalen Fördervereinen wäre die Tätigkeit des Förderkreises Alte Kirchen in diesem Umfang nicht möglich. Durch die bereits erwähnten Regionalbetreuer des FAK besteht ein enger und zuverlässiger Kontakt zu den zahlreichen Initiativen der einzelnen Regionen. Dabei findet ein kontinuierlicher Erfahrungsaustausch statt, von dem auch unser Förderkreis profitiert. Auch im vergangenen Jahr halfen Vertreter des FAK durch intensive Beratungstätigkeit in mehreren Fällen bei der Gründung neuer Kirchbauvereine, so zuletzt in Rosenwinkel (Ostprignitz-Ruppin) und Stegelitz (Uckermark).

Durch die Arbeit der Regionalbetreuer werden lokale Projekte - von der Vereinsgründung und ersten Planungen bis zum Festgottesdienst nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen - oftmals über einen langen Zeitraum intensiv begleitet und Unterstützt. Die Hilfe bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten ist dabei ein wichtiger, aber nicht ausschließlicher Aspekt.

Wie bereits jährlich seit 2002 hat der FAK auch im vergangenen Jahr neu gegründete Initiativen mit einem "Startkapital für Kirchen-Fördervereine" in Höhe von jeweils 2.500 Euro ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung, verbunden mit einer Exkursion zu Kirchen der Region, fand am 22. September in Landin (Havelland) statt. Der dortige Verein, dem wir für die Gastfreundschaft herzlich danken, gehörte zu den Preisträgern des Jahres 2016.

2017 gingen die Preisgelder an folgende drei Vereine:

Bisher konnten allein auf diesem Wege 88 Vereine mit einer Anschubfinanzierung von insgesamt 215.000 Euro unterstützt werden. Das Projekt "Startkapital für Kirchen-Fördervereine" steht unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Martina Münch, sowie des Bischofs der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Dr. Markus Dröge.

Gastgeber für die Preisverleihung in diesem Jahr wird am 14. September die Heilig-Geist-Kapelle Angermünde sein.

Die Regionalbetreuung wird von folgenden Vorstands- und Vereinsmitgliedern wahrgenommen: Uwe Donath (Märkisch Oderland, Oder-Spree), Bernd Janowski (Uckermark), Dr. Hans Krag (Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz), Arnulf Kraft (Havelland), Carsten Lange (Barnim), Wolf-Dietrich Meyer-Rath (Prignitz), Konrad Mrusek (Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin), Hans Tödtmann (Potsdam-Mittelmark / Nord), Jürgen Türk (Spree-Neiße) und Theda von Wedel-Schunk (Potsdam-Mittelmark / Süd). Leider ist es uns noch immer nicht gelungen, für das Gebiet der schlesischen Oberlausitz einen Regionalbetreuer zu finden, so dass diese Region derzeit noch vakant ist.

7. Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen

Seit dem Jahr 2007 ist der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg - in Partnerschaft mit dem Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburg e.V. - Initiator und Träger der Veranstaltungsreihe "Musikschulen öffnen Kirchen", die inzwischen zu einem anerkannten Bestandteil der brandenburgischen Kulturlandschaft geworden ist. 2017 fanden 77 Konzerte mit etwa 2.000 Mitwirkungen statt; der "Reinerlös" betrug rund 26.000 Euro. Auch das Programm für 2018 sieht wieder zahlreiche musikalische Höhepunkte vor. So wird es am Tag des offenen Denkmals, dem 9. September, in Anwesenheit der Kulturministerin und des Landeskonservators ein Konzert des Deutsch-polnischen Jugendorchesters in der St. Marienkirche in Frankfurt (Oder) geben.

Im Rahmen der Konzertreihe "Musikschulen öffnen Kirchen" bieten die Gotteshäuser den musizierenden Kindern und Jugendlichen attraktive Auftrittsorte. Zugleich kommen die Konzerte den gastgebenden Gemeinden und ihren Kirchengebäuden zugute. Eingeworbene Spenden werden in vollem Umfang für die Sanierung der Bauwerke oder die Restaurierung wertvoller Ausstattungsstücke verwendet. Durch die fast immer sehr gut besuchten Konzerte werden die Kirchen nicht nur als Museen einer längst vergangenen Zeit erlebbar, sondern als lebendige Mittelpunkte des Gemeinwesens.

Der Verein "Theater in der Kirche" war 2017 mit einer szenischen Lesung auf Tournee. Dank einer Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und der Ostdeutschen Sparkassenstiftung wird es in diesem Jahr erstmals wieder möglich sein, mit einer Theateraufführung in 12 brandenburgischen Kirchen präsent zu sein. Die Inszenierung des Stückes "Lysistrate" von Aristophanes wird auch vom Förderkreis Alte Kirchen finanziell unterstützt.

Seit mehreren Jahren veranstaltet die Stiftung Zukunft Berlin in Zusammenarbeit unter anderem mit dem Förderkreis Alte Kirchen unter dem Motto "Nachbarn bei Nachbarn" Lesungen in Dorfkirchen, die auch der Begegnung von Menschen aus Berlin und den brandenburgischen Veranstaltungsorten dienen sollen.

Da in vielen Orten Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen immer seltener stattfinden, ist es wichtig, die Kirchengebäude im Rahmen kultureller und sozialer Nutzungserweiterungen für Menschen außerhalb der "Kerngemeinde" zu öffnen - auch um den Einsatz öffentlicher Mittel für ihre Instandsetzung zu rechtfertigen. Der FAK hilft in vielen Fällen bei der Erarbeitung geeigneter Nutzungskonzeptionen.

8. Öffentlichkeitsarbeit

Neben der konkreten Unterstützung von Instandsetzungs- und Restaurierungsprojekten sieht es der Förderkreis Alte Kirchen als wichtige Aufgabe an, die zahlreichen historischen Kirchengebäude unserer Region in ihrer Schönheit und ihrer historischen Bedeutung, aber auch ihrer Gefährdung einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen.

Wichtigstes Medium in den vergangenen Jahren dafür war in der Vergangenheit die jährlich erscheinende Zeitschrift "Offene Kirchen". Nach achtzehn Ausgaben wird es in diesem Jahr erstmals keine neue Ausgabe der "Offenen Kirchen" geben. Die Entscheidung, eine "schöpferische Pause" einzulegen, ist uns nicht leicht gefallen. Nachdem die Zahl der Verkaufsstellen und der tatsächlich verkauften Auflage in den letzten Jahren zurückgegangen ist und sich der Ablauf des Vertriebs für unser in der Hauptsache ehrenamtlich arbeitendes Team als organisatorisch und finanziell nicht mehr effektiv erwiesen hat, sind wir auf der Suche nach Strategien für eine Neuausrichtung. Bisher ist es uns trotz intensiver Bemühungen nicht gelungen, öffentliche Zuschüsse für die Herstellung und den Druck zu erhalten. Im Jahr 2019 möchten wir wieder mit unserer Zeitschrift, auf die wir mit Recht stolz sein können, präsent sein. Derzeit arbeiten wir auch an Konzepten, auf die offenen Kirchen in Brandenburg stärker über die neuen Medien aufmerksam zu machen.

Für die Mitglieder, Spender und Unterstützer erscheint verlässlich drei bis vier Mal im Jahr unser Mitteilungsblatt "Alte Kirchen" unter der redaktionellen Verantwortung von Elke Kreischer, das ausführlich über die Arbeit des Förderkreises Alte Kirchen informiert. Der ausführliche und informative Internetauftritt des FAK wird in bewährter Weise von Rainer Marx betreut. Zudem erscheint monatlich ein elektronischer Infobrief mit aktuellen Informationen, Veranstaltungshinweisen und der jeweiligen Vorstellung einer "Dorfkirche des Monats".

Darüber hinaus war der FAK durch seine Vorstandsmitglieder, den Geschäftsführer und die Regionalbetreuer auf mehreren Tagungen und anderen Veranstaltungen durch Vorträge und andere Beiträge vertreten. Zu vielen Gelegenheiten wurde ein Informations- und Bücherstand des FAK betrieben.

9. Exkursionen

Auch 2017 bot der Förderkreis Alte Kirchen seinen Mitgliedern und Unterstützern sowie weiteren Interessierten mehrere Busexkursionen an, die sich neben kunsthistorischen Führungen und musikalischen Darbietungen auch mit Fragen der Erhaltung, Instandsetzung und angemessenen Nutzung der Kirchengebäude befassten und aktuelle Förderprojekte des FAK vorstellten. So führten Fahrten:

10. Ausblick

Angeregt auch durch die Aktivitäten des Förderkreises Alte Kirchen fanden im vergangenen Jahr wichtige Diskussionen im Rahmen von Politik und Kirche statt, die sich mit der Erhaltung und Bewahrung von Sakralbauten speziell im Land Brandenburg beschäftigten. Es ist erfreulich, dass die Brisanz des Themas erkannt wurde und erste Erfolge erkennbar sind. Unter dem Titel "Kirche(n) im Wandel" fand ein von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege (BLDAM) und dem Förderkreis Alte Kirchen gemeinsam organisiertes und vorbereitetes Arbeitsgespräch statt, bei dem nahezu 200 Teilnehmer sich mit der Thematik der Bewahrung auch selten bzw. nicht mehr genutzter Dorfkirchen beschäftigten. Zahlreiche Vertreter der Ministerien waren vertreten und äußerten ihr Interesse an weiterführenden Gesprächen. Dass für das Jahr 2018 kürzlich aus einem Nachtragshaushalt zusätzliche 500.000 Euro für den Erhalt von Dorfkirchen zur Verfügung gestellt werden, dürfte auch auf die vom FAK angestoßenen Diskussionen der letzten Jahre zurückzuführen sein.

Zunehmend wird sich uns die Frage stellen, wie langfristig mit Kirchengebäuden umzugehen ist, die nicht mehr bzw. nur noch selten genutzt werden. Die Zahl der Gemeindeglieder nimmt vielerorts weiter ab. Durch Fusionen werden die Pfarrsprengel und Kirchenkreise gleichzeitig größer und unübersichtlicher. In etlichen Regionen droht bereits jetzt Pfarrermangel. Die sich daraus ergebenden Probleme für die Kirchengebäude betreffen nicht nur die Institution Kirche in allen ihren Gliederungen, sondern sollten auch als denkmalpflegerische, soziokulturelle und damit gesamtgesellschaftliche Probleme gesehen werden. Der Förderkreis Alte Kirchen wird den begonnenen Diskussionsprozess mit den bewährten Partnern fortsetzen.

Wichtigstes Ziel des FAK bleibt die Erhaltung und Wiederherstellung von historischen Kirchengebäuden und ihrer ortsbildprägenden Umgebung. Darüber hinaus besteht erheblicher Nachholbedarf bei der Konservierung und Restaurierung des oft wertvollen historischen Inventars der Kirchengebäude. Die gemeinsam mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz initiierten jährlichen Aktionen "Vergessene Kunstwerke brauchen Hilfe" erbringen nicht nur erhebliche Spenden für konkrete Projekte, sondern schärfen zudem das Problembewusstsein für die Bewahrung wertvoller Kulturgüter.

Kirchengebäude sind nicht nur Orte der Verkündigung für die kleiner werdenden Kirchengemeinden. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des jeweiligen Sozialraumes Dorf, stellen die wichtigsten Zeugen der Glaubens-, aber auch der Kultur- und der allgemeinen Ortsgeschichte dar und sind zumeist die letzten verbliebenen öffentlichen Räume im Gemeinwesen. Kirchengebäude verkörpern Heimat. Heimat wird dann besonders wichtig, wenn sie droht, in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt verlustig zu gehen. Endgültig aufgegebene Kirchengebäude sind Zeichen der Resignation nicht nur des christlichen Glaubens, sondern auch unserer Tradition, unserer Kultur und Identität.

Die Bewahrung unseres sakralen und kulturellen Erbes wird uns auch weiter eine Verpflichtung sein. Wir hoffen auch in Zukunft auf Ihre bewährte Unterstützung unserer schönen und wichtigen Arbeit!

Der Vorstand
Berlin, April 2018

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