Bericht des Vorstandes des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. für die Jahre 2011 / 2012

vorgelegt und bestätigt auf der Mitgliederversammlung 2012 am 12.05.2012 in der Domaula am Brandenburger Dom

Überblick

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. (im Folgenden "Förderkreis") hat sich als Bindeglied zwischen Kirche, staatlicher Denkmalpflege und organisierter Bürgergesellschaft etabliert und sich um die Erhaltung kirchlicher Baudenkmale in Brandenburg verdient gemacht. Im 22. Jahr seines Bestehens ist er somit zu einer wichtigen Organisation der bürgerbeteiligten Denkmalpflege geworden. Die Mitgliederzahl ist weiter gewachsen. Die Summe der Einnahmen ist gegenüber dem Vorjahr, dem bisherigen Höchststand, zurückgegangen. Die Förderungen für konkrete Erhaltungs-, Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen an Kirchen konnten jedoch gegenüber dem Vorjahr etwa gleich gehalten werden. Die Regionalbetreuung hat sich seit ihrer Einführung 2009 als Dezentralisierungsmaßnahme für eine engere Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden, Kirchenfördervereinen und Kommunen bewährt.

1. Mitglieder-und Personalentwicklung

Heute zählt der Förderkreis 525 Mitglieder (389 persönliche Mitglieder, 114 Vereine mit zumeist gegenseitiger Mitgliedschaft, 14 Kirchengemeinden bzw. Kirchenkreise und 8 Firmen). Damit ist die Mitgliederzahl um mehr als fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen.

Der Vorstand setzt sich aus sieben stimmberechtigten ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen: Uwe Donath, Ute Handschuhmacher, Dr. Hans Krag, Wolf-Rainer Marx, Dr. Uwe Otzen, Günter Schöne, Theda von Wedel-Schunk. Er wird von einem Geschäftsführer, Bernd Janowski, einer Büroleiterin, Susanne Gloger, einer ehrenamtlichen Schatzmeisterin, Siegrid Riesberg, einer Schriftführerin, Vorstandsmitglied Theda v. Wedel-Schunk, einer ehrenamtlichen Buchhalterin, Ursula Uhlig und weiteren aktiven Vereinsmitgliedern, unterstützt.

Die regionale Betreuung wird z. Zt. von zehn Vorstands- bzw. Vereinsmitgliedern wahrgenommen: Wolf-Dietrich Meyer-Rath (Prignitz, Ostprignitz-Ruppin), Arnulf Kraft (Havelland), Hans Tödtmann (Potsdam-Mittelmark, Nord), Theda v. Wedel-Schunk (Potsdam-Mittelmark, Süd), Dr. Hans Krag (Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz), Günter Schöne (Spree-Neiße, Oder-Spree), Uwe Donath, (Märkisch-Oderland), Carsten Lange (Barnim), Bernd Janowski (Uckermark), Konrad Mrusek (Oberhavel). Dr. Ulrich Luig hat die Regionalbetreuung für Potsdam/Mittelmark aus beruflichen Gründen niedergelegt.

Das kontinuierliche Wachstum des Vereins und seines Bekanntheitsgrades haben einen Aufgabenzuwachs zur Folge, bei dem das vorhandene Personal an seine Grenzen stößt. Der Vorstand hat sich deshalb entschieden, mit Beginn 2012 die Aufgaben von Susanne Gloger auf die Verwaltung und Vertriebslogistik zu konzentrieren, die dabei übergangsmäßig von Grit Apolke unterstützt wird.

2. Finanzentwicklung

Der Förderkreis steht nach wie vor auf einer soliden finanziellen Grundlage und konnte auch im vergangen Jahr zahlreiche Zuschüsse zur Sanierung von Kirchen bzw. zur Restaurierung von Ausstattungsstücken auszahlen bzw. weiterreichen. Zusätzlich konnten finanzielle Zuwendungen Dritter an Kirchengemeinden und Vereine vermittelt werden, die über das hinausgehen, was der FAK selbst an finanzieller Hilfe zu leisten vermochte. So konnte aus einem Vermächtnis, das der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit der Auflage hinterlassen wurde, Förderungen in Absprache mit dem FAK auszureichen, als erstes Projekt die Notsicherung der Kirche Darsikow mit 20.000 Euro unterstützt werden. In seiner Förderung achtet der FAK darauf, durch geeignete Ko-Finanzierungen seine Mittel möglichst effektiv einzusetzen. Die Rücklagen erlauben es uns, mögliche Schwankungen in den Einnahmen des Vereins auf absehbare Zeit ausgleichen zu können.

2.1. Einnahmen

Die Gesamteinnahmen in Höhe von ca. 205.500 Euro sind im Vergleich zum Vorjahr um etwa 9% zurückgegangen. Rückläufig sind auch die Einnahmen aus Spendengeldern. Dies liegt zum einen an einem sehr hohen Spendenaufkommen für die Aktion "Menschen helfen Engeln" im Jahr 2010, das im vergangenen Jahr geringer ausfiel. Zum anderen erhöhte eine mit dem Versand des Mitteilungsblattes im September initiierte Aktion zugunsten unserer Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen das Vermögen der Stiftung, führt jedoch zu einem leichten Rückgang der freien Spenden.

Einen wichtigen Posten in unserer Finanzplanung bilden weiterhin die Mitgliedsbeiträge sowie die Einnahmen aus einer landesweiten Kollekte der EKBO zugunsten des Förderkreises. Diese Kollekte werden wir im laufenden Jahr 2012 nicht erhalten, weshalb der FAK in der Jahresplanung auf seiner Rücklagen zurückgreifen wird.

2.2. Ausgaben

Der Förderkreis konnte im Jahr 2011 fast 96.000 Euro an direkten Projekthilfen ausreichen und damit das hohe Niveau des Vorjahres nahezu halten. Über die erfreuliche finanzielle Entwicklung unserer Stiftung berichten wir in Punkt 8 dieses Berichts.

Die Personalkosten sind zwar rein rechnerisch gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen; da jedoch der noch 2010 gezahlte Zuschuss der Agentur für Arbeit für unsere Referentin entfiel, wird der Haushalt des Förderkreises dadurch stärker belastet als in den Vorjahren. Dieser Entwicklung müssen wir auch in Zukunft Rechnung tragen. Abzüglich der Ausgaben für Personal liegen die Verwaltungskosten des Vereins weiterhin unter 9% des Gesamthaushalts.

Durch den Verkauf unserer Zeitschrift und die Einwerbung von Anzeigen konnte unser Jahresheft Offene Kirchen nahezu kostenneutral hergestellt werden. Nach wie vor stellt die Broschüre ein wichtiges Medium zur Einwerbung von Spenden und zur Gewinnung von neuen Mitgliedern dar.

Um auch in Zukunft substantielle Hilfe zur Erhaltung, Instandsetzung und angemessenen Nutzung von Kirchengebäuden leisten zu können, ist der Förderkreis auch in Zukunft um einen sorgfältigen Umgang mit seinen Einnahmen und um eine Konsolidierung der Finanzen bemüht.

3. Bauliche und restauratorische Fördermaßnahmen

Mit den unter Pkt. 2.2 genannten Fördermitteln konnten im vergangenen Jahr wieder viele sichtbare Zeichen für die Erhaltung von Kirchen und ihren Ausstattungsgegenständen im ländlichen Brandenburg gesetzt werden. U.a. wurden folgende Maßnahmen unterstützt:

4. Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements

Die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements ist nach wie vor einer der Grundpfeiler des Förderkreises. Mit der jährlichen Verleihung eines Startkapitals von je 2.500 Euro an fünf neu gegründete Kirchenfördervereine zeichnet der Förderkreis das Engagement von ehrenamtlichen Initiativen für die Bewahrung von Gottesdienststätten sowie die Entwürfe für angemessene Nutzungskonzepte aus. In diesem Berichtsjahr wurde der Preis an folgende Kirchenfördervereine verliehen: den Förderverein Kirche in Brüsenhagen e.V. (Prignitz), Förderverein Gruhno e.V. (Elbe-Elster), Förderverein Dorfkirche Lübzow e.V. (Prignitz), Förderverein Dorfkirche Pessin (Havelland) und den Heimatverein Steffenhagen e.V. (Prignitz), der die Feier zur Startkapitalverleihung 2012 ausrichten wird. Seit 2002 konnten über das "Startkapital-Projekt" somit 65 Fördervereine mit insgesamt 162.500 Euro bedacht werden.

5. Öffentlichkeitsarbeit

Für einen über Brandenburg hinaus wirkenden Förderkreis ist die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiges Instrument der Bewusstseinsbildung für Denkmalpflege und Kulturförderung. Der Förderkreis, vertreten durch Bernd Janowski und Wolf-Dietrich Meyer-Rath und der Förderkreis Alte Kirchen Marburg, vertreten durch Angus Fowler, haben maßgeblich am Zustandekommen der Tagung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in Marburg unter dem Titel Die Kirche im Dorf lassen beigetragen.

Unsere Jahresbroschüre Offene Kirchen erschien nunmehr zum dreizehnten Mal und genießt eine große Wertschätzung. Allerdings ist die verkaufte Auflage rückläufig, da die Zahl der Verkaufsstellen zurückgegangen ist. Wir beabsichtigen, dem mit einer Werbeoffensive zu begegnen, bei der u.a. auch an die Verantwortungsgemeinschaft der Kirchengemeinden und Fördervereine selbst appelliert werden soll. Die Zahl der geöffneten Kirchen im Adressenverzeichnis ist inzwischen auf über 950 angestiegen. Für den kunsthistorischen Teil haben wir wieder kenntnisreiche Autoren gewinnen können. Für die redaktionelle Arbeit dankt der Vorstand Bernd Janowski, Eva Gonda, Susanne Gloger, Dr. Hans Krag und Rainer Marx. Ein besonderer Dank gilt wieder Eva Gonda für die Herausgabe unseres Mitteilungsblattes Alte Kirchen. Auch die monatlichen digitalen Info-Briefe an die Mitglieder und Interessenten tragen zur Öffentlichkeitsarbeit des Förderkreises bei.

Neben der Herausgabe dieser beiden Hefte betreuen Rainer Marx und Christiane Herrmann die Homepage des Förderkreises www.altekirchen.de. Sie haben unseren Internetauftritt zu einem wichtigen Aushängeschild und zum Archiv unserer Arbeit gemacht. Die mit Unterstützung des Fördervereins der Dorfkirche zu Löhme eingerichtete Online-Plattform zur Vernetzung der örtlichen Kirchenfördervereine ist bislang auf wenig Resonanz gestoßen. Über eine intensivere Nutzung wird nachgedacht.

Anlässlich unseres traditionellen Neujahrsvortrages gemeinsam mit der Stiftung St. Matthäus und dem Verein für Berlin-Brandenburgische Kirchengeschichte in der St. Matthäuskirche in Berlin hielt die Kunsthistorikerin Dr. Maria Deiters einen Lichtbildvortrag zum Thema Schätze – wertvolles Erbe. Die Stiftung Kirchliches Kulturerbe und das Projekt zur Erfassung des kirchlichen Kulturgutes auf dem Gebiet der EKBO.

Der Förderkreis unterstützt die Initiative des Bündnisses Heimat und Zukunft in Brandenburg zur Bewahrung des durch den Braunkohleabbau potentiell bedrohten kulturellen Erbes im ländlichen Brandenburg, zu dem vorrangig auch Dorfkirchen mit ihren Ausstattungen gehören. Theda v. Wedel-Schunk hat den Förderkreis bei verschiedenen Tagungen zum Thema "Regionalentwicklung", "Daseinsvorsorge", "demographischer Wandel", "ländlicher Tourismus" und "Bewahrung der kulturellen Substanz" vertreten.

Der Förderkreis begleitet als Gründungsmitglied die Weiterentwicklung des internationalen Netzwerkes zur Bewahrung von Gottesdienststätten in Europa, Future for Religious Heritage, FRH. FRH ist nun als gemeinnütziger Verein nach belgischem Recht mit juristischem Sitz in Brüssel anerkannt. Der bis zur ersten ordentlichen Generalversammlung amtierende Gründungsvorstand, zu dem das Ehrenmitglied des Förderkreises Angus Fowler gehört, bereitet Anträge auf Fördermöglichkeiten an die EU sowie andere Sponsoren zur Finanzierung des Netzwerkes vor.

Der Förderkreis initiierte, begleitete und finanzierte ein Projekt mit Studenten der Europauniversität Viadrina in Frankfurt/Oder zur Erstellung eines Bildkalenders über Kirchenruinen im Oderbruch. Er beteiligte sich finanziell an der Herstellung eines weiteren Bildkalenders des Förderkreises Dorfkirche Steinhöfel e.V. im Rahmen des vom Landkreis Oder-Spree geförderten Schüler- und Jugendprojektes "Unsere Heimat".

6. Exkursionen und Ausstellungen

Der Förderkreis bietet regelmäßig Busexkursionen zu Kirchen in Brandenburg an. Neben kunsthistorischen Aspekten spielen Fragen der Erhaltung, Instandsetzung und Nutzungserweiterung eine wichtige Rolle. Dabei werden immer auch Kirchengebäude besucht, bei deren Sanierung der Förderkreis helfen konnte. Im Berichtsjahr führte der Förderkreis folgende Exkursionen durch: "Zwischen Teltow und Fläming", "Musikalisch durch die Prignitz", "Kirchen des Architekten Georg Büttner", "Exkursion ins Berliner Urstromtal", "Exkursionen für den Berliner Dombauverein", Exkursion für Mitglieder des Lions Club Seeheim a.d.B. "Kreuz und quer durch die Uckermark".

Unsere Ausstellung Gefährdete Schönheit–Dorfkirchen in Brandenburg fand im vergangenen Jahr in Esslingen, Tübingen, Stuttgart und Dortmund statt. Die Ausstellung erweitert das Verständnis der Besucher für manche Probleme, öffnet die Augen für unerwartete Schönheiten des Landes und seiner Kultur und trägt zum Zusammenwachsen von Ost und West bei. Über die Jahre hat sich Dr. Hans Krag mit großem Engagement für die Außendarstellung des Fördervereins verdient gemacht.

7. Kunst und Kultur in Brandenburgischen Dorfkirchen

Das Projekt Musikschulen öffnen Kirchen, das vom Landesverband der Musikschulen Brandenburgs mit dem Förderkreis veranstaltet wird und unter der Schirmherrschaft von Kulturministerin Dr. Sabine Kunst steht, hat in diesem Berichtsjahr wieder mit dazu beigetragen, dass alte Kirchen in Brandenburg als Orte der Begegnung belebt und wertvolle Kulturgüter erhalten werden können. Zwischen März und Oktober wurden 40 Benefizkonzerte in Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden und Fördervereinen veranstaltet, an denen über 1.000 Mitwirkende aus ganz Brandenburg beteiligt waren. Der Erlös, der 2011 für die Sanierung von Kirchen verwendet werden kann, betrug 15.808 Euro. Im laufenden Jahr ist die Anzahl der von Kinder- und Jugendensembles aus Musikschulen in brandenburgischen Kirchen dargebotenen Konzerte auf fast 50 gestiegen.

Gemeinsam feierten wir mit dem Verein Theater in der Kirche e.V. das 10-jährige Jubiläum in der Dorfkirche Wulkow (Märkisch-Oderland). Der künstlerischen Leiterin Heidi Wallier und ihrem Ensemble wurde bei einer Festveranstaltung anerkennend gedankt. Im Berichtsjahr wurde das Theaterstück Der zerbrochene Krug von Heinrich von Kleist zur Aufführung gebracht. Die Spendenerlöse kamen je zur Hälfte der Theatergruppe und dem Erhalt der Kirchengebäude zugute. Seit Gründung 2002 fanden 136 Aufführungen in über 60 Kirchen Brandenburgs vor etwa 1.000 Besuchern jährlich statt.

Im Rahmen des Ausstellungsverbundes Märkische Kunst - Bilderwelt des Mittelalters im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam beteiligt sich der Förderkreis an der Restaurierung des Altarretabels aus der Dorfkirche in Fredersdorf (UM). Er konnte in Bildtafeln sowie mit einem Vortrag auf seine Tätigkeit zur Bewahrung brandenburgischer Kirchen und ihrer Ausstattung hinweisen.

Das Projekt des Förderkreises Kunst und Kultur in Brandenburgischen Dorfkirchen wurde von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter über 80 Zusendungen zur Präsentation auf der Jahrestagung "Die Kirche im Dorf lassen" in Marburg ausgewählt und von Birgit Karger und Wolf-Dietrich Meyer-Rath vorgestellt.

8. Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen

Unsere Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen, SBD, entwickelt sich langsam, aber verlässlich: Das Vermögen betrug zum Jahresende 2011 173.000 Euro und ist inzwischen auf 205.310 Euro gestiegen. Aus den Zinserträgen in Höhe von ca. 6.600 Euro konnten im Berichtsjahr Zahlungen für die Kirche in Ahlsdorf (EE) und werden voraussichtlich für die Kirche in Märkisch-Wilmersdorf (TF) überwiesen werden. Der Vorstand hat im Zuge der strategischen Verbindung von Förderkreis und Stiftung bei entsprechender Satzungsänderung beschlossen, einen ständigen Beitrag aus den Einnahmen des Förderkreises an die Stiftung zu überweisen

9. Verwaltung

Mit dem Vereinswachstum und der zunehmenden Aufgabenfülle sind personelle Vorkehrungen getroffen worden, um die Geschäftsführung zu unterstützen. Bernd Janowski leistete bislang neben der Geschäftsleitung und der Redaktionsarbeit zusätzliche Dienste bei der Finanzverwaltung. Hier ist inzwischen durch die Einarbeitung von Sigrid Riesberg als ehrenamtliche Schatzmeisterin eine Lösung gefunden worden. Nach einer zweijährigen Übergangsphase hat sich der Vorstand zudem entschieden, die Geschäftsleitung zusätzlich mit einer fest angestellten Verwaltungskraft zu unterstützen. Sie soll gleichzeitig auch die Datenverwaltung für unser Vertriebsgeschäft für die Broschüre Offene Kirchen übernehmen. Z. Zt. nimmt Frau Gloger diese Stelle als Ganztagskraft wahr. Ab Juli 2012 soll diese Stelle als Halbtagsstelle besetzt werden.

Wir danken Arnulf Kraft für die kontinuierliche Pflege und Aktualisierung der Datenbank über Einnahmen und Ausgaben, also der Finanzstatistik des FAK.

Ein besonderer Dank gilt allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die das Gesamtgeschehen des Förderkreises mit getragen und aktiv mitgestaltet haben!

10. Ausblick

Die Erhaltung der kirchlichen Baudenkmale und ihrer Ausstattungen wird im Zuge der sich allenthalben manifestierenden Globalisierung zum immer bedeutsameren Grundpfeiler gesellschaftlicher Identifikation und regionaler Beheimatung. Um die finanziellen und organisatorischen Lasten des Erhalts der kirchlichen Baudenkmale zwischen Kirche, Staat und Bürgerschaft besser zu verteilen, wird die Gesamtgesellschaft in ihren Gliederungen (Kirchengemeinden, Kommunen, staatliche Denkmalpflege, Fördervereine, Bürgerinitiativen, Interessenverbände, Privatwirtschaft, etc.) als Verantwortungsgemeinschaft immer stärker gefordert werden. Bei der praktischen Umsetzung hält der Förderkreis am Konzept der behutsamen Nutzungserweiterung fest.

Dieses Konzept stößt auch außerhalb der Landesgrenze und selbst im Rahmen des Europäischen Netzwerkes Future for Religious Heritage auf wachsendes Interesse. Wie sich auf vielen öffentlichen Veranstaltungen (Kirchbautag 2011 in Rostock, Denkmaltagung in Marburg, etc.) zum Thema Nutzungserweiterung gezeigt hat, scheint das Festhalten an einer wie auch immer gestalteten gottesdienstlichen Nutzung im Verbund mit einer angemessenen Nutzungserweiterung ein Garant dafür zu sein, dass der Erhalt kirchlicher Baudenkmale nachhaltig wird. Dies geschieht maßgeblich aus der Kraft der Identifikation der ländlichen Bevölkerung mit ihren Kirchengebäuden und deren Lokalgeschichte.

Der Vorstand hat sich entschieden, die Finanzgeschäfte des Förderkreises nachhaltig mit unserer Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen zu verbinden. Es ist weiterhin das Ziel, das Kapital der Stiftung zu erhöhen. Neben der Anwerbung von weiteren Zustiftern ist mit einer Satzungsänderung nunmehr der Weg für eine jährlich festgesetzte Transferzahlung an die Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen frei gemacht worden.

Der Förderkreis ist in seinem, über die Jahre gewachsenen Zustand das Ergebnis eines fruchtbaren Zusammenwirkens von organisierter Bürgergesellschaft, kirchlicher und staatlicher Verantwortung für die Erhaltung kirchlicher Baudenkmale. Seine Mitglieder, Sponsoren, der ehrenamtliche Vorstand und die berufliche Passion seiner Mitarbeiter werden weiterhin die Grundpfeiler für sein Wirken bilden.

Berlin, den 12. Mai 2012

Dr. Uwe Otzen (Vorsitzender)

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