Bericht des Vorstandes des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. für die Jahre 2010 / 2011

vorgelegt und bestätigt auf der Mitgliederversammlung 2011 am 07.05.2011 in der Kapelle der Berliner Marienkirche am Alexanderplatz

Überblick

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. (im Folgenden Förderkreis genannt) hat sich im zwanzigsten Jahr seines Bestehens zu einer wichtigen Institution der bürgerbeteiligten Denkmalpflege in Brandenburg etabliert. Auf der Festveranstaltung in der Friedenskirche in Potsdam-Sanssouci wurden die Erfolge von Altbischof Dr. Wolfgang Huber, vom Vertreter der Landesregierung, Martin Gorholt, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, sowie von Martin Ammon von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmale in Deutschland (KiBA) in Grußworten gewürdigt. Zahlreiche Medienbeiträge haben die Verdienste des Förderkreises unterstrichen. Die Mitgliederzahl ist auch im zwanzigsten Jahr weiter gewachsen, ebenso die Summe der finanziellen Zuwendungen. Die Förderungen für konkrete Erhaltungs-, Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen konnten gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Für Kirchengemeinden, Kirchenfördervereine und Kommunen bleibt der Förderkreis somit ein wichtiger Ansprechpartner und hat auch international Gewicht. (vgl. Pkt. 5).

1. Mitglieder-und Personalentwicklung

Heute zählt der Förderkreis 497 Mitglieder (372 persönliche Mitglieder, 105 Vereine mit zumeist gegenseitiger Mitgliedschaft, 13 Kirchengemeinden bzw. Kirchenkreise und 7 Firmen). Damit ist die Mitgliederzahl um 3 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Aus der kontinuierlichen personellen Entwicklung im nunmehr 21sten Jahr seines Bestehens spricht eine bleibende Wertschätzung seitens der Mitglieder sowie eine andauernde Anziehungskraft für weitere Interessenten. Für den Vorstand bedeutet dies Anstrengung und Verpflichtung für seine programmatische und organisatorische Arbeit. Diese ist dann auch im Februar 2011 mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an seinen Geschäftsführer Bernd Janowski durch den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Matthias Platzek, gewürdigt worden.

Theda v. Wedel-Schunk hat als neues Mitglied im Vorstand die Schriftführung von Marianne Fiedler übernommen. Im Berichtsjahr sind Klaus-Jürgen Schlott und Alexander Möbius aus beruflichen Gründen aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Vorstand dankt ihnen für ihr ehrenamtliches Engagement, besonders auch für konzeptionelle Unterstützung.

2. Finanzstruktur der Einnahmen und Ausgaben

2.1 Einnahmen

Die Einnahmen für 2010 in Höhe von insgesamt 211.928 Euro (außer Position 4 und 13 des Jahresfinanzabschlusses) setzten sich zu 26 % aus selbst generierten Mitteln (Mitgliedsbeiträgen, Verkauf der Zeitschrift, Veranstaltungen, etc.) und zu 74 % aus Zuwendungen (Spenden, Zuweisungen von Amtsrichtern, Kirchenkollekte, etc.) zusammen. Sie sind gegenüber dem Vorjahr um 15 % gestiegen und stellen damit in der Geschichte des Förderkreises einen Höhepunkt dar.

Die selbst generierten Mittel (Eigenmittel) in Höhe von 54.591 Euro setzten sich zu 36 % aus Mitgliedsbeiträgen, zu 40 % aus Verkaufserlösen der Broschüre Offene Kirchen inkl. Anzeigen, zu 19 % aus Veranstaltungen und zu 5 % aus anderen Einnahmen zusammen. Die Zuwendungen in Höhe von 157.335 Euro setzten sich zu 61 % aus zweckgebundenen und freien Spenden, zu 33 % aus der Kollekte der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zum Tag des Offenen Denkmals und zu jeweils 3 % aus Zuwendungen der Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen bzw. Zuweisungen von Amtsrichtern zusammen. Während die Spendensumme gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen ist, sanken die Bußgeldeinnahmen um über 50 %.

2.2 Ausgaben

Der Förderkreis konnte im Jahr 2010 insgesamt 113.735 Euro für bauliche Fördermaßnahmen zuweisen. Dies ist die höchste Jahressumme seit Gründung des Vereins. Von 36 regulären Förderanträgen konnten auf Grund unserer Vergabekriterien 23 Anträge mit einem Fördervolumen von 53.000 Euro berücksichtigt werden. Enthalten in der Fördersumme sind auch wieder 12.500 Euro für die Vergabe eines Startkapitals an fünf neue Fördervereine (vgl. Pkt. 4). Weitere 15.427 Euro konnten aus zweckgebundenen Spenden für spezielle Kirchenbauprojekte und 21.759 Euro als zweckgebundene Spenden die Restaurierung von Taufengeln weitergeleitet werden. Seit Gründung konnten somit insgesamt ca. 800.000 Euro für fast 200 Projekte zur Verfügung gestellt werden Aus den Zinserträgen unserer Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen wurden 4.350 Euro weitergeleitet.

Die Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit (Druckkosten für Printmedien, Veranstaltungen, Ausstellungen, etc.) machen 15 % der Gesamtausgaben aus und sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Die Druckkosten konnten im Berichtsjahr aus den Verkaufserlösen und den Anzeigengebühren weitgehend gedeckt werden. Die Ausgaben für die Vereinsverwaltung konnten mit 7 % der Gesamtausgaben nach wie vor auf niedrigem Niveau gehalten werden. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass durch Veränderungen im Mitarbeiterstab (s. Punkt 9) neue Ausgaben auf den Förderverein zukommen.

3.Auflistung baulicher und restauratorischer Fördermaßnahmen

Mit den unter Pkt. 2.2 genannten Fördermitteln (113.735 Euro) konnten für die Erhaltung von Kirchen und ihren Ausstattungsgegenständen im ländlichen Brandenburg im vergangenen Jahr wieder viele sichtbare Zeichen gesetzt werden. U.a. wurden folgende Maßnahmen unterstützt: Der Ausbau der Dorfkirche in Malchow (Uckermark) zum kirchenmusikalischen Zentrum der Region wird nach der Sanierung von Turm und Kirchenschiff fortgesetzt. Erstmals konnten seit 1995 die Glocken in Heinsdorf (Teltow-Fläming) geläutet werden, nachdem der Turm saniert und der Glockenstuhl instandgesetzt wurde. Die Sanierungsarbeiten an den Kirchen in Warnitz und Golm (Uckermark) konnten abgeschlossen werden. Die Sanierung der Kirchtürme in Wassersuppe (Havelland), Stendell (Uckermark) und Kantow (Ostprignitz) kam zum Abschluss. Die Grundmauern der Kirche in Kolkwitz (Spree-Neiße) konnten trockengelegt werden. Die Restaurierungsarbeiten des bei einem Orkan beschädigten Klosters Marienstern in Mühlberg (Elbe-Elster) wurden unterstützt. Das Kirchendach in Quitzow (Prignitz) wurde saniert. Der Kanzelaltar der Kirchen in Dörrwalde (Oberspree-Lausitz) sowie die Kanzel in Niebendorf (Teltow-Fläming) konnten restauriert werden. Die Trockenlegungs- und Sanierungsarbeiten der Kirche in Danewitz (Barnim) wurden unterstützt und eine zweckgebundene Spende weitergereicht. Für Sicherungs- und Sanierungsarbeiten am Kirchendach der Gutskapelle von Darsikow (Prignitz) und Golm (Potsdam) wurden Mittel bereitgestellt. Weiterhin wurden Mittel bereitgestellt für die Bekämpfung des Hausschwamms der Dorfkirche in Dergenthin (Prignitz), für die Erstellung eines statischen Gutachtens zur Dachsanierung der Dorfkirche in Kerkow (Uckermark), für die Sanierung des Kirchenschiffes und -daches in Neulietzegöricke (Märkisch-Oderland), für Instandsetzungsarbeiten am Kirchturm von Premslin (Prignitz) und für die Bekämpfung des Insektenbefalls im Innenraum der Kirche von Werbig (Potsdam-Mittelmark).

Seit Beginn der Aktion Menschen helfen Engeln im Advent 2009 konnten für die Restaurierung von Taufengeln in brandenburgischen Dorfkirchen bis Ende 2010 mehr als 33.000 Euro eingeworben werden. Damit konnten in diesem Jahr die Taufengel in den Kirchen von Wismar (Uckermark), Rohrbeck (Havelland), Löhme (Barnim) und Groß Breesen (Spree-Neiße) restauriert werden. Des Weiteren konnten umfangreiche Spenden für die Restaurierung der Taufengel in den Kirchen von Freyenstein und Schilde (Prignitz), Kreblitz (Dahme-Spreewald), Kunow (Uckermark), Werbig (Potsdam-Mittelmark) und Niebendorf (Teltow-Fläming) weitergereicht werden. Da einige Spenden direkt an die Kirchengemeinden gingen, liegt der finanzielle Gesamterfolg noch höher als die o.g. Spendensumme. Der Lions Club aus Seeheim a. d. Bergstraße spendete für die Dorfkirche Märkisch-Wilmersdorf (Teltow-Fleming).

4.Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements

Die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements ist eines der Grundpfeiler des Förderkreises. Mit der jährlichen Verleihung eines Startkapitals von je 2.500 Euro an fünf neu gegründete Kirchenfördervereine zeichnet der Förderkreis das Engagement der Bürger für die Bewahrung von Gottesdienststätten sowie die Entwürfe für angemessene Nutzungskonzepte aus. In diesem Berichtsjahr wurde der Preis an folgende Kirchenfördervereine verliehen: den Förderkreis der Dorfkirche Wegendorf e.V. (Märkisch-Oderland), den Förderverein Dorfkirche Gosen e.V. (Oder-Spree), den Förderverein Lichterfelder Dorfkirche e.V. (Teltow-Flemimg), den Förderverein Evangelische Kirche Niederlehme e.V. (Dahme-Spreewald) und den Förderverein Dorfkirche Klein Muckrow e.V. (Oder-Spree). Seit 2002 konnten über das "Startkapital" bislang 60 Fördervereine mit insgesamt 150.000 Euro bedacht werden.

5.Öffentlichkeitsarbeit

Für einen über Brandenburg hinaus wirkenden Förderkreis ist die Öffentlichkeitsarbeit ein wichtiges Instrument der Bewusstseinsbildung auf den Gebieten Denkmalpflege und Kulturförderung. Unsere Jahresbroschüre Offene Kirchen erscheint nunmehr zum zwölften Mal und genießt eine große Wertschätzung. Allerdings ist die verkaufte Auflage leicht rückläufig. Die Zahl der geöffneten Kirchen im Adressenverzeichnis ist inzwischen auf über 900 angestiegen. Für den kunsthistorischen Teil haben wir wieder kenntnisreiche Autoren gewinnen können. Für die redaktionelle Arbeit dankt der Vorstand Bernd Janowski, Eva Gonda, Susanne Gloger und Rainer Marx. Ein besonderer Dank gilt wieder Eva Gonda für die Herausgabe unseres Mitteilungsblattes Alte Kirchen. Die monatlichen digitalen Info-Briefe an die Mitglieder und Interessenten tragen gezielt zur Öffentlichkeitsarbeit des Förderkreises bei.

Neben der Herausgabe dieser beiden Hefte betreuen Rainer Marx und Christiane Herrmann die Homepage des Förderkreises www.altekirchen.de. Sie haben unseren Internetauftritt zu einem wichtigen Aushängeschild und zum Archiv unserer Arbeit gemacht. Ein weiterer Schritt ist mit Unterstützung des Fördervereins der Dorfkirche zu Löhme in Richtung einer Online-Plattform zur Vernetzung der örtlichen Kirchenfördervereine getan worden. Teilnehmer dieser Plattform können nun untereinander über vereinsrelevante Veranstaltungen, Anfragen, Termine, etc. unter www.kirchenfoerdervereine.de kommunizieren.

Anlässlich unseres traditionellen Neujahrsempfanges in der St. Matthäuskirche in Berlin referierte Dr. Peter Knüvener über mittelalterliche Kunstwerke in brandenburgischen Kirchen und ihre Erhaltung,

Uwe Otzen und Bernd Janowski nahmen an mehreren Buchvorstellungen und Lesungen ihrer Beiträge im von Kara Huber herausgegebenen Bildband Brandenburgische Dorfkirchen und ihre Hüter teil, das 2010 als zweiter Band im Prestel-Verlag erschienen ist. Der Vorsitzende vertrat den Förderkreis auf einer Tagung der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt vom 15. bis 17.10.2010 in Frohburg/Sachsen mit einem Beitrag zum Thema: Die Kirche im Dorf lassen. Zum kreativen Umgang mit Kirchengebäuden. Uwe Otzen und Bernd Janowski nahmen an der Tagung der Ev. Akademie zu Berlin am 10.10.2010 teil, die unter dem Titel stand: Wie viele Kirchen braucht die Stadt? Kriterien der Entscheidungsfindung für Erhalt, Aufgabe und Neubau.

Uwe Otzen und Angus Fowler nahmen mit eigenen Beiträgen an der ersten internationalen Konferenz zur Erhaltung und erweiterten Nutzung von Gottesdienststätten in Europa teil. Die Konferenz fand vom 11. bis 13. 11. 2010 in Canterbury/UK unter dem Titel statt: Working together for Historic Places of Worship in Europe. Es wurde ein europäisches Netzwerk ins Leben gerufen, das die Bedeutung und Bewahrung des Kulturerbes öffentlich machen und unterstützen wird (www.placesofworshipeu.org). Dabei zeigte sich, dass der Förderkreis auf europäischer Ebene durchaus einen Erfahrungsvorsprung im Umgang mit Nutzungserweiterungen durch Kunst- und Kulturveranstaltungen hat.

6.Exkursionen und Ausstellungen

Der Förderkreis bietet regelmäßig Busexkursionen zu Kirchen in Brandenburg an. Neben kunsthistorischen Aspekten spielen Fragen der Erhaltung, Instandsetzung und Nutzungserweiterung eine wichtige Rolle. Dabei werden immer auch Kirchengebäude besucht, bei deren Sanierung der Förderkreis helfen konnte. Im Berichtsjahr führte der Förderkreis Fahrten zu Kirchen in der südlichen Niederlausitz, im Jerichower Land, auf den Spuren des Trauerzuges der Königin Luise, unter dem Thema Musikalisch durch die Uckermark und in den Landkreis Oberhavel durch.

Unsere Ausstellung Gefährdete Schönheit–Dorfkirchen in Brandenburg fand im vergangenen Jahr in Franken statt. Coburg, Erlangen, Bamberg und Nürnberg waren die Stationen, wobei der Förderkreis auch Gastgeber der dreitägigen Exkursion einer Reisegruppe aus Coburg sein durfte. Derartige Besuche erweitern das Verständnis der Gäste für manche Probleme hier, öffnen die Augen für unerwartete Schönheiten des Landes und seiner Kultur und tragen zum Zusammenwachsen von Ost und West bei. Über die Jahre hat sich Hans Krag mit großem Engagement für die Außendarstellung des Fördervereins verdient gemacht.

7. Kunst und Kultur in Brandenburgischen Dorfkirchen

Das Projekt Musikschulen öffnen Kirchen unter der Schirmherrschaft von Kulturministerin Dr. Martina Münch hat in diesem Berichtsjahr wieder mit dazu beigetragen, dass alte Kirchen in Brandenburg als Orte der Begegnung wieder belebt und wertvolle Kulturgüter erhalten werden können. Es kamen über 4.500 Besucher zu insgesamt 35 Benefizkonzerten von März bis Oktober in Brandenburgische Kirchen. Der Spendenerlös hat sich gegenüber dem Vorjahr auf fast 22.000 Euro verdoppelt und kommt der Erhaltung und Instandsetzung von Kirchengebäuden sowie der Restaurierung von Orgeln zugute.

Das Projekt Theater in Kirchen konnte auch in diesem Berichtsjahr wieder ein Theaterstück (Liebelei von Arthur Schnitzler) von August bis Oktober in 15 brandenburgischen Dorfkirchen unter der künstlerischen Leitung von Heidi Walier zur Aufführung bringen. Die Spendenerlöse kamen je zur Hälfte der Theatergruppe sowie dem Erhalt der Kirchengebäude zugute.

Mit Ende 2009 war das zweijährige Projekt Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen mit großem Erfolg abgeschlossen worden. Die Endabrechnung gegenüber der Kulturstiftung des Bundes wurde von deren Finanzabteilung anerkannt. Der Förderkreis hatte sich gegenüber der Kulturstiftung erklärt, dieses Projekt nach Möglichkeit eigenständig fortzusetzen. Zu einem modifizierten und im Umfang kleinerem Nachfolgeprojekt genehmigte der Vorstand daher im Frühjahr 2010 eine dreijährige Grundfinanzierung, die allerdings einer Ko-Finanzierung durch verschiedene Fördermittelgeber bedurft hätte. Trotz vielfältiger Bemühungen ist es bedauerlicherweise zu keinen verbindlichen Förderzusagen gekommen, so dass ein Nachfolgeprojekt nicht realisiert werden konnte.

Ein Benefizkonzert in der Dorfkirche von Kremmen (Havelland) erbrachte 1.500 Euro für die Sanierung von Taufengeln. Erstmals produzierte der Förderkreis dank einer Zuwendung der Sparkasse Uckermark eine CD mit Musik auf der restaurierten Wagner-Orgel (1736) in Sternhagen.

8.Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen

Unsere Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen entwickelt sich langsam, aber verlässlich: Das Vermögen betrug zum Jahresende 2010 135.830,10 Euro. Aus den bisherigen Erträgen konnten in diesem Jahr für zwei Projekte Mittel überwiesen werden: 1.850 Euro für Planungsarbeiten zur Sicherung der Kirchenruine Hirschfelde (Barnim) und 2.500 Euro die Sanierung der Dorfkirche Selbelang (Havelland). In 2011 soll aus Stiftungsgeldern die Gemeinde in Märkisch-Wilmersdorf (Teltow-Fleming) bei der Sanierung ihrer Kirche unterstützt werden.

9. Verwaltung

Mit dem Vereinswachstum und der zunehmenden Aufgabenfülle stößt die Geschäftsführung des Förderkreises nun an spürbare Grenzen. Bernd Janowski leistet neben der umfangreichen Verwaltungs- und Redaktionstätigkeit zusätzliche Dienste vor allem bei der Finanzverwaltung. Daher muss dringend nach Entlastung gesucht werden. Es war uns mit Unterstützung der Referentin Susanne Gloger in den vergangenen zwei Jahren zwar gelungen, die Vereinsverwaltung schrittweise auszubauen, ein Regionalarchiv anzulegen und den Vertrieb unserer Jahresbroschüre Offene Kirchen mit einer Vertriebsdatei zu stützen. Leider wurde die von der Bundesagentur für Arbeit geförderte Stelle zum Jahresende nicht verlängert. Wir danken Susanne Gloger für ihre ausgezeichnete Arbeit und bemühen uns, sie weiterhin auf Gehaltsbasis für den Förderkreis zu beschäftigen. Deshalb haben wir sowohl bei der Landesregierung als auch der EKBO um finanzielle Unterstützung nachgesucht. Übergangsmäßig haben wir auf der Basis von drei Niedriglohn-Jobs personelle Verstärkung eingeholt, um wenigstens die Herausgabe der Offene-Kirchen-Broschüre für 2011 sicherzustellen und um die Vertriebsdatenbank in verlässliche Hände zu legen. Bei der Finanzverwaltung werden wir übergangsweise von Ursula Uhlig und Sigrid Riesberg unterstützt, denen wir für ihre ehrenamtliche Unterstützung sehr danken.

Aus den o.g. Ausführungen ist zu entnehmen, dass wir unbedingt kompetente Hilfe in der Verwaltung, im Finanzwesen und im Vertrieb benötigen, um dauerhaft eine reibungslose Abwicklung der Geschäfte zu erreichen. Wir laden daher vor allem Helfer aus dem Kreis der Mitglieder zur Mitarbeit ein. Sollte mittelfristig intern keine Lösung gefunden werden, müssen wir auf externe Kräfte zurückgreifen, was allerdings die Personal- und Verwaltungskosten ansteigen und die Förderleistungen sinken lassen würde.

10. Ausblick

Im 21sten Jahr seines Bestehens hat sich der Förderkreis ein zukunftweisendes Förderkonzept gegeben. Es konzentriert sich im Zuge der Vereinskonsolidierung auf fünf Hauptaktivitäten: (1) die direkte finanzielle und beratende Unterstützung baulicher und denkmalpflegerischer Maßnahmen, unserem "Kerngeschäft" (2) die Akquisition und Bereitstellung von Fördermitteln, (3) die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements, (4) die Förderung der Nutzungserweiterung kirchlicher Gebäude durch Kunst- und Kulturveranstaltungen sowie (5) die Öffentlichkeitsarbeit.

Während wir das sog Kerngeschäft aufgrund jahrzehntelanger Verfallserscheinungen bei Kirchengebäuden in Brandenburg schwerpunktmäßig auf die Sanierung der kirchlichen Bauhüllen konzentrieren mussten, werden wir in Zukunft zusätzlich auch die Restaurierung der Ausstattungsgegenstände besonders der Dorfkirchen ins Blickfeld nehmen müssen. Mit den Orgel-, Altar- und Taufengelrestaurierungen ist seit geraumer Zeit ein vielversprechender Anfang gemacht worden.

Das Konzept der behutsamen Nutzungserweiterung gemäß dem von der EKBO vorgegebenen Orientierungsrahmen hat sich bewährt. Es stößt außerhalb der Landesgrenze auf wachsendes Interesse. Wie sich auch in Canterbury gezeigt hat (vgl. Pkt. 5), scheint das Festhalten an einer wie auch immer gestalteten gottesdienstlichen Nutzung im Verbund mit einer Nutzungserweiterung ein Garant dafür zu sein, dass der Erhalt kirchlicher Baudenkmale nachhaltig wird. Dies geschieht maßgeblich aus der Kraft der Identifikation der ländlichen Bevölkerung mit ihren Kirchengebäuden und deren Geschichte.

Der Vorstand hält es weiterhin für nötig, die Finanzgeschäfte des Förderkreises stärker mit unserer Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen zu verbinden. Während die jährliche Fördersumme des Vereins deutlich den Schwankungen der Spendenbereitschaft und den unsicheren Zuwendungen Dritter unterworfen ist, sind die Zinserträge aus dem Stiftungskapital zuverlässig kalkulierbar. Das wiederum macht die Fördertätigkeit des Vereins sicherer und seine Maßnahmen stetiger. Wir möchten also daraufhin wirken, das Kapital der Stiftung weiter zu erhöhen. Neben der Anwerbung von weiteren Zu-Stiftern kann auch ein interner Finanztransfer aus nicht zweckgebundenen Vereinsmitteln an die Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen sinnvoll werden.

Berlin, den 7. Mai 2011

Dr. Uwe Otzen (Vorsitzender)

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