Bericht des Vorstandes des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. für die Jahre 2009 / 2010

vorgelegt und bestätigt auf der Mitgliederversammlung 2010 am 08.05.2010 im Konferenzraum des Hauses für Brandenburgisch-Preußische Geschichte in Potsdam

Überblick

Der Förderkreis hat sich im zwanzigsten Jahr seines Bestehens zu einer Institution der bürgerbeteiligten Denkmalpflege in Brandenburg etabliert und wieder einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung, Instandsetzung und angemessenen Nutzung von Kirchengebäuden geleistet. Die Mitgliederzahl hat sich weiter positiv entwickelt. Die finanzielle Förderung für konkrete Sanierungsmaßnahmen konnte in diesem Berichtsjahr wieder gesteigert werden. Für lokale Fördervereine, Kirchengemeinden und Kommunen bleibt der Förderkreis somit ein wichtiger Ansprechpartner. Die bauliche Förderung wurde durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit sowie durch ein landesweites Engagement zur kulturellen Nutzungserweiterung von Kirchengebäuden unterstützt.

1. Mitglieder- und Personalentwicklung

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt zählt der Förderkreis 476 Mitglieder (360 persönliche Mitglieder, 96 Vereine mit zumeist gegenseitiger Mitgliedschaft, 13 Kirchengemeinden bzw. Kirchenkreise und 7 Firmen). Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres betrug die Gesamtmitgliederzahl 455. Das entspricht einer Steigerung um knapp fünf Prozent. Aus dieser kontinuierlichen Entwicklung im nunmehr 20sten Jahr seines Bestehens spricht eine bleibende Wertschätzung seiner Mitglieder, eine andauernde Anziehungskraft für neue Bevölkerungskreise und eine hohe Eigenverpflichtung des Vorstandes für gute programmatische Fördertätigkeit.

Im Berichtsjahr ist Wolf-Dietrich Meyer-Rath aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Vorstand dankt ihm für seine professionelle Arbeit im Bereich Kunst und Kultur in Brandenburgischen Dorfkirchen, die er nun als Regionalbetreuer für die Prignitz weiterführen wird. Auch Marianne Fiedler und Arnulf Kraft werden aus dem Vorstand ausscheiden. Beiden sei für ihre beispielhafte ehrenamtliche Tätigkeit als Schriftführerin bzw. beim mühsamen Aufbau unseres Vertriebssystems gedankt. Der Vorstand hat in mehreren Gesprächsrunden interessierte Vereinsmitglieder acht Bewerberinnen und Bewerber für den Vorstand angesprochen, von denen sich zwei oder drei auf der Mitgliederversammlung zur Wahl stellen möchten.

2. Fördervolumen und Finanzierung

Der Förderkreis konnte im vergangenen Berichtsjahr ein Fördervolumen von insgesamt 52.000 Euro zur Verfügung stellen. Von insgesamt 34 Förderanträgen konnten 27 nach Maßgabe unserer Vergabekriterien berücksichtigt werden. Davon sind 40.000 Euro als reguläre Förderung auf Antrag, 1.000 Euro aus einem Benefizkonzert, 5.600 aus projektgebundenen Sammelspenden, 2.000 Euro vom Lions Club in Seeheim a.d. Bergstraße und 3.800 als Zuschüsse bereitgestellt worden. Enthalten in der Fördersumme sind auch 12.500 Euro für die Vergabe eines Startkapitals an sechs Fördervereine. Zusätzlich konnten 7.093 Euro aus projektgebundenen Spenden für die Restaurierung von Taufengeln eingeworben werden.

Finanziert wurden die Maßnahmen zu 39% aus Spenden, zu 25% aus Erlösen des Verkaufs von Offene Kirchen, Bußgeldern, Veranstaltungen und Zinserträgen, zu 24% aus der Kollektenspende der EKBO zum Tag des Offenen Denkmals und zu 9% aus Mitgliedsbeiträgen. Die Spenden erreichten in diesem Berichtsjahr wieder einen Höchststand. Dafür soll an dieser Stelle noch einmal allen Spendern herzlich gedankt werden!

53% der Einnahmen flossen in unser "Kerngeschäft", also in die direkte finanzielle Unterstützung baulicher und denkmalpflegerischer Maßnahmen, die Beratung von Kirchengemeinden, lokalen Fördervereinen und Antragstellern sowie in die Information von Mitgliedern und Öffentlichkeit.

3. Bauliche Fördermaßnahmen

Mit den o.g. zur Verfügung gestellten Fördermitteln konnten für die Erhaltung sakraler Bauwerke und Kunstschätze im ländlichen Brandenburg auch im vergangenen Jahr wieder viele sichtbare und ermunternde Zeichen gesetzt werden. Der FAK konnte folgende Maßnahmen unterstützen:

Für die Sanierung des Kirchturms in Siethen konnte eine größere Spende des Lions Clubs aus Seeheim a. d. B. weitergeleitet werden. Mehrere größere Sanierungsvorhaben, an denen sich der Förderkreis bereits in der Vergangenheit beteiligt hatte, konnten erfolgreich abgeschlossen bzw. weitergeführt werden, so u. a. in Glöwen (PR), Königsberg (OPR), Heinsdorf (TF) und Passow (UM). In Sternhagen (UM) konnte die restaurierte Orgel von Joachim Wagner von 1736 wieder eingeweiht werden.

Für die Restaurierung des Taufengels aus der Dorfkirche Wismar (UM) konnte eine größere zweckgebundene Spende weitergeleitet werden. Im Rahmen der gemeinsam mit der EKBO und dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege initiierten Aktion Menschen helfen Engeln konnten zudem weitere namhafte Spenden zur Rettung von Taufengeln eingeworben werden. So konnte inzwischen auch der Taufengel in Rohrbeck (HVL) erfolgreich repariert werden. Die Einnahmen eines Benefizkonzertes der Akademie für Alte Musik Berlin konnten für den Ausbau eines Kultur- und Orgelzentrums in Lebusa (EE) weitergereicht werden.

Seit seiner Gründung im Jahr 1990 konnte der Förderkreis (Stand: 31.12.2010) ca. 670.000 Euro für 155 Projekte zur Verfügung stellen.

4. Stärkung bürgerschaftlichen Engagements

Das vom Förderverein mit begründete bürgerschaftliche Engagement in Gestalt lokaler Fördervereine, Initiativgruppen oder Freundeskreise hat im Laufe der zwanzigjährigen Fördertätigkeit einen sehr bedeutsamen denkmalpflegerischen Stellenwert eingenommen. Dies gilt nunmehr auch überregional als positives Beispiel für organisierte Bürgerbeteiligung im Rahmen des Denkmalschutzes. Mehr als 260 lokale Fördervereine sind inzwischen zu einem sehr wichtigen Partner der Kirchengemeinden geworden. Bei den regional gegliederten Betreuungs- und Beratungsaufgaben sind die lokalen Fördervereine neben den Kirchengemeinden für uns die wichtigsten Anlaufstellen geworden.

Ein weiteres wichtiges Instrument zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements bleibt weiterhin das jährlich ausgeschriebene Startkapital für Kirchenfördervereine. Es wurde seit 2002, also nunmehr zum achten Mal, in Höhe von 2.500 € vergeben. Auf diese Weise konnten bisher insgesamt 55 Fördervereine mit einer Gesamtsumme von 125.000 € bedacht werden. In diesem Jahr hatten sich 20 Vereine und Initiativen beworben. Fünf Preise konnten an folgende Gewinner vergeben werden: den Förderverein Dankeskirche Halbe (Dahme Spreewald), den Kirchbauverein der Evangelischen Kirche Hermsdorf (Oberspreewald-Lausitz), den Förderverein Dorfkirche zu Löhme (Barnim), den Förderverein Dorfkirche Seehausen (Uckermark), den Förderverein zur Erhaltung des evangelischen Kirchengebäudes in Johannisthal (Berlin) sowie den Förderverein Orgel- und Kulturzentrum Lebusa (Elbe-Elster). Hierbei mussten sich die Vereine Lebusa und Johannisthal den Preis teilen.

5. Öffentlichkeitsarbeit

Für einen wachsenden Förderverein ist die Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig. Unsere Jahresbroschüre Offene Kirchen erscheint in diesem Jahr zum elften Mal. Die Zahl der geöffneten Kirchen im Adressenverzeichnis ist inzwischen auf über 900 angestiegen. Für den kunsthistorischen Teil haben kenntnisreiche Autoren wiederum Beiträge zur Geschichte, Kunstgeschichte und Denkmalpflege brandenburgischer Kirchen geschrieben. Für die redaktionelle Arbeit dankt der Vorstand unserem Geschäftsführer Bernd Janowski, Eva Gonda, Susanne Gloger und Rainer Marx. Der Vertrieb der Broschüre ist in die Hände unserer Referentin Susanne Gloger übergegangen.

Ein besonderer Dank gilt Eva Gonda für die Herausgabe unseres Mitteilungsblattes Alte Kirchen. Es informiert unsere Mitglieder über wichtige Entscheidungen im Vorstand, Veranstaltungen im Bereich der kirchlichen Denkmalpflege, Ereignisse in Kirchengemeinden, lokale Fördervereine und Bürgerinitiativen sowie andere Entwicklungen rund um die märkischen Kirchen. Neben der sorgfältigen Pflege dieser beiden Printmedien betreuen Rainer Marx und Christiane Herrmann die Homepage des FAK. Sie haben unseren Internet-Auftritt inzwischen zu einem sehr wichtigen Aushängeschild und Archiv unserer Arbeit entwickelt. Die nächste Etappe muss sein, das Internet als Forum zu nutzen, in dem Interessierte mit Mitteilungen, Fragen oder Anregungen im Dialog zu Wort kommen können. Wer sich mit diesen Techniken auskennt oder Lust hat, sich darin einzuarbeiten, ist hoch willkommen. Seit 2009 können die "offenen Kirchen im Land Brandenburg" auch mit Hilfe einer interaktiven Karte im Internet verfolgt werden. Schließlich werden regelmäßig Infobriefe per E-Mail an alle Interessenten versandt.

Anlässlich unseres traditionellen Neujahrsempfanges in der St. Matthäuskirche in Berlin sprach der Präsident des Konsistoriums der EKBO, Ulrich Seelemann zum Thema "Der Reformprozess in der EKBO und die Zukunft unserer Dorfkirchen".

6. Ausstellungen und Exkursionen

Durch das regelmäßige Angebot von Exkursionen (im vergangenen Jahr in das Havelland, den Landkreis Oberhavel, "Musikalisch durch die Uckermark" sowie eine dreitägige Fahrt zu Kirchen auf der Insel Rügen) bemüht sich der Förderkreis, den Kontakt zu Mitgliedern und Interessenten zu erhalten und auszubauen. Wichtig ist bei diesen Anlässen auch, miteinander ins Gespräch zu kommen und Anregungen für die laufende Arbeit zu erhalten. Den Teilnehmern werden neben kunstgeschichtlichen Erläuterungen auch Informationen zur Arbeit und zu den Problemen lokaler Fördervereine nahegebracht. Zumeist werden in das Programm der Besichtigungsfahrten auch Objekte integriert, die vom Förderkreis betreut bzw. unterstützt wurden.

Die Ausstellung Gefährdete Schönheit Dorfkirchen in Brandenburg wurde im Berichtsjahr in den zentralen Kirchen von Gütersloh, Hildesheim, Siegen und Gießen gezeigt. Der Förderkreis erhielt dabei immer viel Unterstützung durch die gastgebenden Gemeinden und durch die lokale Presse. Insgesamt schwächt sich das Spendenergebnis dieser Veranstaltung ab, je weiter man nach Süden und Westen kommt. Die Ausstellung hat aber auch eine Informationsaufgabe und zieht Besucher aus den Ausstellungsorten nach Brandenburg. Nach Coburg befindet sie sich z.Zt. in Erlangen. Im Sommer 2009 fand eine 2-tägige Exkursion für den Lions Club aus Seeheim a.d. Bergstraße statt.

7. Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen

Bereits zum achten Mal konnten in Kooperation des Vereins Theater in der Kirche mit dem Förderkreis. insgesamt sechzehn Vorstellungen des Stückes "Der Bär" von Anton Tschechow aufgeführt werden. Dies erbrachte ca. 5.000 Euro an Spenden für Erhaltungsmaßnahmen an den beherbergenden Kirchengebäuden.

Im Rahmen der zum dritten Mal stattfindenden Reihe Musikschulen öffnen Kirchen - einer Kooperation des Förderkreises mit dem Landesmusikschulverband Brandenburg - fanden 2009 insgesamt 22 Benefizkonzerte statt. Sie erbrachten einen Erlös von über 10.000 Euro, der ebenfalls der Erhaltung der beherbergenden Kirchen zugeführt werden konnte.

Das zweijährige Projekt Stärkung der künstlerischen und kulturellen Nutzung der brandenburgischen Dorfkirchen ist mit einer reichhaltigen Schlusstagung Anfang November 2009 in Belzig beendet worden. Der Fonds Neue Länder der Kulturstiftung des Bundes, aus dem das Projekt zur Gänze gefördert worden war, wurde inzwischen geschlossen. Eine von der Projektleitung durchgeführte Evaluierung mithilfe einer Fragebogenaktion unter den Projektteilnehmern zeigte neben einem vielstimmigen Lob für die Projektleitung den allgemeinen Wunsch nach Fortführung eines solchen zentral koordinierten und beworbenen Wettbewerbsprojektes. Dem zeigt sich der Vorstand im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten aufgeschlossen. Er dankt Wolf-Dietrich Meyer-Rath und Birgit Karger für ihre kreative und engagierte Arbeit.

8. Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen

Unsere 2008 gegründete Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen macht vorzeigbare Fortschritte. Das Gründungskapital konnte auf inzwischen über 120.000 Euro erhöht werden. Es ist realistisch, mit weiteren Zustiftungen zu rechnen. Die Zinserträge aus den ersten 18 Monaten des Bestehens der Stiftung beliefen sich auf über 5.000 Euro und wurden in dieser Höhe für die Sicherung der Kirchenruine in Hirschfelde (BAR) sowie für die Sanierung der Kirche in Selbelang (HVL) zugesagt. Damit stellt die Stiftung bereits jetzt einen spürbaren Anteil der vom Förderkreis zugesagten Fördermittel für Kirchenprojekte zur Verfügung. Dieser Anteil wird schon in wenigen Jahren bei 10% unserer Finanzhilfen liegen.

Der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmale in Deutschland, KiBa mit Sitz in Hannover, die uns bei der Gründung unserer Stiftung beraten hat und zudem kostenfrei die Rechnungsführung für unsere Stiftung leistet, sei an dieser Stelle ein herzlicher Dank gesagt. Dies gilt ebenso Arnulf Kraft und Dr. Hans Krag, die für den Förderkreis die Stiftung betreuen. Wir werben weiterhin um Zustiftungen und Spenden, um unsere Stiftung noch erfolgreicher zu machen.

9. Verwaltungsaufgaben

Mit der zunehmenden Bedeutung des Förderkreises und der Ausweitung seiner Tätigkeiten sind auch die allgemeinen Verwaltungsaufgaben beträchtlich gewachsen. Dazu gehören u.a. die Betreuung der wachsenden Zahl von Mitgliedern, die Aktualisierung der zunehmenden Adressen-Einträge in Offene Kirchen, der Ausbau der regionalen Beratung durch Vorstands- und Vereinsmitglieder, die Ausweitung der Fördertätigkeit über bauliche und denkmalpflegerische Beratung hinaus hin zur Beratung und Koordinierung von Nutzungskonzepten für Kunst- und Kulturveranstaltungen, die sorgsame Finanzplanung und -kontrolle, die umfangreiche Redaktionsarbeit für die Printmedien und deren Vertreib, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Leitung der Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen. All dies hat neben den laufenden Vereinsgeschäften im vergangenen Berichtsjahr wieder die ganze Hingabe der Vorstandsmitglieder, aktiven Vereinsmitglieder, der Referentin sowie des Geschäftsführers abverlangt. Es ist daher geboten, den eingeleiteten Konsolidierungsprozess fortzusetzten. Der Vorstand bemüht sich gleichzeitig um weitere ehrenamtliche Unterstützung.

Die Finanzverwaltung ist mit Wirkung vom 12. Januar vorübergehend auf Ursula Uhlig, Bernd Janowski und Dr. Uwe Otzen übertragen worden. Dringend sucht der Förderkreis nun einen Nachfolger für den bisherigen Schatzmeister Dr. Hans Krag. Ein besonderer Dank gebührt ihm und unserer Buchhalterin Ursula Uhlig, die diese Aufgabe viele Jahre mustergültig und mit großer Umsicht wahrgenommen haben. Ebenso danken wir unserer Schriftführerin Marianne Fiedler, die Sorge dafür trägt, dass das Vereinsgeschehen laufend dokumentiert und auch gesellschaftlich bereichert wird. Günter Schöne organisiert und leitet die jährliche Arbeitssitzung des Vorstandes in Pankow und betreut in bewährter Weise die Neuzugänge an Mitgliedern. Bernd Janowski und Frau Gloger sei gedankt für die umfassende Leitung der Geschäfte, die tägliche Wahrnehmung der vielfältigen und oftmals mühsamen Verwaltungstätigkeiten sowie für das gesamte Vertriebsgeschäft.

10. Ausblick

Der Förderkreis wird sich weiter konsolidieren und in Zukunft auf fünf Hauptaktivitäten konzentrieren: (1) die direkten finanzielle und beratende Unterstützung baulicher und denkmalpflegerischer Maßnahmen ("Kerngeschäft"), (2) die Bereitstellung und Akquisition von Fördermitteln, (3) die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements, (4) die Förderung der Nutzungserweiterung kirchlicher Gebäude durch Kunst- und Kulturveranstaltungen sowie (5) die Öffentlichkeitsarbeit. Während das sog Kerngeschäft, die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements sowie die Öffentlichkeitsarbeit inzwischen ein hohes Maß an Vereinsroutine erreicht haben, bereiten uns die Akquisition von Fördermitteln und die Rahmenbedingungen für eine tragfähige und nachhaltige Nutzungserweiterung kirchlicher Gebäude zunehmendes Kopfzerbrechen. Die prekäre soziale, wirtschaftliche und demographische Entwicklung Brandenburgs werden zunehmend kritisch gesehen. Sie ist gekennzeichnet durch anhaltenden Bevölkerungsrückgang, schrumpfende periphere Wirtschaftsräume und begrenzte kirchliche und öffentliche Finanz- und Personalressourcen. Es wird in vielen Kommunen und Gemeinden immer schwieriger werden, genügend verantwortungsbewusste Menschen zu finden, die notwendigen Finanzmittel aufzubringen und auch die Nutzungsnotwendigkeit für die Erhaltung der denkmalgeschützten Bausubstanz zu begründen.

Von daher wird es unausweichlich sein, auf regionaler und überregionaler Ebene eine Verantwortungsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit ins Leben zu rufen. Ihr Netz muss so weit gespannt werden, dass sich möglichst viele gesellschaftliche Gruppen für die Erhaltung der Kirchendenkmäler verantwortlich fühlen. Das bedeutet, dass die gegenseitige Verantwortung nicht bei der Landeskirche und ihren neu geordneten Gemeinden, den lokalen Fördervereinen, der Landesdenkmalpflege, den Kommunen sowie den zuständigen Landesministerien und ihrer -ämtern enden darf. Neue Bürgerkreise, Jugendorganisationen, engagierte Mäzene und überregionale Patenschaften sollten als Zielgruppen hinzugewonnen werden. Dies wird ein mühsames und langfristiges Unterfangen sein und verlangt beharrliches Aufeinanderzugehen, überzeugendes konzeptionelles Einbinden in die gesamte Landesentwicklung und einen engagierten Bürgersinn. Erste Schritte in diese Richtung wurden bereits mit unseren Kulturprogrammen erfolgreich unternommen. Weitere Schritte sollen nach dem Beispiel erprobter Themenrallyes folgen. Alles hat zum Ziel, neue Bevölkerungskreise sowie die jüngere Generation für unser Anliegen zu erreichen und nachhaltig als potentielle Förderer zu gewinnen.

Berlin, den 8. Mai 2010

Dr. Uwe Otzen (Vorsitzender)

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