Bericht des Vorstandes des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. für die Jahre 2004 / 2005

vorgelegt und bestätigt auf der Jahreshauptversammlung 2005 am 30.04.2005 im Umweltforum Berlin

Kirche Alt Krüssow 
Wallfahrtskirche Alt Krüssow

Im fünfzehnten Jahr seines Bestehens konnte der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. seine satzungsgemäße Aufgabe der "Erhaltung und Wiederherstellung alter gefährdeter Kirchen (samt Ausstattung) sowie ihrer ortsbildprägenden Umgebung im Sinne der Denkmalschutzgesetze" fortsetzen. Möglich wurde dies durch die vielfältige Unterstützung, die der FAK von verschiedenen Seiten erfahren wird. An dieser Stelle sei vor allem den Mitgliedern und Freunden des Vereins für ihre ehrenamtliche Mitarbeit bei verschiedenen Projekten sowie für ihre Unterstützung durch Beiträge und Spenden gedankt.

Zum heutigen Tag hat der Förderkreis Alte Kirchen 316 Mitglieder (243 persönliche Mitglieder, 61 Vereine [zumeist mit gegenseitiger Mitgliedschaft], 5 Kirchengemeinden bzw. Kirchenkreise und 7 Firmen. Zum gleichen Zeitraum des Vorjahres betrug die Gesamtmitgliederzahl 250, was eine Steigerung um 26 % bedeutet. Wir hoffen, dass diese positive Entwicklung anhält, um in Zukunft einen noch größeren Teil unserer Personal- und Sachkosten aus den Mitgliedsbeiträgen finanzieren zu können.

In einer Zeit ständiger finanzieller Katastrophenmeldungen und einschneidender Sparmaßnahmen auf allen Ebenen konnte die brandenburgische Landesregierung im vergangenen Jahr 2004 dennoch ein positives Signal setzen. Mit Geldern aus dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie mit EU-Mitteln des Landwirtschaftsministeriums wurde der Wegfall des Bundesprogramms "Dach und Fach" aufgefangen. Zahlreiche Dorfkirchen erhielten zum Jahresende einen Bescheid über Fördermittel für dringend notwendige Instandsetzungsmaßnahmen. Für das laufende Jahr zeichnet sich eine ähnliche Lösung ab. Wir möchten der brandenburgischen Landesregierung ausdrücklich für diese Entscheidung danken und sie um zukünftiges weiteres Engagement in der ländlichen Denkmalpflege auch in wirtschaftlich schwachen Zeiten bitten.

Auch im vergangenen Jahr konnten mit finanziellen Zuwendungen des Förderkreises Alte Kirchen konkrete Instandsetzungs- und Restaurierungsprojekte unterstützt werden sowie Bauprojekte abgeschlossen bzw. weitergeführt werden:

Immer wichtiger wird das bürgerschaftliche Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen Fördervereine für Kirchen in Städten und Dörfern des Landes Brandenburg. Durch Eigenleistungen, das Sammeln von Spenden und Sponsorengeldern, organisatorische Unterstützung der Kirchengemeinden und vor allem auch durch ihre Bemühungen um eine sinnvolle und angemessene Nutzung der Kirchengebäude sind sie zu wichtigen Partnern der institutionellen Denkmalpflege geworden. Mit vielen dieser Vereine arbeitet der Förderkreis Alte Kirchen eng zusammen. Für die inzwischen etwa 170 ehrenamtlichen Initiativen sind wir ein wichtiger Ansprechpartner, können jedoch auch unsererseits Anregungen aufnehmen und weitergeben. Der FAK half bei der Formulierung von Vereinssatzungen, Nutzungskonzeptionen und Verträgen, moderierte mehrere Gründungsversammlungen, vermittelte Kontakte zu Institutionen der Denkmalpflege, Ämtern, Behörden und Stiftungen und half bei der Beantragung von Fördermitteln. Finanzielle Zuwendungen Dritter konnten vermittelt werden, die weit über das hinausgehen, was der FAK selbst an finanzieller Hilfe zu leisten imstande ist. Diese Tätigkeit zur Schaffung und Betreuung eines Netzwerkes ehrenamtlicher Initiativen ist inzwischen einer der wichtigsten Bestandteile unserer Arbeit. Kontakte konnten inzwischen auch zu lokalen Kirchbauvereinen im Gebiet der ehemaligen Kirche der schlesischen Oberlausitz hergestellt werden, denen wir eine partnerschaftliche Zusammenarbeit angeboten haben.

Im Rahmen seiner Unterstützung für bürgerschaftliches Engagement im Bereich der kirchlichen Denkmalpflege konnte der Förderkreis Alte Kirchen auch im vergangenen Jahr fünf Vereine mit einem "Startkapital für Kirchen-Fördervereine" in Höhe von jeweils 2.500 Euro auszeichnen. Die Preisträger waren:

Die Anerkennungen wurden in Anwesenheit von Staatsssekretär Dr. Christoph Helm und Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in der Dorfkirche von Borgsdorf-Pinnow (Landkreis Oberhavel) überreicht. Auch für das laufende Jahr wurde ein "Startkapital" für engagierte Initiativen ausgeschrieben; die Verleihung wird im September in Templin im Rahmen einer Festveranstaltung der EKBO für die Fördervereine im Land Brandenburg mit Bischof Dr. Wolfgang Huber erfolgen.

  Offene Kirchen

Die jährliche Broschüre "Offene Kirchen" ist weiterhin unser wichtigstes Medium in der Öffentlichkeitsarbeit. Im Jahr 2004 lag die Auflage bei 12.000 Exemplaren, die weitgehend verkauft werden konnten. Durch den Umsatz aus dem Vertrieb des Heftes und dem Verkauf von Anzeigen sowie durch die weitgehend ehrenamtliche Tätigkeit von Redakteuren und Autoren konnte eine Kostendeckung erreicht werden. Als "Gewinn" können wir die Einwerbung von Spenden durch Leser der Broschüre verbuchen. Im Jahr 2005 war es uns im Rahmen der Kulturland Kampagne "1.000 Jahre Christentum in Brandenburg" und durch finanzielle Zuschüsse im Rahmen dieser Aktion möglich, den Umfang des Heftes fast zu verdoppeln und die Auflage auf 13.500 Exemplare zu steigern.

Für die redaktionelle Mitarbeit dankt der Vorstand Eva Gonda und Dr. Jan Feustel sowie für die Organisation des Vertriebs und der Abrechnung Arnulf Kraft. Ein herzlicher Dank gebührt allen Mitgliedern des Vereins, die bei der flächendeckenden Auslieferung der Hefte an die mehr als 500 Verkaufsstellen in Berlin und Brandenburg beteiligt waren.

Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für christliche Archäologie, Denkmalkunde und Kulturgeschichte der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin konnten wir vor wenigen Wochen die Broschüre "Von Berlin nach Wilsnack. Ein kulturhistorischer Wegbegleiter zu den Stationen einer vergessenen Wallfahrt." der Öffentlichkeit vorstellen, für deren Finanzierung wir ebenfalls "Kulturland Brandenburg" zu danken haben. Gemeinsam mit der Regionalen Planungsstelle Uckermark-Barnim wurde ein Führer zu Offenen Kirchen in der Barnimer Heide erarbeitet sowie für einen Kalender der Uckermärkischen Sparkasse über Dorfkirchen des Landkreises Fotos und Texte zur Verfügung gestellt.

Über das "Projekt "Offene Kirchen" des FAK konnte Bernd Janowski im September 2004 auf der Tagung der Landesdenkmalpfleger Deutschlands in Schwerin zum Thema "Denkmalpflege und Tourismus" berichten.

Für das regelmäßige Erscheinen des Mitteilungsblattes "Alte Kirchen", das unsere Mitglieder und Freunde regelmäßig über laufende Aktivitäten unterrichtet, dankt Vorstand ausdrücklich Eva Gonda.

Auch in der regionalen und überregionalen Presse fand die Arbeit des Förderkreises Alte Kirchen freundliche Anerkennung. Dies bringen in letzter Zeit Artikel u.a. in der Neuen Zürcher Zeitung, der Süddeutschen Zeitung, dem Rheinischen Merkur und der TAZ über unsere Arbeit zum Ausdruck.

Der Internet-Auftritt des FAK wird seit Jahren in bewährter Weise von Rainer Marx betreut und regelmäßig aktualisiert und verbessert. Auch ihm gebührt ein herzlicher Dank. Seit Beginn diesen Jahres bietet der Förderkreis darüber hinaus einen elektronischen Infobrief an, der über unsere Arbeit, über Veranstaltungen, Publikationen und über Neuigkeiten rund um die brandenburgischen Dorfkirchen informieren soll. Auf diese Weise erhoffen wir uns auch eine noch engere Kommunikation mit Mitgliedern und Freunden des Vereins.

Unsere Ausstellung "Gefährdete Schönheit. Dorfkirchen in der Uckermark" wurde im vergangenen Jahr in Braunschweig, Darmstadt, Göttingen und Wuppertal gezeigt. In begleitenden Vorträgen wurde die Arbeit des Förderkreises vorgestellt und um Spenden für bedrohte Kirchengebäude geworben. Für das laufende Jahr sind weitere Ausstellungsorte, u.a. in Bremen und Hamburg geplant. Der Vorstand dankt Dr. Hans Krag für die Organisation bei Vorbereitung, Aufbau und Bereuung der Ausstellung. Gegenwärtig arbeitet Herr Krag an einer Aktualisierung der Präsentation.

Wie in den Vorjahren konnte der Förderkreis Alte Kirchen zahlreich Benefiz- und Kulturveranstaltungen in brandenburgischen Kirchen veranstalten, vermitteln und unterstützen. Eine bereits gute Tradition ist hierbei die enge Zusammenarbeit mit dem Verein "Theater in der Kirche" und der Schauspielgruppe "Atelier Startbrett". Im vergangenen Jahr wurde ein Stück des irischen Autors Sean O'Casey in 13 Dorfkirchen aufgeführt. Für die diesjährige Inszenierung von Lessings "Minna von Barnhelm" gibt es bereits 18 Spielorte. Die Hälfte des Erlöses kommt dabei jeweils der Sanierung der gastgebenden Dorfkirche zugute. Ihnen sei für ihren Einsatz ebenso gedankt, wie allen anderen Musikern und Künstlern, die mit ihren oft kostenfreien Darbietungen die Instandsetzung von gefährdeten Kirchenbauten unterstützen. In Zeiten knapper Mittel in allen Bereichen von Kunst und Kultur ist dies keine Selbstverständlichkeit.

Bereits zum fünften Mal stellte sich der FAK im vergangenen Oktober auf der Leipziger Denkmalmesse vor. Auf dieser wichtigsten Kontaktbörse zum Thema Denkmalpflege in Deutschland war es wiederum möglich, mit Fachleuten und Interessenten ins Gespräch zu kommen.

Anlässlich einer Anhörung im Brandenburgischen Landtag war der Förderkreis Alte Kirchen aufgefordert, seine Meinung zum neuen Brandenburgischen Denkmalschutzgesetz vor dem Kulturausschuss zu äußern. Seine Kritik an einigen wesentlichen Punkten des Gesetzentwurfs äußerte der FAK auch im Namen der zahlreichen Vereine, Initiativen und ehrenamtlichen Denkmalpfleger im Land.

Durch das regelmäßige Angebot von Exkursionen, Vorträgen und anderen Veranstaltungen bemüht sich der FAK, den Kontakt zu Mitgliedern und Interessenten zu erhalten und auszubauen. Wichtig ist bei diesen Anlässen neben der Information über unsere Tätigkeit auch, miteinander ins Gespräch zu kommen und Anregungen für die laufende Arbeit zu erhalten. Immer häufiger organisiert der FAK Exkursionen auch für außenstehende Gruppen und Institutionen. Die bei diesen Gelegenheiten eingeworbenen Spenden kommen den besuchten Kirchengebäuden zugute. Den Teilnehmern werden die Arbeit und die Probleme lokaler Fördervereine nahegebracht.

Der Vorstand des Förderkreises informierte sich bei einer Exkursion zu gefährdeten Kirchen in der Prignitz über aktuelle Problemfälle und legte dabei Strategien für seine Tätigkeit in der Region fest.

Einen erheblichen Arbeitsaufwand nimmt inzwischen die Führung der Finanzen des Förderkreises Alte Kirchen in Anspruch. Dr. Hans Krag erledigt als Schatzmeister des Vereins gleichzeitig die Buchführung. Die Betreuung unserer Adressdateien liegt in den Händen von Arnulf Kraft. Günter Schöne beteiligt sich an der Mitgliederbetreuung und vertritt als Vorstandsmitglied den FAK im Beirat der Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin und der Mark Brandenburg.

Die Erledigung der "Routinearbeiten" und die damit einhergehende zunehmende "Spezialisierung" geht inzwischen leider an die Belastbarkeitsgrenze einzelner Vorstandsmitglieder, worunter langfristig die direkte Projektarbeit des Vorstands zu leiden droht. Auch an dieser Stelle möchten wir unsere Mitglieder dringend bitten zu prüfen, ob sie bei der Bewältigung der wachsenden Aufgaben helfen können. Über konkrete Aufgaben geben wir Ihnen im persönlichen Gespräch gern Auskunft.

Den Vorstand verlassen hat im vergangenen Jahr aus persönlichen Gründen unser Mitglied Jürgen Vetter, dem wir für seine Mitarbeit danken möchten. An seiner Stelle kooptierte der Vorstand Marianne Fiedler, die wir der heutigen Mitgliederversammlung zur Wahl als ordentliches Vorstandsmitglied empfehlen möchten.

Leider gilt es auch, von drei Mitgliedern des FAK Abschied zu nehmen, die im vergangenen Jahr verstorben sind und die unserem Verein sehr verbunden waren:

Knut Koebler aus Frankfurt am Main richtete auf Vermittlung des FAK eine private Stiftung für die Dorfkirche in Zernikow ein.

Gisela Opitz ist es zu verdanken, dass die im 2. Welkrieg stark zerstörte Alte Neuendorfer Kirche in Potsdam-Babelsberg wieder aufgebaut werden konnte.

Reinald Stocek war in den Anfangsjahren Schatzmeister des Förderkreises Alte Kirchen.

Ausführliche Nachrufe auf die Verstorbenen erscheinen im nächsten Mitteilungsblatt, das im Mai erscheinen wird.

Wir werden sie in dankbarer Erinnerung behalten.

Die sicher nicht einfacher werdenden Aufgaben des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg in der Zukunft sollten uns jedoch nicht daran hindern, anlässlich des 15. Jahrestages der Gründung kurz innezuhalten und uns über die Ergebnisse unserer Tätigkeit zu freuen. Der Vorstand dankt allen Mitgliedern und Freunden des Vereins, Spendern Sponsoren, befreundeten Vereinen, Institutionen und Dienststellen für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und wünscht sich viele weitere Erfolgserlebnisse.

Ihre Anregungen sind uns auch in Zukunft wichtig.

Berlin, den 30. April 2005

Angus Fowler Bernd Janowski
(Vorsitzender) (Geschäftsführer)