Das Portal hält sein Versprechen

Ein Kleinod der Wildauer Friedenskirche - das Taufkapellchen 
Ein Kleinod der Wildauer Friedenskirche - das TaufkapellchenGroßbildansicht
Deckenbemalung und Schukeorgel gehören zu den Kostbarkeiten des Gotteshauses auf dem Berg an der Kirchstraße
Deckenbemalung und Schukeorgel gehören zu den Kostbarkeiten des Gotteshauses auf dem Berg an der KirchstraßeGroßbildansicht
Fotos: Torsten Müller

Das restaurierte Jugendstilportal der Wildauer Friedenskirche mutet an wie eine Versprechung - wenn du erst einmal eintrittst, wirst du noch vieles mehr entdecken und dich daran erfreuen können. Und tatsächlich , im hellen Kirchenschiff fällt sofort die mit geometrischen Motiven üppig bemalte gewölbte Holzdecke ins Auge. An einigen Stellen schaut noch das nackte, "frische Rohmaterial" hervor, ein Indiz dafür, dass die Restaurierung des knapp 100jährigen und damit relativ jungen Gotteshauses noch immer nicht abgeschlossen ist. Die Einweihung erfolgte 1911. Das Gotteshaus wurde erheblich von den Schwartzkoppf-Werken mitfinanziert. Die Expansion des Betriebes hatte zu einem rasanten Wachstum von Wildau geführt und damit auch einen Kirchenneubau auf den Plan gerufen.

Dramatisch stand es um die Kirche, als 1996 der alarmierende Befund Schwammbefall gegeben wurde. "Es bestand Einsturzgefahr. Dank des Kirchenkreises, des Landes, der Stiftung Denkmalpflege und des vom Freundeskreis der Kirche geweckten Spendenenthusiasmus' konnten jedoch erhebliche Mittel in die Dachstuhlsanierung gesteckt und das Haus gerettet werden", berichtet Pfarrer Dr. Malte Lippmann. Die noch vorhandenen Lücken in der Bemalung sollen natürlich auch noch verschwinden, "wobei", so der Pfarrer, "ich diesen momentanen Anblick auch sehr interessant finde, weil man halt das Vorher- Nachher betrachten kann". Neben der Bemalung von Tonnendecke, Querbalken und Emporen, eines der Markenzeichen des Architekten, Denkmalpflegers und Leiters des Kirchenbauamtes der Provinz Brandenburg Georg Büttner, verweist Lippmann auf die ebenfalls restaurierte Schuke-Orgel, auf die bemalten und zum Teil auch schon reparierten Kirchenfenster und auf das besonders anmutige Taufkapellchen als weitere sehenswerte Details des Gotteshauses. "Altar und Kanzel wurden leider in den 60er Jahren herausgenommen, weil sie vom Holzwurm zerstört waren. Aber die Bänke sind noch die originalen von 1911."

Zur Gemeinde der Friedenskirche gehören rund 2000 Mitglieder, von denen jedoch nur ein kleiner Bruchteil regelmäßig zum Gottesdienst geht. Einmal im Monat öffnen sich die Türen zu Orgel-, Chor- oder kammermusikalischen Konzerten. Für die Zukunft haben sich Friedenskirchengemeinde und der Freundeskreis den Abschluss der Innenarbeiten und schließlich die Wiederherstellung des originalen Außenbildes vorgenommen. Dazu gehören neben dem bereits fertiggestellten einladenden Hauptportal ein Biberschwanzdach und ein denkmalgerechter Putz. Wer sich über die sehenswerte Innenausstattung, den Fortgang der Restaurierung, das Leben in der Gemeinde oder das Engagement des Freundeskreise informieren will, der ist getreu dem Motte des Projektes "Offene Kirche" jederzeit willkommen. Den Schlüssel gibt es nebenan im Pfarrhaus, das im übrigen als Teil des Ensembles ebenfalls von Büttner konzipiert wurde. Jeden Mittwoch trifft man dort zwischen 9 und 16 Uhr garantiert jemanden an, der einem die Türen aufschließt. Ansonsten gewähren Pfarrer Malte Lippmann oder der Vorsitzende des Freundeskreises der Kirche Christian Ritter nach vorheriger Anmeldung auch an anderen Tagen gern Eintritt.

Kontakt und weitere Informationen unter den Rufnummern 03375/5011 und 0171/5281280 sowie im Internet unter www.freundeskreis.wildau.de.vu

 

   Zur Übersicht