Buchtipp des Monats

Die Bettelorden in den beiden Lausitzen

In der Bettelordensforschung spielten die beiden Lausitzen bisher eine untergeordnete Rolle. Für die Niederlausitz könnte aufgrund der wenigen Klostergründungen sogar der Eindruck entstehen, dass die Bettelorden hier kaum wirksam wurden, obwohl es sich beim Cottbusser Franziskanerkloster und beim Luckauer Dominikanerkloster um bedeutende Stiftungen des regionalen Adels bzw. der Stadtherrschaft handelte. Im Raum des Oberlausitzer Städtebundes siedelten sich einzig franziskanische Bettelkonvente an. Hier waren es vor allem die Städte selbst, die ein Interesse an der Anwesenheit des Ordens besaßen und nicht zuletzt auch von der Präsenz der ordenseigenen Bildungseinrichtungen profitierten.

Im weiteren Verlauf des Spätmittelalters waren die Klöster der Bettelorden häufig Institutionen von Reformbewegungen und standen daher auch in enger Beziehung zur Reformation. Anhand der Lausitzer Beispiele lassen sich exemplarisch Entwicklungen des geistlichen Wandels, aber auch der Bewahrung von Traditionen aufzeigen; mit Blick auf den nachreformatorischen Umgang mit diesen Einrichtungen ergeben sich wesentliche Aufschlüsse zu Fragen des Kirchenregiments, der städtischen Sozialpolitik und Seelsorge. In Cottbus, Kamenz und Löbau dienten die ehemaligen Franziskanerkirchen nach der Reformation als sorbische bzw. wendische Gotteshäuser, in einigen Fällen wurden Teile der Klosteranlagen als städtische Bildungseinrichtungen weiterbetrieben oder in Fürsorgeeinrichtungen umgewandelt.

Anhand der Bettelorden lässt sich die geistige Transformation eines ganzen Zeitalters an der Schwelle zwischen Mittelalter und früher Neuzeit wie in einem Brennglas verfolgen. Dabei sind es neben den schriftlichen Überlieferungen vor allem die erhaltenen Bauten und Kunstwerke, welche die bedeutende Rolle der Konvente und ihrer Nachfolgeeinrichtungen veranschaulichen.
(Verlagstext)

Annegret Gehrmann, Dirk Schumann, Marius Winzeler (Herausgeber): Die Bettelorden in den beiden Lausitzen. Geschichte – Architektur – Kunst. Lukas Verlag, Berlin 2017; 448 Seiten; 302 Abbildungen; 36, - Euro; ISBN 978-3-86732-216-4

Bisher vorgestellt:

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 Die ehemalige Scherer-Orgel in Bernau

 Rettet das Dorf!

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 Ausstellungskatalog "Karl IV. Ein Kaiser in Brandenburg"

 Die Kirchen und Kapellen der Prignitz

 Bibliothek in Backstein

 Sehen lernen. Bilder und Symbole in der Welt der Kirche

 Zisterzienserkloster und Schlossanlage Dobrilugk / Doberlug

 Der Trommler von Gröben

 Eine Zukunft für unsere Vergangenheit

 Zeitschrift "Brandenburgische Denkmalpflege – Neue Folge"

 Ein Glücksritter. Die englischen Jahre von Fürst Pückler-Muskau

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 Wie sich das Leben auf dem Land neu erfinden lässt

 Naturräume und Landschaften in Brandenburg und Berlin

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 Fahrrad-Routen durch die Kirchenlandschaft der Mecklenburgischen Seenplatte

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 Havelland. Ein Wegbegleiter.

 Kossenblatt. Das vergessene Königsschloss

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 Zisterzienserkloster Chorin

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 Friedrich der Große und Graf Brühl

 Der Ribbeckaltar in der Patronatskirche zu Groß Glienicke

 300 Jahre Sophienkirche in Berlin

 Katholischer Sakralbau in der SBZ und in der DDR

 Kirchen an Trebel und Ibitz

 Streifzüge zwischen Oder und Drage

 Dietrich von Stechow

 Taufengel in Pommern

 Dokumentation des Rostocker Kirchbautags 2011

 Publikation zur Beeskower Marienkirche