Buchtipp des Monats

Kulturerbe verpflichtet.
Zehn Jahre Deutsch-Polnische Stiftung Kultur und Denkmalschutz - Bilanz und Zukunft

Die in Görlitz ansässige Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz (DPS) wurde im Jahr 2007 gegründet. Ziel der Stiftung sind der Erhalt, die Instandsetzung und Restaurierung von Denkmalen in den ehemaligen deutschen Ostgebieten von Ost- und Westpreußen, Pommern, der Neumark und Schlesien. Eng arbeitet die Stiftung mit einer polnischen Schwesterorganisation zusammen, sie fördert Austausch und Dialog zwischen den beiden Nachbarstaaten und bezieht lokale Akteure in ihre Arbeit ein. Das gemeinsame kulturelle Erbe verbindet, gerade in Zeiten politischer Unsicherheit.

Zehn Jahre nach Gründung der DPS war es an der Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen; und diese fällt bemerkenswert aus. In einer nun vorliegenden opulenten Festschrift stellen fünfundzwanzig Autoren aus Polen und Deutschland konkrete Projekte der Stiftung vor: die noch anhaltenden Bemühungen um die Rettung und zukünftige Nutzung des ehemaligen Schlosses der Familie von Lehndorff in Steinort, die Erlöserkirche in Bad Warmbrunn, das Hemptenmacherhaus in Rügenwalde, die Erhaltung historischer Glasmalereien in Niederschlesien, Schloss Lomnitz - um nur einige wenige zu nennen. In mehreren Beiträgen wird zudem die Problematik der Bewahrung ganzer Kulturlandschaften - in den Woiwodschaften Ermland und Masuren, Westpommern, Lebus und Niederschlesien - vorgestellt.

In einem Beitrag des Buches wird Andrzej Tomaszewski, Präsident des polnischen ICOMOS- Verbandes und neben Prof. Gottfried Kiesow einer der Initiatoren der Stiftung zitiert: "Die Geschichte unserer Länder lehrt uns vielleicht wie keine andere in Europa, dass die Kunst nicht Eigentum einer einzigen Nation oder eines Staates, sondern ein universaler Wert ist. Dass ein und dasselbe Kunstdenkmal oder Kunstwerk, ein und derselbe Künstler nicht nur der Kulturgeschichte eines Volkes, sondern zweier oder mehrerer Nationen angehören und diese verbinden kann, statt sie zu entzweien und zu trennen. Daraus erwächst der Auftrag einer gemeinsamen Erforschung und Erhaltung unseres europäischen Kulturerbes ebenso wie die Verpflichtung, der Gesellschaft dessen außerordentlichen wert bewusst zu machen."

Die vorliegende Publikation belegt eindrücklich, wie die gemeinsame Bewahrung eines gemeinsamen Kulturerbes dazu beitragen kann, die nicht immer einfachen deutsch-polnischen Beziehungen zu stärken und zu verbessern.

Guido Hinterkeuser, Klaus-Henning von Krosigk, Peter Schabe (Herausgeber): Kulturerbe verpflichtet. Zehn Jahre Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz - Bilanz und Zukunft. 408 Seiten, 284 Abb., alle Beiträge mit polnischsprachigen Zusammenfassungen; Lukas Verlag Berlin 2017; ISBN 978-3-86732-293-5; Preis: 30 Euro

Bisher vorgestellt:

 Johanniskirche Brandenburg an der Havel

 Mittelalterliche Wandmalerei in der Mark Brandenburg

 Kirchen zwischen mittlerer Elbe und Bober.
 Untersuchungen zu Aspekten der Bodendenkmalpflege und Baugeschichte.

 Die Heilandskirche am Port zu Sacrow

 Der Flügelaltar von St. Marien zu Bernau

 Monument Europa. Wie Baukultur europäische Identität stiftet.

 Die Reformation in Brandenburg

 Schweizerkirchen im Ruppiner Land

 Die Marienkirche in Bernau und ihre Ausstattung

 Die Kirchen der Potsdamer Kulturlandschaft

 Die Bettelorden in den beiden Lausitzen

 Die Werkssiedlungen im Niederlausitzer Braunkohlerevier

 Die ehemalige Scherer-Orgel in Bernau

 Rettet das Dorf!

 St. Johannis zu Luckenwalde. Eine Baugeschichte.

 Ausstellungskatalog "Karl IV. Ein Kaiser in Brandenburg"

 Die Kirchen und Kapellen der Prignitz

 Bibliothek in Backstein

 Sehen lernen. Bilder und Symbole in der Welt der Kirche

 Zisterzienserkloster und Schlossanlage Dobrilugk / Doberlug

 Der Trommler von Gröben

 Eine Zukunft für unsere Vergangenheit

 Zeitschrift "Brandenburgische Denkmalpflege – Neue Folge"

 Ein Glücksritter. Die englischen Jahre von Fürst Pückler-Muskau

 Gottes Klänge. Eine Geschichte der Kirchenmusik

 Alle Altmarkkirchen von A bis Z

 Innovation und Tradition – Hinrich Brunsberg und die spätgotische Backsteinarchitektur in Pommern und der Mark Brandenburg

 25 Jahre Brandenburgische Sommerkonzerte

 Sensibel für Armut. Kirchengemeinden in der Uckermark

 Synagogen in Brandenburg. Spurensuche

 Regionalität und Transfergeschichte

 Das Nonnenkloster von Seehausen in der Uckermark

 Die Dorfkirchen rund um den Beetzsee

 Wie sich das Leben auf dem Land neu erfinden lässt

 Naturräume und Landschaften in Brandenburg und Berlin

 Die mittelalterlichen Kirchen in der nördlichen und östlichen Uckermark

 Der Berliner Totentanz

 Orte des Oderbruchs in historischen Ansichten

 Zivilgesellschaft und Denkmalschutz im deutsch-polnischen Grenzgebiet

 Fahrrad-Routen durch die Kirchenlandschaft der Mecklenburgischen Seenplatte

 Sächsisches Brandenburg. Eine Spurensuche

 Havelland. Ein Wegbegleiter.

 Kossenblatt. Das vergessene Königsschloss

 Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation

 Himmelskinder aus Brandenburg

 Das Hochaltarretabel in der Prenzlauer Marienkirche

 Johannes-Offenbarung und Kirchenbau

 Zisterzienserkloster Chorin

 Ausstellungskatalog und Themenheft zur Kulturgeschichte des Evangelischen Pfarrhauses

 Bibliographie zur Kirchengeschichte in Berlin-Brandenburg

 Friedrich der Große und Graf Brühl

 Der Ribbeckaltar in der Patronatskirche zu Groß Glienicke

 300 Jahre Sophienkirche in Berlin

 Katholischer Sakralbau in der SBZ und in der DDR

 Kirchen an Trebel und Ibitz

 Streifzüge zwischen Oder und Drage

 Dietrich von Stechow

 Taufengel in Pommern

 Dokumentation des Rostocker Kirchbautags 2011

 Publikation zur Beeskower Marienkirche