Kirche

Fachwerk erstrahlt in neuem Glanz

Larissa Benz

Neubrück (MOZ) Fachwerk, Fenster und das Dach der Dorfkirche in Neubrück wurden saniert. Das Ende der Arbeiten wird am Sonntag mit einem Gottesdienst gefeiert.

Hingucker: Das Fachwerk am vorderen Bereich der Kirche Neubrück wurde erneuert. Auch die Tür wurde überarbeitet.
© Foto: Larissa Benz

Günter Poeschke steht in der Dorfkirche Neubrück und schaut sich um. Ein bisschen noch riecht es im Vorraum, der Winterkirche, nach Farbe. „Wir mussten an einigen Stellen den Farbanstrich nachbessern, außerdem wurde der Putz erneuert“, erzählt Poeschke, der Vorsitzender des Neubrücker Kirchenfördervereins ist.

Sein Blick wandert zum hübschen Fachwerk: Es wurde saniert, das teils morsche Holz ausgetauscht. Auch das Dach wurde erneuert. Vorschriften der unteren Denkmalschutzbehörde mussten beachtet werden, denn die Kirche steht unter Denkmalschutz. Ausgebessert wurden auch die Treppe im Inneren sowie die Eingangstür und mehrere Fenster. Die Arbeiten begannen im April und sind nun abgeschlossen.

Das Projekt wird von der lokalen Aktionsgruppe Oderland im Rahmen von Leader gefördert. Die Sanierungskosten betragen etwa 139 000 Euro.

Die Gemeinde Rietz-Neuendorf und die Evangelische Stadt- und Landkirchengemeinde Beeskow beteiligen sich an den Kosten. 10 000 Euro steuert außerdem der vor zehn Jahren gegründete Förderverein der Kirche bei. Der Betrag kam durch die Organisation von kulturellen Veranstaltungen in Neubrück zustande.

Obwohl die Arbeiten an der Kirche nun abgeschlossen sind, soll der Verein laut Poeschke weiter bestehen: „Wir haben auch andere Bereiche im Ort unterstützt und wollen das weiterhin tun.“ So gingen etwa die Einnahmen aus dem Trödelmarkt an Spielgeräte für Kinder.

22 Mitglieder treffen sich ein- bis zweimal im Monat, um die Arbeit des Fördervereins zu besprechen. Während der Sanierungsarbeiten wurden die Gottesdienste in Neubrück, die einmal im Monat stattfinden, in einem Raum des Dorfgemeinschaftshauses abgehalten.

Dass die Sanierung der Kirche so gut geklappt hat, freut Günter Poeschke, denn das Gotteshaus sei historisch bedeutend. „Das Besondere ist, dass es 1955 erbaut wurde. Zu diesem Zeitpunkt wollte der sozialistische Staat keine Kirche mehr haben.“

Die Kirche sei von Handwerkern aus dem Ort in Eigenleistung nach Feierabend erbaut worden, da sie in ihrer offiziellen Tätigkeit dazu nicht befugt waren. „Wir dachten uns, wenn unsere Großeltern diese Kirche erbaut haben, muss es doch auch möglich sein, sie zu erhalten“, so Poeschke. Trotz vollen Auftragsbüchern sei es letztendlich gelungen, die Arbeiten an Firmen aus der Region zu vergeben. Mit einem feierlichen Gottesdienst soll am Sonntag nun die Kirche wieder eröffnet werden. Beginn ist um 14.30 Uhr, danach gibt es in und um die Kirche Kaffee, Kuchen und Deftiges. Auch Möglichkeiten zum Aufwärmen gebe es, betont Poeschke.

MOZ.de vom 01. Dezember 2018

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