Glockenweihe

„Friede sei ihr erst Geläute“

Simone Weber

Hohennauen Da war was los vor der Kirche in Hohennauen: Rund 200 Leute verfolgten Samstagvormittag die Weihe der neuen Glocke. ihrer Dorfkirche. Mit dabei war auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Mit der 198 Kilogramm schweren Glocke, der leichtesten eines Trios im Turm, wurde der Dreiklang wie zuletzt vor 101 Jahren wieder hergestellt.

Monika Pickenhahn (re.) mit Dorothea Klimmt, Dietmar Woidke, Superintendent Thomas Tutzschke und der neuen „Kinderglocke“.
© Foto: Weber
Zahlreiche Hohennauener wohnten der Glockenweihe bei.
© Foto: weber

Die sogenannte „Kinderglocke“ war 1917 für die deutsche Rüstungsproduktion im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen worden. „Friede sei ihr erst Geläute“, zitierte Woidke während seines Grußworts aus Schillers „Lied von der Glocke“. Dorothea Klimmt sagte: „Soli deo gloria – allein Gott die Ehre – so die Inschrift der großen Glocke. Der Ruf der Glocken soll uns ermahnen unser Tun am Herrn der Kirche zu orientieren. Aber der Glockenschlag verbindet auch die Menschen als Gemeinde, er begleitet unseren individuellen Lebensweg, von der Wiege bis zur Bahre.“ Die Pfarrerin erinnert in ihrer Predigt unter freiem Himmel an die vielfältige Bedeutung des Glockenschlags für die Menschen früherer Jahrhunderte. „Möge darum diese neue Glocke nicht das Schicksal ihrer Vorgängerglocke erleiden. Mögen alle drei Glocken für viele Generationen ihrer Bestimmung dienen.“ Monika Pickenhahn, Vorsitzende des Fördervereins der Dorfkirche, wurde die Ehre zuteil, mit dem Ministerpräsidenten per gemeinsamen Knopfdruck den Dreiklang auszulösen. Der Förderverein ist die treibende Kraft hinter erfolgter Kirchenaußensanierung (1. Bauabschnitt) sowie bei der Anschaffung eines neuen Kreuzes für den Turm und beim Guss der neuen Glocke gewesen. Monika Pickenhahn bedankte sich bei den vielen Spendern, Unterstützern und Helfern. Als weitere Vereinsziele bis Weihnachten 2019 nannte sie den 2. Bauabschnitt (Innensanierung) sowie die Sanierung der wohl 1738 eingebauten Schuke-Orgel.

Bevor Dietmar Woidke zu einem weiteren Termin aufbrach, stieg er den Kirchturm hinauf, um die neue „Kinderglocke“ zu betrachten. Auf dem Weg durchlief er eine Ausstellung zur Geschichte der Dorfkirche. Diese Schau kann auch weiterhin besichtigt werden.

MOZ.de vom 06. November 2018

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