Wassersuppe

Sanierung der Dorfkirche abgeschlossen

Vor 20 Jahren war die Dorfkirche in Wassersuppe akut einsturzgefährdet. Dann schlossen sich Bürger zusammen und kämpften erfolgreich für die Rettung des Gebäudes. Jetzt wurde die Sanierung offiziell abgeschlossen.

Für die Rettung der Kirche Wassersuppe unermüdlich im Einsatz: Elke Patola, Karin von Heyking und Reiner Schachtschneider (von links).
Quelle: Markus Kniebeler
 
Die Sanierung wurde von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert.
Quelle: Markus Kniebeler

Wassersuppe Das nennt man einen langen Atem: Im Jahr 2001 trommelte Karin von Heyking in Wassersuppe engagierte Dorfbewohner zusammen zu einer Rettungsaktion mit ungewissem Ausgang. Die Kirche sollte vor dem drohenden Einsturz bewahrt werden. 17 Jahre kämpfte der damals gegründete Förderverein für sein Vorhaben. Und hat nun sein Ziel erreicht. Vor wenigen Wochen wurde der letzte Sanierungsschritt beendet.

Noch einmal 40 000 Euro wurden benötigt, um das Fundament des 1756 gebauten Gotteshauses zu stabilisieren und schadhafte Stellen im Mauerwerk auszubesseren. Im September wurde das Gerüst aufgebaut, im Oktober gingen die Arbeiten über die Bühne. Das Mauerwerk im Sockelbereich wurde stabilisiert, brüchige Steine wurden ersetzt, Fugen erneuert. Einen Riss, der sich durch die Giebelwand zog, haben die Experten geschlossen. „Die Kirche ist nun stabil und dicht“, sagt Hagen Roßmann, der Vorsitzende des Fördervereins.

Sanierung in drei Etappen

Der letzte Schritt der Sanierung war weniger kompliziert als die vorherigen. Am Anfang stand die Sanierung des Kirchturms, der so baufällig war, dass er einzustürzen drohte. Mit der Einweihung des sanierten Turmes im Sommer 2010 war die größte Gefahr abgewendet.

Aber auch der zweite Sanierungsschritt hatte es in sich. Das Dach, undicht und von Schimmel befallen, musste erneuert werden. Ende 2014 konnte Vollzug gemeldet werden.

Seit dem Start der Operation Kirchenrettung wurden rund 170 000 Euro in Wassersuppe verbaut. Das Geld stammt aus unterschiedlichen Töpfen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz förderte die Sanierung, die Kiba-Stiftung der evangelischen Kirche leistete einen beachtlichen Beitrag zur Rettung des Sakralbaus, die Mittelbrandenburgische Sparkasse ermöglichte die Reparatur der Orgel.

Doch all diese Gelder wären nicht geflossen, wenn die Bürger des Dorfes nicht die vorgeschriebenen Eigenanteile aufgebracht hätten. Und hier kommt wieder der Förderverein ins Spiel. Zwei bis drei Mal im Jahr lädt der Verein zu Benefizkonzerten. Die Menschen kommen, lauschen der schönen Musik, treffen sich danach auf dem Seerosenhof der Familie von Heyking zu Kaffee und Kuchen – und öffnen ihre Geldbörsen. Und weil die Künstler auf ihre Gagen verzichten, bleibt am Ende auch wirklich etwas in der Kasse.

Förderverein bleibt aktiv

„Natürlich konnten wir immer nur einen vorsichtigen Schritt nach dem anderen tun“, sagt Karin von Heyking. Für eine Sanierung in einem Zug habe die Kraft gefehlt. Aber dies habe man ausgeglichen durch Beharrlichkeit. Selbst zeitweise Querelen im Förderverein konnten das Gesamtvorhaben nicht in Gefahr bringen.

Die Rettung der über 250 Jahre alten Kirche ist also gelungen. Was nicht heißt, dass der Förderverein seine Schuldigkeit getan hat. Der wird weiter machen. Auch im kommenden Jahr sind Konzerte geplant. Das Geld wird benötigt, um Mängel zu beseitigen, die im Zuge der Sanierung nicht behoben werden konnten. So steht etwa eine Erneuerung der Kirchenfenster noch auf der Wunschliste. Und auch das Innere der Kirche könnte eine Aufhübschung vertragen.

Das Schöne an der Situation ist, dass man diese Dinge gelassen angehen kann. Die Kirche ist dicht, sie steht stabil, die Einsturzgefahr ist gebannt. „Wir haben mit der Hüllensanierung unsere Pflicht getan“, sagt Hagen Roßmann. „Was jetzt noch folgt, ist die Kür.“

Von Markus Kniebeler

Märkische Allgemeine vom 02. November 2018

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