Premnitz

Döberitzer Kirche wird saniert und umgebaut

Die Kirche von Döberitz wird saniert und zu einem multifunktionalen Musik- und Kulturzentrum umgebaut. Die Bausumme beträgt 375000 Euro. Ende nächsten Jahres soll alles fertig sein.

Zur Bildergalerie

Die Sanierung der Döberitzer Kirche hat begonnen. Dach und Fassade werden erneuert und im 2. Bauabschnitt soll innen vieles umgestaltet werden.
Quelle: Bernd Geske

Döberitz Von oben bis unten eingerüstet, das Dach halb abgedeckt und jede Menge Baumaterial liegt bereit. Die Dorfkirche von Döberitz durchläuft eine Erneuerungskur, nach der sie von außen viel schöner und innen drin reichlich verändert aussehen wird.

Ursprünglich hatte die Kirchengemeinde Premnitz „nur“ das Ziel verfolgt, eine Fassadenrenovierung samt Dacherneuerung auf die Beine zu stellen. Es hatte immer mehr durchgeregnet, so dass die Bausubstanz ernsthaft gefährdet war. Die erste Kostenschätzung hatte bei 160 000 Euro gelegen.

Weil die Kirchengemeinde diese Summe allein nicht annähernd aufbringen konnte, stellte sie einen Antrag auf Fördermittel aus dem Leader-Programm. Die Lokale Aktionsgruppe für die Vergabe der Mittel im Havelland wollte daraufhin ein Konzept für die künftige Nutzung sehen. So entstand die Idee, die alte Dorfkirche zu einem multifunktionalen Musik- und Kulturzentrum umzugestalten.



Im Jahr 1700 ist das Dorf Döberitz einschließlich Kirche abgebrannt.
1702 fand die Grundsteinlegung für die jetzige Kirche statt.
1781 die damals neu gebaute Kirche fertig geworden.
1864 wurde das Kirchenschiff erneuert.
Im Jahr 1986 haben verschiedene Reparaturen stattgefunden.


Um das umsetzen zu können, mussten auch im Inneren diverse Änderungen eingeplant werden. Darum wuchs die Bausumme auf 375 000 Euro. Die Lokale Aktionsgruppe stimmte zu, wegen des größeren Umfangs wurde das Projekt in zwei Abschnitte geteilt, und als vor wenigen Wochen der Förderbescheid für Abschnitt 1 eintraf, ging es los.

Architekt Erhard Löser, mit dem die Kirchengemeinde schon bei der Sanierung der Premnitzer Kirche vor wenigen Jahren sehr zufrieden war, verantwortet auch hier die Bauausführung. Weil das Wetter sehr angenehm bleibt, kann von einer frostbedingten Unterbrechung der Arbeiten bis auf Weiteres keine Rede sein.

Wetterfahne ist abgenommen

Die Wetterfahne von 1781 ist abgenommen worden. Sie wird in einer Spezialwerkstatt aufgearbeitet und soll demnächst frisch vergoldet wieder aufgesetzt werden. Überall am Mauerwerk von Kirchenschiff und Turm werden, wo es nötig ist, die Lücken zwischen den Steinen neu verfugt. Dann kann dort künftig kein Wasser mehr eindringen, das für das Mauerwerk gar nicht gut ist.

Hauptschwerpunkt der Sanierung ist das Dach des Kirchenschiffs, das aus dem Jahr 1864 stammt. Wie Erhard Löser sagt, ist der Dachstuhl damals „sehr einfach“ gebaut worden. Die wenig stabile Konstruktion hatte zur Folge, dass das Dach sich im Laufe der Jahre nach unten durchgebogen hat. Eine ganze Reihe von Balken wird nun ausgetauscht und die Konstruktion wird so aufgebessert, dass sie die neuen, schon bereit liegenden Dachziegel vom Typ Biberschwanz sicher tragen kann.

Reparaturen im Jahr 1986

Als das Gerüst am Turm aufgebaut war, hat die Begutachtung seines Schieferdaches aus der Nähe ergeben, dass hier mehr neu gemacht werden muss, als ursprünglich gedacht war. Einige der Reparaturen im Jahr 1986 haben sich als nicht so dauerhaft erwiesen. Die Schallluken im Turm werden alle vier erneuert. So lange das Wetter hält, wird die Hüllensanierung fortgesetzt. Für dieses Jahr gibt es noch Arbeit genug.

Der Blick richtet sich nun sogar schon auf den Förderbescheid für den 2. Bauabschnitt, der zwar schon in Aussicht gestellt, aber noch nicht eingetroffen ist. Hier geht es darum, das Innere des Kirchenschiffs für den künftigen Musentempel herzurichten.

Orgel kommt wieder auf die Empore

Die zweite, die neuere Winterkirche soll ausgebaut werden. Die erste, die ältere Winterkirche bleibt erhalten. Die Empore wird aber wieder freigelegt und oben drauf kommt die Orgel, die bislang im Kirchenschiff gestanden hat. Der Heißluftofen wird durch eine gasbetriebene Heizung ersetzt. Die Elektroanlage wird erneuert. Um für Veranstaltungen künftig besser gewappnet zu sein, werden in die Kirche hinein eine kleine Küche und eine Toilette gebaut.

Bis Ende Oktober 2019 müssen alle Arbeiten abgeschlossen werden. Da der Bau derzeit bestens voran kommt, gibt es keine Bedenken. Es wird eher schon darüber nachgedacht, wie in der Vorweihnachtszeit die Neueröffnung zu feiern wäre.

Von Bernd Geske

Märkische Allgemeine vom 09. Oktober 2018

   Zur Artikelübersicht