Dorfkirche Landin

1. Spatenstich als Sanierungsbeginn

Mit einem symbolischen 1. Spatenstich ist in Landin der Auftakt für die Sanierung der Dorfkirche gefeiert worden. Für 440 000 Euro soll sie zu einer Kunst- und Kulturkirche umgestaltet werden.

Andreas Tutzschke, Stefan Huth und Gert Dittrich (von links) beim symbolischen 1. Spatenstich zum Auftakt der Sanierung.
Quelle: Norbert Stein
 
Die Dorfkirche von Landin.
Quelle: Norbert Stein
 
Nach der Andacht sahen sich die Besucher die Kirche von innen an.
Quelle: Norbert Stein

Landin Theodor Fontane (1819 bis 1898) kam auch nach Landin. In seinem fünfbändigen Werk Wanderungen durch die Mark Brandenburg berichtet er von einem Pfingsttag mit Musik und Tanz in Landin. „Die Dorfkirche soll eine Stätte werden, die auch Raum bietet für Andachten, Musik, Kunst und Kultur“, sagte Pfarrer Stefan Huth am Samstag, nachdem er Fontane zitiert hatte. Der Anlass für die Andacht im Freien war ein besonderer.

Das Gotteshaus wird saniert und nach Abschluss der Arbeiten als Kunst- und Kultur-Kirche genutzt. Es sei sicherlich ein Zufall, aber umso schöner, dass die Arbeiten im Fontane-Jahr 2019 realisiert werden, sagte der Pfarrer, bevor er gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Fördervereins zur Erhaltung der Dorfkirche Landin, Gert Dittrich, und dem Vorsitzenden der Evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland, Andreas Tutzschke, den 1. Spatenstich andeutete, als symbolischen Auftakt für die nun beginnende Erneuerung der Kirche. Rund 440 000 Euro sind dafür notwendig, und das in einem Dorf mit lediglich 77 Einwohnern, von denen nur elf Mitglied der evangelischen Kirche sind.

Die Finanzierung ist gesichert. Das Land gibt Fördermittel aus dem europäischen Leader-Fonds. Eigenmittel von 110 000 Euro bringen die Reformationsgemeinde, zu der Landin mit weiteren 15 Dörfern gehört, und der Förderverein auf. Geld gibt das Land, weil die Kirche künftig multifunktional genutzt wird mit kirchlichen Veranstaltungen, Ausstellungen, Konzerten und vielfältigen künstlerischen Aktivitäten.

Das Konzept für eine Kultur- und Kunst-Kirche wurde federführend erstellt vom vor fünf Jahren gegründeten und heute 33 Mitglieder zählenden Förderverein zum Erhalt der Kirche. „Die Zeit war mit viel Arbeit erfüllt. Aber es hat auch viel Spaß gemacht“, sagte der Vereinsvorsitzende Gert Dittrich bei der Andacht, die Raika Koch mit Kindern der Kita Stechow musikalisch eröffnete. Gert Dittrich dankte den Kindern mit Malsachen. Sie sollten wieder kommen, um nach Abschluss der Sanierung in der Kunst- und Kultur- Kirche zu malen, gab er den Kindern mit auf den Weg.

Arnulf Kraft, Beauftragter des Förderkreises Alte Kirchen Berlin- Brandenburg für das Havelland, dankte dem Förderverein für sein Engagement. Der Förderkreis Alte Kirchen habe geholfen, für vorbeireiten Sanierungsarbeiten rund 20 000 Euro zu beschaffen, sagte Kraft. Auch Andreas Tutzschke würdigte den Förderverein als unermüdliche Kraft zum Erhalt der Dorfkirche. Als zukünftige Kultur- und Kunst-Kirche werde sie das gesellschaftliche Leben der Region bereichern, sagte die Nennhausener Amtsdirektorin Ilka Lenke.

1993 hat das Geld nicht weit gereicht

1993 wurde das Kirchendach neu eingedeckt. Für weitere dringende Arbeiten fehlte vor 25 Jahren das Geld. So blieb die Kirche eine Rohbaustelle und konnte nicht mehr genutzt werden. Das Fundament, das Fachwerkgebälk haben Schäden und können nun endlich saniert werden. Hand angelegt wird zudem insbesondere an der Nordfassade mit Vorhalle, welche das gesamte Bauwerk eigentlich Stabilität geben muss. Im Inneren der Kirche sind insbesondere die Decke, die Empore die Patronatsloge und das Gestühl stark in Mitleidenschaft gezogen und bedürfen einer Sanierung.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 30. September 2018

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