Sanierung

Kirchenprojekt: Bauabnahme am 4. Oktober

Simone Weber

Hohennauen Der erste Bauabschnitt bei der Sanierung der Hohennauener Dorfkirche ist bald abgeschlossen. Die Investitionssumme von insgesamt 500.000 Euro wird zu 75 Prozent durch EU-Mittel zur Entwicklung des ländlichen Raums (LEADER-Programm) gefördert. Den Eigenanteil tragen zu jeweils einem Drittel die Gemeinde, das Land Brandenburg und mit 30.000 Euro der Förderkreis der Kirche.

Der erste Bauabschnitt bei der Außensanierung der Hohennauener Dorfkirche steht vor der Vollendung.
© Foto: Weber
 
Eine Möglichkeit der Spende ist der Kauf von 1964 teilweise als Ersatz eingebauter Orgelpfeifen aus Zink.
© Foto: weber

Im Kirchturm wurden Steine neu ersetzt und dessen Dach ist nun neu gedeckt. Am Kirchenschiff wurden der Dachstuhl erneuert und ebenso das Dach neu eingedeckt. Die für die Hohennauener wichtige Korrektur der fehlerhaften Eindeckung in den Kehlbereichen des Kirchenschiffs wird derzeit durch eine Dachdeckerfirma durchgeführt. Am 4. Oktober ist Bauabnahme. Mitte bis Ende Oktober soll die Rüstung abgebaut sein. Darüber informierte der Förderkreis kürzlich im Restaurant „Hohennauener Hof“.

Anschließend will der Verein mit dem zweiten Sanierungsabschnitt beginnen. Dabei wird der Sockel des Kirchenschiffs trockengelegt, und im Frühjahr werden der Putz ausgebessert und der Farbanstrich erneuert. Gleichzeitig werden die Bleiglasfenster ausgebaut, repariert und durch Außengitter geschützt. Im Inneren werden die Bänke ausgebaut und überarbeitet. Ebenso sollen der Altar, die Kanzel, die Wandepitaphe, die Malerei der Logen und die Decke überarbeitet werden. Der wertvolle Altar aus dem Jahr 1608 sowie die Kanzel aus dem Jahr 1610 stammen noch aus dem Vorgängerbau der 1710 bis 1720 neu errichteten Kirche. Zusätzlich werden die elektrischen Leitungen und die Heizung erneuert. Für diesen zweiten Bauabschnitt werden noch einmal rund 500.000 Euro aus Fördermitteln und Spenden investiert

„Zur Errichtung eines neuen prächtigen 2,35 Meter hohen Kirchenkreuzes am 7. Oktober 2017 konnten wir viele Hohennauner gewinnen. Durch die 130 Spender aus dem Ort und der Region kamen 15.000 Euro zusammen“, dankte Vereinsvorsitzende Monika Pickenhahn noch einmal den vielen Spendern und Helfern im Hintergrund. „Im Zuge des zweiten Bauabschnitts wollen wir auch die Orgel grundlegend sanieren. Dazu brauchen wir noch einmal die Spendenbereitschaft der Bürger.“

Das eigentliche Instrument der wohl 1738 eingebauten Barockorgel wurde bereits 1906 durch die Potsdamer Orgelbaufirma Schuke komplett ersetzt. Nur das ursprüngliche Holzgehäuse blieb erhalten. 1917, als auch die dritte Glocke der Kirche für den Ersten Weltkrieg eingeschmolzen wurde, sind auch zirka 250 der insgesamt 540 Orgelpfeifen ausgebaut worden. 1964 wurden die fehlenden Zinnpfeifen durch minderwertigere Zinkpfeifen ersetzt. Die heute in Werder/Havel ansässige Orgelbaufirma soll die Orgel nun komplett sanieren und diese Pfeifen austauschen und ersetzen. Die Kosten betragen insgesamt rund 75.000 Euro. Die Fördermittel sind nahezu zugesagt. Der Förderverein benötigt rund 10.000 Euro als Eigenmittel. „Jede, auch noch so kleine Summe zählt“, so Gerd Stackebrandt, der gleich eine alte Orgelpfeife für 250 Euro erwarb. „Spender ab 50 Euro können Paten einer neuen Orgelpfeife werden, und ihr Name wird auf einer Tafel neben der Orgel erwähnt. Die Orgelpfeifen die ersetzt werden, können ebenfalls ab 50 Euro erworben werden. Spender können auch Freikarten für die geplanten Eröffnungskonzerte mit der neuen Orgel erhalten.“ Die derzeit eingehauste Orgel soll möglichst noch in diesem Winter abgebaut und nach Werder/Havel transportiert werden.

Der Förderverein der Kirche lädt am Sonntag, 14. Oktober, ab 14.00 Uhr, zum Kaffeetrinken in den Pfarrgarten ein. An diesem Tag kann man auch letztmalig die durch Hohennauener Mädchen und Jungen gestaltete „Kinderglocke” betrachten, ehe diese neu gegossene Glocke am 3. November feierlich eingeläutet wird.

Für die Orgel kann gespendet werden: Förderverein Kirche Hohennauen, Stichwort „Orgel”, auf das Konto DE42 1609 1994 0001 0840 20, bei der Volksbank Rathenow.

MOZ.de vom 28. September 2018

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