Kirchensanierung

St. Georg soll wieder atmen

Margrit Meier

Hoppegarten bei Berlin (MOZ) Seit dieser Woche ist St. Georg, auf der Grenze zwischen Hoppegarten und Neuenhagen gelegen, hinter Baugerüsten verschwunden. Der Grund: Die Klinkerfugen müssen in vielen Fällen erneuert werden.

 
Versteckt: Nun ist St. Georg eingerüstet. Klaus Ahrens, Pfarradministrator Robert Chalecki und Lidia Metzke schauen in die Bauakten.
© Foto: Margrit Meier
Salz-Effloreszenzen: Am Hauptportal treten Salzkristalle aus den roten Klinkern heraus.
© Foto: Margrit Meier

Die Altvorderen haben es gut gemeint, als sie in den 1970er-Jahren die katholische Kirche, die dem heiligen Georg geweiht ist, gründlich saniert haben. Doch was damals an Baumaterialien verwendet wurde, macht der heutigen Kirchengemeinde ziemlich zu schaffen. Die Klinkersteine bröckeln und platzen ab. Salzkristalle zeigen sich als weißer Überzug auf den roten Steinen. Die Ursache dafür soll, so Lidia Metzke aus dem Kirchenvorstand, die die Sanierungsarbeiten begleitet, vor allem darin liegen, dass dem Bau quasi die Luft zum Atmen genommen wurde und sich das Wasser einen Weg sucht. Rund um den Sakralbau wurde gepflastert und das Ganze mit einer Teerfuge versehen. Abgebaut wurden damals die Außenwandheizkörper. All das führte zu den Schäden und dazu, dass der Kirchenvorstand beim bischöflichen Ordinariat, beim Bonifatius-Werk und der Kirchengemeinde selbst um finanzielle Hilfe gebeten hat. Die gibt es für dieses Jahr auch. „Wir hoffen, dass wir innerhalb von zwei Monaten die Kirche von außen saniert bekommen“, sagt Lidia Metzke. An der Seite der Fachfirma sind Spezialisten vom Denkmalamt, die genau festlegen, welche Betonfuge erneuert wird und welche bleiben kann. Entfernt werden sollen rund um den Bau die Pflastersteine samt der Teerabdeckung, so dass dort das Regenwasser wieder im Boden versickern kann. Zeitgleich muss der Fundamentsockel saniert werden. Im kommenden Jahr wird das Gotteshaus im Inneren eine Baustelle. Aber so, dass dennoch die pastoralen Aufgaben und die Gottesdienste mit möglichst wenig Einschränkungen möglich sind. Auch dort hat die Feuchtigkeit Ziegel platzen lassen.

Als „blühend“ bezeichnet der Fachmann die Wände im Treppenaufgang hoch zur Orgelempore. Der ehemals weiße Anstrich sieht aus wie ein schmutzig-grau-dunkel verschmierter, abbröckelnder großflächiger und immer größer werdender Fleck. Auch der Anstrich mit Latexfarbe hat, so zeigt Lidia Metzke, dafür gesorgt, dass das Gebäude nicht atmen kann. Die Farbe löst sich großflächig. Ebenfalls 2019 ist vorgesehen, dass die Kirche einen behindertengerechten Zugang mittels einer Rampe erhält, die linker Hand vom Kirchenschiff angelegt wird und zum Haupteingang führt.

Vor der Kirchengemeinde steht ein langer Weg des Bauens. Und des Bangens, ob genügend Geld zusammenkommt. Vielleicht gibt es in der Chefetage der Galopprennbahn Hoppegarten einen noblen Spender, der das Vorhaben unterstützt? Denn St. Georg wurde 1905 vom Union Club für die Jockeys und Trainer aus England und Frankreich gebaut, die sich damals in Hoppegarten ansiedelten. Deshalb ist die Kirche auch dem heiligen Georg gewidmet, der, 303 geboren, mit 17 Jahren als Reiter in das Heer des römischen Kaisers Diokletian eintrat. Er widersetzte sich später, als der Kaiser verlangte, dass er dem christlichen Glauben abschwört. Er wurde gefoltert und schließlich enthauptet.

MOZ.de vom 15. September 2018

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