Orgel

Neue Pläne für Sanierung der Kirche

Hasenfelde (MOZ) Seit 15 Jahren engagieren sich Freunde der denkmalgeschützten Kirche, jetzige und ehemalige Hasenfelder für die Sanierung des Gotteshauses. Eines der Ziele – die Orgel nach 43 Jahren aus dem Dornröschchenschlaf zu erwecken – haben sie erreicht. Nun stehen neue Projekte an.

Spätgotischer Feldsteinbau: Die Dorfkirche Hasenfelde bietet mit der restaurierten Landow-Orgel eine Rarität.
© Foto: Bettina Winkler

Die Orgel in der Hasenfelder Kirche – ein spätgotischer Feldsteinbau, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstanden ist – gilt als einzigartig in Brandenburg. Orgelbauer Carl Friedrich Landow aus Wriezen hat sie im Jahr 1857 gefertigt, der Hasenfelder Freundeskreis Orgel hat sie mit seinem Engagement vor dem Zerfall gerettet. Viele Jahre fanden die Hasenfelder Gottesdienste ohne Musik statt, weil die Orgel durch Kriegseinflüsse, durch den Zahn der Zeit und durch Vandalismus verstummt war. 13 lange und schwere Jahre mit viel Zeitaufwand hat die Sanierung gedauert. „Die Orgel war bereits 43 Jahre im Dornröschenschlaf, als sich der Freundeskreis 2003 gründete, um dies zu ändern“, erinnert sich Vorsitzende Hannegret Richter. 2007 war es soweit. Die Frankfurter Firma Sauer konnte den ersten Bauabschnitt beenden, die Orgel war mit drei Registern wieder spielbar. Danach wurden in mehreren Bauabschnitten die restlichen der elf Register durch Fachleute restauriert. Im November 2016 konnte die Landow-Orgel wieder vollständig klingen.

21 Hoffeste, 80 Orgelaktien sowie 49 Veranstaltungen wie Konzerte und Sammelaktionen – organisiert durch den Freundeskreis – haben zur Finanzierung der Summe von 113 333 Euro beigetragen. Kirchengemeinde und die öffentliche Hand gaben ebenfalls Mittel dazu. Die Partnerkirchengemeinde aus Altwied unterstützte das Projekt. Viel Geld kam aber auch von Privatspendern, sogar aus den USA.

Frische Farben: Vereinschefin Hannegret Richter zeigt im Innenraum die nach historischem Vorbild gestrichenen Bänke.
© Foto: Bettina Winkler

Nachdem die Königin der Instrumente in der Hasenfelder Kirche im vollen Klang erstrahlte, kamen weiter Projekte zur Verschönerung des Gotteshauses auf den Tisch. Dafür wurde 2014 ein Verein gegründet – 18 Mitglieder hat der Kultur-Kirche-Hasenfelde e.V. „Die Bürokratie wird einfach immer mehr, das ist mit einem Verein besser zu händeln“, erläutert Vereinschefin Hannegret Richter. Die 69-Jährige ist zwar im Ruhestand – 23 Jahre hat sie erfolgreich das Rüstzeitheim in Heinersdorf geleitet – zählt sich aber noch nicht zum alten Eisen. „Ich habe noch viele Pläne“, sagt sie. Für den Verein, aber auch privat. Da ihr altes Bauernhaus direkt am Jakobsweg liegt, bietet sie in ihrer Pilgerherberge Übernachtungsmöglichkeiten mit Abendbrot und Frühstück für Pilger an. Dafür hat sie auch den Dachboden einer Scheune gemütlich rustikal hergerichtet.

Für den Verein bleibt trotzdem noch genug Zeit. Wurden schon Tausende für die Sanierung der Landow-Orgel besorgt, ist jetzt auch die Sanierung des Innenraums für knapp 40 000 Euro geschafft. Die Wände, Empore und Sitzbänke erstrahlen im neuen Glanz. Die Farbe – nach historischem Vorbild – ist immer noch zu riechen. Beim Konzert der Frankfurter Singakademie am vergangenen Sonntag freuten sich die Besucher über das Gesamtbild. Die Musiker lobten die außergewöhnliche Akustik in der Kirche, die durch Querbalken in der Holzdecke entsteht. 85 Gäste lauschten der Musik und genossen danach das Kuchenbüfett im Herrenhaus. Bei der Veranstaltung wurden wieder Spenden gesammelt – für die Sanierung des Innenraums vom Turm. Dort muss der Putz erneuert und gestrichen werden.

MOZ.de vom 01. September 2018

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