Sadenbeck

Sadenbecker Kirche: Sanierung fast fertig

Die Außensanierung der Sadenbecker Kirche (Dorfkirche des Monats Februar 2015) verläuft planmäßig. In drei Wochen soll alles fertig sein. Die Initiatoren bedanken sich bei den Handwerkern und Förderern. Zur Fertigstellung soll es einen Gottesdienst geben.

Beratung auf der Baustelle: Margarete Hecht, Heiko Jaap, Baubeauftragter des Kirchenkreises, und Ilona Giese (unten v. l.) sowie Annette Schulze-Mack (oben 2. v. r.) mit den Handwerkern.
Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Sadenbeck „Ich möchte einfach mal Danke sagen“, betont Ilona Giese vom Gemeindekirchenrat in Sadenbeck. Seit fast vier Monaten wird die Kirche inmitten des Dorfes saniert. Zehn Firmen sind daran beteiligt, hinzu kommen fünf Fördermittelgeber.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit aller Beteiligten.“ Es gebe eine gute Zusammenarbeit fast ohne Probleme. „Wir konnten bisher für alles eine Lösung finden, es hat wunderbar geklappt“, so Giese. Die Arbeit bereite ihr viel Spaß und Freude, gemeinsam mit ihrer Mitstreiterin Margarete Hecht.

Kirchenschiff nach Osten hin verlängert

Allerdings stecke auch viel Arbeit dahinter. Es ist ein reines Ehrenamt. „Mein Arbeitgeber räumt mir für die Arbeit in der Kirche Zeit ein“, erklärt Ilona Giese, langjähriges Mitglied im Gemeindekirchenrat.

Im hiesigen ersten Bauabschnitt wird der mittlere Längsbau der Kirche saniert. Das war zuletzt im Jahre 1833 der Fall. „Damals wurde das Kirchenschiff nach Osten hin verlängert, da die Bevölkerung zugenommen hatte“, informiert Ilona Giese.

Letzter Feinschliff läuft auf Hochtouren

Die Arbeiten stehen nun kurz dem Ende. In drei Wochen soll alles fertig sein. Der letzte Feinschliff läuft auf Hochtouren. „Ein großer Dank geht auch an die Planerin Annette Schulze-Mack, die das große Projekt von Anfang an begleitete.“

Neue Dachsteine sind drauf, die Eingangstür restauriert sowie Außen und Innen gemalert. Einige Fensterscheiben haben die Handwerker ersetzt. Vollkommen erneuert wurden diese bereits Anfang der 60er-Jahre.

Sanierung des Turms nur verschoben

Bis zum zweiten Bauabschnitt soll es nun mindestens ein Jahr Pause geben. Der Turm mit seiner Spitze und dem Reiter sind auch noch zu sanieren. Zunächst sollte alles in einem Schritt durchgezogen werden. „Da haben wir uns aber dann doch anders entschieden“, so Ilona Giese.

Die Sanierung des Turms ist aber nicht aus der Welt, sondern lediglich verschoben. „Wir schaffen es vorher einfach nicht.“ Die jetzigen Außenarbeiten hatten oberste Priorität. Schließlich waren die letzten über 185 Jahre her.

Fünf Fördermittelgeber für Sanierungsprojekt

Zur Einweihung und Fertigstellung der Sanierungsarbeiten soll es einen Gottesdienst in der Sadenbecker Kirche geben. Dazu lädt der Gemeindekirchenrat ein. Die Veranstaltung findet am Samstag, 6. Oktober, ab 14 Uhr mit anschließender Kaffeetafel statt.

Die Fördermittelgeber für die momentane Sanierung sind das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (45 Prozent), der Evangelische Kirchenkreis (17 Prozent), die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (15 Prozent), der Landkreis Prignitz (5 Prozent) und der Förderkreis Alte Kirchen (2 Prozent). Der Eigenanteil liegt bei 16 Prozent. Eine Investitionssumme wollte Ilona Giese nicht nennen.

Die Sadenbecker Kirche im Wandel der Zeit

Die Kirche in Sadenbeck ist ein spätgotischer flachgedeckter Feldsteinbau mit schiffsbreitem Westquerturm und gestuftem Westportal. Ende des 15. Jahrhunderts entstand an der Nordseite eine Vorhalle in Backstein in Folge der Wallfahrtsarchitektur von Alt Krüssow.

Etwa ein Jahrhundert später wurde die Kirche mit einem Turm ergänzt. Er bestand aus bauzeitlichen Schallöffnungen zwischen Kreisblenden. Darüber befindet sich heute ein flaches Walmdach der späten 70er-Jahre. Ursprünglich gab es dort ein steiles, schadhaftes Walmdach mit einem Dachreiter.

Schnitzfiguren, Taufengel und Schalldeckelträger

Innen gibt es eine dreiseitige Empore. Ende des 17. Jahrhunderts kamen zwei barocke Schnitzfiguren, der Taufengel und ein Schalldeckelträger hinzu. Vor drei Jahren fand dort eine Restaurierung statt. Die Orgel stamm von Robert Knauf aus Bleicherode (Thüringen) aus dem Jahre 1893. Kurz nach der Wende wurde sie restauriert.

Von Marcus J. Pfeiffer

Märkische Allgemeine vom 31. August 2018

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