Rosenwinkel

Sanierung der Dorfkirche hat begonnen

Es war mit viel bürokratischem Aufwand verbunden, doch es hat sich gelohnt. Nun kann die Sanierung der Dorfkirche in Rosenwinkel beginnen. Sie soll im Sockelbereich bis Herbst abgeschlossen sein.

Im Sockelbereich der Kirche wird zunächst der Schwamm entfernt, wie Pfarrer Christian Ruch zeigt. Die Kirche wird nach der Sanierung niedrigschwelliger.
Quelle: Christian Bark
 
Die historische Fachwerkkirche in Rosenwinkel wird seit Anfang der Woche im Sockelbereich saniert. Bis Herbst soll der Bauabschnitt fertig sein.
Quelle: Christian Bark
 
Auch Teile des Fachwerks müssen dringend saniert werden.
Quelle: Christian Bark
 
Das Gestühl soll demnächst ausgelagert werden.
Quelle: Christian Bark

Rosenwinkel Im Mai hatte Pfarrer Christian Ruch seiner Gemeinde und den Rosenwinkelern die frohe Kunde übermitteln können: die marode Dorfkirche in Rosenwinkel wird saniert. 60 000 Euro stehen für die Beseitigung des Echten Hausschwamms, der die Kirche schon vor Jahren befallen hat, sowie weitere Arbeiten bereit. Etwa die Hälfte davon wird durch staatliche Förderprogramme getragen.

„Ich hatte zuvor immer gedacht, in den Staatskirchenvertrag werden nur repräsentative Kirchen aufgenommen“, so der Pfarrer. Stark sanierungsbedürftige und vom Verfall bedrohte Kirchen könnten jedoch auch in den Genuss dieser Förderung gelangen. Der Echte Hausschwamm ist Christian Ruch zufolge zwar ungiftig, sorge aber auf lange Sicht für Instabilität des Gebäudes. Das Potsdamer Kulturministerium hatte zuletzt dem Antrag stattgegeben und einen Zuwendungsbescheid versandt.

In dieser Woche haben die Sanierungsarbeiten nun begonnen. „Endlich wird gebaut und nicht nur geredet“, verwies der Pfarrer auf den hohen bürokratischen Aufwand, der mit der Antragstellung und den Vorbereitungen einhergehen würde.

Sockel soll bis Herbst saniert sein

Der erste Abschnitt der Sanierung enthält zunächst die Sockelinstandsetzung. „Die werden wir bis Herbst beendet haben“, sagte Bauplaner Axel Seemann am Donnerstag im MAZ-Gespräch. Für mehr würden die 60 000 Euro wohl auch nicht reichen. Schon Anfang des Jahres habe die Landeskirche rund 5000 Euro für eine Notmaßnahme, nämlich das Absaugen des Schwammfruchtkörpers, bereit gestellt.

Während der Sanierung entfernen die Handwerker den Ziegelfußboden, erhalten bleibt der ursprüngliche Fußboden, der einige Zentimeter tiefer auf einem Feldsteinfundament ruht. Das historische Gestühl ist bereits ausgebaut und soll demnächst in einer trockenen Scheune aufbewahrt werden. Der kunsthistorisch wertvolle Altar bleibt während der Sanierung im Gotteshaus, ist jedoch durch eine diffusionsoffene Unterspannbahn eingehaust.

Weitere Bauabschnitte geplant

Zur Sockelsanierung gehört laut Axel Seemann die Ausbesserung des unteren Fachwerks, das nicht nur durch den Schwamm arg in Mitleidenschaft gezogen worden sei. „Eigentlich muss das gesamte Fachwerk überprüft und an kritischen Stellen ausgebessert werden“, sagte Christian Ruch.

Das könnte in einem der nächsten Bauabschnitte geschehen. „Die Beantragung weiterer Fördermittel und die Planungen laufen schon“, informierte der Bauplaner. Dann könne sich vom Dach nach unten bewegt werden.

„Hilfreich wäre auch eine Regenrinne am Dach“, so der Pfarrer. Denn das heruntertropfende Wasser habe zusätzlich am Sockel für Feuchtigkeit gesorgt und letztlich gute Bedingungen für den Echten Hausschwamm geschaffen. Ebenso hat der Putz nach Auffassung des Pfarrers dafür gesorgt, dass Feuchtigkeit nicht durch das Mauerwerk habe nach außen dringen können.

„Dafür muss man hochwertigen Kalk- statt Zementputz verwenden“, erklärte Bauplaner Axel Seemann. Durch diesen könne das Mauerwerk „atmen“. So schlicht die kleine Dorfkirche architektonisch auch gehalten ist, der Bauplaner weiß, dass sie für die Rosenwinkeler der Mittelpunkt des Dorfes ist. Deshalb müsse das Gemäuer nach der Sanierung auch mit Leben gefüllt sein.



60 000 Euro für die Sanierung

1666 wurde das Gebäude als mittlerweile dritte Fachwerkkirche an dieser Stelle errichtet. Die Kabinett Fenster von 1657 stammen noch aus dem Vorgängerbau.
Die Innenausstattung ist weit über 200 Jahre alt. Der Turm wurde vor über 30 Jahren abgerissen.
2013 wurde erstmals Echter Hausschwamm in der Kirche festgestellt.
Seit September 2017 ist das Gotteshaus gesperrt.
Anfang 2018 gegründete sich ein Förderverein zum Erhalt der Kirche. Zu dieser Zeit fand ein erstes Absaugen des Schwamms statt.
Seit der dritten Augustwoche wird die Kirche saniert. 60 000 Euro stehen dafür zur Verfügung.


Hier sieht Axel Seemann auch den Förderverein gefragt, der sich Anfang des Jahres zum Erhalt der Kirche gegründet hatte. Und schon über mehr Mitglieder verfügt, als Leute, die regelmäßig den Gottesdienst besuchen.

Zuletzt hatte der Verein Ende Mai eine Kulturnacht veranstaltet, wobei ein Teil auch im Pfarrgarten Rosenwinkel stattgefunden hatte.

Von Christian Bark

Märkische Allgemeine vom 16. August 2018

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