Kirchensanierung

Rundumkur für das Gotteshaus

Larissa Benz

Wulfersdorf (MOZ) Seit knapp einem Jahr ist die Kirche in Wulfersdorf eingerüstet. Die Sanierungsarbeiten am Dach, Dachstuhl und Turm neigen sich nun dem Ende zu. Der Pfarrer freut sich darauf, bald wieder Gottesdienstgäste in der Kirche zu begrüßen.

Endspurt: Die Verzierung der Holzbalken an der Decke soll originalgetreu wieder aufgemalt werden. Pfarrer Kai-Uwe Folgner-Buchheister freut sich auf das baldige Ende der Sanierung der Kirche in Wulfersdorf.
© Foto: Larissa Benz
 
Fast fertig: Noch steht das Gerüst um die Wulfersdorfer Kirche. Die Sanierungsarbeiten sollen aber bald abgeschlossen sein.
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Noch ist das Gotteshaus auf dem Berg eine Baustelle. Das Gerüst steht noch, Handwerker sind mit den letzten Arbeiten beschäftigt. Bald schon sollen hier in Wulfersdorf aber wieder Gottesdienste stattfinden. „Ich bin so dankbar, dass das Projekt bald beendet ist“, sagt Kai-Uwe Folgner-Buchheister, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Tauche.

Durch Verzögerungen der Dacharbeiten habe die Sanierung „deutlich länger gedauert als erwartet“. Wenn der Pfarrer jetzt aber in der Kirche steht, scheint der Ärger darüber vergessen. Er zeigt auf die Holzbalken im Dachstuhl: „Das ist schon alles sehr schön geworden.“ In den nächsten zwei bis drei Wochen soll die Turmspitze mit einer neuen Kugel und der Wetterfahne wieder aufgesetzt werden. In die Kugel kommen Dokumente, die an die Sanierung erinnern.

Bis zur Fertigstellung war es ein langer Weg: Mehrere Monate haben Zimmermänner den Dachstuhl wieder hergerichtet, alte Holzbalken durch neue ausgetauscht. Einen alten Balken hat der Pfarrer aufgehoben, aus ihm möchte er als Erinnerung einen Kerzenständer für die Kirche gestalten lassen. Das alte Holz des verbretterten Dachturms wurde entfernt, der Turm neu verschalt.

Immer mit beachtet werden musste der Denkmalschutz: „Das war manchmal nicht ganz einfach“, gibt der Pfarrer zu. So wollten die Denkmalexperten zunächst die ursprünglichen Dachziegel wieder einsetzen lassen. Er konnte sich aber mit seinem Wunsch durchsetzen, komplett neue zu bekommen: „Mir ist schon wichtig, dass das alles erstmal hält.“ Das Dach sei massiv beschädigt gewesen, oft sei Wasser durch die Decke gedrungen. Auch die Fledermäuse spielten für die Sanierung eine Rolle: Für sie mussten Einfluglöcher als Nisthilfen angebracht werden.

Die Kirche bezeichnet Folgner-Buchheister als „historischen Ort“. Die Geschichte des rechteckigen Feldsteinbaus reicht bis ins Mittelalter zurück, die Ausstattung innen datiert aus der Barockzeit. „Das Besondere ist, dass auch aus finanziellen Gründen über die Jahre nur ganz wenig verändert wurde“, sagt der Pfarrer.

Finanziert wird die Sanierung vor allem durch Mittel aus dem europäischen Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Aber auch ein „sehr aktiver Förderverein“ der Kirche habe größere Summen durch Einnahmen aus selbst organisierten Kulturveranstaltungen zur Verfügung gestellt, erzählt Folgner-Buchheister. Weitere Finanzspritzen kamen von der Landeskirche. Insgesamt koste die Sanierung 350 000 Euro.

Am Dienstag steht für die Wulfersdorfer ein erster Höhepunkt im Endspurt der Sanierung an: Zwei neue, in Innsbruck gegossene Glocken werden eingesetzt. „Im Gegensatz zu den alten sind diese nun elektrisch und werden ferngesteuert“, sagt der Pfarrer. Es sei ausdrücklicher Wunsch der Wulfersdorfer gewesen, dass die Glocken dreimal täglich für fünf Minuten läuten.

Nachdem das Außengerüst bald entfernt werden soll, stehen innen noch kleinere Restaurierungsarbeiten an: So soll etwa die Holzverkleidung an der Decke wieder originalgetreu bemalt werden. „Ansonsten müssen wir mal schauen, für was das Geld noch reicht“, sagt Folgner-Buchheister.

Wenn die Kirche bald wieder in neuem Glanz erstrahlt, kann er sich gut vorstellen, dass sie mit Platz für knapp 100 Gäste ein beliebter Ort für Trauungen werden könnte.

MOZ.de vom 15. August 2018

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