Wustrau

Frisch saniert zur Sommersonnenwende

Am Sonnabend feierte die Wustrauer Kirchengemeinde den Abschluss der Kirchturm-Sanierungsarbeiten mit einer Andacht und einem Sommerkonzert zur Sommersonnenwende.

Ute Feuerstack, Fehrbellins Bürgermeisterin Ute Behnicke und Helmut-René Philipp, Vorsitzender der Gesamtkirchengemeinde (v.r.) stoßen an.
lle: Felsch

Wustrau Für Pfarrerin Ute Feuerstack ist der Kirchturm „der Fingerzeig des Herren“. „Ich freue mich immer, wenn ich unterwegs bin und die Kirchtürme sehe“, sagte sie am Sonnabend beim Festakt zur abgeschlossenen Turmsanierung der Wustrauer Kirche. „Manchmal sieht man sogar die vier Türme von Karwe, Buskow, Langen und Wustrau auf einmal.“

Über viele Jahre hat die Wustrauer Kirchengemeinde in den Sommerkonzerten Geld für die Sanierung ihres Kirchturms gesammelt. „Es ist bestimmt acht Jahre her, dass wir vor dem Turm standen und festgestellt haben, wie schadhaft das Gesims ist“, sagte die Pastorin. Es musste etwas passieren.

Schätzung war zu niedrig

Dass für die Sanierung viel Geld in die Hand genommen werden muss, war allen klar. Erste Schätzungen lagen bei 18 000 Euro. „Doch nach genaueren Überlegen und Berechnungen stellten wir fest, dass wir damit nicht hinkommen werden. Schließlich musste auch ein großes Gerüst her und es wäre doch unklug gewesen, wenn wir dann nicht auch die morschen Fenster saniert und den Anstrich erneuert hätten“, sagte Ute Feuerstack, die sich an diesem Tag bei allen Mitstreitern bedankte.

Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre wurde die Kirche zuletzt umfassend saniert. Doch inzwischen gab es wieder beträchtliche Schäden. Vor allem die Fenster waren marode, Risse und das Gesims mussten saniert werden.

Als das Gerüst stand, zeigten sich weitere Schäden, unter anderem an der Schiefereindeckung des Turmes. 100 000 Euro flossen schließlich in die Sanierung. Finanzielle Hilfe kam auch von der Landeskirche, vom Verein „Alte Kirchen“, der Gesamtkirchengemeinde Protzen-Wustrau-Radensleben, der Gemeinde Fehrbellin und vom benachbarten Brandenburg-Preußen-Museum beziehungsweise Museumsbetreiber Andreas Bödecker.

„Es ist für mich immer noch ein Wunder“, sagt die Pfarrerin. „Am Ende zählt das Ergebnis und das kann sich sehen lassen.“

Festgottesdienst zum Johannisfest

Bereits im Mai vergangenen Jahres waren die wichtigsten Arbeiten abgeschlossen. Nun gab es den Festgottesdienst zur gelungenen Turmsanierung – und das an einem besonderen Tag, an dem die Kirchengemeinde auch das Johannisfest feiert. „Wir feiern damit nicht nur eine Jahrhunderte alte Tradition, sondern auch die Tatsache, dass es gelungen ist den Turm zu reparieren“, sagte Ute Feuerstack.

Gefeiert wurde im Anschluss mit einem Glas Sekt und einem Konzert zur Sommersonnenwende. Die Kirchenmusikerin Juliane Felsch-Grunow (Orgel und Klavier) und Trompeter Harald Bölk, Leiter der Kreismusikschule Ostprignitz-Ruppin reisten musikalisch durch Europa.

Zu hören gab es unter anderem ein Rondo von Wolfgang Amadeus Mozart, ein Trompetenkonzert von Joseph Haydn, einen Csárdás des italienischen Komponisten Vittorio Monti und ein Konzert von Tomaso Albinoni. Im Anschluss an das Sommerkonzert wurde zum Johannisfest in den Pfarrgarten der Kirchengemeinde eingeladen.

Von Cornelia Felsch

Märkische Allgemeine vom 27. Juni 2018

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