Kleßen

Förderverein Dorfkirche steckt seine Ziele ab

Die Dorfkirche Kleßen ist bereits renoviert. Zudem schmückt ein prächtiger Taufstein das Innere. Willibald Schmitt ist Vorsitzender des Fördervereins, der sich um die Kirche kümmert.

Willibald Schmitt ist der Vorsitzende des Fördervereins Dorfkirche Kleßen.
Quelle: Norbert Stein
 
Die Dorfkirche Kleßen.
Quelle: Norbert Stein
 
Willibald Schmitt mit dem Taufbecken.
Quelle: Norbert Stein
 
Der frühere, inzwischen verstorbene, Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat in der Dorfkirche Kleßen eine Lesung veranstaltet.
Quelle: Privat

Kleßen Arnulf Kraft besichtigt schon wegen seines Ehrenamtes regelmäßig Kirchen. Er ist der Beauftragte des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg für das Havelland. Fördervereine und Kirchengemeinden schätzen seine Ratschläge und Hinweise.

Er hilft bei der Vorbereitung von Sanierungsvorhaben zum Erhalt ihrer Kirchen. Einiges wurde schon geschafft. Vieles ist noch zu machen, damit besonders in den Dörfern die Kirchen erhalten bleiben und sie auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden können.

Arnulf Kraft hat also genügend Arbeit. In Kleßen besichtigte er nun eine Dorfkirche, die bereits saniert wurde. „Die Kirche ist schön geworden“, sagte er nach einem Rundgang und lobte das Engagement des Fördervereins Dorfkirche Kleßen.

Einladung zur Mitgliederversammlung

Der Förderverein hatte Arnulf Kraft zu seiner diesjährigen Mitgliederversammlung eingeladen. Nachdem die Mitglieder einstimmig Willibald Schmitt für ein weiteres Jahr zum Vorsitzenden gewählt und auch die weiteren Vorstandsmitglieder Gerhard Garz, Bernd Cronjaeger, Sabine Thiedig, Monika Schröder und Brigitte Schmitt erneut bestätigt hatten, zeigten sie Arnulf Kraft die erneuerte Taufe.

Förderverein und Kirchengemeinde haben jeweils 3500 Euro gegeben für die Sanierung der Taufe. Zwei Jahre war sie in Berlin, wo die Restauratorin Annett Xenia Schulz schadhafte Stellen ausbesserte und neue Farbe auftrug. Nun steht das gute Stück wieder seitlich des Altars an seinem angestammten Platz in der Kirche.

Es ist eine auffallend schöne Renaissancetaufe aus dem Jahre 1607. Das achteckige Werk aus Holz wird von Löwenköpfen, Wappen, Muscheln, Säulchen und anderem Beiwerk geschmückt. Auch der kronenartige Deckel ist reich bemalt und verziert. Im Deckel ist die Taufe Christi gemalt. Besonders bemerkenswert aber ist, dass der Deckel, welcher über ein Seil mit der Decke verbunden ist, bei Taufen angehoben und hochgezogen werden kann. Einer gut erhaltenen Inschrift zufolge wurde die Taufe vom Kirchenältesten, dem Bauern Rehfeld aus Kleßen, gestiftet.

Vor elf Jahren gegründet

Mit seiner Gründung vor elf Jahren widmete sich der Förderverein zunächst der Innensanierung der Kirche. Dessen stellvertretender Vorsitzende und Bauleiter Bernd Cronjaeger entdeckte bei vorbereitenden Arbeiten alte Bauunterlagen. So konnte der Innenraum wieder in originalgetreuen Farben und Verzierungen erneuert werden.

Die Fassade wurde in Beige gestrichen und das Dach neu eingedeckt. Der Förderverein und die Kirchenge-meinde kümmerten sich um Fördermittel, sammelten Spenden ein und gaben Eigenmittel für die Sanierung. Rund 200 000 Euro wurde so seit Gründung des Förderbeins in die Dorfkirche investiert.

„Unsere wichtigste Aufgabe ist nun, das Geschaffene zu erhalten“, sagt Willibald Schmitt. Den Kitt der Fenster müsse man in ein paar Jahren nachbessern und auch sonst gibt es immer etwas zu tun. So hat erst kürzlich Egon Haake das Eingangskreuz der Kirche erneuert.

Er und seine Frau Christine sind für den Fördervereinsvorsitzenden ohnehin die guten Seelen der Kirche. „Sie kümmern sich um vieles, sind immer bereit zu helfen“, sagt Willibald Schmitt, der mit dem Kleßener Chor „Schmitt-Singers“ in diesen Jahr auch noch zwei Konterte in der Dorfkirche geben wird.

Blick in die Historie

Dem ersten evangelischen Kirchenvisitationsprotokoll zufolge, hatte Kleßen bereits im Jahr 1541 eine Kirche . Sie wurde durch ein Feuer vernichtet. 1698 wurde eine neue Kirche als Fachwerkbau in Saalform errichtet. 1929 musste das baufällige Kirchenschiff gesperrt und abgerissen werden. Nach dreijähriger Bauzeit wurde am 22. Oktober 1932 die Kirche mit einem festlichen Gottesdienst offiziell eingeweiht.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 19. Juni 2018

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