Birkenwerder

Nicht nur die Kirchenfenster

In der 1849 erbauten Kirche in Birkenwerder stehen im Sommer aufwändige Sanierungsarbeiten an. Beleuchtung, Elektrik und Kirchenfenster müssen gemacht werden. Wenn alles fertig ist, dann kommt auch die Orgel dran.

Sanierung der Kirche Birkenwerder
Quelle: Ulrike Gawande

Birkenwerder Rund 25 000 Euro haben die rund 1300 Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Birkenwerder in den letzten Monaten zusammengesammelt und angespart. Denn in dem 1849 gebauten Gotteshaus sind verschiedene Sanierungsarbeiten notwendig.

Die Bleistege der Kirchenfenster müssen ausgetauscht werden.
Quelle: Ulrike Gawande
 
Die Kirche in Birkenwerder wurde 1849 geweiht.
Quelle: Ulrike Gawande

„Eigentlich sollten nur die Kirchenfenster gemacht werden“, berichtet Sabine Grunert vom Gemeindekirchenrat. Die 57-Jährige ist Bauingenieurin und damit logischerweise auch in der Gemeinde die Fachfrau für die anstehenden Sanierungsarbeiten, die vom 9. Juli bis Mitte Oktober dauern werden. „Der Bau springt mich einfach an“, lacht die sympathische Expertin, die in der Gemeinde auch für die Konzertorganisation zuständig ist und selbst im Kirchenchor singt.

Das Altarfenster „Der gute Hirte“ wurde 1998 eingebaut.
Quelle: Ulrike Gawande
 
Auch die Orgel soll gereinigt und repariert werden. Eva Schulze und Sabine Grunert (r.)
Quelle: Ulrike Gawande

Rund 110 000 Euro sind insgesamt für die anstehenden Arbeiten eingeplant, denn bei der Sanierung der Fenster wird es nicht bleiben. „Die Fenster sind bleiverglast und die Bleistege fließen aus, so dass die Fenster sich leicht wölben“, erklärt Grunert. Die Stege sollen nun ausgetauscht werden. „Gleichzeitig sollen die Stahlträger überprüft werden.“ Von außen wurden die Fenster, die nach dem Zweiten Weltkrieg eingebaut wurden, bei der letzten großen Renovierungsaktion 1998/1999 – zum 150. Geburtstag der Kirche – mit Sicherheitsglas und einem Schutzgitter versehen.

Damals wurde auch das Altarfenster mit dem Motiv des guten Hirten eingebaut, nachdem das Fenster der Apsis in den 1960er Jahren zugemauert worden war. Anders als der gute Hirte stammt die Elektrik des Gotteshauses noch aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts und soll daher ebenfalls komplett erneuert werden. „Es gibt noch nicht einmal einen Überspannungsschutz“, weiß die Expertin.

Erneuert werden soll auch ein Teil der Beleuchtung; besonders die Lampen in der Apsis, im Konzertbereich zwischen Altar und erster Bankreihe sowie auf der Empore. Es werden wohl LED-Lampen werden. „Downlights, direkt aus der Decke“, konkretisiert Sabine Grunert. Halogenstrahler hätten zwar ein schöneres Licht, doch sei die Brandgefahr zu groß. Alle Arbeiten wurden mit der Denkmalbehörde abgestimmt. „Die Zusammenarbeit mit unserem Denkmalpfleger ist gut“, lobt die 57-Jährige. So werde auch an einigen Stellen, die durch das sogenannte Salpetertreiben beschädigt wurden, der Putz erneuert und die Wände neu gestrichen.

Wenn alle Sanierungsarbeiten in der Kirche erledigt sind, dann ist die Orgel dran. Sie soll gesäubert und einzelne Reparaturen durchgeführt werden. Auch ein Trakturspanner und ein Schweller sollen eingebaut werden. 1968 wurde die Sauer-Orgel mit ihren insgesamt 854 Pfeifen, elf Registern und zwei Manualen in der Kirche eingeweiht. „Es ist ein schönes Instrument. Sie ist zwar klein, spielt sich aber angenehm und ist vielseitig verwendbar“, lobt Kirchenmusikerin Eva Schulze (39), die noch bis zum 26. Juni jeden Dienstag um 18 Uhr zu einem „Orgelpunkt“ in die Kirche lädt. „Das macht Spaß, dann steht die Orgel im Fokus und man kann einmal andere Stücke spielen als im Gottesdienst.“ Lesungen runden den wöchentlichen Orgelpunkt ab.

Von Ulrike Gawande

Märkische Allgemeine vom 02. Juni 2018

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