Falkenhagen

Dachstuhl aus dem Mittelalter

Im zweiten Bauabschnitt an der Falkenhagener Kirche können nötige Arbeiten dank einer Leader-Förderung umgesetzt werden. Nun sollen das Dach, der Dachstuhl und die Fassade repariert werden.

Baubesprechung an der Südseite des Kirchenschiffs. Deutlich sind die Putzschäden zu erkennen.
Quelle: Beate Vogel
 
Unter den offenen Putzstellen ist die noch erhaltene mittelalterliche Gestaltung zu erkennen.
Quelle: Beate Vogel

Falkenhagen Nachdem der Turm an der Falkenhagener Kirche vor zwei Jahren repariert werden konnte, startet nun der zweite Bauabschnitt an dem Bauwerk aus dem Jahr 1487: An der Südfassade sind die Putzschäden deutlich zu sehen. „Erhalt der denkmalgeschützten Kirche in Falkenhagen durch Baumaßnahmen am Kirchenschiff und an den Turmschultern“, heißt das Projekt ganz offiziell. Die Turmschultern gehören zur Dachkonstruktion direkt am Turm.

„Da ist sogar noch ein originaler Dachstuhl aus dem Mittelalter drauf“, weiß Marek Fiedorowicz vom Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung IBS aus Hoppegarten. Dabei seien in vielen Kirchen die Dachstühle meist im Barock ersetzt worden. „Das ist eine spannende Sache“, sagt Fiedorowicz.

Ein Balken muss ausgetauscht werden

Die Sanierung dieses alten Dachstuhls in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde ist einer der großen Posten bei dem Vorhaben. Unter anderem muss einer der Balken komplett ausgetauscht werden, weil er „total durchgefault“ ist, weiß Kurt Zander vom Falkenhagener Gemeindekirchenrat.

Dazu sollen sechs Balkenköpfe ausgewechselt werden. In Arbeitseinsätzen hatten die Falkenhagener in der Vergangenheit bereits Unmengen an Bauschutt aus dem Dachstuhl entfernt, erzählt Zander: „Das lag da noch von vorangegangenen Baumaßnahmen.“

Geplant ist außerdem, Fenster und Türen zu sanieren. Die Decke soll teilweise abgenommen werden, im Kircheninneren stehen Malerarbeiten an. An der äußeren Südwand der Kirche, die einst mit Betonputz ausgebessert wurde, soll vorsichtig die schadhaften Stellen ausgebessert werden. Mittelalterliche Zierlinien, die unter dem abgeplatzten Putz auf dem originalen Kalkputz zu sehen sind, sollen laut Fiedorowicz gesichert, aber nicht wieder hergestellt werden. Ebenso wird der Schaugiebel auf der Ostseite restauriert.

Auch das Portal wird noch einmal angefasst

Für die Dacheindeckung werden die Ziegel wieder verwendet, die jetzt auf dem Kirchenschiff liegen. „Dach und Turm sind ja Ende der 1980er Jahre gemacht worden“, erinnert der Bauleiter. Finanziert werden kann das Vorhaben nur, weil es eine Leader-Förderung in Höhe von 75 Prozent gibt: Für die 178?000 Euro (ohne Planungskosten) kommen der Europäische Landwirtschaftsfonds für die ländliche Entwicklung, das Land Brandenburg, die Landeskirche und der Kirchenkreis auf.

Auch das Portal soll übrigens noch einmal angefasst werden: Dort sind Putzarbeiten vorgesehen. Obwohl es erst 2016 saniert wurde, zeigen sich schon wieder erste Schäden, die vor allem von Feuchtigkeit im Mauerwerk herrühren. Im Turm blättert der Putz ab.

Von Beate Vogel

Märkische Allgemeine vom 26. Mai 2018

   Zur Artikelübersicht