AUS DEM PERLEBERGER ORTSTEIL

Kirche erhält neue Lehmdecke

Erntedankgottesdienst wollen Förderverein und Lübzower wieder im Gotteshaus feiern und dann wird für eine neue Orgel gespart.

von Doris Ritzka

Derzeit erhält die Lübzower Kirche, übrigens mit 10,60m Länge die kleinste der Prignitz, eine neue Lehmdecke
Fotos: Doris Ritzka
 
Treff an der Baustelle. Rechts: Vereinsvorsitzender Jörg Bauer

Die kleine Feldsteinkirche in Lübzow ist derzeit eine einzige Baustelle. „Die Lehmdecke wird komplett erneuert“, sorgt Jörg Bauer, Vorsitzender des gleichnamigen Fördervereins, sogleich für Aufklärung. Nachdem Nivellierungsarbeiten durchgeführt, das Fundament samt Sockel trockengelegt und neu verfugt, Sicherungsarbeiten an der hinteren Fassade getätigt waren, konnte das Gebäude richtig durch- und austrocknen. Damit zeigte sich aber auch ein neues, großes Problem: Die Lehmdecke. Die Schäden waren unübersehbar. So ist das Innenleben der Kirche nun komplett eingerüstet. Lehmbauer Henry Krüger aus Wüsten Buchholz ist gegenwärtig dabei, Schicht für Schicht eine neue Decke ein zuziehen. „Insofern ist bei uns jetzt Tag und Nacht offene Kirche“, fügt Dr. Bauern schmunzelnd an.

Denn alles muss gut durchtrocknen, bevor die nächste Lehmschicht aufgetragen werden kann. „Unsere Kirchenschätze haben wir natürlich im Vorfeld gesichert“, ergänzt Bernd Cord-Kruse vom Kirchenförderverein. Einzig die Bänke stehen noch im Gotteshaus.

Rund 8000 Euro kostet die neue Lehmdecke, Geld, das der Kirchenkreis und der Förderverein in Eigenregie aufbringen. Und das nun schon zum wiederholten Mal.

Begonnen hatte alles 2011. Da gründete sich der Förderverein Dorfkirche Lübzow. Es war eigentlich die Orgel, die das Interesse des Vereinsvorsitzenden Jörg Bauer erregte. Seit langem ist sie nicht mehr bespielbar, viele Pfeifen fehlen, eigentlich ist sie mehr tot als lebendig, würde man sagen. Von einer Restaurierung rieten Fachleute jedoch schon vor Jahren ab. So ist der große Traum jetzt, dass eine neue, elektrische Orgel in der Kirche erklingt.

Doch heute und morgen wird das noch ein Traum bleiben, wie Dr. Bauer offen einräumt. Zuvor musste die Kirche selbst erst einmal in Ordnung gebracht werden. 2013 erhielt sie ein neues Dach. Es bot seit langem schon keinen ausreichenden Schutz mehr. Ein Unterfangen, das mit knapp 30 000 Euro zu Buche schlug und so nicht aus der Portokasse zu bezahlen war. Doch der Förderverein mit seinen acht Mitgliedern hat schier Unmögliches geschafft – vor allem auch Dank der Unterstützung von Kirchengemeinde, Kirchenkreis und den Lübzowern. Alle steuerten ihr Scherflein bei. Die Einnahmen aus Benefizkonzerten samt Bewirtung, Bargeschenke zu runden Geburtstagen bzw. Firmenjubiläen und auch die Einnahmen des Lübzower Kulturvereins unter anderem vom Gospelkonzert wanderten in den Topf für die Sanierung der Kirche.

Neben dem Sammeln von Spenden für die stetige Sanierung der Kirche hat sich der Förderverein auf die Fahnen geschrieben, wieder Leben ins Gotteshaus zu bringen. Konzerte, das Sommerfest und Aktionen wie digitale Kunst an der Kirche, um nur einige Beispiele zu nennen, stehen dafür.

Den Erntedankgottesdienst im Herbst will man wieder in der Kirche feiern, dann mit neuer Lehmdecke. Das Fest will der Förderverein abermals nutzen, um neue Spenden einzuwerben, dann für die Orgel. Und auch die Kirchenmauer soll irgendwann saniert werden.

Der Prignitzer vom 25. Mai 2018

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